Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
langên
Hss., 11. Jh., bei 1 Hs. des 10./11. Jh.s Zeit
des Gl.eintrags unbekannt). 756,9 (11. Jh.);
5,19,3 (10. Jh.), bei O, in NBo, NMC, Nps
und Npw: unpers.
‚verlangen, sich sehnen, mih langêt
(nach), begehren; appetere, consequi, de-
lectari, desiderare, exoptare, exspectare, ge-
stire, mirari, morosum vidēri‘
‚ich habe Verlangen (nach); coartor‘, ibu
S1015langez, lenz 1016
ioman langêt
‚wenn es einen verlangt (nach);, harto langên
si libeat‘
‚mit großer Sehn-(mhd. langen sw.v. intr.
sucht erwarten; cum magno desiderio susti-
nēre‘
‚lang werden,, tr.
reichen, sich ausstrecken, um etw. zu errei-
chen‘
‚lang machen, verlängern, sich aus-, unpers.
streckend etw. geben, darreichen‘
‚lang dünken, verlangen, gelüsten‘, nhd.
langen
‚ausreichen, genügen, sich erstre-; mndd. langen tr.
cken, ergreifen‘
‚reichen,, intr.
erreichen, holen, überreichen‘
‚reichen,, unpers. it langet tō
ausreichen‘
‚es gereicht, mī langet nā
zu‘
‚habe Verlangen nach‘;
frühmndl. langhen [a. 1220–1240], mndl.
langen
‚dss.‘; vgl. as. langon sw.v. II unpers.
‚verlangen‘; as. langian
‚verlangen, sich seh-; aisl.
nen, sorgen für, berufen, ergreifen‘
langa
‚verlangen‘). Der Bezug auf das Adj.
lang ist sekundär. S. lingan. – bilangênAWB Nps,
Npw: unpers.
‚verlangen (nach), sich lange(mhd. belangen,
hinziehen; tardum esse‘
blangen unpers.
‚lang dünken, langweilig, tr.
sein, verlangen, gelüsten‘
‚erlangen, er-, mir be-
reichen, ausreichen, sich erstrecken‘
langet
‚ich sehne mich‘, nhd. belangen
‚zur, unpers.
Verantwortung ziehen, verklagen‘
‚angehen, betreffen‘; mndd. belangen refl.
‚sich enden‘; mndl. belangen
‚verlangen‘;
vgl. ae. belangian
‚betreffen‘). – gilangênAWB
Nps und Npw: unpers.
‚nach etw. verlan-(mhd. gelangen
gen; exquirere‘
‚lange dün-, nhd. gelangen
ken, erreichen, Sehnsucht, Verlangen haben
nach‘
‚ein bestimmtes Ziel; mndd. gelangen
erreichen, an ein bestimmtes Ziel kommen,
zu etw. kommen‘
‚gelan-; frühmndl. ghelanghen
gen, langen, reichen‘
‚erreichen, erlangen‘, mndl. gelangen
‚dss.‘;
vgl. ae. gelangian
‚fordern, verlangen‘). –
Ahd. Wb. 5, 608 ff.; Splett, Ahd. Wb. 1, 512;
Köbler, Wb. d. ahd. Spr. 96. 406. 702;
Schützeichel7 192; Starck-Wells 359; Schütz-
eichel, Glossenwortschatz 5, 459.