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greifen

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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14 in 14 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

greifen st.

Bd. 3, Sp. 426
greifen st.: 1.a. 'anfassen (und festhalten), ergreifen', greife (graifə) [weithin herrschend], (grifə/grǫifə) [verbr. mittl. VPf (vgl. Bertram § 92)], (gręifə) [verbr. SWPf], griffe (grifə) [lothr. SWPf]; Part. Perf.: gegriff [WPf (ohne NWPf)], gegreff [NWPf], gegriffe [nördl. u. mittl. VPf], gegreffe [südl. VPf], zur Grenze -griff/ -griffe vgl. K. 1 (Linie gebroch/gebroche). — α. etwas g.; de Appel g. (um ihn einzustecken) [NW-Kallstdt, verbr.]. Stell's uf seiⁿ Platz, daß mer's g. kann [KL-Weilb, verbr.]. 's Märe ... brecht die Schlisselblum, doch greift's e goldige Schlissel [Schandein Ged. 120]. — β. einen g. 'gefangennehmen'; de Dieb g. [FR-Albsh, verbr.]. Greif!, Aufforderung an den Hund [FR-Bockh]. a. 1498: (wer den Missetäter) zu greiffen habe [PfWeist. I 454 (IB-Eschring)]. — b. 'berühren, betasten'. α. De Metzger dut 's Veh g., um festzustellen, ob es fett ist [KU-Schmittw/O SOPf (Nachlaß Heeger)]. — β. die Hihner g., ob sie Eier legen werden [LA-Knöring, verbr.]; vgl. ausgreifen 2, fühlen 1 a, gribbeln1, grübeln 1. — c. mit Präp. Greif mol bißche am Korb! 'Hilf tragen!' [ZW-L'wied]. Greif der emol an die Stern (an de Kopp)! 'Besinne dich!' [GH-Zeisk, verbr.]. Er hat'n am Wisch gegriff [KL-Katzw]. Do muß mer dief in de Sack g. 'viel bezahlen' [KU-Brück, verbr.]; in die Fläme g., dass. (vgl. Fläme 4 b β) [LU-Opp]. Im Neujahrswunsch: Greif in de Sack un geb mer was! [verbr. Gal]. Das muß mer met zwoo Hänn g., solange die Gelegenheit da ist [KU-Schmittw/O]. Dem muß mer unner die Äärem g. [KB-Gauh, verbr.]. Der Selbstmörder hot zum Strick gegriffe [LA-Queichh]. De Kerchtorm vun ihrm Dörfel war ball zum Greife so noh [Hartmann Unkel 63]. — 2.a. um sich g. 'sich ausbreiten'. 's Feier greift um sich [NW-Leistdt, verbr.]. — b. Geb owacht, der greift so hinnerum, vom Dieb [NW-Weish/S.], der greift hottherum, dass. [ZW-Stamb]. — 3. absolut. a. 's Kind greift schun 'macht erste Greifversuche' [NW-Weish/B., verbr.]. — b. Die Sens greift net, weil sie stumpf ist [KB-Bischh]. 's G'wind greift nimmi, vom abgenutzten Schraubengewinde [KU-Schmittw/O]. — c. (auf dem Instrument den Ton) falsch (richdich) g. [KL-Mackb, verbr. WPf]. — Zs.: ab-, an-, auf-, aus-, be-, darauf-, durch-, ein-, er-, fehl-, ver-, vor-, heraus-, herüber-, herum-, hinauf-, hinein-, hin-, hinüber-, ineinander-, über-, um-, zusammengreifen. — Südhess. II 1455/56; Rhein. II 1380/81; Lothr. 216; Els. I 270; Bad. II 467.
2477 Zeichen · 101 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    greifenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    greifen swv. BMZ greifen, tasten Trist. Neidh. (90,13). nâch den heiden greifen Ulr. Wh. 227 b . 231 b . mit an-, be-, e…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Greifen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Greifen , verb. irreg. Imperf. ich griff; Mittelw. gegriffen; welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutru…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    greifen

    Goethe-Wörterbuch

    greifen vereinzelt (in der Frühzeit) -ff-, Zusammenschr ‘umsichgreifend’ 32,410 ItR Var ; auch (PartPräs) subst (einmal …

  4. modern
    Dialekt
    greifenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    greifen st. : 1. a. 'anfassen (und festhalten), ergreifen', greife (graifə) [weithin herrschend], (grifə/grǫifə) [verbr…

  5. Sprichwörter
    Greifen

    Wander (Sprichwörter)

    Greifen 1. Greif ans Rad, so geht der Karch. 2. Greiff in deinn eygnen busen. – Franck, II, 120 a ; Henisch, 1738, 35; G…

  6. Spezial
    greifen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    grei|fen (griff, gegriffen) I vb.tr. 1 (nehmen) tó (tol, tut) 2 (packen) brancé (-cia), pochené (-nëia) 3 palpé (-pa), b…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit greifen

66 Bildungen · 38 Erstglied · 22 Zweitglied · 6 Ableitungen

greifen‑ als Erstglied (30 von 38)

greifenähnlich

DWB

greifen·aehnlich

greifenähnlich , adj. : auf einem greifenähnlich verzierten thron ohne lehne sitzt Jupiter archäolog. ztg. v. Gerhard 1, 130 . — dies und da…

greifenbanner

DWB

greifen·banner

greifenbanner , n. , banner, auf dem ein greif ist: zwei der greifenbanner ( die die Pommern führten ) waren schon in die hände der Märker g…

Greifenberg

Meyers

greifen·berg

Greifenberg , 1) Kreisstadt im preuß. Regbez. Stettin, an der Rega, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Gollnow-Kolberg und der Greifenberger Kl…

greifenberger

DWB

greifen·berger

greifenberger , m. , dieb, taschendieb ( gaunerspr. ) Avé - Lallemant 4, 546 ; umdeutung von Greifenberger, bewohner der stadt Greifenberg; …

greifenblut

DWB

greifen·blut

greifenblut , n. : als dieses epitaphium mit greifenblut und dem schwerd auf einen stein geschrieben war, so gieng er schritt vor schritt se…

Greifenburg

Meyers

greifen·burg

Greifenburg , Marktflecken in Kärnten, Bezirksh. Spittal, links an der Drau, an der Südbahnlinie Marburg-Franzensfeste, hat ein Bezirksgeric…

greifenei

DWB

greife·nei

greifenei , n. : die in mittelalterlichen schatzverzeichnissen vorkommenden, zu pocalen gefaszten greifeneier sind strauszeneier Bucher real…

greifenflügel

DWB

greifen·fluegel

greifenflügel , m. : ein herrlich adeliches weib, zwen greiffenflügel het ir leib H. Sachs 7, 432 Keller; ( ein wunderbild ), welches .. ein…

greifenfusz

DWB

greifenfusz , m. : wie man den feind ( den teufel ) zu mahlen pflegt, der greiffen fusz und klauen tregt Eyering prov. cop. 1, 559 . —

greifengefieder

DWB

greifen·gefieder

greifengefieder , n. : dô hiez si im bereiteneinen kiel wunnesam mit guotem grîfengevidere,der was wol getân Wolfdietr. B 348 ; rund umher f…

greifengespann

DWB

greifen·gespann

greifengespann , n. : die göttin ... giebt sich .. als Artemis zu erkennen durch das hirschkalb .., in verbindung mit dem greifengespann ihr…

Greifenhagen

Meyers

greifen·hagen

Greifenhagen , Kreisstadt im preuß. Regbez. Stettin, an der Reglitz (einem Oderarm), Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Reppen-Stettin und der …

greifenhaupt

DWB

greifen·haupt

greifenhaupt , n. : an anderm ort kämpft Martasin mit macht, der auf dem helm ein greifenhaupt getragen Gries Bojardos verl. Roland 4, 161 .…

greifenhut

DWB

greifen·hut

greifenhut , f. : ich habe da stets an die Hesperiden gedacht, wo unter bloszer greifenhut die herrlichsten schätze und geheimnisse ruhen La…

greifen II

RhWB

greifen II Rhfrk -aif-, –ęi- [ Birkf-Idar -ē- ], Part. gegrif, –e- ; Mosfrk -ęif-, –ei-, Prät. -ef, Part. gəgref [ Saarl-Düppenw Diefflen Na…

Greifenklau

GWB

greifen·klau

Greifenklau pl: metonym für symbol dargestellte Ahnen des rhein Adelsgeschlechts (der Freiherren von Greiffenclau) [ Stammbaumdarstellungen …

greifenklaue

DWB

greifen·klaue

greifenklaue , f. bei diesem wort gestattet die gröszere zahl der belege die beobachtung, dasz die mit greif-, greifs- componierten formen d…

greifenklaue

FWB

1. ›Finger und Hand in der Form und Art eines Greifvogels‹; tropisch für eine diebische Hand; 2. ›Greifzange, Instrument zum Aufheben von et…

greifenklauig

DWB

greifen·klauig

greifenklauig , adj. , bildl. räuberisch: wie er auch der berendatzen nicht achtet, er liesz sie den schwertapigen und greiffklauigen fürste…

greifenkopf

DWB

greifen·kopf

greifenkopf , m. : da der stadt wapen ein roth gekröneter greifenkopf ist Micrälius altes Pommer land 6, 569 ; die Samier, welche .. einen g…

greifennest

DWB

greifen·nest

greifennest , n. : danach stieg unser herzog aus dem greifennest Fontane I 2, 506. —

Greifenorden

Meyers

greife·norden

Greifenorden , mecklenburg-schwerin. Verdienstorden, gestiftet 15. Sept. 1884 vom Großherzog Friedrich Franz III., hat fünf Grade: Großkreuz…

Greifenpaar

GWB

greifen·paar

Greifenpaar mythol Zwiegespann vor dem Wagen der beiden Figurationen der Adrastea (sd), hier in allegor Vignette auf die Jahrhundertwende (i…

greifenpforte

DWB

greifen·pforte

greifenpforte , f. : (Gunther) sobald der frühe mond hinabging, lösch ich sacht im brautgemach die fackel aus.dann harre mein am vorhang der…

greifenschild

DWB

greifen·schild

greifenschild , m. : und wohl vertheidigte sich Olivier, verlor er auch den greifenschild im streite Gries Bojardos verl. Roland 3, 224 . —

greifenschnabel

DWB

greifen·schnabel

greifenschnabel , m. : 1) arabesken, blumengewinde mit schmetterlingen, greifenschnäbeln und dergleichen schnörkeln Gutzkow 9, 254. 2 ) gryp…

Greifensee

Meyers

greifen·see

Greifensee , See im schweizer. Kanton Zürich, 437 m ü. M., etwa 6 km lang, bis 33 m tief, 8,58 qkm groß, hat flache Ufer und fließt durch di…

greifensessel

DWB

greifen·sessel

greifensessel , m. : dem lager nah im greifensessel lehnt sich Isold' Immermann 13, 156 Hempel. —

greifen als Zweitglied (22 von 22)

abgreifen

DWB

abgreifen , attactu deterere, durch angreifen abnützen. der hut, die mütze ist abgegriffen.

angreifen

DWB

ang·reifen

angreifen , arripere, apprehendere, nnl. aangrijpen, eigentlich mit der hand, dem fusz, der klaue, dem schnabel an etwas greifen: ich greife…

aufgreifen

DWB

auf·greifen

aufgreifen , arripere, surripere, nnl. opgrijpen: geld von der erde aufgreifen; einen fliehenden verbrecher aufgreifen; ich habe ihn unterwe…

begreifen

DWB

beg·reifen

begreifen , ahd. pikrîfan, bigrîfan, mhd. begrîfen, nnl. begrijpen, geht, wie das einfache greifen, ursprünglich blosz auf die berührung mit…

durchgreifen

DWB

durch·greifen

durchgreifen , 1 1. durch eine öffnung greifen. der knabe machte eine öffnung in der hecke, griff durch und pflückte blumen im garten des na…

eingreifen

DWB

ein·greifen

eingreifen , nnl. ingrijpen, schw. ingripa, dän. indgribe. 1 1) coire, die schraube, das rad, der kamm greift nicht ein, fällt nicht ein; nn…

ergreifen

DWB

ergreifen , arripere, erfassen, goth. kein usgreipan, aber undgreipan, auch ahd. kein starkes argrîfan, irgrîfan, nur ein schwaches irgreifô…

fehlgreifen

DWB

fehl·greifen

fehlgreifen , labi in tactu, misgreifen, daneben greifen, irren: diesmal hat Uriel gewaltig fehlgegriffen. Göthe 14, 162 .

gegreifen

KöblerMhd

gegreifen , sw. V. nhd. „greifen“, betasten Q.: WvÖst (1314) (FB gegreifen) E.: s. ge, greifen W.: nhd. DW-

kurzgreifen

RDWB1

kurz·greifen

kurzgreifen dieser Kommentar greift zu kurz - это беззубый комментарий, этот комментарий не достигает цели

Mḯßgreifen

Adelung

miss·greifen

Mḯßgreifen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Greifen ,) welches das Hülfswort haben erfordert, fehl greifen, das Ziel im Greifen versehen. M…

mißgreifen

DRW

mißgreifen, v. auch refl. I gegen das Gesetz verstoßen, mißhandeln (I), auch: sündigen, eine Straftat mißgreifen eine Straftat verüben si pe…

nachgreifen

DWB

nach·greifen

nachgreifen , verb. intransitiv, insequi prehendo Stieler 700 ; einem nachstellen oder nachgreifen, auf ihn fahnden. Baumann quellen 2, 195 …

umgreifen

DWB

umgreifen , vb. A A. untrennbar. A@1 1) rings umgreifen, umfassen, in der gegenwart vornehmlich von der hand, ältere sprache dagegen verwend…

Umsichgreifen

Wander

Umsichgreifen A grefft um sich wie a Flêscher. – Robinson, 288; Gomolcke, 27. »A hat an gude Posaune, mit dar a schune a wing rackarn koan. …

vergreifen

DWB

ver·greifen

vergreifen , n. substantivischer infinitiv des vorigen mit den verschiedenen bedeutungen des zeitwortes; so im anschlusse an nr. 2: da zu in…

vorgreifen

DWB

vor·greifen

vorgreifen , verb. , s. fürgreifen th. 4, 1, 1, sp. 737; mhd. vor-, vürgrîfen Lexer 3, 468 ; 585; praecarpere vorgriffin Diefenbach gl. 451 …

zergreifen

DWB

zer·greifen

zergreifen , verb. , durch vieles greifen abnutzen: eine alte wohl zugriffene und wohl abgentzte bibel V. Herberger Jes. Sirach 376 a ; der…

zugreifen

DWB

zug·reifen

zugreifen , v. , mhd. zuogrîfen mhd. wb. 1, 570 a ; Lexer 3, 1183 , in einer bestimmten richtung greifen, verdeutlicht und verstärkt greifen…

zurückgreifen

DWB

zurueck·greifen

zurückgreifen , v. : wir ... müssen ... ziemlich tief in die geschichte der vorzeit z. Moltke 2, 175 ; man hatte wieder zum flegel zurückgeg…

â|greifen

MWB

â|greifen swV. Bedeutung unklar: des vater swert âgreifet ûf Hügelîn unt ûf des rîches haz RvZw 135,3; die Erläuterung ‘greift fehl, gleitet…

Ableitungen von greifen (6 von 6)

begreifen

DWB

begreifen , ahd. pikrîfan, bigrîfan, mhd. begrîfen, nnl. begrijpen, geht, wie das einfache greifen, ursprünglich blosz auf die berührung mit…

ergreifen

DWB

ergreifen , arripere, erfassen, goth. kein usgreipan, aber undgreipan, auch ahd. kein starkes argrîfan, irgrîfan, nur ein schwaches irgreifô…

gegreifen

KöblerMhd

gegreifen , sw. V. nhd. „greifen“, betasten Q.: WvÖst (1314) (FB gegreifen) E.: s. ge, greifen W.: nhd. DW-

Mḯßgreifen

Adelung

Mḯßgreifen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Greifen ,) welches das Hülfswort haben erfordert, fehl greifen, das Ziel im Greifen versehen. M…

vergreifen

DWB

vergreifen , n. substantivischer infinitiv des vorigen mit den verschiedenen bedeutungen des zeitwortes; so im anschlusse an nr. 2: da zu in…

zergreifen

DWB

zergreifen , verb. , durch vieles greifen abnutzen: eine alte wohl zugriffene und wohl abgentzte bibel V. Herberger Jes. Sirach 376 a ; der…

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APA
Cotta, M. (2026). „greifen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/greifen/pfwb?formid=G04047
MLA
Cotta, Marcel. „greifen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/greifen/pfwb?formid=G04047. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „greifen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/greifen/pfwb?formid=G04047.
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