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Schicken

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schicken intrs, intrs, trs, rec

Bd. 4, Sp. 120b
Schicken, v. ein Wort, welches als ein Verstärkungswort von einem veralteten schichen oder schehen zu betrachten, und schnelle Bewegungen machen, dann, mancherlei Handlungen verrichten, die mit einer schnellen Bewegung und einem eigenthümlichen Laute verbunden sind, bezeichnet. I) † intrs. mit Bewegung verbundene Geschäfte verrichten. Imer etwas zu schicken haben, sich immer etwas zu thun machen, immer geschäftig sein. Ih will mit ihm nichts zu schikken haben. I einem andern Sinne heißt bei Haltaus, mit einer Person zu schicken haben, auch, mit ihr der sinnlichen Liebe pflegen. II) intrs. u. trs. 1) Machen, daß ein Ding an einem andern Orte gegenwärtig werde, wo es oft in weiterer Bedeutung auch in solchen Fällen, in welchen man eigene bestimmtere Wörter hat, gebraucht wird, z. B. eine Bombe, eine Kugel in die Stadt schicken, für, sie werfen, schießen. Gewöhnlich gebraucht man aber schicken nur in solchen Fällen, da man sich einer andern Person dazu bedient, oder da man etwas durch eine andere Person an einem andern Ort gegenwärtig werden läßt, wobei der Schickende selbst oft nichts zu thun hat, als einen Befehl zu geben. Man schickt Personen nach, an, in einen Ort, zu einer Person, wenn man ihr Befehl, Auftrag ertheilt, sich an einen Ort, zu einer Person zu begeben. Zuweilen auch mit dem dritten Falle der Person. Schicke mir einmahl den Bedienten, für, schicke ihn zu mir. Einen mit Aufträgen, in eigenen Angelegenheiten an jemand schicken. Die Kinder in die Schule schicken, sie in die Schule gehen heißen, wie auch überhaupt, sie die Schule besuchen lassen. Seinen Sohn auf Reisen schicken. Einen ins Elend schicken, ihn verweisen. Einen nach etwas schicken, ihn an einen Ort schicken, damit er von dort etwas hole, bringe. Nach Brot, Wein, nach einem Briefe, Buche schicken. Nach dem Prediger, Arzt  schicken, ihn rufen, holen lassen. Einen in April schicken, oder aprilschicken. S. April. Der Zweck des Schickens wird zuweilen auch durch ein Aussagewort in der unbestimmten Form ausgedruckt. Ein Kind schlafen schicken. Einem einen Brief  schicken, ihm den Brief durch eine andere Person, die zu ihm geht, z. B. durch einen Bothen, oder durch eine Gelegenheit, durch die Post, die an den Aufenthaltsort desselben gehet zukommen lassen. Einen Brief auf die Post schicken. Er will die Sachen mit der Post oder durch die Post, auch wol, jedoch selten, über Post Geschickt haben. Waaren nach Hamburg schicken, sie durch Andere dorthin gelangen lassen, es sei zu Wasser oder zu Lande, zu Wagen oder auf Lastthiere geladen  Schicken unterscheidet sich dadurch von senden, daß es oft nur ein Entfernen von sich, senden aber eine Entfernung an einen andern Ort in einer bestimmten Absicht, ferner daß es nur von Höhern gegen Niedere oder von Personen, die sich gleich sind, gebraucht wird, senden aber, wenn von höhern Personen und von wichtigen Dingen die Rede ist und überhaupt in der höhern Schreibart. Einen in die andere Welt schicken, uneigentlich, ihn mittelbar oder unmittelbar, aus der Welt schaffen, ihn tödten. Ein Buch in die Welt schicken, es durch den Druck bekannt machen. Uneigentlich, in der Reihe der zufälligen Dinge wirklich werden lassen, besonders von solchen Anordnungen und Veränderungen, die ohne der Menschen Zuthun erfolgen. Gott schickt den Menschen oft Leiden. Sprichw. Х Gott muß es schicken, wenn es soll glücken. »Der Herr schickt's also« 2 Sam. 17, 14. 2) * Der Absicht, dem Zwecke gemäß einrichten, anordnen, die gehörige Beschaffenheit geben, in gehörigen Stand setzen. »Er schickte sein Herz nicht, daß er den Herren suchte.« 2 Chron. 12, 14. ≠ Eine Masse zu einer Gestalt schicken, im O. D. ihr eine mittheilen, sie formen. Sich zu etwas schicken. Sich zur Reise, zum Tode  schicken. »Schicket euch! und sie schickten sich.« 1 Kön. 20, 12. Ih will dir schiken guet gemach. Boners Fabeln, 55. Ehemahls verwandelte man ck in ch und sagte schichen. Sie schichte das ir hus wart wol. Boners Fabeln, 42. S. Geschickt und Anschicken. Sich in etwas schicken, sich in irgend einer Lage, bei irgend einer Sache, Veränderung die rechte gehörige Beschaffenheit geben, damit man nicht damit in Widerspruch sei. Er weiß sich gut in die Sache zu schicken. Sich gut schicken, sich gut benehmen. Zuckererbsen in Schoten und zwei gebratene Küchlein Bring' ich nur, und, schickst du dich gut, Erdbeeren zum Nachtisch. Voß. Sich in sein Elend schicken, es ohne Murren zu ertragen sich die gehörige Beschaffenheit geben, und dasselbe mit Gelassenheit ertragen. Ih kann mich hierein noch gar nicht schicken, kann mich darein noch nicht finden, kann es noch nicht begreifen. »Wer sich in die wunderlichen Launen eines Andern zu schicken weiß, der widerspricht ihnen nicht, handelt ihnen nicht entgegen, läßt sich ihre Ausbrüche geduldig gefallen. Wer sich darin (darein) zu fügen weiß, der nimmt sie selbst an, bequemt seine Wünsche und Urtheile nach allen Einfällen des Andern, so daß dieser Andere völlig seines Gleichen in ihm zu sehen glaubt.« Eberhard. III) rec. Sich schikken. 1) † Eilen, eigentlich und uneigentlich. Schickt euch. Ih will mich schon schicken. 2) I der Reihe der zufälligen Dinge wirklich werden, von Veränderungen, die ohne des Menschen Zuthun eintreten. Es muß sich oft wunderlich schicken. Sprichw. Was sein soll, schickt sich wol. Man weiß nicht wie es sich noch schicken kann. 3) Eine dem Zwecke, der Bestimmung angemessene Beschaffenheit annehmen, bekommen, haben. Es schickt sich Alles zum Winter. Der Himmel schickt sich zum Regen. Das schickt sich nicht dazu, das hat dazu nicht die gehörige, damit übereinstimmende Beschaffenheit. Sie beide schicken sich gut zusammen, haben die zu einer Absicht nöthigen Eigenschaften, stimmen mit einander gut überein. Dieser Rock schickt sich nicht zu der Weste, hat nicht die gehörige Beschaffenheit, um mit derselben zugleich ohne Übelstand getragen werden zu können, stimmt damit nicht überein, sei es in Ansehung der Farbe, oder des Stoffes, oder des Schnittes  Diese Antwort schickt sich nicht auf meine Frage. Er schickt sich nicht zu diese Sache, zu diesem Amte. Ehemahls auch als ein förmliches Zustandwort. Unfuoge schicket selten guet, Boners Fabeln, 66, d. h. schlägt selten gut aus. I engerer Bedeutung ist sich schicken, sich wohl oder gut schicken, der Anständigkeit, der Würde  nicht entgegen sondern gemäß sein. So schickt es sich für dich. Das schickt sich nicht für Personen deines Alters. Das würde sich ja nicht schicken. Sich schicken ist der allgemeinere Ausdruck, und wird sowol von Dingen als auch von Personen und ihren freien Handlungen gesagt, sich Geziemen aber nur von den letzten. S. Geziemen und Gebühren, welche von einander so verschieden sind, daß das, »was sich geziemt, seinen Grund in der Natur des Handelnden, was sich gebührt, seinen Grund in dem Verdienste oder Unverdienste desjenigen hat, auf den sich die Handlung beziehet oder dem das Gebührende zukömmt.« Eberhard. — D. Schicken. D. Schikkung. S. d.
6998 Zeichen · 107 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schickenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    schicken stn. unfall? si quâmin ân alliʒ schicken hin ze Salseniken Jerosch. 164. a.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schickensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    schicken , sw. V. nhd. schicken, etwas in Schick bringen, anschicken, angemessene Gestalt geben, angemessene Beschaffenh…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schicken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schicken , verb. reg. act. et neutr. im letzten Falle mit haben, welches der Form nach so wie schichten das Intensivum v…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schicken

    Goethe-Wörterbuch

    schicken auch -k- (zB B51,53 ), gelegentl -kk- (zB 37,25,2 ); 1.PersSg auch ‘schick(')’ bzw ‘schik’ (zB B2,121,1 , 18,51…

  5. modern
    Dialekt
    schicken

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    schicken Band 4, Spalte 4,742

  6. Sprichwörter
    Schicken

    Wander (Sprichwörter)

    Schicken 1. Danach sich einer schickt, danach es ihm glückt. – Sailer, 211; Simrock, 3786; Henisch, 1659, 65. 2. Dat sül…

  7. Spezial
    schicken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    schi|cken I vb.tr. 1 (veranlassen zu gehen: z.B: Kinder in die Schule) fá jí, mené (mëna) 2 (senden) ortié (-iëia ), men…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schicken

86 Bildungen · 10 Erstglied · 70 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von schicken 2 Komponenten

schic+ken

schicken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schicken‑ als Erstglied (10 von 10)

schicken I

SHW

schicken I Band 5, Spalte 269-270

Schickenball

RhWB

schicken·ball

Schicken-ball šigəbalə Kreuzn m.: Sch. oder Sch.bällches spiele Fangball spielen.

schicken II

LothWB

schicke n II [šikə n fast allg.; šigə Pfb. ; žikən D. Si. ] tr. v. Tabak kauen: Düwak schigge Pfb. — els. 2, 405 ; frz. chiquer.

schicken III

RhWB

schicken III das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -i-, –e-, sonst -e- [Mos in Trier , Bernk , WBitb -ø WSelfk, MülhRuhr -i- ] schw.: 1. in der …

schickenisse

KöblerMnd

schicke·nisse

schickenisse , F. nhd. Beschaffenheit, Ordnung, Fügung, Bildung, Gestalt, Reihenfolge Vw.: s. ge- Hw.: vgl. mhd. schicknisse E.: s. schicken…

schickenmachen

PfWB

schicken·machen

schicken-machen schw. : ' passend machen, einrichten ', schickemache [ KU-Schmittw/O ]; vgl. schicken 1 2 b.

Schickenseppi

ElsWB

Schicke n seppi [ʿSikəsèpi Türkh. ] m. Spottname für einen Dickwangigen.

schickenunge

KöblerMnd

schickenunge , F. Vw.: s. schickinge L.: Lü 327b (schickenunge)

schicken als Zweitglied (30 von 70)

erveschicken

KöblerMnd

*erveschicken , sw. V. nhd. erbteilen, Erbanteil aushändigen Hw.: s. erveschichten, erveschickinge E.: s. erve (1), schicken

geschicken

KöblerMnd

*geschic·ken

*geschicken , sw. V. nhd. zurecht legen, zurecht stellen, ordnen, anordnen, einrichten, senden Hw.: s. geschickede, geschicke; vgl. mhd. ges…

hēmschicken

KöblerMnd

*hēmschicken , sw. V. nhd. heimschicken Hw.: s. hēmschickinge E.: s. hēm (1), schicken

wanschicken

KöblerMnd

*wan·schicken

*wanschicken , sw. V. nhd. unglücklich anschicken? Hw.: s. wanschickinge E.: s. wan (1), schicken

abe(n)schicken

Idiotikon

abe(n)schicken Band 8, Spalte 518 abe(n)schicken 8,518

abschicken

DWB

abschicken , mittere, absenden, entsenden: einen boten, brief, die waare abschicken; sein gebet zu gott abschicken, seufzer zum himmel absch…

ane schicken

MWB

ane schicken swV. ‘jmdn. befehligen’ her Fridrich was ir aller hoptmann, / er kund sy wol schicken an FrSchw 3782 MWB 1 268,12; Bearbeiter: …

anheimschicken

DRW

anheim·schicken

anheimschicken heimverweisen 1425 Neuburg Kopialbuch I 142/Rockinger 1536 MittOsterland 6 (1863/66) 239 Faksimile

anschicken

DWB

anschicken , disponere, accommodare, einrichten, veranstalten, nnl. aanschikken: damit er sein kriegsrüstung darnach könne anschicken und vi…

aufschicken

DWB

auf·schicken

aufschicken , adornare, nnl. opschikken: mein tisch, mein haus und stall ist kostbar aufgeschickt. Canitz 149 . Logau für in die höhe schick…

ausschicken

DWB

aus·schicken

ausschicken , emittere, aussenden: boten ausschicken; ich habe schon nach ihm ausgeschickt; er schickt nach leuten aus; schicket aus und lie…

beschicken

DWB

beschicken , arcessere, curare, bestellen, nnl. beschikken. 1 1) auf leute und thiere bezogen, einen beschicken, arcessere, besenden, berufe…

bîschicken

MNWB

bîschicken , swv. , hinsenden, jem. zur Hülfe beigeben.

bīschicken

KöblerMnd

bīschicken , sw. V. nhd. hinsenden, jemanden zur Hilfe beigeben E.: s. bī, schicken L.: MndHwb 1, 281 (bîschicken)

darschicken

DWB

dar·schicken

darschicken , fortschicken, hinschicken, wegsenden, absenden, amandare, ablegare, demittere Henisch 657 . wenn mein herr ein leger darschick…

darzuoschicken

KöblerMhd

darzuo·schicken

darzuoschicken , sw. V. nhd. dazuschicken Q.: Nbu (1360-1396) E.: s. darzuo, schicken W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (darzuoschicken)

e(n)tschicken

Idiotikon

e(n)tschicken Band 8, Spalte 520 e(n)tschicken 8,520

einschicken

DWB

ein·schicken

einschicken , transmittere, einsenden, überschicken, nnl. inschikken. Maaler 126 c hat einschicken insinuare, was wol sein soll sich in etwa…

enschicken

KöblerMhd

enschicken , sw. V. Vw.: s. entschicken

entschicken

DWB

ent·schicken

entschicken , 1 1) ineptum, inhabilem reddere, ungeschickt, ungestalt machen, aus der fassung, ruhe bringen, Schmeller 3, 319 . mhd. entschi…

fortschicken

DWB

fort·schicken

* fortschicken , missum facere, nnl. voortschikken, schw. bortskicka: so schickt man deine jugend fort. Günther 206 ; o schweigt ihr zärtlic…

fürschicken

Idiotikon

fürschicken Band 8, Spalte 522 fürschicken 8,522

g(e)schicken

Idiotikon

g(e)schicken Band 8, Spalte 522 g(e)schicken 8,522

geschicken

DWB

geschicken , verstärktes schicken, s. d. 1 1) bilden, gestalten: mochte ich in ( den todten gemahl ) wol geschiken zû menslîcher munste ( li…

harzueschicken

Idiotikon

harzueschicken Band 8, Spalte 525 harzueschicken 8,525

Heim schicken

Adelung

heim·schicken

Heim schicken , verb. reg. act. nach Hause schicken. Und er schickte ihn heim, Marc. 8, 26. Daher die Heimschickung.

Ableitungen von schicken (6 von 6)

beschicken

DWB

beschicken , arcessere, curare, bestellen, nnl. beschikken. 1 1) auf leute und thiere bezogen, einen beschicken, arcessere, besenden, berufe…

entschicken

DWB

entschicken , 1 1) ineptum, inhabilem reddere, ungeschickt, ungestalt machen, aus der fassung, ruhe bringen, Schmeller 3, 319 . mhd. entschi…

erschicken

DWB

erschicken , erkaufen, ertauschen. Tobler 172 a .

geschicken

DWB

geschicken , verstärktes schicken, s. d. 1 1) bilden, gestalten: mochte ich in ( den todten gemahl ) wol geschiken zû menslîcher munste ( li…

unschicken

DWB

unschicken , verb. , schlecht wirtschaften, sich vergehen Staub-Tobler 8, 499 f. vgl. verunschicken. —

verschicken

DWB

verschicken , verb. 1 1) fortsenden, an einen andern ort senden, mhd. verschicken: mhd. iʒ wart ein junges wibesname geworfen an sin bette d…