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Loch

ahd. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

ElsWB
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39 in 24 Wb.
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Eintrag · Elsässisches Wb.

Loch

Bd. 1, Sp. 549a
Loch [Lòχ, Loχ allg.; Pl. Læχər Su., sonst Lèχər] n. 1. ganz allgem. wie hochd. Am Loch ewëg genau, gerade (bei Zahlenangaben) z. B. [fùftsiχ àm Lòχ əwak Hf.] kein Auge mehr (im Kartenspiel), keinen Pfennig mehr (in Handel und Wandel). Rda. Ein L. zue und s ander uf machen eine Schuld bezahlen nach Aufnahme einer neuen Anleihe Hf. In ein L. hinin luegen in einem fort irgendwohin starren, od. brüelen immerzu schreien Dü. Der weiss sich nimmer anderst ze hëlfen, der macht emol e L. ins Wasser er ertränkt sich Str. Scherzh. Wortspiel: [Tèr hèt sewə Lèχər im Khopf àn tsên em Myl] der hat 7 Löcher im Kopf (Mundhöhle, Augen u. s. w.) und zehn (Zähn') im Maul K. Z. E. L. in den Tag brennen das Licht bis zum hellen Morgen noch brennen lassen Su. Lueg mir doch kein L. in der Kopf! Gebw. (nie Zopf wie JB. X 265). Einem e L. in den Kopf reden (schwätzen Su.) schwatzen, dass dem Hörer der Kopf schmerzt Str. E L. in der Himmel luegen erstaunt und überrascht drein schauen bei einer unerwarteten Nachricht O. Sich e Loch in den Kopf fallen Str.; [ər hèt sìχ ə Lòχ en Khòpf kheit Hf.] Er het ihm e L. in den Kopf gschlaujen, geworfen K. Z. Suffen wie e L. (von einem Trunkenbold) K. Z. E L. wie e Schisshüsle ein grosses Loch Su. 2. spez. a) in Kleidern: Er het e L. in der Hose O. [O Khat, s Hamp hèt a L.!] sagt man scherzend, wenn etwas missrät Dü. b) in Blasinstrumenten: Uf dem letsten L. pfiffen dem Bankrott oder auch dem Tode nahe sein allg. c) L. im Kegelspiel, wenn kein Kegel getroffen wird Mü. und allg. 3. Hintere, Podex; L. wird allen hierfür gebräuchlichen Bezeichnungen als anständiger vorgezogen (so bemerkt schon Klein). Setz od. Huck dich uf s L.! K. Z. Sitz uf s L., dass dir d Müs kein Stroh nin traujen! Geisp. Einem s Löchel patschen sanft den Hintern klopfen Geud. Dem schlägt mer s L. voll und stellt ihne für d Thür Pfulgriesh. Ich gib dir einen Tritt ans L., dass der Schueh stëcken blibt U. Leij e Sack uf dis Brëtt (Sitzbrett auf dem Wagen), dass denen zwo (Frauen) d Löcher nit weh thuen Ingenh. Rda. Einem d Nas in s L. stecken od. [e èpr ti Nâs e s Loχ tyosə Mb.] einem übermässige Ehre erweisen K. Z. Derbe Abweisung: Lëck mich im L.! Str. In einer Verlegenheit: Jetzt lëck s Bärwel im L., bis s ander Ëssen gekocht ist! ebd. Steck mir d Nas ins L.! derbe Zurückweisung für einen, der beständig auf dem Fusse folgt Z. Einem Kind, das einen Hasen fangen möchte und nicht weiss wie, gibt man den Rat: Steck ihm den Finger ins L. und mach e Häkel! Z. Wetterregel: Es bisst mich am L., es gibt ander Wëtter Ingw. Trocken wie Chäfers L. sehr trocken Fisl. ‘Solt sie (die unartigen Kinder) strofen mit der Ruten und inen das Loch vol howen’ Geiler P. I 14a. ‘ein muoter die ir kind (liebt?), schlecht im das loch vol’ ders. HK. = Her der Küng ich diente gern .. XV predig .. Johannes Geiler .. neuw ausgangen .. (von J. Pauli .. vffgesamlet) .. Str. 1516. LXXX iija. ‘der Hinder, den man auch Loch nennet’ Martin Parl. N. 169. ‘So bran jhr (der faulen Maga) auch die Jupp am loch, Dan wolt sie nit erwachen doch’ Fisch. Flöhh. 659. ‘Lassen jhm das L. voll streichen’ Garg. 349. L. im Hemd sin mit einander innig vertraut sein Str. Wenn man jem. fragt: Wie alt bist? und derselbe hat keine Lust, die richtige Antwort zu geben, antwortet er wohl grob abweisend: So alt als min L., und min L. het nit emol noch keinehne Dü. Was er sajt, het kein Kopf und kein L. weder Hand noch Fuss Bf. s. auch Firabend Seite 5. Am L.! gemeine Abfertigung U. Zss. Lochlumpen, –putzer, –tüechel. Übertr.: Hinterteil des Frauenrocks: ‘Wass Vnglcks stellen ewere Weiber vnd TOechter auffs Newe jetzt an mit den Grossen Gepulsterten, Geftterten LOechern?’ Mosch. II 87. 4. weibliche Scham, in vielen gem. Rda. 5. Öffnung, Durchgang, Thüre. Er het ihm (ge)zeigt, wo der Zimmerman s L. gemacht het Dü. Dert het der Zimmermann s L. gelossen! zu einem, dem man die Thüre weist K. Z. Mach, dass de zuem L. hinus kummst! Steinb. ‘vnnd sich zum Loch hienauss trAehen, das der Maurer hat auffgelassen’ Mosch. II 183. 6. schlechter, ungesunder Wohnraum: Das ist e ungesundes L. Steinb. 7. Gefängnis: Du kummst in s L.! (Drohung). Er hockt im L. Er het drei Tage L. bekummen allg. Klein. Petri 404. 8. Vertiefung in der Erde, Grube: Mir haben e L. gemacht für e Bäumel zesetzen Rchw. Mach dis L. noch e bissel tiefer! Z. Syn. Kutt. Schweiz. 3, 1016. Bayer. 1, 1427.
4557 Zeichen · 173 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    lôchmhd. (st. sw.) f. (?)

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ? lôch mhd. ( st. sw. ) f. ( ? ) , nhd. dial. schweiz. lō f. Schweiz. Id. 3,951, bair. lôh oder lôhen, lôgen f. Schm. 1,…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    lochstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +10 Parallelbelege

    loch stn. 1. verschluß. ahd. loh ; vgl. ags. loc lat. clausura, altn. loc lat. operculum, finis Gr. 2,23. Graff 2,140. 2…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    lochN., M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    loch , N., M. Vw.: s. lō (1)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lóch

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Das Lóch , des -es, plur. die L—cher, Diminut. das Löchelchen, im Plural auch die Löcherchen, Oberd. Löchlein. 1) In der…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Loch

    Goethe-Wörterbuch

    Loch 1 (kleinere, meist rundliche od längliche) Öffnung, Vertiefung, auch Lücke in einem Material a natürlich entstanden…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Loch

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Loch , Nebenfahrwasser oder toter Arm eines versandeten Fahrwassers zwischen Bänken oder Watten.

  7. modern
    Dialekt
    Loch

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Loch [Lòχ, Loχ allg.; Pl. Læχər Su. , sonst Lèχər] n. 1. ganz allgem. wie hochd. Am Loch ewëg genau, gerade ( bei Zahlen…

  8. Sprichwörter
    Loch

    Wander (Sprichwörter)

    Loch 1. A Loch macht a Gannev (Dieb). ( Jüd.-deutsch. Warschau. ) Sinn: Gelegenheit macht Diebe. 2. Altes Loch und neue …

  9. Spezial
    Loch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Loch n. (-[e]s, Löcher) 1 (Erdloch) büsc (büsc) m. 2 (Riss) büsc (büsc) m. , sfëssa (sfësses) f. 3 (Vertiefung) büja (bü…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit loch

662 Bildungen · 254 Erstglied · 398 Zweitglied · 10 Ableitungen

loch‑ als Erstglied (30 von 254)

Lochacker

SHW

Loch-acker Band 4, Spalte 367-368

Lochbauer

SHW

Loch-bauer Band 4, Spalte 367-368

Lochdarm

SHW

Loch-darm Band 4, Spalte 367-368

Locheiche

SHW

Loch-eiche Band 4, Spalte 367-368

Lochflegel

SHW

Loch-flegel Band 4, Spalte 367-368

Lochgauzer

SHW

Loch-gauzer Band 4, Spalte 367-368

Lochgewann

SHW

Loch-gewann Band 4, Spalte 367-368

Lochhügel

SHW

Loch-hügel Band 4, Spalte 367-368

Lochkuchen

SHW

Loch-kuchen Band 4, Spalte 367-368

Lochkugel

SHW

Loch-kugel Band 4, Spalte 367-368

Lochpfad

SHW

Loch-pfad Band 4, Spalte 369-370

Lochschlag

SHW

Loch-schlag Band 4, Spalte 369-370

Lochstück

SHW

Loch-stück Band 4, Spalte 369-370

Lochsäge

SHW

Loch-säge Band 4, Spalte 369-370

Lochtaube

SHW

Loch-taube Band 4, Spalte 369-370

Lochweg

SHW

Loch-weg Band 4, Spalte 369-370

Lochwiese

SHW

Loch-wiese Band 4, Spalte 369-370

Lochwurst

SHW

Loch-wurst Band 4, Spalte 369-370

loch als Zweitglied (30 von 398)

luftloch

KöblerMhd

*luftloch , st. N. nhd. Luftloch Hw.: s. luvtlöchelīn E.: s. luft, loch W.: nhd. Luftloch, N., Luftloch, DW 12, 1259

Schlüpfloch

RDWB1

Schlüpfloch n убежище, укромное местечко устойч. , укрытие

A(n)richt(i)loch

Idiotikon

A(n)richt(i)loch Band 3, Spalte 1037 A(n)richt(i)loch 3,1037

abbloch

Idiotikon

abbloch Band 5, Spalte 14 abbloch 5,14

abloch

Idiotikon

abloch Band 5, Spalte 14 abloch 5,14

Affenloch

Wander

affen·loch

Affenloch Ihme das affenloch artlich ins Gesicht bringen. – Nas. 296 b .

Arme(n)loch

Idiotikon

Arme(n)loch Band 3, Spalte 1022 Arme(n)loch 3,1022

armloch

DWB

arm·loch

armloch , n. die öfnung im hemd oder kleid, in welche die arme gesteckt werden. ähnlich war das mhd. houbetloch, zum durchstecken des halses…

arschloch

DWB

arsch·loch

arschloch , n. culus, anus. ahd. arsloh ( Graff 2, 141 ); mhd. arsloch. Morolf 1526. musz, wie arsbell, ortsname gewesen sein, bei Pistorius…

arsloch

Lexer

ars·loch

ars-loch stn. BMZ anus Voc. Mor. 2,1466. 1526. Myns. 90.

aschenloch

DWB

aschen·loch

aschenloch , n. öfnung am herd zum durchfall der asche: sie bedeckte also den hafen aufs neue und stiesz ihn in der küche ins aschenloch unt…

astloch

DWB

ast·loch

astloch , n. foramen nodi exemti in asseribus: die sonne scheint durch ein astloch ins dunkle breterhaus; wenn du aus jedem astloch ein auge…

Auge(n)loch

Idiotikon

Auge(n)loch Band 3, Spalte 1022 Auge(n)loch 3,1022

B(e)schüttloch

Idiotikon

B(e)schüttloch Band 3, Spalte 1038 B(e)schüttloch 3,1038

Balkenloch

Wander

balken·loch

Balkenloch Das Balkenloch ist wieder melk. ( Westf. ) Nach der Ernte, wenn der Bauer wieder dreschen und Früchte verkaufen kann.

Bare(n)loch

Idiotikon

Bare(n)loch Band 3, Spalte 1036 Bare(n)loch 3,1036

Bǘttlóch

Adelung

batt·loch

Das Bǘttlóch , des -es, plur. die -l—cher, bey eben denselben, ein breterner Kasten neben der großen Bütte, mit einer Rührstange, welche den…

betebloch

KöblerMhd

bete·bloch

betebloch , st. N. nhd. „Betblock“, Betschemel Q.: Mechth (1343-1345) E.: s. bete, bloch W.: nhd. DW- L.: Hennig (bettebloch), MWB 1, 700 (b…

beteloch

KöblerMhd

bete·loch

beteloch , st. N. nhd. „Betloch“, Betstätte, Gebetsnische, Gebetshöhle, Götzenaltar, Götzentempel Q.: RWchr (um 1254) (FB beteloch), HB E.: …

betteloch

MWB

bette·loch

betteloch stN. ‘Bettgestell’ sponda (betteloch sicut habent monachi vel sponda [ Gestell ] ) dicitur exterior pars lecti. pluteus autem inte…

bindloch

DWB

bind·loch

bindloch , n. den nähterinnen ein rundes, eingefasztes loch.

Blauderfüdloch

Idiotikon

Blauderfüdloch Band 3, Spalte 1029 Blauderfüdloch 3,1029

Ableitungen von loch (10 von 10)

beloch

MNWB

beloch- s. auch beluch-.

belochen

DWB

belochen , forstmännisch, die harzhölzer belochen, beharzen, das harz durch gemachte einschnitte abzapfen. s. lochbaum . mhd. ist belochen p…

entlochen

Lexer

ent-lochen part. s. entlûchen.

erlochen

Lexer

er-lochen part. s. erlëchen.

geloch

DWB

geloch für gelache (gelâche), s. d., grenzzeichen.

gelochen

Lexer

ge-lochen part. s. lûchen.

Loche

Campe

† Die Loche , Mz. — n, s. Lochbaum .

verlôch

Lexer

ver-lôch prät. s. verlîhen.

verlochen

DWB

verlochen , verb. 1 1) mit löchern versehen Adelung 4, 1473 ; die eisenarbeiter verlochen das eisen, wenn sie löcher zu den nägeln und niete…

verlochung

DWB

verlochung , f. verscharren im boden Adelung 4, 1473 .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „loch". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/loch/elswb
MLA
Cotta, Marcel. „loch". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/loch/elswb. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „loch". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/loch/elswb.
BibTeX
@misc{lautwandel_loch_2026,
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