Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
GELOCHEN swv.
1. ich schließe. dîn ougen er lûchet (: brûchet) er drückt dir die augen zu Genes. fundgr. 72,11. daʒ grap louch sich wider zuo kchr. 67. b. dô lag der slange ûf dem bûche zesamne gelochen aneg. 18,71. ein tuomherre der louchen schloß ihn, nahm ihn zuo im Servat. 3186.
2. pflücke, rupfe, ziehe aus. dar zuo iʒ du der epfel unt der kriechen, des mag ein kneht vil wol genesen, des soltu zuo dir liechen MS. 2,101. a. dem houbet was ûʒ gebrochen daʒ hâr unt ûf gelochen Mart. 218. daʒ werc wart nie gebûwen, eʒ wart noch nie geseiet, gelochen noch gemeiet Diut. 2,119. vgl. im hanflûchet in der zeit wo der hanf aufgezogen wird Gr. w. 1,419. — das präs. lûche für liuche, wie sûge für siuge. goth. ist goth. lukan (altn. lûka) nhd. schließen, goth. uslukan nhd. öffnen, ags. lûkan nhd. schließen und rupfen, nieders. lûken swv. nhd. rupfen (z. b. flachs). Graff 2,138. 139 unterscheidet liochan rupfen und lûchan schließen. vgl. Gr. 13, 62. 2,22. gesch. d. d. spr. 664.