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Loch

ahd. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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39 in 24 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Loch Das

Bd. 3, Sp. 139b
Das Loch, — es, Mz. die Löcher; Vw. das Löchlein, verkürzt Löchel, auch Löchelchen, Mz. gl. oder auch Löcherchen. 1) Überhaupt eine jede Öffnung in einem und durch einen Körper. I vielen Fällen haben die Öffnungen in den Körpern, z. B. am menschlichen Körper, Mund, Ohren, After , in den Häusern, Fenster, Thüren, Schorstein  ihre besondern Namen, oder werden durch Zusatz näher bestimmt, wie in Nasenloch, Luftloch, Schweißloch, Sehnervenloch, Ohrloch, Kellerloch, Rauchloch, Ofenloch, Schlüsselloch, Flugloch, Schießloch, Zündloch , in welchem letzten Falle das erste bestimmende Wort weggelassen wird, wenn die Sache, worin sich das Loch befindet, eben erst genannt worden oder sonst kein Mißverstand zu besorgen ist. Löcher in die Erde graben, Bäume hinein zu setzen, etwas darein zu schütten  Ein Loch durch die Wand machen. Die Löcher im Schwamme, Brote  Ein rundes, viereckiges  Loch. I der Zergliederungskunst, wo außer den oben schon angeführten und außer den Löchern in den Knochen, welche entweder durch dieselben ganz hindurch gehen oder bei welchen dies nicht der Fall ist und welche blinde Löcher heißen, noch andere Löcher vorkommen, bekommen diese ihren unterscheidenden Namen auch von ihrer Gestalt. So heißt ein eirundes Loch im Keilbeine das eiförmige Loch (Foramen ovale) und ein anderes von runder Gestalt, das runde Loch (Foram. rotundum); ein Loch, welches sich bei ungebornen Kindern in der Scheidewand der Nebenkammern befindet, heißt ebenfalls von der Gestalt das länglichrunde Loch (Foram. ovale). I der Pflanzenlehre führen ganz kleine Vertiefungen in der untern Fläche des Hutes der Pilze, die wie mit einer Nadel gestochen zu sein scheinen, den Namen Löcher (Pori). Am häufigsten gebraucht man Loch von künstlichen, gebohrten, gestochenen oder mit einem Eisen geschlagenen Öffnungen; wie auch von fehlerhaften Öffnungen oder von solchen, die nicht sein sollten. Löcher bohren, stechen, schneiden, schlagen. Löcher abbohren, im Bergbaue, Löcher von bestimmter Tiefe in das Gestein zum Zersprengen bohren. Ein flaches oder schwebendes Loch, ebenfalls im Bergbaue, ein schief in das Gestein gebohrtes Loch, welches mit Pulver angefüllt wird, um das Gestein loszusprengen; ein seigeres Loch, welches gerade unter sich gehet, auch zum Behuf des Lossprengens. Ein Loch in den Kopf fallen, schlagen. Ein Loch in das Kleid  reißen. Die Schuhe, Strümpfe  haben Löcher bekommen. Х Saufen können wie ein Loch, d. h. sehr viel. I gemeinen Leben nennt man verächtlich auch Öffnungen die ihre eigenen Namen haben, wie auch eingeschlossene Räume, besonders wenn sie klein, dunkel und sonst schlecht beschaffen sind, Löcher. Niedrig sagt man: Zusehen, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat, d. h. die Thür, sich fortmachen, sich aus dem Staube machen. Noch niedriger, auf dem letzten Loche pfeifen, für in den letzten Zügen liegen, auch überhaupt, zum Äußersten gebracht sein. Auch, aus dem letzten Loche pfeifen. Denn Orleans, von Feinden eingeschlossen Und tapfer bestürmt, und tapfer beschossen Pfiff aus dem letzten Loch. — Kl. Schmidt. Einen ins Loch werfen, ins Gefängniß. Er mußte ins Loch kriechen. »Da sandte Pharao hin und ließ Joseph rufen, und ließen ihn eilend aus dem Loche.« 1 Mos. 41, 14. Seine Wohnung ist ein wahres Loch oder ein Hundeloch. Die Städtchen und Dörfer in dieser Gegend sind häßliche Löcher. I manchen Städten nennt man auch eine Gasse, die keinen Ausgang hat, ein Loch, sonst und besser einen Sack. Uneigentlich sagt man auch im gemeinen Leben, die Sache, der Plan bekömmt ein Loch, wenn sie, er scheitert, nicht ausgeführt wird. Die Kasse hat ein Loch bekommen, d. h. einen starken oder völligen Abgang, so daß nichts oder nicht viel mehr darin ist. So werden auch Schulden ein Loch genannt, weil sie gewöhn= [] lich etwas Fehlerhaftes sind und das Geld verschlingen. Ein Loch zu= und das andere aufmachen, Schulden mit Schulden bezahlen. Ein Loch stopfen oder verstopfen, eine Schuld bezahlen. I Kegelschube macht man ein Loch, wenn man zwischen den Kegeln durchschiebt ohne einen derselben umzuwerfen. Ein gutes Loch, ein Mittelloch, wenn die Kugel mitten zwischen den Kegeln durchläuft; ein schlimmes oder böses Loch, wenn sie zu den Seiten zwischen den Kegeln und ganz bei den Kegeln vorbeiläuft. Die Mahler nennen Löcher die zu dunkeln und ins Schwarze fallenden Stellen, die unrichtig im Vordergrunde angebracht sind und von ferne gesehen wie Löcher aussehen. 2) † I N. D., z. B. im Braunschweigschen, ein Maß zu trocknen Dingen, in welcher Bedeutung die Mehrzahl unverändert bleibt, wenn ein Zahlwort davor stehet. Vier Loch (Lock) machen ein Vierfaß, 16 Loch aber einen Himten.
4668 Zeichen · 59 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    lôchmhd. (st. sw.) f. (?)

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ? lôch mhd. ( st. sw. ) f. ( ? ) , nhd. dial. schweiz. lō f. Schweiz. Id. 3,951, bair. lôh oder lôhen, lôgen f. Schm. 1,…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    lochstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +10 Parallelbelege

    loch stn. 1. verschluß. ahd. loh ; vgl. ags. loc lat. clausura, altn. loc lat. operculum, finis Gr. 2,23. Graff 2,140. 2…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    lochN., M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    loch , N., M. Vw.: s. lō (1)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lóch

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Lóch , des -es, plur. die -e, S. Adelung Lochbaum .

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Loch

    Goethe-Wörterbuch

    Loch 1 (kleinere, meist rundliche od längliche) Öffnung, Vertiefung, auch Lücke in einem Material a natürlich entstanden…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Loch

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Loch (schott., in Irland Lough , spr. loch), gälische Bezeichnung sowohl für einen Fjord als für einen See.

  7. modern
    Dialekt
    Loch

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Loch [Lòχ, Loχ allg.; Pl. Læχər Su. , sonst Lèχər] n. 1. ganz allgem. wie hochd. Am Loch ewëg genau, gerade ( bei Zahlen…

  8. Sprichwörter
    Loch

    Wander (Sprichwörter)

    Loch 1. A Loch macht a Gannev (Dieb). ( Jüd.-deutsch. Warschau. ) Sinn: Gelegenheit macht Diebe. 2. Altes Loch und neue …

  9. Spezial
    Loch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Loch n. (-[e]s, Löcher) 1 (Erdloch) büsc (büsc) m. 2 (Riss) büsc (büsc) m. , sfëssa (sfësses) f. 3 (Vertiefung) büja (bü…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit loch

1.453 Bildungen · 252 Erstglied · 1.191 Zweitglied · 10 Ableitungen

loch‑ als Erstglied (30 von 252)

Lochacker

SHW

Loch-acker Band 4, Spalte 367-368

Lochbauer

SHW

Loch-bauer Band 4, Spalte 367-368

Lochdarm

SHW

Loch-darm Band 4, Spalte 367-368

Locheiche

SHW

Loch-eiche Band 4, Spalte 367-368

Lochflegel

SHW

Loch-flegel Band 4, Spalte 367-368

Lochgauzer

SHW

Loch-gauzer Band 4, Spalte 367-368

Lochgewann

SHW

Loch-gewann Band 4, Spalte 367-368

Lochhügel

SHW

Loch-hügel Band 4, Spalte 367-368

Lochkuchen

SHW

Loch-kuchen Band 4, Spalte 367-368

Lochkugel

SHW

Loch-kugel Band 4, Spalte 367-368

Lochpfad

SHW

Loch-pfad Band 4, Spalte 369-370

Lochschlag

SHW

Loch-schlag Band 4, Spalte 369-370

Lochstück

SHW

Loch-stück Band 4, Spalte 369-370

Lochsäge

SHW

Loch-säge Band 4, Spalte 369-370

Lochtaube

SHW

Loch-taube Band 4, Spalte 369-370

Lochweg

SHW

Loch-weg Band 4, Spalte 369-370

Lochwiese

SHW

Loch-wiese Band 4, Spalte 369-370

Lochwurst

SHW

Loch-wurst Band 4, Spalte 369-370

loch als Zweitglied (30 von 1.191)

luftloch

KöblerMhd

*luftloch , st. N. nhd. Luftloch Hw.: s. luvtlöchelīn E.: s. luft, loch W.: nhd. Luftloch, N., Luftloch, DW 12, 1259

Schlüpfloch

RDWB1

Schlüpfloch n убежище, укромное местечко устойч. , укрытие

A(n)richt(i)loch

Idiotikon

A(n)richt(i)loch Band 3, Spalte 1037 A(n)richt(i)loch 3,1037

Aalloch

RhWBN

aal·loch

Aal-loch -lǫux n.: tiefe Stelle in Teichen, bes. unter dem Mühlrad Dür .

Aasloch

RhWBN

aas·loch

Aas-loch :st- Waldbr-Wildbg n.: Schindkaule.

abbloch

Idiotikon

abbloch Band 5, Spalte 14 abbloch 5,14

Abgangsloch

Campe

abgang·sloch

Das Abgangsloch , des — es, Mz. die — löcher, in der Bienenzucht, ein unten am Rande des Stockes angebrachtes Loch, durch welches die Bienen…

abloch

Idiotikon

abloch Band 5, Spalte 14 abloch 5,14

ABSTICHLOCH

DWB2

abstich·loch

DWB2 ABSTICHLOCH n. DWB2 zu abstich 4: DWB2 1805 abstichloch das an der vorwand eines schmelzofens angebrachte loch, wodurch das geschmolzen…

Abtrittsloch

PfWB

abtritt·sloch

Abtritts-loch n. : ' Loch im Abort, das in die Grube führt ', -loch [verbr.]; dafür auch Abortloch . BadWB Bad. I 19 .

ABZUGSLOCH

DWB2

abzug·sloch

DWB2 ABZUGSLOCH n. DWB2 zu abzug 2 c : DWB2 1757 abzugs-loch eine oeffnung, welche in der mauer eines an einem flusse stehenden gebäudes ang…

Achsenloch

RhWB

achsen·loch

Achsen-loch Wippf-Biesf n.: Loch in der Mühlenwand, durch das die Mühlenachse aus der Radkammer in die Mühle tritt.

Achsenschartenloch

Campe

Das Achsenschartenloch , des — es, Mz. die — löcher, in der Geschützkunst, ein Einschnitt auf der Achse der Kanone um sie auf ihrem Gestelle…

Adelsloch

RhWB

adel·sloch

Adel-keller RhWBN Sieg , Wippf , Sol , Elbf m.: überdecktes Jauchebassin. De Kuhseke löf hennen en en Gosse on durch et Adelsloch erus en de…

Aduchtloch

RhWB

aducht·loch

Aducht-loch ā:dəlǫux Aach ; āətəlk Eup ; ā : lǫx Siegld n.: 1. Kanaleinfluss, –mündung Aach . — 2. Verbindungskanal des Kellers mit dem stä…

Ärmelloch

PfWB

aermel·loch

Ärmel-loch n. : ' Loch am Brustteil des Kleidungsstückes zum Einsetzen des Ärmels ', Äʳmelloch [ KU-Körbn Kaulb ZW-Gr'bundb HB-Kirrbg RO-Obd…

Äscheloch

LothWB

aesche·loch

Äsche-loch Aushöhlung unter dem Backofen zur Aufnahme der Kohlen und Asche beim Backen.

Äschenloch

PfWB

aeschen·loch

Äschen-loch , Aschen-loch n. : ' Raum unter dem Feuerrost zur Aufnahme der Asche ', Äscheloch, Asche- [allg.], nur in gemauerten Herden und …

Ätzloch

PfWB

atz·loch

Ätz-loch n. : ' Nische in der Innenseite der Kellerwand, in der man Speisen aufbewahrt ', Etzloch [(1930) KU-Albb IB-Rohrb]; dafür auch PfWB…

Affenloch

Wander

affen·loch

Affenloch Ihme das affenloch artlich ins Gesicht bringen. – Nas. 296 b .

Almloch

RhWBN

alm·loch

Alm-loch ǫlməslək Kemp-Amern n.: dass.

angelloch

DWB

angel·loch

angelloch , n. cavatura cardinis, nach dem voc. 1482 vertinella.

anrichtloch

DWB

anrichtloch , n. in der stubenwand, wodurch die speisen gereicht werden.

Arbeitsloch

Campe

arbeit·sloch

Das Arbeitsloch , des — es, Mz. die — löcher, in den Glashütten, die Öffnungen oder Fenster im Glasofen, vor welchen die Hafen stehen und du…

Arme(n)loch

Idiotikon

Arme(n)loch Band 3, Spalte 1022 Arme(n)loch 3,1022

armloch

DWB

arm·loch

armloch , n. die öfnung im hemd oder kleid, in welche die arme gesteckt werden. ähnlich war das mhd. houbetloch, zum durchstecken des halses…

arschloch

DWB

arsch·loch

arschloch , n. culus, anus. ahd. arsloh ( Graff 2, 141 ); mhd. arsloch. Morolf 1526. musz, wie arsbell, ortsname gewesen sein, bei Pistorius…

Ableitungen von loch (10 von 10)

beloch

MNWB

beloch- s. auch beluch-.

belochen

DWB

belochen , forstmännisch, die harzhölzer belochen, beharzen, das harz durch gemachte einschnitte abzapfen. s. DWB lochbaum . mhd. ist beloch…

entlochen

Lexer

ent-lochen part. s. entlûchen.

erlochen

Lexer

er-lochen part. s. erlëchen.

geloch

DWB

geloch für gelache (gelâche), s. d., grenzzeichen.

gelochen

Lexer

ge-lochen part. s. lûchen.

Loche

Campe

† Die Loche , Mz. — n, s. Campe Lochbaum .

verlôch

Lexer

ver-lôch prät. s. verlîhen.

verlochen

DWB

verlochen , verb. 1 1) mit löchern versehen Adelung 4, 1473 ; die eisenarbeiter verlochen das eisen, wenn sie löcher zu den nägeln und niete…

verlochung

DWB

verlochung , f. verscharren im boden Adelung 4, 1473 .