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Kule

mhd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
25 in 10 Wb.
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33
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96

Eintrag · Pfälzisches Wb.

Kule f.

Bd. 4, Sp. 140
Kaule, Kule f.: 1. 'Vertiefung, Grube im Boden', Kaul (kaul), Pl. -e [verbr. westl. SWPf vereinzelt westl. WPf, zur Verbr. vgl. K. 227], Kull (kul), Pl. -e [lothr. SWPf mancherorts Don (Banat)]; vgl. Kaute 1, Kaff1. Insbes. a. 'vom Menschen hergestellte Grube im Boden zur Aufbewahrung landwirtschaftlicher Vorräte', Kuul [IB-Bierb Rohrb Rubh Ingb HB-Walsh Zweibr Don-Lovrin Kathreinf], Kull [IB-Eschring Reinh Bebh Bliesmg/Bolch HB-Utw]; vgl. Kaute 1 a α. Zs.: Grundbirnen-, Rüben-, Rummelnkaule. — b. 'kleine Vertiefung im Garten zum Legen von Bohnen und Erbsen', Kaul [KU-Wolfst HB-O'bexb IB-Nd'würzb]; vgl. Kaute 1 a β. Die duh ich jetz leje wie die Bohne, in so Kule [KL-Einsdhf]. — c. 'Grube, in der nach Sand, Kies u. dgl. gegraben wird'; Zs.: Gips-, Kies-, Kiesel-, Lehm(en)-, Sandkaule; vgl. Kaute 1 a δ. — d. Zs. Brech-, Klammkaule; vgl. Kaute 1 a. — e. 'kleines Loch, wie es Kinder für das Klickerspiel graben', Kaul [HB-Höch Webh Lu'thal IB-Habkirch Heckdh Nd'würzb Bebh Witth KL-Reuschb PS-W'fischb Münchw LA-Edh Herxhwey], Kull [IB-Eschring Gersh Reinh HB-N'alth]; vgl. Kaute 1 g α; Zs. Klickerkaule. Klickerspiel: In de Kull. Ein Loch von etwa 4 cm Durchmesser ist die Kull. In 2-3 m Entfernung wird ein Strich gezogen, von dem aus die Teilnehmer die Klicker nach der Kull werfen. Der Älteste wirft zuerst. Haben alle geworfen, schnellt der Älteste mit Daumen und Zeige- oder Mittelfinger dreimal seinen Klicker nach der Kull hin. Bringt er ihn hinein, so gehören ihm die Klicker der andern. Andernfalls versuchen es der zweite und der dritte, solange bis einer Erfolg hat [IB-Habkch]; vgl. Kautchens, Käutelns. — — 2. 'Kerbe, Einschnitt in Holz', Kailche [IB-Herbh]; vgl. Kaft 1 a. — 3. 'natürliche Vertiefung am menschlichen und tierischen Körper'. a. 'Kniebeuge an der Hinterseite des Tierhinterfußes', Kull [IB-Ensh]; vgl. Kaute 3 b. — b. 'Nackengrube'; einem in die Kaul haue [KU-Elschb]; Zs. Halskaule; vgl. Kaute 3 a. — c. 'Grübchen im Kinn', Killche [IB-Ensh]; vgl. Kaute 3 c. — Mhd. kūle 'Grube'. — Südhess. III 1221/22; Rhein. IV 345/46; Lothr. 319 Kull; Bad. III 96.
2134 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kûlef.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    kûle f. kugel. ein linde hût ubir ein weich hâr gesût als ein kûle alsô grôʒ; disen handeweichen klôʒ Ath. C * , 87. wet…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kule

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +11 Parallelbelege

    kule, (Kaul)quappe.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kulef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kule , f. grube oder kugel, s. kaule .

  4. modern
    Dialekt
    Kulef.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Kaule , Kule f. : 1. 'Vertiefung, Grube im Boden', Kaul (kaul), Pl. -e [verbr. westl. SWPf vereinzelt westl. WPf, zur Ve…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kule

85 Bildungen · 39 Erstglied · 46 Zweitglied · 0 Ableitungen

kule‑ als Erstglied (30 von 39)

kûlebārsnet

MNWB

kulebars·net

° kûlebārsnet (kulle-) Fischnetz für den Fang von Kaulbarschen (Riedel I 21, 78).

кулебяка

RDWB2

кулебяка Kuchen (Pirogge) mit Fleisch- oder Fischfüllung

kulebodel

LW

kule·bodel

kule-bodel, (der Büttel mit der Keule = kolvendreger,) Feldhüter.

kûlebȫdel

MNWB

kule·boedel

° kûlebȫdel , m. , ein Stadtdiener, Totengräber ?, Abdecker ?, oder zu 3 kü̑le ? (SL: Fidicin 1, 38).

kûlechtich

MNWB

kul·echtich

° kûlechtich , adj. , durch Vertiefungen, Löcher unterbrochen, uneben (Nd. Kbl. 39, 40). S. auch ° kûlich.

kuleht

KöblerMhd

kul·eht

kuleht , st. M. Vw.: s. kugeleht

Kuleli-Burgas

Meyers

Kuleli-Burgas (K.- Bergaz ), Dorf mit 500 Einw. im türkischen Sandschak Adrianopel, 32 km südlich von Adrianopel, Kreuzungspunkt der Bahn na…

kûlemȫle

MNWB

kule·moele

° kûlemȫle (-molle) , f. , als Ortsbezeichnung (vgl. schildermȫle ).

kûle (moert-)

MNWB

kule·moert

~kûle (moert-), f. , Mördergrube, Räuberhöhle. s. noch mȫrderkûle , -grôve.

kulen1

MeckWB

kulen 1 1. die gelöschten Waren im Lagerraum des Hafens lagern. Kü. 2, 241. 2. Kartoffeln ernten, gilt in einem kleinen Gebiet zwischen Wa u…

kulen2

MeckWB

kulen 2 rollen: de Tunn Lu Eld ; wi willen uns mal den Barg dal kulen rollen, kugeln Schmidt Gad. 1, 105; Marmel spielen mit einem Loch Sta …

¹kûlende

MNWB

kul·ende

1 ° kûl-ende , n. , Teil des Fischnetzes (Mitt. Hamb. Gesch. 10, 109).

Kuleneiß

MeckWB

kulen·eiss

Kuleneiß m. Name eines Teufels: 'einer von den Bösen, Kulen Eiß genannt, tanzte vor' (Ro 1570) Bartsch 2, 9.

Kulengräwer

MeckWB

kulen·graewer

Kulengräwer m. Totengräber: Kuhlengräwer Babst 2, 158; Begräbnisord. Ro 1652; Trauerord. Wi 1734; (1773) Bär. Ges. 3, 1, 186; Aberglaube: we…

Kūlengreªwer

WWB

Kūlen-greªwer m. [ Min Ravensbg Det Höx] Totengräber. — Sprichw.: Wer ohlt is, mott sick mit’n Kuhlengräwer bekannt moaken ( Min Kh).

Kulenhett

MeckWBN

Wossidia Kulenhett f. Pause zwischen den Schlägen der Totenglocke Wo. Sa.

kulen I

RhWB

kulen I -ū- = glimmen s. küllen III.

kulen II

RhWB

kulen II gəkūlt Bitb-Speicher Part.: nicht ganz gescheit, verrückt.

kûlenkalk

MNWB

kulen·kalk

kûlenkalk , m. , in der Grube geschlämmter Kalk als Baumaterial.

Kūlenkop

WWB

kulen·kop

Kūlen-kop m. [Lippe HPaderb Wal] 1. Kaulquappe. — 2. Bohnenstange mit einem dicken Ende ( Wal Bh).

Kūlentreªder

WWB

Kūlen-treªder m. Mensch mit einem kurzen Bein (Lippe Oesterh ).

kule als Zweitglied (30 von 46)

dempekûle

MNWB

°* dempekûle , f. , Löschtrog (vgl. Kilian „ dempkuyl i. e. bluschpot ”). —

leyekûle

MNWB

leye·kule

° leyekûle , f. , Schiefergrube (Brschw. WR. Altst. 1462).

makule

KöblerMnd

mak·ule

makule , F. nhd. Tuchstreifen als Teil des Messgewands ÜG.: lat. mappula Hw.: s. mapele I.: Lw. lat. mappula? E.: s. lat. mappula, F., „Tüch…

mȫrderkûle

MNWB

moerder·kule

mȫrderkûle , f. , Mördergrube (Bibelübs. nach Luthers mördergrube) ). S. mȫrdergrôve.

môrkûle

MNWB

mor·kule

° môrkûle ‚ferrifodina', Mooreisengrube (Meckl. Ub. 3, 49 Anm. und Meckl. Jbb. 7, 54 Anm.), Grube im Sumpfgebiet (Rüg. LandR. 115).

mortkûle

Lexer

mort·kule

mort-kûle f. md. s. v. a. mortgruobe Lcr. 62, 289. Dfg. 545 c .

ōvenkûle

MNWB

oven·kule

° ōvenkûle (aven-) , f. : Öffnung durch die der Ofen beheizt wird, aus der die Wärme abgegeben wird und der Rauch abzieht (Agricola 38).

piskûle

MNWB

pis·kule

° piskûle , f. : Abort, Fäkaliengrube, den stê(i)nwerten dêde mûrden de p.n uppe dēme markede unde ȫren hülpern 18 s. 4 d. (Ub. Hildesh. 6, …

rȫtekûle

MNWB

roete·kule

*° rȫtekûle , f. : Gewässer in dem Flachsstengel zum Faulen gebracht werden um die Bastfasern von unbrauchbaren Pflanzenteilen zu trennen, F…

rö̂verkûle

MNWB

rover·kule

° rö̂verkûle , f. ( Akk. Sg. -n ) : Sitz eines Räubers, Räubernest, mîn hûs is ên hûs des bēdes unde gî hebbet dâr van gemāket êne r.n (Geff…

rôfkûle

MNWB

rof·kule

*° rôfkûle , f. : Sitz eines Räubers, Räuberhöhle (Mon. Liv. 4, 233).