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Lóch

ahd. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
39 in 24 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Lóch

Bd. 2, Sp. 2085
Das Lóch, des -es, plur. die L—cher, Diminut. das Löchelchen, im Plural auch die Löcherchen, Oberd. Löchlein. 1) In der gewöhnlichsten Bedeutung, eine jede Öffnung in und durch einen Körper, sie sey regulär oder irregulär, durch die Kunst gemacht oder nicht, wo es doch durch den Gebrauch auf mancherley Art eingeschränket worden. Da die meisten Öffnungen dieser Art eigene Nahmen haben, indem sie an den thierischen Körpern zum Essen, Sehen, Hören, Mund, Auge, Ohr, in den Gebäuden zur Einlassung des Tagelichtes Fenster, zum Aus- und Eingehen Thüren u. s. f. heißen, so wird Loch nur von solchen Öffnungen gebraucht, welche mit keinem eigenen Nahmen versehen sind, wo es aber durch einen Beysatz näher bestimmt werden muß. Das Nasenloch, Luftloch, Rauchloch, Schweißloch, Flötenloch, Zapfenloch, Ofenloch, Kellerloch, Mundloch, Flugloch, Schlüsselloch, Zündloch, Wurmloch, Mäuseloch u. s. f. welche Beysätze auch weggelassen werden, wenn keine Mißdeutung zu besorgen ist. Ein Loch in das Eis hauen. Ein Loch in die Wand schlagen. Löcher in die Erde machen. Am häufigsten von gebohrten, gestochenen, mit einem Eisen geschlagenen kleinen Öffnungen. Löcher in ein Bret bohren. Ein Loch mit der Nadel stechen. Löcher in das Blech schlagen. Ein rundes, vierecktes Loch. Besonders gebraucht man es von fehlerhaften Öffnungen. Sich ein Loch in den Kopf fallen. Sich ein Loch schneiden. Löcher in den Füßen haben. Ein Loch in dem Kleide, in dem Tuche. Sich ein Loch in den Rock reißen. Überhaupt ist es in den meisten Fällen, außer wo kein anderer Ausdruck vorhanden ist, nur im gemeinen Leben üblich, wo man es auch aus Verachtung von Öffnungen zu gebrauchen pflegt, welche sonst unter andern Nahmen bekannt sind. So wird eine Grube, eine Höhle, ein enges dunkles Zimmer, ein Gefängniß u. s. f. aus Verachtung oft ein Loch genannt. Da sandte Pharao hin und ließ Joseph rufen, und ließen ihn eilend aus dem Loche, 1 Mos. 41, 14, aus dem Gefängnisse. Wohin auch die figürlichen R. A. gehören, ein Loch auf -das andere zumachen, Schulden mit Schulden bezahlen. Dem Prozesse, dem Kriege ein Loch machen, ihm einen Ausgang verschaffen. Der Krieg, die Sache bekommt ein Loch, eine Veränderung, welche ihre Endschaft nach sich ziehet. Nun sieh ja, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat, mache dich fort, mache dich aus dem Staube. Sehr niedrig aber ist, auf dem letzten Loche pfeifen, in den letzten Zügen liegen, auch wohl überhaupt, auf das Äußerste gebracht seyn. Eine Gasse, welche keinen Ausgang hat, wird in mehrern Städten ein Loch genannt. 2) In einigen Niedersächsischen Gegenden, z. B. im Braunschweigischen, ist das Loch ein Maß trockner Dinge, welches der Metze andrer Gegenden ähnlich zu seyn scheinet. So hält daselbst ein Wispel 640, ein Himten 16, und ein Vierfaß 4 Löcher. S. auch Lof. Im mittlern Lat. ist Lochea ein Löffel.[]Anm. In der ersten Bedeutung bey dem Kero, Ottfried, Notker u. s. f. Lohh, Loch, Luag, bey dem Hornegk Lug, im Nieders. Lock, bey den Krainerischen Wenden Lukna, im Lappländ. Luko, im Ungar. Lyuk. Im Pohln. ist Loch eine Höhle. Es gehöret zu dem Geschlechte der Wörter Lücke, Locus, Lacuna, Lache, lege, niedrig, liegen u. s. f. und bedeutet eigentlich einen tiefen, vertieften, niedrigen Ort, eine Höhle, Öffnung, hohlen Raum, hohles Behältniß u. s. f. Kero nennt die Zellen in einem Kloster Pilohhir in monastre. Übrigens ist für Loch im Nieders. auch Holl, von hohl, Höhle, und Slop, von schlupfen, üblich. S. auch Lof.
3456 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    lôchmhd. (st. sw.) f. (?)

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ? lôch mhd. ( st. sw. ) f. ( ? ) , nhd. dial. schweiz. lō f. Schweiz. Id. 3,951, bair. lôh oder lôhen, lôgen f. Schm. 1,…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    lochstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +10 Parallelbelege

    loch stn. 1. verschluß. ahd. loh ; vgl. ags. loc lat. clausura, altn. loc lat. operculum, finis Gr. 2,23. Graff 2,140. 2…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    lochN., M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    loch , N., M. Vw.: s. lō (1)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lóch

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Das Lóch , des -es, plur. die L—cher, Diminut. das Löchelchen, im Plural auch die Löcherchen, Oberd. Löchlein. 1) In der…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Loch

    Goethe-Wörterbuch

    Loch 1 (kleinere, meist rundliche od längliche) Öffnung, Vertiefung, auch Lücke in einem Material a natürlich entstanden…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Loch

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Loch , Nebenfahrwasser oder toter Arm eines versandeten Fahrwassers zwischen Bänken oder Watten.

  7. modern
    Dialekt
    Loch

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Loch [Lòχ, Loχ allg.; Pl. Læχər Su. , sonst Lèχər] n. 1. ganz allgem. wie hochd. Am Loch ewëg genau, gerade ( bei Zahlen…

  8. Sprichwörter
    Loch

    Wander (Sprichwörter)

    Loch 1. A Loch macht a Gannev (Dieb). ( Jüd.-deutsch. Warschau. ) Sinn: Gelegenheit macht Diebe. 2. Altes Loch und neue …

  9. Spezial
    Loch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Loch n. (-[e]s, Löcher) 1 (Erdloch) büsc (büsc) m. 2 (Riss) büsc (büsc) m. , sfëssa (sfësses) f. 3 (Vertiefung) büja (bü…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit loch

662 Bildungen · 254 Erstglied · 398 Zweitglied · 10 Ableitungen

loch‑ als Erstglied (30 von 254)

Lochacker

SHW

Loch-acker Band 4, Spalte 367-368

Lochbauer

SHW

Loch-bauer Band 4, Spalte 367-368

Lochdarm

SHW

Loch-darm Band 4, Spalte 367-368

Locheiche

SHW

Loch-eiche Band 4, Spalte 367-368

Lochflegel

SHW

Loch-flegel Band 4, Spalte 367-368

Lochgauzer

SHW

Loch-gauzer Band 4, Spalte 367-368

Lochgewann

SHW

Loch-gewann Band 4, Spalte 367-368

Lochhügel

SHW

Loch-hügel Band 4, Spalte 367-368

Lochkuchen

SHW

Loch-kuchen Band 4, Spalte 367-368

Lochkugel

SHW

Loch-kugel Band 4, Spalte 367-368

Lochpfad

SHW

Loch-pfad Band 4, Spalte 369-370

Lochschlag

SHW

Loch-schlag Band 4, Spalte 369-370

Lochstück

SHW

Loch-stück Band 4, Spalte 369-370

Lochsäge

SHW

Loch-säge Band 4, Spalte 369-370

Lochtaube

SHW

Loch-taube Band 4, Spalte 369-370

Lochweg

SHW

Loch-weg Band 4, Spalte 369-370

Lochwiese

SHW

Loch-wiese Band 4, Spalte 369-370

Lochwurst

SHW

Loch-wurst Band 4, Spalte 369-370

loch als Zweitglied (30 von 398)

luftloch

KöblerMhd

*luftloch , st. N. nhd. Luftloch Hw.: s. luvtlöchelīn E.: s. luft, loch W.: nhd. Luftloch, N., Luftloch, DW 12, 1259

Schlüpfloch

RDWB1

Schlüpfloch n убежище, укромное местечко устойч. , укрытие

A(n)richt(i)loch

Idiotikon

A(n)richt(i)loch Band 3, Spalte 1037 A(n)richt(i)loch 3,1037

abbloch

Idiotikon

abbloch Band 5, Spalte 14 abbloch 5,14

abloch

Idiotikon

abloch Band 5, Spalte 14 abloch 5,14

Affenloch

Wander

affen·loch

Affenloch Ihme das affenloch artlich ins Gesicht bringen. – Nas. 296 b .

Arme(n)loch

Idiotikon

Arme(n)loch Band 3, Spalte 1022 Arme(n)loch 3,1022

armloch

DWB

arm·loch

armloch , n. die öfnung im hemd oder kleid, in welche die arme gesteckt werden. ähnlich war das mhd. houbetloch, zum durchstecken des halses…

arschloch

DWB

arsch·loch

arschloch , n. culus, anus. ahd. arsloh ( Graff 2, 141 ); mhd. arsloch. Morolf 1526. musz, wie arsbell, ortsname gewesen sein, bei Pistorius…

arsloch

Lexer

ars·loch

ars-loch stn. BMZ anus Voc. Mor. 2,1466. 1526. Myns. 90.

aschenloch

DWB

aschen·loch

aschenloch , n. öfnung am herd zum durchfall der asche: sie bedeckte also den hafen aufs neue und stiesz ihn in der küche ins aschenloch unt…

astloch

DWB

ast·loch

astloch , n. foramen nodi exemti in asseribus: die sonne scheint durch ein astloch ins dunkle breterhaus; wenn du aus jedem astloch ein auge…

Auge(n)loch

Idiotikon

Auge(n)loch Band 3, Spalte 1022 Auge(n)loch 3,1022

B(e)schüttloch

Idiotikon

B(e)schüttloch Band 3, Spalte 1038 B(e)schüttloch 3,1038

Balkenloch

Wander

balken·loch

Balkenloch Das Balkenloch ist wieder melk. ( Westf. ) Nach der Ernte, wenn der Bauer wieder dreschen und Früchte verkaufen kann.

Bare(n)loch

Idiotikon

Bare(n)loch Band 3, Spalte 1036 Bare(n)loch 3,1036

Bǘttlóch

Adelung

batt·loch

Das Bǘttlóch , des -es, plur. die -l—cher, bey eben denselben, ein breterner Kasten neben der großen Bütte, mit einer Rührstange, welche den…

betebloch

KöblerMhd

bete·bloch

betebloch , st. N. nhd. „Betblock“, Betschemel Q.: Mechth (1343-1345) E.: s. bete, bloch W.: nhd. DW- L.: Hennig (bettebloch), MWB 1, 700 (b…

beteloch

KöblerMhd

bete·loch

beteloch , st. N. nhd. „Betloch“, Betstätte, Gebetsnische, Gebetshöhle, Götzenaltar, Götzentempel Q.: RWchr (um 1254) (FB beteloch), HB E.: …

betteloch

MWB

bette·loch

betteloch stN. ‘Bettgestell’ sponda (betteloch sicut habent monachi vel sponda [ Gestell ] ) dicitur exterior pars lecti. pluteus autem inte…

bindloch

DWB

bind·loch

bindloch , n. den nähterinnen ein rundes, eingefasztes loch.

Blauderfüdloch

Idiotikon

Blauderfüdloch Band 3, Spalte 1029 Blauderfüdloch 3,1029

Ableitungen von loch (10 von 10)

beloch

MNWB

beloch- s. auch beluch-.

belochen

DWB

belochen , forstmännisch, die harzhölzer belochen, beharzen, das harz durch gemachte einschnitte abzapfen. s. lochbaum . mhd. ist belochen p…

entlochen

Lexer

ent-lochen part. s. entlûchen.

erlochen

Lexer

er-lochen part. s. erlëchen.

geloch

DWB

geloch für gelache (gelâche), s. d., grenzzeichen.

gelochen

Lexer

ge-lochen part. s. lûchen.

Loche

Campe

† Die Loche , Mz. — n, s. Lochbaum .

verlôch

Lexer

ver-lôch prät. s. verlîhen.

verlochen

DWB

verlochen , verb. 1 1) mit löchern versehen Adelung 4, 1473 ; die eisenarbeiter verlochen das eisen, wenn sie löcher zu den nägeln und niete…

verlochung

DWB

verlochung , f. verscharren im boden Adelung 4, 1473 .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „loch". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/loch/adelung?formid=L01507
MLA
Cotta, Marcel. „loch". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/loch/adelung?formid=L01507. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „loch". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/loch/adelung?formid=L01507.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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