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3. Ēlend

mnd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
41 in 20 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

3. Ēlend

Bd. 1, Sp. 1790
3. das Ēlend, des -es, plur. inus. 1. Überhaupt, ein jeder hoher Grad der physischen so wohl als sittlichen Unvollkommenheit eines Dinges. In der Welt ist nichts wie Jammer und Elend. Er klagte mir sein Elend, den hohen Grad seiner Noth, von was für Art solche auch seyn mag. 2. Besonders. 1) Gebrechlichkeit des Leibes, schwere Krankheit. Er hat vieles Elend ausgestanden. 2) Hoher Grad der Armuth und Dürftigkeit. In großes Elend gerathen. In seinem Elende vergehen. Vor Elend verschmachten. Sich in das äußerste Elend stürzen. Jemanden aus dem Elende helfen. Da ist nichts wie Noth und Elend. 3) Bedrückung, Drangsale. Ich habe gesehen, das Elend meines Volkes in Egypten, 2 Mos. 3, 7. Siehe an mein Elend unter den Feinden, Ps. 9, 14. 4) Hoher Grad der Betrübniß, des Kummers, und anhaltender Schmerzen. Vieles Elend ausstehen. In seinem Elende vergehen. Es ist ein Elend anzusehen. Er jammert, daß es ein Elend ist, im gemeinen Leben. 5) Im gemeinen Leben, oft vermittelst einer Vergrößerung von einer jeden, auch noch so geringen unangenehmen Empfindung. Es ist ein wahres Elend mit den Dienstbothen. Es ist ein rechtes Elend, wenn mir Ein Mahl etwas fehlet, so sind mir nachdem auch die gesündesten Dinge schädlich, Gell. 6) Hoher Grad des sittlichen Verderbens, besonders im theologischen Verstande. 7) Der ganze Inbegriff der natürlichen und nothwendigen Übel, das menschliche Leben selbst, gleichfalls nur in der Kanzelberedsamkeit. Aus diesem Elende scheiden, sterben. Gott hat ihn aus diesem Elende zu sich genommen. Anm. In Strykers altem Gedichte kommt Ellend zuerst für miseria vor, womit auch das Schwed. Elande, und das Isländ. Illendu, Illende, miseria, überein kommt. Gemeiniglich hält man diese Bedeutung für eine Figur des vorigen Wortes; allein, ob sich gleich diese Meinung zur Noth rechtfertigen ließe, so ist doch wahrscheinlicher, daß Elend in dieser Bedeutung, wenigstens seiner Form nach, ein eigenes und besonderes Wort ist. Ihre leitet es von dem alten ill, böse, schlecht, her, aus welchem vermittelst des Ableitungslautes d oder end, das Abstractum Elend geworden; so wie auf ähnliche Art aus jung, das Hauptwort Jugend, und von taugen, Tugend geworden ist. Indessen stehet es noch dahin, ob dieses ill nicht auch zu dem oben gedachten alten Worte el, alins, fremd, gehöret, so daß Elend eigentlich alles bedeuten würde, was einem Dinge fremd ist, oder zu dessen Vollkommenheit nicht gehöret. S. das folgende. Einige Mundarten sprechen das erste e in diesem Worte hoch, wie das erste e in gehen, die meisten aber tief, wie ein ä aus. In allen drey Substantiven, so wie in dem folgenden Adjective hat die erste Sylbe den gedehnten Hauptton, die zweyte aber einen sehr bestimmten[] halben Ton, daher man, z. B. Elend nicht mit fehlend reimen kann, weil hier die letzte Sylbe tonlos ist.
2815 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    elendN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    elend , N. Vw.: s. elent

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    3. Ēlend

    Adelung (1793–1801) · +15 Parallelbelege

    3. Das Ēlend , des -es, plur. inus. 1. Überhaupt, ein jeder hoher Grad der physischen so wohl als sittlichen Unvollkomme…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Elend

    Goethe-Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    1 Elend gut 200 Belege, überwiegend vor 1800, mehrheitl figurenspr, meist im Drama; Gen-Flexion in Werth 2 verändert zu …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Elend

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Elend , Dorf und Luftkurort im preuß. Regbez. Hildesheim, Kreis Ilfeld, an der Kalten Bode und an der Eisenbahn Nordhaus…

  5. modern
    Dialekt
    elënd

    Elsässisches Wb. · +13 Parallelbelege

    elënd [êlant Hf. ; êla K. Z. ] und elëndig [êlanti Logelnh. Ndhsn. Hf. ; êlantiχ Wörth Ndrbetschd. ] nichtswürdig: Du e…

  6. Spezial
    elend

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    elend I adj. 1 (ärmlich) püre (püri, püra), dala meseria, dala stënta 2 (beklagenswert, erbärmlich) miserabl (-i, -a) 3 …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit elend

138 Bildungen · 130 Erstglied · 4 Zweitglied · 4 Ableitungen

elend‑ als Erstglied (30 von 130)

Elend II

Idiotikon

Elend II Band 1, Spalte 178 Elend II 1,178

Elend III

Idiotikon

Elend III Band 1, Spalte 178 Elend III 1,178

Elend(s)tier

Idiotikon

Elend(s)tier Band 13, Spalte 1221 Elend(s)tier 13,1221

Elend (Adj.)

Wander

Elend (Adj.) Elend (Adj.). 1. Der ist recht elend, der sein Elend nicht verbergen kann. Dän. : Den er ret elendig, som ei kand skjule eller …

Elende (der)

Wander

elend·eder

Elende (der) 1. Der elend ist auch vnbegraben todt. – Henisch, 873. 2. Der Elend ist vnbegraben. – Lehmann, II, 62, 103. 3. Der Elende gehet…

elende, ellende

LW

elende·ellende

elende, ellende, n. 1. die Fremde, das Wohnen im fremden Lande, Verbannung, Heimatlosigkeit. 2. Elend, Trübsal. — Als fem. auch: Einöde, Wüs…

elendegōt

KöblerMnd

elendegōt , N. nhd. erbloses Gut des Fremden E.: s. elende (2), gōt (2) L.: MndHwb 1, 527 (elendegôt)

elendeis

DWB

elen·deis

elendeis , n.? das ungläublich grosz urthier, welches den Gargantua trug und im groszen forst mit seinem schwanz alle bäume, stock und staud…

elenden

DWB

elen·den

elenden , exulare, peregrinari, ins elend gehn, ahd. elilentôn, ellendôn, mhd. ellenden: dise ding spricht Jacob dein bruder, ich hab geelle…

elenden

FWB

1. ›sich von einem bestimmten Status lösen und einen anderen annehmen‹ (allgemein); meist speziell: ›sich in ein anderes Land begeben, sich …

elendenambacht

KöblerMnd

elenden·ambacht

elendenambacht , N. nhd. Amt das für die Heimatlosen zu sorgen hat E.: s. elende (3), ambacht L.: MndHwb 1, 527 (elendenambet), Lü 94b (elen…

elendenbrodere

KöblerMnd

elendenbrodere , M. Vw.: s. elendenbrōder

elendenbrōder

KöblerMnd

elendenbrōder , M. nhd. Bruder der Elendengilde Hw.: s. elendesbrōder E.: s. elende (3), brōder L.: MndHwb 1, 527 (elende/elendenbrōder), Lü…

elendenbrȫderschop

KöblerMnd

elenden·brȫderschop

elendenbrȫderschop , F. nhd. Elendenbrüderschaft, Amt zur Unterstützung der Heimatlosen, Brüderschaft zur Unterstützung der Heimatlosen E.: …

elendenbōle

KöblerMnd

elendenbōle , M. nhd. Bruder der Elendengilde Hw.: s. elendesbōle E.: s. elende (3), bōle (2) L.: MndHwb 1, 527 (elende/elendenbôle)

elendengilde

KöblerMnd

elenden·gilde

elendengilde , F., N. nhd. Gilde für die Elenden zur Unterstützung der Fremden E.: s. elende (3), gilde L.: MndHwb 1, 527 (elendenambet), Lü…

elendenhûs

MNWB

elenden·hus

elendenhûs , elende hûs , gasthûs , der elenden manne hûs Hospital für sieche elende, Krankenhaus, Leprosenhaus.

elendenhūs

KöblerMnd

elenden·hūs

elendenhūs , N. nhd. Hospital für sieche Unheimische, Krankenhaus, Leprosenhaus E.: s. elende (3), hūs L.: MndHwb 1, 527 (elendenhûs)

elendenmēster

KöblerMnd

elendenmēster , M. nhd. Vorsteher der Elendenbrüderschaft E.: s. elende (3), mēster L.: MndHwb 1, 527 (elende)

elendentǖch

KöblerMnd

elendentǖch , M., N. nhd. Elendeneid Hw.: s. elendetǖch E.: s. elende (3), tǖch (2) L.: MndHwb 1, 527 (elendentǖch) Son.: langes ü

elenderig

RhWB

elende·rig

elenderig ēlęnəriχ Birkf , Zell , Westerw Adj.: elend, hinsiechend.

elendern

PfWB

elend·ern

elendern schw. : 1. = elenden , ellere (elərə) [ HB-Kirrbg IB-Bliesmg/Bolch Bebh Ormh Alschb Ingb ZW-Krähbg Zweibr]; vgl. heimern . Das Kind…

elend als Zweitglied (4 von 4)

B(e)elend

Idiotikon

B(e)elend Band 1, Spalte 178 B(e)elend 1,178

hundeelend

RDWB1

hunde·elend

hundeelend тошно, муторно, мерзко, паршиво, погано, гнусно, гадко (напр., на душе)

kotzelend

RDWB1

kotze·lend

kotzelend мерзкое состояние, отвратное состояние

Ableitungen von elend (4 von 4)

beelenden

DWB

beelenden , commiserari, bemitleiden, bedauern: der aber lang zübelen ( zwiebeln ) schelet, dem laufen die augen hinden nach uber. also der …

Elende

Campe

≠ Elende , adj. u. adv. eine verwerfliche Form für elend.

verelenden

DWB

verelenden , verb. 1 1) intransitiv, ins elend geraten. 2 2) transitiv, elend machen Heinsius 4, 2, 1282 , häufiger mhd. verellenden, welche…

Verelendung

Pfeifer_etym

elend Adj. ‘bedrückt durch Not, Armut, Unglück, ärmlich, leidend’. Das zusammengesetzte Adjektiv ahd. elilenti (8. Jh.), mhd. ellende ‘aus d…

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APA
Cotta, M. (2026). „elend". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/elend/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „elend". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/elend/adelung. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „elend". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/elend/adelung.
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