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spinnen

mhd. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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32 in 25 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

spinnen st.

Bd. 6, Sp. 286
spinnen st.: 1.a. 'Wolle, Hanf, Flachs zu Fäden zusammendrehen', spinne (šbinə) [verbr., Lambert Penns 140 Krämer Gal 202], spenne (šbenə, šbęnə) [vereinzelt SOPf westl. SWPf RO-Lohnsf FR-Tiefth]; Part. Perf. g(e)spunne [VPf, Lambert Penns 140], g(e)spunn [WPf, Henn Mda.-Int. 100 Mang 105], gesponn [KL-Schallodb]; vgl. hoden2; Zs.: verspinnen. Se spinnt rääⁿ Werg (feines Werg) [LA-Impfl]. Sie spinnt uf de Gääß ('langgebautes Spinnrad', s. Geiß 3 a) [LA-Gommh]. De Hanef werd uf'm Spinnrad gespunn [KU-Schmittw/O]. Friher hun die Weibsleit aach Woll gespunn [KU-Schmittw/O]. De Hanf werd gederrt, gerescht, gebrecht, geklammt, gehechelt un gespunn [IB-Gersh]. Selbscht wenn emol des Liecht net schee gebrennt hot, die henn doch spenne kinne [LA-Rhodt]. Ganz automatisch hann do die Männer, die Fraae, die Buwe unn die Mäd beim Spinne un Stricke mitgesung [Schneider Singersepp 9]. Lenche, dir iss beim Spinne de Fade gerisse un do han ich 's Recht, de Rocke se nemme [Kühn Kumödi 88]. RA.: Der spinnt keiⁿ Seide, von einem mit einem stets offenen, freimütigen Urteil [Hebel 22]. SprW.: Die schlimmschde Weiwer spinnen oft 's bescht Garn [Feierowend 31/1955 7]. 's is nix so feiⁿ gespunn, 's kummt alles an die Sunn [ZW-Bechhf, GH-Schwegh Gal-Brunndorf Buch-St. Onufry]. Lichtmeß - Spinne vergeß, bei Dag se Nacht geß, bei Dag ufgestann, bei Dag schlofegang [KU-Kaulb]; ... do hot sich e Fraa besunne, un hot noch hunnert Elle g'spunne [BZ-Annw]; in weiteren zahlreichen Var. verbr., s. Lichtmeß. Spenne am Morje brengt Koumer oun Sorje, spenne am Mettag brengt Mieh oun Plag, spenne am Awend, erquickend oun labend [WD-Niedkch], in Varianten mancherorts; zum Verhältnis zu Spinne s. d.; der Gewährsmann aus WD-Niedkch erklärt die Bedeutung des Sprichwortes so: Wer mittags oder gar schon morgens spinnen muß, um sein Brot zu verdienen, ist arm und geplagt. Wer es aber nur abends zur Abwechslung oder aus Langeweile tut, findet Erholung dabei. Volksgl.: »Am Faßnachtsabend soll nicht gesponnen werden, daß die Mäuse das Gespinnste nicht zerfressen (vermutlich wegen der fettigen Hände von den Küchelchen her)« [Schandein Bav. IV,2 379]. VR.: Spinn, Mädel, spinn, / noo wachsen dir die Sinn, / noo wachsen dir die gäle Hoor, / kumme dir die kluge Johr, / spinn, Mädel, spinn! [JKurpf. 1930 22]; weitere VR. s. Herrgott 1 a, Madame 1 a, schockeln 1, Sonne 1 a, Seide 1. a. 1621: Sailer, welcher ... die 2 härin Sail gespunnen [WerschwSchR 178r]. — b. 'Spinnfäden ziehen, ein Netz oder Kokon weben', von Spinnen, Raupen [vereinzelt]. BR.: Hot die Spinn en Nest gespunne, / Hot der Summer schun gewunne [PennsDeitschEck 3. 4. 1937]. — 2. 'schnurren', von der Katze [verbr. NPf NWPf WD-Marth HB-Einöd ZW-Käshf PS-Gersb LU-Alsh/Gr NW-Niedkch BZ-Dierb Hermbghf GH-Minf Don-Lenauheim Lovrin]. Die Katz spinnt [LU-Alsh]. — 3.a. '(tüchtig) essen' [KU-Schmittw/O RO-Odh LA-Venn, Schandein Notizen]; Syn. s. vollfressen, wamschen. Un aach die negschte Nochbersleit, / - Mer därf net knixig sein, / Hatt' ich gelad - die hunn gespunn, / Na jo - wie Belleit (Bettelleute) sein! [Müller Butterbärwel 38]. — b. 'eine herunterhauen, ohrfeigen' [verbr.]; Syn. s. ohrfeigen, verhauen. Ich spinn de ääⁿ! [KL-H'spey]. Dem hawwich änni gespunne [LU-Neuhf]. Er hat em e gurri gespunn [IB-Hass]. Ich häb em e paar gespunne [GH-Sondh]. Ich häwwem änni gespunne, die gedenkt em [LA-Edk]. — 4.a. 'vor sich hin sinnen, in den Tag träumen, sich etwas einbilden' [KU-Eisb RO-Münchw KL-Olsbr NW-Haardt Mußb LA-Venn BZ-Silz GH-Bellh, Wilms Alph. 46]; Syn. s. simulieren. Was spinnsche dann?, dass. [RO-Münchw]. Was spennscht du? 'Was überlegst du, woran denkst du?' [NW-Mußb]. aaner e Sonderling un sinnt / Un simmeliert, dann haaßts: Er schpinnt [Kühn Palz 2]. — b. 'dummes Zeug reden' [RO-Lohnsf Messbhf LA-Venn Spey Höh 143 Thielen 105]; Syn. s. schwätzen 2; dumme Plän sp. 'dummes Zeug schwätzen' [RO-Lohnsf]. — c. 'geistig nicht recht in Ordnung, närrisch, verrückt sein' [verbr.]; Syn. s. verrücken 2 a. Der spinnt [KL-Erlb, verbr.]. Er spinnt im hechschde Grad [HB-Lu'thal, mancherorts]. Du spinncht (sic!) jo! [NW-Neidfs]. Ich glääb, du spennscht! [LA-Bornh]. Mer meent, der dät sp. [KL-Katzw]. Dem spinnt's [FR-Quirnh]. Hoscht schun g'heert, der Nochber spinnt [FR-Mörsch]. RA.: Er spinnt un vergeßt's Trede [RO-Sippf]. SprW.: Wann enner spinnt, fangt's im Kopp (Hern) aa [Krieger 20, vereinzelt]. — 5. vgl. an-, einspinnen. — Rhein. VIII 352 ff.; Lothr. 487; Els. II 543/44.
4533 Zeichen · 118 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    spinnenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    spinnen stn. Albr. 15,30. Elisab. 450.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    spinnenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    spinnen , st. V. nhd. spinnen, weben, Netz spinnen, hinterhältig bewerkstelligen, listig knüpfen, gedanklich entwickeln …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Spinnen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Spinnen , verb. irregul. Imperf. ich spann, (im gemeinen Leben ich sponn), Conj. ich spänne, (im gemeinen Leben ich spön…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    spinnen

    Goethe-Wörterbuch

    spinnen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Spinnen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Spinnen , nennt man die Verarbeitung eines faserigen Stoffes zu einem gedrehten Faden. Die ursprüngliche u. älteste Art …

  6. modern
    Dialekt
    spinnen

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    spinne n [pìnə u. penə O. U.; Part. kpùnə, ‘gspunnen’ Murner Schelmz. 47 Kloster ] 1. spinnen. Hützetag wurd nimm vil…

  7. Sprichwörter
    Spinnen

    Wander (Sprichwörter)

    Spinnen 1. Da sie spann, hatte sie an. – Petri, II, 64. 2. De nich spinnt, de nich winnt. ( Bremen. ) – Köster, 251. 3. …

  8. Spezial
    spinnen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    spin|nen (spann, gesponnen) I vb.tr. 1 (Fasern zu einem Faden drehen) firé (fira) 2 ‹fig› (ersinnen) tiesce (tiesc, tesc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spinnen

236 Bildungen · 204 Erstglied · 26 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von spinnen 2 Komponenten

spin+nen

spinnen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

spinnen‑ als Erstglied (30 von 204)

Spinnenbein

SHW

Spinnen-bein Band 5, Spalte 1187-1188

Spinnenfink

SHW

Spinnen-fink Band 5, Spalte 1187-1188

Spinnenfix

SHW

Spinnen-fix Band 5, Spalte 1187-1188

spinnen als Zweitglied (26 von 26)

rockenspinnen?

KöblerMnd

*rockenspinnen? , sw. V. nhd. „Rocken spinnen“? Hw.: s. rockenspinnen (2) E.: s. rocke (1), spinnen?

abspinnen

DWB

abs·pinnen

abspinnen , filum deducere, nnl. afspinnen, den faden von der spindel abspinnen, den rocken, den flachs abspinnen. figürlich, etwas vollende…

afspinnen

MNWB

afspinnen , stv. , den wocken a. den Wocken abspinnen, pensum absolvere.

ane spinnen

MWB

ane spinnen stV. ‘etw. für jmdn. spinnen’ (mit Dat.d.P.): gelücke span / im cleider an Frl 5:62,15; was glück im freuden spinnet an, / das r…

anespinnen

KöblerMhd

anes·pinnen

anespinnen , sw. V. nhd. „anspinnen“, für jemanden spinnen Q.: Frl (1276-1318), Mügeln E.: s. ane, spinnen (1) W.: nhd. (ält.) anspinnen, sw…

anspinnen

DWB

anspin·nen

anspinnen , filum annectere, stamen ordiri, nnl. aanspinnen: die spule ist schon angesponnen, die raupe spinnt sich an, die spinne spann sic…

aufspinnen

DWB

auf·spinnen

aufspinnen , linum conficere, nnl. opspinnen: aller flachs ist aufgesponnen. auch sich die finger wund spinnen.

ausspinnen

DWB

aus·spinnen

ausspinnen , filum e colo ducere: die parze spann seinen lebensfaden lang aus; du zerest dich aus, wie ein spinn, die nur mucken facht, und …

bespinnen

DWB

bes·pinnen

bespinnen , tela involvere: die raupe, die spinne bespinnt das laub; im herbst sind die wiesen mit fäden besponnen; saiten, knöpfe mit dünne…

drahtspinnen

DWB

draht·spinnen

drahtspinnen , n. wenn der geplattete und zu lahn gemachte gold- oder silberdraht um seide geschlagen und damit zu fäden gesponnen wird. fra…

einspinnen

DWB

eins·pinnen

einspinnen , schw. inspinna, dän. indspinde, 1 1) nendo implicare: dem flachs, in den flachs haare einspinnen. 2 2) filis involvere: die spi…

entspinnen

DWB

ent·spinnen

entspinnen , nere, nnl. ontspinnen, 1 1) eigentlich faden ausspinnen: der seidenwurm entspinnt aus seinem leibe lange faden. 2 2) moliri, co…

erspinnen

DWB

ers·pinnen

erspinnen , 1 1) nendo efficere, texere: was sie bei tag erspunnen und erwebet hat, bei nacht die mäus zernagen. Fischart ehz. 496 . wer auc…

inspinnen

MeckWBN

ins·pinnen

Wossidia MeckWB inspinnen seilersprl. aus einer bestimmten Menge Hanf nicht die geforderte Länge des Fadens erzielen: hei spinnt in Wi Wisma…

œwerspinnen

MeckWBN

ow·erspinnen

Wossidia œwerspinnen überspinnen: de Mudden (zu Mutt 1 ) œwerspinnen ehr Eier Wa Waren@Rogeez Rog .

rockenspinnen

DWB

rocken·spinnen

rockenspinnen , n. das spinnen am rocken, besonders das gemeinschaftliche in der rockenstube: ich schatz, wir gen zum rockenspinnen und schu…

Schȫ(n)spinnen

Idiotikon

Schȫ(n)spinnen Band 10, Spalte 319 Schȫ(n)spinnen 10,319

Seidenspinnen

DRW

seiden·spinnen

Seidenspinnen, n. Herstellung von Fäden aus Seide; insb. als zünftische, gewerbliche oder obrigkeitlich angeordnete Arbeit; auf dem Land im …

Sīde(n)spinnen

Idiotikon

Sīde(n)spinnen Band 10, Spalte 319 Sīde(n)spinnen 10,319

Tabakspinnen

DRW

tabak·spinnen

Tabakspinnen, n. Zusammendrehen von Tabakblättern zu einem langen Strang, der anschließend für den Verkauf zu einer Rolle aufgewickelt wird …

überspinnen

DWB

ueber·spinnen

überspinnen , v. , untrennb. verbindung. prät. nhd. regelmäszig -spann, pl. -spannen, daneben vereinzelt -sponnen z. b. Triller poet. betrac…

umspinnen

DWB

umspinnen , vb. , untrennbar. 1 1) eigentlich, spinnend umhüllen: ( er hat ) das gold geschlagen ... und die seide damit überzogen und umspo…

verspinnen

DWB

vers·pinnen

verspinnen , verb. , als compositum in mhd. zeit noch nicht verbreitet; bei einem ' euanere, v'spinnen' Diefenbach gloss. 211 c und Diefenba…

Wulle(n)spinnen

Idiotikon

Wulle(n)spinnen Band 10, Spalte 319 Wulle(n)spinnen 10,319

Ableitungen von spinnen (6 von 6)

bespinnen

DWB

bespinnen , tela involvere: die raupe, die spinne bespinnt das laub; im herbst sind die wiesen mit fäden besponnen; saiten, knöpfe mit dünne…

entspinnen

DWB

entspinnen , nere, nnl. ontspinnen, 1 1) eigentlich faden ausspinnen: der seidenwurm entspinnt aus seinem leibe lange faden. 2 2) moliri, co…

erspinnen

DWB

erspinnen , 1 1) nendo efficere, texere: was sie bei tag erspunnen und erwebet hat, bei nacht die mäus zernagen. Fischart ehz. 496 . wer auc…

gespinnen

Lexer

ge-spinnen stv. I, 3. BMZ Neidh. Helbl. ;

verspinnen

DWB

verspinnen , verb. , als compositum in mhd. zeit noch nicht verbreitet; bei einem ' euanere, v'spinnen' Diefenbach gloss. 211 c und Diefenba…

zerspinnen

DWB

zerspinnen , verb. , ver-, ausspinnen: so lasse sich auch der amiantenstein ... in fAedeme z. Lohenstein Arm. 1, 182 a ; Gottsched anm. gel.…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „spinnen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/spinnen/pfwb
MLA
Cotta, Marcel. „spinnen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/spinnen/pfwb. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „spinnen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/spinnen/pfwb.
BibTeX
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