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Sonne

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Sonne Die

Bd. 4, Sp. 477a
Die Sonne, Mz. — n, ein mit eigenem Lichte leuchtender Weltkörper, welcher andern an sich dunkeln Weltkörpern Licht und Wärme mittheilet. So sind alle diejenigen Sterne, welche immer ihre Stellung gegen einander beibehalten und daher feste Sterne heißen (Fixsterne) nach den Beobachtungen der Sternforscher Sonnen. »Einen einzigen nebeligen Stern verwandelt das Fernglas in einen Himmel voll Sonnen.« Kästner. I engerer und gewöhnlicher Bedeutung verstehen wir darunter unsere Sonne, d. h. denjenigen leuchtenden und wärmenden Himmelskörper, welcher unserer Erde und den übrigen Wandelsternen Licht und Wärme mittheilet, und welche bei einem für die zu ihm gehörenden Wandelsterne festen Stande doch für uns mehrere scheinbare Bewegungen hat, welchen Schein die mehrfache Bewegung der Erde veranlaßt. Die Sonne gehet (für uns) auf und unter, wenn die Erde bei ihrer Bewegung um ihre Achse sich mit dem Theile, auf welchem wir wohnen, der Sonne zukehrt und wieder von derselben abkehrt. Die Sonne stehet hoch, am höchsten, wenn jener Theil der Erde ihr am meisten zugekehrt ist. Die Sonne sinket, wenn sie sich dem Gesichtskreise zu nähern anfängt. I der Seefahrt sagt man, die Sonne reiset, so lange sie noch nicht ihren höchsten Stand erreicht hat, sie stehet, wenn sie ihren höchsten Stand erreicht hat, und sie dalet, wenn sie wieder sinket und sich ihrem Untergange nahet. Die Sonne durchläuft den Thierkreis, wenn wir sie bei der Bewegung unserer Erde um die Sonne, nach der Reihe, so wie die Erde ihren Stand verändert, in der Gegend der zwölf verschiedenen Sternbilder des Thierkreises erblicken, welche scheinbare Bewegung so wie jene tägliche scheinbare um die Erde der Sonnenlauf heißt. Jene scheinbare Bewegung der Sonne durch den Thierkreis, welcher als Kreis, den die Sonne durchläuft Sonnenkreis, Sonnenzirkel Sonnenbahn,[] Sonnenweg, Sonnenstraße (Ecliptik) genannt wird, oder eigentlich der Lauf der Erde um die Sonne, wobei noch eine besondere Neigung bald der einen, bald der andern Erdhälfte gegen die Sonne Statt findet, bewirkt auch den Wechsel der Jahreszeiten, so daß, wenn die Erde sich mit ihrer nördlichen Hälfte mehr gegen die Sonne neiget, und diese dann zu Mittag höher und fast senkrecht über uns stehet und darum wärmer scheinet, wir Sommer haben, welcher vergehet, so wie sich die Erde zurückneiget, wo uns dann die Sonne von dem uns nächsten Punkte ihrer Bahn umzukehren oder zu wenden scheinet, welche scheinbare Umkehr wir die Sonnenwende nennen, und zwar die Sommersonnenwende oder Sommerwende, wie in Gegentheil die scheinbare Wiederkehr der Sonne nach einem halben Jahre, wenn sich die südliche Hälfte der Erde wieder zurückneiget, die Wintersonnenwende oder Winterwende. Der Aufgang, der Niedergang oder Untergang der Sonne. Die Sonne scheinet, wenn Dünste und Wolken ihre Strahlen nicht auffangen und sie sichtbar ist. Х Die Sonne ziehet Wasser, wenn sie zwischen Wolken und Dünsten durchscheinet, und die durchfallenden Strahlen als helle Streifen sichtbar sind. Die Sonne bettet unter sich, im gemeinen Leben, wenn sich Wolken unter der Sonne zusammenziehen, worauf ungestümes Wetter folgen soll. Die Sonne schießen, s. Schießen II) 5). Die Sonne peilen, s. Peilen. Er ist wie die Sonne im Jänner, d. h. ohne Kraft. Es geschieht nichts Neues unter der Sonne, es geschieht nichts was nicht schon irgend einmahl eben so oder doch auf ähnliche Art geschehen wäre. Er ist nicht werth, daß ihn die Sonne bescheinet, er ist ein Nichtswürdiger. Häufig wird Sonne im zweiten und dritten Falle Sonnen umgeendet, welche Form eigentlich nur O. D. ist, aber sich auch in Schriften häufig findet, und in den Zusammensetzungen die gewöhnliche ist. Х Es ist nichts so fein gesponnen, was nicht käme ans Licht der Sonnen, es ist nichts so heimlich, so verborgen, was nicht zuletzt doch herauskomme, bekannt werde. Was ich in dem Kämmerlein Still und fein gesponnen Kömmt, wie kann es anders sein, Endlich an die Sonnen. Göthe. Ih folge dir bald bis zur Sonnen hin. Uz. Durchaus gewöhnlich ist aber Sonnen, wenn es ohne Artikel stehet. Vor Sonnen Aufgang, nach Sonnen Untergang. Uneigentlich versteht man unter Sonne, 1) die Strahlen der Sonne, in Ansehung des Lichtes und der Wärme, welche sie verbreiten. Die Sonne sticht, brennt. Von der Sonne verbrannt, gebräunt. Etwas an oder in die Sonne legen, damit es getrocknet, gewärmet werde. I die Sonne treten, gehen, dahin wo ihre Strahlen hinfallen. Ein Haus, eine Wand hat viel Sonne, wenn es, sie gegen Mittag zu liegt, also von der Sonne, besonders der Mittagssonne viel beschienen werden kann. Bald muß sie (die Nelke) in dem Lichte stehn. Bald schützt er sie vor Sonne. Göthe. Bei den Kampfspielen  Die Sonne gleich austheilen, die Kämpfenden so stellen, daß die Sonne dem einen wie dem andern von der Seite scheinet. Die Sonne wird getheilt, die Richter setzen sich. Wieland. 2) △ Die Zeit von einem Sonnenaufgange bis zum andern, ein Tag, besonders der Anbruch des Tages, wenn die Sonne aufgehet. Von einer Sonne zur andern, von einem Tage zum andern. Mit jeder Sonne soll mein lauter Lobgesang Von allen Welten wiederhallen. Ramler. 3) Vergleicht man mit der Sonne etwas sehr Erhabenes, Erkenntniß und Thätigkeit um sich her Verbreitendes. So wird Gott in der Bibel mehrmahls Sonne, Sonne der Gerechtigkeit genannt. Auch nennen Dichter ihre Geliebten Sonnen, weil sie ihnen gleich der Sonne wichtig und schön sind und von ihnen gleichsam [] Lebenslicht und Wärme empfangen. Auch werden nicht selten schöne, lebhafte strahlende Augen mit Sonnen verglichen und Sonnen, Sonnenaugen genannt. 4) Der Name einiger Schalthiere (1) Einer Art Tellmuscheln, der rothe glatte Sonnenstrahl (Tellina radiata L.). (2) Einer Art Seesterne im Europäischen und Idischen Meere, welche überall mit Büscheln bekleidet ist (Asterias papposa L.). Noch wird Sonne, wie andere Wörter auf mancherlei Art gebraucht, z. B. 5) zur Bezeichnung eines Gasthofes, welcher eine Sonne auf dem Schilde führt. I die Sonne einkehren  Daher der Sonnenwirth, der Wirth eines solchen Gasthofes. »Du wieder da, lieber Sonnenwirth?« Schiller. — I N. D. lautet es Sunne, bei Kero Sunnu, bei Otfried Sunna, bei Ulfilas Sunno, im Angelsächsischen Sunna, Sunnaa, in dem Gedichte auf den heiligen Anno Summi, daher die Verwandtschaft von Sommer mit Sonne. Bei vielen alten O. D. Schriftstellern, wie auch bei den Schwäbischen Dichtern findet man häufig der Sunn, nach dem Lateinischen.
6458 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sonnesw. F., st. F., st. M., sw. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    sonne , sw. F., st. F., st. M., sw. M. Vw.: s. sunne

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sonneF., M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    sonne , F., M. Vw.: s. sunne (1) L.: MndHwb 3, 341 (sonne)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sonne

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Sonne , plur. die -n, ein beständig leuchtender Himmelskörper, welcher den ihm zugetheilten dunkeln Körpern oder Pla…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sonne

    Goethe-Wörterbuch

    Sonne [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sonne

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Sonne , der Centralkörper unseres S.nsystems, um den sich die Planeten und Kometen bewegen, und die Hauptquelle des Lich…

  6. modern
    Dialekt
    Sonnef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Sonne f. : 1. a. 'das helleuchtende Himmelsgestirn S.', Sunn [verbr., Bertram § 119 Christmann Kaulb 19 Heeger Südostpf.…

  7. Sprichwörter
    Sonne

    Wander (Sprichwörter)

    Sonne 1. An der San verdänt em de Schäden. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Schuster, 474. 2. An der Sonne öffnet sich die Rose.…

  8. Spezial
    Sonne

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Son|ne f. (-,-n) 1 (Himmelskörper) sorëdl (-i) m. 2 (Sonnenlicht) sorëdl m. 3 (Sonnenschein) löm de sorëdl f. 4 (sonnige…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sonne

908 Bildungen · 775 Erstglied · 131 Zweitglied · 2 Ableitungen

sonne‑ als Erstglied (30 von 775)

sonnebeglänzt

GWB

sonnebeglänzt [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

Sonnebeleuchtet

Campe

◬ Sonnebeleuchtet , adj . u. adv . von der Sonne beleuchtet. Leicht verschwindet der Thaten Spur Von der sonnebeleuchteten Erde, Wie aus dem…

Sonnebeschienen

Campe

sonne·beschienen

◬ Sonnebeschienen , adj . u. adv . von der Sonne beschienen. »Die sonnebeschienene Gegend.« Benzel=Sternau.

Sonnedurchglühet

Campe

◬ Sonnedurchglühet , adj . u. adv . von der Sonne durchglühet, durchwärmet; dann, in großer Hitze, durch große Sonnenhitze, wie auch, in Ans…

sonnedurchstrahlt

GWB

sonnedurchstrahlt [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

Sonnefeld

Meyers

sonne·feld

Sonnefeld , Flecken in Sachsen-Koburg, an der Staatsbahnlinie Ebersdorf (bei Koburg)-Weidhausen, hat eine evang. Kirche, Amtsgericht, Korbwa…

Sonnemann

Meyers

sonne·mann

Sonnemann , Leopold , Journalist, geb. 29. Okt. 1831 zu Höchberg in Unterfranken von jüdischen Eltern, lernte als Kaufmann, gründete 1856 di…

Sonnenbad

SHW

Sonnen-bad Band 5, Spalte 1083-1084

Sonnenbier

SHW

Sonnen-bier Band 5, Spalte 1083-1084

Sonnenblick

SHW

Sonnen-blick Band 5, Spalte 1083-1084

Sonnenblume

SHW

Sonnen-blume Band 5, Spalte 1085-1086

Sonnenbrand

SHW

Sonnen-brand Band 5, Spalte 1085-1086

Sonnenfaden

SHW

Sonnen-faden Band 5, Spalte 1085-1086

Sonnengang

SHW

Sonnen-gang Band 5, Spalte 1085-1086

Sonnenglanz

SHW

Sonnen-glanz Band 5, Spalte 1085-1086

Sonnenglut

SHW

Sonnen-glut Band 5, Spalte 1085-1086

sonnenhell

SHW

sonnen-hell Band 5, Spalte 1085-1086

sonne als Zweitglied (30 von 131)

abendsonne

DWB

abend·sonne

abendsonne , f. die untergehende, im glanz der abendsonne. wir arbeiten bis zur abendsonne. betrachte wie in abendsonneglut die grünumgebnen…

AFTERSONNE

DWB2

after·sonne

DWB2 AFTERSONNE f. DWB2 neben-, scheinsonne, auch übertr.: DWB2 1680 ohn selbige zwo affter-sonnen, welche zu beyden seiten der sonnen .. si…

alltagssonne

DWB

alltags·sonne

alltagssonne , f. um welche (unsichtbare grosze sonne) unsre alltagssonne ihren tanz macht. Anton Wall.

April(en)sonne

PfWB

april·en·sonne

April(en)-sonne f. : SprW.: Wer sich hiet vor März(e)stab 'Märzenstaub' un Aprill(e)sunn, der bleibt's ganz Johr wie e Nunn [verbr. Don Gal …

Aprilsonne

RhWB

april·sonne

April-sonne PfWB f.: in den Regeln: We bleiwen well en schön Kengk, mött wahren sich vör A.sonn on A.wengk Ruhr. Ber weiss well bleiwen bi e…

augensonne

DWB

augen·sonne

augensonne , f. deliciae oculorum. Stieler 2059 ; leuchtendes, groszes auge: er klagt der schönen seine qual, er redt von strengen liebesker…

Augustsonne

PfWB

august·sonne

August-sonne f. : ' Sonnenschein im August '. BR.: Die Auguschtsunn kocht die Trauwe un die Sepdembersunn brot se [ NW-Ellstdt ]; vgl. PfWB …

Brachmonatssonne

RhWBN

brachmonat·s·sonne

Brach-monats-sonne f.: in dem Spruch: Wellste han e schuən Kengk (schönes Kind), schötz et vör Brometssonn on Märzewengk Erk , MGladb .

Bubensonne

PfWB

buben·sonne

Buben-sonne f. : scherzh. für 'Mond', -sunn [ NW-Ungst ]. SchwäbWB Schwäb. I 1488 . —

Carcassonne

Herder

Carcassonne , Hauptstadt des franz. Depart. Aude, am gleichnamigen Flusse u. einem Arme des Südkanals gelegen, 21000 E., Sitz eines Bischofs…

Centralsonne

Herder

central·sonne

Centralsonne nennt die Astronomie denjenigen Stern eines Fixsternsystems, welcher den physischen Mittelpunkt dieses Systems bildet, und um d…

charactersonne

DWB

character·sonne

charactersonne , f. die himmlischen charactersonnen trüben sich zu einem klümpchen erde ein. J. P. aesth. 1, 53.

ehrensonne

DWB2

ehren·sonne

ehrensonne f. im plur.: u1675 Mauersberger rede ( Brieg o. j. ) A 2 b .

erdensonne

DWB

erden·sonne

erdensonne , f. sol terrae: erdensonne, verlisch ihr und letzter schlummer des todes komm! Messias . .. ; ja, kehre nur der holden erdensonn…

Feuersonne

Adelung

feuer·sonne

Die Feuersonne , plur. die -n, in den Lustfeuerwerken, die Vorstellung einer Sonne, vermittelst der Bränder, Schwärmer u. s. f.

freundschaftssonne

DWB

freundschaft·s·sonne

freundschaftssonne , f. die ihm nach dem untergang der freundschaftssonne als stiller liebeshesperus fortschimmerte. J. P. flegelj. 3, 12.

Frühjahrssonne

PfWB

fruehjahrs·sonne

Frühjahrs-sonne f. : wie schd., -sunn [verbr.], Frihjohʳsch- [ KU-Hundh Roßb HB-Einöd ZW-Ernstw LA-Roschb ], Frihjohʳssonn [ WD-Niedkch ]; v…

frühlingssonne

DWB

fruehlings·sonne

frühlingssonne , f. die milde, wärmere, belebende sonne des frühlings. frülingssonne, sol vernus. Stieler 2059 . der, den gott gesalbt, die …

frühsonne

DWB

frueh·sonne

frühsonne , f. die aufgehende sonne, überhaupt die morgensonne, sol matutinus. Stieler 2059 . mit der frühsonne aufstehn, abreisen.

fürstensonne

DWB

fuersten·sonne

fürstensonne , f. der glanz der fürsten, der glänzende ruhm von fürsten. fürstensonne, lux principum. Stieler 2059 . der von einem fürsten o…

gartensonne

DWB

garten·sonne

gartensonne , f. die sonne des gartens, bildlich: die garten-sonnen dort, die tulipanen, blühen. Lohenstein in Neukirchs samml. 1, 277 .

Gêgensonne

Adelung

gegen·sonne

Die Gêgensonne , plur. die -n, in der Naturlehre, eine Art der Nebensonnen, wenn der Wiederschein der Sonne ihr gerade gegen über stehet; we…

geistersonne

DWB

geister·sonne

geistersonne , f. der maszgebende und allbelebende mittelpunkt der geisterwelt, gedacht wie die sonne in ihrer gestirnwelt ( s. geist 29, f …

geistessonne

DWB

geiste·s·sonne

geistessonne , f. sonne in der geisteswelt: schon früh hat uns gelehrsamkeit getränkt mit alter völker mark. zur geistessonne wird kraft und…

Ableitungen von sonne (2 von 2)

unsonne

DWB

unsonne (un IV B) Herder 16, 511 . unsonnig J. H. Voss ged. 3, 227 . —

ursonne

DWB

ursonne , f. , centralsonne. als neubildung bei Campe. ur- C 4 c: eigentlich: so wie wir den umlauf des erdballs um die sonne früher entdeck…