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flachs

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Flachs

Bd. 2, Sp. 516
Flachs Rhfrk flags; dann (schon Birkf-Idar, Bernk-Rhaunen) flās [WMosfrk n. Mos --, –ō-, –ūă-; uSaar -- in geschlossenem Geb.; Sieg-Leuschd -E-; im SNfrk im Selfk -a-, –-]; Klevld -a- [-ā:- in Mörs bis einschl. Binsh Rheinkamp Repelen; flaks Mörs-Kamp Kamperbr] Sg. t. m.: 1. wie nhd.; man unterscheidet verschiedene Sorten: Springfl., Klanglein, dessen Samenkapseln, in der Sonne getrocknet, von selbst aufspringen, im Gegens. zum Dresch- oder Schleisslein, dessen Kapseln gedroschen werden müssen Rhfrk, Mosfrk; den Bauernfl. (grobfaserig) gegenüber dem Steinfl. (feinfaserig) Zell-Pünderich, den rhengsche (rheinisch) Fl. (feinfaserig) gegenüber dem Böschefl. (aus dem Waldlande, grobfaserig), von dem es hiess: rhengscher Fl. ziert de Kes (Kiste), B.fl. föllt de K. Siegbg; weiterhin den Spätfl. vom Frihfl. Simm-Leideneck, den Langfl. (auch lange Fl.) vom korte Fl. Nfrk; grise Fl. Geilk; stohlklürige Fl. Geilk-Lindern; Deckkopp Geld-Hinsbeck; Dülker Stüpp u. Bröchter St. nach den Orten Kemp-Dülken u. Bracht; Löck (Lüttich); Sprähnəlek (Sprähnerling) langer Fl. Prüm; Willing feiner u. langer Fl. Simm, Goar; nach der aus Russland stammenden Saat Asso, Libau, Schwarzmeersot, Tonnsoət (Tonnensaat) Nfrk, Tonnleng (-lein) Sieg; Wiərsoət (Widersaat) war selbstgezogener Samen, der im folgenden Jahre zur Saat verwendet wurde Kemp-Dülken. — Man sagte, dass der Fl. auf ein u. demselben Grunde nur alle sieben Jahre gedeihe; deshalb auch das Reigenlied: Fl. siəhne, Fl. s., sieve Joəhr send öm; Madelinche, driəhn dech heröm! M. hät sech herömgedriəhnt, dat hät dat hengeschte []Eng (Ende) fürgesatt (-gesetzt); Fl. siəhne, Fl. s., siəve Joəhr send öm SNfrk, Dür. — Als Fl.land (s. d. u. Fl.bläch, Werkgarten) wurde stets das beste Feld mit lockerem Boden, der moll oder gröndeg war, ausgesucht; man sagte, das Fl.land moss su feng (fein) sen wie en Ölligsfeld (Zwiebel-) Rip; das im Herbst bestellte Feld gewann an Güte, wenn ein strenger Winter es stark ausfror: brav schniə mäckt e got Fl.joəhr; völ Schni, völ Fl. Nfrk. Wenn St. Markes de Klompe usdeiht, mach et Feld für Fl. bereit Ahr. — Anfang Mai bis Mitte Juni wurde der Fl. ausgesät (usquichen Wippf), wenn der Boden so warm war, dass man seine Wärme verspürte, wenn man sich auf die Erde legte; wenn die sog. Fl.buche grünte Bernk-Hochschd, wenn die Birken Laub bekamen Kreuzn. Fl. frih! Ottw. Wer of Medardi baut, de treckt vell Fl. on Kraut May. Uf Medardi werd de Fl. wie en Haar Wend. Wer Fl. han mag, der fir Karfreidag Goar. De Sot am Dag für Hemmelfahrt hät für de Fl. de beste Art Sieg. Werk get no Servoz gesicht (gesät) Malm, Prüm. Wer freh sät, brauch beim Späden net ze kafen Neuw. Ist der Flachs des Morgens gesät, so blüht er auch nur morgens u. so auch ähnlich nachmittags; aber dann blüht er sich tot; säte man ihn zudem im Neumond bei aufgehender Sonne, so blühte er am Morgen u. ergab langen u. zarten Bast; die Nachmittagssaat ergab höchstens kurze u. schroffe Faser. Den hongersten Dag siəhn, hongert Stond en der Grongk, h. Dag över de Grongk SNfrk, u. zwar musste die Lesət (Leinsaat) dick ausgestreut werden, damit die Faser nicht zu grob wurde: nöng (9) Kickder (Keider) op en Dummdeck Wippf; wenn man mit dem nassen Daumen auf das gesäte Stück drückte, mussten fünf Körner dran hängen bleiben; deshalb sagte man auch von anderer dichter Saat: de Some steht wie Fl. SNfrk; doch musste der Samen nur so aus den Händen flutschen, angersch kom he te deck te legge; man rechnete auf einen Morgen 60 Pfd. Saat. Werk hot ger Satz festen Boden; deshalb liess man das Vieh beim Walen (Wälzen des Bodens) den Boden ferm dämmern (feststampfen) Eif; auf dem Hunsrück wurde das Fl.stück noch gestickelt mit Reisern durchstochen, damit der zu mächtig werdende Fl. sich nicht legen konnte. — Bauernregeln über das weitere Gedeihen des Fl.: Der Dau mott der Fl. maken Nfrk. Hät mer Fastnacht en kale (kalte) Nas, krigt mer herno det Feld voll Fl. Siegld. Lichtmess hell on klor git en got Fl.johr Rip, Allg. Es et Leitmess Sonneschin, wird de Fl. lang on fin Mettm. Pals Drofnos (Tröpsnös) (Pauli Bekehrung 25. I.) get e gut Fl.johr Trier-Beschd. Wenn [] et rent (regnet) of Palmsonndag, soll mer Fl. sähn an de Bach Bernk-Veldenz. Wenn's Pingste rent, wässt de Fl. om Stän (Stein) Simm-OTiefenb. De Fl. geht met dem Haver op Geld-Aldekerk. Margrot (Margaretha) brengt dem Werk den Droht Malm-Amel. Wann Fl. gerot, verderbt et Hei Ottw. So lang die Eiszapfen an der Dachrinne werden, so lang wird auch der Fl. Hunsr. — War der Fl. etwa handhoch, dann wurde er gejätet (s. jäten, krauten, wijen), damit der Dreck oder Onrot, das Unkraut, das Wachstum nicht weiter hinderte; de Fl. wiəss net iəhter, bes de Fraulöck (-leute) dröver gerötsch sen Rip; om Pitter on Paul, wenn de Fraulüj derduər sind gewes, dann geht de Fl. föran Nfrk; dies »Krauten« war für die Mädchen u. Frauen eine sehr schwere Arbeit, da es innerhalb einer Woche wegen des schnellen Wachstums des Fl. geschehen sein musste; es geschah so früh, dat mer et irschte Kruck (Kraut) mem Klompe devun kann dragen MülhRh-BGladb; Fl. kruggen (krauten) on Lüs süəken es en kribbelege Ärbicht Sol-Opladen; am Nrhn wurden Daghüərsche genommen als Krüərsche, die oft vierzehn Tage lang auf einem Stück auf den Knien rutschen mussten, bis sie den Fl. schuən (schön) hatten. — Der Fl. wuchs nun weiter; er wurde zur Hiərt (noch bastloser Fl.stengel), kom en de Blom on schmitt Bolle (Samenkapseln) SNfrk. Der Hunsr-Bauer besuchte während des Wachstums Sonntags das Fl.feld, riss hier u. da ein Hiər aus, um zu messen, wie viele Fäuste er hoch war; war es lang, dann sagte er: et get lang Bockse dis Johr. — Waren die Kapseln, die Knobben Rhfrk, Mosfrk, die Lenghöder (Leinhäupter) Malm, die Knotten Rip, die Bollen Nfrk reif u. waren die Hoseblire (Hosenblätter) Hunsr, die untern Blätter, bis zu der Schere (Verästelung des Stengels) abgefallen, dann begann die Ernte, das Plöcken oder Roppen (11 — 13 Wochen nach der Aussaat) [wollte man recht feinen Bast, der nicht storkeg war, erzielen, so rupfte man den Fl., wenn der Samen anfing, sich auszubilden Berg]; im nrhn. Grossbetrieb wurden hierfür Plöcker schen gemietet, deren jede an einem Tage ihren Sester = 30 alte köln. Ruten zu erledigen hatte; vor dem Pflücken war die Einteilung in Sester besorgt; am letzten Plöckdag wurde den Arbeitenden Weissbrot verabreicht, u. Nachbarn, nachdem sie vorher einen Schrank gepflückt hatten, wurden zum Kaffee eingeladen Kemp-Grefr; in Geld-Leuth barg der zuletzt gerupfte u. zusammengebundene (grösser als die übrigen), Weisch, Plöckweisch genannt, in sich ein Päckchen Tabak oder eine Flasche Schnaps für den Räəper; die Plöckerschen wurden [] gegen Ende ihrer Arbeit mit einem Schnäpschen traktiert u. kehrten dann in lustigster Stimmung, Lieder singend, nach Hause zurück, wo es Wetmos, einen dicken Milchbrei, auch Räəp-papp genannt, gab. — Der gerupfte Fl. wurde mit einem Strohseil oder mit ein paar Spier Fl. zu einzelnen Bündeln zusammengebunden; am Nrhn machten 12 Hampele (Handvoll) = 1 Weisch; in Gummb 12 Hanfele = 1 Schilling; in Sol 32 Hafele = 1 Schatz; in MGladb-Rheind 12—13 Hampele = 1 Buət [dazu folg. Benennungen dieser Rupfbündel: Putsch, Pl. -i- Hunsr, Saar, Reiste Westerw, Böschel Aach-Ld, Wipp Heinsb, Bordel Geld]; diese Bündel stellte man auf dem Fl.felde um Reiser herum gegeneinander auf u. stülpte einen Hut aus einer Fl.garbe darüber, man kastete ihn, stellte ihn of Kaste Rhfrk, Mosfrk, setzt ihn of Heis-cher Simm, op Husten Sieg, op Stiegen Wippf, op Böck Aach-Ld, op Hückelcher MülhRh-BGladb; im Westerw stellte man 10—12 Reisten so zusammen; im Kempld u. in der Dürener Gegend legte man die Hafele kreuzweise übereinander u. bildete so Schräng (Sg. Schrangk), die stehen blieben, bis die Bollen trocken waren; im Saargeb. wurden die Putschen zum Trocknen u. Rösten aufgehängt [am Nrhn nicht allg., auch in der Eif nicht]. — Waren die Bündel gehörig schier, wurde der Fl. geräfft (räffen, reəpən, rippen, riffeln, sträffen, strählen, ströfen, ströppen; s. d. W.), in kleineren Betrieben auf der Tenne, am Nrhn op der Bahn im Fl.kamp selbst, auch Bollebahn genannt, in der Regel 10 m im Geviert, mit der Stämpel fest angestampft u. mit einem 50 cm hohen Wall umgeben. Zum Räffen diente die Räff (Räəp, Ribbe, Sträff, Straffer, Strähl, Bock; s. d. W.), am Nrhn im Grossbetrieb eine Doppelräffe mit 1—4 Blatt; jedes Bl. hatte 30 (auch wohl 15—20) eiserne, viereckige, 1 cm dicke Zähne, die nach oben spitz zuliefen u. mit den Kanten gegenüberstanden, im einzelnen 3 mm auseinanderstehend (s. im übrigen Räffe); am Nrhn übten berufsmässige Räəper die Arbeit, indem sie von Bahn zu B. zogen; auch halfen sich die Nachbarn mit den Bahnen aus, deren es in einem Dorfe 6—8 gab; die Kinder als Zulanger waren gern gesehene Helfer; jeder Räəper hatte einen solchen Weischlänger hinter sich stehen, der ihm auf seinen Ruf: Fl. op! (oder Buet! oder Bollflass!) einen neuen Weisch auf die hinter dem Räffenden sich hinziehende Bank legte; ausserdem stand ihm eine Bengersche (Binderin) zur Seite, die den von den Bollen befreiten Fl. in Buəte band (s. weiteres bei räffen); die Morgensräffe begann in aller Frühe, sobald der Tag anbrach (3 Uhr); bis 7 Uhr wurde gearbeitet, dann war Frühstückspause, [] bei der Sup (Kempsche Papp, Fl.papp, Räəppapp), eine dicke Suppe aus Milch, Weck, Mehl u. Zucker, gereicht wurde; dabei trank man Schnaps; während die Räəppapp verzehrt wurde, sang man scherzend: Bollflass, B., hät de Fl. och Bollen an? oder hon mer dich, hon mer dich emol met dem terriəte Kamesol; auch sonst herrschte während der Arbeit viel Mutwillen; wer an der Bahn vorbeikam, wurde utgelut (ausgelautet), es wurde ihm alles Tadelnswerte aus seinem Leben u. Treiben vorgehalten; auch lief bes. angesehenen oder reichen Vorbeigehenden eine Frau nach u. wischte ihnen mit etwas Fl. die Schuhe, dabei sprechend: he nehm ech üch gefange, en Ihr un net en Schand, ich gönn üch dat leve Leven, äver e Drenkgeld mot ühr geve! Jül-Boslar; froher Gesang belebte die Arbeit; Frauen u. Mädchen liessen oft einen lauten Juchzer (Jüchen) recht lange anhaltend erschallen; wenn in der Nähe eine andere gleichstarke Gruppe räffte, so suchte man sich gegenseitig zu übertreffen; die Fleissigeren, die bald den Fl. »durch« hatten, zündeten dann ein Feuerchen an u. riefen den andern jubelnd zu: Fimpkesräəper, F.! das wurmte diese, u. zuweilen kamen die Verspotteten herüber, um das Räəpfür zu löschen, was oft Händel absetzte; bes. gern wurden die helfenden Kinder gemockt zum Narren gehalten; da erhielt ein Junge den Auftrag, eine Schürze voll Bollen der Frau des Hauses für die Räəppapp zu bringen oder die Feəgräəp bei einem Bauern zu leihen; dieser liess den Gefoppten entweder an der Treppe warten u. goss ihm von oben herab einen Eimer Wasser über den Kopf oder verwies ihn an den nächsten Nachbar, u. so wanderte der Junge oft von Nachbar zu N., bis ihn endlich das Sturzbad erreichte; auch der Hunsr-Bauer liebt beim Sträffen den Scherz; war der gegenüberstehende Sträffer zu steif u. blieb mit seinem Hafel in den Zähnen hängen, dann schlug ihm der andere auf die Finger, dar et kitzelte; auch am Nrhn bei der einfachen Räəp, wobei auf der einen Kante meist ein Junge, auf der andern ein Mädchen sass, wurde dieser Scherz geübt; der Geschlagene rief dann: Holut, Melk en der Buk! — War man bald fertig mit dem Räəpen, so sang man am Nrhn das Räəpled: Do sall en jonge Mad fröch opstohn usf., ein Wechselgesang zwischen den Räəpern u. Bengerschen; war der Fl. alle ‘durch’, stellten sich alle auf u. riefen in die hohle Hand oder in einen Klomp (Holzschuh) ein langgedehntes Bollflass; dann zog man ins Dorf zum festlichen Kaffee, eine Fahne voran; verschiedene Männer banden sich einen Strohkranz um den Leib; auf langen Stangen trug man die leeren Bierkrüge u. manches übrige Gerät; Gesang [] u. das laute Jüchen der Frauen erschallten; vor dem Hause wurde dann ein kleiner Tanz, der Hucketanz in der Kniebeuge, abgehalten, u. dann begann der Schmaus; der Räəper es ene Freəter; die Kinder holten sich dabei ihre Räəpbotterramm [in Sieg-Kurschd versammelte sich abends die Jugend beim sog. Fl.brei]. — Verschieden verfuhr man im Flachlande u. Berglande in der Weiterbehandlung des Fl.; am Nrhn u. NRip trennte man sich nach dem Schmaus in zwei Gruppen: die einen gingen zur Bahn zurück, um die Bollen zu ordnen; die andern, die Wetterfesten, rückten zum Wasser, zur Fl.ruət (Ruət, Rot, Rotkul, Fl.kul, Fl.dik, Waterrot Nfrk; Russkul, Fl.russ, Fl.ruster, Rusterpohl NRip (s. d. W.); fast bei jedem Bauernhof war eine solche Rotkul; war keine vorhanden, so wurden die mit 4 Strohhalmen zusammengebundenen 3 Hampele Fl. (Räəpbötche oder Buəte Fl.) in die Hofgruəf geworfen; an der Ruətkul wurde der kapselfreie Fl. in runde, feste Pyramiden, die sog. Ruəten gebracht, jede für sich fest verstaut war, oben meist schmäler als unten; jede Ruət war schwimmfähig; auch folgende Art war verbr.: der Arbeiter an der Ruət, der Watermann, band zwei Bötsches mit der Spitze beieinander, dann wurden 20 B. vornan im Wasser über Kreuz gelegt, u. man legte mit der Gabel einen Kranz darum; abwechselnd legte man so die B. über Kreuz und im Kranze, bis das Ganze fest u. stark genug war, dass man darauf stehen konnte; jetzt war das Scheppke (Schiffchen) fertig; der Watermann, der sich auf die Mitte stellte, stiess es mit einer Stange in die Mitte der Ruətkul, die Leute schmissen ihm weitere B. zu, die er über Kreuz u. im Kranz legte, bis der ganze Vorrat verstaut war; dann kam eine Lage Wirrstroh (Blotzstrüh) darüber; dann stach man Rösche (Wasen) ab u. legte diese darauf, damit das Ganze unter Wasser tauchte, oder der Watermann, mitten im Wasser stehend, hob mit seinem Spaten den Mutt (Schlamm) aus dem Grunde der Kaule u. deckte damit seine Ruəte solange, bis der ganze Fl. unter Wasser war; jede Ruəte bekam ein Zeichen u. eine Nummer zum Wiedererkennen, natürlich nur dort, wo die R. verschiedener Bahnen eingelegt wurden; es gab nur wenige, die die Kunst des Rotenbaues verstanden; gerade diese Leute wurden dann immer gesucht u. auch besser bezahlt. War die Arbeit am Wasser geschehen, so rüstete man wie beim Räəpen in derselben festlichen Weise zur Heimkehr; zu Hause gab es Weckbrei mit Zucker u. Zimmt als erster Gang, Stockfisch mit Kartoffeln als zweiter Gang. Wenn de Kermesse klenke on de Fl.ruəte stenke, dann es de beste Tit verbei MGladb-Rheind. — Waren nun in der Rot (Rossten) die [] Bollhüser, die an den Stengeln noch haftenden Stücke der Samenkapseln, faul geworden, war der Fl. genug gemutt (gerustert NRip, gedeicht) oder warf die Ruət Blasen, dann war der Fl. rip (mür, mörf, flöck), meist in 6, 7 bis 14 Tagen; dann wurde er hervorgezogen u. auf die Spreite (Heide, Stoppelfeld) gefahren u. dort von den Spreiərschen gespreit; zu gegebener Stunde, wenn der Fl. alle gespreitet war, kam der Meisterknecht mit der Karre ins Feld, um die Spreierschen heimzuholen; auf der Karre befand sich ein grosser Zweig, an dem ein Blumenstrauss hing; sobald die Fuhre in Sicht war, liefen die Spr. darauf zu, um sie zu besteigen; die nun zuerst dort war und den Strauss erhaschte, erhielt ein Geschenk, meist ein Brabanter Kopftuch; dann fuhren die Spr. unter dem Liede »Ich stand auf einem hohen Berge u. sah ins tiefe Tal« nach Hause, wo es festlichen Kaffee gab. — Nach acht Tagen wurde der gespreitete Fl. mit der Fl.ro (-rute) gewengt (gewendet); darnach probierte ein Schwenger, ob de Hiərt sprock war; fand er dies, so wurde der flögge Fl. gerappt; jede Hampel mit einigen Fl.stengeln umbunden zu Buəte; diese B. wurden zu Brakweisch zusammengetragen; man brachte ihn dann zur Bahn, wo er noch etwas lag; dann führte man ihn nach Hause, wo man ihn an einem trockenen Orte bis zum Winter aufbewahrte, wo er gebuəkt oder gebrakt wurde SNfrk. — Im Berglande war die Tauröste in Gebrauch, nicht das Rustern in der Rusterkul; hier spreitete (spreden Rip, zedden, of Mare leə Rhfrk) man den gesträfften Fl. sogleich auf die Wiese, damit er dort rezt (rezen, ressen, rucksen, ausrupsen; s. rösten) oder muddischt; man nannte die Wiese die Rez, Rezwies, Rucks; war der Fl. mar (mür, schier, gezeidigt, zeiər), d. h. waren die Holzteile des Stengels aufgebrochen, was 11—12 Tage dauerte, so kam er auf die Därr in der Brechkaule (s. d.), die ein Stück Wegs vom Dorfe entfernt lag; über der Brechkaule lag die Brechhord, ein hölzerner Rahmen mit Drahtstäben; an manchen Orten des Hunsr hatte die Brechkaule eine andere Form, indem das Feuer nicht direkt unter der Brechhord angezündet wurde, sondern in einem seitwärts von der Darre liegenden längeren oder kürzeren Gange, der mit Mauerwerk überwölbt war, von wo aus der Rauch zur Darre zog; die Brechkaule hiess in der WEif Rückskaul, in Saarbr Hetschkaul, mSieg, Wippf, Altk Äuelskul, in Gummb Nickkul, worüber drei eiserne Stangen lagen; im Hunsr, wo auch noch der Gemeindebackofen vielfach herrscht, war die Brechkaul Gemeindeeigentum; erst musste also gelost werden, wer von den Bauern an der Reihe war; hier geschah [] auch das Dörren u. Brechen gleich hintereinander; unten in der Kaule wurde das Feuer angesteckt, die Frau, die gehetzt hatte, musste das Feuer in der K. zusammenhalten u. die Wände nass halten; wenn etwas Fl. doch verbrannte, hiess es: et krige de Engelcher Buckse Westerw; in Gummb stand neben der Nickkul ein Eimer mit Wasser, um die zu hoch schlagende Flamme zu dämpfen; auch hier fand das Nicken sofort nach dem Dörren statt; sonst im Berg probierte man den auf der Röste liegenden Fl., indem man ein Spier zerrieb; ging der Schiəf (Mark) sofort heraus, so war der Fl. mür; man nahm ihn auf, band ihn in Bürden u. verteilte ihn dann in Bussen (1 Buss = 2 Hafel); diese brachte man in den Backofen nach dem Brotbacken, was aber oft verboten wurde; hier wurde er durch die Dörre schier; auch in der Eif, im Westerw, Sieg kannte man neben der Dörre über der Brechkaule die Dörre im Backofen; doch übten dies nur kleinere Leute. — Neben dem Dörren (hetschen Saarbr) her ging also in dem o. bezeichneten Geb. das Brechen (äueln, nicken, schnöppen, klammen; s. d. W.) auf dem Instrument, das Brech (Brechbank, –maschin, –stock, Brak, Äuel, Nick, Micke, Schnöpp, Klamm, Fl.brech, Fl.vuəl; s. d. W.) genannt wird; diese Breche hatte man gleichzeitig mit dem gestrafften Fl. zur Br.kaule gefahren, aber abseits, wohin der Rauch aus der Kaule nicht hinzieht. — Dem Braken ging früher das Boken (-ū-) mit der Bok voraus oder wurde statt des Brakens geübt; die Bok (Buəker, Buəkbleuel, Bochbreche) war ein grosser hölzerner Hammer, unten flach und gerillt; oft genügte als Bok auch ein kantiges Brett oder ein kantiger Stomp; mit diesem Gerät wurde der Fl. vor dem sog. Kaltschwingen (nur an der Sonne getrocknet) geklopft; das Boken war eine schwere Arbeit; daher ein niederrh. Volkswitz: Vater: Op, Jan, boke! Jan: Hoa, Var, boke? V.: Op, Jan, de Papp es gar! J.: (rasch u. freudig): Ja, Var, ech habb all en Hos (Strumpf) an. Auch beim Boken holte man gern kundige Böker (Flassböker). — Durch das Brechen wurden die holzigen Stengelteile gelöst, die Granen Hunsr, LRip hier u. da, Tellen oder Sprockeln WMosfrk, Schiəf u. Oschiəf, Schef Siegld, Berg, n. Ruhr, Mörs, Geld, Sprin(en) Saarbg, Trier, Sprelen Sieg-Altenr, Reischel Zell-Merl, Agelten, Anen Verbr. (s. Agen) genannt wurden; s. ausserdem Holz, Kaff, Spreu, Spliss, Spressen; die zurückbleibenden Fasern hiessen in der Eif Schleissen. — Nach dem Brechen wurde der Fl., weil er sich durch das Schlagen längte, oben u. unten gezupft (gezocht) Hunsr, im Wittl iwerhauen, von den noch anhaftenden Holzteilen befreit. — Die Hafel gebrochenen [] Fl. wurden zusammengedreht zu einer Reist, die zu 50 in eine Bürde gebunden wurden Hunsr; im Berg wurden sie zu Kloven gewunden, indem man sie in der Mitte anfasste u. einigemal umeinander drehte. — In Wend kam der Fl. vor dem Brechen noch auf die Fl.reib, auf der er hin- u. hergerieben wurde zur Lockerung der Holzteile. — In Neuw nannte man das Br. u. Schwingen zusammen schleren; die Frauen, die beim Br. halfen, wurden in Waldbr zur Flasshuəst, an der Sieg zur Brechhost, einer Zusammenkunft mit Kaffee, eingeladen; an der Saar u. auf dem Hansr übten die brechenden Frauen manchen Mutwillen: die an der Kaule vorbeigehenden Burschen desselben Dorfes wurden von den dort beschäftigten Mädchen gepackt u. in die K. getragen; jedes M. gab dem Burschen einen Kuss; damit war der B. verpflichtet, den M. abends soviel Liter Wein zu stiften, als sie ihm Küsse gegeben hatten; man nannte dies Spiel howänzele. — Am Nrhn im Grossbetrieb fand das Braken im Winter statt, wie übrigens auch in einigen Teilen des nördl. Berglandes. — Danach wurde der gebrochene Flachs, von dem es hiess: wie heller (besser) gebrakt, wie gemäckliger schwänge (SNfrk), dem Schwingen unterzogen; am Nrhn geschah dies im Schwenghüskə, Schwengstal, Schwenges, meist ein durch eine Zwischenwand abgeteilter Raum des Backhauses, das aus Fachwerk, Lehm u. Holz gebaut, abseits im Baumgarten stand; das Schwinggerät bestand aus dem Schwengstapel, auch einfach Stapel genannt, dem Schwengstock (Schwingstecken Hunsr), Schwingbock (Bernk) und der Schweng; der Schwingstock bestand aus einem 50 cm langen, 15—18 cm breiten Bodenbrett, in das ein aufrechtstehendes gleich dickes u. breites Brett eingelassen war, 80 cm hoch; oben hatte dieses Standbrett einen 12 cm breiten u. 18 cm langen Einschnitt (im Hunsr hatte dieses Brett auf der dem Einschnitt gegenüberliegenden Seite einen gebogenen Aufsatz (Nas)); die Schwinge (Schwingmess Hunsr, -brett Dür, Schlag Rheinb) war ein dünnes Brett, 60 cm lang, 12—15 cm breit, mit einem Stiele; am Nrhn hatte man die deutsche und die französische hochaufrechtstehende Schwinge; die französische Schwinge machte die grobe Arbeit, die deutsche machte den Flachs sozusagen spinnfähig; bis zu den 50er Jahren wurde diese Arbeit hier auch noch von Frauen (Schwengersche) gemacht, u. zwar nicht nur am Tage, sondern auch abends bei Monden- oder Lampenschein; damals kamen auch noch viele Fremde ins Erkelenzer Flachsland zur Winterszeit, welche diese Arbeit im Tagelohn besorgten, meistens aus dem Nordwesten des Kreises u. aus dem nahen Holland; die Schwengersche [] hielt nun mit der einen Hand den Flachs in die Öffnung des Schwingstockes, mit der andern Hand fasste sie die Schwinge u. schlug am Flachs entlang, damit die Schwenganen, die beim Brechen noch nicht gelösten Holzteile (s. o. die Bezeichnungen), abgingen; mit der Krätz wurden ihm dann noch die Strepp ausgekratzt; nachdem dann noch das Schwengwerk ebenfalls ausgekratzt war, blieb an gereinigtem Fl. der Splet übrig; die Spl. wurden zu einem Sten zusammengebunden, der 5 Pfd. wiegen musste Geld-Leuth; in Gummb schied sich beim Schwingen das Werk vom reinen Fl., dem Kern, der zu Klanken, armdicken Strängen, gebunden wurde; man wog sie nach Pfunden; in mSieg, Wippf, Gummb nannte man den Schwingabfall Lormocks, –motz(e) (den reinen Fl. Gespenn); im Hunsr, Mayf, Siegld Hod, Hodche, Hotsch, Höderich, in Kemp groəve Quos on fine Quos (aus letzterem wurden Seiler gedreht), im WMosfrk Osiən, Osiken (s. Asinge), für Säcke, Seile noch geeignet (andere Bezeichnungen Schwingedreck Siegld-Hellerhsn, Schwitz Wittl-GrLittgen, Kod Rees-Brünen). — Im Hunsr verwandte man bis jüngst öfters die Schwingmaschin, eine Gritzmaschin, eine Maschine zum Zerkleinern des Futters, die an den Göpel angeschlossen wird; als am Nrhn durch das Aufkommen der Fabriken der Tagelohn für die Schwinger zu hoch wurde, fuhr man den Fl. zum Schwingen in eine Fabrik, wo mit Dampfkraft geschwungen wurde, so in Erk-Wegbg. Mancherorts, bes. im Berglande, kam der Fl. vor dem Schwingen noch einmal in den Backofen. — Auch fanden hier u. da bei u. nach dem Schw. Festlichkeiten unter den Frauen statt, die sich gegenseitig zur Schlör (Westerw), zum Schwingovend (MülhRh-BGladb) mit Spiel u. Tanz, Weissbrot u. Reisbrei als Festessen einluden; in der Eifel wurde dabei die Schwingkirmes der Frauen, die ausschliesslich beim Schwingen beschäftigt waren, gefeiert; die Nachbarinnen halfen sich nämlich gegenseitig aus u. feierten heute hier, morgen dort dabei die Schwingkirmes; da wurde das beste Brot, aus Roggenblume gebacken, u. das schönste Stück Rauchfleisch vorgesetzt, u. das Schnapsgläschen trug mit der Kaffeetasse Sorge, dass sich nicht allzuviel Wergstaub in der Kehle festsetzte; vom frühen Morgen bis zum späten Abend ertönten dann neben dem Schlag der Schwinge Volkslieder, Rätsel wurden gelöst, und in der Dorfchronik alter u. neuer Zeit ward Umschau gehalten; den Männern, die ihre Schritte auch nur in die Nähe der Arbeitsstätte — Scheune oder Stall — lenkten, wurden die Schuhe geputzt; gebrach es diesem oder jenem also Geehrten an Opfersinn, so musste er sich wohl oder übel eine gründliche Reinigung mit dem [] äusserst rauhen Wergabfall gefallen lassen; aber selbst auf diese Gefahr hin wagten sich doch die Dorfburschen zur Mittags- oder Vesperpause an die Schwingstätte heran, um allerlei kleine Bosheiten zu verüben, die Schwingen zu verbergen, dies u. jenes mitzunehmen, Satz in die Kaffeekanne zu werfen udgl.; in Bitb-Dahlem konnte es vorkommen, dass neckende Burschen, die bei den Schwangerschen vorbeigingen, von 2 oder 3 Paar kräftigen Armen ergriffen, zu Boden gelegt u. festgehalten wurden, während andere mit Geschwindigkeit u. Geschicklichkeit ihn unter den Kleidern so mit Schwingabfällen auffüllten, dass er steif u. starr dalag u. sich nicht bewegen konnte; dann hob man ihn auf u. stellte ihn auf seine Füsse, u. für den Spott brauchte er wahrlich nicht zu sorgen. — Nach dem Schw. musste man den Splet, dat Gespenn noch auf der Hechel hecheln (s. d.), in der Eif vom starken Geschlecht besorgt; eines Morgens erschienen zwei Hecheler, scherzweise auch Heuchler genannt; nachdem sie das obligate Birebomströppche erhalten u. das Nationalfrühstück der damaligen Zeit, den Hoawerbrei, zu sich genommen, gingen sie an ihre Arbeit; die Faserbündel wurden auf einen Stupp (Holzblock) gelegt u. mit hölzernen Hämmern tüchtig geklopft; dadurch wurden sie recht weich u. geschmeidig; nun wurden sie durch die Hechel gezogen; die Hechel ruhte auf der Hechelbank (Bock), deren Untergestell vier Stempel hatte; sie bestand aus einem kräftigen, 50 cm langen, 12 cm breiten Brett mit mehreren Reihen langer (8—10 cm), spitzer, kantiger Zähne, von denen jede folgende Reihe in der Lücke der vorhergehenden stand; durch diese Zähne wurde der geschwungene Fl. rasch gestreift, um nochmals den gröberen Stoff abzustreifen; dieser hiess am Nrhn Heəkelwerk, sonst einfach Werk; in Goar-Morshsn nannte man den ersten Abfall beim Hecheln dat Afgeziehs, beim zweiten Hecheln streifte sich das Werk ab, u. was man an reinem Fl. in der Hand behielt, hiess det Flässe oder Ker, in Altk-Horhsn Flanke, im Berg Klanken, in Sieg-Süchterschd Stenflass, an der Saar, Hunsr Hor, im Siegld Herət, in Grevbr-Wickr Palz; in Prüm, Malm nannte man das feinere Werg beim Hecheln Ospenn, Öspennt (s. Aspinn), das minder feine Lengospenn; in Kemp unterschied man beim Werk et groəf on et fin W., in Bitb et Groft u. et ren Gr., et rauh Gr. u. et best Gr. (auch in Geld, Grevbr et Grofwerk, in Bernk-Berglicht Grundwerk, in Saarbg, Wittl, Trier-Ld et Krompwerk, in Bitb-Betting et Groft u. et Leiwerk, in Jül-Boslar Kratzwerk (gröber) u. Klewerk (feiner), letzteres auch in Geld, Grevbr, Wippf, im Siegld Köpewerk, in Wippf-Bechen Selwerk, weil daraus Seile gesponnen [] wurden); den reinen Fl. nannte man Reisten WEif. — Das Werg band man zusammen in Wacken (Prüm), Wecke (Hunsr), Wickele (Ottw), Hafele (Wittl), Plöck (Nfrk); den reinen Fl. in Zöpp (Hunsr), Kneifcher (ebd.), Knäpp, Knoapen (WEif), Dogge (Ottw), Köppke (Nfrk); am Nrhn band man 20 bis 25 Köppkes, die oben zu einem Köpfchen gedreht waren, zu einem Kriəkel zusammen, indem man die Köppkes in der Mitte umschlug u. zusammenfasste; um diese Mitte schlang man ein letztes K. — Nach dem Hecheln war der Fl., soweit er nicht fürs Haus versponnen wurde, verkaufsfertig; freilich nur im nrhn. Fl.lande, bes. der Erk-Gegend, zog man ihn für den Fl.markt, z. B. in Xanten (höchster Preis 4,30 Mk. für 1 Stein = 5 Pfd.); doch sanken die Preise schnell, als die Baumwolle ihren Siegeszug antrat u. die russische Konkurrenz dazukam; heute ist der Fl.bau, nachdem er Jahrzehnte fast völlig geruht hatte, unter dem Mangel der Kriegsjahre, hier u. da wieder aufgelebt; doch wird dies von kurzer Dauer sein; mit ihm wird eine reiche techn. Nomenklatur untergehen. — Über die weitere Bearbeitung des Fl. s. spinnen, haspeln, spulen, weben. — Andere, noch nicht vermerkte RA.: Hor wie Fl. fl.blond Allg. Dat os ener Frau Fl. wenn zwei Dinge gleich sind Schleid-Hellenth. Wie der Fl., su der Fadem Köln. Nei Werk, alt Fl. Geld-Straelen. En grusse Lengzoch (Leinzucht) on en gr. Schwengzoch os nicks für ene gerenge Mann Waldbr-Schönenb. De hät et Fl.spenne net erfonge der Dumme Malm-Vith. Em en Hir Fl. muss en Fra siewe mol iwer de Zaun springe Goar-Morshsn, Prüm-Ihren. Wenn en Mädche traue (heiraten) well, dann mott et ene Sten Fl. frenge, en Stongk (Stunde) grawe on en Peərdsspor voll pische könne Kemp-Lobberich. Et koum (kam) eine Bur van Ass (Ast in Belgien), de hauw (hatte) eine Keil (Kittel) va Fl. en hauw ei silvere Spuleke (Spule); valaderia, Spuleke, et koum eine Bur van Ass Heinsb-Millen. — Rätsel. Klen sen eich, gruss gen eich, blo bleih eich, Knäpp (Käpp) krein eich Saar, Trier, Bernk. E grin Kled un bloə Blume uf em Kopp; war is dat? Hunsr. As ek was jungk en schon (schwongk), drug ek en blaue Kron; as ek was alt on stif, bunden se mej en Band öm et Lif; dann worden ek gestoten un geschlagen un derno van Heren (Herenkenger) un Grawen gedragen (van Riken on Ärmen, van Prinzen on Graven, van Here on Gr., vom Graf gedrage, dör Heren on Dames dör et Land gedrage, on douch von Juffere on Here gedrage, för König on Fürsten op den Desch gedr.) Nfrk, LRip. Wie ech jongk wor on schön, drog ech en Kruən, [] on wor mi Kledche (Kleid) grön; wie ech alt wuərd on stif, bongen (banden) se mer en Band öm de Lif; do wuərd ech gereffelt on geraffelt, gestuffelt on gestaffelt; dat ech den Hals broch, dähten se mech dann schlagen, on am Eng (Ende) wuərd ech van den Heren gedragen uWupp. Se kloppten mich un roppten mich, un Heren un Fürsten drohn mich Altk-Herd. Krickel de Krackel (Fl.) leit hanner der Hoch (Hecke, Hag); wat de Sonn mih schengt, de Krickel de Krackel mih sprengt Bitb-Feilsd. Dem beste Blom (Fl.) plöckt öm net; dem beste Vogel (Biene) schüt (schiesst) öm net; et beste Hot (Holz) (Rebe) haut öm net Geld-Leuth. — 2. übertr. a. rure Fl. Weidenröschen Goar-Dommershsn; livele Fl. Frauenfl., linaria vulg. Eusk-Ahrem. — b. blondes Haar; de hät Fl. om Kopp Rip.
30845 Zeichen · 424 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Flachs

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Flachs , (sprich Flax) des -es, plur. inus. 1) Der zubereitete, aber noch nicht zu Faden gesponnene Bast der folgend…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Flachs

    Goethe-Wörterbuch

    Flachs a die Kulturpflanze Lein viel Hanf, zum ersten Mal .. F. GWB T2,154,8 v 19.9.97 rauften .. Bauern .. den F. GWB 3…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Flachs

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Flachs , Lein (Linum usitatissimum) . Man unterscheidet Schließlein oder Dreschlein ( L. usitat. vulgare Schübl .) und K…

  4. modern
    Dialekt
    Flachs

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Flachs [Flàks Hi. bis Str. ; Flâs M. Hirschland ; Flôs K. Z. Reichst. ] m. Flachs, gewöhnlicher Lein, die Kulturpflanze,…

  5. Sprichwörter
    Flachs

    Wander (Sprichwörter)

    Flachs 1. Auss grobem Flachs kan man kein subtil (fein) Garn spinnen oder Seiden auss groben Hanff. – Henisch, 1123, 43;…

  6. Spezial
    Flachs

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Flachs (Linum sp.) m. (-es,-e) ‹bot› lin (lins) m. ▬ Flachs raufen asslé ; Flachs brechen gramoré.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit flachs

275 Bildungen · 217 Erstglied · 56 Zweitglied · 2 Ableitungen

flachs‑ als Erstglied (30 von 217)

Flachskopf

SHW

Flachs-kopf Band 2, Spalte 759-760

flachsader

DWB

flachs·ader

flachsader , f. nervus, tendo, was das vorhergehende flachs 5: wie man die saiten aufzeucht, also waren die gelider, die flachsadern und blu…

flachsäderlein

DWB

flachs·aederlein

flachsäderlein , n. nervulus: es ist aber wol zu merken, das unten an den schläfen ein flaxäderlin ligt, welches so es inzwei geschnitten wi…

flachsagen

DWB

flach·sagen

flachsagen , f. palea lini, bair. harbagen ( goth. harvis ahana?); mhd. lâʒ ûf gân agen und vlahs! GA. 1, 197 ; artischokistöcke vor der gef…

Flachsbaum

Adelung

flachs·baum

Der Flachsbaum , des -es, plur. die -bäume, bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches, ein Ostindischer Baum; Antidesma L. Die Rind…

Flachsbir(eⁿ)

Idiotikon

Flachsbir(eⁿ) Band 4, Spalte 1485 Flachsbir(eⁿ) 4,1485

flachs als Zweitglied (30 von 56)

Bauernflachs

RhWB

bauern·flachs

Bauern-flachs Zell-Pünderich m.: gröbere Flachsart im Gegens. zum feinern Steinflachs.

Bollenflachs

RhWB

bollen·flachs

Bollen-flachs bǫlflās Nfrk m.: Fl., der noch die Bollen trägt. Aus dem Räplied: B., B., hät de Flass och Bollen an? Han mer dich, han mer di…

brautflachs

DWB

braut·flachs

brautflachs , n. linum nuptiale, sponsale, der für die tochter zum brauthemd gesäte und unter gesang gejätete flachs. die schon 1, 59 aus Vo…

Bërgflachs

Idiotikon

Bërgflachs Band 1, Spalte 1165 Bërgflachs 1,1165

dockeleinsflachs

DWB

dockeleinsflachs , m. feiner flachs Schmeller 1, 365 ; s. döckchenzwirn.

erdflachs

DWB

erd·flachs

erdflachs , m. linum catharticum, bergflachs: federweisz und erdflachs ist leichtlicher zu leschen, als mein erbsündiger durst von mutterlei…

frühflachs

DWB

frueh·flachs

frühflachs , m. flachs in der zeit vom ende des merzes bis zum anfange des mais gesät. auch frühlein. gegensatz ist spätflachs oder spätlein…

glattflachs

DWB

glatt·flachs

glattflachs , m. , der im unterschied zum rohflachs bereits gehechelte reinflachs: dasz sie in dieser woche schon sieben ellen leinwand abge…

Heideflachs

Campe

heide·flachs

Der Heideflachs , des — es , o. Mz . ein Name des gemeinen Leinkrautes, Flachskrautes; auch wilder Lein genannt.

hopfenflachs

DWB

hopfen·flachs

hopfenflachs , m. flachs aus hopfenranken gewonnen, zu groben säcken und kitteln verwendet. Jacobsson 6, 114 b .

knockenflachs

DWB

knocken·flachs

knockenflachs , m. flachs in knocken gedreht, nd. knockenflass zum unterschied von ristenflass Danneil 173 b : leinwand die ich selbst gespo…

krötenflachs

DWB

kroeten·flachs

krötenflachs , m. antirrhinum linaria, flachskraut, wilder flachs. Nemnich , Ludwig 1076 . bei Gesner krottenflachs osyris ( Dief. 402 c ). …

Krotte(n)flachs

Idiotikon

Krotte(n)flachs Band 1, Spalte 1165 Krotte(n)flachs 1,1165

Krottenflachs

ElsWB

krotten·flachs

Krotte n flachs m. Leinkraut, linaria vulgaris Kirschl. 1, 589. — Idiotikon Schweiz. 1, 1165.

kunkelflachs

DWB

kunkel·flachs

kunkelflachs , m. in Bracks vocab.: stuppa, ryst oder kunkelflachs ( var. gunggelflachs), s. Dief. 558 a .

Ableitungen von flachs (2 von 2)

beflachsen

DWB

beflachsen , gebildet nach sp. 1203 I, 4: in ganz Sachsen, ja in ganz Deutschland wol, musz solcher flachs, wie der, nicht wachsen! wers and…

flachse

DWB

flachse , f. nervus, wie flachs 5 und das heutige flechse: denn weil vom schlafe schon die flachsen starrend worden. Grobian. 2 ; dem, der u…