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I

got. bis spez. · 29 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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57 in 29 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

I

Bd. 2, Sp. 814a
I, der neunte Buchstabe des deutschen Abece, welcher bisher zwei verschiedene Laute bezeichnete, wovon der eine ein Selbstlaut, der andere ein Mitlaut oder vielmehr ein Mittellaut zwischen einem Selbstlaute und Mitlaute ist. I letzten Falle nennt man diesen Laut und das Zeichen desselben, welcher nur am Anfange der Wörter und Silben vorkömmt, Jod (Ɉ), welcher Lauter in diesem Werke nach Ad's und Anderer, z. B. Heynatz Vorgange mit seinen Wörtern erst nach dem Selbstlauter Ifolget. — Der Selbstlaut i ist sowol seiner natürlichen Folge als auch der Öffnung des Mundes nach beim Aussprechen desselben der mittelste unter den Selbstlautern und er wird in der Aussprache bald gedehnt, wie in mir, dir, wir , bald geschärft, wie in hin, in, bin, Bild, Hirt  Gedehnt wird i auch ausgesprochen, wenn ein h darauf folgt, wie in ihn, ihm, ihnen, ihr  Am häufigsten wird das gedehnte i durch ie ausgedruckt, auf welches oft noch ein h folgt: hier, vier, Thier, nie, sieben, zielen, fließen, Vieh, ziehen  Nur in wenigen Fällen lauter dieses ie geschärft, z. B. in einigen mit dem Worte vier zusammengesetzten und davon abgeleiteten Wörtern, vierzehn, vierzig, Viertel, in dies oder dieß, und nach Einigen in Schmied  Diese schreiben daher auch Schmid, welche Schreibung aber so wie die geschärfte Aussprache nicht allgemein ist. Ziemlich allgemein aber werden geschärft ausgesprochen und dem gemäß auch geschrieben fing, ging, hing, bei Ad. auch gib, gibst. Folgt auf dieses ie in der Verlängerung des Wortes noch ein e, so wird eins davon auch wol weggelassen, so wie bei den Wörtern, welche schon vor diesem hinzukommenden e zwei e (z. B. Klee, See, Schnee) hatten. Das einsilbige Wort Knie z. B. müßte in der Mehrzahl Kniee geschrieben werden, allein man schreibt es auch nur Knie und spricht es zum Unterschiede von der Einzahl zweisilbig aus. Dieselbe Aussprache und Schreibung findet Statt in dem Worte knien, so auch, wir schrien, wovon die Einzahl ich schrie einsilbig ausgesprochen wird. I den meisten Fällen ist dies e hinter dem i von einer schleppenden Aussprache entstanden, nach welcher man Li=ebe, Di=eb, und auch selbst di=er statt dir aussprach, und man ließ es dort, auch als sich diese Aussprache, welche sich nur noch in groben Sprecharten findet, verlor. Ausgenommen sind davon die Fälle wo ie zweisilbig ausgesprochen wird, wie in den Wörtern Lilie, Petersilie, wo jedoch im gemeinen Leben das i in j übergehet und ie einsilbig ausgesprochen wird, Lilje, Petersilje , ferner in den Namen Asien, Schlesien, Britannien, Spanien  So wie i vor e oft in j übergehet, so auch wenn es vor a, o und u stehet, z. B. Jahr, Johann, Jude  — I der Ableitung und Beugung der Wörter gehet der Laut i in alle übrigen Selbstlaute über; z. B. in den Wörtern bitten, beginnen, besinnen, binden, welche in den verschiedenen Zeiten und Formen bat, gebeten, begann, (begonnte), begonnen, besann, besonnen, band, gebunden lauten. I O. D. wird ie sehr oft in eu verwandelt, welche Form auch in der edlern und höhern Schreibart vorkömmt, z. B. fleuch für flieh, zeuch hin, für zieh hin  Als Zahlzeichen bedeutet Idie Zahl 9.
3142 Zeichen · 27 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 4.–6. Jh.
    Gotisch
    iBuchstabe

    Köbler Got. Wörterbuch

    i , Buchstabe nhd. i, Abkürzung für 10 ne. i, abbreviation for 10 Q.: Bi (340-380), Kal (zehnter Nov.); B.: Neh 5,18 D; …

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ist. n.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    i st. n. , mhd. i, î, nhd. i; mnl. i; ae. i. — Graff I,22. i: nom. sg. Gl 1,193,9 ( RX ). T 25,5. der Buchstabe i: i iot…

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    I

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    I der vocal, ist kurz und lang. das kurze i entspricht dem goth. und ahd. kurzen i, ist aber in den endsylben mhd. gewöh…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    iAdv.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    i , Adv. Vw.: s. io (1)

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    I

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    I , ein Zwischenwort, S. Adelung Je .

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    i

    Goethe-Wörterbuch

    i , I als Großbuchstabe zeitgenöss kaum (u im Frakturdruck der Weim Ausgabe gar nicht) von J unterschieden; zur Überschn…

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    I

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    I , der 9. Buchstabe des abendländ. Alphabets; bezeichnet theils den Vocal i, theils den sich dem Gaumenlaute g annähern…

  8. modern
    Dialekt
    i

    Elsässisches Wb. · +11 Parallelbelege

    i [í] der Buchstabe I. s Tüpfele uf d em i derf nit fë h le n die Arbeit muss vollständig, genau gemacht sein Str. K. Z.

  9. Sprichwörter
    I

    Wander (Sprichwörter)

    I 1. Hei seggt I-jo, wie Stadtkämmerers Pudel tom Bäcker Jackel. ( Schippenbeil. ) Jackel war (vgl. Frischbier 2 , 1800 …

  10. Latein
    I

    Lex. musicum Latinum · +2 Parallelbelege

    I , i 1. Markierungspunkt in Mensuren 2. Tonbuchstabe 3. Ausführungshinweis (littera significativa, ‚Romanusbuchstabe‘) …

  11. Spezial
    i, unsilbischesn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    i , n , unsilbisches и , м неслоговой

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit i

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Cotta, M. (2026). „i". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/i/campe
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Cotta, Marcel. „i". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/i/campe. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „i". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/i/campe.
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