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Edelstein

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Edelstein Der

Bd. 1, Sp. 815a
Der Edelstein, des — es, Mz. die — e, ein edler oder sehr kostbarer Stein. Man versteht darunter die härtesten, schwersten und nach dem Schleifen durchsichtigsten und hellglänzenden Steine von allerlei schönen Farben. Die halbdurchsichtigen und undurchsichtigen und sonst an Güte geringern Steine dieser Art nennt man Halbedelsteine. Zum Unterschiede von unechten, falschen, künstlichen Steinen, die ihnen gleichen, nennt man sie auch wol echte Edelsteine. Die Namen fast aller Edelsteine sind fremd und undeutsch; ihnen gebührt daher keine Stelle in einem Wörterbuche der Deutschen Sprache, wenn sie nicht etwa das fremde Gewand abgelegt und Deutsche Sprachähnlichkeit in Form und Betonung angenommen haben. Dies ist der Fall mit dem Demant, Jaspiß, Praser, Sarder, Goldpraser , welche als Deutsche Wörter an ihrer Stelle zu finden sind. Einige andere undeutsch betonte z. B. Achat, Granat, Rubin  verdienen darum eine eigene Anführung, weil mehrere damit zusammengesetzte Wörter, als einer Erklärung bedürftig, nicht fehlen dürfen. Der übrigen Edelsteine aber mit völlig undeutschen Namen kann hier nur beiläufig erwähnt werden, um doch denjenigen, der darüber hier eine Belehrung suchen möchte, nicht ganz unbefriediget zu lassen. Der Achat. S. d. — Der Achatonyx, ein Onyx, welcher mit einer Art des Achat verwachsen ist. — Der Almadin, s. Karfunkel. — Der Amethyst, ist veilchenblau, oft ins Braune und Grüne fallend; er findet sich am häufigsten in kristallischer Gestalt, zuweilen auch kieselförmig, und verliert im Feuer seine Farbe; der morgenländische kömmt dem Rubin nahe, und man bezahlt ein Karat davon mit vier Thalern; der Haaramethyst ist eine Abänderung mit hochrothen Punkten und Streifen; der Amethystonyx, ein mit Onyx zusammengewachsener Amethyst. — Der Aquamarin oder Berill hat eine meergrüne Farbe, die ins Blaue spielt; fällt sie ins Goldgelbe, so heißt er Chrysoberill. — Der Aventurin wird theils grau, theils braun, braungelb und von andern Schattungen gefunden, und enthält einen feinen Gold= und Silberglimmer eingesprengt; er ist hart und nimmt eine schöne Glätte an: — Der Cachalong, ein weißer undurchsichtiger Chalcedon. — Der Chalcedon (zum Kieselgeschlechte gehörig) hat eine milchblaue Farbe, ist wolkig, oft auch weiß oder grau mit Schattungen von andern Farben, und meist halb durchsichtig. Der Chalcedonyx, ein Onyx mit Chalcedon zusammengewachsen, entweder in Streifen oder Lagen, oder in Flecken. — Der Chrysoberill, s. oben Berill. — Der Chrysolith (zum Talkgeschlechte gehörig) findet sich in kristallischer Gestalt, hat eine gelb= oder goldgrüne Farbe, ist durchsichtig und wird von der Feile angegriffen. Er kömmt aus dem Morgenlande. — Der Chrysopras, s. Goldpraser. — Der Hiazint. S. d. — Der Hydrophan, ein durchsichtiger Chalcedon, der inwendig klares Wasser enthält. — Der Jaspiß. S. d. Der Jasponyx, ein Jaspiß, in welchem sich Onyx in kleinen Flecken oder Restern erzeugt hat; zuweilen führen auch undurchsichtige Achate, die Onyx enthalten, diesen Namen. — Der Karfunkel. S. d. — Der Karneol, s. Sarder. — Der Karneolberill, ein gelber Karneol. — Der Labradorstein (eine Art Feldspath) hat eine meist schwärzlichgraue Grundfarbe, und schillert bei auffallendem Lichte in Blau, Grün, Gelb, Roth , und ahmt dadurch die Farben des Regenbogens nach. — Der Lasurstein (Lapis lazuli) besteht aus Kieselerde, Thon, etwas Kalk und verschiedenen metallischen Theilen, besonders Eisen, und hat eine schöne himmelblaue Farbe, daher er auch Kornblumenstein (Cyanus) genannt wird. Man bereitet aus demselben die schönste und kostbarste blaue Farbe (Ultramarin). — Der Lynkur, ein Name des Aschenziehers. — Der Mokkastein, ein Chalcedon mit baumförmigen und ähnlichen Zeichnungen. — Der Onyx, eine Abänderung des Chalcedons, dessen Farbe gewöhnlich der Farbe der Nägel an den Fingern gleicht. — Der Opal (zum Kieselgeschlechte gehörig) ist meist milchblau, spielt aber ins Grüne, Gelbe, Rothe und Blaue, ist halb durchsichtig, nicht sehr hart, und ist der einzige Edelstein, welchen man nicht künstlich nachahmen kann (Elementar- stein). — Der Praser. S. d. — Der Rubicell, ein rother Rubin. — Der Rubin. S. d. — Der Saphir. S. d. — Der Sardachat. S. d. — Der Sarder. S. d. — Der Sardonyx, ein mit Onyx verbundener Sarder, entweder in Streifen und Lagen oder Flecken. — Der Sinopel, ein eisenhaltiger Jaspiß. — Der Smaragd. S. d. — Der Spinell, ein ins Veilchenblau fallender Rubin. — Der Topas (zum Thongeschlechte gehörig) hat eine zitrongelbe, oft dunkelgelbe Farbe. Der Rauchtopas, ist rauchgelb oder schwarzgelb, und heißt auch Aftertopas, Franztopas. — Der Türkis. S. d. — Der Turmalin, s. Aschenzieher.
4660 Zeichen · 78 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    edelstein

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    edelstein edelstein. myst. 2 96,1.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    edelsteinM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    edelstein , M. Vw.: s. ēdelstēn

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Êdelstein

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Êdelstein , des -es, plur. die -e, ein edler, sehr kostbarer Stein; mit welchem Nahmen man die härtesten, schwereste…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Edelstein

    Goethe-Wörterbuch

    Edelstein 1 für versch durch Seltenheit, Kostbarkeit, Schönheit, Härte, Glanz, kristalline Struktur ausgezeichnete Miner…

  5. modern
    Dialekt
    Edelsteinm.

    Pfälzisches Wb.

    Edel-stein m. : wie schd.; e Erelstäiⁿ fasse [ KU-Schmittw/O ]. Dann is er uf die braune Edelsteen ze spreche komm [Feie…

  6. Sprichwörter
    Edelstein

    Wander (Sprichwörter)

    Edelstein 1. Auf jeden (einen) Edelstein kommen viel tausend Kiesel. – Sailer, 203. 2. Edelstein fasset man in gold, nic…

  7. Spezial
    Edelstein

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Edel|stein m. (-[e]s,-e) pera preziosa f. , pera de valur f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit edelstein

40 Bildungen · 37 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von edelstein 2 Komponenten

edel+stein

edelstein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

edelstein‑ als Erstglied (30 von 37)

EDELSTEINEN

DWB2

edel·steinen

EDELSTEINEN adj. abl. von edelstein m. 1. aus edelsteinen bestehend, hergestellt: 1637 die seiten wände sahen diesem allen gleich, ohne daß …

edelsteiner

DWB

edel·steiner

edelsteiner , m. gemmarius, wie edelgesteiner: edelsteiner, nonnentröster. Fischart groszm. 82 .

edelsteinern

DWB

edelstein·ern

edelsteinern , gemmeus: edelsteinerner hausrat. Horazens episteln von Wieland. Dessau 1782 1, 125 ; was steht nicht noch für goldnes, edelst…

Edelsteinfarbe

GWB

edelstein·farbe

Edelsteinfarbe E. des Flußspathes .. eine .. erhöhte Phosphoreszenz N5 2 ,172,19 Fl Plp Armin Giese A. G.

Edelsteinhandel

Campe

edelstein·handel

Der Edelsteinhandel , des — s, o. Mz. der Handel mit Edelsteinen. Davon der Edelsteinhändler, der mit Edelsteinen Handel treibt.

EDELSTEINICHT

DWB2

edelstein·icht

EDELSTEINICHT adj. abl. von edelstein m. 1. aus edelstein bestehend, ihm ähnlich: 1520 ( die natur ) hat dir ( dem iltis ) verluhen edelstey…

Edelsteinkabinett

GWB

edelstein·kabinett

Edelsteinkabinett einmal Fugen-s, meist -Cabinet Edelsteinsammlung (des großherzogl Hauses); als Gegenstand von Ordnungs- u Katalogisierungs…

edelsteinkunde

DWB2

edelstein·kunde

edelsteinkunde f. - 1860 Kluge handbuch der edelsteinkunde für mineralogen, stein schneider und juweliere ( titel ) . 1979 zeit 24,31.

edelsteinmetze

KöblerMhd

edelstein·metze

edelsteinmetze , sw. M. nhd. Edelsteinschneider ÜG.: lat. gemmarius Gl Q.: Gl, Voc (14./15. Jh.) I.: Lüt. lat. gemmarius? E.: s. edele, stei…

Edelsteinsammlung

GWB

edelstein·sammlung

Edelsteinsammlung auch Bindestrichschr wie Edelsteinkabinett B35,258,5 CarlAug 4.2.22 K 36,213,19 TuJ uö vgl Edelsteinkabinett (sd) Armin Gi…

Edelsteinschneider

Campe

edelstein·schneider

Der Edelsteinschneider , des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein Künstler, der Edelsteine schneidet und schleifet; auch Edelsteinschleifer.

edelstein als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von edelstein (2 von 2)

Edelsteine

Meyers

Edelsteine (hierzu Tafel »Edelsteine« mit Textblatt), Mineralien (Steine), die wegen schöner Farbe oder Farblosigkeit, Glanz, Durchsichtigke…

veredelsteinen

DWB

veredelsteinen , verb. zum edelsteine machen, sich veredelsteinen, in übertragener bedeutung: und hier hatte so sein feuer lenz entzündet ne…

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Cotta, M. (2026). „edelstein". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/edelstein/campe
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Cotta, Marcel. „edelstein". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/edelstein/campe. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „edelstein". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/edelstein/campe.
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