lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

unbe

mnd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MNWB
Anchors
4 in 3 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
Verweise rein
1
Verweise raus
3

Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

unbe adv.

Bd. 3-2, Sp. 8
2ümme umme, üm, um, umb, unbe, adv.: 0. (Grammatisches:) ümme als getrennt stehender zweiter Bestandteil von Pronominaladverben wird als Präp. aufgefasst, vgl. 2ümme, dār ... ümme, hîr ... ümme, wor ... ümme. — Der häufige Gebrauch dieser Kollokationen hat zur Bildung verselbstständigter Adverbien geführt, vgl. dārümme unter 1dâr, sowie hîrümme, worümme. 1. lokal: 1.1. (einen Zustand kennzeichnend:) herum, rings umher, „Vmme vmmelank alse legge dar vmme circum circiter circum quaque vndique” (Voc. Strals. ed. Damme 438), „Wille gi eyn hus kopen edder huren, So vraghet alle umme synt Wat bur men dar vint” (Leyen Doctr. ed. Ljunggren 162), „ic byn all um belecht van mynen vyanden” (Veghe ? Lect. 142), „Hebben se nicht de lande vmme betwungen” (RV 175), „so togen se ut ore cleidere up dat neddercleit und hengeden vor sik einen dok, de ging van den lenden up de vote und was umme to” (Chr. d. d. St. 7, 205); „eyn schone kerke ... de steyt alleyne ... also dat me se umme beseen mach” (Mandeville 66); auch verstärkend in den Vbdgg. ümme unde ümme, „Vmme vnde vmme circum et circumque circum circiterque” (Voc. Strals. ed. Damme 441), „unde also is Egipten umme unde umme besloten” (Mandeville 43), „myt witten mormelen steyne vmme vnde vmme besettet” (Lud. v. Sudh. 147); „vnde sochten Jhesum ... up allen bergen in Israhel vumme vnde vmme” (Ev. Nicod. 80); ümme unde ümmehēr, „gelenet van allen vorsten umme unde umme her” (Brandis 110), „Umme unde umme her was ein water” (ebd. 88); ümme allenthalven, „Circumquaque vmme van allent haluen” (Dief. 22), „circumquaque vmme allent-haluen” (Dief. nov. 38), „Circumquaque allent- []halven / vmme, ... Vmballenthalben” (De Man 259a), „vmme allenthaluen Circumquaque” (Lib. ord. rer. 1, 729). — 1.2. (einen Bewegungsverlauf kennzeichnend:) herum, „Do Reynke dyt sach, he nam de krumme Vnde leep tor anderen syden vmme” (RV 45/46), „Do bemurede Salamon Jerusalem vmme mit dren muren” (Lüb. Hist. 93), „Een ghud wech vmme is neen krumme” (Prov. Comm. 14, nr. 319), „vnde wanderde alle werlt vmme also en arme pelegrime” (Meckl. Jb. 23, 133); verstärkend auch in der Vbdg. runt ümme rundherum, „Dweren runt vmme roren circinare circiter mouere circiter miscere” (Voc. Strals. ed. Damme 197), „wente de strom dreyet dar runt umme” (Seebuch 4); — (einen Gesprächsverlauf kennzeichnend) in der Vbdg. ümme unde ümme hin und her, kreuz und quer, „unde de Rat to Hildensem handelden. sloͤch vaken umme unde umme” (Brandis 163). 2. temporal: vorbei, vorüber, „als de maent umme were” (Münst. Gqu. 1, 158), „Do de 4 weken umme weren” (Oldecop 662), „so schal de meister nenen jungen annhemen, ehr desz jungen tidt umme isz” (Hamb. ZR 20), „so was de dach umme nicht, dat dar nen vorhandeling schach” (Chr. d. d. St. 7, 363). 3. modal: 3.1. erneut, wiederum, „de dar berede weren to tughende, dat her Clawes den erben(omeden) Alberten vmme in borghehand ghebracht hadde” (Strals. Lib. mem. 3, 38), „Itē nocht vme geuen j {Mark}” (Hamb. Islandfahrer 1, 64r), „Darna vor Pinxten sanden ze echt umme IV. ut dem Rade und achte ut den Sestigen” (Leibniz Scriptores 3, 244); der Reihe nach, „vmme vorder” (De Man 263b), „unde alsô vort umme” (Nowg. Schra 136). — 3.2. regelmäßig, fortdauernd, „So mach he don umme alle 14 dage, so lange also eme it belevet” (Stader Arch. 9, 129); auch in der Vbdg. ümme unde ümme, „Continuus gans ane middel vmme unde vmme, gantz ...” (De Man 205), „De bisschop van Meideborch en dede nichtes strackes darinne, syn adel wendent umme unde umme, dat it gantz nergen vor en kam” (Brandis 151), „En tobryckt gherynge schyp unde karen, Wowol se varen umme unde um” (Narrenschyp 202). — 3.3. ü. wēsen unbrauchbar sein, verloren sein, „Do sy tughe mit A. G. vnd dessulftens volk ouergetredenn, dan sy gemeyneth, Jacob Robbers schip were gantz vmme gewesen” (SL 5, 3 a: Brem. Urk. v. 1564). — 3.4. (Abschluss einer Handlung:) ü. wēsen mit etw. fertig sein, „Do dei klocke to 11 was, gingen wy ut to biddende dei luide ... Des avendes to 7 hadde wy umme wesen” (J. Brandis 17). — 3.5. °vergebens, „Sit des seker vnde vruͦt Dat vnrechter lude gud Also vordorret vnde vorgat ... It is vmme tosamende geleyt” (Leyen Doctr. ed. Ljunggren 182). — []3.6. (in der Funktion einer Modalpartikel, Maß- und Mengenangaben relativierend:) ungefähr, etwa, „vmme veer ofte vyf myle breyd” (Lud. v. Sudh. 133), „Umme halfwech to einem wort dat bernende” (Brandis 253); auch in den Vbdgg. ümme unde wol, „konyngrike, dat in synem ruͮme vnde in synen kreyse hefft vmme vnde wol achtentech myle breyt vnde lang” (Lud. v. Sudh. 98); ümme den trent, um den trent, ümme ê(i)n trent, umb/ümme den trint, ümme ê(i)n trint, „des saterdages toquemen umme en trind 40 knechte” (Oldenb. Jb. 37, 79); — vgl. ümmetrent. 4. (referentiell:) darauf bezogen, diesbezüglich, „Do se all vmme latet hadden des vill dat loth vppe Jonathes” (Lüb. Hist. 18), „Do leyt Saull dat volck delen in veer schare vnde leit vmme laten” (ebd.). Vgl. alümme (unter al), wedderümme.
5088 Zeichen · 147 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    unbeAdv.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    unbe , Adv. Vw.: s. ümme (2) L.: MndHwb 3, 2, 115 (unbe)

  2. modern
    Dialekt
    unbe

    Rheinisches Wb.

    un-be-: onbətEkəliχ unwohl, unbehaglich Bergh-Heppend Stdt , Dür-Froitzh .

Verweisungsnetz

722 Knoten, 719 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Hub 1 Kompositum 717 Sackgasse 3

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unbe

2.454 Bildungen · 2.453 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unbe

un- + be

unbe leitet sich vom Lemma be ab mit Präfix un-.

unbe‑ als Erstglied (30 von 2.453)

unbeabsichtigt

DWB

unbeabsichtigt , neueres part.-adj. adv., spontan, gegentheil von beabsichtigt; als adv. etwa in der mitte zwischen unabsichtlich und unvers…

Unbeachet

Campe

Х Unbeachet , adj . u. adv . nicht beachet, ohne ach darüber auszurufen.

unbeachtbar

DWB

unbe·achtbar

unbeachtbar , verbaladj. , gegentheil von beachtbar: seit der Kantischen philosophie ist es als niedriges, schlechtes unbeachtbares verworfe…

unbeachtend

DWB

unbeachtend , part.-adv., achtlos: eine rose, an der wir noch abends unbeachtend vorübergingen Göthe 24, 370, 28 Weim.; der platz aber, von …

Unbeachtet

Campe

Unbeachtet , adj . u. adv . nicht beachtet, ohne darauf zu achten, seine Aufmerksamkeit darauf zu richten. Weil noch züchtig sie war und noc…

unbeachtetheit

DWB

unbeachtet·heit

unbeachtetheit , f. : aus der bisherigen völligen unbeachtetheit hervortreten Ritter erdk. 7, 605 . —

unbeachtung

DWB

unbe·achtung

unbeachtung , f. , mangel an beachtung, nichtbeachtung: aus mangel oder unbeachtung sicherer ortsbestimmungen Humboldt kosmos 4, 453 ; 1, 43…

Unbeächzet

Campe

Unbeächzet , — beackert, — beädert, — beambert, — beamtet , (ein unbeamteter Gelehrter, ein privatisirender ) — beängstet, — beängstiget, — …

unbeald

KöblerAe

unbe·ald

unbeald , Adj. nhd. ängstlich, feig, furchtsam E.: s. un-, beald L.: Hall/Meritt 371a

unbealu

KöblerAe

unbe·alu

unbealu , st. N. (wa) nhd. Unschuld E.: s. un-, bealu (1) L.: Hall/Meritt 371a

unbeamtet

DWB

unbeamtet , part.-adj. , gegentheil von beamtet. unbeambtet Schottel 610 ; Kramer (1700) 1, 18 c; Campe 5, 125 a ; particulier .. wird durch…

unbeāndet

MNWB

° unbeāndet , adj. : unerwähnt, „ Unnde wes nuͤ tor tydt blivet unb [ e ] andet, werth to sinen dagen, wen wy under andern to muntliker spra…

unbeangestet

KöblerMnd

unbeangestet , Adj. nhd. ohne Angst seiend, unbesorgt, ohne Gefährdung seiend, ohne Besorgnis seiend Q.: Hanserec. III 2, 13 E.: s. un... (1…

unbeangstet

MNWB

unbeangstet , umbeangstet ( umbeanxtet , umbeanxstet ), unbeengestet , adj. : ohne Angst, unbesorgt, „ Darupp gii, de juwen, de stede unnde …

unbeangst't

MeckWB

unbeangst't a. Spr. unbeängstigt, ohne Angst: da der Schiffer mit seinem stark beschädigten Schiff 'ock umbeanxtet nicht wedder by varen kon…

unbeansāget

MNWB

° unbeansāget , adj. : unbeschuldigt, ohne Anklage, „ unde de van Hildensem schullen der sake halven ... van Hermenne vam Husz, Hinricke van…

unbeansāget

KöblerMnd

unbeansāget , Adj. nhd. unbeschuldigt, ohne Anklage seiend Q.: UB. Hildesh. 8, 134 E.: s. un... (1), beansāget L.: MndHwb 3, 2, 116 (unbeans…

unbeantwerdet

KöblerMnd

unbeantwerdet , Adj. Vw.: s. unbeantwordet

unbeantwordet

MNWB

unbeantwordet , unbeantwerdet , adj. : nicht beantwortet, „ Eth sin ock gemelte Rede sick lange vnnd noch vnbehanthwordet gebleuenn ” (Aktst…

unbeantwortbar

DWB

unbeantwortbar , verbaladj. , gegentheil des unüblichen beantwortbar: unbeantwortbare antworten K. Fr. Cramer Neseggab 4, 45 ; nun ist nicht…

Unbeantwortet

Campe

Unbeantwortet , adj . u. adv . nicht beantwortet, ohne Antwort. Einen Brief unbeantwortet lassen. Uneigentlich, ◬ unerwiedert. Die unbeantwo…

Unbeantwortlich

Adelung

unbe·antwortlich

Unbeantwortlich , -er, -ste, adj. et adv. was sich nicht beantworten lässet. Ein unbeantwortlicher Einwurf. Daher die Unbeantwortlichkeit.

unbeantwortlichkeit

DWB

unbeantwortlich·keit

unbeantwortlichkeit , f. , Adelung , Campe, Lucas. — selten unbeantwortenswürdig: alles was gegen diese versuche gesagt wird, halt ich ... f…

unbeanxtet

KöblerMnd

unbeanxtet , Adj. Vw.: s. unbeangestet*

unbearbeidet

MNWB

unbearbeidet , adj. : ungenutzt, „ Vnbearbeidet inusus innissus” (Voc. Strals. ed. Damme 441), „ soferne dat dat landt unbearbeidet liggen b…

unbearbeitet

DWB

unbearbeitet , part.-adj. , gegentheil von bearbeitet excultus, hat die gleiche entwicklung wie unangebaut ( sp. 123) und unbebaut (in den u…

unbearbeitung

DWB

unbearbeitung , f. : ist ein unbearbeiteter klotz besser, weil man bei seiner unbearbeitung nicht gefehlt hat Herder 32, 220 . —

unbearbēdet

KöblerMnd

unbearbēdet , Adj. nhd. „unbearbeitet“, ungenutzt Q.: Voc. Strals. ed. Damme 441 (um 1600) E.: s. un... (1), bearbeidet W.: s. nhd. unbearbe…

unbe als Zweitglied (1 von 1)

crunbe

KöblerMhd

crunbe , st. F. Vw.: s. krumbe

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „unbe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unbe/mnwb
MLA
Cotta, Marcel. „unbe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unbe/mnwb. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „unbe". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unbe/mnwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_unbe_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„unbe"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/unbe/mnwb},
  urldate      = {2026-05-19},
}