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phänomen

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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8 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

phänomen n.

Bd. 13, Sp. 1821
phänomen, n. im 18. jahrh. entlehnt aus franz. phénomène, m. vom lat. phaenomenon, griech. φαινόμενον, zunächst eine luft-, eine naturerscheinung, dann (nach der lehre der skeptiker) überhaupt etwas den sinnen erscheinendes, im engeren sinne eine neue, merkwürdige erscheinung: welch langsam phänomen durchstreicht des aethers wogen, dort wo Saturn gebeut? ist es? es ists, das jahr, das reuend uns entflogen, es steigt zur ewigkeit. Lessing 1, 96; weil hier (in einer auswahl guter gedichte) die elemente (der poetik) noch nicht getrennt, sondern, wie in einem ur-ei, zusammen sind, das nur bebrütet werden darf, um als herrlichstes phänomen, auf goldflügeln in die lüfte zu steigen. Göthe 45, 334; man musz das sonnenbild genug quälen, bis das phänomen ganz farbig erscheint. 54, 111; an die stelle des phänomens (des lichtes) setzte man eine erklärung: nun nannte man die erklärung ein factum, und das factum zuletzt eine sache. 54, 124; von demjenigen, der die geschichte irgend eines wissens überliefern will, können wir mit recht verlangen, das er uns nachricht gebe, wie die phänomene nach und nach bekannt geworden. 53, xvii; kein phänomen erklärt sich an und aus sich selbst; nur viele zusammen überschaut, methodisch geordnet, geben zuletzt etwas, was für theorie gelten könnte. 19, 176 H.; die phänomene sind nichts werth, als wenn sie uns eine tiefere, reichere einsicht in die natur gewähren, oder wenn sie uns zum nutzen anzuwenden sind. 215; erklärung der phänomene des lebens. A. W. Schlegel vorles. 2, 59, 4 neudruck; auf geistige erscheinungen und eigenschaften bezogen: es ist wahr, wir haben einen Garrick gesehen, aber ein phenomen (auszerordentliche, merkwürdige erscheinung) entscheidet nichts. Sturz 2, 170; Herder .. ist ein phänomen von geist, und im grunde sind diese erscheinungen in Teutschland selten. Göthe an Öser (1769), d. j. Göthe 1, 58; was man motive nennt, sind also eigentlich phänomene des menschengeistes. werke 56, 147; es gibt gewisse phänomene der menschheit, die man mit dieser benennung ('eigenheiten') am besten ausdrückt. 45, 300; nach solcher erklärung begreifen wir vielleicht noch grellere phänomene des tages, die uns so tief betrüben. H. Heine 5, 258. — davon phänomenologie, f. die lehre von den erscheinungen, nach Kant (8, 452. 554 ff.) jener theil der naturlehre, welcher die bewegung oder ruhe der materie blosz in beziehung auf die vorstellungsart oder modalität, mithin als erscheinung äuszerer sinne bestimmt; in ähnlicher weise nennt Hegel die lehre von dem erscheinungswesen des geistes in seiner stufenweisen herausbildung zu einem in sich vollendeten wesen 'phänomenologie des geistes' (Bamberg 1807).
2687 Zeichen · 34 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Phänomēn

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das Phänomēn , des -es, plur. die -e, aus dem Griech. und Lat. Phaenomenon, eigentlich, eine merkliche Veränderung in de…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Phänomen

    Goethe-Wörterbuch

    Phänomen auch Phe- (zB B8,203,18 ), Phae- LA II 10A,44 u (Kleinschr) LA II 3,7 . Etwa 1100 von insgesamt gut 1200 Belege…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Phänomēn

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Phänomēn ( Phainomenon , griech.), »Erscheinung«, ursprünglich nur für Lufterscheinungen gebraucht, dann aber von den Ph…

  4. Spezial
    Phänomen, sprachlichesn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Phänomen , n , sprachliches явление , ср , языковое

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit phaenomen

4 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

phaenomen‑ als Erstglied (3 von 3)

phänomenal

Pfeifer_etym

Phänomen n. ‘sich den Sinnen zeigende oder gedachte Erscheinung, seltenes, außergewöhnliches Vorkommnis, auffallende (Natur)erscheinung, ung…

Phänomenalismus

Meyers

Phänomenalismus , in der Philosophie die Lehre, die nur die unmittelbar wahrnehmbaren Erscheinungen (Phänomene) als wirklich betrachtet, die…

Phänomenologie

Meyers

Phänomenologie (griech.), s. Phänomen ; in der Medizin soviel wie Semiotik (s. d.).

Ableitungen von phaenomen (1 von 1)

urphänomen

DWB

urphänomen , n. , phänomen, mit ur- C 4 c, als individuelle bildung Göthe s; s. sp. 2358 : vor den urphänomenen, wenn sie unseren sinnen ent…