Einheit Rund 350 Belege, davon ein knappes Drittel im natwiss (überwiegend morphol) Bereich; frühstes belegtes Vorkommen 1771 in ‘Zum Shakespeares Tag’ (vgl 3 d β), bis 1790 weiterhin nur sporadisch (vorwiegend im ästhet Bereich, s insbes 2. Buch ThS, Sommer 1782) verwendet, dann Frequenzanstieg iZshg mit natwiss Studien (Optik, Morphologie) u im Gefolge der literaturtheoret Diskussion mit Schiller (üb die Gattungsgesetze von Drama u Epos) sowie kontinuierl Verwendung bis ins Alter. — Bezeichnend für G ist der komplexe Gebrauch des ursprüngl formallogisch bestimmten, dann im literar- u kunsttheoret (wie polit-sozialen) Bereich verwendeten Terminus1),
wobei vor allem die geistig-literar Dimension des Wortes reiche Anwendung findet, die Ordnungs- zu einer künstlerischen Wertkategorie (3 d α
) erweitert wird. Hinzu kommt die Hineinnahme des Begriffs in das Gebiet der natwiss, speziell morphol Studien, da er G-s dem Verhältnis des Einzelnen zum Ganzen nachspürenden Denken zu einem Grundbegriff dienen kann. Dabei wird Einheit nicht verstanden als in sich undifferenziert u spannungslos, vielmehr gefaßt als eine Einheit des Differenten, die sich in polaren Wertpaaren wie ‘Einheit — Mannigfaltigkeit’, ‘Einheit — Vielheit’ als komplementär begreift, als Vereinigung des Gegensätzlichen, Synthese polarer Gegensätze. Einheit als Organisations-, als Lebensprinzip wird zu einem Kriterium der Wirklichkeitserkenntnis u so zu einem Schlüsselwort G-schen Weltverständnisses.2) 1
iS absoluter Einfachheit u Einzigkeit a
theol als die Gott vorbehaltene Einmaligkeit u Einzigartigkeit iS eines strengen Monotheismus, auch kritisch gegenüber einem Totalität beanspruchenden Gottesbegriff [
mBez auf die islamische Religion] Die E. Gottes, Ergebung in seinen Willen .. alles stimmt mehr oder weniger mit unserm Glauben .. überein GWB7,83,8 DivNot Das abscheuliche wohin das System der E. Gottes führt GWB7,305 DivNot Plp = AADiv3,99,13 GWBB29,13,3 Boisserée 16.1.18 b
iZshg mit der G-schen Überzeugung von der Einfachheit (Nichtzusammengesetztheit) u Unteilbarkeit des Lichts E. ewigen Lichts zu spalten, | Müssen wir für thörig halten, | .. Hell und Dunkel, Licht und Schatten | Weiß man klüglich sie zu gatten, | Ist das Farbenreich besiegt GWB3,355 ZXen VI 1652 GWBN2,15,21 FlP 27 2
Übereinstimmung, Harmonie, Einheitlichkeit a
Geschlossenheit, Festigkeit, Stimmigkeit der Persönlichkeit u ihrer Erscheinung, personale Identität; mBez auf widerstreitende Kräfte des Innern auch iS eines Ausgleichs ob zwar die E. seines [
Lavaters] innern Wesens auf einer hohen Sittlichkeit ruhte, so konnte er doch .. nicht zur äußern E. gelangen GWB29,144,12u14 DuW 19 [
betr Plessing, der seinen Br an G vorliest] vielleicht war ich niemals mehr von der Behauptung der Physiognomisten überzeugt .. jede in die Wirklichkeit hervorgetretene Monas erzeige sich in vollkommener E. ihrer Eigenthümlichkeiten GWB33,222,6 Camp sind .. Makarien die Verhältnisse unsres Sonnensystems .. gründlich eingeboren .. Nicht eher jedoch kam sie hierüber zur E. und Beruhigung, als bis sie den Beistand [
Astronom] .. gewonnen hatte GWB24,192,8 Wj I 10 GWB36,189,25 TuJ GWBB45,268,11 Schubarth 10.5.29
uö iSv innerer Sammlung, Konzentration GWBB12,163,6 Schiller 21.6.97 Gespr(Weitz1,238) Boisserée 6.8.15
uö b
Eintracht, Zusammenhalt einer Nation, eines gesellschaftl Kreises, einer Gruppe uä Wie aber die militarisch-physische Kraft einer Nation aus ihrer innern E. sich entwickelt, so muß auch die sittlich-ästhetische aus einer ähnlichen Übereinstimmung nach und nach hervorgehen GWB41
2,266,15 Üb:Duval,LeTasse daß die Übereinstimmung, die E. unserer [
weim] Bühne diesem großen Schauspieler [
Iffland] vollkommene Leichtigkeit und Bequemlichkeit gab, sich wie auf einem reinen Element nach Gefallen zu bewegen GWB36,80,7 TuJ E. ist allmächtig, deßhalb keine Spaltung, kein Widerstreit unter uns GWB25
1,189,2 Wj III 9 GWB40,313,19 Üb:Collin,Regulus
uö iSv Einigung Sie [
die Sassaniden] wurden .. von den Arabern unterjocht, welche Mahomet durch E. zur furchtbarsten Macht erhoben hatte GWB7,31,25 DivNot c
Einklang von Meinungen, Urteilen, Überzeugungen Glücklicher oder unglücklicher Weise kann in Deutschland keine E. der Urtheile statt finden; und die Spaltungen werden in’s Unendliche gehen, sobald nur noch mehr von den älteren Autoren .. das Zeitliche gesegnen werden GWBB25,243,24 Woltmann 31.3.15 [
Wirkungen einer G-Feier üb den Anlaß hinaus] Man erfreuete sich des Zeugnisses einer im Stillen bestehenden E. deutschen Denkens und Empfindens GWBB32,63,14 LeseGes Mainz 10.10.19 GWBB10,89,6 Jacobi 7.7.93
uö d
Gleichartigkeit, Homogenität in Struktur, Form, Erscheinungsbild Je größer die Last, oder je feiner der Zweck (wie z. E. bei einer Uhr), desto zusammengesetzter, desto künstlicher wird der Mechanismus sein, und doch im Innern die größte E. haben GWB32,111,14 ItR Magnet .. E. des Metalls GWBN13,433,21 Plp [
betr Sternbg als Präsident der böhm wiss Ges] Reise nach Wien, die freylich nöthig seyn möchte, um eine gewisse E. in die Naturforschung der österreichischen Staaten zu bringen GWBB37,53,13 CarlAug 26.5.23 K [
für: être un] GWB45,105,19 RamNeffe GWBN5
1,396,3 Fl Nachtr [Riemer]
uö iS einer mehr äußerl Unveränderlichkeit, Uniformität bzw Kontinuität, Stetigkeit die Erziehung wird bei uns um so leichter, als jeder für sich selbst .. stehen muß. Gewisse Dinge freilich müssen nach einer gewissen gleichförmigen E. gebildet werden: Lesen, Schreiben, Rechnen GWB25
1,212,2 Wj III 11 E. der chemischen Niederschläge Succession GWBN13,313,29 MinGeol Plp GWB24,258,12 Wj II 2 GWB40,130,15 FrzSchausp GWBB20,244,7 Voigt 7.12.08
uö 3
Totalität, ungeteilte, unteilbare (organische) Ganzheit, in der die Vielheit des Einzelnen u die Gegensätze aufgehoben sind, Einheit in der Mannigfaltigkeit, Identität von Differentem, einander Entgegengesetztem a
trinitar Wesenheit Gottes, auch übertr auf den Granit u das ‘Ineinandersein’, die ‘Dreieinigkeit’ seiner Teile Sollten daher die drei göttlichen Personen, unter deren Gleichniß und Namen solche Überzeugungen und Verheißungen ausgesprochen sind, nicht billigermaßen für die höchste E. gelten? GWB24,245,11 Wj II 1 Solange diese drei sichtbare und fühlbare Bestandtheile [
Feldspat, Quarz u Glimmer] einander das Gleichgewicht halten, so daß alle mit und neben einander sich befinden, sich an einander schließen und ihre trinitarische E. behaupten, so behält das Gestein .. mit Recht den Namen des Granits GWBN10,122,13 Zinnformation GWBN9,134,22 Problemat b
als ein der (gesamten) Natur zugrunde liegendes u in ihren (polaren) Erscheinungen u Gesetzmäßigkeiten sich manifestierendes Grundprinzip, mehrf unter dem Aspekt des Ursprungs aus dem ‘Ewig-Einen’ sowie der Rückkehr dorthin α
als ontische Qualität, Manifestation eines von gleichen Regeln, analogen Bauplänen u übereinstimmenden Gesetzen (nach dem Prinzip ineinandergreifender, gegensätzl Wirkungen) bestimmten Universums, Grundbedingung von Erscheinung (in strukturierter Ordnung) Dualität der Erscheinung als Gegensatz: Wir und die Gegenstände .. Gedanke und Ausdehnung, Licht und Finsterniß Dualität als Auseinandergehen der E. GWBN11,350 Polarität Plp alles, was erscheinen, was uns als ein Phänomen begegnen solle, müsse entweder eine ursprüngliche Entzweiung, die einer Vereinigung fähig ist, oder eine ursprüngliche E., die zur Entzweiung gelangen könne, andeuten, und sich auf eine solche Weise darstellen. Das Geeinte zu entzweien, das Entzweite zu einigen, ist das Leben der Natur; dieß ist die ewige Systole und Diastole, die ewige Synkrisis und Diakrisis, das Ein- und Ausathmen der Welt, in der wir leben, weben und sind GWBN1,296,6 FlD 739 Wie durchaus bei Entstehung der Farbe das ganze System gefordert wird, haben wir schon früher mehrmals erfahren, und es liegt auch in der Natur jeder physischen Erscheinung, es liegt schon in dem Begriff von polarischer Entgegensetzung, wodurch eine elementare E. zur Erscheinung kommt GWBN1,187,20 FlD 453 Vielleicht bestätigt sich die Vermuthung, daß die farbigen Naturwirkungen, so gut als die magnetischen, elektrischen und andere, auf einem Wechselverhältniß, einer Polarität, oder wie man die Erscheinungen des Zwiefachen, ja Mehrfachen in einer entschiedenen E. nennen mag, beruhen GWB47,16,11 PropylEinl Die Elektricität rückt dem Körperlichen, dem Chemischen schon näher .. Ihre chemischen Einwirkungen sind unläugbar. Doch bleibt sie in ihrer E. immer etwas Verborgenes und ist nur durch Entzweiung darzustellen GWBN11,210,12 Atomism Dynamism GWBN11,151,13 MuR(664) GWBN5
2,421,6 Fl Plp GWBN6,297,1 PhysiolPfl GWBN11,199,2u6 Galvanism
uö im dialektischen, den antiken Denkern verborgenen Prozeß3) GWBN3,115,12 FlH II
als Zusammenschau von Innen u Außen, innere Entsprechung von Ideellem u Materiellem, Subjektivem u Objektivem Das Erhabene durch Kenntnis nach und nach zerpflückt, tritt vor unsrem Geist nicht leicht wieder zusammen, und so werden wir .. .. um das Hohe gebracht was wir genießen können, um die E. die uns in vollem Maße zur Mitempfindung des Unendlichen erhebt, wogegen wir bey vermehrter Kenntniß immer kleiner werden GWB49
2,277,13 MuR(1139) Die Umfassenden, die man in einem stolzern Sinne die Erschaffenden nennen könnte, verhalten sich im höchsten Grade productiv; indem sie nämlich von Ideen ausgehen, sprechen sie die E. des Ganzen schon aus, und es ist gewissermaßen nachher die Sache der Natur sich in diese Idee zu fügen GWBN6,302,19 PhysiolPfl GWB48,56,16 Preisaufg 1802
uö β
morph als Gemeinsamkeit, Gestaltverwandtschaft (u entsprechende Vergleichbarkeit) lebendiger Organismen, der simultan angelegten, sich gleichförmig od ähnl wiederholenden Organe, Körperteile miteinander Beschwerlichkeit der Vergleichung der Thiere unter einander. Mangel an Einheit. Warum der Mensch nicht zur Base zu legen. Unmöglichkeit ein andres Thier zu wählen. Nothwendigkeit eines allgemeinen Typus, auf den alles zu referiren und mit dem alles zu vergleichen. Daraus entspringende E. GWBN8,315 Morph Plp [
mBez auf Rousseau] daß in dem unermeßlichen Pflanzenreiche keine so große Mannichfaltigkeit der Formen erscheinen könnte ohne daß ein Grundgesetz .. sie wieder sämmtlich zur E. zurückbrächte GWBN6,111,22 BotanStudien [1831] wenn dieser [
Buffon] die große Synthese der empirischen Welt gelten läßt .. so tritt Geoffroy bereits der großen abstracten von jenem nur geahnten E. [
im Bauplan organischer Wesen] näher GWBN7,187,22 PrincPhilZool II GWBN7,73,12 Bildungstrieb GWBN12,143,28 NathistAbbildungen [dAlton]
uö c
als Gestaltganzes, (individuelle) Gestalteinheit α
in sich (hierarchisch) gegliedertes System eines einheitl spezifizierten Organismus, einer organischen Bildung; bei Tier (u Mensch) als in sich abgeschlossener Komplex, autonome Gestalt, Individuum, insbes iVbdgn wie ‘isolierte, individuelle E.’, bei der Pflanze als dialektische Verbindung von Trennungs- u Vereinigungsprozessen Natur organischer Körper .. da die vollkommensten derselben uns als eine von allen übrigen Wesen getrennte E. erscheinet, da wir uns selbst einer solchen E. bewußt sind, da wir den vollkommensten Zustand der Gesundheit nur dadurch gewahr werden, daß wir die Theile unseres Ganzen nicht, sondern nur das Ganze empfinden, da alles dieses nur existiren kann, in so fern die Naturen organisirt sind, und sie nur durch den Zustand, den wir das Leben nennen, organisirt .. werden können GWBN6,296,14f PhysiolPfl Grundeigenschaft der lebendigen
E.: sich zu trennen, sich zu vereinen, sich in’s Allgemeine zu ergehen, im Besondern zu verharren, sich zu verwandlen, sich zu specificiren, und wie das Lebendige unter tausend Bedingungen sich darthun mag GWBN11,129,19 MuR(571) Die Pflanze erscheint fast nur einen Augenblick als Individuum .. Das von der Mutter losgetrennte abgeschlossene Ei manifestirt sich schon als Individuum; der herauskriechende Wurm ist gleichfalls eine isolirte E.; seine Theile sind nicht allein verknüpft, nach einer gewissen Reihe bestimmt und geordnet, sondern sie sind auch einander subordinirt GWBN8,82,21 Vortr VglAnatomie 3 1796 Gesetzen .. wornach lebendige, aus sich selbst wirkende, abgesonderte Wesen gebildet werden .. Daß die Natur, wenn sie ein solches Geschöpf hervorbringen will, ihre größte Mannichfaltigkeit in die absoluteste E. zusammenschließen müsse, ergibt sich aus dem Begriff eines lebendigen, entschiedenen, von allen andern abgesonderten und mit einer gewissen Spontaneität wirkenden Wesens GWBN8,74,18 Vortr VglAnatomie 2 1796 GWBN6,12,3 Morph Einl 1807 GWBN6,304,22 u 306,2f PhysiolPfl GWBN4,99,1 FlH VI
uö iVbdgn wie ‘ideale E.’ für das Urorgan pflanzl Gestaltung Eine einjährige vollendete Pflanze .. Ideale
E.: Wenn diese verschiednen Theile aus einem idealen Urkörper entsprungen und nach und nach in verschiedenen Stufen ausgebildet gedacht werden. Diesen idealen Urkörper, mögen wir ihn in unsern Gedanken so einfach concipiren als möglich, müssen wir schon in seinem Innern entzweit denken GWBN6,306,9 PhysiolPfl Frage: ob man eine gewisse Einheit, an der die Mannichfaltigkeit sichtbar ist, aus schon vorhandenem Mannichfaltigen, Zusammengesetzten erklären oder aus einer productiven E. entwickelt ansehen und annehmen wolle. Beides mag zulässig sein, wenn wir die verschiedenen in dem Menschen hervortretenden Vorstellungsarten wollen und müssen gelten lassen, die atomistische nämlich und dynamische GWBN6,350,23 Morph Aphorist β
als (sich veränderndes) Organisationselement innerhalb des Gestaltzusammenhangs eines pflanzl Gebildes; Pl doppelte Leben der Pflanze .. einmal successiv von Knoten zu Knoten .. daß sie anderntheils den größeren Kreis vom Samenkorn bis zur Blüthe durch mannichfaltige Veränderungen und Umbildungen ihrer successiv hervorkommenden E-en vollendet GWBN6,314,5 Morph GWBN7,14,14f Morph Vorarb 1
uö d
als ästhet Kategorie α
als inneres Gestaltungsprinzip (der einander ergänzenden, auch heterogenen Elemente) eines künstlerischen Gebildes, Übereinstimmung von Form u Inhalt, Form u Gehalt (als ‘höchste E.’), Funktionszusammenhang des Ganzen u seiner Teile; sowohl mBez auf die Schaffenspoetik wie die Rezeption eines Kunstwerks Diese Aufmerksamkeit aufs Bedeutende in einer größern Welt- und Erfahrungsbreite setzte mich in den Stand .. die größern Arbeiten [
Werth, Götz, Egm] aufzustellen, in welchen alle Theile interessant waren, und wo das Ganze, ungeachtet seiner anscheinenden Willkührlichkeit, noch immer in einer faßlichen E. erschien, indem ich mich aus der niedern mechanischen einengenden Technik zur höheren emporgearbeitet hatte GWB27,395,20 DuW 7 Plp Den Kunstwerken jener Zeit [
Antike] fehlte alles, was ein Gemählde in sich selbst abschließt, zur E. macht. Perspektiven, Helldunckel, Haltung, Kolorit, Gruppirung GWB48,234,13 Polygnot Plp Jeder Dichter baut sein Werk aus Elementen zusammen, die freylich der Eine organischer zu verflechten vermag, als der Andere, doch kommt es auch viel auf den Beschauer an, von welcher Maxime dieser ausgeht. Ist er zur Trennung geneigt, so zerstört er mehr oder weniger die E., welche der Künstler zu erringen strebt; mag er lieber verbinden, so hilft er dem Künstler nach und vollendet gleichsam dessen Absicht GWBB17,196,17 Eichstädt 15.9.04 fahren Sie nur ohne Sorge fort. Die innere E. die der Wallenstein haben wird muß gefühlt werden .. Ein ideales Ganze imponirt den Menschen GWBB12,377,15 Schiller 13.12.97 GWBB23,243,7 Zelter 15.1.13 GWB42
2,506,11 Selbstschilderung [1797] GWBB43,167,2 Knebel 14.11.27 GWB46,17,8 Winckelm Vorw
uö in der Theorie des Epos [
mBez auf FSchlegel, Üb die homerische Poesie ..] Weil das epische Gedicht nicht die dramatische Einheit haben kann, weil man eine solche absolute Einheit in der Ilias und Odyssee nicht gerade nachweisen kann, vielmehr nach der neuern Idee sie noch für zerstückelter angiebt als sie sind; so soll das epische Gedicht keine E. haben, noch fordern, das heißt, nach meiner Vorstellung: es soll aufhören ein Gedicht zu seyn GWBB12,105,17 Schiller 28.4.97 die Argonauten .. nach der neuen Lehre, da man von der Epopé keine E. fordern will, wäre das Sujet seiner rhapsodischen Natur nach äußerst bequem GWBB13,261,5 Schiller 29.8.98 GWB37,201,16 FGA Seybold,ÜbHomer GWB18,159,3 Unterhaltungen
iZshg mit der Homer- (u Shakespeare-) Kritik [
mBez auf FAWolfs Liedertheorie] immer schreckte mich der hohe Begriff von E. und Untheilbarkeit der Homerischen Schrifften ab, nunmehr da Sie diese herrlichen Werke einer Familie zueignen, so ist die Kühnheit geringer sich in grössere Gesellschafft zu wagen GWBB11,296,25 FAWolf 26.12.96 Wolfs Prolegomena .. bemerkt’ ich .. daß eine Systole und Diastole immerwährend in mir vorging. Ich war gewohnt die beiden Homerischen Gesänge als E-en [Ganzheiten GWB36,174,7] anzusehen, hier wurden sie .. getrennt GWB36,425 TuJ Var GWBB34,41,20 Knebel 17.12.20 GWB41
1,509,14 EntwEinl Ilias Ausz 1820 GWB40,179,6 Üb:Tieck,DramaturgBll
uö als Naturensemble, in ästhet Übertragung standen zu Frascati .. zu einer E. versammelt die verschiedenartigsten Bäume GWB49
1,312,2 Tischbeins Idyllen β
als formaler, in Regeln festlegbarer Kanon; speziell in der Dramentheorie die als Norm der aristotelischen Poetik im frz Klassizismus wieder aufgenommene triadische Einheit von Ort, Zeit u Handlung; in durchgängig krit Wertung, bes akzentuiert in ThS II 2; hier, wie in DuW 13, verknüpft mit dem positiven, Lessings ‘Hamburgischer Dramaturgie’ entlehnten Begriff der ‘E. der Handlung im höheren Sinn’ (als Ausdruck einer inneren gesetzmäßigen Ordnung) Die erste Seite die ich in ihm [
Shakespeare] las, machte mich auf Zeitlebens ihm eigen .. Ich zweifelte keinen Augenblick dem regelmäsigen Theater zu entsagen. Es schien mir die E. des Orts so kerckermäsig ängstlich, die E-en der Handlung und der Zeit lästige Fesseln unsrer Einbildungskrafft GWB37,131,2f ShakespTag [
Wilh auf Werners Frage nach den drei Einheiten:] ich verachte auch diese sogenannten E-en nicht, weil sie theils zum Nothwendigen eines Stückes, theils zu seiner Zierde gehören .. Die E. der Handlung im höheren Sinne genommen macht nicht allein den Ruhm des Dramas, sondern eines jeden Gedichtes .. Ja wenn denn am Ende E-en sein sollen, warum nur drei und nicht ein Dutzend? .. Denn was heißt E. .. anders als innere Ganzheit, Übereinstimmung mit sich selbst, Schicklichkeit und Wahrscheinlichkeit? .. dieses Wort als Kunstwort .. Bei jeder der sogenannten drei E-en bedeutet es etwas anders. E. der Handlung heißt theils Einfachheit der Handlung, theils geschickte und innige Verbindung mehrerer. E. des Ortes heißt Einerleiheit, Unveränderlichkeit oder Einschränkung des Platzes. E. der Zeit sodann heißt kurzes, faßliches, einigermaßen wahrscheinliches Maß derselben GWB51,107,28 u 108,14u22u26 u 109,3u5u7 ThS II 2 [
mBez auf ‘Götz’] erkannte ich .. daß ich, bei dem Versuch auf die Einheit der Zeit und des Orts Verzicht zu thun, auch der höheren E., die um desto mehr gefordert wird, Eintrag gethan hatte GWB28,199,5 DuW 13 GWB37,313,11 Aus G-s Brieftasche GWB41
2,220,6 Epische u dramatDichtg GWB26,169,6 DuW 3
uö γ
musikal iSv Zusammenklang, auch metaphor vier- und achtstimmige Gesänge .. eine Musik .. die durch bestimmte und geübte Organe in harmonischer E. wieder zum tiefsten besten Sinne des Menschen sprach GWB22,341,22 Lj VI GWBB15,125,10 Schiller 30.9.00 e
als Universalität der Wiss, ihrer Aufgaben, Ziele, Geschlossenheit ihrer Systeme; methodolog als Vereinigung, Zusammenschluß versch Erfahrungen u Vorstellungsinhalte, insbes idVbdg ‘hypothetische E.’; meist in Warnung vor übereilter Synthesenbildung Einleitung .. Sie geht kürzlich dahin, die chromatischen Erscheinungen in Verbindung mit allen übrigen physischen Phänomenen zu betrachten .. und so durch Terminologie und Methode eine vollkommnere E. des physischen Wissens vorzubereiten GWBN4,388,5 Fl AnzÜbers nach dem frischen Beweis, daß an unsere Farbenlehre sich jede neu entdeckte Erscheinung [
entopt Farben] freundlich anschließt, in’s Ganze fügt .. finden wir der Sache gerathen, manches Einzelne was sich bisher gesammelt hier gleichfalls darzulegen und in jene E. zu verschlingen GWBN5
1,332,9 Fl NeuEinl [
mBez auf das Phänomen der farbigen Schatten] nichts Zufälliges, wohl aber eine Übereinstimmung verschiedener Erfahrungen deren Mannichfaltigkeit wir durch die Sinne erkennen; deren Übereinstimmung aber wir mit dem Verstande nicht begreifen .. können. Unser Geist sieht sich .. auch hier in dem Falle entweder die Phänomene einzeln neben einander stehen zu lassen, oder sie in einer hypothetischen E. mehr zu verschlingen als zu verbinden GWBB10,120,16 Lichtenbg [etwa 20.10.93] K weil aber bei didaktischen Vorträgen es nicht sowohl darauf ankommt, dasjenige, wovon die Rede ist, an einander zu knüpfen, vielmehr solches wohl aus einander zu sondern, damit erst zuletzt, wenn alles Einzelne vor die Seele gebracht ist, eine große E. das Besondere verschlinge GWBN1,60,9 FlD 142 GWBN5
2,13,14 Fl Plp GWBN3,226,10 FlH IV GWBB39,46,28 Nees 16.12.24 Beilage
uö als leitender Gesichtspunkt, Darstellungsprinzip der Biographie [
Arten geschichtl-biograph Darstellung] Man denkt nur darauf .. ihm [
dem Leser] für das zerstreut Bekannte eine große E. der Ansicht zu überliefern .. Die andere Art ist die, wo wir, selbst bei der Absicht eine große E. darzustellen, auch das Einzelne unnachläßlich zu überliefern verpflichtet sind GWB40,361,15u17 Üb:BildnisseGelehrtenBln f
als Totalität des Ich, substantielle Einheit menschl Denkens, Fühlens, Handelns, mehrf ‘E. der menschlichen Natur’; mBez auf die Verbindung von Künstlern versch Gattungen auch als quasi symbiot Verhältnis der Mensch ist nicht bloß ein denkendes, er ist zugleich ein empfindendes Wesen. Er ist ein Ganzes, eine E. vielfacher, innig verbundner Kräfte und zu diesem Ganzen des Menschen muß das Kunstwerk reden, es muß dieser reichen E., dieser einigen Mannichfaltigkeit in ihm entsprechen GWB47,169,14u16 Samml 6 Die Organe des Menschen durch Übung, Lehre, Nachdenken, Gelingen, Mißlingen, Förderniß und Widerstand und immer wieder Nachdenken verknüpfen ohne Bewußtseyn in einer freyen Thätigkeit das Erworbene mit dem Angebornen, so daß es eine E. hervorbringt welche die Welt in Erstaunen setzt GWBB49,282,15 WHumboldt 17.3.32 Wer nicht überzeugt ist, daß er alle Manifestationen des menschlichen Wesens, Sinnlichkeit und Vernunft, Einbildungskraft und Verstand, zu einer entschiedenen E. ausbilden müsse, welche von diesen Eigenschaften auch bei ihm die vorwaltende sei, der wird sich in einer unerfreulichen Beschränkung immerfort abquälen GWBN11,75,11 Rez:Stiedenroth GWB30,220,8 ItR GWB47,109,22 ÜbLaokoon GWB7,42,16 DivNot GWBN6,297,4f PhysiolPfl
uö g
als institutionelles Ganzes einer (staatl, relig) Gemeinschaft, einer Gruppe (autonomer u doch zugl wesentl aufeinander bezogener Individuen) [
Überlegungen angesichts des Amphitheaters in Verona] das Volck .. das vielköpfige, vielsinnige .. Thier .. zu Einem Ganzen vereinigt, zu Einer E. gestimmt GWBT1,195,14 v 16.9.86 ~ GWB30,60,13 ItR Briefe eines deutschen Reisenden [
KJWeber] veranlassen den Referenten, auf die Seite derjenigen zu treten, welche Deutschland gern als eine große E. sehen möchten und als Mittelpunct derselben uns Eine große Hauptstadt wünschen GWB41
2,349,24 Anz:Edinburgh Reviews [
mBez auf AKestners Buch ‘Die Agape ..’] Frage .. hat sich das Christenthum durch sittliche Wirkung auf die Menge, zufällig wogend, hervorgethan und zur E. gestaltet, oder ist es von einer E., von einem entschiedenen Bunde, vorsätzlich künstlich ausgegangen? GWBB32,126,6f Reinhard 24.12.19 GWB25
2,29 Wj [nur 1821] GWB7,27,13 DivNot GWB3,236 ZXen I 120
uö 4
als philos Begriff a
übergegenständl, jeder Vielfalt enthobene Ganzheit, das alles Umfassende, der menschl Erkenntnis unzugängl Eine Plotins4) GWB48,199,10 MuR(642) [
s Zit Sp 1422,49ff
s v 1ein] GWBB19,53,2 FAWolf 30.8.05 b
transzendentalphilos α
‘synthetische E. der Apperzeption’: Einheit des Bewußtseins überhaupt als Grundbedingung der Erfahrung u Erkenntnis GWBN11,379 Plp [Kant] β
als Kategorie der Quantität (sa s v ‘Allheit’)5) E. | Vielheit | Allheit [
Ausz: Kant, KdrV, Tafel der Kategorien] GWBN13,463,21 Plp [Kant] GWBN13,454,12 Plp [
Schema nach Schellings ‘System des transscendentalen Idealismus’, 1800] GWBB12,244,14 Schiller 16./17.8.97 LA I 3,386 Fl Plp 5
einem Maßsystem zugrunde liegende feste Bezugsgröße: Norm, Richtschnur hat man den Menschen mechanisch messen wollen, die Mahler haben den Kopf als den vornehmsten Theil zu der E. des Maßes genommen GWBN11,316,19 StudSpinoza
→ GWB
Alleinheit GWB
Dreieinheit GWB
Familieneinheit GWB
Geschmackseinheit GWB
Menschen- GWB
National- GWB
Orts- GWB
Pflanzen- GWB
Theater- GWB
Vernunft- GWB
Volks- GWB
Zeit- vgl zu 1 u 2 GWB
Einigkeit zu 1 GWB
Einfachheit zu 2 GWB
Einigung GWB
Einklang Einstimmigkeit GWB
Eintracht GWB
Einung GWB
Geschlossenheit GWB
Gleichgewicht GWB
Gleichheit GWB
Harmonie GWB
Homogenität GWB
Identität GWB
Kohärenz GWB
Kohäsion GWB
Konformität Übereinstimmung Verbindung Vereinigung Zusammenhang zu 3 GWB
1ein GWB
ganz(das G-e) GWB
Ganzheit GWB
Gesamtheit Totalität zu 3 a GWB
Dreieinheit GWB
Dreieinigkeit GWB
Dreifaltigkeit zu 3 c GWB
Gestalt GWB
Individuum zu 3 d γ Zusammenklang zu 3 e Universalität zu 3 g GWB
Bund GWB
Gemeinschaft zu 4 a GWB
1ein zu 5 GWB
Maßstab Norm Richtschnur 1) zur Geschichte des den Sinngehalt des älteren Wortes ‘Einigkeit’ weitgehend aufnehmenden u erweiternden Terminus ‘Einheit’ vgl Brunner/Conze/Koselleck, Geschichtl Grundbegriffe 2,121ff 2) vgl hierzu etwa WMüller-Seidel, Naturforschung u Dt Klassik, In: Ders, Die Geschichtlichkeit der dt Klassik, 1983,116f 3) HSchmitz, G-s Altersdenken .., 1959,541 weist diesen Vorwurf als sachl unbegründet zurück. 4) zu G-s Plotin-Kritik vgl HSchmitz, aaO,54—104 5) zur Unterscheidung der Quantitätskategorien ‘Einheit’ u ‘Allheit’ vgl Handbuch philos Grundbegriffe 2, 1973,322, zur Einwirkung Schillers LA II 3,360Armin Giese A. G.