1 Auge Mehr als 5000 Belege, davon über 1200 in natwiss Schr. Zentraler Begriff bei G, auch in benachbarten Wörtern des Sinnbezirkes wie ‘Gesicht’, ‘Organ (des Sehens)’, ‘(äußerer) Sinn’, ‘Blick’, ‘Anschauung’ ausgeprägt. Keine auffälligen Besonderheiten in Bedeutungsstruktur u -entwicklung, aber Prägnanz, starke Symbolhaftigkeit u reichgegliederte Metaphorik (Licht-, Feuer-, Spiegelvergleich; Übertragung auf den geistigen Bereich, in alter, durch Spr von Mystik u Pietismus neu belebter Tradition wurzelnd). Aufschlußreiche Entwicklungstendenzen vorwiegend auf der Ebene der Aspekte u Bewertungen. Das Auge als Mittler zw Mensch u Welt der Dinge u Erscheinungen (IB). Beim jg G — ästh u pietist beeinflußt, auch iZshg mit dem aufkommenden Interesse für die Gestalt des Blinden u bes in Annäherung an Herder — gelegentl zurückhaltende Einschätzung1): Motiv der ‘Dämmerung’; Abwertung in der Rangordnung der Sinne als ‘kältester’, ‘gefährlicher’, ‘zerstreuender’ Sinn; Bevorzugung des ‘Blindseins’, ‘Tappens’, des ‘Gefühls’. Auch in späteren Jahren bisweilen Klagen über allg menschl Beschränktheit u Bedingtheit des Organs, Skepsis gegenüber seiner Objektivität, Zurückdrängen der Sinnesfunktion zugunsten der Intensivierung andrer Sinnesempfindungen, innerer Sammlung od Steigerung der Geistestätigkeit; auch Bedürfnis nach Schonung der äußeren Sinne, Idiosynkrasie für den Anblick best Objekte. Daneben aber stets wachsende Wertschätzung des Organs, Vertrauen in seine Kraft u Treue, Ausbildung u Verfeinerung bis zu höchster Sinnesempfindlichkeit u dadurch gesteigerter Genußfähigkeit. Höhepunkt während der Italienreise. Zunehmende Prägnanz der Aussage. Das Auge als der ‘edelste’2),
‘herrlichste’, ‘gewaltigste’ Sinn, ‘das Organ’, mit dem G ‘die Welt faßt’; bei ihm ist ‘das Auge vorwaltend’, für ihn ‘die sinnliche Anschauung unentbehrlich’. Vor allem im Hinblick auf Kunstausübung u -betrachtung sowie Studium der Natur (Morphologie eine bes auf die Anschauung gegründete Wiss!). Dabei schon früh Einsicht in die Notwendigkeit des Zusammenwirkens von äußerem u innerem Sinn, leiblichem u geistigem Auge. Im Zusammenhang mit G-s ‘eigentümlicher Verfahrensart’ des ‘denkenden Anschauens’ u des ‘gegenständlichen Denkens’ enge Verknüpfung von Auge u Sehvorgang mit geistiger Erkenntnis. Seit Herausarbeitung u Vertiefung des Symbolbegriffs (Br an Schiller 16./17.8.97) Richtung des Auges aufs Wesentliche, ‘Bedeutende’, ‘Symbolische’. Nicht mehr Naturbetrachtung, sondern ‘Naturschau’, wahre ‘Naturphilosophie’, an die Stelle der Religion tretend; das Auge als ‘Fühlhorn ins Universum’. Betonung seiner schöpfer Fähigkeiten, Steigerung der ‘Naturwirklichkeit’ zur ‘Kunstwahrheit’; das Auge damit in die Nähe der ‘schöpferischen Phantasie’, der ‘produktiven Einbildungskraft’ gerückt. In G-s opt-chromat Studien das Auge selbst als Gegenstand der Untersuchung (IC), in wiss, philos u poet Zusammenhang. Entwicklung des Begriffs der ‘physiologischen Farben’, Entdeckung des ‘Fundaments im Organ’, der ‘Welt des Auges’. Komplementärfarben als Manifestation der Reaktionsgesetzlichkeit des Organs, als Ausdruck seiner Tendenz zum Gegensatz u zur Aufhebung des Gegensatzes in Totalität u Harmonie u damit als schöpfer Leistung des Auges gewertet. Auch in der Optik Bestätigung der Erkenntnis einer ‘ewigen Formel des Lebens’ von ‘Systole und Diastole’, eines allg Prinzips der Polarität u Steigerung. Von hier aus Einordnung der Chromatik in den höheren Zusammenhang eines natwiss Weltbildes. Verknüpfung mit dem künstler-ästh-psycholog Bereich durch Untersuchung der Wirkung der Farbe auf Auge u Inneres. Eidetische Veranlagung, Befähigung visuelle Eindrücke mit sinnl Vergegenwärtigung nachzuerleben u weiterzubilden als Voraussetzung schöpfer-künstler Tätigkeit. Auch hier das Organ Repräsentant der sinnl-sittl, körperl-geistigen Ganzheit des Menschen. Das Auge als Spiegel des Innern (ID) nicht nur an das individuelle Dasein gebunden, sondern auch Mittler von Mensch zu Mensch. I das Auge u sein Funktionsbereich bei Mensch, menschl Vorgestelltem u Tier A Auge des Menschen als äußerer Körperteil B Auge u Welt 1 leibl Auge als Organ (vorwiegend) sinnl Wahrnehmung a Gesichtssinn, Sehvermögen b sehendes Auge, Blick c Auge u bes Sinn, Blick für etw, individuelle, spezif Sehweise, Sicht d Auge als Organ sinnl-geistiger Weltaneignung 2 inneres Auge als Organ geistiger Erkenntnis u als Metapher für versch geistig-seel Bereiche a Einbildungskraft, Vorstellung, Phantasie b Geist, Erkenntnisvermögen, Bewußtsein, Sinn, Urteil c bes Sinn für etw, individuelle, spezif Betrachtungsweise, Ansicht C Auge u opt Erscheinung D Auge als Spiegel des Innern und als Mittler zw den Menschen E in erweitertem Sinne und in bes stilist Verwendungen F Auge von menschl Vorgestelltem u künstl Auge G Tierauge II botan-gärtner: Knospe, Knospenansatz III Auge in der Pfauenfeder IV mineralog: Glanz, Schimmer, Schein I
das Auge u sein Funktionsbereich bei Mensch, menschl Vorgestelltem u Tier A
das Auge des Menschen als äußerer Körperteil; häufig bei einführender äußerl Personencharakteristik; auch stellvertretend für Teile od Umgebung des Auges, zB Augapfel: ‘tiefliegende, vorliegende A-n’, ‘A-n stehen vor dem Kopf’; Iris: ‘(hell)blaue, himmelhelle, (blau)graue, braune, (raben-, kohl-)schwarze, rote A-n’; Pupille: ‘A-n stehen in die Quere, sind falsch gerichtet’; Augenwinkel: ‘Schlaf aus den A-n’, ‘A-n (aus)reiben, auswischen’; Augenlid: ‘A-n auf-, niederschlagen, öffnen, schließen’, ‘A-n blinzeln’; ‘A-n sind rot von etw’ Magister Herrmann .. Hier hast du sein Portrait .. Vom Gesichte zu reden. Es besteht wie das Gesicht anderer Menschen aus A-n, Nase pp aber die Zusammensetzung davon .. entzückt GWBB1,21,14 Cornelia 6.12.65 die Werkzeuge der Sinne, A-n, Nase, Mund, Ohren, konnte man reich nennen, sie zeugten von einer entschiedenen Fülle, ohne übertrieben groß zu sein GWB27,232,23 DuW 9 daß mein linkes A. etwas größer ist als das rechte GWBB27,204,25 Cotta 22.10.16 [
vgl GHb2 1,455ff] in dem Augenblicke erkannte Wilhelm Theresen an ihren schönen A-n GWB23,44,8 Lj VII 6 Eduard warf sich bei dem Kinde nieder, er kniete .. vor Ottilien. Du bist’s! .. deine A-n sind’s .. mögen diese herrlichen A-n den deinigen sagen, daß ich in den Armen einer andern dir gehörte GWB20,357,28 u 358,15 Wv II 13
uö das äußere Auge als Spiegel, Feuer, Licht Der zweite [
Knabe] .. mit braunen und schlichten Haaren geziert .. wovon der Widerschein sich in seinen A-n zu spiegeln schien GWB24,5,8 Wj I 1 [
Zigeuner-Tochter:] Werde wahrzusagen wissen, | Nicht weil wir die Zukunft kennen: | Aber unsre A-n brennen | Lichterloh in Finsternissen | Und erhellen uns die Nächte
3) GWBMaskenz 1818 Vs 559 Orpheus .. höchst geistreich ist der Gedanke, daß ein Schmetterling, gleichfalls angezogen, wie nach einem Lichte so nach den A-n des Sängers hinflattert GWB49
1,137,9 Philostrat Nachtr [
vgl dagegen Sp 1063,24]
als schönstes, kostbarstes ‘Glied’ das schönste Thier, das die Natur hervorgebracht, der Mensch .. das Haupt sein schönster Theil und der schönste und wundersamste Theil des Hauptes das A. [
gli occhi] GWB44,376,21 CellAnh XVI so wie der Mensch sich des A-s | Köstlichen Apfel bewahrt, der vor allen Gliedern ihm lieb ist GWBHermDor I 178 [
vgl Augapfel u ‘der Augen Licht’ unten Z 74]
Krankheit u Beschädigung ausgesetzt eine zerschlagne Lippe, und ein geschellertes A. GWBB1,126,19 Behrisch 2.11.67
uö in meist hyperbol u metaphor Wdgn, auch den Bildgehalt konkretisierend: ‘A-n blauschlagen’ GWBB21,21,25 TheaterKomm 1.8.09
‘A-n ausschlagen, -kratzen, -hacken’ [
Basko:] ich hätte mir die A-n ausschlagen mögen GWB38,137,8 Claud
1 GWB26,103,20 DuW 2 GWBB4,324,4 ChStein 25.10.80 GWB17,94,8 Vögel [
mBez auf den Gothaer Prof Lenz in dem von Schlichtegroll hrsg ‘Nekrolog merkwürdiger Deutschen’] den nekrologischen Schnabel zu verrufen, der unserm armen Moritz, gleich nach dem Tode, die A-n aushackte GWBB11,244,7 Schiller 26.10.96 [
vgl GWB5
1,216 Xen 77(105) u 280 Xen Nachl 75(328)]
‘den Daumen auf die A-n drücken, auf dem A. halten’ GWB4,87 Zueignung [1769] Vs 12 GWB39,46,21 Götz
1 I = GWB8,47
‘Faust aufs A.’, wohl doppelsinnig Die Galatea ist nicht von Raphael Und hiemit löst sich das Räthsel der Unschicklichkeiten Der Faust aufs Aug [der unschicklichen Faust aufs
(‘Aug’ fehlt) K] GWBB25,23,3 Zelter 28.8.14
‘ein Dorn im A., in den A-n’ uä GWBB29,179,5 Voigt 19.5.18 GWB8,33,21 Götz
2 I = GWB13
1,217
uö Der Lindenraum .. | Das morsche Kirchlein ist nicht mein. | .. Ist Dorn den A-n, Dorn den Sohlen GWBFaust II 11161 B
das Auge u die Welt; häufig in Vbdgn u Wdgn (im folgenden teilw nur referierend zusammengefaßt) 1
das leibl Auge als Organ (vorwiegend) sinnl Wahrnehmung a
Gesichtssinn, Sehvermögen, bes im Vergleich mit andern Sinnen Der kältste Sinn ist das Sehen
4), Erkänntniss ist sein Gefühl .. dass man das nie mit einem zärtlichen Herzen lieben kann, was allein Ansprache macht unsern A-n zu gefallen .. Und so .. halt ich das Sehen für eine Vorbereitung der übrigen Sinne denn der Geruch ist Genuss und das Gehör und der Geschmack, das Sehen nicht GWB37,62,6 FragmRoman solche mit den herrlichsten Sinnen, besonders auch dem des A-s begabte Künstler GWB49
1,185,12 Zahn,OrnamentePompeji wie Eure Ohren im Stande sind, anmuthigen Tönen zu lauschen, während der gewaltigste Sinn, das A., von den absurdesten Gegenständen geplagt wird Gespr Eckerm 7.10.28 [
Erlebnis Bachscher Orgelmusik] war mir als wenn ich weder Ohren, am wenigsten A-n, und weiter keine übrigen Sinne besäße noch brauchte GWBB42,376,10 Zelter [Ende Jun 27] Aug’ um Ohr. | Was dem A. dar sich stellet | Sicher glauben wir’s zu schaun, | Was dem Ohr sich zugesellet | Gibt uns nicht ein gleich Vertraun GWB3,52 Titel u Vs 1
5) Wenn man von der Höhe .. den Rhein sieht .. und bis Bingen die Landschaft erscheint; so weis man doch warum man A-n hat GWBB26,2,23 Christiane 27.5.15
uö idVbdgn: ‘der A-n Licht’ uä, bes als kostbarer Besitz sa Augenlicht ein Wundergut .. das ich .. mehr | Als den Besitz ererbt-errungner Güter, | Als meiner A-n, meines Lebens Licht, | .. pflege GWBNatT 71 GWBNatT 628
uö ‘Sinn des A-s’ GWB25
1,11,18 Wj II 8 GWB41
1,66,7 Shakesp u kein Ende
uö mBez auf Veranlagung u Zustand des Sehvermögens; mehrf ‘gesundes, starkes, scharfes, durchdringendes, helles, gutes, treffliches A.’, ‘schwache, schlechte A-n’, ‘blind am A.’ uä Hier beherrscht ein gesundes A. die mannichfaltigste .. Gegend GWB34
1,23,16 Rochusf Hätt’ A-n wie’s Lüchschen GWB1,33 Liebhaber in allen Gestalten 39 [
Lynceus:] Was hilft der A-n schärfster Blitz! GWBFaust II 9279 Kanonenfieber .. .. Die A-n verlieren nichts an ihrer Stärke noch Deutlichkeit GWB33,73,25 Camp Meine A-n sind schwach, und reichen nicht biß in die Logen
6) GWBB1,137,14 Behrisch 10.[11.]67 Mein Stubennachbar [
Limprecht] .. dem seine A-n .. immer mehr ablegten GWB27,167,27 DuW 8 so müssen Sie sich auch ohne A-n durch die Welt bringen können. Man sagt, Demokrit habe sich geblendet, um durch diesen gefährlichen Sinn nicht zerstreut zu werden .. so that er nicht unrecht; ich gäbe manchmal was drum blind zu seyn .. daß Sie Dämmerung sehen, wo andre Tag haben, so verliehren Sie nicht viel. Es ist ja doch alles Dämmerung in dieser Welt
7) GWBB1,233,26 Limprecht 19.4.70
uö allg menschl Beschränktheit u Bedingtheit des Sinnes, bes im Hinblick auf die Erfassung von Schönheit, Größe, magischen Phänomenen [
Prometh üb Eos:] So tritt sie lieblich hervor .. | Gewöhnet Erdgeborner schwaches A. sanft, | Daß nicht vor Helios Pfeil erblinde mein Geschlecht, | Bestimmt Erleuchtetes zu sehen, nicht das Licht! GWBPand 956 Die Sonne ging klar unter .. ein so groser Anblick, dass ein menschlich A. nicht hinreicht ihn zu sehen GWBB4,95,4 ChStein 24.10.79~GWBB4,99,16 In Ihrer Gegenwart wünscht man sich reicher an A-n, Ohren und Geist GWBB4,275,24 Branconi 28.8.80
“ Da sieh nur alle die Schätze!
” — | Sehen soll ich? Ein Schatz, wird er mit A-n gesehn? GWB1,338 WeissagBakis 14,56
uö scherzhaft wenn nicht eine wohlthätige Fee .. an die Baüme Papagey Schwäntze, | : die aber unsere kurtzsichtige A-n für Strohwische ansahen: | den rechten Weg uns zu zeigen gebunden hätte GWBB1,7,17 Cornelia 21.6.65 b
das sehende Auge, der Blick, auch intensiviert: (visuelle) Aufmerksamkeit α
Öffnen, Offensein der Augen; meist iVbdgn wie ‘A., A-n aufschlagen, auftun, aufmachen, (er)öffnen, offenhalten’, ‘A-n (er)öffnen sich’: Zeichen des Erwachens, der Wachheit, des Erweckens Meine Liebste .. war sie eingeschlafen; | .. Öffnet sie die A-n GWB2,103 Der Besuch 49 [
Egm:] Wer seid ihr? die ihr mir unfreundlich den Schlaf von den A-n schüttelt GWB8,291,16 Egm V
uö im Bild Wie wird sich .. der alte Epimenides erfreuen, wenn er, nach langem Schlafe, die A-n aufthut [
Aufführung von ‘Des Epimenides Erwachen’ in Bln] GWBB25,232,22 Gf Brühl 12.3.15
‘mit, vor offenen A-n’ GWB18,271,22 Märchen GWB22,117,20 Lj IV 18
uö ‘A., A-n offenhalten (auf jdn, etw), auftun, aufsperren’ iSv aufpassen [
Mahomet:] halte stets auf ihn | Und seinen Gang dein A. [
les yeux] wachend offen Mahomet 1088
uö Zeichen des Lebens, bes nach alter (schon antiker) Vorstellung8) iZshg mit dem Erblicken des Lichts; auch in erweitertem Sinne [
Hzg:] sie lebt! Sie hat dem Tage wieder | Ihr Aug’ eröffnet GWBNatT 219 So lang ich weiß, du wandelst auf der Erde, dein A. blikt der Sonne theures Licht geöfnet an GWB11,389,23 Elp
1 I 5 [schaut der Sonne theures Licht GWBElp
2 750 G/Riemer] schön wenn wir noch manches mit offnen A-n sehen könnten, was wir der Nachwelt vielleicht hinterlassen müssen zu thun GWBB11,80,20 Voigt 31.5.96
uö β
der Sehvorgang (bei dem das Auge im Verhältnis zum Objekt bald in passiver, bald in aktiver Rolle aufgefaßt wird); häufig Vbdgn wie: ‘dem A., den A-n begegnen, entgegnen, entgegenkommen, -springen, -stehen, -steigen, -treten; entgegenheben, -schicken, -tragen, -werfen, zubringen’; ‘das A. (an-, hin-) ziehen (an sich, auf sich), nach sich reißen, reizen, locken, leiten, gewinnen, fangen, fesseln, festhalten, fixieren, beschäftigen’; ‘sich des A-s bemächtigen’; ‘dem A., den A-n (sich) bieten, darbieten uä, vorhalten uä, aussetzen, -stellen, erscheinen, zeigen, sich bezeichnen, überliefern, verkünden; aufschließen, sich eröffnen’ der Fassade [
des Straßb Münsters], die als ein aufrecht gestelltes längliches Viereck unsern A-n mächtig entgegnet GWB27,270,25 DuW 9 junge .. heranwachsende [
Wald-] Reviere, welche ihr helles Gelbgrün, auch bey trübem Himmel unsern A-n entgegenzuschicken nicht versagen GWBB49,89,1 Willemer u Fr 22.9.31 Soll Fluß und Hügel, Thal und Wald und Fels | Vorüber meinen A-n gehn GWBNatT 1607 Mein A. war auf’s hohe Meer gezogen GWBFaust II 10198 Doch warum heftet sich mein Blick auf jene Stelle? | Ist jenes Fläschchen dort den A-n ein Magnet? GWBFaust I 687
uö ‘das A. füllen’, ‘(sich) dem A. eindrücken, Eindruck geben’, ‘das A. berühren, treffen, frappieren, affizieren’; ‘das A. empfängt, empfindet, spürt, bemerkt, wird gewahr, faßt (auch im aktiveren Sinn des Ergreifens), faßt auf’; ‘dem A. (un)faßlich, erfaßbar, fühlbar, bemerkbar, bemerklich’ Nicht allein bedenkend was jetzt dir das A. berühret, | Sondern das Künftige schauend Achilleis 497 Dieses A. [
des Brutus] faßt den Baum bey der Wurzel GWB37,357,16 Physiogn Fragm
uö ‘A. kehren, richten, wenden (auch: unverwandtes A.), werfen, (auf-, er-)heben; heften, halten; schweifen, spielen, spazieren, umhergehen lassen’; ‘das A. fällt, haftet, liegt, ruht, (ver)weilt auf etw; gleitet hin üb etw, eilt, begleitet, (ver)folgt, strebt nach, erreicht, kommt herab; gafft, späht, forscht, sucht, (durch)dringt; sieht, blickt (umher), schaut, betrachtet, prüft, mustert, erkennt, unterscheidet, urteilt’; ‘ein (wachsames) A. haben, halten auf’ das .. Laub | .. Durch das ich sonst .. | Den Liebesblick gerichtet; | .. Wohin mein A. spähend brach GWB4,112 Chines-dt Jahres-uTagesz VI 49 [
Lynceus:] Welch ein gräuliches Entsetzen | .. Sollt ihr A-n dieß erkennen! GWBFaust II 11328 was das Volck auf etwas fremdes ein A. hat GWBT1,204,13 v 17.9.86~GWB30,75,5 ItR
uö auch stärker voluntativ: ‘das A. verlangt, fordert etw’ [
Meph:] Das A. fordert seinen Zoll. | Was hat man an den nackten Heiden? | Ich liebe mir was auszukleiden GWB15
2,221 Faust II Plp
uö häufig präp Vbdgn, meist mit bes Nuancierung: ‘mit dem A., den A-n (ergreifen, durchbohren, beherrschen, überlaufen, spazieren ua)’; vorwiegend pleonast verstärkend wie ‘mit (seinen, diesen, eigenen) A-n sehen, schauen, erblicken’ iSv deutlich, wirklich bzw persönlich, als Augenzeuge sehen [
Tasso zur Prinzessin:] Mit meinen A-n hab’ ich es gesehn, | Das Urbild jeder Tugend, jeder Schöne Tasso 1097 [
Alcest:] Wer war der Mann? [
Söller:] .. das war ein Mann .. | Der’s selbst mit A-n sah DjG
3 1,419 GWBMitsch
2 940
uö ‘unter, vor, zu A-n’: zur Bezeichnung der Möglichkeit des Ansehens, Zuschauens; auch mit bes Nuancierung (gelegentl verstärkt durch Zusätze): der unmittelbaren Nähe (‘ganz, nah, kurz, unmittelbar vor A-n’), der deutl Sichtbarkeit (‘hell, klar vor A-n’), der Realität (‘wirklich vor A-n’), der Anschaulichkeit; bes Vbdgn wie: ‘unter (die), zu A-n kommen, bringen’; ‘vor A-n sehen, (er)blicken, schauen, sein, haben, stehen, liegen (bes iSv vorliegen), kommen, treten, bringen, führen, setzen, stellen, legen, halten, nehmen’ Dieses .. Gestein .. verdiente .. jedem Freunde dieser Kenntnisse unter A-n zu kommen GWBN10,10,3 Porphyrartig von dem was mir bisher begegnet und zu A-n und Ohren gekommen einiges aufzuzeichnen GWBB20,121,2 CarlAug [31.7.08] begann er .. nach seinem Degen zu suchen, der doch ganz vor den A-n stand GWB27,143,27 DuW 7 Für euch muß erst alles in That übergehen, es muß geschehen, als möglich, als wirklich vor A-n treten GWB25
1,96,2 Wj III 3 Schöne Zeichnungen .. Früchte meiner Reise .. was man einem vor die A-n bringen kann, gibt man ihm am sichersten GWB32,297,23 ItR
uö Vbdgn wie ‘mit A-n sehen’ uä, ‘unter, vor jds A-n’ iS des Miterlebens, Mitansehens hofften .. noch einmal eine Krönung mit A-n zu erleben GWB26,27,6 DuW 1 dem Abwesenden .. der sich zuletzt unter meinen A-n mit dir verlobte GWB27,291,1 DuW 9
uö ‘im A.’, bes prägnant der Sehvorgang als Spiegelung (vgl auch Sp 1058,22f
u 52): ‘sich im A. spiegeln, abbilden’ meiner Wolke Tragewerk .. | Sie theilt sich wandelnd .. ein göttergleiches Fraungebild, | .. Wie majestätisch lieblich mir’s im A. schwankt GWBFaust II 10051 [
Meph:] Die Sphinxe schamlos, unverschämt die Greife, | Und was nicht alles, lockig und beflügelt, | Von vorn und hinten sich im A. spiegelt GWBFaust II 7085
uö ‘ins A., in die A-n fallen(d)’, versch nuanciert, auch iSv hervortreten(d), auffallen(d); mehrf verstärkt durch Zusätze (sichtbar, offenbar, deutlich, klar, gut, stark, leicht, schnell, sehr uä), einmal ‘in die A-n fällig’ iSv übersichtlich jeder that sein Möglichstes, dem jungen Kenner vor den andern in die A-n zu fallen GWB51,52,26 ThS I 15 Tabelle .. Eine in die A-n fällige Eintheilung werden Ew. Wohlgeboren geneigt besorgen GWBB41,81,2 Frommann [5.7.26] K
uö ähnl: ‘in die A-n blicken, scheinen, spielen, springen, treten, leuchten’; ‘in die A-n setzen, werfen’ iSv hervortreten lassen Eine lebhafte gesunde Sinnlichkeit blickte aus der ganzen Gestalt der Tochter in die A-n [blickte .. hervor GWB31,137,7] GWB31,298 ItR Var Hamann, dessen Grab in der Ecke des entlaubten Gartens mir bald in die A-n schien GWB33,231,8 Camp als ihm ein .. Pfad der durch’s Gebüsch lief, in die A-n leuchtete GWB20,332,11 Wv II 10 GWB31,111,24 ItR GWBB4,76,14 ChStein 9.10.79
uö ‘ins A., in die A-n fassen’, ‘im A. haben, (be)halten, bewahren’ uä, ‘nicht aus dem A., aus den A-n lassen’: mBez auf die schärfste Sehstelle iSv fixieren, als Ziel anvisieren (auch im Bild), beaufsichtigen; schwächer: besichtigen, in Augenschein nehmen sah der Freund einen jungen Mann herantraben .. Kaum aber wollte man ihn schärfer in’s A. fassen [den er .. näher zu betrachten den Blick schärfte
Var] GWB25
1,296,16 Wj III 18 Zwischen den Äckern schritt sie hindurch .. | Hatte den Birnbaum im A. GWBHermDor IV 53 ich steure auf einem leidenschaftlich bewegten Meere dem Hafen zu, und halte ich die Gluth des Leuchtthurms nur scharf im A. .. so werde ich .. am Ufer genesen GWB30,279,15 ItR da er [
der Hofmeister] mich .. beschäftigen .. und .. im A. behalten sollte GWB27,6,4 DuW 6 wollte ich .. in das Hauß .. gehn um .. das Local .. ins A. zu fassen GWBB9,306,8 Voigt [Ende Apr/ Anf Mai 92]
anders: ‘im A. (haben, behalten, bleiben)’ iSv im Blickfeld, Gesichtskreis ich eilte zur Schanze Nr. 4., wo man jene Gegend ziemlich im A. hatte GWB33,303,18 Belagerg Mainz mich dem Münster zu nähern, welcher .. mir .. eine ganze Strecke her im A. geblieben war GWB27,229,16 DuW 9
uö ―
Mischung von Sinneseindrücken, stellvertretende Funktionen der Sinne, Synästhesie [
Ariel:] Welch Getöse bringt das Licht! | Es trommetet, es posaunet, | A. blinzt und Ohr erstaunet, | .. Trifft es euch, so seid ihr taub
9) GWBFaust II 4673 Rameau .. Sieh dieses A.! es schaut nicht, bemerkt nicht, es ist ganz Ohr, ganz Aufmerksamkeit auf innres Gefühl GWB37,341,15 PhysiognFragm [
vgl Sp 1055,64f] indem ich des lieblichen Busens | Formen spähe .. versteh’ ich den Marmor erst recht; ich denk’ und vergleiche, | Sehe mit fühlendem Aug’, fühle mit sehender Hand
10) GWB1,239 RömEleg V 102 Mit den A-n fängst du an zu kosten, | Schon der Anblick sättigt GWB6,249 Div Berechtigte Männer 19
uö ―
der Sehvorgang zur Umschreibung räuml Abgrenzungen: ‘so viel .. als man mit den A-n erreichen kann’, ‘so weit das A. sehen kann’, ‘wohin das A. blickt’ [
für: occhio] GWB43,157,8 Cell I 11 GWB31,8,17 ItR GWB20,307,14 Wv II 9
prägnant, den Raum der sinnl erfahrbaren Welt abgrenzend So weit das Ohr, so weit das A. reicht | Du findest nur Bekanntes das Ihm gleicht GWB3,73 Prooemion 7 γ
subjektive Eindrücke beim Sehen, (Un-) Zuverlässigkeit des Organs; bes Vbdg ‘dem A. (er)scheinen’ uä die Flamme des Leuchtthurms .. die einem von wilden Wogen auf- und niedergeschaukelten A. bald unten bald oben erschien GWB30,279,12 ItR
uö ‘den (seinen) A-n (kaum, nicht) trauen, glauben’ [
Genien zu Epimen:] Komm mit! den Ohren ist’s ein Traum; | Den A-n selbst wirst du nicht glauben GWB16,372 Epimen 772 GWB20,90,27 Wv I 8
uö ‘das A. täuschen, (be)trügen’ GWB53,551 Vs 37 MetamTiere Plp GWB32,88,16 ItR = GWBB8,259,9 Weim Freunde 17.9.87
uö ‘das A. täuscht, (be)trügt (nicht)’ vgl Sp 1060,14 Ja! das A. trügt mich nicht! — | .. ein göttergleiches Fraungebild, | Ich seh’s GWBFaust II 10047 GWB38,60 EwJude 156
uö δ
das Auge u das Innere in Wechselwirkung, Zusammenspiel, Gegensatz sorgen Sie doch für diesen Leib mit anhaltender Treue. Die Seele muß nun einmal durch diese A-n sehen, und wenn sie trüb sind, so ist’s in der ganzen Welt Regenwetter
11) GWBB1,242,2 Trapp 28.7.[70] K Und durch’s A. schleicht die Kühle | Sänftigend in’s Herz hinein GWB4,113 Chines-dt Jahres- uTagesz VIII 73 [
Tasso zur Prinzessin:] Es trübt mein A. sich in Glück und Licht, | Es schwankt mein Sinn .. | Und unaufhaltsam dringt mein Herz dir zu Tasso 3278 Er sah die Welt so herrlich als je, seinen A-n war sie es noch; sein Inneres aber widersprach GWB24,150,10 Wj I 8
uö leibliches Auge iUz geistigem Auge vgl Sp 1054,26f
u IB2 Shakespeare’s Werke sind nicht für die A-n des Leibes .. Das A. mag wohl der klarste Sinn genannt werden, durch den die leichteste Überlieferung möglich ist. Aber der innere Sinn ist noch klarer, und zu ihm gelangt die höchste und schnellste Überlieferung durch’s Wort: denn dieses ist eigentlich fruchtbringend, wenn das, was wir durch’s A. auffassen, an und für sich fremd und keineswegs so tiefwirkend vor uns steht GWB41
1,53,22f u 28 Shakesp u kein Ende mit dem leiblichen A. GWBB27,90,14 Voigt 13.7.16 mit meinen sterblichen A-n [
occhi mortali] GWB43,365,6 Cell II 13 GWBB33,185,12 Willemer u Fr 1.9.20 [
vgl Sp 1056,54ff]
uö ε
Hinderung, Beschränkung, Ausschaltung des Sehvorgangs, der Sinnesfunktion: Entfernung od Verhüllung des Objekts; Vbdgn wie: ‘das A. fliehen’, ‘dem A., den A-n entgehen, sich entwenden, verlieren, verschwinden; entrücken, entreißen, entziehen’; ‘aus den A-n kommen, verlieren, sich entfernen, rücken’; ‘vor jds A., den A-n schwinden; verheimlichen, verbergen, verschließen, bewahren’ daß ich .. das Manuscript [
des Faust II] einsiegelte, damit es mir aus den A-n und aus allem Antheil sich entfernte GWBB49,62,15 Reinhard 7.9.31 Der Vesuv verlor sich .. aus unsern A-n, als Capo Minerva und Ischia noch gesehen wurden GWB31,82,10 ItR Die Wolken .. betrachtet .. als prächtige Teppiche, womit die Götter ihre Herrlichkeit vor unsern A-n verschließen GWB19,271,28 BrSchweiz II daß das höchst üble Wetter mir oft die A-n zugeschlossen, der Nebel manches sehenswürdige verdeckt hat GWBB10,22,12 AnnaAm 25.9.92
uö Blendung: durch Lichteindrücke (Motiv der Sonnenblendung, vgl auch Augenschmerz), Schönheit, Pracht, Buntheit, numinose Erscheinung uä, auch im Gleichnis die Sonne sinkt! | .. Reiß mich, ein Feuermeer | Mir im schäumenden Aug’, | Mich geblendeten Taumelnden | In der Hölle nächtliches Thor GWB2,66 An Schwager Kronos 34 als er [
der nackte Knabe] .. sich aufrichtete .. glaubt’ ich meine A-n von einer dreifachen Sonne geblendet, so schön war die menschliche Gestalt GWB25
1,44,23 Wj II 11 [
Faust üb Helena:] Als .. | Sie leuchtend aus der Schale brach, | Der hohen Mutter, dem Geschwister | Das Licht der A-n überstach GWBFaust II 9521 Hätt’ ich das hohe Talent des Pausias .. empfangen .. wie wünscht’ ich | Fest zu halten das Glück, das mir die A-n versengt GWB1,275 Der neue Pausias 40 [
Schweißtuch der Veronika] erblickt Ahasverus darauf das Antlitz .. Geblendet von dieser Erscheinung wendet er die A-n weg GWB28,309,27 DuW 15 GWBFaust II 9238 GWBB8,329,5 CarlAug 25.1.88 GWBB40,228,12 Carus u dAlton [7.1.]26
uö Blindmachen, Verblendung durch List, Trug Ältern, habet hundert A-n, | Mädgen, wenn sie List gebrauchen, | Machen hundert A-n blind GWB37,18 Annette,Lyde 18u20 [
vgl Sp 1064,53f]
uö Hinderung der Sinnesfunktion durch krankhafte Zustände, Schwäche uä das Aug [
der Todkranken] gefühllos gen Himmel sieht AA37,29 Werth
1 I [Auge Werth
2] [
Pedro, verwundet:] Die A-n vergehn mir GWB38,144,10 Claud
1 [
Sibylle:] Mir wirds blau vor den A-n GWB38,165,3 Claud
1 [
Scapine:] Mein A. sinkt in Nacht — | Ich sterbe GWB12,156 ScherzLR 816 [
Pand:] Ihr schönes Haupt entsank, | Er küßte sie .. mit halb gebrochnen A-n | Fiel sie mir um den Hals GWB39,209 PromethFragm 1773 Vs 346
uö Abhängigkeit von magischen, göttl Kräften; auch in bibl Wdgn [
Aufhebung des Traubenzaubers; Meph:] Irrthum, laß los der A-n Band GWBFaust I 2320 = Fragm 799 [
vgl Es gehen ihnen die A-n auf GWBUrfaust AuerbKeller Regiebem nach 196] GWBFaust II 10837u10845 Ach, warum so spät, o Amor, nahmst du die Binde, | Die du um’s Aug’ mir geknüpft, nahmst sie zu spät mir hinweg GWB1,266 Alexis uDora 32 [
Iph üb Orest:] O nehmt den Wahn ihm von dem starren A. [Aug’ GWB39,367,23 Iph
1 III 1] GWBIph
2 1215 mit Gottes Hülfe, der ihre [
der Häscher] A-n [
occhi] verblendet hatte GWB43,194,28 Cell II 1 Athene .. öffnet ihm die A-n, die Götter von den Menschen zu unterscheiden GWB41
1,274,27 Ilias Ausz 5
uö Abwenden, Senken, Schließen der Augen: in Abwehr, aufmerksamem Zuhören, Sammlung, Versunkenheit; in Schlaf u Tod; Vbdgn wie ‘A. (weg-) wenden, wegkehren; niederschlagen, auf die Erde richten, an den Boden heften’ uä; ‘(sich) die A-n zuhalten’ uä; ‘A. sinkt, schaut nieder, starrt’; ‘(jdm) das (kein) A., die A-n (zu)schließen, zutun, -machen, -drücken’; ‘A-n fallen zu, sinken, schließen sich (zu)’ [
Faust:] Was schlägst vorm Kreuz die A-n nieder? | [
Meph:] .. mir ists einmal zu wider GWBUrfaust 454 Er kann so zur rechten Zeit respecktuos .. dastehn, und horchen .. die A-n niederschlagen und bedeutend mit dem Kopf nicken GWB37,115,13 Cäsar Im Saal voll Pracht und Herrlichkeit | Schließt, A-n, euch .. | Der Sänger drückt’ die A-n ein GWB1,162 Der Sänger 13u15 Die heiterste Nacht .. umgab den Schauenden .. Ergriffen und erstaunt hielt er sich beide A-n zu .. Was bin ich denn gegen das All? sprach er zu seinem Geiste GWB24,181,1 Wj I 10 Aug’, mein Aug’, was sinkst du nieder? | Goldne Träume, kommt ihr wieder? GWB1,78 Auf dem See 9 = GWBT1,3,5 v 15.6.75 [
Vater zu Bätely:] daß du so früh hineinschlupftest, als wenn dir der schöne Mondschein die A-n zudrückte GWB12,4,8 JeryBätely [
Chor der Elfen:] Und den A-n dieses Müden | Schließt des Tages Pforte zu GWBFaust II 4640 [
vgl Sp 1058,15] Nicht der Jüngere schließt dem Älteren immer das A., | Das sich willig gesenkt .. zu. | .. eh’ mein A. sich schließet, | Wünsch’ ich dein schönes Talent glücklich vollendet zu sehn GWB1,284 Euphrosyne 81u95 GWB1,171 Der König in Thule 23
uö c
das Auge u der bes Sinn, Blick für etw, die individuelle, spezifische Sehweise, Sicht in Abhängigkeit von Person, Lage, Stimmung, Zeit, auch vom Gegenstand (vgl β); mehrf präp Vbdgn wie ‘aus, durch, in, mit, vor jds A-n’ α wie uns eine Gegend reizender .. vorkommt, wenn sie von der Sonne beschienen wird, so war auch alles in seinen A-n verschönert .. was sie [
die Geliebte] umgab GWB21,85,16 Lj I 15 [
vgl wie die Welt sich in dieser Seele spiegelt. Sie sieht die Welt wie sie ist, und doch durch’s Medium der Liebe [
unter Silhouette von ChStein] GWB53,393
u Augenglas Sp 1079,5] [
Lynceus:] Zum Sehen geboren, | Zum Schauen bestellt, | .. So seh’ ich in allen | Die ewige Zier, | .. Ihr glücklichen A-n | Was je ihr gesehn, | .. Es war doch so schön GWBFaust II 11300 daß alles, was er auch ansieht, selbst Dinge die .. vollkommen gut sind, sich vor seinen widerlichen A-n [
occhi] sogleich in das schlimmste Übel verwandeln GWB44,192,15 Cell IV 5 mit grammatischem Aug GWBB38,183,17 Schultz 28.6.24 Beilage
uö ‘mit eignen A-n’ Da ich keine vollständige Idee von Italien mitnehmen kann, will ich wenigstens das was ich sehe mit eignen A-n und nach eigner Art sehen .. durch Schrifft und Tradition hat man keinen sichern Blick GWBB8,106,20 ChStein 29.12.86
uö ‘mit anderen A-n’ uä Mauern siehst du, siehst Paläste | Stets mit andern A-n an GWB3,79 Dauer im Wechsel 20
uö ‘etw aus, durch, mit .. A-n eines andern sehen’ uä: bes in Anwendung u Abwandlung Swedenborgscher Ideen, gelegentl noch mit konkr-räuml Vorstellung Grimm .. Die Bekanntschafft mit diesem ami des philosophes et des grands macht gewiss Epoche bey mir, wie ich gestellt bin. Durch seine A-n wie ein schwedenborgischer Geist will ich ein gros Stück Land sehn GWBB5,198,19 ChStein 1.10.81 meine Sinne gehören dir so zu eigen .. Du hast in meinen A-n und .. Ohren kleine Geister angestellt, die von allem was ich sehe und höre den Tribut der Verehrung für dich fodern GWBB5,327,3 ChStein 12.5.82 [
Pater Seraphicus zu den seligen Knaben:] Steigt herab in meiner A-n | Welt- und erdgemäß Organ, | Könnt sie als die euern brauchen
12) GWBFaust II 11906 [
vgl GWBB19,235 FAWolf 28.11.06] GWBB7,105,14 KEGoethe 3.10.85 GWBB24,226,21 Schweigger 25.4.14 [< Organe
K] GWBB38,223,6 dAlton 20.8.24 K [
Hzg:] Nur durch der Jugend frisches A. mag | Das längst Bekannte neubelebt uns rühren GWBNatT 1614
uö β
bes in der Natur- u Kunstbetrachtung, mit gewichtigen spezif Aspekten u in bemerkenswerter geschichtl Entfaltung; das Auge des Naturforschers als Organ empir Beobachtung u als Hauptzeuge in der wiss Beweisführung (bes iZshg mit Erfassung der Gestalt u des Charakteristischen) will ich .. nach Belwedere gehn und meine Botanische A-n und Sinne weiden GWBB7,284,4 ChStein [Apr 85 Korr Fränkel
2 2,94] Mit naturwissenschaftlich gebildetem A. betrachtete er jene Gegenden GWBB49,387,18 Cattaneo 1.12.31 K Die Gestalt wird eigentlich durch den Sinn des A-s gefaßt GWBN12,243 Morph Plp Metamorphose der Insecten .. der Lebenslauf solcher Geschöpfe ist ein fortwährendes Umbilden, mit A-n zu sehen und mit Händen zu greifen GWBN6,17,17 Morph Einl das Thier zeigt sich als Flügelmann, indem die Einfachheit .. seines Baues den Charakter deutlicher ausspricht, die einzelnen Theile größer und charakteristisch in die A-n fallender sind GWBN8,66,4 Vortr VglAnatomie 1 GWBN8,93,6 ZwKnoch
uö der ästh Sinn, bes das Auge des Künstlers u Kunstbetrachters (auch des Dichters) für den ästhetischen Sinn meines A-s wenig Genuß GWBB10,22,6 AnnaAm 25.9.92 wir beiden .. die wir die Welt mit mahlerischen A-n betrachteten GWB31,226,22 ItR
uö ‘mit den A-n eines best Künstlers sehen’ uä ich glaubte ein Bild von Ostade vor mir zu sehen .. das erste Mal, daß ich .. die Gabe gewahr wurde, die ich nachher mit mehrerem Bewußtsein übte, die Natur .. mit den A-n dieses oder jenes Künstlers zu sehen, dessen Werken ich so eben eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet hatte GWB27,172,2 DuW 8
“ .. copirt der Schüler die Gemählde des Einen Meisters, ohne die Natur anzublicken, er gewöhnt sich durch fremde A-n [
yeux] zu sehen und verliert den Gebrauch der seinigen .. die Kette ist ihm um’s Auge [
oeil] gelegt wie dem Sklaven um den Fuß ..
” [
G:] .. Alle Schulen und Secten beweisen, daß man lernen könne mit andern A-n sehen .. eben so gut wird auch durch diese Empfänglichkeit .. die Wirkung einer echten Methode begünstigt GWB45,316,4u25 Diderot,Malerei GWB27,174,14 DuW 8 GWB30,132,21 ItR GWB30,230,2 ItR = GWBB8,71,7 Weim Freunde 2.12.86 GWBB45,61,23 Stieler 20.11.28 GWB24,357,28 Wj II 7
mit Betonung der Empfindungsfähigkeit bei ästh-emotionalen Wirkungen: Genuß von Schönheit, Anmut, Abwechslung, Farbigkeit, Einfachheit, Klarheit, Maß, Symmetrie, Proportion; Vbdgn wie: ‘das A. weiden, ergötzen, erfreuen, entzücken, laben, stärken, ansprechen, befriedigen’, ‘sich die A-n voll sehen’; ‘das A. sieht sich satt, weidet sich, genießt’; ‘dem A. wohltun, schmeicheln, zusprechen’; ‘(gut, angenehm, harmonisch, malerisch uä) in die A-n fallen, leuchten, glänzen, lachen, stechen’; ‘dem A., für das A. (wohl)gefällig, angenehm, ergötzlich, interessant’ uä Mädchen .. sollte nicht eine darunter schön und willig genug sein, meinen A-n ein Fest zu geben? GWB19,214,2 BrSchweiz I [
Wiesbaden] Bad und .. Schwefelwasser bekamen mir köstlich. Die Gegend nicht weniger. Man kann alle Tage ein paarmal die A-n stärcken GWBB26,23,11 August [5.7.15] in die Porzellanfabrik, wo ich .. mir an den campanischen Gefäßen die A-n noch einmal recht voll sah GWB31,272,13 ItR ein blondes schönes Kind, das dem Herrn Vetter vor seiner Abreise mag in die A-n geleuchtet haben GWB24,111,13 Wj I 6
uö in bibl Wdg ‘Gnade vor jds A-n finden’, auch iron GWB51,251,4 ThS III 10
uö Empfindung von Abneigung, Widerwillen, Schauder, bes gegen Disproportion, verwirrende Mannigfaltigkeit, Abgeschmacktheit; auch Vbdgn wie: ‘A-n beleidigen, verletzen’ (vgl s v Augenschmerz) Tempel zu Segeste .. sieht es aus als wenn die Säulen Basen hätten .. eigentlich sind aber nur die Stufen ausgeschnitten, und das bleibende Stück sieht aus oder ist eine Base. Es will mir nicht in die A-n, besonders da die zwey obern Stufen ausgeschnitten sind und also die Base doppelt wird GWBT1,340,11 v 9.4.87 [
Luxemburg] die seltsame Mannichfaltigkeit .. mit der sich das A. des hin- und hergehenden Wanderers kaum befreunden konnte GWB33,144,16 Camp [
transparente Schweizerlandschaften von König] Ein kräftig Durchschienenes .. übermannte das A. so, daß anstatt des entschiedensten Genusses endlich ein peinvolles Gefühl eintrat GWB36,169,18 TuJ Schaubühne 36,32 Regeln fSchauspieler [G/Wolff]
uö auch relig Komponente einschließend [
Satyros:] Da ist dem Kerl sein Platz zu beten. | Es thut mir in den A-n weh, | Wenn ich dem Narren seinen Herrgott seh’. | .. Schnitzbildlein, Querhölzelein GWB16,82 Satyros 104 [
vgl GWB6,288 f DivNachl
u GWB24,255 Wj II 2]
mit Betonung der tätigen, strebenden Disposition des Sinnes, bes des Gefühls für Proportion (vgl die ähnl Disposition beim Gefühl für Farbe unter IC) das Gefühl: der Zug sei nicht geschlossen, wandelt einen jeden an .. das A. verlangt einen Nachklang GWB49
1,266,12 Mantegna,Triumphzug [
Kölner Dom] Ich sah .. das schmerzvolle Denkmal der Unvollendung, und konnte doch mit A-n das Maß fassen, von dem was es hätte werden sollen GWB36,95,4 TuJ GWB47,62,24 Theorie bildKünste
uö im bes Hinblick auf das reine u richtige Sehen; mehrf in Vbdgn u (metaphor, auch bibl) Wdgn wie: ‘A-n haben, kriegen’ uä; ‘A. gewöhnen, üben, aufklären, bilden, steigern’ uä; ‘A-n gehen auf’, ‘Decke, Nebel fällt, Schuppen fallen von den A-n’; ‘Binde, Schleier von den A-n (hin)wegnehmen’, ‘A-n auftun, -schließen, eröffnen, offenhalten, auswaschen, (aus)wischen, anfrischen’; ‘empfindliche, scharfe, treue, feine, gesunde, frische, neue, klare, freie, helle, heitere A-n’ uä; in den 80er Jahren: ‘das A. ist Licht (licht)’, ‘das A. licht sein lassen’ (vgl Matth 6,22 u Luk 11,34; vgl ferner IC) ich hatte keinen Wein getruncken, mein Aug war ganz unbefangen über die Natur GWBB2,48,23 Kestner [25.12.72] Wie viel Nebel sind von meinen A-n gefallen und doch bist du nicht aus meinem Herzen gewichen, alles belebende Liebe .. .. so oft ich da schrieb, ist’s auch andern wohl worden die’s lasen, wenn .. die A-n ihnen hell waren GWB37,323,7 u 324,2 WallfahrtErwinsGrab 1775 die überschickten Elsheimer .. sind mir noch so schön .. als ehmals, obgleich meine A-n sich in der Kunst und in manchem aufgeklärt haben GWBB5,31,4 JSchlosser 10.1.81 [
Meph:] Ich sehe nichts — [
Homunc:] .. Du aus Norden, | Im Nebelalter jung geworden, | Im Wust von Ritterthum und Pfäfferei, | Wo wäre da dein A. frei! GWBFaust II 6926
uö So still bin ich lang nicht gewesen, und wenn das A. Licht ist wird der ganze Körper licht seyn et vice versa GWBB5,75,22 ChStein 11.3.[81] GWBB7,246,24 ChStein 12.7.[86]
zu bes Prägnanz gesteigert während der ital Reise, die ein neues Sehen (u damit ein neues Weltbild u Lebensgefühl) vermittelt Meine Übung, alle Dinge wie sie sind zu sehen .. meine Treue, das A. licht [Licht GWBB8,50,24 Herder u Fr 10./11.11.[86]] sein zu lassen, meine völlige Entäußerung von aller Prätention kommen mir .. zu statten GWB30,212,16 ItR GWB30,34,21 ItR = GWBT1,175,24 v 11.9.86 Ich habe das alles mit einem stillen feinen A. betrachtet und mich dieser grosen Existenz gefreut GWBT1,245,1 v 29.9.86 Venedig hab ich meine meiste Zeit auf den Palladio gewendet .. Ich sah .. was ich mit meinen A-n ersehen konnte, in Padua fand ich erst das Buch, jetzt studier ich’s und es fallen mir wie Schuppen von den A-n, der Nebel geht auseinander und ich erkenne die Gegenstände GWBT1,250,25 v 30.9.86 ich thue nur die A-n auf und seh’ und geh’ und komme wieder, denn man kann sich nur in Rom auf Rom vorbereiten GWB30,205,21 ItR ~ GWBB8,44,20 Weim Freunde 7.11.86 nach Neapel, dort erwartet mein eine neue Welt, die ich .. mit offnen und gesunden A-n anzusehen hoffe GWBB8,194,3 Knebel 19.2.87 werden nun die vorzüglichsten Statuen und Gemählde Roms mit frisch gewaschnen A-n besehen GWBB8,329,23 CarlAug 25.1.88 Ich halte die A-n nur immer offen und drücke mir die Gegenstände recht ein GWB30,190,19 ItR Und so wird uns durch künstlerische Arbeiten nach und nach das A. so gestimmt, daß wir für die Gegenwart der Natur immer empfänglicher und für die Schönheiten .. immer offener werden GWB32,90,14 ItR [daß mir fürs Gegenwärtige die A-n immer heiterer werden GWB32,395 Var]
uö ―
Auge u Inneres im Widerspiegelungsprozeß; in der Natwiss: beim jg G auch mit Betonung schöpfer Betrachtungsweise; sonst iZshg mit G-s Sinnenvertrauen das Auge im Vorrang gegenüber der vorgefaßten, nicht gegründeten Meinung; später (in gelegentl skept Beurteilung seiner Objektivität u in Ablehnung rein empir Anhäufung von Beobachtungen) Forderung des Zusammenwirkens mit den ‘A-n des Geistes’, die in der Fülle der Erscheinungen das ‘reine Phänomen’, das Allgemeine, Gesetzliche erkennen (vgl auch d) [
Newton] Voll innerer Kraft die A-n, den Gegenstand zu fassen .. nicht ihn ins Gedächtniß aufzuhäufen; sondern ihn zu verschlingen, und in das große All, das im Haupte ist, immanieren zu lassen. — A-n voll Schöpfungskraft GWB37,359,3u7 PhysiognFragm [1775] Betrachtung der Natur .. Du bist .. auf einem guten Wege zu beobachten .. Ich will nicht sagen, daß du keine Folgerungen machen müßtest, denn das ist die Natur der Seele. Nur mußt du immer deine Meynung geringer halten als dein A. GWBB8,313,11 Seidel 21.12.87 [
vgl daß ich das sinnliche Anschauen von der Meinung .. reinige und sondere GWBB10,344 WHumboldt [3.12.95]
u Sp 1060,16] da der Beobachter nie das reine Phänomen mit A-n sieht, sondern vieles von seiner Geistesstimmung, von der Stimmung des Organs im Augenblick .. und tausend andern Umständen abhängt; so ist ein Meer auszutrinken, wenn man sich an Individualität des Phänomens halten .. will .. .. Das empirische Phänomen .. zum wissenschaftlichen Phänomen durch Versuche erhoben .. Das reine Phänomen .. Um es darzustellen bestimmt der menschliche Geist das empirisch Wankende, schließt das Zufällige aus, sondert das Unreine GWBN11,38,21 Erfahrg Wissensch 1798 setzt er als Grundmaxime aller seiner Forschungen: daß man nichts .. behaupten könne, als was man mit A-n gesehen .. dachte der treffliche Mann doch nicht, daß es ein Unterschied sei zwischen Sehen und Sehen, daß die Geistes-Augen mit den A-n des Leibes in stetem lebendigen Bunde zu wirken haben, weil man sonst in Gefahr geräth zu sehen und doch vorbeizusehen GWBN6,156,12 Üb:CFWolff [1816/17] derer .. welche verlangen, daß man dasjenige worüber man urtheilen wolle, selbst müsse gesehen haben. Diese bedenken nicht, daß sie doch immer dem Object als Subject, als Individuum entgegen stehen und trotz ihrer Gegenwart nur mit ihren eigenen A-n und nicht mit dem allgemeinen menschlichen Blick, die Gegenstände .. beschauen GWBN9,194,19 Nose [1820] Es sind immer nur unsere A-n, unsere Vorstellungsarten, die Natur weiß ganz allein, was sie will, was sie gewollt hat GWB42
2,134,1 MuR(220) [1822] GWBN11,153,3 MuR(120) GWBB35,26,23 Burdach 21.7.21
uö in der Kunst meist vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit zeitgenöss Kunstideen u -richtungen, bes das Verhältnis zw Natur u Kunst betreffend; beim jg G zunächst noch anschließend an traditionelle Vorstellungen von ‘Nachahmung’ u ‘Verschönerung’ (doch mit krit Einschlag); iZshg mit einer Annäherung an Herder Konzentration auf Gefühl u intuitives Erfassen u Gestalten, idVbdg ‘A-n zutun u tappen’13) Mahlender Dichter! .. Mit dem empfindlichsten A. für die Schönheiten der Natur .. hat er reitzende Gegenden durchwandelt, in seiner Einbildungskraft zusammen gesetzt, verschönert, und so standen paradiesische Landschaften vor seiner Seele .. .. waß Geßner uns seyn könnte, wenn er nicht durch ein zu abstraktes .. Gefühl, physikalischer und moralischer Schönheit, wäre in das Land der Ideen geleitet worden AAJw3,109,31 FGA Geßner [Mai/Sept 72] Dreingreiffen, packen ist das Wesen ieder meisterschafft. Ihr habt das der Bildhauerey vindizirt, und ich finde dass ieder Künstler so lang seine Hände nicht plastisch arbeiten nichts ist. Es ist alles so Blick bey euch, sagtet ihr mir offt. Jetzt versteh ich’s tue die A-n zu und tappe .. was ist das für ein Musikus der auf sein Instrument sieht .. .. [
mBez auf Götz1] Es ist alles nur gedacht .. dass ich hoffen könnte, wenn Schönheit und Grösse sich mehr in dein Gefühl webt, wirst du gutes und Schönes thun, reden und schreiben ohne dass du’s weist warum B(DjG
32,256,6) Herder [etwa 10.7.72]
mit klarerer Herausbildung einer neuen Kunstauffassung Auge bes im Zusammenwirken mit Herz, Seele (‘sich an die Natur halten’, Forderung ‘charakteristischer Kunst’ u schöpfer ‘Reproduktion der Welt um mich durch die innere Welt’); beim reifen G seit den 80er Jahren Auge im Zusammenwirken mit Geist, innerem Sinn (statt ‘Naturwirklichkeit’ od Subjektivismus: ‘tiefes Studium der Gegenstände’ u Darstellung der eigengesetzl ‘Kunstwahrheit’) laß die weiche Lehre neuerer Schönheitelei dich .. nicht verzärteln .. Die Kunst ist lange bildend, eh’ sie schön ist .. Diese charakteristische Kunst .. die einzig wahre .. Je mehr sich die Seele erhebt zu dem Gefühl der Verhältnisse, die allein schön .. sind .. Heil dir, Knabe! der du mit einem scharfen Aug’ für Verhältnisse geboren wirst .. wenn dann männlicher die gewaltige Nerve der Begierden und Leiden in deinem Pinsel lebt GWB37,151,8 Baukunst 1773 Mein Mädchen .. du .. schmachtetest mich an, | Und mir’s vom Aug’ durch’s Herz hindurch | Zum Griffel schmachtete! | .. Und mir’s im Busen jung und frisch, | Wie einer Gottheit, war! GWB2,180 Künstlers Morgenlied 55 [1773?] wenn’s denn um meine A-n dämmert, und die Welt um mich her und Himmel ganz in meiner Seele ruht .. ach könntest du das wieder ausdrücken .. dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie deine Seele ist der Spiegel des unendlichen Gottes AA5,29 Werth
1 I [1774] Monolog des Liebhabers [An Kenner und Liebhaber
Var [
1774]]. | Was nutzt die glühende Natur | Vor deinen A-n [< In deinem Busen; An deinem Busen
Var [
1774]] dir, | .. das Gebildete | Der Kunst rings um dich her, | Wenn liebevolle Schöpfungskraft | Nicht deine Seele füllt | Und in den Fingerspitzen dir | Nicht wieder bildend wird? GWB2,189 Vs 2 [1789] Das Aug’ des Künstlers .. überall sieht er die heiligen Schwingungen und leise Töne, womit die Natur alle Gegenstände verbindet. Bei jedem Tritte eröffnet sich ihm die magische Welt .. Die Welt liegt vor ihm .. wie vor ihrem Schöpfer .. Und das ist es, was immer durch die Seele des Künstlers webt, was in ihm .. sich zum verstandensten Ausdrucke drängt, ohne durch die Erkenntnißkraft durchgegangen zu sein GWB37,316,18 Falconet [1775] Ich hab’ viel gekrizzelt .. alles leider nur von A. zur Hand, ohne durchs Herz zu gehen, da ist nun wenig draus worden GWBB3,89,13 ChStein 22.7.76 Die Nähe des schönen Kindes [
Ottilie] mußte wohl in die Seele des jungen Mannes .. einen so lebhaften Eindruck machen, daß ihm nach und nach, auf dem Wege vom A. zur Hand, nichts verloren ging, ja daß beide .. gleichstimmig arbeiteten GWB20,219,5 Wv II 3 [1809] [
vgl Lessing,Emilia Galotti I 4] Mach, daß ihm die A-n aufgehn an der Natur, laß ihn von ihr zu Zeichnungen, Gemälden .. gehen und wieder zu ihr zurück und sollt er auch zulezt kein Künstler des Lebendigen werden .. so kriegt er doch immer eher A., Begriff und Biegsamkeit GWBB4,204,7 Merck 3.4.80 [Korr B7,379] [
Schüler:] Die Farben .. | So gut mein Aug’ sie sehen mag, | Ahm’ ich nach meinem Muster nach; | .. Als ob’s gethan mit Sehen wär’; | .. [
Ein Liebhaber:] die Natur ist aller Meister Meister! | Sie .. | Läßt uns den Geist der Körper sehn, | .. Der gute Mensch hat kein Genie! | .. [
Meister:] Du fühlst die tiefe Leidenschaft, | Mit frohem Aug’ die herrlichen Gestalten | Der schönen Welt begierig fest zu halten; | Du übst die angeborne Kraft, | Mit schneller Hand bequem dich auszudrücken; | .. Allein du übst die Hand, | Du übst den Blick, nun üb’ auch den Verstand. | .. Die Kunst bleibt Kunst! Wer sie nicht durchgedacht, | Der darf sich keinen Künstler nennen; | Hier hilft das Tappen nichts .. [
Schüler:] Ich weiß es wohl, man kann mit Aug’ und Hand | An die Natur, an gute Meister gehen; | Allein .. der Verstand, | Der übt sich nur mit Leuten die verstehen GWB16,151 u 154f Künstlers Apotheose 7u87u101 [Sept 88] ein Künstler .. um .. wetteifernd mit der Natur etwas geistig Organisches hervorzubringen .. man muß .. das Fundament der Erscheinung sich einprägen, wenn man dasjenige .. schauen und nachahmen will, was sich als ein schönes ungetrenntes Ganze .. vor unserm A. bewegt. Der Blick auf die Oberfläche .. verwirrt .. Was man weiß, sieht man erst .. so liegt .. in der Kenntniß die Vollendung des Anschauens GWB47,13,23 PropylEinl [1798] [
mBez auf Stilleben von Calf] in welchem Sinne die Kunst über die Natur sey und was der Geist des Menschen den Gegenständen leiht, wenn er sie mit schöpferischen A-n betrachtet GWB47,349,23 StädelschKabinett Plp [1797] [
vgl GWB47,17,17ff PropylEinl [1798]] [
Faust:] Hab’ ich noch A-n? Zeigt sich tief im Sinn | Der Schönheit Quelle reichlichstens ergossen? GWBFaust II 6487
uö im Referat plotin Ideen “ Die Materie aber hatte eine solche [
schöne] Gestalt nicht, sondern diese war in dem Ersinnenden früher, als sie zum Stein gelangte. Sie war jedoch in dem Künstler nicht, weil er A-n [
oculos] und Hände hatte, sondern weil er mit der Kunst begabt war .. .. daß .. die Künste nicht das geradezu nachahmen, was man mit A-n siehet, sondern auf jenes Vernünftige zurückgehen, aus welchem die Natur besteht und wornach sie handelt .. die Künste .. fügen .. manches hinzu, was der Natur an Vollkommenheit abgehet, indem sie die Schönheit in sich selbst haben ..
”14) GWB48,197,10 u 198,15 MuR(636u640) = GWBB19,55,24 u 56,25 Zelter 1.9.05
Zusammenwirken von Auge u Innerem in der (ästh) Natur- u Kunstbetrachtung [
Straßb Münster] Wie oft hat die Abenddämmerung mein durch forschendes Schauen ermattetes A. mit freundlicher Ruhe geletzt, wenn durch sie die unzähligen Theile zu ganzen Massen schmolzen, und nun diese, einfach und groß, vor meiner Seele standen, und meine Kraft sich .. entfaltete, zugleich zu genießen und zu erkennen GWB37,145,24 Baukunst 1773 Mein A. und meine Seele konnten die Gegenstände fassen, und da ich rein war, diese Empfindung nirgends falsch widerstieß, so wirkten sie was sie sollten .. .. immer wieder zog die Reihe der .. Eisgebirge das Aug’ und die Seele an sich GWB19,224,17 u 238,18 BrSchweiz II~GWBB4,70,25 u 109,9 ChStein 3.10.[79] u 28.10.79 mein Entzücken an Kunstwerken .. wenn sie .. geistreiche Aussprüche der Natur sind .. Drückt sich nicht die lebendige Natur lebhaft dem Sinne des A-s ein, bleiben die Bilder nicht fest vor meiner Stirn, verschönern sie sich nicht und freuen sie sich nicht, den durch Menschengeist verschönerten Bildern der Kunst zu begegnen? .. Geistreiche gefühlte Kunstwerke GWB19,210,13 BrSchweiz I [1775/96] Wenn man .. diese Werke [
Palladios Bauten in Vicenza] gegenwärtig sieht, so erkennt man erst den großen Werth derselben, denn sie sollen .. durch ihre wirkliche Größe und Körperlichkeit das A. füllen, und durch die schöne Harmonie ihrer Dimensionen .. den Geist befriedigen GWB30,77,10 ItR
uö im Hinblick auf Schwächung bzw Steigerung der Erlebnisfähigkeit durch Schmerz, Begeisterung kam dein Zettelgen und brach mir alles ab. Ich sah noch einige Villen .. mit den A-n blos. Da ich merckte daß ich nichts mehr sah, lies ich ab GWBB8,93,26 ChStein 14./16.12.86 [
nach dem Erlebnis mit der ‘Mailänderin’] der .. landschaftlichen Natur .. gelang mir sie besser zu sehen .. die Fülle der Körperlichkeit .. war meinem A. beinahe fühlbarer als sonst, und ich konnte dem Schmerz nicht feind werden, der mir den innern und äußern Sinn in dem Grade zu schärfen geeignet war GWB32,129,2 ItR Denn das ist der Kunst Bestreben | Jeden aus sich selbst zu heben, | Ihn dem Boden zu entführen; | .. Und in diesen höhern Sphären | Kann das Ohr viel feiner hören, | Kann das A. weiter tragen, | Können Herzen freier schlagen GWB13
1,123 ProlBln 1821 Vs 195
verbunden mit der Empfindung sittl Wirkungen vgl ICd Sp 1061,17 die Architektur eine verstummte Tonkunst .. der Geist kann nicht sinken, die Thätigkeit nicht einschlafen, das A. übernimmt Function, Gebühr und Pflicht des Ohres, und die Bürger am gemeinsten Tage fühlen sich in einem ideellen Zustand .. werden .. des höchsten sittlichen und religiosen Genusses theilhaftig GWB48,213 MuR(1133) [
vgl SchrGG21,382] GWB32,97,17u20 ItR
im Hinblick auf die Magie bildl Darstellung15) Dummes Zeug kann man viel reden, | .. schreiben, | Wird weder Leib noch Seele tödten, | .. Dummes aber vor’s A. gestellt | Hat ein magisches Recht; | Weil es die Sinne gefesselt hält, | Bleibt der Geist ein Knecht GWB3,256 ZXen II 402 GWB27,240,24 DuW 9 d
das Auge als Organ sinnl-geistiger Weltaneignung steigert die Wahrnehmung zum ‘denkenden Anschauen’ u wird an visuellen Objekten innere Zusammenhänge, Gesetzmäßigkeiten, Probleme gewahr vgl anschauen Sp 658,4ff
u ansehen Sp 672,55 Das A. war vor allen anderen das Organ, womit ich die Welt faßte GWB27,16,9 DuW 6 Bey mir ist das A. vorwaltend GWBB46,285,19 Zelter 27.3.30 Er hätt’ ein A. treu und klug, | Und wär’ auch liebevoll genug, | Zu schauen manches klar und rein, | Und wieder alles zu machen sein GWB16,123 HSachsPoetSdg 15 so ist nichts theatralisch, als was für die A-n zugleich symbolisch ist GWB41
1,67,1 Shakesp u kein Ende ~ GWB42
2,251,6 MuR(1053) [
Rom] Kunst- und Menschengeschichte standen synchronistisch vor unseren A-n GWB32,177,2 ItR [
Durchzeichnungen pompejan Bilder] das Wundersamste des Alterthums, dem der sehen kann, mit A-n zu sehen; die Gesundheit nämlich des Moments und was diese werth ist GWBB46,110,26 Zelter 19.10.29 Die Pflanzen betreffend .. habe ich zwar meinen Linné bei mir .. wo soll aber Zeit und Ruhe zum Analysiren herkommen, das .. meine Stärke niemals werden kann? Daher schärf’ ich mein A. auf’s Allgemeine GWB30,22,6 ItR scheinen .. die nackten Gebirge, Steinritzen und Brüche dem natürlichen Auge etwas Unerfreuliches zu haben. Dem A. deß, der Kenntniß besitzt, offenbaren sie das Innere .. [Genuß, Empfinden, Wissen, Erkennen, Wissenschaftliches Anschauen. Wiederkehrender Genuß.] GWBN9,274,6u8 BildgErde auf den Dünen des Lido .. fand ich einen .. geborstenen Schafschädel, der mir nicht allein jene .. früher von mir erkannte Wahrheit .. bethätigte, sondern auch den Übergang .. zu fortschreitender Veredelung höchster Bildung und Entwicklung .. vor A-n stellte, und zugleich meinen alten .. Glauben wieder auffrischte .. daß die Natur kein Geheimniß habe, was sie nicht .. dem aufmerksamen Beobachter nackt vor die A-n stellt GWB35,15,25 u 16,2 TuJ die älteren Stengel-Blätter brachten zugleich .. frische Pflänzchen hervor.
“Alles in Einem und aus Einem
” glaubt ich mit A-n zu sehen GWBB40,337,11 Nees 24.3.26 K [
Nereus:] Welch neues Geheimniß in Mitte der Schaaren | Will unseren A-n sich offengebahren? | Was flammt um die Muschel, um Galatee’s Füße? GWBFaust II 8465 [
Genius, die Büste der Natur enthüllend] Bleibe das Geheimniß theuer! | Laß den A-n nicht [dich nicht zum Schaun
Var] gelüsten GWB4,137 Vs 2
uö iZshg mit der durch den sog Pantheismusstreit ausgelösten, durch Jacobis u Schellings Kontroverse wieder angeregten Auseinandersetzung zw G u Jacobi; iGz dessen orthodox-christl Offenbarungsglauben Bekenntnis G-s zu Spinozas Pantheismus, zu Schellings Identitätsphilosophie u zur ‘Naturschau’16) Jacobi wußte und wollte gar nichts von der Natur, ja er sprach deutlich aus: sie verberge ihm seinen Gott
17). Nun glaubt er mir .. bewiesen zu haben, daß es keine Naturphilosophie gebe; als wenn die Außenwelt dem, der A-n hat, nicht überall die geheimsten Gesetze .. offenbarte! GWB42
2,85,21 Rez:Jacobi,Briefw Jacobi .. jenen Mann .. dem die Natur seinen Gott verbarg und der glaubte man sehe besser mit einem A. als mit zweyen GWBB44,329 Boisserée 2.3.28 K 2
inneres Auge (nach alter, schon antiker Vorstellung u im Anschluß an myst-pietist Wortgebrauch) als Organ geistiger Erkenntnis u als Metapher für versch geistig-seel Bereiche; mehrf ‘inneres, geistiges A.’, auch ‘A. des Geistes, der Seele’ a
Einbildungskraft, Vorstellung, Phantasie, noch eng mit dem sinnl-visuellen Bereich verknüpft; bes im Hinblick auf Irreales, Numinoses, Ideelles sowie Gehörtes, Gelesenes, das als Bild vorschwebt meine Seele hat nur Fühlhörner und keine A-n; sie tastet nur und sieht nicht; ach! daß sie A-n bekäme und schauen dürfte! GWB22,319,16f Lj VI SchöneSeele die Geister haben keine Gestalten; jeder sieht sie mit den A-n seiner Seele in bekannte Formen gekleidet GWB12,60,16 Lila II [
Chor an Mignons Sarkophag:] seht die schöne, die würdige Ruh! .. Schaut mit den A-n des Geistes hinan! GWB23,254,21 Lj VIII 8 Schwänden dem inneren A. die Bilder sämmtlicher Blumen, | Eleonore, dein Bild brächte das Herz sich hervor GWB1,347 VierJahresz 18(662) Seine Lebensbeschreibung .. ein .. Document, worin sich ein bedeutendes .. Individuum, und in demselben der gleichzeitige sonderbare Zustand vor A-n legt GWB44,370,16 CellAnh XV 1
uö iZshg mit Vergegenwärtigung von Entferntem, Vergangnem, Vorahnung, Vorausschau von Zukünftigem, auch Erspüren von Verborgnem meiner Einbildungskraft, die mir Vater und Sohn .. vor die A-n führt .. .. der kleine Schalk ist mir gegenwärtiger als je, ja es ist mir als ob sein Bild sich mir in die A-n hineinbohrte GWB25
1,33,9 u 35,5 Wj II 10 daß die Inschrift des Theaters aus zwey Zeilen bestehe .. Dieser .. Mißstand bohrt mir die geistigen [< geistlichen
K] A-n aus, und ist mir auf die Entfernung von 30 Meilen unerträglich GWBB33,189,17 Schultz 1.9.20 Sollten nicht .. uns in der Jugend wie im Schlafe, die Bilder zukünftiger Schicksale umschweben, und unserm unbefangenen A. ahnungsvoll sichtbar werden? GWB22,58,8 Lj IV 9 ritt ich auf dem Fußpfade gegen Drusenheim, und da überfiel mich eine der sonderbarsten Ahnungen. Ich sah nämlich, nicht mit den A-n des Leibes, sondern des Geistes, mich mir selbst .. entgegen kommen GWB28,83,24 DuW 11 [
Nereus:] Ich schildert ihm was ich vor A-n sah [> Ihm kündet’ ich was ich im Geiste sah GWBFaust II 8113] GWB15
2,60 Faust II Var [
Sendung einer Locke Mariannes, eingeschlossen in einem Medaillon] Heute kann ich mich des schärfsten Blickes rühmen: durch alle die Schachteln hindurch habe ich gleich auf den Grund gesehen, und das Mittel-Juweel erblickt, die Einfassung entging meinem geistigen A., desto mehr erfreute sie nachher mein sinnliches GWBB33,185,12 Willemer u Fr 1.9.20 [
vgl Wie mich .. die, zwar eigensinnig-neckisch genug verclausulirte, meinem Hellblick aber und magnetischer Schaukraft offenbare liebenswürdige Gabe höchlich erfreut GWBB33,191
18)]
prägnant: schöpfer Phantasie, ‘produktive Einbildungskraft’, Intuition wenn du mich in meiner jetzigen Stube sehen solltest .. da! — thue die A-n auf, und sieh! — .. Aber .. Ihr andern kleinen Mädgen könnt nicht so weit sehen, wie wir Poeten GWBB1,8,14 Cornelia 12.10.65 [
Tasso:] Hernieder steigend hebt die Göttin schnell | Den Sterblichen hinauf. Welch neuer Kreis | Entdeckt sich meinem A., welches Reich! | .. Der Blindgeborne denke sich das Licht, | .. erscheinet ihm | Der neue Tag, ist’s ihm ein neuer Sinn Tasso 1134 [
Fausts Leda-Wachtraum] Ich wache ja! O laßt sie walten | Die unvergleichlichen Gestalten | Wie sie dorthin mein A. schickt. | .. Sind’s Träume? Sind’s Erinnerungen? GWBFaust II 7273 da trug ich die Metamorphose der Pflanzen lebhaft vor, und ließ, mit manchen charakteristischen Federstrichen, eine symbolische Pflanze .. entstehen. Er .. sagte: das ist keine Erfahrung, das ist eine Idee .. ich .. versetzte: das kann mir sehr lieb sein, daß ich Ideen habe ohne es zu wissen und sie sogar mit A-n sehe GWB36,251,11 BiogrEinzh ErsteBekanntsch mitSchiller 1794 = GWBN11,18,2 GlücklEreign daß wir die Theile auch alsdann noch erkennen, wenn sie uns selbst keine sichtbaren Zeichen ihrer Absonderungen mehr geben, daß uns das ganze Thierreich unter einem einzigen großen Bilde erscheint .. Wir lernen mit A-n des Geistes sehen, ohne die wir, wie überall, so besonders auch in der Naturforschung, blind umher tasten GWBN8,37,21 VglAnatomie 7 GWBN6,172,6 MetamPfl Nachtr
uö [
vgl auch Sp 1061,51ff]
abgewertet, polem mBez auf Newtons ‘Wahn und Trug’ wir müssen .. die Newtonische Assertion bloß als eine beliebige, aus dem vorgefaßten Vorurtheil entsprungene, bloß mit den A-n des Geistes gesehene Erscheinung halten GWBN2,43,6 FlP 76 b
Geist, Erkenntnisvermögen, Bewußtsein, Sinn, Urteil, auch: geistiges Blickfeld; mehrf metaphor, auch bibl Wdgn wie ‘A-n gehen jdm auf’, ‘jdm die A-n (er)öffnen, auftun, aufschließen’, ‘Nebel fällt, sinkt von den A-n’, ‘es fällt wie Schuppen, wie ein Schleier von den A-n’, ‘Licht vor die A-n bringen’ uä, ‘Gnade vor A-n finden’, ‘in die A-n fallen, treten, leuchten, schlagen, rücken’, ‘(klar) vor A-n liegen’ uä daß ich etwas heftig bin .. an das Befehlen gewohnt .. Dieses sind die Haupt-Fehler. Ihr scharfsichtiges A. wird noch Hundert kleine an mir bemercken GWBB1,3,7 Ysenburg 23.5.64 Ueber große Leute sollte Niemand reden, als wer so groß ist wie sie .. Ein kleiner .. wenn er das Ganze übersehen will, so muß er sich zu weit entfernen, und da reichen seine A-n nicht an die Theile GWBB1,228,8 ChGHermann 6.2.70 Er [
Voltaire] schreibt vom König in Preusen wie Sueton die Scandala der Weltherrscher, und wenn der Welt über Könige und Fürsten die A-n aufgehen könnten .. so wären diese Blätter .. eine köstliche Salbe GWBB6,285,27 ChStein 5.6.84 [
vgl Augensalbe] Kanntest jeden Zug in meinem Wesen, | .. Konntest mich mit Einem Blicke lesen, | Den so schwer ein sterblich Aug’ durchdringt GWB4,98 Warum gabst du uns die tiefen Blicke 32 die Klufft zwischen mir und denen Menschen allen fiel mir so grass in die A-n GWBTgb 8.10.77 [
Clär:] Weh! Grausam zerreißest du den Vorhang vor meinem A. GWB8,289,22 Egm V so fallen die höchsten Kunstwerke, die Odyssee und Ilias, vor den A-n unsres Wolfs [dem Scharfblick eines trennenden Kritikers GWBB17,197,7 R] auseinander GWBB17,321 Eichstädt 15.9.04 K eine Spolien Klage! Wie abentheuerlich dieses Remedium juris .. hereingeschleppt wird, schlägt jedem so in die A-n DjG
3 2,245,21 RAnw [3.2.72]
uö mBez auf zeitl Ereignis Der Termin [
der Aufführung] rückt nun mit jedem Tage näher in’s A. GWBB17,232,9 Schiller [1.1.05] GWB36,85,28 TuJ
in Vbdgn u Wdgn, die Augenmerk, Aufmerksamkeit, Beachtung, Sinnesrichtung (auch mit voluntativem Einschlag) umschreiben; zB ‘A., A-n richten, wenden’, ‘ein A. werfen, haben auf jdn, etw’, ‘ins A. fassen’, ‘im A., vor A-n sein, haben’ daß .. sich dasjenige .. zu regen anfing, was man Menschenverstand zu nennen pflegt .. man that die A-n auf, sah gerade vor sich hin, war aufmerksam .. und glaubte, wenn man in seinem Kreis richtig urtheile und handle, sich auch wohl herausnehmen zu dürfen, über anderes .. mitzusprechen GWB27,95,5 DuW 7 Soll ich umsonst die A-n offen haben? | .. Warum sucht’ ich den Weg so sehnsuchtsvoll, | Wenn ich ihn nicht den Brüdern zeigen soll? GWB1,6 Zueignung [1784] Vs 66 Nach drüben ist die Aussicht uns verrannt; | Thor! wer dorthin die A-n blinzelnd richtet GWBFaust II 11443 vorzügliche mitlebende Männer sind den größeren Sternen zu vergleichen, nach denen .. unser A. sich wendet GWB28,45,9 DuW 11 daß er eine einstimmende Gattin finden müsse. Er hatte im Stillen Ottilien vor A-n und im Herzen GWB20,285,22 Wv II 7 [
vgl Tob 4,6] [
Thoas:] Der Grieche wendet oft sein lüstern A. | Den fernen Schätzen der Barbaren zu GWBIph
2 2102 [Die Griechen lüstet’s öfter nach der Barbaren Güter GWB39,401f Iph
1 V 7]
uö ―
Trübung, Schließung, Abwendung des geistigen Auges, des inneren Blickes; metaphor Vbdgn u Wdgn wie ‘(ein) A., A-n zutun, zumachen, (zu)schließen, zublinken, zudrücken’; ‘A-n sind geschlossen, verbunden’; ‘A-n ab-, wegwenden’; ‘aus den, außer A-n lassen, setzen’; ‘aus den A-n verlieren, kommen, rücken’ ua; zur Umschreibung von geistiger Stumpfheit, Blindheit; Nichtbeachtung, Vernachlässigung; Nachsicht, Nachgiebigkeit; Entsagung [
Graf:] O du Kurzsichtiger! .. Dir, dessen A-n geschlossen sind! GWB17,135,19 GrCoph I 4 sobald .. die Sache entschieden ist, wenden wir unser A. sogleich von ihm weg; alles .. was abgethan da liegt, kann unsre Aufmerksamkeit keineswegs fesseln GWB21,117,6 Lj II 1 gewisse Pflichten sollten wir niemals aus den A-n setzen GWB23,79,10 Lj VII 7 wenn er in den Proben .. nachgiebig war und über manches ein A. zuthat .. so verstund er doch am Tage der Ausführung keinen Spaß GWB51,35,21 ThS I 10 [
Eduard zum Major:] Magst du die A-n von den schönen und freundlichen Aussichten abwenden .. magst du uns allen ein trauriges Entsagen gebieten GWB20,351,2 Wv II 12
uö Verblendung, Irreführung, Verhüllung [
Tasso üb Alphons:] da er .. | Von meinen Feinden sich das A. trüben .. läßt Tasso 2481 Unser verdorbner Geschmack aber, umnebelt dergestalt unsere A-n, dass wir fast eine neue Schöpfung nötig haben, uns aus dieser Finsternis zu entwickeln GWB37,133,11 ShakespTag wo Arlekin .. den Zuschauern vertraut, daß in den .. Säcken moralisch-ästhetischer Sand befindlich sei, den ihnen die Schauspieler sehr häufig in die A-n werfen würden .. Er .. ermahnte die Zuschauer .. die A-n zuzumachen GWB27,141,18u24 DuW 7 daß ich ihm .. keinen blauen phraseologischen Dunst vor die A-n bringen durfte GWBB46,54,14 Zelter 20.8.29 einem gewissen realistischen Tic, durch den ich meine Existenz, meine Handlungen, meine Schriften den Menschen aus den A-n zu rücken behaglich finde GWBB11,121,17 Schiller 9.7.96
uö c
der bes Sinn für etwas; die individuelle, subjektive Betrachtungs- u Denkweise, Ansicht; mehrf Vbdgn wie ‘aus, durch, in, mit, vor jds A-n’ daß sie weder für alte noch neue, geheime noch offenbare Triebfedern der .. Seele, jemals ein A. gehabt haben AAJw3,103,22 FGA Canut Denke als Philosoph .. Was ist der Stand? .. Und Geld ist ein ebenso elender Vorzug in den A-n eines Menschen der denkt GWB>31,111,7]">B1,60,17 FMMoors 1.10.66 Merck .. welcher meine .. Reise [
mit den Brüdern Stolbg in die Schweiz] mit mephistophelischen A-n [> mephistophelisch querblickend GWB29,93,4f] ansah GWB29,239 DuW 18 Var man dürfte nur die Zustände [
des Tiefurter Lebens] ganz treu so schildern, wie sie sich dem poetischen A. damals darstellten; Dichtung und Wahrheit, ohne daß Erdichtung dabei wäre Gespr (He3
1,793) Kanzl Müller 13.6.25
uö mehrf auch in Bescheidenheitsformeln wie ‘mit gnädigen, günstigen A-n ansehen’ GWBB43,240,8 Carlyle 15.1.28
uö etw mit den Augen eines andern sehen [
Egm:] Ich muß mit meinen A-n sehen. [
Oran:] O säh’st du dießmal nur mit den meinigen! GWB8,229,7 Egm II GWB21,288,27 Lj III 8 = GWB52,146,1 ThS V 7
uö C
das Auge u die opt Erscheinung; vorwiegend in Schr zur Fl (im Rahmen sachl-klarer Darstellung, in lebhaft-scharfer Polemik u in hohem poet Stil), im Sinne der Einheit von Wiss u Poesie auch im dichter Werk sowie in Schr zur Kunst a
Bau u Teile des Auges war es anatomisch und physiologisch bekannt, daß unser A. aus verschiedenen Mitteln bestehe GWBN4,202,16 FlH VI das entoptische Glas, welches wir ja auch als Linse darstellen können, vergleicht sich dem A.; es ist ein fein-getrübtes Wesen, sensibel für directen und obliquen Widerschein, und zugleich für die zartesten Übergänge empfindlich GWBN11,277,5 Purkinje, Sehen subj Sömmerrings gelber Punct und kleine Öffnung in der Axe des A-s GWBN5
2,23,2 Fl Plp [
vgl dagegen Augachse] gibt es auch einen hohlen Fleck im Gehirn,
d. h. eine Stelle, wo sich kein Gegenstand abspiegelt, wie denn auch im A. selbst ein Fleckchen ist, das nicht sieht GWB42
2,143,26 MuR(266) ~ GWBN11,376
uö b
das Auge u der Sehvorgang, bes das Farbensehen α
im Referat älterer (antiker) Theorien, meist iZshg mit G-s eignen Bemühungen um eine Theoriebildung Die Alten glaubten an ein ruhendes Licht im A.; sie fühlten sodann .. die Selbstthätigkeit dieses Organs und dessen Gegenwirken gegen das äußre Sichtbare; nur sprachen sie dieses Gefühl so wie des Fassens, des Ergreifens der Gegenstände mit dem A. durch allzu krude Gleichnisse aus. Die Einwirkung des A-s nicht auf’s A. allein, sondern auch auf andre Gegenstände erschien ihnen so mächtig wundersam, daß sie eine Art von Bann und Zauber gewahr zu werden glaubten GWBN3,114,26 u 115,2 FlH II Pythagoras sagt von den Sinnen überhaupt und insbesondere vom Gesicht, es sei eine heiße Ausdünstung oder Dampf, vermittelst dessen wir .. sehen .. Wäre nun die Ausdünstung in den A-n [ὁ ἐν τοῖς ὄμμασιν ἀτμός] kalt, so würde sie in die ihr ähnliche äußere Luft übergehen. An einer andern Stelle nennt er die A-n Pforten der Sonne [ἡλίου πύλας καλεῖ τοὺς ὀφθαλμούς] GWBN3,1,10u12 FlH I Pythag [
nach Theophrast] Empedokles sagt, das Innre des A-s [τὴν ὄψιν .. τὸ μὲν ἐντὸς αὐτῆς] sei Feuer (und Wasser), die äußre Umgebung Erde und Luft; durch welche das Feuer .. durchschwitze, wie das Licht durch die Laterne .. Ähnliches wird durch Ähnliches erkannt .. .. [
nach Stobäus] Empedokles erklärt die Farbe für etwas, das den Gängen des A-s oder Gesichts [τοῖς πόροις τῆς ὄψεως] angemessen und damit übereinstimmend sei GWBN3,2,13 u 3,21 FlH I Emped [
Aristoteles üb Demokrit:] Demokritus .. so fern er behauptet das A. [
visum] sei Wasser, hat Recht; so fern er aber meint, das Sehen [τὸ ὁρᾶν =
visionem] sei eine Emphasis (Spiegelung), hat er Unrecht .. eine Emphasis findet nicht statt im Gegenstande, sondern im Sehenden .. daß ihm nicht die Frage aufstieß: warum das A. [ὁ ὀφθαλμὸς =
oculus] allein sieht, die andern Dinge, worin die Bilder sich spiegeln, aber nicht. Daß nun das Auge [τὴν ὄψιν =
conspectum] Wasser sei, darin hat er Recht. Das Sehen .. geschieht nicht, in so fern das A. [τὸ ὁρᾶν] Wasser ist, sondern in so fern das Wasser durchsichtig ist GWBN3,11,23 u 12,3u5u7 FlH I Aristot [Riemer?] Farben .. eine Flamme, die von jedem Körper ausfließt .. Durch Schwarz und Weiß entstehen eben solche Wirkungen .. durch das Weiße werde das Gesicht entbunden, durch das Schwarze hingegen gesammelt. Ein lebhafter Trieb aber und eine Art andern Feuers dringt von innen gegen die A-n [μέχρι τῶν ὀμμάτων =
usque ad oculos] und entbindet gleichfalls das Gesicht .. Jener Trieb aber ist ein Feuer, das dem äußern begegnet GWBN3,9,5 FlH I Plato [Riemer?] Die Wirkung und Gegenwirkung des Lichtes und A-s, des Lichtes und aller Körperlichkeiten .. Indessen werden die Gesetze des Sehens näher bekannt .. Dadurch wird das Licht und die Bilder .. activer; das A. passiver .. Die Körper und das A. werden beynahe Null in Absicht auf den Antheil, den sie an der Farbenerscheinung haben GWBN5
2,267,4u24u36 FlH V Plp
uö β
G-s eigene Anschauung üb das Auge u die opt Welt, ‘die Welt des Auges’, bes iZshg mit der Entdeckung des ‘Fundaments im Organ’ (
vgl GWBN4,485,38),
mit dem Phänomen der ‘physiologischen Farben’; charakteristisch hervortretend: Licht- u Spiegelsymbolik, Berührung mit empedokleischen u (neu)platon Gedanken u Bildern u Herausarbeitung der Grundideen von Polarität, Steigerung, Totalität, Analogie, Harmonie von Innerem u Äußerem daß, so wie unser A. mit den sichtbaren Gegenständen, unsre Ohren mit den schwingenden Bewegungen erschütterter Körper völlig harmonisch gebaut sind, daß auch unser Geist mit den tiefer liegenden .. Kräften der Natur in Harmonie steht und sich solche eben so rein vorstellen kann, als in einem klaren A. sich die Gegenstände der sichtbaren Welt abbilden GWBN5
2,330,9u14 Fl Plp [1792] Das A. ist das letzte, höchste Resultat des Lichtes auf den organischen Körper. | Das A. als ein Geschöpf des Lichtes leistet alles was das Licht selbst leisten kann. | Das Licht überliefert das Sichtbare dem A.; das A. überliefert’s dem ganzen Menschen. | Das Ohr ist stumm, der Mund ist taub; aber das A. vernimmt und spricht. | In ihm spiegelt sich von außen die Welt, von innen der Mensch. | Die Totalität des Innern und Äußern wird durchs A. vollendet GWBN5
2,12,21—31 Fl Plp [1805/06] Das A. hat sein Dasein dem Licht zu danken. Aus gleichgültigen thierischen Hülfsorganen ruft sich das Licht ein Organ hervor, das seines Gleichen werde; und so bildet sich das A. am Lichte für’s Licht, damit das innere Licht dem äußern entgegentrete. Hierbei erinnern wir uns der alten ionischen Schule, welche .. wiederholte: nur von Gleichem werde Gleiches erkannt; wie auch der Worte eines alten Mystikers .. Wär’ nicht das A. sonnenhaft, | Wie könnten wir das Licht erblicken? [Die Sonne könnt’ es nie erblicken GWB3,279 ZXen III 724] | Lebt’ nicht in uns des Gottes eigne Kraft, | Wie könnt’ uns Göttliches entzücken?
19) Jene unmittelbare Verwandtschaft des Lichtes und des A-s wird niemand läugnen, aber sich beide zugleich als eins und dasselbe zu denken, hat mehr Schwierigkeit. Indessen wird es faßlicher, wenn man behauptet, im A. wohne ein ruhendes Licht, das bei der mindesten Veranlassung von innen oder von außen erregt werde N1,XXXI,9—25 u XXXII,1 FlD Einl [1807] Die Naturbetrachtungen freuen mich sehr .. daß zuletzt eine Art von subjectivem Ganzen herauskommen muß. Es wird wenn Sie wollen eigentlich die Welt des Auges, die durch Gestalt und Farbe erschöpft wird. Denn wenn ich recht Acht gebe, so brauche ich die Hülfsmittel anderer Sinne nur sparsam, und alles Raisonnement verwandelt sich in eine Art von Darstellung GWBB11,264,18 Schiller 15.11.96 Farben und Licht .. wir müssen uns beide als der ganzen Natur angehörig denken: denn sie ist es ganz, die sich dadurch dem Sinne des A-s besonders offenbaren will [Die Farben sind die ganze Natur dem Organ des A-s offenbart und recht sehen heißt recht seyn
Var] .. .. Wir sagten: die ganze Natur offenbare sich durch die Farbe dem Sinne des A-s .. daß das A. keine Form sehe, indem Hell, Dunkel und Farbe zusammen allein dasjenige ausmachen, was den Gegenstand vom Gegenstand .. für’s A. unterscheidet. Und so erbauen wir aus diesen Dreien die sichtbare Welt N1,X,2 u XXX,27f u XXXI,4 Fl Vorw u FlD Einl [1807] unser A. weder auf das kräftigste Licht, noch auf die tiefste Finsterniß eingerichtet .. Das Organ des Sehens .. auf einen Mittelstand angewiesen. Hell, Dunkel und die zwischen beiden entspringenden Farben sind die Elemente, aus denen das A. seine Welt schöpft und schafft GWBN5
1,336,19 Nachtr PhysiolFarb Licht und Finsterniß zum A. .. Wenn wir die A-n innerhalb eines ganz finstern Raums offen halten, so wird uns ein gewisser Mangel empfindbar. Das Organ .. zieht sich in sich selbst zurück, ihm fehlt jene reizende befriedigende Berührung, durch die es mit der äußern Welt verbunden und zum Ganzen wird GWBN1,2,12u17 FlD Überschrift vor 5—14 u in 6 Das A. .. äußert seine Lebendigkeit .. darin, daß es .. in seinen Zuständen abzuwechseln verlangt .. Das A. .. mag nicht .. in einem durch das Object specificirten Zustande identisch verharren. Es ist .. zu einer Art von Opposition genöthigt, die .. nach einem Ganzen strebt .. .. Systole .. Diastole. Es ist die ewige Formel des Lebens .. Wie dem A. das Dunkle geboten wird, so fordert es das Helle; es fordert Dunkel, wenn man ihm Hell entgegenbringt und zeigt eben dadurch seine Lebendigkeit, sein Recht das Object zu fassen, indem es etwas, das dem Object entgegengesetzt ist, aus sich selbst hervorbringt GWBN1,13,12u16 u 15,23 FlD 33u38 Wenn das A. die Farbe erblickt, so wird es gleich in Thätigkeit gesetzt, und es ist seiner Natur gemäß .. eine andre .. hervorzubringen, welche mit der gegebenen die Totalität des ganzen Farbenkreises enthält. Eine einzelne Farbe erregt in dem A., durch eine specifische Empfindung, das Streben nach Allgemeinheit GWBN1,321,19 u 322,4 FlD 805 Diese Phänomene [
Komplementärfarben] sind von der größten Wichtigkeit, indem sie uns auf die Gesetze des Sehens hindeuten .. Das A. verlangt dabei ganz eigentlich Totalität und schließt in sich selbst den Farbenkreis ab GWBN1,28,20 FlD 60 Diese Farben, welche wir billig obenan setzen, weil sie dem Subject, weil sie dem A. .. zugehören .. wurden bisher .. als Täuschung und Gebrechen betrachtet .. Wir haben sie physiologische genannt, weil sie dem gesunden A. angehören, weil wir sie als die nothwendigen Bedingungen des Sehens betrachten, auf dessen lebendiges Wechselwirken in sich selbst und nach außen sie hindeuten GWBN1,1,4 u 2,4 FlD 1u3 der physiologischen [
Farben] .. welche hier .. hervortreten .. ein herrliches Beispiel daß alles im Universen zusammenhängt .. Was in der Atmosphäre vorgeht, begibt sich gleichfalls in des Menschen A., und der entoptische Gegensatz ist auch der physiologe GWBN5
1,293,18 EntoptFarb 29 1820 am 18. October 1821 .. ein Weißfeuer .. abgebrannt .. blickte ich unverwandt darauf hin .. und entdeckte .. die erste Figur der Purkinjeschen Tafel .. ein .. achtstrahlendes Licht .. ich .. blickte nach ausgeruhtem A. den Jupiter an, wo ich nun dieselbe Erscheinung .. gewahr werden konnte. Das mehrstrahlige Sternbild, das wir am Himmel sehen, ist die Manifestation unseres eigenen A-s und deutet wieder höchst erfreulich auf die Vermittlung des Objects im Subjecte .. die ewige Wahrheit .. daß wir uns in der Welt spiegeln, die Welt in uns GWBN5
2,379,18 Fl Plp Fangen Sie bey dem Physischen an .. bis Sie zum Chemischen gelangen .. Lassen Sie dann das Subjective [
die physiolog Farben] folgen, so können Sie den Schülern überraschend sagen: Was ihr bisher außer euch gesehen, geht auch in euch vor. Wirkung und Gegenwirkung, die ihr überall bemerktet, ereignen sich gleichfalls im A. und zwar .. nach denselben Gesetzen GWBB35,293,23 Henning 23.3.22 hätte ich nicht die Welt durch Anticipation bereits in mir getragen, ich wäre mit sehenden A-n blind geblieben .. Das Licht ist da und die Farben umgeben uns; allein trügen wir kein Licht und keine Farben im eigenen A., so würden wir auch außer uns dergleichen nicht wahrnehmen Gespr Eckerm 26.2.24 Im eignen A. schaue mit Lust, | Was Plato von Anbeginn gewußt; | Denn das ist der Natur Gehalt, | Daß außen gilt was innen galt GWB3,355 ZXen VI 1662 Siehst du Farben um dich klingen, | Wirst du deines Augs bewußt. | In das Innere zu dringen | Gibt das Äußre Glück und Lust GWB4,50 Vs 4 Verdoppelte sich der Sterne Schein, | Das All wird ewig finster sein. |
“Und was sich zwischen beide stellt?
” | Dein A., so wie die Körperwelt. | | An der Finsterniß zusammengeschrunden, | Wird dein A. vom Licht entbunden GWB2,218 GottGemütWelt 80u82 [
vgl GWBN3,115 u GWBN4,389]
uö Vorstehendes [
die Verse Faust I 1147ff] war schon lange, aus dichterischer Ahnung .. geschrieben, als, bei gemäßigtem Licht .. ein schwarzer Pudel vorbei lief, der einen hellen Lichtschein nach sich zog: das undeutliche, im A. gebliebene Bild seiner vorübereilenden Gestalt. Solche Erscheinungen sind um desto angenehm-überraschender, als sie gerade, wenn wir unser A. bewußtlos hingeben, am lebhaftesten und schönsten sich anmelden GWBN5
1,338,6u8 Fl Nachtr PhysiolFarb
im dichter Vergleich so wird sie [
die Geliebte] vor allen Gegenständen hinschweben, wie die Erscheinung, die ein blendendes Bild im A. zurück läßt GWB23,244,4 Lj VIII 7 Wie der wandernde Mann, der vor dem Sinken der Sonne | Sie noch einmal in’s A. .. faßte, | Dann im dunkeln Gebüsch .. | Schweben siehet ihr Bild .. So bewegte vor Hermann die liebliche Bildung des Mädchens | Sanft sich vorbei GWBHermDor VII 2 das Licht zittert noch im A. dessen, der auf einmal in’s Finstere tritt GWB24,289,7 Wj II 3 Mann v50Jahren
uö [
vgl Sp 1052,3]
als krankhaftes Phänomen, ‘pathologische Farben’, auch im Vergleich einem sehr merkwürdigen Zustande, in welchem sich die A-n mancher Personen befinden .. eine Abweichung von der gewöhnlichen Art die Farben zu sehen GWBN1,46,17 FlD 103 von krankhaften .. Affectionen der Retina, wobei, ohne äußres Licht, das A. zu einer Lichterscheinung disponirt werden kann .. Bei einem Schlag auf’s A. scheinen Funken umher zu sprühen .. Operirte Staarkranke, wenn sie Schmerz und Hitze im A. haben, sehen .. Blitze und Funken .. Wurmkranke haben oft sonderbare Erscheinungen im A. .. Feuerfunken .. Lichtgespenster .. schreckhafte Figuren .. Hypochondristen sehen .. schwarze Figuren als Fäden, Haare, Spinnen, Fliegen, Wespen .. auch häufig gelbrothe .. Bänder im A. GWBN1,50,7u10u16 u 51,2u19 FlD 114—120 der kleine Aufsatz, den der gothaische [
LCh] Lichtenberg über die dem A. manchmal vorschwebenden Mücken geschrieben hat GWBB34,237,4 FSVoigt 16.5.21 K Wie im A. mit fliegenden Mücken, | So ist’s mit Sorgen ganz genau; | .. Die klare Welt bleibt klare Welt: | Im A. nur ist’s schlecht bestellt GWB3,352 ZXen VI 1615u1622 [
vgl Augenmücke]
uö ―
seltener iZshg mit dem Phänomen der ‘physischen Farben’ Physische Farben nennen wir diejenigen, zu deren Hervorbringung gewisse materielle Mittel nöthig sind, welche aber selbst keine Farbe haben, und theils durchsichtig, theils trüb und durchscheinend, theils völlig undurchsichtig sein können. Dergleichen Farben werden .. in unserm A. durch solche äußere bestimmte Anlässe erzeugt, oder, wenn sie schon .. außer uns erzeugt sind, in unser A. zurückgeworfen .. Sie schließen sich .. an die physiologischen an, und scheinen nur um einen geringen Grad mehr Realität zu haben .. hier der Fall .. daß zwar Farben im A. durch farblose Gegenstände erregt werden, daß wir aber auch eine farblose Fläche an die Stelle unserer Retina setzen und auf derselben die Erscheinung außer uns gewahr werden können GWBN1,57,8u10 u 58,6 FlD 136f Polarität. | .. Finsterniß und Licht stehen einander uranfänglich entgegen .. die Materie, die in und zwischen beide sich stellt, hat, wenn sie körperhaft undurchsichtig ist, eine beleuchtete und eine finstere Seite .. Ist die Materie durchscheinend, so entwickelt sich in ihr, im Helldunklen, Trüben, in Bezug auf’s Auge, das was wir Farbe nennen GWBN5
1,261,12 EntoptFarb 8 [
vgl GWBN1,60ff FlD 143ff
insbes jene .. Haupterscheinung ein Grund- und Urphänomen GWBN1,72f]
uö ―
Betonung der Tüchtigkeit u ‘Redlichkeit’ des Auges u seiner wichtigen Rolle bes bei der Erforschung der Farbphänomene, auch gegenüber komplizierten physikal Apparaten (
vgl GWBN5
1,288f);
meist in Polemik gegen Newton u Gegner von G-s Farbenlehre, auch in allg Zshg Das Wort Augentäuschungen .. wünschten wir .. verbannt. Das A. täuscht sich nicht; es handelt gesetzlich GWBN4,245,12 FlH VI [
vgl Es ist eine Gotteslästerung zu sagen: daß es einen optischen Betrug gebe GWBN5
2,21
u Die Sinne triegen nicht, das Urtheil triegt GWB42
2,259,4 MuR(1193)
u Den Sinnen hast du dann zu trauen, | Kein Falsches lassen sie dich schauen GWB3,82 Vermächtnis 19f] Seltsam, daß man .. durch Experimente darzutun .. denkt, was vorher das A. schon im vollkommensten Sinn aufgefaßt; etwas durch geringere Mittel, als das Organ selbst ist, wofür eigentlich die Phänomene gemacht sind. Denn wenn das Experiment aufs höchste gebracht wird, so muß es identisch ausfallen mit dem Organ selbst; zum Exempel das A. ist schon achromatisch; die achromatischen Gläser bringen nur das Identische mit dem A. hervor .. die Sinne selbst .. sind die eigentlichen Experimentierer, Prüfer und Bewährer der Phänomene .. Der Mensch ist der größte und gemeinste physikalische Apparat Gespr(He2,456) Riemer 28.6.09 [
vgl GWBN11,118,1ff MuR(706) = GWBB20,90,16ff Zelter 22.6.08
ferner GWBN4,282,26 FlH VI Gespr(He2,891) Riemer 27.3.14] Weil .. sich .. schwerlich ein Newtonisch gesinnter Mahler finden würde, der aus Zusammenmischung seiner ganzen Palette Weiß hervorzubringen unternähme .. daß man einen .. Mechanikus .. ersuchte, mit seinem .. [
mit Spektralfarben in Sektoren bemalten] Schwungrade den .. Zuschauern nicht einen blauen, sondern einen grauen Dunst vor die A-n zu machen GWBN4,366,14 Fl Taf 9 Freunde, flieht die dunkle Kammer | Wo man euch das Licht verzwickt, | .. Da gebt der Natur die Ehre, | Froh, an Aug’ und Herz gesund, | Und erkennt der Farbenlehre | Allgemeinen ewigen Grund. | | .. Sie rechnen dich ja zu den Blöden, | Von blöden A-n, blöden Sinnen; | Die Finsterniß im Lichte drinnen, | Die kannst du ewig nicht erfassen GWB3,356f ZXen VI 1679u1684 GWBB31,12,17 Reinhard 16.11.18
uö Was ist das Schwerste von allem? Was dir das Leichteste dünket, | Mit den A-n zu sehn, was vor den A-n dir liegt GWB5
1,275 XenNachl 45(169)
das ‘bloße’ Auge u das ‘bewaffnete’ Auge; mehrf iZshg mit G-s Vorbehalt gegen Benutzung von Vergrößerungsgläsern, Fernrohren u Brillen, die den ‘reinen Menschensinn verwirren’, ‘keine sittlich günstige Wirkung ausüben’ und durch die der ‘äußere Sinn mit der innern Urteilsfähigkeit außer Gleichgewicht gesetzt wird’ (
vgl GWB42
2,174 GWB24,183f) Das Feuer greift weiter um sich! rief man, immer durch die Gläser schauend; auch wurde das Unheil den guten unbewaffneten A-n der Fürstin bemerklich GWB18,329,20 Nov mit nackten und bewaffneten A-n GWBB25,289,16 Knebel 29.4.15 mit dem natürlichen A. GWBB48,166,25 Murray [29.3.31] K das freie A. GWBN5
1,345,8 FlNachtr daß ich mit bloßen A-n .. mehrere Personen .. erblicken konnte .. als mir ein Fernrohr vors A. kam .. Sehrohre haben durchaus etwas Magisches. Wären wir nicht .. gewohnt hindurch zu schauen, wir würden jedesmal wenn wir sie vors A. nehmen schaudern und erschrecken. Wir sind es die erblicken und sind es nicht, ein Wesen ists, dessen Organe auf höhere Stufe gehoben, dessen Beschränktheit aufgelöst .. ward GWB25
2,130 Wj [nur 1821] Ich geh’ mit Zügen frei und baar, | Mit freien treuen Blicken; | Der hat eine Maske vorgethan, | .. Was ist .. beim Gespräch | Das Herz und Geist erfüllet, | Als daß ein echtes Wort-Gepräg’ | Von Aug’ zu A. quillet! | .. Ich rede kein vernünftig Wort | Mit einem durch die Brille GWB3,155 Feindseliger Blick 16 was habe ich von einem Menschen, dem ich .. nicht ins A. sehen kann und dessen Seelenspiegel durch ein paar Gläser .. verschleiert ist! Gespr Eckerm 5.4.30 [
vgl ID]
uö im Bild [
Vorwurf] daß ich bey Auslegung von Bildern .. zu viel hineingetragen habe .. was kann ich dafür, daß die Menschen nicht mit A-n sehen und daß sie Gläser brauchen, wo die natürliche Gesichtskraft sehr wohl hinreichte, wenn sie dem Geist zu Gebothe steht GWB49
2,234,21 Mantegna,Triumphzug Plp GWBB5,144,4 JVoigts 21.6.81 γ
das Auge im Hinblick auf Stellung (Entfernung, Höhe) des Gegenstandes u die sich daraus ergebende Perspektive, Sicht Linearperspective .. Luftperspective .. Ob wir zwar entfernte Gegenstände nach der Natur unsres A-s nicht so deutlich sehen als nähere GWBN1,341,14 FlD 868 Perspectivische Gesetze. Die mit so großem Sinne als Richtigkeit die Welt auf das A. des Menschen und seinen Standpunct beziehen und dadurch möglich machen daß jedes sonderbare verworrne Gedräng von Gegenständen in ein reines ruhiges Bild verwandelt werden kann GWBN11,376 MuR(1378) GWBFaust II 4962
uö mBez auf Augenhöhe, ‘über, unter dem A.’ uä als ich jene vier Figuren von Erz fertig hatte .. hatte ich sie zusammen .. in eine Reihe, ein wenig höher als das A. gestellt [
elevate un poco dalla vistal] GWB44,239,24 Cell IV 8 ob jene [
alten] Künstler Kenntniß der Perspective gehabt .. Sollten solche .. Künstler .. nicht auch haben bemerken .. müssen, daß alle unterhalb meines A-s sich entfernenden Seitenlinien hinauf-, dagegen die oberhalb meines Blickes .. hinab zu weichen scheinen? .. findet man auch diejenigen Gegenstände, die nur über dem A. erblickt werden .. wenn sie sich als entfernend darstellen .. im Sinken gezeichnet .. was unter dem A. gedacht wird .. aufwärts sich richtend vorgestellt GWB49
1,185,14u28 u 186,4 Zahn,Pompeji [
für: più alto, che la veduta dell’ occhio] GWB49
1,282,3 Mantegna,Triumphzug [
Zit s v Augpunkt]
uö c
Auge u Chromatik eingeordnet in den höheren Zshg eines als einheitl empfundenen physikal-natwiss Weltbildes Von meinen physikalischen Annäherungen und Schematisirungen .. sie stehen jetzt in folgender Reihe: magnetische, | turmalinische, | elektrische, | galvanische, | perkinische. | | chromatische, | sonore. | | schmeckbare, | riechbare .. .. Wie der Magnet im Eisen wirkt, so wirkt die Farbe im A. .. so hoch das A. über dem Eisen steht, so viel höher steht die Farbe über der magnetischen Wirkung GWBN11,173,6f PhysikalWirkungen [
vgl N11 Tab zu 170—174] Galvanismus an die Electricität sich anschließend. | .. wir haben unterdessen schon eine andre höhere Region erreicht, | An dem A. die zartesten Phänomene bemerkt, deren die Natur fähig ist. | Und zugleich die Ähnlichkeit und Übereinstimmung mit den übrigen. | Einheit, Trennung, Zusammenstreben des Getrennten, Forderung, Gegensatz, Specification, Totalität, Harmonie GWBN11,353 Plp Verhältniß zur allgemeinen Physik .. .. Wenn sich Elektricität und Galvanität in ihrer Allgemeinheit von dem Besondern der magnetischen Erscheinungen abtrennt und erhebt; so kann man sagen, daß die Farbe .. sich doch viel höher erhebe und, indem sie für den edlen Sinn des A-s wirksam ist, auch ihre Natur zu ihrem Vortheile darthue GWBN1,299,9 FlD 745 Die Farbe zeigt eine Polarität, sie oxydiert und desoxydiert, und wird es: beides Erscheinungen wie bei Magnet und Elektrizität. Sollte die Farbe nicht eine nur für den Sinn des A-s erfolgende Erscheinungsweise eines und desselben Entis sein, das sich bald als Magnetismus, bald als Elektrizität, bald als Chemismus zeigt? Gespr(He2,165) Riemer Dez 06 GWBN11,290,1 Tonlehre
uö d
Auge u Chromatik in Verknüpfung mit dem ästh-psycholog Bereich; bes die ‘sinnlich-sittliche Wirkung der Farbe’ In dem .. Gefühl für Abschattirung des Hellen und Dunkeln sowie der Farben, liegt die Möglichkeit der Mahlerey. | Die Mahlerey ist für das A. wahrer, als das Wirkliche selbst. Sie stellt auf, was der Mensch sehen möchte und sollte, nicht was er gewöhnlich sieht GWBN5
2,12,11 Fl Plp das wirkliche Sehen ist, sowohl in dem A. als an den Gegenständen, durch unendliche Zufälligkeiten bedingt; dahingegen der Mahler nach Gesetzen mahlt, wie die Gegenstände, durch Licht, Schatten und Farbe von einander abgesondert, in ihrer vollkommensten Sehbarkeit von einem gesunden frischen A. geschaut werden sollen GWB34
1,182,3u8 KuARheinMain Die Freude an Farben .. empfindet das A. als Organ und theilt das Behagen dem übrigen Menschen mit. Die Freude an Form liegt in des Menschen höherer Natur, und der innere Mensch theilt sie dem A. mit GWBN5
2,12,17u19 Fl Plp die Farbe .. daß sie auf den Sinn des A-s, dem sie vorzüglich zugeeignet ist, und durch dessen Vermittelung, auf das Gemüth .. eine theils harmonische, theils charakteristische, oft auch unharmonische, immer aber eine .. bedeutende Wirkung hervorbringe, die sich .. an das Sittliche anschließt. Deßhalb denn Farbe, als ein Element der Kunst betrachtet, zu den höchsten ästhetischen Zwecken .. genutzt werden kann. Die Menschen empfinden im Allgemeinen eine große Freude an der Farbe. Das A. bedarf ihrer, wie es des Lichtes bedarf GWBN1,307,9 u 308,2 FlD 758f Gelb .. Das A. wird erfreut, das Herz ausgedehnt, das Gemüth erheitert .. .. Das Rothgelbe gibt .. dem A. das Gefühl von Wärme und Wonne .. .. Blau .. macht für das A. eine sonderbare .. Wirkung .. etwas Widersprechendes von Reiz und Ruhe im Anblick .. Gefühl von Kälte .. .. Grün .. Unser A. findet .. eine reale Befriedigung .. so ruht das A. und das Gemüth auf diesem Gemischten wie auf einem Einfachen GWBN1,311,8 u 312,17 u 314,18 u 320,18 u 321,2 FlD 769—802 Die mannichfaltigen [
Farben-] Erscheinungen auf ihren verschiedenen Stufen fixirt und neben einander betrachtet bringen Totalität hervor. Diese Totalität ist Harmonie für’s A. .. Die Totalität neben einander zu sehen macht einen harmonischen Eindruck auf’s A. GWBN1,280,20 u 281,16 FlD 706u708 Wird nun die Farbentotalität von außen dem A. als Object gebracht, so ist sie ihm erfreulich, weil ihm die Summe seiner eignen Thätigkeit als Realität entgegen kommt GWBN1,322,16 FlD 808
20) dieses Wahre wird in der Natur selten harmonisch angetroffen, die Harmonie ist in dem A. des Menschen zu suchen, sie ruht auf einer innern Wirkung und Gegenwirkung des Organs, nach welchem eine gewisse Farbe eine andere fordert, und man kann eben so gut sagen, wenn das A. eine Farbe sieht, so fordert es die harmonische, als man sagen kann, die Farbe, welche das A. neben einer andern fordert, ist die harmonische GWB45,294,9 Diderot,Malerei II [1798/99]
uö iZshg mit G-s eidet Begabung, als Voraussetzung dichter u künstler Tätigkeit Von der Productivität solcher innern, vor die A-n gerufenen Bilder .. Ich hatte die Gabe, wenn ich die Augen schloß und .. mir in der Mitte des Sehorgans eine Blume dachte, so verharrte sie nicht .. in ihrer ersten Gestalt, sondern .. aus ihrem Innern entfalteten sich .. neue Blumen .. Dasselbe konnt’ ich hervorbringen, wenn ich mir den Zierrath einer bunt gemahlten Scheibe dachte .. warum aber diese [
Erscheinungen] .. von selbst hervortraten, mochte darin liegen, daß die vieljährige Betrachtung der Pflanzenmetamorphose, sowie nachheriges Studium der gemahlten Scheiben, mich mit diesen Gegenständen ganz durchdrungen hatte; und hier tritt hervor was Herr Purkinje so bedeutend anregt. Hier ist die Erscheinung des Nachbildes, Gedächtniß, productive Einbildungskraft, Begriff und Idee alles auf Einmal im Spiel und manifestirt sich in der eignen Lebendigkeit des Organs mit vollkommener Freiheit ohne Vorsatz und Leitung .. man sieht .. ein, was es heißen wolle, daß Dichter und .. Künstler geboren sein müssen. Es muß nämlich ihre innere productive Kraft jene Nachbilder, die im Organ, in der Erinnerung, in der Einbildungskraft zurückgebliebenen Idole freiwillig ohne Vorsatz .. lebendig hervorthun .. .. Je größer das Talent, je entschiedener bildet sich gleich anfangs das zu producirende Bild .. daß ein geistreicher Künstler .. den vorschwebenden Traum so gut als möglich zu fixiren gesucht .. Alles kommt darauf an, das Eigenleben des A-s und der correspondirenden Finger zu der entschiedensten .. Wirksamkeit heranzusteigern
21) GWBN11,282,7 u 284,27 Purkinje,Sehen subj D
das Auge als Spiegel des Innern u als Mittler zw den Menschen; überwiegend im dichter Werk, bei vertiefender Schilderung von Charakter, seel Zustand, Stimmung, auch in Iyr Selbstaussage a
das Auge als Spiegel des Geistes, der Seele u als Ausdrucksträger von Gefühlen, nach alter (schon antiker) Tradition22); häufig charakterisiert als ‘offen, klar, rein, hell, heiter, freundlich, mild, sanft, zärtlich, schmachtend, himmlisch, unschuldig, treu, lebhaft, munter, feurig, wild, ruhig, still, tief, in sich gekehrt, ernst, streng, düster, finster, trüb, traurig, verdrießlich, neidisch, verächtlich, listig, willig, hochadelig’; ‘das A. leuchtet, glänzt, funkelt, blinkt, blitzt, glüht, brennt, lacht, erheitert sich, trübt sich’, ‘etw sieht, leuchtet aus, in den A-n, vom A.’ das A. .. In ihm spiegelt sich von außen die Welt, von innen der Mensch GWBN5
2,12,27 Fl Plp Ihre [
Cornelias] A-n waren nicht die schönsten .. aber die tiefsten, hinter denen man am meisten erwartete, und, wenn sie irgend eine Neigung .. ausdrückten, einen Glanz hatten ohne gleichen .. dieser Ausdruck kam aus der Seele GWB27,23,28 DuW 6 Jedoch ihr von Liebe zu sprechen, | Wär’ ihm unmöglich gewesen; ihr A. blickte nicht Liebe, | Aber hellen Verstand GWBHermDor VII 51 [
Pylad üb Orest:] sein volles A. glühte | Von Muth und Hoffnung GWBIph
2 1542 In deinen Küssen welche Wonne! | In deinem A. welcher Schmerz! GWB1,69 Willkommen u Abschied 28 Das A. starrt auf düstrem Pfad verdrossen GWB3,22 MarienbaderEleg 23
uö in physiogn Zshg u in Bildbeschreibungen Wie das A. das beredteste von allen Organen, wo nicht Worte, doch bald der freundlichen Liebehingebenheit, bald der grimmigen Anstrengung der Wangen .. bedarf, um auszudrücken .. was die innersten Tiefen der Menschheit durchdringt GWB37,347,2 PhysiognFragm [
Figur eines Sitzenden auf einem Stich nach Rembrandt] Stirn und Nase .. sind edel, aber in dem A. liegt Tücke und Kleinmuth GWB37,334,15 PhysiognFragm Orpheus .. sein A. .. ist geistreich, zartblickend, von dem Gotte voll, den er besingt GWB49
1,147,8 PhilostratNachtr Sein [
Talleyrands] Blick geht nicht in sich hinein wie der eines Denkenden, auch nicht vorwärts, wie der eines Beschauenden; das A. ruht in und auf sich GWB49
1,398,26 Collect des portraits hist
uö in Wdgn u Vbdgn: ‘kleine A-n machen’ als Ausdruck von Heuchelei, Verschlagenheit; ‘A-n aufsperren’, ‘mit großen A-n’, ‘große A-n machen’ als Ausdruck des Erstaunens, der Überraschung, Neugier, auch metaphor Neulich sah ich Tartüffen .. da fiel mir ein Kerl ein der eben so aussieht .. er macht so kleine A-n! .. Ein Schurcke wie der andre GWBB1,26,17 Cornelia [8.]12.65 [
vgl GJb8,235] Sperrt’ Maul und A-n auf, der Matz GWB16,71 PaterBrey 273 Cathrine machte auf, und grose A-n, stuzte, erkannde mich GWBB2,180,5 BJacobi 21.7.74 AA48,9 Werth I
uö das weinende Auge: Ausdruck tiefer Gefühle, meist Empfindungsfülle, Begeisterung, Wonne, Sehnsucht, Rührung (bes beim Mann); Kummer, Freude (bes bei der Frau); häufig in Werken aus der Epoche der Empfindsamkeit (Werth); Vbdgn wie: ‘A-n weinen, tränen, netzen, feuchten sich, füllen sich mit, strömen von Tränen, gehen über’; ‘Tränen quellen, stürzen aus den A-n, fließen, rinnen vom A-e’; ‘Tränen in den A-n’, ‘A-n in Tränen’, ‘tränenvolle, feuchte, verweinte A-n’ ich sah ihr A. thränenvoll, sie legte ihre Hand auf die meinige und sagte — Klopstock! AA28,22 Werth I Und euch bethauen, ach! | Aus diesen A-n | Der ewig belebenden Liebe | Vollschwellende Thränen GWB1,83 Herbstgefühl 14 [
Elm:] Da mein Herz sein volles Glück | Aus der holden Schwermuth trinkt; | Da ich Himmelwärts mich sehne | Und in bittersüßer Thräne | Eine Welt im A. blinkt GWB38,465 ErwElm
1 Plp da floß | Häufig die Thräne vom Aug’ mir herab, du weintest, ich weinte, | Und vor Jammer und Glück schien uns die Welt zu vergehn GWB1,268 AlexisDora 97 Das A. netzt sich, fühlt im höhern Sehnen | Den Götter-Werth der Töne wie der Thränen GWB3,27 TrilogLeid: Aussöhnung 11
uö trocknes, tränenloses Auge, bes als Zeichen der Fühllosigkeit, Kälte, Gleichgültigkeit Rühre sie alle, wie mich du gerührt, und es fließen, zum Beifall, | Dir von dem trockensten Aug’ herrliche Thränen herab GWB1,283 Euphrosyne 66 Trocknet nicht .. | Thränen der ewigen Liebe! | Ach nur dem halbgetrockneten A. | Wie öde, wie todt die Welt ihm erscheint! GWB1,97 Wonne der Wehmut 3
uö b
das Auge als Vermittler von Beziehungen, Gefühlen, Mitteilungen, bes zw Liebenden; Vbdgn wie ‘A-n richten, halten auf jdn, jdm zuwenden, auf jdn loswenden, (nicht) abwenden’, ‘kein A. verwenden von jdm’; ‘A. wendet sich, kehrt wieder zum A.’, ‘A-n begegnen A-n’ uä; ‘jds A. sehen, suchen’, ‘jdm ins A. sehen’ uä; ‘jdm freundliche A-n machen’; ‘das A. spricht, redet, sagt, bittet, fragt, gebietet, schwört, lügt’, ‘aus den A-n heraus sprechen’, ‘im A. geschrieben sein’, ‘etw an jds A-n (an)sehen’, ‘jdm etw (alles) an den A-n absehen’, ‘etw in jds A-n lesen’ uä Den Engel die Stein hab ich wieder .. Einen ganzen Tag ist mein Aug nicht aus dem ihrigen kommen, und mein gnomisch verschlossen Herz ist aufgethaut GWBB3,95,21 Herder 9.8.[76] [
Fernando:] wenn ich in dein blaues, süßes Aug’ dringe, und drin mich mit Forschen verliere; so mein’ ich, die ganze Zeit meines Wegseins hätte kein ander Bild drin gewohnet als das meine GWB11,157,17 Stella III [
Epimeth üb Epimeleia:] Die andre ruhig .. und schmerzlich fast, | Als jener [
Elpores] Blick den meinigen zuerst erwarb, | Sah stät herüber, hielt mein A. fest und fest | In ihrem innig, ließ nicht los, gewann mein Herz GWBPand 712 [
Faust zu Gretchen:] Schau’ ich nicht Aug’ in A. dir GWBFaust I 3447 = Fragm 1749 = GWBUrfaust 1138 Nicht zu liebeln leis mit A-n, | Sondern fest uns anzusaugen | An geliebte Lippen GWB1,127 Generalbeichte 40 [
vgl äugeln] Denke daß ich diese A-n küßte, | .. da ich nur in diesen A-n lebe GWB3,53 Blick um Blick 2u5 er faßte ihre Hand und drückte sie an seine A-n GWB20,83,28 Wv I 7 wenn ich mich anders nur ein klein wenig auf die A-n verstehe; so fand mein Aug, im ersten Blick, die Hoffnung zu dieser Freundschafft in Ihrem GWBB1,251,15f Friederike 15.10.[70] K Laß mein Aug’ den Abschied sagen, | Den mein Mund nicht nehmen kann GWB1,43 Der Abschied 1 Sie .. suchten wechselseitig in den beschatteten A-n Erwiderung .. Aus ihren Abgründen schien ein Licht hervorzublicken und anzudeuten was der Mund weislich verschwieg GWB24,332,3 Wj II 5 Mann v50Jahren [
Prometh zu einer seiner Statuen sich kehrend:] Das A. spricht schon jetzt! | Sprich, rede, liebe Lippe, mir! GWB39,197 PromethFragm 1773 Vs 54
uö im Wortspiel mit ‘Äugelchen’ (sd) für ernste Liebesbindung Mit den Äugelchen geht es, mercke ich, ein wenig starck, nimm dich nur in Acht daß keine A-n daraus werden GWBB16,253,9 Christiane 7.7.03
im Bild für den tieferen, verborgenen Sinn eines Wortes Das Wort ist ein Fächer! Zwischen den Stäben | Blicken ein Paar schöne A-n hervor. | Der Fächer .. verdeckt mir zwar das Gesicht, | Aber das Mädchen verbirgt er nicht, | Weil das Schönste was sie besitzt, | Das A., mir in’s Auge blitzt GWB6,42 Div Wink 5u10 ―
im Verhältnis zw Höher- u Niedriggestellten in bezeichnenden Bewegungen u Gesten; Vbdgn wie ‘A. zuwenden’, ‘A-n aufschlagen, (auf)heben, niederschlagen, senken’, auch im erweiterten Sinne u metaphor Daß Racine sich zu Tode gegrämt habe, weil Ludwig der Vierzehnte ihn nicht mehr angesehen, ihn seine Unzufriedenheit fühlen lassen .. ein Dichter .. dessen Leben und Tod an den A-n eines Königes hängt GWB21,289,8 Lj III 8 ~ GWB52,146,10 ThS V 7 Der Hohe blickt den Niedrigen wie seines gleichen an; zu seinem Herren hebt der Knecht ein offnes frohes Aug GWB11,394,12 Elp
1 II 2 [
Egm:] Es wäre auch nicht Furcht, nur jungfräuliche Scham. [
Clär:] (schlägt die A-n nieder ..) [
Egm:] .. du darfst die A-n aufschlagen GWB8,242,23u26 Egm III
uö die drey großen Tragiker, gegen die wir denn doch die A-n aufzuheben uns kaum erkühnen GWB42
2,464,16 Zu:Hermann,Philoktet Plp
auch in der Wendung zur (göttl empfundenen) Natur u zu höheren Mächten, zu Gott, öfter in konventionellen bibl Wdgn wie ‘A-n zu Gott, gen, zum Himmel (hin)aufwenden, (er)heben’ [
Künstler:] Aurora, wie neukräftig liegt die Erd’ um dich! | Und dieses Herz fühlt wieder jugendlich, | Und mein A. wie selig, dir entgegen zu weinen! GWB16,143 KünstlersErdew 8 Im finstern Wald, beim Liebesblick der Sterne, | .. .. Indessen ich hier still und athmend kaum | Die A-n zu den freien Sternen kehre GWB2,146 Ilmenau 153 Da ich ein Kind war, | .. Kehrt’ ich mein verirrtes A. | Zur Sonne GWB2,76 Prometh 23 [
Stella:] O Gott im Himmel! .. Wenn ich von seinen Küssen meine A-n zu dir hinauf wendete .. und .. mit Wonnethränen zu dir hinauf sah GWB11,144,19 Stella II
uö c
Eigenschaft, Wirkung des Auges, des Blicks, meist der (des) Geliebten; bes nach älteren Metaphern u Symbolen das Auge als Spiegel, Stern, Licht, Gleichnis Gottes; mehrf belebende, heilende, auch magische u gefährl Wirkung des Blicks Wollte Gott Ihre A-n würden mir Ubalds Schild, und liessen mich .. mein .. Elend erkennen GWBB2,289,9 Gfin Stolbg 14.9.75 seine A-n näherten sich den meinigen und es ist was Schönes, sein eigenes Bild im liebenden A. zu erblicken GWB25
1,293,20u22 Wj III 17 [
vgl Schweer enthalt ich mich noch einmal in meinen liebsten Spiegel zu sehen GWBB5,30 ChStein 8.1.81] Mich in dem Himmels blau vergass, | Das aus dem süsen A. winckt, | Drinn Lieb und Treu wie Sternlein blinckt GWB53,20 An JGuJROrville 23 Frühe den Boten des Tags grüßen, dich, freundlichen Stern! | Ungeduldig die Blicke der Himmelsfürstin erwarten, | Wonne des Jünglings .. | Nun erscheint ihr mir, Boten des Tags, ihr himmlischen A-n | Meiner Geliebten, und stets kommt mir die Sonne zu früh GWB1,329 VenEpigr 417 [
vgl Äug(e)lein Sp 1067,77
u Augenlid Sp 1080,20] Ich habe .. auf der ganzen Redoute nur deine A-n gesehen — Und da ist mir die Mücke um’s Licht eingefallen GWBB3,34,17 ChStein [24.]2.[76] [
vgl Sp 1049,38] Sollt’ ich nicht ein Gleichniß brauchen | .. Da uns Gott des Lebens Gleichniß | In der Mücke gibt. | .. Da mir Gott in Liebchens A-n | Sich im Gleichniß gibt
23) GWB6,286 Vs 7 DivNachl einer Frau .. die aus der Erfahrung hat, daß ihre A-n mannichfaltig wirken, aufreizen, lebendig machen GWB51,48,7 ThS I 14 [
Paläophron üb Neoterpe:] Die liebliche Gestalt .. die Heben gleich | Der Jugend Becher aus den holden A-n gießt GWB13
1,9 PaläophronNeoterpe 114 Ich wollt ich könnt auf Ihrer Hand ruhen, in Ihrem Aug rasten GWBB2,241,14 Gfin Stolbg [7.]3.[75] ich .. ruhe an deinen A-n von mancherley aus GWBB3,150,3 ChStein [Ende Febr/Anf März 76 Korr Fränkel
21,20] der heilsame Blick ihrer A-n GWB22,45,18 Lj IV 6 [Anblick ihrer A-n GWB52,200,11 ThS VI 1] Fühlte sich in deinem A. gut GWB4,98 Warum gabst du uns 42 Sie noch zu sehn und einen Tropfen Anodynum aus Ihren A-n zu trincken GWBB3,78,1 ChStein [23. od 24.6.76] [
Gretchen:] Seines Mundes Lächeln, | Seiner A-n Gewalt, | Und seiner Rede | Zauberfluß GWBFaust I 3397=Fragm 1700 ~ Urfaust 1089 [
Hatem zu einem der Mädchen:] Du .. hast der A-n | Zweierlei .. Dieß, wenn jen’s verwundend angelt, | Heilend, nährend wird sich’s weisen. | Niemand kann ich glücklich preisen, | Der des Doppelblicks ermangelt GWB6,165 Vs 25 DivSuleika [
1. Vagabund:] Camilla, die .. ihm mit ihren schwarzen A-n stracks durch die Leber geschossen hat GWB38,133,3 Claud
1 [
Tasso zu Antonio:] Verschwende nicht | Die Pfeile deiner A-n, deiner Zunge Tasso 1320 seine A-n haben die Eigenschaft eines Gorckziehers sie stosen nicht ein aber er dreht sich hinein GWB53,425 Plp die schädlichen Einwirkungen eines bösartigen A-s [Einflüsse eines mißwollenden schädlichen A-s
Var] GWB42
1,282,9 NationDichtk Illyr Plp [
Vorlage: “mauvais oeil”; vgl Augenstern b]
uö E
in erweitertem Sinne u in bes stilist Verwendungen a
Angesicht, auch ganze Person einschließend [
Tasso zum Fürsten:] Wenn dieses Herz .. | Dir fehlt und sich, dann strafe, dann verstoße, | Und laß mich nie dein A. wiedersehn Tasso 1486 Wend’ uns ein gnädig A. zu GWB4,212 An CarlAug 6
uö ‘Aug’ in A.’: von Angesicht zu Angesicht [
Alekto, eine der Furien:] Hat einer .. ein Liebe-Schätzchen, | Wir werden ihm so lang die Ohren krauen, | Bis wir ihm sagen dürfen, Aug’ in [an
Var] A.: | Daß sie zugleich auch dem und jenem winke GWBFaust II 5361
‘in (unter) die A-n ..’ iSv ins Gesicht sie .. sängen ihm ein Lobgedicht | Gerade in die A-n GWB12,405 UnglHausgenossen Plp GWB20,20,1 Wv I 2
‘vor A-n’: vorn iGz im Rücken [
Faust:] Vor A-n ist mein Reich unendlich, | Im Rücken neckt mich der Verdruß GWBFaust II 11153
bezogen auf jds Gegenwart, Anwesenheit: ‘vor A-n (sehen, haben, sein, stehen, treten, kommen, erscheinen)’, ‘jdm unter die A-n, das A. kommen, treten’ mein Weib und meine Kinder, sie sollen | Vor des Königs A-n im Angesicht dieser Versammlung | Euch .. bitten GWBReinF XII 137 Ich habe .. vermieden, diesen Leuten wieder unter die A-n zu treten .. hüte ich mich vor ihnen zu erscheinen [ihnen unter die A-n zu kommen GWB31,297 Var] GWB31,133,3 ItR
uö ‘vor jds (aller) A-n’ iSv öffentlich bald geheimnißvoll verschlossen im Harem, bald vor aller A-n handelnd .. zeigt sich der Kaiser GWB7,200,19 DivNot dellaValle GWBReinF VIII 174
uö iZshg mit Erziehung, Leitung, Aufsicht, Obhut, bes iVbdgn wie ‘vor, unter A-n’ [
Schauspielerin ChBecker:] O wie bildet’ ich mich an deinen A-n, und suchte | Dich im tiefen Gedräng’ staunender Hörer heraus! GWB1,284 Euphrosyne 101 daß es vor den A-n des Vaters, der Mutter, aufwüchse GWB20,307,16 Wv II 9 Jede neue .. chemisch-physische Merkwürdigkeit ward unter des Prinzipals A-n nachexperimentiert [Leitung geprüft GWBN6,102,21] GWBN6,379 BotanStudien Var
uö b
pars pro toto Daß gegenseitiger Herr Schriftsteller mein Hauß mehrmahlen betrachtet, kan ich wohl zugeben, in wie fern er aber seine Beschaffenheit getroffen, mag ein unpartheyisches A. entscheiden DjG
32,250,13 RAnw [10.2.72] Die schönsten Frauenzimmer .. zeigen sich dort dem vorübergehenden neugierigen A. GWB32,246,21 ItR
uö bes ‘jedes, manch, kein A.’ iSv Zuschauer [
Königin Elisabeth:] wenn dich die nächtlich stille Zeit | Von jedem A., jedem Ohr befreit GWB13
1,180 EpilEssex 115 Tasso 531
uö ‘ein Paar A-n mehr’, ‘vier A-n’, ‘unter vier A-n’ Ein Paar A-n mehr machen das Geschäft sicherer GWBB27,86,16 Frommann 13.7.16 vier A-n sehn mehr wie zweye GWBB7,168,27 Kayser 23.1.86 Albertine war eine von den Frauenzimmern, denen man unter vier A-n nichts zu sagen hätte, die man aber sehr gern in großer Gesellschaft sieht GWB25
1,205,28 Wj III 10 Nicht zu weit GWB27,189,1 DuW 8
uö ‘frische junge A-n’ für: junge Leute, ‘schöne, freundliche A-n’ für: hübsche(s), nette(s) Mädchen, Frau sie sind .. so klug, jederzeit ein paar frische junge A-n in ihrer Umgebung mitzuführen GWBB33,33,16 August 16.5.[20] [
vgl Sp 1052,71] einen Goethe .. der .. von ein Paar schönen A-n am Spieltische gehalten wird GWBB2,233,6 GfinStolbg 13.2.75 Bey sehr vielen Gebrechen .. war Undankbarkeit gegen schöne A-n und Gefräßigkeit nie mein Fehler GWBB23,149,28 Reinhard 14.11.12 GWB17,11,3 Triumph Empfindsamk I
uö c
‘jds (zweites, rechtes) A. sein’, ‘zu A. werden’ Er ist der Arm des Jünglings in der Schlacht, | Des Greises [wie der Arm .. wie des Greisen GWB39,373,10 Iph
1 IV 1] leuchtend Aug’ in der Versammlung GWBIph
2 1385 [
Prometh üb Elpore:] Kurzsichtigen | Zum zweiten A. wird sie GWBPand 758 [
für: l’occhio dritto] GWB44,296,4 Cell IV 11 Indien .. sind doch ihre Apsaren in dem Grade liebenswürdig, daß man sie gern mit den Augen verfolgt, wo nicht gar wie ihre himmlischen Bewunderer um ihretwillen ganz zu A. werden möchte [
vgl 1. Kor 12,17] GWBB43,73,26 Boisserée 21.9.27
hierzu auch daß einzelne Menschen einzelne Organe konstituieren und ausmachen, Gehör, A., Verstand, Gedächtnis usw. Gespr(He2,258) Riemer 7.10.07 d
personifiziert, mit personhaften Prädikaten Die A-n sind nur Freywerber die Ruhen wenn das Geschäft gethan ist GWB53,350 VenEpigr Plp die A-n [
yeux] seien immer Kinder GWB40,208,7 Staël,Dichtgn wird zwar der angehende Künstler, aber nicht der vollendete geboren: sein A. komme frisch auf die Welt .. aber für höhere Composition .. kann ihm die natürliche Anlage fehlen GWB48,191,9 MuR(469)
uö F
Auge von menschl Vorgestelltem u künstl Auge 1 a
von Göttern, mytholog Wesen, von der Natur u ihren Erscheinungsformen (als Belebungsmetapher), auch von allegor Gestalten Der du mit deinem Mohne | Der Götter A-n [Selbst Götteraugen
Var = GWB37,38] zwingst GWB4,153 Annette An dSchlaf 2 Es wenden die Herrscher | Ihr segnendes A. | Von ganzen Geschlechtern GWBIph
2 1755 [wenden sie weg ihr segnend Aug’ GWB39,386,20 Iph
1 IV 5] die A-n des Herrn GWBB1,102,13 Behrisch [Anf Okt 67] das Aug’ der Vorsicht GWB16,180 Geheimnisse 242 vor den A-n des ewig Verzeihenden GWBFaust I TrübTag 32 [des Ewigen GWBUrfaust TrübTag 26] [
Chor zu Phorkyas:] Wagest du Scheusal | .. Dich vor dem Kennerblick | Phöbus zu zeigen? .. das Häßliche schaut Er nicht, | Wie sein heilig A. noch | Nie erblickte den Schatten GWBFaust II 8742 [heiliges Aug Helena 196] Daß ihn Brama droben hört! | .. Dort erglühen tausend A-n, | Ruhend lauschen tausend Ohren GWB3,14 PariaLegende 132 [
Phorkyas:] Gebt mir das A., Schwestern, daß es frage, | Wer sich so nah an unsre Tempel wage. | .. .. [
Meph:] Euch Dreien g’nügt Ein A., g’nügt Ein Zahn GWBFaust II 7982u8014 Sie [
Natur] liebt sich selber und haftet ewig mit A-n und Herzen ohne Zahl an sich selbst GWBN11,7,4 Natur [Tobler?] als schon die hohen Sterne | Ihr helles A. zu ihm nieder wenden GWB16,174 Geheimnisse 82 die schüchterne Zärtlichkeit, die vor dem A. der Sonne .. sich verbirgt GWB21,75,18 Lj I 13 ~ GWB51,162,24 ThS II 6 Der Abend wiegte schon die Erde | Und an den Bergen hing die Nacht: | .. die Eiche, | Ein aufgethürmter Riese .. | Wo Finsterniß aus dem Gesträuche | Mit hundert schwarzen A-n sah. | .. Die Nacht schuf tausend Ungeheuer GWB1,68 Willkommen uAbschied 8 daß die Bäume, die Sträuche .. hätten belebt, mit A-n begabt sein sollen, um sie [
Ottilie] zu bewundern GWB20,356,23 Wv II 13 Deine liebliche Kleinheit, dein holdes A., sie sagen | Immer: Vergiß mein nicht! GWB1,347 VierJahresz 17(660) [
vgl Äug(e)lein u Kinderauge Tasso 34] [
Tasso:] Auch die Gerechtigkeit trägt eine Binde, | Und schließt die A-n jedem Blendwerk zu. | [
Antonio:] Das Glück erhebe billig der Beglückte! | Er dicht’ ihm hundert A-n für’s Verdienst | .. an Tasso 1309u1311
uö b
mBez auf seel u geistige Kräfte, Strebungen, Empfindungen (auch metonym für pers Träger) Mein Weimarisches Gewissen ist .. aus seinem Schlummer erwacht, dein letzter Brief hat ihm völlig die A-n eröffnet GWBB7,109,8 Jacobi 21.10.85 die schönen Stellen, aus welchen der reine Geist des Dichters gleichsam aus hellen offenen A-n hervorsieht GWB22,170,16 Lj V 6 [
Doctor beim Geldzählen:] Augenweid’ und Herzensweide! | .. Herz, was begehrst du? — | Und das Herz ist unersättlich! | Es sperrt die A-n ganz gewaltig auf
24) GWB12,131 ScherzLR 278 [
vgl: “der Menschen Augen sind .. unersättlich” SprSalom 27,20] es sind die biblischen Stücke alle durch kalte Veredlung .. dem theilnehmenden Herzen entrissen worden, um gaffende A-n des Dumpfsinns zu blenden GWB37,320,3 Falconet [
Alcest:] Es war die Eifersucht mit hundert A-n blind GWBMitsch
3 258 [Ein Drach war eingewiegt, und hundert A-n blind DjG
31,369 Mitsch
2 246]
25) GWB42
2,70,8 Üb:Dante [1826]
uö c
von Dingen, Abstraktem, Zeitlichem Den Menschen und den Sachen gerade in die A-n zu sehen .. dieses bleibt das Rechte GWBB47,111,2 August 25.6.30 das Manuscript [
Achilleis 1. Gesang], damit Sie es selbst lesen und ihm schärfer ins A. sehen GWBB14,63,5 Schiller 2.4.99 dagegen die Induction verderblich ist, die einen vorgesetzten Zweck im A. trägt und .. Falsches und Wahres mit sich fortreißt GWB42
2,180,5 MuR(532) [
Egm:] Süßes Leben! schöne freundliche Gewohnheit des Daseins und Wirkens! von dir soll ich scheiden .. Ich soll deine Hand fassen, dir noch einmal in die A-n sehen GWB8,299,16 Egm V Drum thu’ wie ich und schaue, froh verständig, | Dem Augenblick in’s A.! Kein Verschieben! GWB3,24 MarienbaderEleg 98
uö 2 a
von künstl Nachbildungen ich glaubte .. das Licht dieses Auges zu verlieren .. machte ich ein goldnes A. [
un occhio d’oro] aus einer .. Münze, und ließ es der Heiligen [
Lucia] .. überreichen GWB44,200,19 Cell IV 5
uö b
für opt Instrument, als aktualisierte Metapher nach engl term techn26) wenn das englische allgewaltige A. zu entbehren ist GWBB42,246,4 Sömmerring 7.7.27 G
das Tierauge wir haben allhier Schlangen .. ein solches Thier .. schaut uns mit hellen funckelnden A-n an GWBB1,7,1 Cornelia 21.6.65 [
Stimme einer Hexe:] Da guckt’ ich der Eule in’s Nest hinein. | Die macht’ ein Paar A-n! GWBFaust I 3970 wo wir den nilpferdischen Büffeln in die blutrothen wilden A-n sahen GWB31,71,12 ItR Sie [
Fliege] saugt mit Gier verräthrisches Getränke | .. und, mitten unter’m Saugen, | Umnebelt ihr der Tod die tausend A-n GWB3,176 Parabel 6,10
uö in morph Zshg Beobachtung der Metamorphose der Raupe .. Kopf. Aus zwey Schaalen .. A-n jene zwey Schalen können nur sehr unvollkommene A-n seyn .. .. Gestalt des Schmetterlings .. A-n Zwey große Oberfläche Nez u. Facettartige. Inneres. drey Kleine GWBN6,407,22f u 412,25 MetamIns Alle einzelnen Glieder der wildesten .. Thiere haben eine kräftige vita propria; besonders kann man dieses von den Sinneswerkzeugen sagen .. sie bringen gleichsam ihr Gehirn mit sich .. Man sehe .. das Profil des äthiopischen Schweines .. die Stellung des A-s, das .. sich unmittelbar mit dem Hinterhauptknochen zu verbinden scheint .. das A. hat gerade so viel Leben für sich als zu seiner Function nöthig sein mag. Betrachte man nun dagegen einen Tapir, Babirussa, Pecari, das zahme Schwein, so sieht man, wie das A. schon herunterrückt und zwischen ihm und dem Hinterhauptknochen noch ein mäßiges Gehirn zu supponiren wäre GWBN8,239,8u12u16 FossStier
uö ―
vermenschlicht in Parabel u Fabel Er [
Adler] blickt .. | Hinauf zum Himmel, | Und eine Thräne füllt sein hohes Aug’ GWB2,74 Adler uTaube 22
uö, bes in ReinF II
botan-gärtner: Knospe, Knospenansatz, Jugendzustand eines Keimes, Sprosses, Triebes; als Voraussetzung der Pflanzenvermehrung, in Gegenüberstellung zu ‘Same’, in Berührung mit ‘Gemme’ u ‘Knospe’ Wenn wir A. sagen, sprechen wir einen schon an Ort und Stelle determinirten Keim aus GWBN7,369 Morph Plp Daß jedes A. schon wieder eine vollkommene Pflanze sey, wußte man lange; das Oculiren ist uralt; daß jedes A. einer zerschnittenen Kartoffel Wurzel schlage und eine Pflanze aus sich entwickele .. ist längst bekannt, aber daß man das ausgeschnittene A. einer Weinrebe .. zum Wurzelschlagen zwingen und daraus einen vollkommnen Weinstock ziehen könne ist noch nicht so alt GWBN13,76,6fu10 Morph Es gibt eine doppelte Weise der Pflanzenvermehrung: durch das A. und durch den Samen GWBN7,137,23 Weinbau [
Zusammenfassung der Untersuchungen von Gaertner, De fructibus et seminibus plantarum] Die Natur unterscheidet bei ausgebildeten Pflanzen A-n und Samen deutlich von einander. Steigen wir aber .. zu den unausgebildeten Pflanzen herab, so scheint sich der Unterschied .. zu verlieren. Es gibt unbezweifelte Samen, unbezweifelte Gemmen; aber der Punct, wo wirklich befruchtete, durch die Wirkung zweier Geschlechter von der Mutterpflanze isolirte Samen mit Gemmen zusammentreffen, welche aus der Pflanze nur hervordringen und sich ohne bemerkbare Ursache loslösen, ist .. keineswegs .. mit den Sinnen zu erkennen GWBN6,74,4 MetamPfl 92 werden wir folgern dürfen: daß die Samen, welche sich durch ihren eingeschlossenen Zustand von den A-n, durch die sichtbare Ursache ihrer Bildung und Absonderung von den Gemmen [
dh hier: “Augen, die als selbständige Individuen von der Pflanze getrennt lebensfähig sind” HA137,
576] unterscheiden, dennoch mit beiden nahe verwandt sind GWBN6,74,18 MetamPfl 93 Es ist zwar der Pflanzennatur gemäß, daß ein A. (Gemme), welches zum abgeschlossenen Blüthen- und Fruchtstand anfangs determinirt schien, abermals fortschreite und .. als Zweig erscheine GWBB42,312,4 CarlAug 15.2.27 K Sollte man diese Knötchen [
am Buchenstamm] nicht als wahre Gemmen, als Riudmente [
wohl statt Rudimente] von A-n und Knospen ansehen können? GWBN13,176,24 Morph Plp
uö das Auge im Verhältnis zu Knoten, (Keim-)Blatt, Blüte Läßt sich .. ein Blatt nicht ohne Knoten, und ein Knoten nicht ohne A. denken .. derjenige Punct, wo die Cotyledonen angeheftet sind, der wahre erste Knotenpunct der Pflanze .. Es wird dieses durch diejenigen Pflanzen bekräftiget, welche unmittelbar unter den Flügeln der Cotyledonen junge A-n hervortreiben, und aus diesen ersten Knoten vollkommene Zweige entwickeln GWBN6,30,19 u 31,2 MetamPfl 15 Von den A-n und ihrer Entwickelung. | .. Jeder Knoten hat von der Natur die Kraft, ein oder mehrere A-n hervorzubringen .. in der Nähe der ihn begleitenden Blätter, welche die Bildung und das Wachsthum der A-n vorzubereiten und mit zu bewirken scheinen .. In der .. Entwickelung eines Knotens aus dem andern, in der Bildung eines Blattes an jedem Knoten und eines A-s in dessen Nähe, beruhet die erste, einfache .. Fortpflanzung der Vegetabilien GWBN6,72,1u4u7u10 MetamPfl 85f Das A. bedarf keiner Cotyledonen, weil es mit seiner schon völlig organisirten Mutterpflanze zusammenhängt, und aus derselbigen, so lange es mit ihr verbunden ist, oder, nach der Trennung, von der neuen Pflanze, auf welche man es gebracht hat, oder durch die alsobald gebildeten Wurzeln, wenn man einen Zweig in die Erde bringt .. Nahrung erhält .. Das A. besteht aus mehr oder weniger entwickelten Knoten und Blättern, welche den künftigen Wachsthum weiter verbreiten sollen GWBN6,73,6u14 MetamPfl 89f eine Bohne .. man findet .. die zwei Samenblätter .. das Federchen, welches abermals zwei .. Blätter sind. Bedenkt man dabei, daß hinter jedem Blattstiele ein A., wo nicht in der Wirklichkeit, doch in der Möglichkeit ruht GWBN6,12,17 Morph Einl Jedes Blatt, jedes A. an sich hat das Recht ein Baum zu sein; daß sie dazu nicht gelangen, bändigt sie die herrschende Gesundheit des Stengels, des Stammes GWBN6,177,14 MetamPfl Nachtr Die successive Ausbildung der Pflanze, aus dem Saamen zur Blüte, nach den Gesetzen der Metamorphose beruht auf Wirckung und Gegen-Wirckung der Blätter und A-
n. In der Nähe der Kotyledonen, wo die Stengel Blätter noch nicht ausgebildet sind, treten die A-n hervor, verliehren sich wie die Blätter ausgebildeter erscheinen, und wie diese zulezt sich zurückziehn, entwickeln sich die A-n erst vollkommen. | Im fortschreitenden Wachsthum gewinnen die A-n mehr Kraft weil ihnen der Stengel eine höhere (reinere, mehr geistige) Nahrung .. zuführt GWBN13,67,23 u 68,2u4f Morph Plp Ihre [
der Monokotyledonen] Haupteigenschaft ist, daß sie sich sehr selten im A. zum Zweige entwickeln, sondern daß jedes A., so bald es hervortreibt, sogleich zum Blüthenstande hineilt GWBN6,310,17f PhysiolPfl die einfachen Blüthenstände .. durch die Umwandlung der Knotenblätter zu erklären .. daß in diesem Falle sich keine A-n entwickeln .. Um aber die zusammengesetzten Blüthenstände .. zu erklären, müssen wir nun die Entwickelung der A-n zu Hülfe nehmen .. .. Alle Blumen, welche sich aus den A-n entwickeln, sind als ganze Pflanzen anzusehen, welche auf der Mutterpflanze eben so wie diese auf der Erde stehen .. Eben diese aus den A-n sich bildenden Blüthen würden, bei mehr zudringender Nahrung, Zweige geworden sein .. .. Die Natur .. entwickelt .. einen gleichsam unendlichen Stengel, mit allen seinen A-n in Blüthengestalt, auf einmal, in der möglichsten .. Nähe .. Bei dieser .. Zusammenziehung verlieren sich die Knotenblätter nicht immer; bei den Disteln begleitet das Blättchen getreulich das Blümchen, das sich aus den A-n neben ihnen entwickelt .. .. wie die um einen gemeinsamen Blüthenstand entwickelten Samen, wahre, durch die Wirkung beider Geschlechter ausgebildete und entwickelte A-n seien GWBN6,75,8u14 u 76,4u12 u 77,17u23 u 78,8 MetamPfl 94—96 u 99f daß die Systeme des Kelchs, der Krone und der Staubfäden dem Systeme der Stengelblätter correspondiren, Pistill, Fruchtbehälter und Frucht aber dem Systeme der A-n angehören. Wer sich dieses anschaulich machen kann, wird einen tiefen Blick in die Naturgeheimnisse thun GWBN6,346,14 Morph Aphorist
uö das Auge bei abnormem od monströsem Wachstum [
bei etiolierten Pflanzen] setzen sich zwar A-n an, aber das A. veredelt sich nicht in der Folge, es findet keine Metamorphose statt GWBN6,182,26f MetamPfl Nachtr Durchgewachsene Rose. | .. begibt sich der Stiel [
oberhalb der Blüte] .. wieder in die Höhe .. es bildet sich eine Folge von .. Knoten, aus deren A-n abermals, obgleich unvollkommene Rosenknöspchen zum Vorschein kommen .. .. Durchgewachsene Nelke. | .. finden wir .. aus dem Kreise der Kronenblätter, sich A-n entwickeln, und wirkliche Zweige und Blumen darstellen. Und so zeigen uns denn beide Fälle, daß die Natur gewöhnlich in den Blumen ihren Wachsthum schließe .. daß sie der Möglichkeit in’s Unendliche .. fortzugehen Einhalt thue, um durch die Ausbildung der Samen schneller zum Ziel zu gelangen GWBN6,80,19 u 83,13 MetamPfl 103u106 GWBN6,124,28 BotanStudien
uö das Auge iZshg mit Vertikal- u Spiraltendenz diese Verticaltendenz, wodurch die successive Entwickelung der Stengelblätter und A-n in einer Folge begünstigt wird, mit dem Spiralsystem, wodurch die Fructification abgeschlossen werden sollte, im Conflict; eine durchgewachsene Rose gibt hievon .. Zeugniß GWBN7,51,21 SpiralTend GWBN7,57,2u18 SpiralTend GWBN7,59,9 ebd
uö ―
im Bild die Brüdergemeine .. hatte sich nur in unbemerkten Ranken durch die rohe Welt hindurchgewunden; nun schlug ein einzelnes A. .. Wurzel GWB28,303,20 DuW 15 meinen westöstlichen Divan .. dergleichen, was aus dem Leben entsprang, will wieder lebendig mitgetheilt werden, damit es frisch wieder aufschwelle und in seinen möglichen Knospen und A-n fortwachse GWBB28,188,12 Sartorius 20.7.17 III
Auge in der Pfauenfeder Mittag Dr. Eckermann. Einiges über Pfauenfedern und die Entstehung des A-s GWBTgb 15.8.31 Eine Pfauenfeder .. An dir, wie an des Himmels Sternen, | Ist Gottes Größe im Kleinen zu lernen, | Daß er, der Welten überblickt, | Sein A. hier hat aufgedrückt
27) GWB6,231 Vs 8 DivParab [
vgl kühn-äugelnd]
übertr auf entopt Erscheinung, vielleicht auch von der Zeichnung des Schmetterlingsflügels ausgehend vgl Abb GOETHE5, 1940, nach 80 Doppelspath .. die Seitenwendung .. des bekannten Winkels kehrt die Erscheinung um, welches noch ganz deutlich .. an der Umkehrung der blauen [
entopt] A-n in gelbe bemerkt werden kann GWBN5
1,283,27 EntoptFarb 25 [
vgl pfauenaugig sich bildenden Eckpuncten GWBN5
1,259,18] Schwarz wie Kreuze wirst du sehen, | Pfauenaugen kann man finden; | .. Aug’ in A. sieht dergleichen | Wundersame Spiegelungen. | Laß den Macrocosmus gelten, | Seine spenstischen Gestalten! | Da die lieben kleinen Welten | Wirklich Herrlichstes enthalten
28) GWB3,101 EntoptFarb 19 IV
mineralog: Glanz, Schimmer, Schein die sogenannten Erbsensteine .. wovon sehr schöne, mit jedem andern Gestein, dem A. nach, wetteifernde Beispiele .. gefunden .. worden GWBN9,22,28 JMüllerSammlg
→ GWB
Adlerauge GWB
Blütenauge GWB
Drahtauge GWB
Feuerauge GWB
Fischauge GWB
Freundesauge GWB
Geistesauge GWB
Glasauge GWB
Gönnerauge GWB
Götterauge GWB
Hohlauge GWB
Hühnerauge GWB
Jünglingsauge GWB
Kaninchenauge GWB
Katzenauge GWB
Kennerauge GWB
Kinderauge GWB
Krebsauge GWB
Kunstauge GWB
Künstlerauge GWB
Leibesauge GWB
Liebesauge GWB
Mädchenauge GWB
Malerauge GWB
Menschen- GWB
Pfauen- GWB
Schelmen- GWB
Schmeichel- GWB
Seiten- GWB
Tauben- GWB
Tiger- GWB
Weiber- GWB
Welt- GWB
blauaugig GWB
einäugig, einaugig GWB
großäugig GWB
großglasäugig GWB
hochäugig GWB
hohläugig GWB
hundertäugig GWB
klaräugig GWB
pfauenaugig GWB
schwarzäugig GWB
schweinsaugig GWB
sonnenäugig GWB
beaugt GWB
eingeäugt GWB
eräugnen Syn zu IB
GWB
Augenkraft GWB
Augenlicht GWB
Blick GWB
Gesicht GWB
Gesichtskraft GWB
Gesichtsorgan GWB
Organ(O. desAnschauens, Sehens) GWB
Schaukraft GWB
Sehkraft GWB
Sehorgan GWB
Sinn(äußerer S., S. des Gesichts, des Sehens) GWB
Spiegel zu IE
GWB
Angesicht GWB
Antlitz zu II
GWB
Gemme GWB
Knospe vgl oculus zu I Welt(liebe kleine W-en) zu IV GWB
Blick oeil(o. de rouge) 1) vgl WKeller, Goethes dichterische Bildlichkeit, 1972,238f; Wilkinson u Willoughby, Der Blinde u der Dichter. GJb91,1974,33ff 2) Üb die hohe Auffassung des Auges in Übereinstimmung mit einer von der Antike über den Neuplatonismus bis zu seinen Nachwirkungen in der Renaissance reichenden Tradition vgl HvEinem, Das Auge, der edelste Sinn. In: Goethe-Studien, 1972,11 ff. Ebd weitere Lit über Auge; vgl auch Wilkinson u Willoughby aa0(Anm1) S36 3) Üb den Volksglauben an im Dunkeln leuchtende u die Umgebung erhellende Augen, denen gelegentl eine übernatürl Sehkraft zugeschrieben wird, vgl Hwb des dt Aberglaubens 1,680f 4) Vgl hierzu Herder, Ursprung der Spr: “Das Sehen ist der kälteste Sinn” (ed Suphan 5,62); doch ist nicht unbedingt an eine Herder-Abhängigkeit zu denken, da die Rangordnung der Sinne auch bei Diderot, Sulzer, Condillac, Rousseau, Mendelssohn ua diskutiert wird, vgl DjG32,288 Anm; vgl ferner die Abwertung eines nur äußeren Sehens: nur sehn, der geringste Antheil, den wir an einer Sache nehmen können AAJw3,109 FGA Geßner
u Sp 1054,48
Vgl dagegen G-s spätere Übs aus Griffith,Koran GWB42
2,197 MuR(744)
5) Die größere Zuverlässigkeit des Auges gegenüber dem Ohr schon in der Antike betont, vgl “ὦτα γὰρ τυγχάνει ἀνθρώποισιν ἐόντα ἀπιστότερα ὀφθαλμῶν
” Herodot 1,8 u “segnius inritant animos demissa per aurem, |
quam quae sunt oculis subiecta fidelibus et quae |
ipse sibi tradit spectator” Horaz, Ars poetica Vs 180ff (ed Klingner, 31959,301); ferner RBultmann, Zur Geschichte der Lichtsymbolik im Altertum, Philologus 97,1948,1 ff insbes S16 6) vgl Kein eigentlich scharfes Gesicht. | Daher die Gabe die Gegenstände anmuthig zu sehen GWBN11,300
Zur Leistungsfähigkeit von G-s Auge vgl GHb21,458f 7) Die Abwertung hier unter pietist Einfluß, vgl die Vbdg ‘Augen schließen’ bei Langen, Wortschatz des dt Pietismus, 1954,216f; auch iZshg mit dem seit der Leipziger Zeit hervortretenden Motiv der ‘Dämmerung’ (sd) 8) vgl RBultmann aaO(Anm5) S4ff 9) vgl GLPinette, Tönendes Licht in G-s Faust. JbWGV 76,1972,5ff 10) vgl WKeller aaO(Anm1) S73ff. Hinweis auf die Herkunft der Vorstellung der ‘sehenden Hand’ aus dem Bildschatz der Antike; ebd weitere Lit hierzu 11) vgl zur Vorstellung des Auges als Fenster HvEinem aaO(Anm2) S22 12) vgl Swedenborg, Arcana coelestia § 1880: “Quando primum apertus mihi fuit visus interior et per oculos meos viderunt mundum et quae in mundo sunt spiritus et angeli, obstupefacti sunt, ut dicerent hoc miraculum miraculorum esse” (nach Witkowski, 10Faust 2,408 13) Parallele in Herders ‘Plastik’ (anknüpfend an Diderot, Lettres sur les aveugles), deren gedankl Inhalt G sicher schon vor Erscheinen vertraut war: “Thue die Augen zu und taste” (ed Suphan 8,18); vgl auch ein einziger Tapp im Dunkeln ist offt mehr wehrt als ein Spaziergang am schönsten Sonnentag GWBB2,24,18 Roederer 21.9.[71] [ Korr DjG
32,321];
vgl DjG32,353 u bes Wilkinson u Willoughby aaO (Anm1); dagegen die völlig gewandelte Anschauung Sp 1055,15
14) Übs aus Plotin, Enneaden 5,8,1; vgl G-s krit Stellungnahme zu best Plotinschen Ideen GWB48,199 MuR(642ff)
15) vgl HvEinem, G u die bildende Kunst. In: Beiträge zu G-s Kunstauffassung, 1956,119f 16) vgl G-s Anschauungen, oft mit bes Betonung der ‘Naturschau’ GWBB7,62ff Jacobi 9.6.85 GWBB7,214 Jacobi 5.5.86 GWBB22,255 Schlichtegroll 31.1.12 GWBB22,302f Knebel 25.3.12 GWBB22,321 ff Knebel 8.4.12 GWBB22,327 FSchlegel 8.4.12 GWBB23,7 Jacobi 10.5.12 GWBB23,226 Jacobi 6.1.13 GWB36,71 f TuJ GWB42
2,211 MuR(811)
17) Jacobi, Von den Göttlichen Dingen und ihrer Offenbarung, 1811,189: “Die Natur verbirgt Gott” 18) vgl hierzu Briefw G/Willemer, ed Weitz, 394 f 19) Zur Vorlage vgl G-s Exzerpt aus der lat Übs des Plotin Neque vero oculus unquam videret solem, nisi factus solaris esset Ennead. 1. L. VI. C. 9. (ἡλιοειδής) GWB3,440 = LA II 3,17,4f [
Notizbuch, begonnen 1805].
Im griech Original, für dessen Übersendung er FAWolf am 30.8.05 dankt: “οὐ γὰρ ἂν πώποτε εἶδεν ὀφθαλμὸς ἥλιον ἡλιοειδὴς μὴ γεγενημένος
”. Vgl schon Plato: “ἡλιοειδέστατον .. τῶν περὶ τὰς αἰσθήσεις ὀργάνων
” Politeia 508b. Die Vorstellungen gehen bes auf Empedokles (u Pythagoras) zurück. Vgl Er [
Empedokles] erkennt ein Äußeres an, die Materie; ein Inneres, die Organisation .. die Art, wie das Äußere und Innere .. eins mit dem andern übereinstimmt, zeigt .. von einer höhern Ansicht, die durch jenen allgemeinen Satz: Gleiches werde nur von Gleichem erkannt, noch geistiger erscheint GWBN3,112f FlH.
Vgl hierzu auch die Verse des Manilius, Astron 2,115 Quis coelum posset nisi coeli munere nosse,
die G am 1.7.82 in das Stammbuch von JJScherbius u erweitert um den folgenden Vers Et reperire Deum nisi qui pars ipse Deorum est?
am 4.9.84 ins Brockenbuch einschrieb. Anklang hieran u an den weiteren Kontext bei Plotin in den beiden letzten Versen des Vierzeilers. Überlieferung u gedankl Parallelen s LA II 3,389—393 u LA II 4,286—288
20) Parallelen bei Schelling s LA II 3,XLII u 145,37ff
21) Üb den Zshg dieser Betrachtungen mit Hemsterhuis’ Ästhetik vgl Hemsterhuis Sur la sculpture in Bezug auf Purkinje betrachtet GWBTgb 11.1.21
Hierzu Trunz, G u der Kreis von Münster, 1971,388f 22) vgl LMalten, Die Sprache des menschl Antlitzes in der Antike. FuF27,1953,24ff 23) Vorlage: “Es scheut sich nicht der Herr ein Gleichniß euch zu geben, von einer Mücke oder von dem was darüber ist” Koran Sure 2,26 (Hammer, Fundgruben 2,339) u “Schmähst du den Herrn, so schau’ ihr in die Augen” Hafis 2,296, dazu Anm Hammer: “wer an Gott nicht glaubt, schaue ihr in die Augen”; vgl auch das Bild von Licht u Mücke od Falter im vorangehenden Zit u GWB6,28 Div Selige Sehnsucht GWB6,477 Div Plp
(Vorlage hierzu Hafis 2,90f u Saadi, Baumgarten 47f). Das Bild, auf syr Dichter zurückgehend, bei späteren bes myst (suf) Dichtern als Ausdruck der Selbstaufgabe in myst Liebe; vgl IHSolbrig, Hammer-Purgstall u G, 1973, 144f 24) Zur Herz-Körperteil-Metaphorik vgl KDüwel, Das Bild von den ‘Knien des Herzens’ bei Heinrich von Kleist. Euph68,1974,185ff (ebd weitere Lit zu ‘Auge des Herzens’ u Abb aus der Emblematik) 25) Anakreont Motiv der wachsamen Mutter verbunden mit Motiven des von Medea eingeschläferten Drachens und des hundertäugigen, Jo bewachenden Argos, vgl DjG
31,508 Anm
26) vgl ein neues aus London empfangenes Instrument, pancratic Eyetube genannt GWBB42,24 CarlAug 25.1.27
u Celestial Pancratic Eye Tube GWBB42,141 Sömmerring 15.4.27;
vgl zum Gegenstand GWBB42,248,1—27 CarlAug 8.7.27 K
27) Das Rad des Pfaus galt (schon im Altertum) als Abbild des Himmels, vgl Sachs u Badstübner u Neumann, Christl Ikonographie in Stichworten, 1973, s v Pfau 28) vgl RMatthaei, Neues von G-s Entoptischen Studien. GOETHE5,1940,91: “Das Pfauenauge der entoptischen Figuren wird dem Auge des Beobachters gegenübergestellt: beide bekunden das gleiche Gesetz der Polarität.”Christa Dill Ch. D.