Herr
hEr, im Geb. der Schärfung
-E:-, –ē·ə.-, Pl.
-rə(n), Demin.
-rχə, –kə [Bitb
hē·ă.r; NBerg
-ē·ă.-, –E:-, –ī·ă.-; Wermelsk
-e·i.-; Rip u. SNfrk bis
ca. 1880 als ältere Form
-ī:-, –ī·ə.- (noch Selfk, Mörs), aber von
-E:- fast völlig verdrängt; Siegld
-a-]
m.: 1. der Hehrere. a.α. Gott, Christus;
use H. on Gott (
s. Herrgott);
Gott der H.; de H. do boven; use H. em Himmel; der Engel des H. (Gebet;
s. Engel) Rip, Allg.;
onse liewe H. Klevld;
H., du wetts (weisst),
wat ech sage well! scherzh. Ersatz für das Tischgebet MGladb. RA.:
Der H. ös mine Leitsmon (Geleitsmann),
deə mich de reide (rechten)
Weəg wise konn usf. aus einem Kindergebet Viersen.
Wo der H. en Kirch hät, do hät der Düvel en Kapell (Wirtshaus) Köln-Stdt.
H., siehe dein Volk an, es sind lutter (lauter)
Zigeuner! Elbf.
Völ Kinder sin Segen van den H.; mar sej halden ow de Noppen van de Kleər (Kleidern) Klev.
De es dem H. en de Schlat (Salat)
gelope er ist gestorben MGladb-Rheind.
He left wie Gott der H. a Frankrech Bitb, Allg.
Gott der H. lött uns woll sinken, awer he lött uns nich verdrinken Ess.
He wor su voll (bezecht),
dat e Gott on den H.ən net mih kannt Sieg.
Op de Welt, do woər et net, Gott der H., de hott et net; der H. goəf et sinne Kneit (Knecht)
on der Kn. goəf et sinne H. die Taufe MGladb.
Onse liewen H. rakt, war hej nit spreckt Gott reicht mit seinem rächenden Arme dahin, wo er nicht spricht, wo man seine Sprache nicht vernehmen will Klev.
Wen onse liewen H. strofe well, den gef hei en moj (schönes)
Frommess (Fraumensch) Mörs-Rheinbg.
Et es gut, dat onse lieven H. en hoch Hüs hät, anders schlüge se öm alle Dag de Glas in Geld-Leuth.
Onse liewen H. scheckt Kält na Kleər (Kleidern) sucht niemanden über Vermögen heim Klev.
Onse liewen H. het völ Spöllüt (Spielleute)
on Musekanten (allerhand Kostgängers) Mörs, Klevld.
Den liewen H. lote siehn; et lief Herke wise (zeigen) ein Kind am Kopfe in die Höhe heben Klev.
Bi Drenke ond Ete mott me de liewen H. nit vergete Mörs-Xanten.
De lött os lieve H. enen gujen Mann sin der Gleichgültige Geld, Klevld.
Sej duhn, as wenn sej onse liewen H. bej de Tehn (Zehen)
halde Geld.
Dij kann onse liewen H. met öhre Ärms wäll gripe sie hat lange Arme Rees.
He meckt en Gesecht, as wenn e onse liewen H. de Regen afbeje (-beten)
woll Mörs-Xanten.
Hen sütt (sieht)
üt als onse liewen H. van den Ärmekerkhoff Geld.
Gej könnt öm wis (weise)
make, dat onse liewen H. op de Pärebom (Birnbaum)
(Kerssenbom) wont (sett) Klevld.
Was hej mar glöckig bej onse liewen H.! Klev. S.
auch die Zs. (bei
lieb)
Lievenherresbettstrohj scharfer Mauerpfeffer, sedum acre;
Onsliewherlämmke Marienkäfer Klevld;
Levenierke am Kruzifix Heinsb-Tüddern. — Bes. in Ausrufen u. Flüchen.
Dat gäf der H.! Bitb, Allg.;
o H. om (im)
Himmel Koch, Allg.;
o du mein H. on Gott! Allg.;
o H., o H., o H. van Ker! Koch-Laub;
Hölp H.! Waldbr;
H. noch tu! Mörs;
och Gott, och G., och H., hei (hätte)
ich märr (nur)
ene Pier (Wurm)
un öhr Lucie ene Jann, dänn hei ver allebej ene Mann! zu dem, der oft die Wendung ‘hätte ich’ braucht Heinsb-Höngen. — Mit andern hl. Namen
verb.;
H.jē: (
Jesus),
ach H.je(sess) [auch
hasəs, –e-, –ø-, –-]
! Rip, Allg.;
H.jē:mĭnē: (, <
Jesus Domine)! SNfrk, Allg.;
H.jērəs! Goar-Wiebelsh;
H.jēkəs! Emmerich;
H., Marjesses (Maria Jesus)
! Sieg-OCassel (
s. Jesus);
H., waules, Gott, w. (walte es)
! Mettm;
Herus, wales! Berg (bei Montanus) [
Achherrjesses kreische jammern;
herrjehre singe schelten;
der H.hirje rufen sich erbrechen Saarbr;
et H.jessesknächelche die empfindliche Stelle am Ellenbogen Simm-Ravengiersbg] [in diesen Ausrufen erscheint
H. auch als
hę·r., ha·r. (nicht nur Siegld)]. — β.
ons H. die letzte Wegzehrung, die hl. Kommunion Klevld;
den H. WEif;
dor kömmt ons H. wenn ein Kranker versehen wird Klevld;
den H. krin die Sterbesakramente empfangen;
en as met dem H. versiehn uSaar, WEif;
der hat de H. er ist versehen worden Aden-Liers. RA.:
Et es ene guje, säj Hänn, duw se öm de liewe H. liete (liessen)
siehn; äwel en half Ort (⅛ l Schnaps)
es beter Geld-Schravelen. — b. Fürst, Standesperson, noch in RA.:
Et es en Fäss-chen wohl gebonnen, et es känes Bennersch Hand dran kommen, on dach drenken H.ən on Ferschten draus (das Ei) Neuw.
Der Huhner Neid, der H.ən Streit un Goddes Barmherzigkeit, die dauern an al Iwigkeit Trier-Schleidw.
Dat es dem H. gelivvert unwiederbringlich verloren Köln. —
En H. van Adliger;
de H. van Habenichts Allg.; wer war das? Antw.:
De H. van Ungefähr Koch-Urschmitt.
Den H. van Haag dräht (trägt)
de beste Kleir all Dag! schone deine Sonntagskleider Kref-Fischeln.
De H.ən von Geyen, Gott mag se erfreuen; es waren ihrer ächt (8),
se hatten nur enen Knecht; wenn die Rüben gut geraten, so hatten sie zu sieden u. zu braten Nrhn (o. O.). Im Fastnachtszug zu Bitb-Kyllbg kommt zuletzt
den H. von Schowen (mat em dreischeppigen Hut un e langen, ale Rock un e gruss helze Peif an der Maul). — c. Mitglied irgendeiner Obrigkeit;
de H. van der Regierong (Landrotsamp, vam Rothus, van der Stadt (
vam Platz Köln),
vam Gerich) Rip, Allg. RA.:
Wej wellen et mar darbej late (lassen),
wor et de H.ə van Klev bej laten die H. von der Regierung des ehemaligen Herzogtumes Kleve Rees.
Ech breng üch för de H.ə vors Gericht;
de küt för de H.ə vor Gericht;
tösche (zwischen)
de H.ə lofen mit den Advokaten zu tun haben Rip.
Reət (Recht)
es R.; Onreət es R.; on wie de H.ən et mache, dat es R. Bergh-Hüchelhv.
Wann de H.ə vum Rothus kumme, sin se am klögste Köln-Stdt. — Der Vorsteher der Junggesellenburschenschaft, bestimmt in der Martinsnacht beim Martinsfeuer, indem der vorigjährige
H. einem seiner Mitgesellen eine mit einem Haken versehene
Plümm (Quaste) unauffällig an den Rockschoss heftete (veralt.) MGladb-Neuwerk; an der Spitze der Junggesellen jeder Honschaft steht
en H., der am
Sint Steffensdag von dem
H. des verflossenen Jahres
gemakt wird MGladb-Viersen. —
d. Dienstherr, Vorgesetzter, Machthaber,
Denst-, Hoff-, Hush.; de H. van der Fabrik (van der Hött) Eigentümer von der
F. Rip, Allg.
H. on Mester sen (werden); H. em Hus sen; de H. vam Hus (vam ganze); enem H. sen (werden); sengen H. fenden; enen H. han; H. üver sech sen Rip, Allg. RA.:
Ek si en H. wie en Hohn; wat ek befehl, mott ek selwer dohn Elbf-Dönbg.
Der H. van en all es der Prinz em Stall der Stier Jül-Röding.
Wer H. es, deht, wat e wellt Monsch, Malm, Prü
m. Wie eich jong wor, wore die Alde H.; jetz sen ich alt, do sen de Jonge H. Wend-Leitzw.
H. kann jeder domme Jong spiele, ävvel Mester net Kemp-Boish.
De spellt sich gere als H. üver angere op Kemp-Boish, Allg.
Dau sollscht dein H.ə krein (geseihn)! es wird dich noch einer bändigen Merz;
du kömmps dinnem H.ən heim! du wirst die Folgen deines Tuns noch spüren Sol.
Et get ke ormer Mensch, as wer ke H.ən hot Daun-Tettschd.
De läft (läuft)
erem, als wenn e kene H.ə hätt Kobl-Bend, Allg.
Den Neid fresst sein egenen H. Bitb, Allg.
Ech sen menge ege H. kann tun u. lassen, was ich will Rip, Allg.
Sech H. mache sich die Herrschaft anmassen; wenn die Dienstherrschaft aus dem Hause ist,
mät das Gesinde
sich H. LRip, — ist es
lan (allein)
H. Hunsr;
de mecht sich ger iwerall H. beansprucht alles für sich Merz-Saarhölzb.
Me konn nit twiə H.ən teglik bediene Nfrk, Allg.;
nömmes kann twei H.ən dienen Elbf, Allg.
Met nem H. steht et gott, de et, wat hei befehlt, selwers düht Ruhr.
Neu H.ə, neu Affäre (Sinne, Befehle) SNfrk, —
neu Regier Aach, —
nei Hecken (Schliessgatter an der Weide) MülhRuhr;
andere H.ən, andere Manieren Mörs-Neuk;
niə H.ə hangt niə Hecken (Heckes) (Schlaggatter) Ess, Klevld.
Streng H.ə rechte (regieren) net lang bes. auch in einem strengen Winter als Trostwort gebraucht Rip, Allg.;
neue Beseme kehre schärp, neu H.ə rechte streng Kemp-SHubert. — Im bes. α. im Verhältnis zum Gesinde, Gesellen udgl.; das Gesinde nennt ihn
use H. Allg. RA.:
We nit Knech sin kann, kann och nit H. sin Köln;
wen H. spiele well, muss fer't erscht mol Kn. gespielt hon Bitb-Wiersd.
Je blinger (blinder)
der H., je heller der Kn. Köln-Stdt.
Wann der H. ärm un der Kn. rich wed, duge se allebeids nicks Köln, MGladb, Erk.
Et es besser ne klenge H. äs ne grusse Kn. Monsch, Aach, Köln.
Wat den H. aflet (-legt),
kregt de Kn. Mörs-Xanten.
Dem H. sin Wort gelt mih as dat vam Kn. uWupp.
No fofzig Johr deht der H. der Kutscher fahre wechselndes Glück Grevbr-Wickr.
Wenn et op der H. rent (regnet),
da dröppt et op der Kn. (
Deiner Kref-Osterath) LRip, SNfrk.
H., scheiss dir en Diener! mach du die Arbeit selber Trier-Mehring.
Gure H., treie D. Bernk-Bruchw.
Wie den H., esu den D. Bitb;
wie der H., su der Kneit Sol.
Wie der H., su et Gescherr Rip, Allg., —
so et Gefähr Erk-Doveren.
H. as H.! ich habe zu befehlen Bitb, Allg.;
H. as H., a Max as M.! Bitb-NWeis, —
Jung, hal de Säu (Schweng) im! der Befehl des H. ist unbedingt zu befolgen May, Eif, Birkf-Idar, —
Knecht, loss de Sei eraus! Bernk-Merschd, —
Vatter, gih, halt de Sei im, sot de Jung Daun-Tettschd. — β. Hausherr, der Vorsteher der Familie,
us H. sogar im Munde der Frau genannt;
es de H. do? der Vater zu Hause Rip, Allg.;
dat ös der H. van et Werk Kemp-Boish, —
der H. em (vam) Hus (van et ganze) Allg. RA.:
Wen es H. em Haus? Antw.:
Wen et Salz stellt Prüm-Mürlenb.
Ech well doch wesse, wer H. em Hus es! Rip, Allg.
Haut (heute)
seun ech allen (allein)
H. allein zu Hause Koch-Weiler.
Wann de Katze fort sen, da sen de Meis H. Bitb.
De Mann es H. em Hus, äwwer de Frau es de Kruan drop Elbf.
Ik sin H. im Hus, sag Mannes (Hermann),
do soat he ounerm Dischen MülhRuhr.
Du bös H. van den Hühnern (am Hohnderlouch, em Hohnerhäus-che, im Hihnerstall, om Mes), wenn de Hahn net do es Rhfrk, Mosfrk, Rip.
Jeder Hahn es H. op dem Hoff Sieg-Birk.
Hellblo äs bairisch, grin scheissen de Gäns, un mir sin H. up em Hof Antw. auf ‘ich bin H.’ Saarbg-Soest.
Der H. kickt de Fenster herus die Ferse schaut durchs Strumpfloch Aach-Verlautenheide.
Bei er Herd Kanner (Kinder)
as de Voder H., bei em eletzige Kann as de Voder Knecht Trier-Mehring.
Süch (sieh)
ens do, der H. em Hemb un de Frau em Nachtsjack! Ausruf der Verwunderung Köln;
o H. em Hemb, de Frau ös nackeg! Rheinb-Meckenh, —
de Kenner han necks an ze dohn! Altk-Wissen. — γ. auch eine Sache
hat ihren H. ihren Besitzer, Verwalter Allg. RA.:
Geld well enen kargen H. han Sol, Grevbr;
Geld on Got welle ene knüvrige H. han Bergh.
Dat schingk (scheint),
als of et kene H. hött es scheint keinem zu gehören Jül, Allg.
He git der Frau den H. üver et Geld das Verfügungsrecht Sieg-Ägid.
He es (net mih) H. üver seng Geld (
Ben, Zeit udgl.) Rip, Allg.;
den lo geft net H. iwer den Dreck Merz-Bergen;
der wiərd doch iwer dei Ärwet elo H. gen Merz-Saarhölzb;
he get der Orbicht (Arbeit)
net H.; he get senger net H. ist ihm nicht gewachsen WMosfrk.
Dann ös mer net mih H. lans de Dürre (Türen) Sieg-Ittenb. — δ. von Sachen, Umständen, um das Ausschlaggebende, die Richtschnur, das Bestimmende zu bezeichnen Saarbr, Ottw, Birkf, Siegld;
gut gess on getronk, das es de H.; Proberen es der H.; wolle Duch (Tuch)
es H.; en trockner März es der H. Saarbr, Allg. (
s. o.);
det Gehannsmart en Stadt Sege es da doch det Harr Vergnege das vorzüglichste Vergnü
gen. —
O H., wenn Ker (Moselkern)
net wär, dann wär Miede (Müden)
un Borgen allan (allein)
mih H. Koch-Moselkern. — e. katholischer Geistlicher, auf dem Lande Allg. in der Diözese Trier [im Hunsr meist
Herche, aber fast ausgestorben]; die Bezeichnung reicht aber auch in die Erzdiözese Köln hinein, u. zwar Malm, Schleid, Monsch, MüEif, Eup, Aach-Stdt, Heinsb-Waldenr, uWupp 1870 [sonst hier
Gestlicher, geslicher H., H. Broder der Bruder geistl. Standes;
Pastur, Kaplon, Vikarjes]; Klevld
Herohme; Selfk
Hernunk (-onkel);
(of) H. studieren; esen H.; de jongen H. Kaplan;
den alden H. Pastor (aber auch als
Pastur u.
Kaplon unterschieden);
mer kreien en neien H.; mer hon en dichtigen H.; den H. hullen (kreien) den Priester holen zum Schwerkranken;
der H. hot et gesot gesagt; dann kann aller Widerspruch von andern nicht gelten. RA.:
Er hat en Bauch wej so'n armer H. Saarl-Berus.
Schuster, bei de Lesten; H., beim Brevier! Prüm-Ihren.
Spitz (Hund),
komm, de H. stichelt! (in der Predigt) Neuw.
Den H. sent (segnet)
sich fir't escht (zuerst) Mosfrk.
Den H. predigt ken zweimol an (in)
ener Mass (Messe) gesagt, wenn man eine Antwort wiederholen soll Bitb, Mosfrk.
Den H. hat Schuhn enner de Leckt (Leute)
geworf; wem se passen, den zehjt (zieht)
se an! wem das Gesagte gilt, der wird es auf sich beziehen Prüm-Ihren.
Der Engel des H., da sprangen de H.ən am Galopp iwer de Gromperezopp Nachahmung des Gebetes Bitb-NWeis, —
bei de Mettes-zopp (Mittagssuppe) Trier-Schleidw.
Et as kän Dorf esu klan, wo en H. an e Schullehr dran sön, do hun der och winnigstens zwing (2)
Streit Bitb-Seimerich.
An (in)
em Dorf as ömmer dem H. sein Hond an dem Schullehr seng Hohner et frechst Volk ebd. Ech hauen dech, dat du des H. nüdeg hes! Malm-Montenau.
Dau worsch dem H. on de Griewen! hast das Gesicht voll Ausschlag Mosfrk.
Wannste kein H. Ihm (keinen Pastor zum Oheim)
host, dau loss de Fanger von de Gessen (Ziegen)
! von Unternehmungen, die Geld benötigen Prüm-Ringhuschd.
Wenn et op der H. reənt (regnet),
da dröppt et op der Köster Aach, Trier.
Wenn mer un enen H. stisst (stösst),
dau juckeln se al bis Rum wenn man einen Geistlichen beleidigt, hat man mit allen zu tun Trier-Schleidw;
wenn mer enem H. am Rock zibbelt, bampelt et bas no Rom Prüm-Burb.
Et as noch ken Hauderer (Fuhrmann) mat drei H.ən begrowen gen er kommt selten zu Wohlstand Mosfrk.
Von Millersch Sai (Schweinen)
on H.ə Käch (Köchin),
do bleift mer weg Prüm-Ringhuschd.
Winnih (wann)
os den H. am starksten? Am Karfreidig; dann heft hen user Herrgott mot ener Hand op Prüm-Ihren.
Wen os on der Kirch am frechsten? En Flieg; die scheisst dem H. op de Nas Prü
m. O H. em Läpp (Hemdzipfel),
on de Kauch (Köchin)
nakig! Ausruf der Verwunderung Prüm-NHersd. —
Et H.ənhaus Pfarrhaus Allg.;
Zären (ze Heren); hean as an (in)
Z. Bitb, Wittl, Prüm;
en H.ə Neuw;
an des H.ən Malm. RA.:
Et es nach gut gangen, Zärenhaus es met verbrant. Eich on dau on Zärensau, Milersch Beier (Eber)
on änt (eins)
vun Treier (Trier)
on änt vu Metz, dat sen oser sechs (
u. a. Var.) Merz-Losh, Mosfrk. —
f. Grossvater, u. zwar
hE:rχə(n) von Merz, Simm, Goar an über uSaar, Mos, Eif bis Ahr, Westerw [
-ę- in Kobl, Aden, Neuw hier u. da;
hE:rχ Merz hier u. da, Saarbg;
hī:r Ahrw-Sinzig Westum, Neuw-Dattenbg HeimbWeis Notschd;
hE:r Aden-Kempenich, Wittl-Spangdahlem;
hī:rχə NWWesterw, Sieg, Rheinb-Flamersh Schönau, Dür [das Wort ist völlig veralt.; dafür
Grossvatter u. früher
Bestevadder (
s. d.)];
s. Fräuchen = Grossmutter. RA.:
E verspillt noch Herchesgut Trier-Mehring;
Herchesstuhl Lehnsessel alter Leute Allg.
Ich hätt ger en Äche (Eichen)
fir mei Frächen (Grossmutter)
o sechs Pennik fir mein H.! Heischelied beim Eierheischen am Ostersonntag Merz. — g. der Vornehme, sozial u. kulturell Höherstehende, für das Volk bes. kennbar durch bessere Kleidung, Nahrung, Geldausgaben u. hochdeutsche Sprechweise, im Gegens. zu kleinen Leuten [im Geb. von H. 1 d fast nur mit Attrib.];
ne feine H.; grusse (decke) H.ə angesehene, reiche H.;
wie en H. gekled sen (
leven udgl.)
; den H. markieren; möt de H.ə kalle (sprechen)
können sich gut benehmen können;
us Dorp hät och H.ə, der Pastur on der Lihrer (
u. a. Beamte) Rip, Allg.;
H. Ühm reicher Bauer Sieg-ODollend. RA.:
Hen es sou stolz wie'n groussen H., un hat blouss en Bedelsack Saarbg-NLeuken.
Et es kaən gresser (beser) Schwert, als wann en Beadeler zoum H. wird Merz, Mosfrk;
et get kä scharwer Scher, as aus em Lomp wer en H. Koch-Ernst;
et get kein gröwer Dier op Erden as Buren, de to H.ən werden Ess.
En Bauer kann nit H. un B. in änem sin; äner van den zwenen (2)
muss frecken Saarl-Berus.
De Bur mem Plog es of glöcklicher wie ene H. mem Kragen Sieg-Eitorf.
Et es ihərder (eher)
en Bauer zom H. ze schlahn as wie en H. zom B. Goar-Dommershsn.
H.: Bure van et Land sonder Verstand, wat kost de Botter? Bur: H.ə üt de Stadt, leckt mej et Gatt, drij Stüwer! Geld-Schravelen.
Wenn de Bauern net arweten, können de H.ən net kachen (kochen) Neuw-GrMaischd (
s. weitere Belege bei Bauer).
Jonge H.ən, olde Beddelers Emmerich.
De H.ə machen alles der Bauer hat nichts zu sagen Goar-Gondershsn.
De H.ə fahre met de Pere (Pferden),
de Ochse f. met de Ochse Bernk-Bruchw.
We sech schammt (
blickt blödet)
wie en Hond (der nie Zurückhaltung kennt),
de left wie en H. Prüm, Schleid;
wer frech es wie ... Köln-Stdt;
der es staatser (schöner gekleidet)
wie der H.ə Hongk (Hund) Aach-Alsd;
den hät e Boch (Bauch)
wie en ärmen H. er ist sehr mager Saarbg-Greimerath.
Hung (Hunde)
un H.ə mache kein Dör hinger sich zo Köln, Mörs-Rheinbg.
De gruss H.ən hon lang Uhren (Ohren) sie erfahren alles;
grote H.ə hant lang Ärme viele Macht u. grossen Einfluss SNfrk;
grote H.ən dragen grote Bocksen Geld-Nieukerk;
grusse (huh) H.ə lossen op sech warde Sieg, MGladb, Saarbr;
grute H.ən hant grute Affären Sol, Aach;
die grusse H.ə beissen sich net Kobl-Bend, Prüm-Ihren;
grussə H.ən on klen Wonder moss me en Ihre hale Dür-Gürzenich;
grosse H.ən es schlech borge; grosse H.ən un schöne Fraue ka mer denen, äver nit traue Köln-Stdt;
huəhch H.ə wik (weiche)
ut der Weəg; kenne se dech net, da kölle (hintergehen)
se dech net Heinsb;
bei grosse H.ə ka mer sich wärmen, ävver och verbrenne Köln-Stdt;
met de grussen H.ən es net got Kiərschen esse; se schmissen enen met de Sten Rip, Nfrk, Eif.
Ne H. von Kölle sen neue Kleider anhaben, bei Kindern Dür.
Mer ment, der H.ə stecken em (ihm)
em Kreiz er will sich nicht bücken Wend-Remmesw.
De well der H. makere on hat ken Bocks, die sing es Rip;
de fule H. makiere faulenzen Kobl-Lützel.
All wellen se H. spille, keiner der Sack drage Köln-Stdt.
Net jeder es geboəre, för H. ze spiele Geilk-Beggend.
Dat welle H.ə sen! vornehme Leute, benehmen sich aber nicht so Rip, Allg.
Wann mer sich unger de H.ə mengk, dann hät mer kei Pläsier Köln.
H.ə Dreck stenk net Schleid-Hellenth.
Er hot Mest of de H.ə er ist über etwas zornig Birkf-Idar.
Hätt ech, wör on wöll ech, dat sen drei ärme H.ə Rheinb, Verbr.
Hopp, h., op den Drapp, morgen es et Sonndag; dann komen de H.ə möt de wite Feəre (Federn)
; dann komen de Fraue möt de bongkte Maue (Ärmeln)
; dann kömmt den Ackerschmann, hät si Perdschen eiter (achter)
dran; hopp, h., den Berg erop Kref, Nfrk, —
dann kummen all de H.ən, menen, wat se wöəren usf. OBerg;
so reiden de Bauern met ihren Sackauhren (-uhren)
; so reiden die Jeffercher met ihren Pandeffelcher; so reiden die Hercher met ihren Zigärcher Trier-Gilzem.
All die Hercher solle leve, wann se uns en Offer geve im Heischelied Köln.
Es komme drei H.ə aus Sickse-Sackse, wo de kromme Hexe wachse ein Knabensp. Ottw-Neunk. — Höhergestellte redet der Bauer mit
H. an (dann meist
hę·r. mit Kürze des Vokals;
H. Dinges zu einem Unbekannten), bes. seine Beamte; unter sich ist die Anrede mit
H. ungebräuchlich; wird ein früherer Dorfgenosse, der in der Stadt zur Stellung gelangt, mit
H. angeredet, so erwidert dieser, um seine ideelle Zusammengehörigkeit mit den Leuten seiner Heimat zu kennzeichnen:
ech han de H. dehem gelosse; loss den H. weg! Die Anrede
H. zu den meist aus der Fremde stammenden Beamten des Dorfes ist so fest, dass
H. nicht nur in der Anrede gebraucht wird
(Dag, H. Pastur), sondern auch ohne diese,
z. B. do küt use H. Pastur; wat hät dir der H. Lihrer gesat? Rip, Allg. —
Jongen H. Anrede für unbekannte Jünglinge Allg. —
No, ühr H.ə, wie geht et dann (wat mache mer); goden Dag, dir H.ə (ihr H.ə)! gemütliche Anrede an Bekannte, an den Stammtisch. —
Ne, mengen leven H., dat git et net! zutraulich, aber auch ironisch abwehrend Rip, Allg. —
Mein alder H. Vater, in städischen Schülerkreisen. —
No, men H.ən, su en H.ən wie se, men H.ən, dat sen eintlech gar ken H.ən, men H.ən! Prüm-Winterspelt. — 2. übertr. a.
Hiərche Stutzer Sieg-ODollend. — b. grosse Libelle, Wasserjungfer, libellula grandis Aach-Stdt. — c.
auə (alter)
H. alter Schirm
ebd. —
d. do es de H. dren Wurmstich im Obst Jül-Spiel. — e.
Härche scherzh. Kothaufen Koch-Poltersd.