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ei

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MWB
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

ei stN.

Bd. MWB 1 1508, Sp. 16
ei stN. Gen. auch eiges (z.B. Lucid 17,9 s.u. 2.3), Pl. auch eiger (z.B. StRAugsb 49,7 ). ‘Ei’ 1 das Ei verschiedener Tierarten
2 i.d.R. das Hühnerei
2.1 als Nahrungsmittel (auch als Abgabe und Ware)
2.2 als Bestandteil von Heilmitteln
2.3 als Vergleichsgröße aus der Alltagserfahrung
3 in Wendungen (weitere Belege vgl. Friedrich, Phraseolog. WB, S. 141-143)
3.1 etw./sich als ein (gebraten) ~ spalten/  teilen/  klieben ‘etw. (mühelos) in zwei Hälften teilen’
3.2 als Gegenstand von geringem Wert
3.2.1 jmdm. als ein ~ sîn als Ausdruck der Geringschätzung
3.2.2 eines (halben) eies wërt
3.2.3 als ein ~ wëgen (?)
3.2.4 ein halbeʒ ~ vür etw. nëmen
3.3 zur Verstärkung einer Verneinung
3.3.1 niht ein (halbeʒ) ~ (vgl. das gleiche Verneinungsmuster bei anderen Wörtern, die Geringfügigkeit ausdrücken können, z.B. bône , hâr , strô )
3.3.2 niht umbe ein (halbeʒ) ~
4 in Sprichwörtern oder in Anspielung darauf (vgl. TPMA 2,374. 375. 377; 6,208. 210; 7,34)
   1 das Ei verschiedener Tierarten: der vogel [der Rabe] hât die art, [...], wen diu si ir air prüet, sô pringt ir der er ze ezzen BdN 176,26; JPhys 23,7; SalArz 18,28; daz mêrer tail der vischair verderbent, wenn der rognær diu air læzt BdN 243,21; Plinius spricht, daz diu egdehs niht prüet ob irn airn oder ob irm gesmaiz ebd. 274,16. 249,4. 263,23. 294,34    2 i.d.R. das Hühnerei    2.1 als Nahrungsmittel (auch als Abgabe und Ware): so mache ein groz blat von eiern, daz die pfannen alle begrife BvgSp 51. 82. 52 u.ö.; Himmelr 9,17; StatDtOrd 40,25; siben schilling vnde czwey schock eyer zcu ostern ebiges zcinsis gibit der kirchner czu Waltkirchin von seynem ampte UrkCorp (WMU) 222BA 2,9 u.ö.; UrbBayÄ 120; umb den furkauf uber kese und eyer WüP 26,2; StRAugsb 49,7    2.2 als Bestandteil von Heilmitteln: se [die Heilpflanze Wegebreit] heilet ouch das gebrante gestosen mit dem wissen des eies Macer 6,7 u.ö.; SalArz 36,49 u.ö.; nim daz eie daz an den heiligen ze wihennahten geleit werde. vnde brenne ez ze pulvere Ipocr 336 u.ö.    2.3 als Vergleichsgröße aus der Alltagserfahrung: einen stein als gross als ein hennen ey SchwSp 160b; Wig 6585; er sluog in daz diu scheitel / im zerclahte sam ein ei KvWHvK 147; Mechth 4: 23,13; dise welt ist sinewel vnde ist vnbeslozen mit dem wendelmer. da inne suebet die erde alse der duter in dem wisem des eiges Lucid 17,9; ebenso: MNat 1,23; BdN 74,3    3 in Wendungen (weitere Belege vgl. Friedrich, Phraseolog. WB, S. 141-143)    3.1 etw./sich als ein (gebraten) ~ spalten/  teilen/  klieben ‘etw. (mühelos) in zwei Hälften teilen’ sich selben teilet er inzwei / gelîche und ebene alse ein ei Tr 5688; swer dô gespalten hæte enzwei, / ir beider herzen als ein ei / ez wære bî den stunden / in iegelichem funden / des anderen figûre KvWEngelh 3460. 557; er spielt ÿm in dem libe daz hertze so glich en zwe, / reht als ein biderman ein wol gebroten eÿ WolfdD 1235,4; Krone 15169. die minne, diu undr in was / noch vester danne ein adamas, / die schriet si [Frau Minne] mit kraft enzwei, / daz si sich kloup [spaltete] als ein ei GFrau 317    3.2 als Gegenstand von geringem Wert    3.2.1 jmdm. als ein ~ sîn als Ausdruck der Geringschätzung: im was sin tot als ein ei Pass III 246,88; HvNstAp 14472. – mit bœse verstärkt: ob tôt her Tristan wære, / daz wære mir [Isolde] als ein bœsez ei UvTürhTr 1959    3.2.2 eines (halben) eies wërt: daz er iu sî / schuldic eines eies wert StrAmis 2387; StrDan 7117    3.2.3 als ein ~ wëgen (?): habt ir an castelan / verloren, daz wegend als ain ay: / für daz ain gib ich üch zway GTroj 4375    3.2.4 ein halbeʒ ~ vür etw. nëmen: des wart im von dem sahsen / ein slag gemezzen und gegeben / daz man für sîn erweltez leben / genomen hæte ein halbez ei KvWSchwanr 1167; JTit 2888,3    3.3 zur Verstärkung einer Verneinung    3.3.1 niht ein (halbeʒ) ~ (vgl. das gleiche Verneinungsmuster bei anderen Wörtern, die Geringfügigkeit ausdrücken können, z.B. bône , hâr , strô ): dîn rede hilfet niht ein ei KvWTroj 2025; Pass III 129,84; ich ahte ûf mundes minne niht ein ei SM: WvT 5: 1,4; Pass III 164,11; die in den ersten iaren / ir holt mit dienste waren, / die traten nu von ir enzwei / und achten sie nicht ein ei ebd. 625,46; armbrust und huͤrninbogen / toͤhte niht ein halbez ei KgvOdenw 3268    3.3.2 niht umbe ein (halbeʒ) ~ : ir wüefen und ir geschrei / frumte sie niht umb ein ei KvHeimUrst 1602; KvWSchwanr 1553; er wirfet ûz fiur unde gift, / daz schadet iu niht umb ein ei KvWTroj 9283; wand er [die (weltliche) êre ] nie als um ein ei / an sime herzen entpfant Pass III 598,76; [diejenigen] , die freude niht in selben kouften umbe ein halbez ei Neidh WL 21:1,4; KvWTroj 9155    4 in Sprichwörtern oder in Anspielung darauf (vgl. TPMA 2,374. 375. 377; 6,208. 210; 7,34): der man hat daz ei in siner hant und versicht sich des hunes der von dez er dennoch nicht sicht PrOberalt 104,32; nach dem ayͤ ain trunch, / oder dem arczt ain phunt Freid (Sch) 248; swenne ir [...] fremden göuchen ir eier brüetet Renner 7612; daz kan uns bezeichen ein huͦn: / wanne daz ein kleines ey geleit, / so bringtz mit sinr getzen klaffen dick eyn wijtes huͦß in not Marner (W) ML 20:1,9; Dina tet sam diu getelôse henne / diu in dorf gêt lekcen dei eier dei si spâte scol ernecchin [vgl. Gn 34] Gen 1595; der im [einem Kind] ein eî biutet, / ez git den phenninch umbe ein eî StrKD 86,104; BdN 193,22

MWB 1 1508,16; Bearbeiterin: Baumgarte

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. * rekonstr.
    Indoeuropäisch
    ei

    Idg. Etym. Wb. (Pokorny) · +2 Parallelbelege

  2. 4.–6. Jh.
    Gotisch
    eiPartikel, Konj.

    Köbler Got. Wörterbuch

    ei , Partikel, Konj. nhd. da, so, in dem Fall, bei dem Umstand, dass, damit, ob, und ne. in that case, under those circu…

  3. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    eist. F. (i)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    ei , st. F. (i) nhd. Schaf, Mutterschaf, weibliches Schaf ne. ewe, sheep Hw.: vgl. got. *aus, an. ā (2), ae. éowu, as. ė…

  4. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ei

    Althochdeutsches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    ei s. êuua.

  5. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    -EI

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +11 Parallelbelege

    -EI endsilbe für substantiva, mhd. in nicht ursprünglich deutschen wörtern. Gr. 2,96. 1 3 , 184.

  6. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    eiInterj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    ei , Interj. nhd. „ei“, ach, oh, ah Hw.: vgl. mhd. ei (2) E.: vgl. mhd. ei(ā), Interj., ach, ach, Kluge s. u. ei W.: s. …

  7. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ei

    Adelung (1793–1801) · +14 Parallelbelege

    Ei , ein Doppellaut, welcher so ausgesprochen werden muß, daß man in dessen ersten Hälfte ein deutliches e höret. Bein, …

  8. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ei

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Ei 1 das Hühnerei a als landwirtschaftl Erzeugnis, Nahrungsmittel, (einfache) Mahlzeit, Zutat für andere Speisen [ Milch…

  9. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ei

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ei , fast bei allen Organismen der Keim, die Grundlage für einen neuen Organismus derselben Gattung, indem sich verhältn…

  10. modern
    Dialekt
    Ei

    Elsässisches Wb. · +20 Parallelbelege

    Ei Name des Buchstaben y M.

  11. Sprichwörter
    Ei

    Wander (Sprichwörter)

    Ei 1. A Ei es schnell gelêt, aber nit schnell ausgebrüt. ( Nassau. ) 2. Aier sind airen gleich. – Gruter, III, 3. 3. Alt…

  12. Latein
    ei

    Mittellateinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    2. ei v. is . Leithe-Jasper

  13. Spezial
    ëi

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ëi [ëi] pron.pers. (3. pors. pl., azenté) sie. ▬ a d’ ëi ihnen .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ei

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