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ei

ie. bis spez. · 36 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
74 in 36 Wb.
Sprachstufen
13 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ei n.

Bd. 3, Sp. 76
ei, n. ovum, ahd. agi, meistens ei, gen. eies und eiges, pl. eigir, mhd. ei gen. eies, eiges, pl. eiger, ags. æg pl. ægru, engl. egg pl. eggs, altn. egg, schw. ägg, n. äg. östr. bair. tritt das paragogische plurale er schon in den sg. das air. Schm. 1, 40. die goth. form entgeht mit Luc. 11, 12, ich habe addi vermutet, das sich zu ei verhielte wie tvaddjê zu zueierô oder ags. tvegra zu ägra, altn. tveggja zu eggja. ir. ugh und gal. ubh schwanken zwischen kehl und lippenlaut, das lat. ovum, gr. ὠόν scheinen beide inlautend eine muta ausgestoszen zu haben. das sl. jaitze, böhm. vejce, poln. jaje, jajko sind diminutiva. im sanskrit kein zustimmendes wort. finn. muna, est. munna, lapp. monne, manne. ei steht zuweilen für hode, z. b. widderei, widderaier (Schm. 1, 40), ebenso lit. pautas. Ein frisches, rohes, neugelegtes ei; ein altes, taubes, leeres ei; lautere eier, sagt Maaler 122c, das sind unnütze eier ze schlöufen oder ze hünlen, welche die henn allein gemacht hat on das fügelen des gückels, irrita ova; eier legen, ova ponere; der henne eier unterlegen, supponere; die henne sitzt über den eiern; eier ausbrüten, bebrüten; die hünlein sind aus den eiern geschloffen, erst aus den eiern gekrochen; eier klecken, aufklopfen, aufschlagen; eier in die pfanne, in schmalz, in butter, gebackne eier. dein geperletes hünchen hat schon im stalle gekakelt, eil und suche das ei, eh dirs abhole der iltis. Luise 2, 282; man schlürft die eier hinunter, läszt den armen die schalen und glaubt noch redlich zu theilen. Göthe 40, 160. Redensarten: sie gleichen sich wie ein ei dem andern; das hun will klüger sein als die henne; ei ist ei, sagte der küster, und nahm das gansei; bös ei, bös küchlein; besser halb ei als eitel schale; man gibt nicht viel goldes um ein ei; er wartet des eis und läszt die henne fliegen; ungelegte eier geben ungewisse küchlein; haben wir nicht eier, so braten wir das nest; wer eier unter den füszen hat, musz leise auftreten; ein faules ei verdirbt den ganzen brei; jedem ein ei, und dem braven Schweppermann zwei; seine eier haben allzeit zwei dotter; er gäbe kein ei darum, nicht das geringste, mhd. daʒ enwas im niht ein ei; sich um ungelegte eier kümmern; mit jemand ein ei zu schälen, ein hünchen zu pflücken haben. frisches ei, gutes ei. Göthe 2, 301. Das altdeutsche recht hat hübsche bestimmungen mit eiern und über eier. war eine grenze irrig geworden, so soll der forstmeister ein ei nemen, es da niederlegen, wo sein gericht angeht oder aufhört, so weit das ei abwärts läuft, so weit stöszt sein forstgericht an das urbargericht. weisth. 3, 679. wann der gehofner schuldig ist 2½ eier und will nicht drei ganzer eier geben, so soll er das dritte ei auf seine schwelle legen und mit einem messer entzwei hauen: fällt das meiste stück binnen die schwelle, so ist er dem herrn um eine busze verfallen, fällt es aber vor die thür, so ist der gehofner los. weisth. 2, 525; jeder viertel landes gibt dem grundherrn 7½ ei, und das achte ei soll die frau auf die schwelle legen und der schultheisz es mit einem kolter (pflugeisen) von einander hauen; was binnen die schwelle fällt, soll der gehöfer und was darbauszen fällt, der grundherr haben. 2, 538; auch so geben wir Bärmer unserm gn. l. herrn eier, so sol des hofs schultheisz umbgehen von haus zu haus und haben einen korb und eine krauche (krug), so etliche hofe in Barmen, die geben halbe eier. da dieselbige sind, sol die frau das ei in die hand nemen und schlagen auf das bord von der krauchen, fellt das dotter in die krauchen, so soll es unser gn. l. herr behalten, behelt die frau das dotter in der schalen (eischale), so ist es der frauen, und soll damit bezahlt haben. 3, 16, vgl. 2, 128. Sie suchen auch nicht der veter ehre damit, sondern ir eigen tyrannei, das sie uns mügen aus der schrift füren, den glauben vertunkeln, sich selbs uber die eier setzen und unser abgott werden. Luther 1, 538a; hie leret das ei das hun, und kachel den töpfer. 6, 90b; das ei leret das hun und die saw meistert gott. 6, 139b; das sie nach tüchtigen, verstendigen, erfarnen und geschickten leuten umbsehen und nicht narren uber die eier setzten. Mathesius 150b; dacht, ich hab viel hüner im haus, die bruten aus aiern hünner aus, ich kunt ie auch kelber bruten aus. H. Sachs II. 4, 68b; wenn ich zur kirchen gieng, so hett ich nicht ein ei zutretn. Ringwald tr. Eckh. J 3a; bruder, was wilst du die unschuldigen kinder zeihen? wenns kerl wären, die sich wehren könten, so wärs ein anders. was, antwortet er, eier in die pfannen, so werden keine junge draus. Simpl. K. 647; herein gerufen wird sodann die alte, selbst ihr marchen zu erzählen. die gute mutter fängt beim ei (ab ovo) die sache an. Wieland 22, 196.
4734 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. * rekonstr.
    Indoeuropäisch
    ei

    Idg. Etym. Wb. (Pokorny) · +2 Parallelbelege

  2. 4.–6. Jh.
    Gotisch
    eiPartikel, Konj.

    Köbler Got. Wörterbuch

    ei , Partikel, Konj. nhd. da, so, in dem Fall, bei dem Umstand, dass, damit, ob, und ne. in that case, under those circu…

  3. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    eist. F. (i)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    ei , st. F. (i) nhd. Schaf, Mutterschaf, weibliches Schaf ne. ewe, sheep Hw.: vgl. got. *aus, an. ā (2), ae. éowu, as. ė…

  4. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ei

    Althochdeutsches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    ei s. êuua.

  5. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    -EI

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +11 Parallelbelege

    -EI endsilbe für substantiva, mhd. in nicht ursprünglich deutschen wörtern. Gr. 2,96. 1 3 , 184.

  6. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    eiInterj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    ei , Interj. nhd. „ei“, ach, oh, ah Hw.: vgl. mhd. ei (2) E.: vgl. mhd. ei(ā), Interj., ach, ach, Kluge s. u. ei W.: s. …

  7. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ei

    Adelung (1793–1801) · +14 Parallelbelege

    Ei , ein Doppellaut, welcher so ausgesprochen werden muß, daß man in dessen ersten Hälfte ein deutliches e höret. Bein, …

  8. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ei

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Ei 1 das Hühnerei a als landwirtschaftl Erzeugnis, Nahrungsmittel, (einfache) Mahlzeit, Zutat für andere Speisen [ Milch…

  9. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ei

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ei , fast bei allen Organismen der Keim, die Grundlage für einen neuen Organismus derselben Gattung, indem sich verhältn…

  10. modern
    Dialekt
    Ei

    Elsässisches Wb. · +20 Parallelbelege

    Ei Name des Buchstaben y M.

  11. Sprichwörter
    Ei

    Wander (Sprichwörter)

    Ei 1. A Ei es schnell gelêt, aber nit schnell ausgebrüt. ( Nassau. ) 2. Aier sind airen gleich. – Gruter, III, 3. 3. Alt…

  12. Latein
    ei

    Mittellateinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    2. ei v. is . Leithe-Jasper

  13. Spezial
    ëi

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ëi [ëi] pron.pers. (3. pors. pl., azenté) sie. ▬ a d’ ëi ihnen .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ei

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Keine Komposita gefunden — ei kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.