rot überwiegend -th, vereinzelt ‘roht’, auch Großschr; abgekürzt ‘r.’ bzw (in flektierten Formen) ‘roth.’; Komp ohne Umlaut 132,197; häufig subst ‘das Rot(h)/Rot(h)e’ (dabei auch Kleinschr); in gebundener Sprache gelegentl als unflekt dem Bezugswort nachgestelltes Attr - Zwei Drittel der 1500 Belege entstammen den naturwiss Schriften. Nicht nur, weil mit Purpur- od Pfirsichblütenrot (Magenta) eine Spielart des Roten die von Goethe meistgeschätzte Farbe war, sondern vor allem, weil genau dieses Rot in seinen, den Experimenten Newtons methodisch entgegengesetzten (statt eines Lichtstrahles führte Goethe einen schmalen Schatten durch ein Prisma) opt Versuchen (Pkt A2bβ) als völlig neue Spektralfarbe erschien1), spielte die Farbe Rot, ihr Vorkommen (Pkt A1a und b, A2a), ihre Differenzierung u Entstehung (Pkt A1c, A2b) eine herausragende Rolle in seiner Theoriebildung. Goethes farbsystematische Überlegungen (Pkt A3) führten letztlich zu seiner Auffassung von einem weder bläulich noch gelblich nuancierten Rot (‘purpur’) als ‘reinem/höchstem/vollendetem/vollkommenem Rot’. Zugl entspricht es Goethes ganzheitlicher Weltsicht, Rot auch in seiner sinnlichen, sittlichen, ästhetischen Dimension zu beschreiben (Pkt A5), die ursächlich für die (konventionelle) Verwendung im gewerblich-künstlerischen Bereich (Pkt A1b) u für den symbol Gehalt der Farbe (Pkt A6)2) ist. Beides, die Ergebnisse der naturwiss Untersuchungen u das assoziativ-konnotative Potential der Farbgruppe Rot verknüpfte Goethe augenfällig miteinander in versch Farbenkreisen (Pkt A3), speziell aber in der Temperamentenrose von 1799 (Pkt B) u den Kreisen des menschlichen Geistes- u Seelenlebens von 1807 u 1809 (Pkt A6), wobei er dem Purpur - das er anfangs auch seitlich, nie unten anordnete - letztlich die obere, höchste Position zuwies. A
Farbbezeichnung, alle Nuancen von Orange bis Blaurot in versch Intensitäten einbegreifend 1
visuell (einmal taktil) wahrnehmbare Eigenschaft von Lebewesen, Materialien u Gegenständen a
als signifikantes Charakteristikum natürlicher Körper(-Oberflächen); auch in bildl u/od vergleichenden Zshgn α
mBez auf den menschlichen Körper als dessen angeborene od (durch starke Durchblutung hervorgerufene) temporäre Färbung Vater Johann..hatte lange Zeit ohne Kindersegen gelebt, bis er seinen Rochum von der heiligen Maria erbeten, und brachte das Kind ein rothes Kreuz auf der Brust mit auf die Welt GWB34
1,29,14 Rochusf Wir nahmen unsern Weeg..bei der Wohnung zweier Blondins [
Albinos] vorbei: Kinder..die sehr weise Haut, weise, doch schroffe Haare, rothe und bewegliche Augen wie die Kaninchen haben GWBB4,132,23 ChStein 5.11.79 Nach Dingelstädt..Das weibliche Geschlecht von häßlichem Gesicht, keine Farbe im Gesicht und alle blonde Haare, die mehr ins rothe übergingen GWBT3,17,3 v 6.6.01 GWB45,296,2 Diderot,Malerei Farbe Übs
uö(selten) (neben ‘weiß’) als Zeichen von Jugend, Gesundheit (u Schönheit), einmal sprichwörtl ‘Heute r., morgen tot!’3) Wer darf des Kindes Ruhe stören?|Es ruht und wächs't der theure Sohn,|Seht nur die rothen vollen Backen GWB4,224 Ein munter Lied 14 Mein Freund ist weis und roth auserkohren unter viel Tausenden GWB37,307,2 Hohelied [
Barbara zu Wilhelm, mBez auf die verstorbene Mariane:] Dieses dritte Glas [
Champagner] soll zum Andenken meiner unglücklichen Freundin ungenossen verschäumen. Wie roth waren ihre Lippen, als sie euch damals Bescheid that! Ach! und nun auf ewig verblaßt und erstarrt! GWB23,92,11 Lj VII 8 GWB26,151,14 DuW 3 GWB1,92 An Mignon 27 GWB24,306,23 Wj II 4 Mann v50Jahren
uö als Zeichen psychischer (u physischer) Erregungszustände (Scham, Verlegenheit, körperliche Betätigung, Zorn uä); mehrf in verbalen Fügungen wie ‘r. werden’, auch ‘jdn r. machen’ iSv jdn erröten (machen) Lügner der roth wird wenn er die Wahrheit sagt GWB32,451,25 ItR Plp [
Scapine zum Doktor:] Ich bin ein Mädchen!|Nennt mich nicht Weibchen,|Ihr macht mich roth GWB12,137 ScherzLR 409 Sie tanzten rechts, sie tanzten links|Und alle Röcke flogen.|Sie wurden roth, sie wurden warm|Und ruhten athmend Arm in Arm GWB14,52 Faust I 968 Liebende sind im Scheiden dem schönen Apfel gleich; Wange die sich an Wange drückt wird vor Lust und Leben roth; die andere hingegen ist bleich wie Kummer und Krankheit GWB7,150,6 DivNot KünftDiv [
Gottfried zu Weislingen:] der Bischoff..sagt: wohl weil ich euch nicht kannt gab ich euch die Hand..Da sagt ich:..Da habt ihr sie wieder. Da wurde er so roth wie ein Krebs am Hals vor Zorn GWB39,24,10 Götz
1 I GWB16,96 Satyros 339 GWBDjG
35,195,5 HanswurstsHochz Plp GWB20,62,9 Wv I 5
uö als Symptom von Krankheit, Entzündungen, Mangelernährung oä Der Gott [
der Weinquelle] hat ein rothes aufgeschwollenes Gesicht, wie es einem Trinker ziemt GWB49
1,147,26 Philostrat,Nachtr [
Beschreibung Herders] Unter schwarzen Augenbrauen ein paar kohlschwarze Augen, die ihre Wirkung nicht verfehlten, obgleich das eine roth und entzündet zu sein pflegte GWB27,304,9 DuW 10 die Häupter aller Knaben sind anfangs roth, wegen geringerer Nahrung, eben deßhalb sind die Haare..dünn und kurz; bei fortschreitendem Alter..werden sie schwarz, wenn die Kinder durch die Menge der zufließenden Nahrung mehr Farbe gewinnen GWBN3,49,8 FlH I Theophr GWBN3,49,15 FlH I Theophr GWBAAJw3,62,26 GesängeSelma
uö β
mBez auf (Fabel-)Tiere, deren Körperbestandteile u -ausscheidungen; auch in zool Bezeichnungen ‘r-es Rebhuhn’ wohl für das Rothuhn (Alectoris rufa), ‘r-er Fisch’ wohl für den Goldfisch (Carassius auratus); vereinzelt von dem bei bestimmten Tieren zusätzlich durch die Körperoberflächenstruktur (u deren Lichtbrechungsvermögen) in einem bestimmtem Maße changierenden Farbeindruck Rother Kopf der Ameise GWBN13,237,15 Morph Plp Wenn die große Fasanenjagd war..bekam ein jeder..einen Fasanen; Philipp Hackert aber bekam zwei..Außerdem bekam er rothe Rebhühner, Schnepfen..welches natürlicherweise vielen Neid erregte GWB46,246,16 Hackert Geschenke In dem animalischen Reiche..Andere..beobachteten, daß das arterielle Blut ein höheres, das venöse ein tieferes Roth zeige. Man schrieb der Wirkung der Luft auf die Lungen jene Farbe zu GWBN4,144,22 FlH VI Chemiker In dem Darmkanal der Puppe findet sich eine braune gummiartige Feuchtigkeit; wahrscheinlich geht ein Theil der klareren Feuchtigkeit, welche sich im obern Körper befindet, nach der Befreiung [
des Schmetterlings] aus der Puppenhaut, durch die Gedärme durch, spült sie aus, und die rothe Feuchtigkeit entsteht daher GWBN6,439,6 EntomologStudien Es flattert um die Quelle|Die wechselnde Libelle..|Wie der Chamäleon,|Bald roth, bald blau,|Bald blau, bald grün GWB1,62 Die Freuden 6 GWB32,452,6 ItR Plp GWBN5
2,125,24 Fl Plp GWB43,249,23 Cell II 5 GWB14,210 Faust I 4179 γ
mBez auf Pflanzenteile (Blüten, Früchte, Wurzelknollen) u aus ihnen gewonnene Produkte (zB Wein); auch im botan Namen ‘R-er Veil’; gelegentl zugl Schönheit u Reife signalisierend artig ist Salvia Horminum [
Blauer Schopfsalbei] , wo zuletzt, wenn der Blütenstand aufhört, die obern Blätter des Stengels sich anmuthig roth färben GWBN7,371 Morph Plp Früchte bringet das Leben dem Mann; doch hangen sie selten|Roth und lustig am Zweig, wie uns ein Apfel begrüßt GWB1,351 VierJahresz Herbst 38 Die zartesten Linsen die ich jemals genossen, lange, rothe, schmackhafte Kartoffeln waren bald bereitet GWB33,103,8 Camp Hier schicke ich dir eine gute Art Brezeln..die, von Zeit zu Zeit, mit einem Gläßchen rothen Wein, genossen, dir und dem Kleinen wohl schmecken und bekommen werden GWBB11,62,1 Christiane 10.5.96 GWBDjG
31,20,13 Labores Juv [1757] GWB6,18 Div Liebliches 9 GWBN3,44,20 FlH I Theophr GWB34
1,65,3 RheingauHerbsttage
uö ―
‘r-er Ruß’ für eine durch Rostpilzbefall verursachte Pflanzenkrankheit GWBN13,85,14 Hopfen δ
mBez auf Erdreich, Gesteine u von ihnen gefärbte Gewässer; im Terminus ‘r-es totes Liegendes/Lager’ für die geol Formation des Rotliegenden Der rothe Marmor, woraus das Kunstwerk [
Jupiterbüste] verfertigt ist..deutet auf die Zeit Hadrians GWBB23,223,23 DFriedlaender 4.1.13 [
durch Vulkanismus] Roth gebrannter Thon, der dann und wann in den Schichten der Schlacken vorkommt GWBN10,143,13 KammerbgMin [
betr Verz einer Mineraliensendung] Dolomit, aus dem Kanton Wallis, mit rothem Arsenik, Antimonium und Kiesen GWBB39,321 Grüner 8.3.25 [
Übersetzungsübung:] In das Natur Reich der Mineralien..werden gezelet..der Diamant, so weiß, der Rubin, so roth [
= rubens] GWBDjG
31,7,23 Labores juv [1757] rothe Erden. Veronesische Erde GWBN5
2,125,11 Fl Plp GWBA(LA I 1,93,3) 1.NachrBergbIlmenau 24.2.85 [G/Voigt BergwKomm] GWBB6,83,23 Merck [Nov 82] GWBN9,155,5 Harzreise 1784 GWBLA II 7,228 M115 MinGeol Plp GWBT5,67,24 v 10.8.13
uö ―
‘r-er Bleistift’ für einen (aus natürlichem Rötelmineral gefertigten4)) Rötelstift ich wünsche..einen rothen Bleystifft, zeichne das Landschäfftgen GWBB5,262,3 ChStein 17.2.82 ε
mBez auf kupferhaltige Metallverbindungen: von der (wegen ihrer größeren Härte bevorzugten) Münzgoldlegierung [
Habebald zu Eilebeute:] Da liegt das rothe Gold zu Hauf,|Geschwinde zu und raff' es auf GWB15
1,279 Faust II 10809 Was zog er aus dem Sacke?|Fünfhundert Goldgulden so roth GWBDjG
32,44 ElsässVolksl LiedZimmergesellen 38 GWB50,64 ReinF V 96
uö(selten) von (ehemals silbernen) durch stetig erhöhten Kupferanteil allmählich nahezu entwerteten Hellern, mit redensartl Anklang ‘keinen r-en Heller haben’ iSv nichts besitzen5) GWB8,78,17 Götz
2 II b
als durch (handwerkliche, künstlerische) Färbung u Farbauftrag, auch zufällige Anhaftung erzeugtes, mehrf als psychologisch wirksames, signalhaft gebrauchtes Kolorit; auch in bildl u/od vergleichenden Zshgn α
mBez auf Kleidung u Accessoires bzw die dazu verwendeten Materialien (Gewebe, Leder, Puder uä): zugl gefällig, auch auffällig, modisch extravagant wirkend; einmal im Kurztitel für KDvDittersdorfs Singspiel ‘Das r-e Käppchen’ (1788) [
betr Augusts Geschenke aus Italien] Wenn Mutter und Kinder durch die artigen Aufmerksamkeiten ergötzt sind, Alma im rothen Kleidchen herumlauft.. GWBB47,130,6 August 5.7.30 Sie [
Goethes Mutter] saß im Wagen in ihrem rothen Sammetpelze, der auf der Brust mit starken goldenen Schnüren und Quasten zusammengehalten, ganz stattlich aussah GWB29,21,16 DuW 16 trat Gottsched..in einem gründamastnen, mit rothem Tafft gefütterten Schlafrock zur..Thür herein GWB27,86,20 DuW 7 [
Faust, mBez auf die ihre Enthauptung vorwegnehmende Erscheinung Gretchens:] Wie sonderbar muß diesen schönen Hals|Ein einzig rothes Schnürchen schmücken,|Nicht breiter als ein Messerrücken! GWB14,211 Faust I 4204 das vollkommenste Roth in der Cochenille..gibt einen Eindruck sowohl von Ernst und Würde, als von Huld und Anmuth. Jenes leistet sie in ihrem dunklen verdichteten, dieses in ihrem hellen verdünnten Zustande. Und so kann sich die Würde des Alters und die Liebenswürdigkeit der Jugend in Eine Farbe kleiden GWBN1,318,22 FlD 795u796 GWBB3,57,10 CarlAug [4.5.76] GWBT3,21,27 v 13.6.01 GWB41
1,156,12 Üb:Arnold,Pfingstmontag [1820] GWBGT7
1,120,9 v 18.12.19
uö zugl erotisch nuanciert; einmal im Sprichwort der rothe Latz erhebt den gewölbeten Busen,|Schön geschnürt, und es liegt das schwarze Mieder ihr knapp an GWB50,237 HermDor VI 137 [
Kilian Brustfleck zu Hanswurst:] Was thut die Hand am Laz, was blickt|Ihr abwärts nach dem rothen Knopfe? GWB38,49 HanswurstsHochz 65 GWB2,244 Sprichw 467
uö zugl Herrschaft, Macht u hohen Stand symbolisierend; auch im Theater- u Tierkostüm diese rothen mit Hermelin ausgeschlagenen Fürstenmäntel GWB26,299,17 DuW 5 [
betr Gedenkgottesdienst für den Sieg bei Lepanto in der Kirche SGiustina in Venedig] Wenn..die vergoldeten Barken landen..zuerst die langen violetten Kleider der Savj, dann die langen rothen der Senatoren sich auf dem Pflaster entfalten GWB30,127,21 ItR gingen wir in die Sixtinische Capelle, wo der Papst mit den Cardinälen der Messe beiwohnte. Da die letzteren wegen der Fastenzeit nicht roth sondern violett gekleidet waren, gab es ein neues Schauspiel GWB32,286,7 ItR [
Mephisto zu Faust:] dir die Grillen zu verjagen|Bin ich, als edler Junker, hier,|In rothem goldverbrämtem Kleide,|Das Mäntelchen von starrer Seide,|Die Hahnenfeder auf dem Hut,|Mit einem langen spitzen Degen GWB14,75 Faust I 1536 [
mBez auf eine aufgeputzte Wachsgans, zugl anspielend auf eine verwandelte Prinzessin in CPJolyot de Crébillons Roman ‘Ah, quel conte!’, 1754] Das Gänslein roth im Domino|Sieht in die Welt so leicht und froh|Und zeigt sich als ein Meisterstück|Aus der hochgräflichen Fabrik GWB4,218 Das Gänslein 1 GWB16,440 Maskenz Aufz vierZeitalter Progr GWB14,121 Faust I 2485 GWBB14,15,15 Schiller 30.1.99
uö zugl polit, dynastische od administrative Zugehörigkeit signalisierend Beide [
Serlo u Wilhelm] waren..sehr verwundert, als sie Philinen..in den Armen eines jungen Officiers sahen, der eine rothe Uniform und weiße Unterkleider an hatte GWB22,225,21 Lj V 15 [
Neffe:] Der Todte hört kein Glockengeläut..umsonst ziehen lange Reihen von brennenden Kerzen vor ihm und hinterher..Um seinen Sarg rothe und blaue [
aus zwei versch Waisenhäusern stammende] Kinder, oder niemand haben, was ist daran gelegen? GWB45,35,10 RamNeffe [
Schnaps, mBez auf seine Begegnung mit einem Fremden:] er eröffnete mir..Daß er ein Abgesandter des Jacobiner-Clubs sei..Er nahm mich in seine Gesellschaft auf..Erstlich umarmt' er mich nochmals..Dann bracht' er (Er bringt eine rothe Mütze hervor.)..Die Freiheitsmütze GWB17,269,1 Bürggeneral 6 [
betr die durch ihre roten Mützen motivierte Bezeichnung der Anhänger der regierenden persischen Dynastie der Seffi] Kizilbasch roth[e] Köpfe GWBAADiv3,155,5 Plp 148 GWBB51,175 Kirms 27.6.03 GWB26,306,11 DuW 5 GWBB12,278,28 Schiller 30.8.97
uö zugl im Kontext nationaler Vorlieben wenn Engländer und Deutsche sich noch an blaßgelben hellen Lederfarben genügen lassen, so liebt der Franzose..das in's Roth gesteigerte Gelb GWBN1,313,5 FlD 773 Nach Würde strebende Nationen, als Italiäner und Spanier, ziehen die rothe Farbe ihrer Mäntel auf die passive [
bläuliche] Seite hinüber GWBN1,333,11 FlD 838
uö(selten) β
mBez auf Hausrat, Ausrüstungen, Theaterrequisiten bzw die dazu verwendeten Materialien (Holz, Stein, Glas, Papier ua); ‘r-er Faden’ (nur in den ‘Wahlverwandtschaften’): einmal konkr für die vor Diebstahl sichernde Kennzeichnung der Seile der Royal Navy, einmal bildl für den Leitgedanken eines Textes An diesem rothen Tische [
in der Erfurter Residenz] hab ich dir schon offt geschrieben GWBB5,232,5 ChStein 7.12.81 Riemers rothes Brieftäschchen ist am Sonntage im Saale liegen geblieben. Er erbittet sichs zurück GWBB21,207,3 Christiane [12.3.10] [
betr Aufführung von ‘Macbeth’ in Schillers Bearbeitung, III,8] Die Früchte auf der Tafel sind mehr in's Rothe zu mahlen GWBB17,124,19 Schiller 16.4.04 bitte..Sorge zu tragen daß wir das rothe Papier zu den Umschlägen des nächsten Stückes [
der ‘Propyläen’] gewiß erhalten GWBB51,147 Gädicke 13.4.99 Sämmtliche Tauwerke der königlichen Flotte [
Großbritanniens] ..sind dergestalt gesponnen, daß ein rother Faden durch das Ganze durchgeht, den man nicht herauswinden kann ohne alles aufzulösen, und woran auch die kleinsten Stücke kenntlich sind, daß sie der Krone gehören GWB20,212,17 Wv II 2 GWB34
1,185,3 KuARheinMain Heidelb GWBB34,272,15 JGLenz 1.6.21 GWB30,222,22 ItR GWB20,238,6 Wv II 4
uö mBez auf spezielle Hilfsmittel in farbtheoret Versuchsanordnungen Hat man lange durch eine gemeine grüne, oder sogenannte Conservationsbrille gesehn, und nimmt sie nun ab, so sieht das weiße Papier eines Buchs röthlich aus, so wie es grünlich aussieht, wenn man lange durch rothe Brillen gesehen hat GWBN4,200,9 FlH VI [Franklin] Durch eine Öffnung rother oder grüner Vorhänge erscheinen die Gegenstände draußen mit der geforderten [
Komplementär-] Farbe GWBN1,27,8 FlD 57 ein blauer und rother Stab zusammen verbunden. Legt man sie in einen Eimer mit Wasser, so erscheint einer gebrochen wie der andere, und beide bleiben parallel GWBN5
2,423,20 Verz optInstr GWBLA I 3,488,23u24 Fl Plp GWBB21,391,21 Reinhard 7.10.10 GWBN5
1,70,17 BeitrOpt II 114
uö mBez auf zum (orthodoxen) Osterfest bemalte Eier; den Opfertod Christi symbolisierend Russen, die rothe Eyer kauften GWBT5,38,7 v 25.4.13 GWBB19,292,19 Christiane 30.3.07
mBez auf bemalte Apothekergefäße; zugl (Vergiftungs-)Gefahr signalisierend [
Scapin zu Scapine, mBez auf des Doktors Giftschrank:] Ganz oben, rechts, steht eine runde Büchse,|Roth angemahlt,|Wie auf den andern Reihen|Mehr Büchsen stehn..|In dieser Büchse ist das Rattengift|Verwahrt,|Arsenik steht auch außen angeschrieben GWB12,126 ScherzLR 178
uö(selten, ebd) mBez auf versch (heraldisch) stilisierte Elemente von Orden, Wappen, Siegeln unsere Cellinis..Edelleute, welche einen aufwärts gerichteten, zum Kampf geschickten goldenen Löwen, mit vorwärts geworfenen Pranken, in deren rechter er eine rothe Lilie hält, im blauen Felde, führen GWB43,145,22 Cell I 10 [
Treufreund zu den Vögel, anspielend auf Preußen:] Im Norden ist jetzt das Bild des Adlers in der größten Verehrung..Schwarz, die Krone auf dem Haupt, sperrt er seinen Schnabel aus einander, streckt eine rothe Zunge heraus, und zeigt ein Paar immer bereitwillige Krallen GWB17,107,28 Vögel GWB15
1,200 Faust II 9041
uö γ
mBez auf Gebäude u ihr Zubehör; mehrf in (auf die Farbe von Türen, Fenstern, Putz, Hauszeichen uä Bezug nehmenden) Gebäudenamen das Häuschen war weiß und roth angestrichen und lustig anzusehen GWB23,42,26 Lj VII 5 [
Apotheker:] war mein Garten..in der ganzen Gegend berühmt, und|Jeder Reisende stand und sah durch die rothen Stacketen|Nach den Bettlern von Stein, und nach den farbigen Zwergen GWB50,211 HermDor III 88 Wäre die Newtonische Hypothese wahr, so könnte man unmöglich den hellblauen Himmel, das hellgrüne Meer, die gelb- und blaugrünen Bäume, die gelben Häuser, die rothen Ziegeldächer, die bunten Kutschen..neben einander zugleich deutlich erblicken GWBN2,45,6 FlP 78 [
betr Aushängebogen des ‘Divan’] ein Fragment, an dem Sie..abnehmen, daß ich, schon seit geraumer Zeit, um die Mühle und um das rothe Männchen [
Stadtwohnung der Willemers am Frankf Fahrtor] her beschäftigt bin GWBB31,3,3 Willemer 4.11.18 Im rothen Ochsen [
in Schlaggenwald/Horní Slavkov] zu Mittag GWBT4,213,19 v 21.6.11 GWB20,355,8 Wv II 13 GWBB9,222,27 Racknitz 26.8.90 GWBA(Gr5,263) 24.4.02 [Protokoll LKruse]
uö(selten) δ
mBez auf Farbmittel zur graphischen u bildkünstlerischen Darstellung, vor allem Tinte, Druck- u Malfarbe in schriftlichen u (wiss-)graphischen Werken; mehrf als heraushebende Farbgebung iUz ‘schwarz’; einmal im Bild Zur Bequemlichkeit des Setzers habe ich die Verse roth vorgestrichen, welche mit anderer Schrift zu drucken sind GWBB13,297,3 Schiller 19.10.98 Ich wünschte..daß der Name Carl August wie bisher im Kalender mit rother Farbe bezeichnet würde. Diese einzige Art wie wir Protestanten einen Mann canonisiren können, sollten wir nicht außer Acht lassen GWBB44,312,5 FJFrommann 9.9.28 Beyliegendes Blättchen [
Zeichnung eines Elefantenschädels] zeigt die Stelle von unten und von der Seite.. f) vermuthlich noch ein aparter Knochen der obern Kinnlade, welcher durch eine Sutur ohngefähr in der Linie der rothen Puncte von dem Knochen d) getrennt ist GWBB18,24,19 Merck [Mitte Mai/30.5.85 Korr GB6
1,54] Hier schicke ich den gedruckten Catalogus [
zum Verkauf von Dubletten an der Weimarer Bibliothek] . Ihre Bücher sind zwischen den zwey rothen Strichen eingeschlossen GWBB14,110,7 Schiller 5.6.99 steht der neue Wand-Calender von 1824 vor mir wo die zwölf Monate..vollkommen gleichgültig aussehen. Vergebens forsch ich welche Tage sich für mich [
als Freuden- u Feiertage] roth welche düster sich färben werden GWBB37,299,21 ALevetzow [31.12.]23 GWBB27,86,25 Frommann 13.7.16 GWB27,66,13 DuW 6 GWBN8,323 Morph Plp GWBB25,122,9 Willemer 28.12.14
uö als Farbton in künstlerischen, kunsthandwerklichen Werken ein Mahler wird keine Wirkungen in sein Bild bringen wollen, die ihn in der Natur verletzen; er wird das lebhafte Roth, das volle Weiß nicht lieben GWB45,313,9 Diderot,Malerei Farbe Möchten Sie mir wohl nach beygehendem Muster zwey Siegel zeichnen und mahlen lassen. Nur die Herzen ein schönres Roth GWBB51,589 Meyer undat [
betr den Zauberkamm in Reinekes Lügenmärchen] sah man die köstlichsten Bilder am Rücken des Kammes|Hocherhaben, durchflochten mit goldenen zierlichen Ranken|Und mit roth- und blauer Lasur GWB50,137 ReinF X 81 Philipp Hackert..bewies, daß die antiken Gemählde..die in Pompeji und Herculanum gefunden waren, keine Harmonie hätten..daß das Fleisch..zu roth wäre, oder gar zu blaß und grau GWB46,296,25 Hackert Enkaustik bemerkten wir, wie die vornehmsten Mahler der venezianischen Schule die Energie der rothen Farbe erkannt, solche in ungefähr gleichen Massen durch ihre Bilder ausgetheilt und ihr verhältnißmäßig viel Gelb zugesellt, woraus eine harmonische, obgleich..etwas monotone Wirkung entsprang GWBN3,371,23 FlH V Gesch dKolorits [Meyer] GWBN3,364,26 FlH V Gesch dKolorits [Meyer] GWB47,382,28 DresdnGalerie GWBN1,340,16 FlD 865
uö als Spielfarbe im Glücksspiel ‘R. und Schwarz’ (frz ‘Rouge et Noir’); mBez auf die beiden Farben der Einsatzfelder auf dem Spieltisch bzw metonym für die dafür gezogenen (aus allen Kartenfarben bestehenden) Spielkartenreihen Was..in Pyrmont..wie eine böse Schlange sich durch die Gesellschaft windet und bewegt, ist die Leidenschaft des Spiels..dann erschallt auf einmal ein Ruf gränzenloser Bewunderung: die Bank sei gesprengt! Es geschah dießmal wirklich in Roth und Schwarz GWB35,103,24 TuJ 1801 ε
iSv blutbehaftet, blutverschmiert Sie sind todt. Ihre Schwerter sind roth vom Gefecht GWBAAJw3,61,8 GesängeSelma [
Reineke, mBez auf den durch einen Tatzenhieb des Königs bestraften Isegrimm:] dieser mit rothem|Kopfe, mit blutiger Glatze..|Ich bemerkte genau, wie er heut frühe das Ferkel|Theilte, da lernt' ich den Sinn von solcher Theilung begreifen GWB50,148 ReinF X 393 GWB16,294 Maskenz 1818 Festz 794
uö(selten) c
als Gegenstand naturwiss(-experimenteller) Untersuchungen u Betrachtungen α
in chem Prozessen (Säure-Base-Reaktion, Fällung, Oxidation ua) Die Säfte von allen blauen und violetten Blumen werden grün durch die Alkalien und schön roth durch die Säuren GWBN4,73,8 FlH VI Mariotte Mineralisch Chamäleon [
Kaliummanganat] ..in Bornwasser aufgelöst violett..in destillirt Wasser aufgelöst gelb ins rothe GWBN5
2,124,9 Fl Plp Ein Paar Messerspitzen Weinsteinsalz machen die Milch roth GWBLA II 3,3,5 M1 BeitrOpt Plp GWBLA II 10A,55,18 M3.12 Grünfarbige Pflanzenextrakte Tab GWBN5
2,115,28 Fl Plp
uö β
in alchemistischer Betrachtung als Farbe von im Opus Magnus besonders interessierenden Phänomenen u Substanzen, auch mBez auf ‘r-er Leu’ (vgl s v Leu) u ‘Lato’ (vgl s v 2Lato, Laton) Das Weiße, das Schwarze, das Rothe und das Bunte, das bei chemischen Versuchen vorkommt, scheint vorzüglich die Aufmerksamkeit [
der Alchemisten] gefesselt zu haben GWBN3,209,11 FlH IV Alchymisten Hermes..sagt: Zuerst ist die Schwärze..mit dem Salz Anatron folgt die Weiße. Zuerst war es roth und zuletzt weiß, und so wird alle Schwärze weggenommen und sodann in ein helles leuchtendes Roth verwandelt GWBN3,211,7 FlH IV Alchymisten [
Faust zu Wagner:] Mein Vater war ein dunkler Ehrenmann,|..Der, in Gesellschaft von Adepten,|Sich in die schwarze Küche schloß,|Und, nach unendlichen Recepten,|Das Widrige zusammengoß.|Da ward ein rother Leu, ein kühner Freier,|Im lauen Bad der Lilie vermählt|Und beide dann mit offnem Flammenfeuer|Aus einem Brautgemach in's andere gequält GWB14,54 Faust I 1042 GWBN3,210,19 FlH IV Alchymisten
uö(selten) γ
in zugl thermischen Prozessen; auch hinsichtlich der ‘Kochung’ (sd) Irdische und schweflige Materien werden durch eine große Hitze roth und einige zuletzt schwarz GWBN4,73,23 FlH VI Mariotte Dieser Saft [
der Purpurschnecke] hat das Eigene, daß er, dem Licht und der Luft ausgesetzt, erst gelblich, dann grünlich erscheint, dann in's Blaue, von da in's Violette übergeht, immer aber ein höheres Roth annimmt, und zuletzt durch Einwirkung der Sonne, besonders wenn er auf Battist aufgetragen worden, eine reine hohe rothe Farbe annimmt GWBN1,254,23u26 FlD 641 Die Blume des Mohns ist roth, aber die Frucht bald weiß, bald schwarz; weil die Kochung der einwohnenden Säfte zu verschiedenen Zeiten geschieht GWBN3,45,2 FlH I Theophr der Schwefel, der die innere materielle und hervorbringende Ursache aller Farben ist..Wenn er roh und unvollkommen..seine Kochung vollbringt, so verschafft er die grüne und weiße Farbe; kocht er aber vollkommen in vollkommen reinen Anfängen, so bringt er die rothe Farbe..zum Vorschein GWBN3,350,28 FlH V Krebse roth durch Sieden GWBN5
2,161,9 Fl Plp GWBN3,28,12 FlH I Theophr GWBN5
2,320,4u6 Üb:unbek englVerf
uö δ
in zugl galvanischen Prozessen (nach JWRitter) Galvanische Versuche..Zink..|Farben der Tinktur R. GWBLA I 3,503,27 Fl Plp
uö(selten) ε
in physiol-taktiler Wahrnehmung Eine Demoiselle Gräzel..glaubte..Farben zu unterscheiden, an einem stärkern oder schwächern Wirbeln das sie an den Fingerspitzen empfand, wenn sie farbige Flächen berührte. Beym Schwarzen empfand sie fast gar keine Bewegung, aber eine Art Wärme. Das Weiß gab ihr das geringste, das Roth das stärkste Gefühl GWBN5
2,38,12 Fl Plp 2
als Charakteristikum von Lichtphänomenen a
als natürliches od künstliches, als durch Magie od visuelle Halluzination erzeugtes Phänomen, auch in bildkünstlerischer Darstellung; als Erfahrungshorizont zugl Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Newtons Optik α
mBez auf flüchtige atmosphärische Erscheinungen (Sonnenauf- u -untergang, Nordlicht, Blitz uä) u deren Abglanz [
in Pirna an der Elbe] Der Sonnenuntergang war unendlich schön, höherauchig; die Scheibe feuerroth und noch röther der Wiederschein im Wasser GWBB23,348,7 Christiane 21.5.13 Das Nordlicht erscheint des Nachts mit mehr oder weniger rothem Licht so, daß es oft einen großen Theil des nördlichen Himmels einnimmt und zuweilen gegen Süden Lichtstreifen und feurige Strahlen ausschießt GWBN12,215 Instrukt meteorolBeob [wohl Schrön] [
Faust:] Es wölkt sich über mir |..Es dampft! — Es zucken rothe Strahlen|Mir um das Haupt..|Ich fühl's, du schwebst um mich, erflehter Geist GWB14,31 Faust I 471 Rosen..zu welchen die roth gesäumten Wölkchen der Morgendämmerung bedeutungsvoll gestaltet sind GWB49
1,325,23 TischbeinsIdyllen 12 GWBN12,226 Met Plp GWBB4,110,10u15 ChStein 28.10.79 GWBN12,213 Instrukt meteorolBeob [wohl Schrön] GWBN13,480,4 Nordlicht 1817
uö β
mBez auf Flammen, Feuerschein Wilhelm besah das Kind bei'm rothen Schein der Flamme; er konnte keine Wunde..ja keine Beule wahrnehmen GWB22,216,19 Lj V 13 [
Prometheus zu Epimetheus:] Vom Mittag dorther leuchtet rothe Gluth empor.|Ein Brand in deinen Wäldern, deinen Wohnungen|Scheint aufzuflammen. Eile! GWB50,335 Pand 821 [
betr JPhHackerts Gemälde ‘Zerstörung der türkischen Flotte in der Schlacht von Tschesme’] Man hat die beiden Effecte eines Schiffes, welches auffliegt, vorgestellt..wo man die Feuersäule sieht, die sich in Wolken ausbreitet..und sich alsdann..in das rothe Feuer mit Funken verwandelt, in dessen Mitte eine Rauchsäule aufsteigt, welche sich nach oben verbreitet GWB46,346,23 HackertNachtr Übs [
Alpin:] Arindal..Dein Blick war wie Nebel über der Welle, dein Schild eine rothe Wolcke [ Feuerwolke GWBAA142,28 Werth II Ossian] im Sturm GWBAAJw3,65,10 GesängeSelma GWB17,390,92 GrCoph III 9 Plp GWB15
1,319 Faust II 11648 GWB38,4 Concerto dramat 24
uö γ
mBez auf Bühnenlicht als szenisches Kunstmittel Kleidung des Kriegs-Dämons..soll nur an den römischen Imperator erinnern. Gelb, Gelbroth, Schwarz und Gold, und was sonst noch gewaltsames der Art in Glanz und Farbe aufzubringen, das durch den rothen Schein noch erhöht würde, wäre empfehlenswerth GWB16,496,24 Epimen Progr werden..sämmtliche Lampen durch gelbrothes Glas verdeckt, so daß über das ganze Theater ein rother Brandschein verbreitet ist GWB16,495,18 Epimen Progr GWB13
1,120 ProlBln 1821 Regiebem vor 132
uö(selten) δ
mBez auf die Vision einer Aureole [
Zigeunerin, dem Hauptmann die Vision ihres Kindes erklärend:] Wer vom Kaiser einen Auftrag hat, den sieht es mit einem Schein um den Kopf..[
Hauptmann zum Kind:] Siehst du einen Schein um mein graues Haupt?..[
Knabe:] Einen lichten Schein..er strahlet hell der güldne Schein — Er färbt sich roth der wilde Schein.. GWB13
1,273,21 Götz
3 III 11 b
(zugl) als naturwiss Forschungsgegenstand α
physiol-visuell: als durch Auge u Gehirn erzeugtes Phänomen Die Netzhaut des Auges hat die natürliche Wärme des Körpers. Die Lichtstrahlen, die auf sie fallen, müssen ihre natürliche Wärme vermehren, und ihre Fasern desto mehr ausdehnen, je dichter sie sind. Diese Verschiedenheit der Ausdehnung der nervigen Fasern muß eine verschiedene Empfindung in der Seele hervorbringen, und diese verschiedenen Empfindungen nennen wir Farben..unter diesen ist die heftigste Empfindung gelbe Farbe, weniger heftige die r-e, grüne, blaue Farbe GWBLA I 6,369,16 FlH VI [Westfeld] Das Auge verlangt..ganz eigentlich Totalität..In dem vom Gelben geforderten Violetten liegt das Rothe und Blaue; im Orange das Gelbe und Rothe, dem das Blaue entspricht; das Grüne vereinigt Blau und Gelb und fordert das Rothe, und so in allen Abstufungen der verschiedensten Mischungen GWBN1,28,23u24u26 FlD 60 Die Retina kann durch ein starkes Licht dergestalt gereizt werden, daß sie schwächere Lichter nicht erkennen kann..Erkennt sie solche, so erscheinen sie farbig; daher sieht ein Kerzenlicht bei Tage röthlich aus..ein Kerzenlicht, das man bei Nacht länger und schärfer ansieht, erscheint immer röther GWBN1,40,20 FlD 86 [
betr subjektive Höfe] was auf der Retina vorgehen mag, wenn sie von einem leuchtenden Gegenstand getroffen wird..Die um das leuchtende Bild sich zeigende helle Kreisfläche ist gelb mit Roth geendigt. Darauf folgt ein grünlicher Kreis, der mit einem rothen Rande geschlossen ist GWBN1,45,4u5 FlD 99 GWBGespr(FfA II 12,345,16) Eckermann 8.4.29 GWBN3,344,13 FlH V Nuguet GWBN5
2,27,7 Fl Plp GWBN2,168,22 FlP 314
uö als patholog Phänomen der Farbfehlsichtigkeit Bei'm grauen Staar läßt eine starkgetrübte Krystalllinse den Kranken einen rothen Schein sehen. In einem solchen Falle, der durch Elektricität behandelt wurde, veränderte sich der rothe Schein nach und nach in einen gelben GWBN1,55,2u4 FlD 132 Viele Kranke, wenn sie erwachen, sehen alles in der Farbe des Morgenroths, wie durch einen rothen Flor..Dieses bleibt minutenlang und vergeht allenfalls, wenn das Auge etwas gerieben wird GWBN1,53,9 FlD 128 in..grün wollte er kaum etwas bläuliches erkennen, hingegen appuyirte er immer auf das roth was er sehe GWBN5
2,30,30 Versuche mGildemeister 19.11.98 GWBN1,47,24 FlD 106 GWBB19,457,20 Reinhard 16.11.07
uö β
opt: als durch Refraktion, Reflexion, Inflexion uä entstehendes od dem Betrachter erscheinendes Phänomen werden wir in der Mitte des schwarzen Streifens in gedachter Entfernung [
vom Prisma] ein schönes Pfirschblüth sehen, weil die Strahlungen des Violetten und Rothen sich mit einander vereinigen GWBN5
1,30,3 BeitrOpt I 58 Eine Scherbe Steingut war in den Trichter [
der Quelle] gefallen, welche mir aus der Tiefe herauf die schönsten prismatischen Farben gewährte. Heller als der Grund, dem Auge entgegen gehoben, zeigte sie an dem von mir abstehenden Rande die Blau- und Violettfarbe, an dem mir zugekehrten Rande dagegen die rothe und gelbe GWB33,29,8 Camp Wir haben..angenommen, daß ein vierecktes Bild verrückt werde..an den Gränzen des Bildes entstehet ein rother Rand, der sich in den gelben verliert, ein blauer Rand, der sich in den violetten verliert GWBN2,65,22 FlP 109 ein..Fall ungleicher Refraction..ist der, wenn Licht gebrochen wird an der Gränze von Mitteln, die zu den zwei verschiedenen Classen dispersiver Flüssigkeiten gehören. Bei dem Übergang
z. B. von einem wesentlichen Öl, oder einer metallischen Solution in die Salzsäuren, läßt sich die refractive Dichtigkeit dieser Flüssigkeiten so zurichten, daß die rothen und violetten Strahlen keine Refraction erdulden, wenn sie aus einer Flüssigkeit in die andere gehen GWBN4,275,11 FlH VI Blair GWBN4,69,11u17 FlH VI Mariotte GWBN2,205,9 FlP 445 GWBN2,90,11u12u13 FlP 149 GWBB49,252,12 Boisserée 25.2.32
uö speziell als durch trübe Mittel (Dunst, Rauch, Glas ua) erzeugtes Phänomen steht das Trübste vor der Sonne,|Da siehst die herrlichste Purpur-Wonne.|Und will das Licht sich dem Trübsten entwinden,|So wird es glühend Roth entzünden.|Und wie das Trübe verdunstet und weicht,|Das Rothe zum hellsten Gelb erbleicht GWB2,219 GottGemütWelt 92u94 So sieht man die Sonne, wenn sie ihren höchsten Stand hat, ziemlich weiß..immer gelber aber erscheint sie, je tiefer sie sich senkt, je größer demnach der Theil der Atmosphäre ist, den ihre Strahlen zu durchlaufen haben, bis sie endlich roth untergeht GWBN5
1,363,17 Fl Nachtr PhysFarb [Neumann] deßhalb wird unser Feuer roth, weil es Rauch bei sich führt, der es verdunkelt GWBN3,258,9 FlH V DeDominis Ein trübes Glas vor das Finstere gehalten, von vorne aber erleuchtet, erscheint blaulicht, je weniger trüb, desto blauer, das am wenigsten getrübte violet; umgekehrt erscheint dasselbe Glas gegen das Helle gehalten gelb nach seiner mehreren Dichtigkeit röther GWBN12,226 Met Plp GWBN3,330,3 FlH V Malebranche GWBN2,288,5 FlP 664 GWBN1,199,8 FlD 485 GWBGespr(He5,217) Riemer 3.9.06
uö zugl als mit der Temperatur korrelierendes Phänomen [
betr Überprüfung der Versuche von WHerschel zum Zshg von Spektralfarbe u Temperatur] Es fragt sich: hat das Sonnenlicht durch die Brechung an Wärme gewonnen oder verloren?..Man führe..das Thermometer ins Grüne..und endlich ins Violette..Nun wäre..die sich über die Grenzen des Roths hinaus erstreckende Wärme..zu untersuchen.. GWBB15,192,11 Ritter 7.3.01 K GWBN5
2,320,17u20 Üb:unbek englVerf
uö zugl als versch physikal od vegetabile Wirkungen hervorrufendes Phänomen Phosphoren wurden..den verschiedenen prismatischen Farben ausgesetzt..Im Grün wurden sie beträchtlich schwächer leuchtend als im Blau, im Gelben noch viel schwächer, und im Roth am schwächsten, und zwar wurden sie hier mehrentheils nur weißlich leuchtend GWBN4,324,15 Fl Suppl Wirkg farbBeleuchtg [Seebeck] In Rücksicht der Farbenveränderung der Blätter bemerkte er [
Senebier] , daß die unter gelber Tr. [
Tinktur] anfangs grün zum Vorschein kamen und hernach vergilbten; unter der rothen Tr. waren sie anfangs grün, und behielten auch diese Färbung GWBN5
2,164,12 Fl Plp [Seebeck] GWBN4,337,18 Fl Suppl Wirkg farbBeleuchtg [Seebeck] GWBN5
2,164,7 Fl Plp [Seebeck]
uö γ
als durch die spezifische Geschwindigkeit von Teilchen hervorgerufenes Phänomen (nach Descartes) Lichtkügelchen..Bewegen sich die Kügelchen rotirend, aber nicht geschwinder als die gradlinigen; so entsteht die Empfindung von Gelb. Eine schnellere Bewegung derselben bringt Roth hervor, und eine langsamere als die der gradlinigen, Blau GWBN3,278,18 FlH V Cartesius 3
Begriff (eigener u fremder) farbsystematischer Vorstellungen; mehrf mBez auf Goethes (u Schillers) zumeist sechsfarbiges Farbenkreisschema, vereinzelt auch auf sein Pyramidenmodell a
akzentuiert als Element unterschiedlich ausdifferenzierter u schematisierter Farbordnungen (Kreis, Reihe, Skala ua) Was wir Farbe nennen..läßt sich in einen sehr kleinen Elementarkreis einschließen. [
oben] roth|gelbroth blauroth|gelb blau|[
unten] grün GWBN5
2,15,15 Fl Plp Empedokles erklärt die Farbe..Gleich den Elementen nimmt er viere derselben an: weiß, schwarz, roth, gelb GWBN3,3,25 FlH I Emped Man kann sagen es gebe nur zwey Farben, Gelb und Blau: denn diese können ganz rein und ursprünglich..erregt werden..Drey, besonders wenn man von Pigmenten ausgeht und das völlig fertige im Gleichgewicht stehende Roth als das Dritte annimmt..Fünfe, wenn man das reine Roth aufgiebt, eine Scala annimmt, worin Grün die Mitte macht, Gelbroth und Blauroth aber die beyden Enden. Dieses ist das Newtonische Spectrum..Sechs Farben kann man annehmen, wenn man die erstgedachte Scala von fünfen in einen [
Farben-] Kreis schließt und das reine Roth..darin gelten läßt. Dieß ist der Kreis den wir..gewählt haben GWBN5
2,16,17u21u27 Fl Plp Das Weiße und Schwarze..setzt er [
Aquilonius] an die beiden Enden, dazwischen in eine Reihe Gelb, Roth und Blau, und hat also fünf Farben auf einer Linie..indem das Gelbe zunächst an dem Weißen, das Blaue an dem Schwarzen und das Rothe in der Mitte steht, welche sämmtlich mit einander durch Halbcirkel verbunden sind, wodurch die Mittelfarben angedeutet werden GWBN3,268,3 FlH V Aguilonius GWBN4,240,18 FlH VI Carvalho GWBN3,302,21u22 FlH V Vossius GWBN3,325,25 FlH V Hooke
uö b
akzentuiert als im Spannungsfeld der Polaritäten Hell/Dunkel, Aktiv/Passiv bzw Plus/Minus jeweils eine mittlere Position einnehmendes Phänomen bzw als Gegenpol zu Grün Honoratus Fabri..nimmt
an..daß Roth aus gleichen Theilen von Licht und Schatten bestehe, Gelb aus zwei Theilen Licht und einem Theil Schatten, Blau aus zwei Theilen Schatten und einem Theile Licht GWBN3,332,14 FlH V Funccius die Malve, welche vom Weißen durchs Blaßgelbe ins röthlich Gelbe und immer weiter ins Rothe sich steigert, bis sie zuletzt ins dunkelste Blauroth gelangt und, indem sie auf der activen Seite angefangen, bis über die Gränze der passiven Seite hinüber zu dringen scheint GWBN5
2,160,4 Fl Plp das vollkommenste Roth..Cochenille; welches Material jedoch durch chemische Behandlung bald in's Plus, bald in's Minus zu führen ist, und allenfalls im besten Carmin als völlig im Gleichgewicht stehend angesehen werden kann GWBN1,318,22 FlD 795 wir bedienen uns..des Hauptgegensatzes von Säuren und Basen und bringen zuerst den vegetabilen Gegensatz von Grün und Roth zur Sprache. Grün ist die unterste Stufe mit Alkalien verwandt, Roth die oberste verwandt mit Säuren GWBN5
2,149,10 Fl Plp GWBN5
1,399,4 Fl Nachtr Geschichtl [anonym 1724] GWBLA II 10A,52,19u24 M3.10 FarbversuchePfl Bem GWBN1,250,9 FlD 630
uö c
akzentuiert als Element od höchste Stufe versch Vereinigungs-, Verdichtungs-, Steigerungsprozesse uä von Farben wenn man aus Gelb und Blau ein Smaragdgrün mischt und alsdann so viel reines Roth hinzubringt, bis sich alle drei gleichsam neutralisirt haben..entsteht..ein Grau GWBN1,224,20 FlD 557 Roth nehmen wir also vorerst als keine eigene Farbe an, sondern kennen es als Eigenschaft, welche dem Gelben und Blauen zukommen kann. Roth steht weder dem Blauen noch dem Gelben entgegen, es entsteht vielmehr aus ihnen, es ist ein Zustand in den sie versetzt werden können, und zwar durch Verdichtung, durch Aneinanderdrängung ihrer Theile GWBN5
1,96,1u3 ChromatSätze Wir haben..die wichtige Lehre der Steigerung entwickelt, wie nämlich das Gelbe durch Verdichtung und Beschattung, eben so wie das Blaue, zum Rothen sich hinneigt, und dadurch die Eigenschaft bewähret, welche wir bei ihrem ersten Ursprung in trüben Mitteln gewahr wurden GWBN2,286,13 FlP 660 Das blaue so wie das gelbe steigern sich ins rothe aber auf verschiedene Art. Das Roth die reine Farbe, ist gleichsam der Gipfel der pyramide GWBLA II 3,16,78u80 M25 Vortragsmitschrift zur Fl Bei den saftigen Hüllen der Frucht geht etwas Ähnliches vor, indem sie sich von der grünen Farbe durch das Gelbliche und Gelbe bis zu dem höchsten Roth erhöhen, wobei die Farbe der Schale die Stufen der Reife andeutet GWBN1,249,18 FlD 627 GWBN1,365,14 FlD Zugabe [Runge] GWBN3,342,25 FlH V Nuguet GWBN1,279,19 FlD 703 GWBN1,255,20 FlD 643 GWBN1,219,5 FlD 539
uö d
akzentuiert als Analogon zu einem musikalischen Ton; referierend(-polem) mBez auf Ideen von JLHoffmann, LBCastel u Aristoteles [
betr JLHoffmanns 'Versuch einer Geschichte der malerischen Harmonie überhaupt..', 1786] Da er seine Farbenscala..statt in einem Cirkel, in einer Reihe vorstellt, um sie an eine hellere Octave wieder anschließen zu können; so weiß er nicht..wie er dieses Anschließen am natürlichsten bewirken soll. Ihm steht entgegen daß er von einem gewissen Gelb auf geradem Wege durch Roth und Blau hindurch niemals zu einem helleren Gelb gelangen kann, und er muß fühlen, daß es ein unendlicher Unterschied ist zwischen der Operation wodurch man eine Farbe verdünnt, und zwischen der wodurch man zu einem höheren Tone vorschreitet GWBN4,261,11 FlH VI Hoffmann GWBN5
2,301,16 Fl Plp
uö(selten) 4
metasprachl: Element versch Benennungssysteme; bes mBez auf Terminologie, Denotatsbeziehung u Bedeutungsumfang Was die deutsche Terminologie betrifft, so hat sie den Vortheil, daß wir vier einsylbige..Namen besitzen, nämlich Gelb, Blau, Roth, Grü
n. Sie stellen nur das Allgemeinste der Farbe der Einbildungskraft dar, ohne auf etwas Specifisches hinzudeuten GWBN1,243,17 FlD 610 Ἕρυθρόν rufum..begreift unter sich..alles was roth ist und braun, welches zum Gelben oder Rothen neigt, bis zum Purpur GWBN3,60,1 FlH I GriechRömer [Riemer] haben wir das Wort Purpur gebraucht, um das reine in der Mitte stehende Roth zu bezeichnen, weil der Saft der Purpurschnecke, besonders wenn er feine Leinwand durchdrungen hat, vorzüglich durch das Sonnenlicht zu dem höchsten Puncte der Culmination zu bringen ist GWBN1,244,13 FlD 612 Für diese unmerkliche Steigerung des Gelben und Blauen in's Rothe haben die Franzosen einen artigen Ausdruck, indem sie sagen, die Farbe habe einen Oeil de Rouge, welches wir durch einen röthlichen Blick ausdrücken könnten GWBN1,213,12 FlD 522 GWBN5
2,142,37 Fl Plp GWBN2,228,8 FlP 506
uö 5
akzentuiert als bestimmte sinnliche (u sittliche) Empfindungen od geistige Vorstellungen evozierende Farbe Erfahrung lehrt, daß das Rothe als Farbe das Auge am mächtigsten reizt..höchst gesättigt, warm und milde, den Begriff von Pracht und Würdigkeit zu erregen, und zugleich die Fleischtinten hervorzuheben geschickt ist GWBN3,361,10 FlH V Gesch dKolorits [Meyer] Wenn wir bei'm Gelben und Blauen eine strebende Steigerung in's Rothe gesehen und dabei unsre Gefühle bemerkt haben; so läßt sich denken, daß nun in der Vereinigung der gesteigerten Pole eine eigentliche Beruhigung, die wir eine ideale Befriedigung nennen möchten, statt finden könne GWBN1,318,12 FlD 794 [
Zusammenstellung von Farben] Gelb und Blau..da ihr jede Spur von Roth fehlt, so geht ihr zu viel von der Totalität ab. In diesem Sinne kann man sie arm und, da die beiden Pole [
im Farbenkreis] auf ihrer niedrigsten Stufe stehn, gemein nennen GWBN1,326,14 FlD 819 man wird sich kaum enthalten, wenn man sie [
Gelb u Blau] unterwärts das Grün, und oberwärts das Roth hervorbringen sieht, dort an die irdischen, hier an die himmlischen Ausgeburten der Elohim zu gedenken GWBN1,359,6 FlD 919 GWBLA II 3,16,84 M25 Vortragsmitschrift zur Fl GWBN3,19,25 FlH I Aristot [Riemer?] GWBN1,316,5 FlD 787
uö ―
mBez auf die (scheinbare) Wirkung auf Tiere Roth erzürnt sie GWBN5
2,196,28 Fl Plp 6
als kulturell bestimmten Phänomenen u Elementen zugeordnetes Farbsymbol a
für Begehren u Leidenschaft; einmal in einem von Riemer u Goethe 1807 konzipierten Kreisschema6) Ideales|Liebe|Roth GWBLA II 1A,263 M57 SchematKreis 1807 GWBN5
1,400,19 Fl Nachtr Geschichtl [anonym 1724] b
für den (Planeten) Mars bzw das mit ihm kosmologisch-alchemistisch verknüpfte Eisen Die Rothe Farbe gehört dem Marti und dem röthlichen Eisen GWBN5
1,400,5 Fl Nachtr Geschichtl [anonym 1724] c
für das Element Feuer GWBN5
1,400,14 Fl Nachtr Geschichtl [anonym 1724] d
für das Element Luft Vier Elemente|Erde Grün|Feuer Gelb|Wasser Blau|Luft R. GWBLA I 3,507,4 Fl Plp e
nach persisch-antiker Farbsymbolik für den Süden; nur im Eigennamen ‘R-es Meer’ (sd) B
metaphor: ‘r. sein’ in Charakterisierung eines unausgeglichenen, zwischen Melancholie u gelegentlichen cholerischen Anwandlungen schwankenden Naturells; wohl in Anspielung auf die von Goethe u Schiller 1799 ausgearbeitete Temperamentenrose7) ich bin niemals r. gewesen wie Lord Byron, mein Kolorit von Hause aus war immer sanfterer Art, etwa ein artiges Blau GWBGespr(He5,133) HLaube undat
uö(selten, ebd) rot-gelb
rot u gelb (u weiß) gemustert; mBez auf die wohl die älteren (Rot u Gold) u zugl die zeitgenössischen (Rot u Weiß) Wappenfarben der Habsburger aufnehmende Festdekoration die..mit rothgelb- und weißem Tuch überlegte Brücke GWB26,318,18 DuW 5 Rot
-th; auch Kleinschr Pigment bzw die daraus gefertigte Farbe a
Mal-, Tusch-, Tinten- od Druckerfarbe, auch Glasfarbe; einmal in bildl Zshg Philipp Hackert..bewies..daß die Gewänder [
in antiken Gemälden] alle mit ganzen Farben gemahlt wären, als Roth, Gelb, Grün, Blau GWB46,296,24 Hackert Enkaustik [
betr anatom Zeichnung] habe ich was ohnstreitig os intermaxillare ist mit Roth getuscht GWBN8,285 ZwKnoch 1786 Var [
betr die Räume der naturwiss Sammlungen in Jena] Die mit Roth unterstrichnen Personen erhalten die Schlüssel GWBB51,311 Voigt 19.8.11 Zweyerley, was für die Chromatik interessant ist, fand man..in Copenhagen: chinesische Malerfarben, wovon mir noch ein sehr schönes Roth und Gelb erinnerlich sind, ferner farbige kleine Seidenstränge GWBB22,60,22 Brandis [7.3.11] K Möge unter den vielen bevorstehenden Tagen mancher sich finden der mit dem schönsten Roth zu bezeichnen wäre GWBB39,51,9 Frommann 18.12.24 K GWBN3,102,16 FlH II Kolorit griechMaler [Meyer] GWBN2,21,9 FlP 35 GWBA(53,259,1) Promem 7.2.98 GWBB36,32,4 Wesselhöft 26.4.22 K
uö b
Färberrot Wer von der Färberei in die Farbenlehre kommt..wird..gewahr, daß sich in der mineralischen, vegetabilischen und animalischen Natur drei Farben isoliren und specificiren. Er kann sich Gelb, Blau und Roth ganz rein verschaffen; er kann sie den Geweben mittheilen und durch verschiedene..Behandlung..die übrigen Farben hervorbringen GWBN4,147,13 FlH VI Dufay c
Schminke zur Tönung der Wangen, Rouge [
Carlos zu Clavigo:] man..erinnert sich immer des stolzen Clavigo, der sich nie öffentlich sehen ließ, ohne eine herrliche hochäugige Spanierin im Triumph aufzuführen..Und nun erscheint der Herr..mit seiner trippelnden, kleinen, hohläugigen Französin, der die Auszehrung aus allen Gliedern spricht, wenn sie gleich ihre Todtenfarbe mit Weiß und Roth überpinselt hat GWB11,99,13 Clav IV GWBN4,150,24 FlH VI Castel
uö(selten) Rote
mask 1
für den Fuchs versetzte der Rothe [
auf des Bären Klage] : da kann ich euch dienen,|Denn der Bauer Rüsteviel wohnt am Fuße des Berges.|Honig hat er! GWB50,19 ReinF II 66 2
für Rotwein Den gegenwärtigen Boten..send ich ab hauptsächlich um des Weines willen, denn die Gäste trinken gewöhnlich drey Flaschen davon weg, und so reichen die übrigen nicht die Woche durch..morgen muß ich wieder zu dem gefährlichen Rothen meine Zuflucht nehmen GWBB44,245,10 August 7.8.28
uö(selten) → GWB
backen- GWB
blaß- GWB
bläulich- GWB
blau- GWB
bleich- GWB
blut- GWB
bräunlich- GWB
braun- GWB
dunkel- GWB
*exzessiv- GWB
feuer- GWB
fleisch- GWB
gelblich- GWB
gelb- GWB
granat- GWB
grün- GWB
hell- GWB
hoch- GWB
*hortensien- GWB
hyazinth- GWB
*karmesin- GWB
karmin- GWB
kermes- GWB
kirsch- GWB
kupfer- GWB
lack- GWB
*licht- GWB
mennig- GWB
morgen- *pfirsichblüt- GWB
pfirsich- GWB
purpur- GWB
rausch- GWB
rein- GWB
rosen- GWB
rubin- GWB
samt- GWB
scham- GWB
scharlach- GWB
schön- GWB
schwarz- GWB
tief- GWB
türkisch- GWB
ziegel- GWB
glänzend-r. GWB
glühend-r. GWB
Abendrot GWB
Kolumbinrot GWB
Morgenrot GWB
Wangenrot 1) vgl OLMüller, Goethe u die Ordnung der Farbenwelt (2010); Ders, Mehr Licht: Goethe mit Newton im Streit um die Farben (2015) 2) vgl PSchmidt, Goethes Farbensymbolik (1965) 3) vgl Wander 3(1873),1741 Nr7u18, wohl in Anlehnung an JSir 10,10 4) vgl Krünitz 126(1819),463 s v Röthelstift 5) vgl Röhrich 2,696 s v Heller 6) vgl dazu LA II 1A,263f; zu einem die menschlichen Seelenkräfte mit Farben verknüpfenden schematischen Kreis vom November 1809 vgl LA II 1A,264-269 u LA II 4,Taf IV, zum dasselbe Thema 1817 veranschaulichenden Farbentetraeder vgl LA II 1A,285-288 u LA II 1B,Taf II u IV 7) vgl LA I 3,387-389, Abb s LA II 3, Taf XXX sowie die Erläuterung dazu LA II 1B,1194-1203; PSchmidt, aaO,65-67 Juliane BrandschJ.B.