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Nacht

mhd. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
37 in 24 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Nacht f., adv., m., Dat., adv., Akk.

Bd. 5, Sp. 5
Wossidia Nacht f. Nacht 1. Flexion; Gen. nach Analogie von Dag schon mnd. auf -es gebildet und dann als m. aufgefaßt in adverbiellem Gebrauch: 'des Nachtes und des Dages' Gry. Lb. 1, R 2b; eines gauden Nachts Stillfr. Köst. 1, 44; 's Nachts Seem. Hä. 93; des Nachts StaStargard@Hohen ZieritzHZier; znachs Schö; znächts Schö Schönberg@DemernDem mit z aus ds für des; durch Vermischung mit dem Dat. Pl.: 'des Nachtens' Gry. Lb. 1, R 2b; 's Nachtens Reut. 7, 457; znachtens Lu Ludwigslust@LeussowLeuss; znachens Schö; znargend (lautl. -nāƷ-) Schö; snangens GüGüstrow@WarnowWarn; häufig ganz adv. gebraucht nachtens; m. dann vereinzelt auch im Akk.: 'einen guden Nacht' Gry. Wed. M 3b; hei kreg' nich einen Nacht Slap HaHagenow@BresegardBres; LuLudwigslust@EldenaEld. Der Pl. hat teilweise seine alten kons. Beugungsformen bewahrt, so nach Zahlenangaben: dree Nacht Kohf. Hg. 28, 2a; Ro Rostock@HeiligendammHDamm; des' beiden Nacht Wa; poor Nacht dornah StaStargard@WulkenzinWulk; Dat.: 'binnen verteyn nachten' (1359) UB. 14, 420; in vierunviertig Nachten Wo. V. 2, 1153; in still' Nachten Seem. 2, 234; diese Dativform wurde für den Pl. verallgemeinert: lange Nachten Mantz. Ruh. 13, 54; de hellen Nachten Schö; Gü; Nachten dörch RoRostock@RibnitzRibn; weck Nachten GüGüstrow@BellinBell; Sta Stargard@BlankenseeBlank; viertig Nachten Matth. 4, 2; daneben steht aber Umlaut-Pl.: Nächte Ritt. Gr. 72; RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; in de korten Nächt Ro; de Nächten dörch WaWaren@MarihnMar. 2. in adv. Bestimmungen mit Nacht sind noch altertümliche Anschauungen und Formen überliefert; die Zeit wurde einst nicht nach Tagen, sondern nach Nächten gerechnet, daher noch heute Wihnachten; die Frist von 14 Tagen spielte im Lübischen Recht eine große Rolle: 'binnen vyrteynachten' (1351) UB. 13, 111; 'bynnen den ersten veerteynachten darna' (1368) 16, 302; öft.; ein alter Akk. der Zeit ist im Zusammenhang mit einigen Verben als Formel bewahrt: 'do weren ze (d. h. sie) nacht by der Wedewendorpe' (1391) UB. 22, 104; wi wiren Nacht in Rostock übernachteten RoRostock@RibnitzRibn; he müßt em Nacht behollen Nachtquartier geben Wa Waren@PenzlinPenzl; GüGüstrow@RothspalkRothsp; hest dor (im Wirtshaus) woll Nacht bliben wullt WaWaren@GievitzGiev; MaMalchin@RemplinRempl; Geld tau 'n Nachtbliben für die Übernachtung Wo.-Neum. Volksschwänke 124; heute geläufige präp. Verbindungen: œwer Nacht Ro; Egg. Trems. 21; tau Nacht: Bri. 1, 129; uppe Nacht; as dat uppe Nacht kümmt Nacht wird Wa; vör Nacht (vor Nachtanbruch) Bri. 5, 144; MaMalchin@GnoienGnoi; zu trennen von vörnacht in dieser kommenden Nacht RoRostock@WarnemündeWarn; WiWismar@WangernWang; vunnacht in dieser vergangenen Nacht (1885) Ro Rostock@KühlungsbornKühl; H. Schröd. Garw 9 (s. Me. 5, 490). 3. Nacht wird häufig mit bestimmten Adj. verbunden: de hellen Nachten, nach Pfingsten beginnend, kennzeichnen für den Landmann die Jahreszeit, in der schwer gearbeitet werden muß, daher auch bildl.: nu gahn de hellen Nachten an die Zeit schwerer Arbeit Schö Schönberg@SchlagsdorfSchlagsd; HaHagenow@RedefinRed; die Zeit der Sorge: frig' man ierst, denn gahn de hellen Nachten an GüGüstrow@SchwaanSchwaan; de swarte Nacht; dor kümmt de swarte Nacht up düstere Wolken am Tage Wa Waren@JabelJab; s. über den Volksglauben unt. 5; de sinken Nacht Disk. 30; Seem. Leb. 49; mit schriftsprachlich wiederhergestellter Endung: bet in de sinkende Nacht Bri. 4, 57; vör sinkende Nacht C. Reinh. Holtrev. 130. 4. in Sprww. und Rdaa.: lange Nachten geven magere Höner Mantz. Ruh. 13, 54; Schill. Kr. 3, 14a; Fangen de Nächte an to lingen (längen), Kümmt de Hitt an to springen Ro Rostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; bi Nacht sünd alle Katten grag' Schill. Kr. 3,6b; von einem sehr Dummen sagt man: dee kennt unsen Herrgott in de Nacht nich SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; von einem klein gebliebenen Menschen: dee is in de korten Nächt maakt Ro; von einem Übelgelaunten: dee hett woll kein gaud' Nacht hatt Ma; Ha; Wi; Wa; im Vergleich wird an die Ruhe und die Finsternis der Nacht angeknüpft: still, ruhig as de Nacht allgem.; dumm as de Nacht (im Verstand ist es finster) Wo. Sa. 5. der Volksglaube sieht die Nacht als etwas Unheimliches an, in ihr ist es nicht geheuer, es spukt; sie ist daher etwas Besonderes: nachts möt 'n nich fläuten, de Nacht is för sick Lu Ludwigslust@LaupinLaup; mit der gleichen Begründung wird auch der Beruf des Nachtwächters abgelehnt PaParchim@SpornitzSporn; besonders bedeutsam ist de swart Nacht, die Nacht vom Karfreitag auf Ostersonnabend Ro; WaJab; Ma; dann auch rationalisiert die Neumondnacht WaWaren@Klein LuckowKLuck; die Neumondnacht in den Twölften Sta Stargard@HelptHelpt; Menschen und Tiere, die in de swart Nacht geboren werden, sind unfruchtbar Wa; GüKrak; RoRostock@LangsdorfLangsd; PaParchim@SpornitzSporn; gedeihen nicht StaStargard@KublankKubl; haben den bösen Blick Ma Malchin@SchwandtSchwandt; in dieser Nacht darf kein neues Leben gezeugt Wa, und am Tage darauf kein Flachs gesät werden Ma; aus Sta@ wird auch der 15. August als swart Nacht angegeben, in ihr müsse man sich sehr vor den Geistern in acht nehmen und sich mit Gesangbuch oder Kreuz gegen sie schützen Pfitzn.-K. 83. Drei aufeinanderfolgende Nächte sind nötig, um einen Traum durch dreifache Wiederkehr als vordeutend erkennbar zu machen; dreimaliges Rufen des Steinkauzes (s. Likhauhn, Bd. 4, 933) kündet einen Todesfall an H. Schröd. Buerh. 2, 112. 6. als Grußformel: 'eine dem anderen ... einen guden Nacht ... wnschet' Gry. Wed. M 3b; heute lässig gunnacht (s. gaut, Bd. 3, 76), ergänzt: gunnacht, un vergät dat Upstahn nich Gillh. in Nds. 8, 77a; ... un bräk di kein Knaken intwei ebda; mit Reim: ... slap ümmer so sacht StaStargard@HelptHelpt; beim Schnapstrinken wird gesagt: gode Nacht, nu gahn wi WaWaren@JabelJab; scherzhafter Abschiedsgruß des Mähers an den halbfertig gemähten Acker: gun Nacht, Stoppel, morgen früh seihn wi uns wedder HaHagenow@RedefinRed; geläufig ist der Ausruf god' Nacht, Welt! wenn etwas mißglückt ist; tiefernst ist er nicht gemeint, wie Rdaa. zeigen: god' Nacht, Welt, seggt de Preester un krüppt in 'n Backaben WaWaren@Klein LuckowKLuck; ... seggt de Köster, dor drünk he 'n Sluck RoRostock@RibnitzRibn; StaStargard@NeustrelitzNStrel; eine sehr einsame Gegend bezeichnet die Rda.: dor hett Voß un Has' sick god' Nacht seggt. 7. Zwillingsformeln: bi Nacht un Näwel; 'dat he nicht weth efft ydt Dach edder Nacht ys' Gry. Lb. 1, Y 2a; bi Dag un bi Nacht Derb. 2, 172; vom Übereifrigen heißt es: bi denn' is Dag un Nacht glik Ro Rostock@RibnitzRibn; von zwei Verfeindeten: dee stahn sick as Dag un Nacht Wo. Sa.; Nacht un Dag, Pflanzenname, s. Dag un Nacht, ob. (Dag 4, Bd. 2, 209). — Zss.: Brut-, Buern-, Harwst-, Johanni-, Maidag-, Midden-, Nijohrs-, Olljohrs-, Oster-, Picken-, Pingst-, Raben-, Winter-, Wolborgsnacht. — FN.: Nachtkamp, -koppel. — Mnd. nacht. — Br. Wb. 3, 212; Dä. 322a; Kü. 2, 435; Me. 3, 733; Schu. 28.
6295 Zeichen · 144 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    nacht

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    nacht- , nächt s. nahten, nehten.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    nachtAdv.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +10 Parallelbelege

    nacht , Adv. nhd. nachts, nächtlicherweile, zur Nachtzeit Vw.: s. ȫver- Q.: Finn. UB. 7 158 E.: s. nacht (1) L.: MndHwb …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nacht

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Die Nacht , plur. die Nächte. 1) Finsterniß, der Stand der Dunkelheit überhaupt. Es wird am Morgen doch Nacht seyn, Es. …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    2nacht

    Goethe-Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    2 nacht Adj, Großschr dunkel, finster; mit Gradpartikel (in familiärer Redeweise) Es ist sehr N. hier haussen, und wenn …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Nacht

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Nacht , im astronomischen Sinne: die Zeit vom Untergange der Sonne bis zu ihrem Wiederaufgange. Gleichbleibend ist ihre …

  6. modern
    Dialekt
    Nacht

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Nacht [Nàχt O.; Nâχt Moosch Gebw. Horbg. Bf. Str. Hagenau Betschd. Wörth Han. W.; Nôχt Bisch. K. Dunzenh. Ingenh. Furchh…

  7. Sprichwörter
    Nacht

    Wander (Sprichwörter)

    Nacht 1. Ai d'r Nacht sain oalle Kotza schwoarz. ( Oesterr.-Schles. ) – Peter, 448. 2. Alle Nacht geit kên Spôk. ( Olden…

  8. Spezial
    Nacht

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Nacht f. (-, Nächte) 1 nöt (nöts) f. 2 (Dunkelheit) scurité (-s) f. ▬ die Nacht durchmachen (feiern) festejé döta nöt ; …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nacht

1.949 Bildungen · 1.770 Erstglied · 172 Zweitglied · 7 Ableitungen

nacht‑ als Erstglied (30 von 1.770)

nacht 70 und häufiger

KöblerAfries

nacht 70 und häufiger , F. (kons.) nhd. Nacht ne. night (N.) ÜG.: lat. (nocturnus) L 17 Vw.: s. even-, fiūwert-, morth-, nevil-, sumures-, w…

Nacht(i)gall

Idiotikon

Nacht(i)gall Band 2, Spalte 201 Nacht(i)gall 2,201

Nacht(i)galsvogel

Idiotikon

Nacht(i)galsvogel Band 1, Spalte 695 Nacht(i)galsvogel 1,695

Nachtessen

SHW

Nacht-essen Band 4, Spalte 883-884

Nachteule

SHW

Nacht-eule Band 4, Spalte 885-886

Nachtfrost

SHW

Nacht-frost Band 4, Spalte 885-886

Nachtgebet

SHW

Nacht-gebet Band 4, Spalte 885-886

Nachtgriff

SHW

Nacht-griff Band 4, Spalte 885-886

Nachthafen

SHW

Nacht-hafen Band 4, Spalte 885-886

Nachthaube

SHW

Nacht-haube Band 4, Spalte 885-886

Nachthemd

SHW

Nacht-hemd Band 4, Spalte 885-886

Nachthick

SHW

Nacht-hick Band 4, Spalte 885-886

Nachtjacke

SHW

Nacht-jacke Band 4, Spalte 887-888

nacht als Zweitglied (30 von 172)

backelnacht

MNWB

backel·nacht

* backelnacht, f. , zum Backen festgesetzte Nacht (Lüneb. ZR. 17). nachtangest, ~berner, ~bôlschop, ~buge, ~dans, ~dêf, ~disch, ~drōpen, ~dü…

Bauernfastnacht

Wander

bauern·fastnacht

Bauernfastnacht Wenn's a der Burefastnecht 1 de Bättlere g'rothet, so g'rothet im Sommer de Bure d' Ern. ( Solothurn. ) – Schild, 104, 43. 1…

brautnacht

DWB

braut·nacht

brautnacht , f. nox genialis: wie der brautnacht süsze freuden, die die götter selbst beneiden. Schiller 59 b ; Göthes gedicht überschrieben…

brūtlachtnacht

KöblerMnd

brūtlacht·nacht

brūtlachtnacht , F. nhd. Hochzeitsnacht E.: s. brūtlacht, nacht L.: MndHwb 1, 361 (brûtlacht/brûtlachtnacht)

Būre(n)fasᵗnacht

Idiotikon

Būre(n)fasᵗnacht Band 4, Spalte 655 Būre(n)fasᵗnacht 4,655

Chiltnacht

Idiotikon

Chiltnacht Band 4, Spalte 656 Chiltnacht 4,656

Chleinacht

Idiotikon

Chleinacht Band 3, Spalte 655 Chleinacht 3,655

Chlungelinacht

Idiotikon

Chlungelinacht Band 4, Spalte 656 Chlungelinacht 4,656

Chläus(e)linacht

Idiotikon

Chläus(e)linacht Band 4, Spalte 656 Chläus(e)linacht 4,656

Churnacht

Adelung

chur·nacht

Die Churnacht , plur. die -nächte, in einigen Städten, z. B. zu Straßburg, diejenige Nacht, in welcher die neuen Rathsherren gewählet werden…

Chīdnacht

Idiotikon

Chīdnacht Band 4, Spalte 656 Chīdnacht 4,656

Dur(ch)nacht

Idiotikon

Dur(ch)nacht Band 4, Spalte 658 Dur(ch)nacht 4,658

Dur(ch)spinnnacht

Idiotikon

Dur(ch)spinnnacht Band 4, Spalte 658 Dur(ch)spinnnacht 4,658

dweresnacht

KöblerMnd

dweres·nacht

dweresnacht , F. nhd. „Quernacht“, die zwischen zwei Tagen liegende Nacht, Zeitraum innerhalb dessen eine volle Nacht liegt Hw.: s. dwērnach…

Ableitungen von nacht (7 von 7)

benachten

DWB

benachten , in verschiednem sinn, 1 1) pernoctare, die nacht zubringen, die nacht bleiben, über nacht bleiben, übernachten: mhd. da enwil si…

entnachten

DWB

entnachten , noctem abigere. Stieler 1323 . nach Albr. von Rütte im wb. zu Gotthelf s. 21 : 1) von der nacht übereilt werden. 2) auswärts di…

genacht

DWB

genacht , s. gebnacht .

nachte

KöblerAfries

nachte , Adv. Vw.: s. nochte

unnacht

DWB

unnacht , f. Kürnberger siegelringe 194 .

urnacht

DWB

urnacht , f. (ur- C 4 c), erst bei Campe verzeichnet; meist dichterisch und bildlich. zunächst das chaos, dunkel: o du, der in die flucht di…

vernachten

DWB

vernachten , verb. die nacht zubringen, eine nacht zubringen, aus nd. nrh. quellen: pernoctare vernachten, verneychten Dief. 428 b ; darumb …