swart swatt schwarz; neben der üblichen Aussprache swāt mit langem hellem a findet sich swat mit kurzem a in einer Reihe von Streubelegen, so in Gü@Dehm, Lu@KKrams, Ma@Barl, Pa@GPos, Ro@Dierh, Wa@Zepk;
vgl. die Aussprache von Schört; die Steigerungsformen sind stets umlautlos: swarter Mi 90
a, Beispiele
s. unt. I C 1 und E 1 Sprachliches als Farbbezeichnung schwarz von Kleidungsstücken: swart Tüg, Stäwel, 'n swarten Rock, 'n swart Kleed, ne swart(e) Mütz, Schört, Bücks allgem.; zur Sache
vgl. unt. II A; Redewendungen für sich schwarz kleiden: dee Fru geiht ganz swart Ro@Ribn; ... geiht swart gekleed't Schw;
s. auch unt. I F 3 a; Sprw: up 'n swarten Rock (Pastorenrock) süht man ne gäle Dun jeder Fleck,
d. h. jede Verfehlung, ist bei einem Pastor besonders auffällig Gü@Bütz. von anderen Dingen: 'n swarten Katen rußgeschwärzter Rökerkaten Ha@Witt; Gü@ Tarn; 'n swarten Kätel rußgeschwärzt Ro@ Ribn; dazu die Rda. swart äten (das Essen in einem solchen Topf auf den Tisch stellen, ohne es erst in eine Schüssel zu tun) Ratz. Bilder 1, 41; verkohltes Holz is swart allgem.; Scherzantwort auf die Frage wo süht 't ut? (wie geht, steht es?) — Swart, wenn 't verbrennt is Wa; 'n swarten Plackenup den nigen Dauk! Ro@Ribn; süll Fru v. Amidam sick ... bi dat Ümkippen achter 'n swarten Placken stött hebben Bri. 6, 219; Hei (der Vater) slog mi woll den Puckel swart Reut. 5, 351; 'ein Carmen (Trauergedicht) ... In bedrOevet schwart Papier ... ingebunden' Laur. Schg. 4, 269; min Vadder rookte nich, hei wir för swarten Priem Ha@ Witt;
Vgl.: ein vertrockneter Tannenbaum wird swart as Pick Bri. 1, 168. von Tieren: de swart Vagel (Raubvogel) Wo.
V. 1, 12 a 3; de swart Racker desgl. ebda;
vgl. Swartvagel; de swarten Kreihen
s. Kreih 1; 'n swarten Kater, Hund, ne swart(e) Katt, 'n swart Hauhn allgem.; Rda.: dor möt 'n männigen swarten Hund witt heiten, un wenn hei keinen witten Placken hett man muß den Herrschaften zu Munde reden Ha@Red; Schnellsprechvers: swart Swin hett 'n swarten Swanz Wo. Sa. von Menschen: in Afrika sünd jo de Lüd' all' swart Ro; de Diern hett rod' Hoor, œwer de Jung' is swart schwarzhaarig Ha@Witt; min Brauder is 'n swarten (rußgeschwärzter) Smidt Wa@Jab; Rdaa.: sick argern, dat 'n swart ward sich furchtbar ärgern Ro@Ribn; Reut. 6, 165; dei (Mauerblümchen) kann sitten, bet sei ... Ha@Red; för mi kannst gahn, bet du hatt (hart) un swatt ward'st Ro@Dierh; leigen deit di dat Aas, dat du swart vör 'n Noors ward'st Ha@ Belsch. in festen Verbindungen mit Subst.: de swart Dracht die schwarze Biestower Tracht Ro@Bollh; Vorw; zur Sache
vgl. Buer2 I 4 b und unt. II A 1; de swarten Buern Bauern aus dem Gebiet, wo die schwarze Tracht getragen wurde allgem.;
vgl. swartbückst; de swart Uurt das Gebiet der Biestower Tracht allgem.; teils unter Einschluß des Häger Ortes,
vgl. Häger
1; a. Spr. 'swarte brödere' Predigermönche, Dominikaner: 'Uns wart tů wetende, dat en samelinghe was tů den swarten broderen, de hadde maket unser borgher en' (Wi 1359) UB. 14, 528; de swarten Oes' die Pioniere, benannt nach dem Schwarz am Uniformkragen (1930) Wa; de swart Düwel der Teufel,
vgl. Düwel I A; Beteuerungsformel: ick will 'n swatten Düwel sin, wenn dat nich wohr is Gü@Dehm; Kuch; übertr.: dor kümmt œwer 'n swarten Deuwel her eine Gewitterwolke Wo. Sa.; swart Düwel Motor Pa@Goldb; de swart
Scheper Teufel: wenn Petrus mi nich upmaakt, gah ick nah den swarten Scheper Ro@ Ribn; scherzh. de swarte
Mann Schornsteinfeger Wo. Sa., doch
vgl. unt. I E 1; swart Pe(i)ter Pikbube; danach auch das Kartenspiel Swarten
Peiter, bei dem es um diese Karte geht, und dessen Verlierer,
vgl. Peiter 2 a; swart Lott Pikdame Ro; Ro@HDamm; Wi@Poel; auch Name eines Kartenspiels Nd. Kbl. 9, 83; scherzh. der Kaffeekanne Ro; swart Fik Pikdame Ro@HDamm; Kartenspiel SchöDem; swart Trin scherzh. Kaffeekanne Ha; SchöHerrnb; swarten Jochen scherzh. Kaffee Schw; Wi@Poel; dat swarte Hauhn Kaffeekanne Ha; die Kannbuddel Ha@Belsch; dat swart Hauhn küssen aus der Flasche trinken Red; de swart Hingst übertr. Schwarzspecht Wa; Lokomotive: de swarte Hingst is noch nich vörspannt Gü; swart
Kreih übertr. eiserner Kochtopf Pa@Goldb; Weiteres
s. Kreih 3 e; Swarten Kater alter Franzwein, in Wismar so genannt: Mi 90
b; swart Kist Sarg Ha@Belsch; swart Pulwer Schießpulver Schö; swart Sucht wie Teersucht (
s. d.) Wo. Sa.; De swarten Pocken (schwarze Blattern) Reut. 1, 207; de swart Kunst die Schwarze Kunst,
s. unt. I E 3; doch scherzh. übertr.: de swart Kunst is de Smäd'kunst Wa@Wred; morgen geiht 't nah de swart Kunst zum Torfstechen Ro@Ribn; auch Name eines Kinder-Ratespiels, bei dem der zu erratende Gegenstand von einem Helfer unmittelbar nach der Erwähnung eines schwarzen Dinges genannt wird Pa@ Broock; swarte Aant mit en Knuust Trauerente, melanitta nigra (Wi@Poel) Wüstn.Clod. 301; swarten Krüzkœm Schwarzkümmel,
s. Bd. 4, 729; Pritz.-Jess. 247
b; E. Krüg. 55; swarten Käm desgl. Mi 38
b; swarten Däg' Name mehrerer Pflanzen,
s. Däg' 2 a—c; Birkenteer,
s. Däg' 2 d und 5; scherzh. übertr. Kautabak StaWold; Schwarzbrot Ma@Darg; Kaffee Wa@Klocks; Gü@Mam; swarten Krusen Shagtabak; 'n swarten Krusen Stück Kautabak,
s. krus 2; scherzh. sind swarte Jüch dünner Kaffee Wo. Sa.; de swart Stunn' die nachmittägliche Kaffeestunde Ro@Ribn; Gü@Bütz; Ha@Mor; doch
vgl. unt. II B. mit weiterem
Adj.; meist mit witt: ick heff dat swart up witt habe es schriftlich, als verbrieftes Recht Ro; Rdaa.: 'de nu wil in der Welt umbgahn, De moth warlick witt unde swart vorstahn' (alles verstehen können) Schlue 9; Ick antwurt ... nich Swart noch Witt (gar nicht) Reut. 1, 232; ... nich witt nich schwart: Lehm. Ith. 17; Doch weten s' (die scheinbar Klugen) nich van Swart un Witt Hey. Kam. 116; wenn ein säd' swart un de anner witt entgegengesetzte Ansichten äußerten, auch eine Wette darüber abschlossen Wa@Grüss; Beteuerungsformel: ick will swart un wedder witt warden, wenn dat nich wohr is Ro@ HDamm; scherzh. doppeldeutig im Beispielsprw.: dor hebben wi Gottswuurt swart up witt, säd' de Buer, as he den Paster up den Schimmel seg' StaNBrand; mit andern Farbadj.: hei sall dat rot up swart bringen wie swart up witt Pa@NeuhP; einen swart un blag' slahn wie brun un blag' Ro@Klock; dei (schwadronierender Händler) räd't swart un gräun un blag' un gäl tausamen Wa@Rog; mit mör: Vader ... sleiht mi swart un mör Bri. 1, 98. als unbestimmte Farbbezeichnung dunkelfarbig Farbe von gekochtemTierblut in den Rdaa.: wi hebben hüt mit 'n swart Mul œwer 'n Disch käken haben Swartsuer (
s. d.) gegessen Gü@GLant; wenn de Hagenower Swin slacht't hebben, stahn se mit de swarten Mülers vör de Dör Ro; nach dem Genuß von Swartsuer sagt ein Junge: wo ward 't bloß mit minen Noors afgahn, ick schit all ganz swart Wa@Rog. Farbe des verdorrenden Kartoffelkrautes bei Trockenheit: swart Wo. Sa.; dat Krut ward swart auch als Anzeichen für die Reife der Kartoffeln Ma, Pa, Ro, Schö, Schw; schwart Sta; swatt Lu@KKrams; dat Krut is swart Anzeichen für eine schlechte Kartoffelernte Schw. Farbe nasser Erde: dat (wenig Regen) is blot so väl, dat de Ierd' 'n bäten swart ward Wi@Kirchd; frisch aufgerissenen Ackers: hüt hebben wi ornlich wat swart maakt umgepflügt Ha@Red; SchöWarn; Sta Mir. Farbe der Rinde an Busch und Baum: de swart Stock ein weder entrindeter noch mit Kerben versehener Stock, der vierte, den die Knechte beim Kaweln benutzten Ha@Dreil,
vgl. auch unt. II B. Bes.: swart Melk dunkle, blaue Milch, Kennzeichen einer Kuhkrankheit Lu@Hornk; nach der Farbe unterscheidet man bei den Kartoffeln hell un swart Wi. in festen Verbindungen: swart Supp das Gericht Schwarzsauer,
s. Swartsupp, benannt nach der Farbe des gekochten Blutes,
s. ob. B 1 a; in gleicher Bedeutung: swart Schnurr mit Klümp un Backbeeren (1930) Gü@Niend; swart Snurt Ro; Wa@Schwarz; ein ähnliches Gericht: swarten Hans Art Schwarzsauer mit Blut und Süßsauer vom Bauk (Blättermagen) der Kuh, abends zu Bratkartoffeln gegessen SchöKleinRünz; aus Därmen gekocht Rehna; swart Maustüffel mit Schwarzsauer übergossene Quetschkartoffeln Ro@ Rethw; swart Klümp weiße Klöße, die mit Blut und Pflaumen zusammen gekocht werden Gü@Vorb; swart als Farbe des Erdbodens
vgl. ob. B 1 c: swatt Brak zwei Jahre lang unbestellter Acker Ma@Barl; swart Aust Kartoffel- im Gegensatz zur Getreideernte Ha@Mor; de swart Gegend Landstrich zwischen Wa@Röb und StaMir mit vielen Torfbrüchen StaAStrel. düster, finster, lichtlos dee wir up 'n swarten Darß tau Hus so benannt wegen seines Nadelholzbestandes Ro@AHag; kik, wat ne swarte Wulk dor hochkümmt! Ro; als Gewitteranzeichen: in Westen stiggt dat swart up Ro, Sta; dor kümmt swarte
Nacht up eine dunkle Wetterwolke Wa@Jab; dat wir all swarte Nacht, as ick tau Hus ankem Ro@Ribn; Volksreim zum Trost in widriger Lage: De swartste Nacht blifft nich bestahn, Se möt ok wedder œwergahn Ro. in festen Verbindungen: de swart Nacht
s. Nacht 5 und unt. II B; de swart Man, Maand Neumond Ha@Loos; Lübbendorf;
s. unt. II B;de swart Stunn' nachts zwischen zwölf und eins,
s. unt. II B; swarten Sünnabend Ostersonnabend Gü@Vorb; dat swart Lock Gefängnis Lu@Eld; de swarte Kœk 'schwarze Küche' in der mittleren Gebäudezone des Ernhauses mit Schornstein, so benannt, weil sie nur spärlich beleuchtet war: Baumg. Bauernh. 68; dat Swart Meer: de Adebor haalt de Kinner ut 't Swart Meer Wa@Jab; Ma@Bred; im Blutsegen: 'Blut, du sollst stille stehn, wie das Schwarze Meer am Jordan steh(s)t' Wa. schmutzig Jung', wat ne swarte Hand, gah fix un wasch di! Ha@Witt; aber Sprw.: swart Hand gifft fett Mul wer keine Arbeit scheut, hat auch reichlich zu essen Gü@Bütz; de swarten Möllers un de witten Schosteinfägers dœgen nich Wa; im Schwalbenruf: swart Wiwer Wo.
V. 2, 692; de swarten Muddelputten 685; zum schmutzigen Kind gesagt: wat röppt de Kreih? swart Gark Ha@Belsch; das Schmutzigsein wird oft durch Vergleiche unterstrichen: dei süht so swart ut (is so swart) as ne oll Kreih Gü@Gülz; ... as 'n Kajack ebda; ... as ne Rokswœlk Ro; ... as 'n Kätelsmidt Ro@Klock; ... as 'n Tater Gü@Gülz; sick swart smausen sich beschmutzen Wa@Kieve; 'unfledich und schwartgesmuttert' Gry. Wed. P 7
b; auch von Schafen ungewaschen: lettst Du Dine Schap ook all swart scheeren, orer wascht Du sei noch? Schwarz 26; unsauber, von Wäsche und Kleidungsstücken: 'soll ... die schwarzen dischtücher ... wiederbringen und ... reine dischtücher ... empfangen' (1560) Kern Hof. 1, 205; dor (auf schlechter Dienststelle) dreggt P. bloß ein Hemd swart wird bald wieder fortgehen Ma@Liep; Wetterregel: wenn hei (Storch) in 't Frühjohr swart utsüht, gifft dat nattes Wäder in de Aust allgem. verschwitzt, schweißgebadet: den tweiten Dag (bei der Ernte) hebben sei so dull meiht, swart hebben sei utseihn Ro@Buchh; hei (Inspektor) wull uns ümmer swart seihn Gres; ... wull swart Afstakers seihn SchöGrev. in festen Verbindungen: swart Peter und swart Düwel Schelten für schmutziges Kind SchöUp; doch
vgl. ob. I A 2 a. böse, gespenstisch, dem Zauber zugehörig böse: denn' sin (eines bösen Menschen) Hart is so swart as den' Düwel sin Hüürn Nd. Kbl. 15, 27
b; Rda., wenn beim Kartenspiel Herz ausgespielt wird: de swarten Harten Wi; trug' denn' nich, denn' sin Hart is swarter as swart Ha@Witt; hei mök mi swart stellte mich als böse hin, schwärzte mich an Lu@Eld; dee is so swart maakt, dat hei meindag' nich wedder witt ward Wa@Schwarz; Drohung: dat strik ick di swart an! ich denke im bösen daran, rechne es dir übel an StaSad; de swart Bänk Schandbank in der Kirche Ro@Biest, Syn. Schimpbänk; de swarte Fritz ein Räuber namens Fritz Lu@Glais; Bartsch 1, 446; 'derschwarze Karl' Räuber bei Lu@Menk; im Laternenlied: wenn bloß de swarten Rüters nich kamen Wi@Rob; wenn bloß de swarten Manns nich kaamt SchöWarn; Drohung für unartige Kinder: di sall de swart Mann in 'n Sack stäken Wo. Sa.,
vgl. Mann 1 d; de swart Kierl desgl.; swart Peter Kinderscheuche,
s. Peiter 2 a, doch
vgl. ob. I A 2 a und I D 2; mütterliche Warnung: gah nich an 'n Dik, dor sitt de swart Pogg' in, dei bitt di inne Bein Ro@Mat. gespenstisch: de swart Ritter ein Gespenst Lu@Klüß; de oll swart Jagd die Wilde Jagd Wa@Penzl; de swart Stunn'
s. unt. II B; de swart Nacht
s. Nacht 5 und unt. II B. dem Zauber zugehörig: dee hett ok 'n swart Bauk (Zauberbuch) in de Lad' ist ein Zauberkünstler Gü@Gülz; scherzh. übertr.: du kümmst in 't swart Bauk Wo. notiert deine Auskünfte Pa@Goldb; de Swart(e) Kunst Zauberkunst allgem., so benannt infolge falscher Verdeutschung von necromantia, dessen erster Wortteil als
lat. niger gedeutet wurde; de Schepers hebben de Swart Kunst verstahn Ro@Ribn; doch
vgl. ob. I A 2 a. im Sinne von schlecht, rückständig, böse wird swart als Ökelname einer Reihe von Orten aufgefaßt, nämlich Swart Bäuk Lu@Boek; auch Swarten Bäuk; Swart Breisgor(e)n Ha@Bres; Swart Döbersen Ha@Döbb; Swart Gäuhlen Lu@Göhl; Swart Kiff Wa@Kieve; Swart Lausen Ha@Loos; Swart Rasto SchwRast; Swart Ties Waus Lu@TewsW; Swart Wausmer Lu@ Woosm Wo. Sa.; Monh. 4, 128
a; Deutungsversuche von Laien sind willkürlich: Swart Wausmer dorüm, wil de ollen Wiwer mit 'n swarten Koppdauk dörch de Dörenritzen käken hebben, wenn 'n Frömd' dörchgahn is Lu@Laup; zu Swart Kiff
s. unt. I F 1 a de Swarten Bewohner von Wa@Kieve; Swarten Bäuk: dee (Einwohner) segen so zigeunermäßig ut Lu@Eld; Swart Breisgorn, wil de Lüd' sick dor so wenig waschen deden Ha; ..., dor wir früher dat Kümmeln dull un ok de Slägeri Ro@HDamm. Zühlsdorff (mdl.) erwägt Zuordnung zu slaw. svada Streit. substantiviert Mask. de Swart Bezeichnung für einen Menschen; Mensch von schwarzer, auch geschwärzter Haut- oder Kleiderfarbe; Neger: min Urgroßvadder is 'n Swarten wäst Gü; de Großherzog hett 'n Swarten as Lakai hatt Gü; Schmied: vör dei Swarten un dei Witten (Müller) un dei Gräunen (Jäger) nimm di in acht Wi@NKlost; Schornsteinfeger Wa@Malch; Pastor Gü@Gülz; de Swart is nich twischen uns wäst wir sind nicht kirchlich getraut Ha@Boiz; wir Schwarzen verdienen unser Geld leichter, säd' de Schosteinfäger tau 'n Paster Wa@Malch; Maschinist auf Dampfern Wo. Seem. 2, 116; Pionier: hei (Soldat) is bi de Swarten Wa@ Jab,
vgl. ob. A 2 a; de Swarten wie de swarten Buern,
s. d. ob. A 2 a; die Einwohnervon Tessin (Ha@Tess; ohne Erklärung) Ha@ Boiz; die Einwohner von Wa@Kieve, wozu Wo. verschiedene Erklärungen aufgezeichnet hat: de Kiffer hebben 'n ganz Johr swart gahn, wenn ein storben is, dorvon heiten sei de Swarten Wa@Kieve; alle Frauen und Mädchen tragen dort ein schwarzes Kopftuch Wred; de Swarten, dat kümmt von de swarten Pocken, dee hier in Kiff mal so dull haus't hebben Kieve; Ortsneckreim: De Kiffer Swatten, De Wredenhäger Katten, De Sandkröger Sandhasen, Dee kœnen de Zepkowschen an 'n Noors blasen Zepk;
vgl. ob. E 4; unheimlicher, geheimnisumwitterter Mensch: dat is eener von de Swarten ein Freimaurer StaNStrel; unheimliche, böse Gestalt als Kinderscheuche: dei Swart(e) kümmt Ma@ Fink; Ro@Hanst; SchwCram; StaGal; Wa@ Jab;
vgl. ob. E 1 de swart Mann. Bezeichnung für den Teufel: denn' (Bösewicht) ward de Swart sick bald halen Ro@Börg; denn' (Selbstmörder) hett de Swart œwerhulpen Nd. Kbl. 15, 27
a; für einen Teufel, Teufelsknecht: de Lüd' säden, dee (Bauersfrau) hadd' 'n Swarten stehe mit dem Teufel im Bunde Lu@Bliev; für einen Zwerg: dei Ünnerirdschen, wat dei Swarten sünd Bartsch 2, 43; abends Klock söß kamen de Swarten ut alle Löcker SchöRehna; Ro@HDamm. Bezeichnung für ein Ding; Kessel der Dampfmaschine: de Swart Ro; Ro@Glash; Lokomotive: ick künn all den Swarten hulen hüren Ha@Lübth; Eisenbahnzug: wi führen mit 'n Swarten Ma@Teter; Gü@Bütz; Ha@Volzr; Dreschflegel,
vgl. Bd. 2, 434; Stück Kautabak: willen 'n Swarten nähmen Ro@Wustr; Ha@Belsch; dat Wif süppt, un 'n Swarten kaug't sei ok Wa@Jab; hei hett sick dat Swartenkaugen ok all lihrt Ro@Röv; hei (erzürnter Seemann) will vull Gift sinen Swarten œwer Buurd spigen Wustr; Wenn Blasius so bannig hus't, Denn stäk 'n Swarten achter de Kus' Ribn; Wetterwolke: de Klützer schickt uns 'n Swarten rœwer Schö HSchönb. Fem. de Swart Bezeichnung für eine Frau, ein Mädchen: dei Swart (Schwarzhaarige) hett di woll den Kopp verdreiht Ha@Witt; Hexe, die als schwarz vorgestellt wird: denn' sin oll Fru glöwt ok an dei Swarten Meckl. 23, 91; Lu@Warl. für ein weibliches Tier; schwarze Kuh, auch Kuhname Ha@Belsch. für ein Ding: schwarze,
d. h. Kreuz oder Pik zeigende Spielkarte Ro@HDamm; daher Name des Kartenspiels Swarten un Roden ebda, gespielt wie arm Scheper,
s. Scheper III 1, erste Beschreibung. Neutr. dat Swart, daneben dat Swarts dat Swart schwarze Farbe Ro@Ribn; dei Wittfru güng' in Swart war schwarz gekleidet ebda; ... dreggt Swart Ro. schwarz Gedrucktes oder Geschriebenes, Buchstaben: wenn di dat Swart nich in 'n Wäg' stünn, künnst läsen as 'nAfkat Wa@Jab; ick kann süs woll läsen, mi is blot dat Swart in 'n Wäg' SchöDem; bi 't Schriben is mi 't Swarte ümmer in 'n Wäg' Ro; Dalchow'en was dat Swarts bi dat Lesen bannig in' Weg' Camm. Ast. 132. Dunkelfarbiges: Swart wie Swartsuer Ro@Börg. Schmutz: Lüd ..., de nich dat Schwart unner 'n Noagel (nicht das geringste, gar nichts) von Gottsfurcht ... hewwen Lehm. Ith. 87; mindag' nich heww ick Sei dat Swarte unner den Nagel entfirnt (weggenommen) Reut. 3, 345; hei günnt einen dat Swarts unner 'n Nagel nich Ro@Ribn; oft. im
Vgl.: nich soväl, as dat Swart ünner 'n Nagel Ha@Belsch; Reut. 3, 279; ... ünner 'n Dumennagel SchwPamp; ... as Swarts ünnern ... H. Schrö
d. Buerh. 1, 118. Sachliches Sitte und Brauch schwarze Kleidungsstücke sind im einzelnen Bestandteil verschiedener mecklenburgischer Trachten, so gehörte
z. B. ein kurzer Frauenrock aus schwarzem Tuch zur sonntäglichen Schweriner Tracht Leop. Tracht. 58; eine schwarze Mütze und eine ebensolche Jop wurde von verheirateten Frauen der Zepeliner Tracht getragen 69; schwarze Strümpfe ebda sonntags von den Mädchen 69; Männer der Zepeliner Tracht trugen schwarzleinene Kniehosen 70; und sonntags einen schwarzen Leinenkittel 71; schwarzleinene Männerhosen hatte die Schönberger Tracht 76; auch einen schwarzen Männerrock für sonntags 80; in der 2. Hälfte des 19.
Jh. trugen die Frauen im Gebiet dieser Tracht stets schwarze Röcke und Leibchen 83; desgl. eine schwarze Seidenschürze 85; einzig die Biestower Tracht ist jedoch durch die Schwärze fast aller Kleidungsstücke gekennzeichnet: die Mädchen trugen die kleine schwarze Hüll und ein ebensolches Leibchen, sonntags auch den schwarzen Rock, und die Männer einen schwarzen Kittel und schwarze Hosen 64 ff.;
vgl. ob. I A 2 a. Die schwarze Farbe von Kleidungsstücken kennzeichnete vielfach gleichzeitig den Gegensatz zwischen jungen Mädchen und Ehefrauen: so gab es, auch wo die Mädchen bunte Mützen trugen, für die verheiratete Frau nur die schwarze,
vgl. Mütz 1; Leop. Tracht. 103; in der Zepeliner Tracht trugen die Mädchen grüne Jopen, aber die Frauen schwarze 69; auch der Gegensatz zwischen Festtags- und Alltagskleidung zeigt sich in der Verwendung schwarzer Kleidungsstücke: die prunkvolle Blankmütz wurde nur an Sonn- und Feiertagen getragen, die alltägliche Mütze war von schwarzer Farbe,
vgl. Mütz 1; anderseits trugen die Biestowerinnen alltags als obersten Rock einen roten und sonntags einen schwarzen; dieser war jedoch durch viele Falten und bunte Säume verziert Leop. Tracht. 66; ging es zum Abendmahl, trat die Farbigkeit der Kleidung gegenüber dem ernsten Schwarz und dem auch nicht als bunt empfundenen Weiß zurück: die Männer trugen den langen schwarzen Gottsdischrock; die Mädchen im Gebiet der Schweriner Tracht schwarze Schürzen und Mützen, während sie sonst meist bunte Schürzen und die Blankmütz trugen 58; 85; das farbige Brusttuch wurde durch ein schwarzweißes ersetzt 85. Schwarz ist die Farbe der Trauer; doch sind gegen diese Sitte wegen der Anschaffungskosten schwarzer Trauerkleidung mehrfach Verordnungen und Abhandlungen erlassen worden: 'Entwurf einer Kleiderordnung für den geringen Landmann' (1789) Monschr. 2, 682; 'Patentverordnung wegen Abschaffung der Trauerkleidung und des Leichengeprängs' 1792; 'Gedanken bey Abschaffung der schwarzen Kleidung als Trauer in Mecklenburg' (1793)
N. Monschr. 2, 43 ff.;
vgl. Truer, truern. schwarze Kleidungsstücke als Berufsbekleidung: der Pastor dreggt Swart allgem.; desgl. der Schornsteinfeger; der Zimmermann hat eine schwarze Manchesterhose; de ollen Timmerlüd' hebben 'n swarten Band hatt as Uhrenband un 'n lütt swartes (so!) Band in 't Hemd as Slips Ha@Boiz. Aberglaube; die schwarze Farbe hat für den Aberglauben ganz die ob. bei I E angeführte Bedeutung; als Farbe des Bösen und Gespenstischen wird sie dem Aussehen des Teufels zugeschrieben,
vgl. ob. I A 2 a; den mit ihm im Bunde stehenden Hexen erscheint er in Gestalt eines schwarzen Katers: Meckl. 23, 92; auch die Hexen selbst können sich in einen solchen verwandeln ebda; in ein schwarzes Huhn Wo. Sa.; Fru God' (
s. Gaud') sieht schwarz aus Lu@Malk; drei schwarze Geister werden weiß, als ein Mädchen sie erlöst Ha@ Kuhst; die Hexen haben als Zauberbuch 'n swart Bauk mit witt Baukstaben Gü@Gülz; gegen ihren Schadenzauber kann man sich schützen, indem man selbst sich der schwarzen Farbe bedient, bes. sich schwarze Tiere hält Ro@Ribn; weck Lüd' hollen sick ne swart Katt ('n swarten Hund, Hahn, 'n swartes Hauhn), denn hett dat Veih bäter Oort Pa@ Suck; Veih mit schwart Mul, dat kann dei Hex nicks anhebben Raabe Allg. Volksb. 37; Kühe schützt man durch Anstecken einer Nähnadel mit schwarzem Faden ans Schwanzhaar Wi@NKlost; Sprüche beim Anbringen solcher Abwehrmittel: Swart, Dat grippt ehr (den Hexen) an 't Hart Ro; Swart Geiht tau Hart Gü@Kat; Abwehr anderer Gefahren: wer einen Zahn von einem schwarzen Hunde bei sich trägt, kann von keinem Hunde mehr angebellt werden Wi@Züs; wenn Küken zuerst hinausgebracht werden, soll man schweigend mit einem schwarzen Wollfaden um sie herumgehen, diesen dann in einen Pflaumenbaum binden und sprechen:Hier binn' ick an de Kreih un Weh (= Wih) Un ok de ganze Düwelee (= Düweli) Sta Mir; Gössel werden zuerst in einem schwarzen Kessel hinausgetragen, dann kann die Krähe sie nicht sehen Wa@Jab; sie werden durch eine schwarze Hose gesteckt, dann holen die Krähen sie nicht Wi@Rob; um einem Kind sein unruhiges Wesen zu nehmen, steckt man es durch ein schwarzes Kleid Wa@Tress; ein Geist muß auf Befragen Antwort geben, wenn man ihm 'n swarten Stock (
vgl. ob. I B 1 d) hendeit Ma; Strafe für eine Frau, die ihren Mann rittlings zum Schatzgraben trägt: sei is swart worden un storben Gü@Zern; für einen Lügner: ihm wird die Zunge schwarz Pa@Broock. Nachts zwischen zwölf und eins ist de swart Stunn', da spuken die Geister allgem.; wer in ihr geboren wird, ist ein Geisterseher Wo. Sag. 2, 256; de swart Man, Neumond, ist nicht nur eine finstere Zeit, sondern auch eine Zeit böser Geister: in 'n swarten Man dörben sick twei nich heuraten, denn kœnen s' sick nich verdrägen Ha@Lübbendorf; die Nacht von Karfreitag auf Ostersonnabend, auch die Neumondnacht und die Nacht des 15. August (
s. Nacht 5) heißt de swart Nacht; in ihr sind die Geister mächtig; daher darf in ihr kein neues Leben gezeugt werden Wa; wer in ihr geboren wird, gedeiht nicht Sta Kubl; bleibt unfruchtbar allgem.; kann Geister sehen Ro@HLuck; Gü@NWokern; hat den bösen Blick Ma@Schwandt.