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Dag

as. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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6 in 6 Wb.
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71
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107

Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Dag Pl., Adj., Pron., Präp.

Bd. 2, Sp. 204
Wossidia Dag Pl. Dag' m. Tag: dies 'ein Dach' Chytr. 30; die flektierten Formen Dag's, Dag', Dagen sind gut bewahrt, nur im Dat. Sg. dringt die Aussprache Dag (dach) vor. 1. der helle Zeitabschnitt im Wechsel von Tag und Nacht: bet Dagwardent RoRostock@KühlungsbornKühl; mit 't Dagwarden WaWaren@VipperowVipp; 's Morns mit Dagward'n L. Reinh. Gött. 29; mit 'n Dagwarden HaHagenow@DreilützowDreil; dat ward morgen ok noch wedder Dag morgen ist auch noch ein Tag WaWaren@JabelJab; dor ward jo kein Dag ünner unter einem großen Hut HaHagenow@RedefinRed; häufig als Ausruf der Verwunderung: nu ward 't Dag; mit dem Zusatz: ... in 'n Dischkasten Schw; sprw.: nu ward 't Dag, säd' Korl Hoppenrath, dor stek he midden in de Nacht 'n Talglicht an RoRostock@BentwischBentw; ... dor schet em de Kater in 'n Farwpott ebda; ... inne Nachtmütz Schw; nu ward 't Dag, seggen se in Wäsenbarg, wenn der Mond aufgeht StaStargard@FriedlandFriedl; übertr. Tageslicht: Bräsig, de sick mit den Rüggen gegen den Dag set't hadd Reut. 2, 279; hei höllt de Hand vör 'n Dag RoRostock@DierhagenDierh; as de Aust anstunn, was dat up de Feller hellige Dag (die Halme standen licht, nicht dicht) Reut. 3, 45; hei weit von 'n helligen Dag kein Düüsterwarden weiß nichts, ist nicht im Bilde MaMalchin@GnoienGnoi; nu schient de Dag all dörch der Webebaum, wenn er leer wird Schw; by dem iß et hell Dag herrscht große Armut Mantz. Ruh. 13, 51; ausgebildet ist die Wendung an den Tag bringen, geben im Sinne von bekanntgeben, kund machen, vorbringen, veröffentlichen: 'ere ware Bothverdicheit an den dach geven' Gry. Both. Jon. Z 3a; 'in offentlyken schrifften ... an den Dach gegeven' Slüt. O 2a; 'sine Unschuld ... an den Dach geven' (1561) D. Schröd. Kirchenhist. 2, 304; 'ihre ... Gedanken ... an den Tag geben' Kirchenordn. v. 1708; wat an 'n Dag gäben HaHagenow@GülzeGülze; hei weit nich, wat hei vör Lang'wil an 'n Dag gäben (anstellen) sall allg.; vör 'n Dag kamen ans Tageslicht kommen: Ramm süll jo noch hüt odder morgen wedder vör 'n Dag kamen die versunkene Stadt Ramm HaHagenow@WittenburgWitt; dat kümmt vör 'n Dag wird bekannt, kund WaWaren@PenzlinPenzl; dor kümmt wat vör 'n Dag wird viel erzählt HaHagenow@RedefinRed; auch: ick möt mit de Wohrheit vör 'n Dag MaMalchin@NeukalenNKal; 'ehr noch de groten Lubben (Halskrausen) quemen vör den Dach' (Mode wurden) Laur. Schg. 2, 611; seltener tau Dag' kamen ans Licht, hervor-, herauskommen, vgl. die Aufforderung auszuspielen: kumm to Dage RoRostock@KlockenhagenKlock; ähnl. Verbindungen: de Wohrheit schütt ümmer to 'n Dag NeuhP; endlich müßt 't apenbor tau Dag' breken Reut. 3, 429; mit Bezug auf die Länge des Tages: de Dag' nähmen af beim Mähen der Nahmahd, mit dem Zusatz: noch kann 'n ümmer naug krigen von de Arbeit WiWismar@Hohen NiendorfHNiend; drastisch anschaulich: nu (um Johanni) is de Dag all wedder so lang, wenn morgens de Hund jungt, abends kann 'n all mit hitzen StaStargard@WesenbergWes; Wenn de Dag' sick längen, Deit de Winter sick strengen mit Zunahme des Tageslichtes wird die Kälte schärfer Mi 88a; Fangen de Dag' an to lingen (längen), Kümmt de Küll an to springen Ro Rostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; je höger de Dag, je mihr Lüd' als Abendbesuch HaHagenow@BelschBelsch; dee (kleine Menschen) sünd in de korten Dag' maakt MaMalchin@GielowGiel; in Gegenüberstellung zur Nacht: dee stahn sick as Dag un Nacht sind arg verfeindet Wa; beim Schwindelanfall würd' ick nich gewohr, wat Dag un Nacht wir HaHagenow@RedefinRed; jug' Dag is ok man Nacht, säd' de Blinn' to den Dowen un den Stamelbuck Bri. Volkssp. 22. 2. als Teil von Woche, Jahr, Leben: Mittwoch und Sonnabend sind nicht volle Arbeitstage, an ihnen sagt man daher: hüt is kein Dag Wa Waren@LehstenLehst; oder: hüt is man 'n halw Dag Röb; aus diesem Grunde, und weil ihren Namen das Grundwort -dag fehlt, besitzen sie nicht den vollen magischen Wert, deshalb sollen an ihnen der Gans keine Eier zum Ausbrüten untergelegt werden Röb; Schäfer ließen die von Maden verursachten Wunden an Schafen offen und besichtigten sie nach einer Woche wieder, es durfte aber nicht Mittwoch oder Sonnabend sein PaParchim@BenthenBenth; am Donnerstagabend sagten die Arbeiter: morgen is de letzt Dag in de Woch WaWaren@LehstenLehst; die häufige Rda. den drüdden Dag in de Wäk (Woch) säuken bedeutet faul herumgehn HaHagenow@RedefinRed; SchöSchönberg@DemernDem; von einem zerfahrenen Menschen heißt es: dat is so een, hest den drüdden Dag in de Wäk nich seihn Schlagsd; für müßiggehn noch folgende Rdaa.: 'den Dach mit Molden uthdregen' Gry. Lb. 2, V 2b; den Herrgott sinen Dag stählen HaHagenow@RedefinRed; von Kranken, die unaufhaltsam elender werden, sagt man: se vergahn as de Dag' int Johr vielf.; Bartsch 1, 181; he is vergahn as de Dag' SchöSchönberg@DassowDass; Camm. Vadd. 81; Hey. Punsch. 20; Bartsch 1, 63; 2, 6; dee vergeiht mit de Dag' MaMalchin@NeukalenNKal; selten dabei der Sg. Dag: hei vergüng' as de Dag MaMalchin@GnoienGnoi. Die Tage im Jahr als große, unbestimmte Zahl: so väl Ogen as Dag' int Johr (im Rätsel vom Sieb) Wo. V. 1, S. 303; dor (in einem kinderreichen Hause) sünd so väl Kinner as Dag' int Johr Wa; im Rätselscherz werden sie als die benannten Wochentage aufgefaßt und davon noch die 'halben' Tage Mittwoch und Sonnabend abgerechnet, so daß nur fünf Tage übrig bleiben: ick heff so väl Kinner as Dag' int Johr SchöSchönberg@Klein BünsdorfKBünsd; Ulenspeigel hett so väl Pier stellen süllt as Dag' int Johr, hett seggt, dat wiren fiw Böss; Rdaa.: utseihn as dree Dag' Rägenwäder; dee kann den Dag nich mihr afläben so elend ist er vielf.; 'n gauden Dag läben ein bequemes Leben haben, gut versorgt sein: Luk. 12, 45; 'n kommoden Dag läben bequem leben LuLudwigslust@Alt JabelAJab; sick 'n gauden Dag maken HaHagenow@LankLank; dee hett keenen suern Dag kein schweres Leben SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; in der alten Rechtssprache Tag für Verhandlungen, Termin: 'daghe leggen' (MaMalchin@StavenhagenStav 1337) UB. 9, 71; (Wi 1359) 14, 529; 'also gy wol eynen Dach ghesproken hadden' (um 1370) 16, 634; 'unde is dat se daghe hebben willen, so schullen se de daghe holden to Lubeke' (1352) 13, 222; Frist gewähren: 'dagh gheven' (Ro 1354) 13, 452; 'und de wile scholen de vanghenen dagh hebben' (Schö@Plüsch 1358) 14, 379; Verjährungsfrist: 'iar und dagh, als en lantrecht is' (Wi 1363) 15, 347; Waffenstillstand: 'velighe daghe' (Wi 1352) 13, 168; gewisse Tage: drei richtige Dag' hett de Minsch in sinen Läben: Gebuurtsdag, Insägeldag un Starwdag WaWaren@RöbelRöb; dat (Beerensammeln) hett sin Dag' ist nur an bestimmten Tagen erlaubt LuLudwigslust@EldenaEld; die Eisheiligen heißen de drei bösen Dag' allgem.; der hundertste Tag nach Weihnachten, der 4. April, oder im Jahr, der Danielstag (10. April), sind gut zum Leinsäen Arch. Landesk. 14, 489ff.; Bartsch 2, 262; der jüngste Tag: du verslöppst den jüngsten Dag noch zum Langschläfer GüGüstrow@GülzowGülz; mit dem Zusatz: ... un mööst to Fot nahlopen PaParchim@PlauPlau; Osterwater kann man upbewohren bet an 'n jüngsten Dag MaMalchin@DargunDarg; großer Lärm, großes Aufheben: nu geiht jo woll de jüngste Dag los Reut. 6, 383; der Sonnabend als Lohntag wird scherzhaft 'der Tag des Herrn' genannt Wa; als Geschenk Gottes heißt der neue Tag unsern Herrgott sin Dag: Reut. 6, 231; durch Adj. und Pron. bestimmt; der Alltag wird durch den Pl. bezeichnet: för alle Dag' GüGüstrow@HohenfeldeHohenf; auch: up 'n ollen Dag StaStargard@FriedlandFriedl; s. 1, 257; sonst bedeutet alle Dag' jeden Tag, vgl. die sprw. Wendungen: alle Dag' sitten de Jungens nich unner de Widen un maken Fläuten, dat 's man ümmer to gewisse Tiden MaMalchin@BrudersdorfBrud; Rda. beim Kartenspiel: alle Dag' steiht de Jung' unner de Widen nich ut wenn der Mitspieler schlecht tourniert WaWaren@JabelJab; Abfertigung: alle Dag' is keen Backeldag Ro; alle Dag' ward nich för 'n Buern slacht't Wa; StaStargard@MirowMir; alle Dag' slacht't Johann Peter keinen Ossen SchwSchwerin@BotelsdorfBot; dee hett 'n bäten mihr künnt as alle Dag' er verstand mehr als das Gewöhnliche StaStargard@StrelitzStrel; Bartsch 1, 186; Lebenstage, -zeit: 'den halven wispel schal Dyliana upboren ere daghe' (1365) UB. 15, 503; 'gy habben yuw dage sölck ein dinck nicht sehn' Schlue 84; 'ick had min Dauge noch keen groten Jahrmarkt sehn' (1705) Kohf. Hg. 6, 2; ehr Dag' nich (niemals) Gild. Frank 26; all min Dag' schon immer Mi 2b; all min Dag' nich ganz gewiß nicht ebda; s. min, sin Dag'; der Gruß goden Dag erscheint in reicher Verwendung; in alter Form wird er erweitert: goden Dag, help Gott HaHagenow@RedefinRed; erwidert wird Schön Dank ok; Beschränkung auf die beiden Grußworte wird übel vermerkt: 'n Dag! seggt de Buer to 'n Hund un zeh to de Katt Ha Hagenow@LankLank; erwartet wird noch eine Frage nach dem Ergehen oder ein Wunsch, und selbst dies bedarf wegen seiner Knappheit schon der Erklärung: ick holl mi wider nich mit em up as goden Dag un goden Weg Fromm. Mdaa. 2, 36; he säd' goden Dag un goden Weg un wider nicks StaStargard@LichtenbergLicht; der Stolze seggt keen Katt goden Dag HaHagenow@RedefinRed; dee seggt ok keen oll gris' Sœg' goden Dag StaStargard@GrammertinGramm; erweitert: goden Dag, wur sweit't mi RoRostock@KlockenhagenKlock; goden Dag, wat will ick hier ebda; gun Dag, wat deit mi dat leed GüGüstrow@BützowBütz; Gegenrede: goden Dag — wer süll di nich goden Dag seggen, kann 'n sœben anner för lopen laten Wa; scherzhaft mißverstanden für da da: goden Dag — dau her RoRostock@KühlungsbornKühl; scherzhafte Zusammendrängung eines Gesprächs: goden Dag ok, bitt de Hund ok, adschüs ok, grüüss ok SchöSchönberg@ZiethenZieth; wenn der Eitele in den Spiegel schaut, kann er sich begrüßen mit goden Dag, Ap; vgl. Reut. 6, 365; Naturdinge erhalten und tauschen Gruß: goden Dag, Hawern begrüßt der Bauer den guten Hafer RoRostock@LichtenhagenLicht; dat (Hochwasser) säd' mi goden Dag Ro; die Krähe soll, als auf sie ein Schuß fehlgegangen war, goden Dag gespottet haben WaWaren@JabelJab; lütte Strat, wo noch de Gäus' un Swin sick gauden Dag säden Rod. Hinr. 30; wenn jem. eine zu weite Hose trägt, denn seggt de Noors ümmer gauden Dag RoRostock@BörgerendeBörg; von dem schwach entwickelten Busen einer Frau: dat is ok 'gun Dag, Brett, wur wahnt Puden' Warn; Ro; Gü; Gaudendagstock starker Krückstock, d. i. ein Stock, den man grüßen sollte, weil er es verdient. 3. bes. sprachliche Erscheinungen a. der Form: die Vollform des Dat. Sg. ist Dage nur in alten oder altertümlichen Verbindungen, vgl.: 'dach by dage' (täglich) Rost. Veide 6; van Dage heute Mantz. Ruh. 7, 31; to Dage s. ob. 1; daraus Dag': von Dag' heute (um 1900 im Munde alter Leute) Gegend von SchöSchönberg@KlützKlütz; Lat mi nich so lang' stahn, Ick möt von Dag' noch wider gahn im Rummelpottreim; dafür vundag Egg. Trems. 33; œwer Dage bei Tageslicht wird œwer Dag' und œwer Dag; vör Dag' vor Tagesanbruch noch in der Zwillingsformel vör Dau un Dag', worin aber jetzt Dag vorwiegt; auch: 'n poor Stunnen vör Dag' im Volksreim; im übrigen hat sich die Kurzform Dag durchgesetzt, vgl. vör Dag heute Gillh. Idiot. 6; bi 'n Dag bei Tage HaHagenow@RedefinRed; in einen Dag an einem Tage SchwSchwerin@BanzkowBanzk; in 'n Dag am Tage StaStargard@LichtenbergLicht; nich von einen Dag to 'n annern kamen in großer Armut leben HaHagenow@LübtheenLübth; von Dag tau Dagen Reut. 1, 380; der Pl. hält Dag' fest, nur etwa dree Dag un dree Nacht RoRostock@DoberanDob weicht aus; der Gen. Sg. lautet regelmäßig Dag's: die Verbindung 'n Dagener (Dag'ner) vier ungefähr vier Tage ist aus ein Dag oder vier entstanden. b. des Gebrauchs im Satze; Gen. Sg.: annern Dag's am nächsten Tage RoRostock@VölkshagenVölksh; Stillfr. Köst. 1, 327; 2, 10; ick möt arbeiten dag's as Oss un nachts as Bull; das Kind fragt: wat krig' ick dorför? und bekommt zur Antwort: dag's fri Licht un nachts frigen Slap PaParchim@SpornitzSporn; dagstauvörn H. Schröd. Buerh. 2, 92; hei kriggt twei Mark dag's für den Tag SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; vielfach in adverbiellen Verbindungen, vgl. echter-, früher-, ihr-, letzt-, neegste-, ni-, nu-, süsdag's; auch œwerdag's bei Tage. Dat. Sg. s. ob 3a. Akk. Sg., Pl.: 'allen den Dach' (den ganzen Tag über; 1373) UB. 18, 341; denn' un denn' Dag kam ick Wa; dee steiht 'n ganzen Dag eine hohe, sichere Spielkarte HaHagenow@RedefinRed; dee döggt den ganzen Dag nich gar nichts Ha Hagenow@LankLank; dee (Fliegen) sünd des' Dag' so dull zur Zeit, jetzt LuLudwigslust@LeussowLeuss; dee de Dag' vör Wihnachten graben (beerdigt) is Wa; Nacht un Dag; dree Dag' un Nacht; für den älteren Gen.: eenen goden Dag eines guten Tages Wa; Fridag wiren de Hochtiden, annern Dag würd' nich friegt Schö; anner Dag süll Kleewer meigt warden am folgenden Tage MaMalchin@BasedowBas; nach Präp.: 'in den Dag darhen sündiget' Gry. Lb. 1, Z 1a; 'dit schach ... menliken umme den anderen dach' Rost. Veide 6; dat (der Regen) kümmt up 'n Dag später am Tage RoRostock@BentwischBentw. Gen. Pl.: 'ick wil et ehrster Daag em thau erkennen gewen' (Ro 1712) Kohf. Hg. 10, 3. Dat. Pl.: dee is noch gaut an Dagen von rüstiger Gesundheit HaHagenow@RedefinRed; bet to ewigen Dagen auf ewige Zeit Jeppe 18; mit de iersten Dagen bald GüGüstrow@GülzowGülz; vör Dagen heute Wa; sick van (von) Dagen daun sich zu Tode grämen, sich umbringen: 'dat menniger Minsche ... sik van den dagen deiht' Gry. Lb. 3, P 4a; Mantz. Ruh. 7, 31; Niem. Idiot. 5; Monschr. 1795, S. 146; Ick dehd mie ball van Dagen Babst 1, 47; Muss. Spr. 81; Derb. 1, 174; Bey. Lp. 68; Reut. 2, 41; ebenso ... bringen: ick glöw, hei bröcht sick von Dagen Reut. 6, 316; sick von Dagen bringen sich vor Aufregung verzehren Wa; von Dagen kamen (sterben) Wo. Sag. 2, 363. Besonderes: der Verliebte süht nich Dag oder Dör an Schö Schönberg@SchlagsdorfSchlagsd; an eine dicke Garbe kümmt nich Dag oder Nacht an HaHagenow@RedefinRed, mit bloß verstärkendem Zusatz von Nacht; giw uns Dag för Dag uns' Brot Matth. 6, 11; dag'lang tagelang; Sg. für schriftsprachlichen Pl.: wenn de Dag kort is GüGüstrow@GülzowGülz. 4. Dag un Nacht echtes Glaskraut, parietaria officinalis: 'Dach unde Nacht' Chytr. 495; Siemss. Nat. 2, 288; Wred. Übers. 304; Schill. Kr. 1, 16b; Nacht un Dag Mi 57b; auch parietaria erecta und melampyrum nemoratum führen den Namen Dag un Nacht. — Zss.: Dings-, Dunners-, Fri-, Sater-, Sünndag; Ascher-, Bäd'-, Daniels-, Dionysius-, Heildreikönigs-, Jakobi-, Johannis-, Marien-, Martens-, Michelis-, Oster-, Paasch-, Pingst-, Pingster-, Sœbenbräuder-, Twölfbaden-, Wihnachter-, Witteldag; Frühjohrs-, Hunds-, Mai-, Middsommer-, Nijohrs-, Olljohrs-, Sommer-, Twillings-, Water-, Winter-, Wormdag; Buurts-, Döpel-, Gebuurts-, Hochtiets-, Insägeldag; Afbröchtel-, Afgahner-, Afsettel-, Aust-, Backel-, Band-, Barbier-, Botter-, Brakel-, Brutwagenführer-, Buerriden-, Bünnel-, Faut-, Hand-, Haw-, Hus-, Jagd-, Kes'-, Kräwt-, Löper-, Markt-, Meihel-, Oornbiers-, Ossen-, Reinmaker-, Rüst-, Strumpstopper-, Supptüfften-, Treckel-, Wannel-, Warkeldag; Geld-, Gerichts-, Gill-, Herren-, Kapitel-, Land-, Preister-, Rats-, Rechtsdag; Eem-, Fatelkannen-, Narends-, Nümmers-, Vördag; Middag; Pl. Läw-, Ligg'dag'; Rik-, Sük-, Weih-, Wolldag'; drei-, twei-, sünn-, wolldaagsch. — Mnd. dach. — Br. Wb. 1, 178; Dä. 71a; Kü. 1, 287; Me. 1, 651.
14094 Zeichen · 210 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    dagst. M. (a)

    Köbler Anfrk. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    dag , st. M. (a) nhd. Tag ne. day ÜG.: lat. dies MNPs, LW Vw.: s. mahal-*, middon-* Hw.: s. dagawelikis*; vgl. as. dag, …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dagM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    dag , M. Vw.: s. dach (1)

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Dag

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Dag ( Dagr , »Tag«), in der nord. Mythologie Sohn Dellings und der Nôtt (»Nacht«). Er umfährt täglich auf einem Wagen di…

  4. modern
    Dialekt
    DagPl., Adj., Pron., Präp.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Dag Pl. Dag' m. Tag: dies 'ein Dach' Chytr. 30; die flektierten Formen Dag's, Dag', Dagen sind gut bewahrt, nur im Dat. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dag

300 Bildungen · 250 Erstglied · 42 Zweitglied · 8 Ableitungen

dag‑ als Erstglied (30 von 250)

Dag_s;gen

Adelung

Dag_s;gen , und Dāgegen, particula demonstrativo-relativa, für gegen diesen, gegen diese, gegen dieses, gegen denselben u. s. f. Es ist 1. E…

Dagadó Forrás

Meyers

Dagadó Forrás (spr. -fórrāsch), Schwefelquelle in Ungarn, s. Kalugyér .

dagahwilīk

KöblerAs

dagahwilīk , Adj. nhd. täglich ne. daily (Adj.) ÜG.: lat. cotidie FM, PA Hw.: vgl. ahd. *tagawelīh?, anfrk. dagawelikis Q.: FM, PA (Ende 10.…

dagan

KöblerAn

dagan , F. nhd. Tagesanbruch, Terminsetzung Hw.: s. daga L.: Vr 71b

Dagana

Meyers

dag·ana

Dagana ( Daghana ), Hauptort des gleichnamigen Kreises in der franz. Kolonie Senegal, am linken Ufer des Senegal, inmitten schöner Gärten un…

gāt

AWB

Dagāt Gl 3,540,45 s. dragant mhd.

dagathing

KöblerAs

dagathing , st. N. (a) nhd. Frist ne. date (N.) ÜG.: lat. indutiae GlPW Hw.: s. dagthingi; vgl. ahd. tagading* (st. N. (a)) Q.: GlPW (Ende 1…

dagawelikis

KöblerAnfrk

dagawelikis , Adv. nhd. täglich ne. daily ÜG.: lat. cotidie MNPs Hw.: vgl. ahd. *tagawelīhhes? Q.: MNPs (9. Jh.) I.: Lüt. lat. cotidie? E.: …

dagawōm

KöblerAs

dagawōm , st. M. (a) nhd. Tagesanbruch, Lärm des Tages ne. daybreak, noise of the day Q.: Gen (Mitte 9. Jh.) E.: s. dag; B.: Gen Dat. Sg. da…

Dag'bauk

MeckWB

dag·bauk

Dag'bauk n. Buch, in welches die Arbeitstage der Hofgänger eingetragen wurden, nachdem der ältere Dag'stock ( s. d. ) abgeschafft war Ma Lup…

Dagblad

WWB

dag·blad

Dag-blad n. Dāgeblat Person, die Neuigkeiten zu erfahren und zu verbreiten sucht ( Isl Is).

Dagbladet

Meyers

Dagbladet (»Das Tageblatt«), Name einer dänischen, seit 1851 in Kopenhagen erscheinenden politischen Tageszeitung konservativer Richtung und…

Dag'blatt

MeckWBN

dag·blatt

Wossidia Dag'blatt n. Tageblatt, Zeitung Müll. Reut. 23 a .

Dagboort

MeckWB

dag·boort

Dagboort m. am Kinn ausrasierter Vollbart Schö Warn .

Dagbrutlacht

MeckWB

dag·brutlacht

Dagbrutlacht f. Taghochzeit, die nur den oberen Ständen gestattet war: 'Daghbrutlacht' (Wi 1345) UB. 9, 710; allgemein zugelassen war die Ab…

dagdäglich

MeckWB

dagdäglich alltäglich, jeden Tag; selten dag'sdäglich Schö Schlagsd .

dagdeªgelik

WWB

dag·deagelik

dag-deªgelik Adv. [verbr.] 1. jeden Tag ohne Ausnahme. — 2. jeden Wochentag (ohne den Sonntag) ( Det Is = PLATENAUWB).

Dagdeªrsker

WWB

dag·dearsker

Dag-deªrsker m. [ Lhs Bek Sos] Drescher (Tagelöhner). — Ra.: He friätt es ’n Dagdiäsker er ißt sehr viel ( Lhs Ve || mehrf.).

Dagdeif

MeckWB

dag·deif

Dagdeif Pl. -deiw m. Tagedieb Gü; Mi 13 b ; min leiwen Dagdeiw von Kuttendrägers un Nonnenflurtens Bri. 5, 56. Mnd. dachdêf. Dä. 71 a ; Me. …

Dag'deinst

MeckWB

Dag'deinst m. a. Spr. Tagedienst: 'cum servicio dominis consueto, quod daghedenest dicitur' ( Wa Malch 1348) UB. 10, 160.

dagdeiwsch

MeckWB

dagdeiwsch faulenzend: 'dachdevesche Bröder' Gry. Lb. 2, V 2 b . — Mnd. dachdêvisch.

Dag'ding

MeckWB

dag·ding

Dag'ding n. Gerichtsverhandlung, -sitzung: iudicium Mantz. Ruh. 4, 43. Mnd. dage-, dachdinc.

Dagdörp

MeckWB

Dagdörp n. Tagelöhnerdorf, Hofdorf im Gegensatz zum Bauerndorf Gü Kar .

Dagdrō²m

WWB

dag·drom

Dag-drō²m m. Daggdraum unaufmerksamer, langsamer Mensch ( Hal Bh).

dāgeamt

MNWB

dag·e·amt

dāgeamt , dach- , n. , Hauptamt eines Festtages , nach der Frühmette gesungenes Amt.

dag als Zweitglied (30 von 42)

erdag?

KöblerAhd

*erdag? , Adj. Hw.: vgl. as. erthag*

nôdag

KöblerAs

*nôdag , Adj. nhd. zwangsweise, gewaltsam ne. obligatory (Adj.) Hw.: s. nôdago; vgl. ahd. nôtag E.: s. nôd* W.: s. mnd. nödich, Adj., nötig

Afgahnerdag

MeckWBN

Wossidia Afgahnerdag m. wie Treckeldag Ro Rostock@Hohenfelde bei Doberan HohenfD .

blōdag

KöblerAs

blōdag , Adj. nhd. blutig ne. bloody (Adj.) Hw.: vgl. ahd. bluotag* Q.: Gen, H (830) E.: s. blōd W.: vgl. mnd. blôdich, Adj., blutig; B.: H …

Buernfridag

MeckWBN

buern·fridag

Wossidia Buernfridag m. der zweite Freitag nach Pfingsten, an dem die Bauern der Umgebung den Rostocker Pingstmark besuchten Ro Rostock@Bent…

Dischbidag

Idiotikon

Dischbidag Band 13, Spalte 1971 Dischbidag 13,1971

dōmdag

KöblerAs

dōm·dag

dōmdag , st. M. (a) nhd. Gerichtstag ne. doomsday (N.) ÜG.: lat. iudicii dies WT Hw.: vgl. ahd. tuomtag* (st. M. (a)) Q.: H (830), WT I.: Lü…

Fastdag

MeckWBN

fast·dag

Wossidia Fastdag m. Fasttag Müll. Reut. 36 a .

Fischdag

MeckWBN

fisch·dag

Wossidia Fischdag m. Tag, an dem der Mond nach Angabe des Kalenders im Sternzeichen Fische steht: Tüffel möten Fischdag plant't warden Wi Wi…

Fischerdag

MeckWBN

fischer·dag

Wossidia Fischerdag m. dass.: 'die alten Tagelöhner säen ihren Kohl am sogenannten Fischertage, damit die Hasen ihn nicht abfressen' Bartsch…

Fischersünndag

MeckWBN

fischer·suenndag

Wossidia Fischersünndag m. Sonntag des Wismarer Pfingstmarktes, wo vor allem die Fischer der Dörfer auf Poel und an der Wismarbucht den Mark…

forndag

KöblerAs

forn·dag

forndag , st. M. (a) nhd. „Vortag“, der vergangene Tag, frühere Zeiten, vergangene Zeiten ne. olden times (N.) Hw.: vgl. ahd. *forntag? (st.…

freidag

KöblerAhd

frei·dag

freidag , Adj. nhd. abtrünnig, flüchtig, heillos ne. renegade (Adj.) ÜG.: lat. apostaticus Gl Q.: Gl (Anfang 9. Jh.) E.: s. freidi L.: Karg-…

Fristdag

MeckWBN

frist·dag

Wossidia Fristdag m. a. Spr. Fristtag; Pl. Frist: 'erholden veertheindage fristdage' (Wi 1519) Schill.-Lübb. 6, 312 b .

Frühmiddag

MeckWBN

frueh·middag

Wossidia Frühmiddag m. a. Spr. Vormittag: 'amme mandage negest komende to vromiddage' (1458) Schill.-Lübb. 5, 538 a .

hindag

KöblerAs

hin·dag

hindag , Adv. nhd. heute ne. today (Adv.) Hw.: s. hiudu; vgl. ahd. *hintag?, hiutu Q.: H (830) E.: s. germ. *hi, *hia, Pron., dieser; germ. …

jārasdag

KöblerAs

jārasdag , st. M. (a) nhd. Jahrestag ne. anniversary (N.) Vw.: s. gērasdag*

Kopslaggmandag

MeckWBN

Wossidia MeckWB Kopslaggmandag m. auch Montag nach Trinitatis, vgl. Bri. 2, 170 Anm.

leeffdag

KöblerMnd

leeffdag , M. Vw.: s. lēvedach*

leidag

AWB

lei·dag

leidag , -îg adj. , mhd. leidec, leidic, nhd. leidig; mnd. lê i dich. — Graff II,175. leid-eg: Grdf. Nk 467,12 ( Hs. B = S. CXXXVII,21) [112…

mahaldag

KöblerAnfrk

mahal·dag

mahaldag , st. M. (a) nhd. Hochzeitstag ne. wedding-day ÜG.: lat. dies desponionis LW Q.: LW (1100) I.: Lüs. lat. dies desponionis E.: s. da…

mandag

AWB

man·dag

mandag adj. ; vgl. mhd. mendec. — Graff II,810. mand-ag-: nom. sg. m. -er Gl 1,491,33 ( M, 5 Hss. ); acc. sg. f. -a Nc 757,13 [73,6]; -eg-: …

middondag

KöblerAnfrk

middondag , st. M. (a) nhd. Mittag ne. midday ÜG.: lat. meridies MNPs, LW Hw.: vgl. ahd. mittitag* Q.: MNPs (9. Jh.), LW I.: Lüs. lat. merid…

mēndag

KöblerMhd

mēndag , st. M. Vw.: s. māntac

mōdag

KöblerAs

mōdag , Adj. nhd. zornig ne. furious (Adj.) Hw.: s. mōdig; vgl. ahd. *muotīg?; anfrk. muodig Q.: H (830) E.: s. mōd (1) W.: mnd. mōdich, Adj…

Polykarpendag

MeckWBN

polykarpen·dag

Wossidia Polykarpendag m. als Kalendertag der 26. Januar; Rda.: an 'n Polykarpendag, wenn de Pogg' sick dreiht Ro, mit der Erläuterung: 'nur…

pāskadag

KöblerAs

pāskadag , st. M. (a) nhd. Ostertag ne. Easter (N.) Hw.: vgl. ahd. *paskatag? (st. M. a) Q.: H (830) I.: z. T. Lw. lat. pascha? E.: s. pāska…

Ableitungen von dag (8 von 8)

bedagen

DWB

bedagen , tacere: schweigen und betagen. fastn. sp. 664, 4 .

DAGE

BMZ

DAGE (dagete, gedaget; ahd. dagêm Graff 5,98 ) swv. schweige. Eine auflösung des g in i erscheint in der Nibelunge noth u. a. jedoch nur in …

erdāgen

MNWB

erdāgen (bedāgen) , swv. , Tag werden.

gedage

BMZ

gedage swv. schweige still. — er gedegete im reim auf legete Diut. 1, 402. I. als völlig neutrales vollwort, ohne bezeichnung der sache, übe…

gedagen

Lexer

ge-dagen swv. BMZ verst. dagen intr. schweigen Iw. Wig. Barl. unze er garlîchen gedaget, alle widerrede aufgibt Reinh. 364,1986. daʒ alle va…

verdag'

MeckWB

verdag' heute, s. vördag' .

verdage

BMZ

verdage (verdagete, verdaget auch verdeit) swv. I. als völlig neutrales vollwort, ohne bezeichnung desjenigen, worüber geschwiegen wird. sô …

verdagen

Lexer

ver-dagen swv. BMZ intr. schweigen, verstummen Marlg. 129,50 ; tr. schweigen gegen, schweigen über, verschweigen, verhehlen mit acc. od. dat…

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APA
Cotta, M. (2026). „dag". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/dag/meckwb
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Cotta, Marcel. „dag". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/dag/meckwb. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „dag". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/dag/meckwb.
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  author       = {Cotta, Marcel},
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