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gaut

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

gaut Adv., Pron., n., Subst.

Bd. 3, Sp. 76
Wossidia gaut got, flekt. gaud', gauden, gaud's gut; got ist städtische und lit. Lautform, gilt aber von jeher in Sta, die ländliche Mda. des schwerinschen und des ratzeburg. Landesteils weist gaut auf; ein schmaler Grenzstreifen in Sta@ macht die spirantische j-Aussprache der Mark mit, darum werden die Wesenberger de janzen Joden genannt; das inlautende -d- unterliegt der allgemeinen Erweichung zu einem r-Laut; ein Streifen des Ratzeburger Landes gehört zum großen ostfälischen Gebiet, in dem -d- schwindet; im 18. Jahrh. zeigte sich eine Neigung, -d- in -j- übergehn zu lassen: 'bi goje Frünje' (1715) Kohf. Hg. 16, 2; die Grußformeln Gauden Dag, Gauden Morgen und Gaude Nacht verkürzen sich in familiärer Rede zu Gun Dag, Gun Morgen, Gunnacht, vgl.: Gundach Egg. Trems. 94; von Gauden Abend bleibt oft nur Nabend übrig. Einige Belege bilden den Kompar. und noch mehr den Superl. zu gaut selbst: Dat Weder wurt noch goder Babst Fest 11; he wir noch goder to ehr (1895) StaStargard@ZirtowZirt; dat wir am god'sten (1887) SchöSchönberg@CarlowCarl; HaHagenow@RedefinRed; am gaudsten Zier. Kiesb. 54; dei hett dat allergaudst Hart MaMalchin@BasedowBas. gaut bedeutet ursprünglich passend, geeignet, trefflich, brauchbar, nützlich 1. im praktischen Bereich a. lebende Wesen werden als geschickt, überlegt, ausdauernd u. ä. gekennzeichnet: 'n gauden Kutscher kann up 'n Töller ümwennen HaHagenow@RedefinRed; 'n god' Jäger lett sick nich up 'n Lop kiken Bri. Volkssp. 27; 'ydt sint nicht alle gude Jeger, de schOenen yagehOerne Dreger, noch alle gude KOeke, de dragen Messer unde POecke' Gry. Lb. 3, Q 3a; ne god' Fru un ne god' Katt hollen 't Hus rein Schill. Kr. 3, 6a; s. Babenbäk (1, 524); wat 'n goden Schooster is, steckt in jedes Lock tweemal WaWaren@RöbelRöb; die Aussagen vom Vieh sind anzüglich und auf menschliche Eigenschaften, Unarten, Anlagen gemünzt: 'n gaud' Pierd drängt sick an de Krüff RoRostock@RibnitzRibn; 'n gaud' Swin frett alles gegen Leckermäulerei HaHagenow@RedefinRed; wenn einer vorzeitig oder häufig nach Essen verlangt: 'n goden Bull springt sick satt Pa; von oder zu einem dicken Menschen: wat 'n goden Arpel is, dee träd't sick fett Wa; 'n gaud' Pierd treckt tweimal (1885) RoRostock@KlockenhagenKlock; wat 'n goden Äsel is, gris't in 'n Mudderliw zu einem Grauhaarigen Gü; auch von leblosen Dingen und Geschehnissen: wat 'n goden Hakenkrümmel warden sall, möt bi Tiden böögt warden Erziehungsregel Pa; wat 'n goden Schof is, kümmt wedder, sagt der Dachdecker, als ihm ein Bund Deckstroh aus der Hand geglitten ist, der Junge aber, der es wieder heraufholen will, sagt, als jetzt der Decker selbst herunterfält: wat 'n goden Decker is, kümmt wedder Wi; wat 'n goden Dag is, dee fängt all des Morgens an Wa; goden Wind günstiger Wind Wo. Seem. 2, 11; 208; gaud' Wäder; hierher die Grußformeln: Gauden Dag un gauden Weg Ha Hagenow@BelschBelsch; Goden Dag ok, bitt de Hund ok? Prause 24; Gun Nacht Reut. 3, 425; ein Geist, der fortwährend goden Abend ruft, wird gefragt: wat godenabendst du hier! Ha; der Leichenbitter sagt: Ick sall ok Gunabend seggen (auch am hellen Tage) von (Name des Verstorbenen), Sei müchten so gaut sin un den Doden de Ihr andaun PaParchim@SpornitzSporn; begegnet einem ein altes Weib, möt 'n ehr tauierst gauden Morgen beiden SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; beachte: sei süht gaut ut sie ist schön, denn zu Schönheit gehört Geschick. b. in derselben Bedeutung auf bestimmte Umstände durch einen präpos. Ausdruck bezogen: dee (zerrissene Stiefel) sünd got bi Rägenwäder, wat baben rin geiht, kümmt unner glik wedder rut Wi; dee (ein Schieläugiger) is got to 'n Gös'höden, dee kann een Og' nah de Gössel slagen un een nah de Huwih StaStargard@WesenbergWes; dee is got to 'n Gevatterstahn der immer jo sagt (1887) Ha Hagenow@RedefinRed; dei is gaut in de Wisch, perrt nich licht dörch ein Mann mit großen, breiten Füßen WaWaren@EldenburgEld; möt all to bruukt warden, wo 't got to is, säd' de Buer, wischt sick de Näs' mit sin Fru ehr siden Schört Wa; denn' will wi nähmen, wo he got för is wie es ihm ansteht, gebührt Wa; dei is gaut an Dagen gut zu Wege (1887) HaHagenow@RedefinRed; dei is gaut uppe Tucht von einer kinderreichen Frau (1887) ebda; heil, gesund: de Salw hett dat all wedder gaut krägen Gü Güstrow@GülzowGülz; dat deit di gaut wird dir wohltun, gut bekommen HaHagenow@BelschBelsch. c. genügend, reichlich, vollwertig: dor is noch gaude Tit Ro; frühzeitig: bi gaud' Tit Bartsch 2, 482; WiWismar@GägelowGäg; bi gauder Tit RoRostock@KessinKess; de Rogg' lohnt gaut; voll: he supt sinen goden Ellbagen, item Stefel Mantz. Ruh. 17, 78; dree gode Gläs', mihr gahn nich rin Wa; dat ward wider nicks as ne god' Kul vull wenn einer stirbt ebda; hei weit gauden Bescheid PaParchim@SuckowSuck; vollwertige Münzen: 'an ghuden penningen, de ghenge und gheve sint' (StaStargard@FriedlandFriedl 1396) UB. 23, 29; 'alte doppelte Schillingstücke oder gute Groschen' Münzed. 1673, später 'Silbergroschen', im Wert von 12 Pf., zum Unterschied vom Neugroschen, der nur 10 Pf. galt; das Viergroschenstück rechnete nach 'guten Groschen'; gaut is de Daler Ausruf nach dem Wurf der Kugel im Kegelspiel, wenn von ihr viel erwartet wird; dat Kuurn lohnt gaut; dat liggt ant gaud' Best es liegt (fehlt) am Gelde (1887) GüGüstrow@GülzowGülz; sonn- und festtägliche Kleidungsstücke werden als gaut bezeichnet: dat wiren de beiden Kleeder för gaut PaParchim@SpornitzSporn. 2. in der sozialen, moralischen und religiösen Sphäre a. zuverlässig, vertrauens- und glaubwürdig: up god' Wuurt wurden früher die Seeleute angemustert, auf das bloße Wort, ohne schriftliche Bescheinigung Wo. Seem. 1, 19; 'enen gůden man ..., de use kost unde hof vorsta' (1345) UB. 9, 351; Urkundszeugen werden so benannt: 'hir hebben øver wesen: her Joghan van Haghenow ... unde vele andere gůde lůde' (Ro 1343) 443; auch zu Schiedsrichtern bestellte Leute; gudeman ist aber vorzugsweise der ritterbürtige Vasall: 'eyn ... gut man, de up synen eyghen sloten und vesten sittet' (1371) Urk. Maltz. 2, 223; Lisch in Jb. 9, 230; 'de guden manne up den dorpen' (WaWaren@RöbelRöb 1512) Jb. 57, 167; doch auch von Bürgern: 'de guden lude' (Wi 1359) UB. 14, 529; 'offte idt nicht schir gudemans tidt to Huß und to bedde to gande were, gefraget hefft' Ro 1547 Urfehdebrief; 'se ys glyckwol eins gudemans kindt' Schlue 43; s. auch die Verkürzung Gummen; der respektierliche Sinn lebt noch in der Bezeichnung wohlsituierter Bürger und Bauern: dat is ne god' Seel ut Minzow; übertr. beim Angeln: nu sünd de gauden Lüd' (Fische) all' WaWaren@JabelJab; der Wetterwolke wird zugerufen: wi sünd all' gaud' Lüd', ümmer so rüm (1891) WaWaren@WalowWal; wenn sich das Erntewetter bessert: nu süht leiw Gott in, dat wi gaud' Lüd' sünd (1890) Jab. b. gütig, gutartig, freundlich, liebevoll, lieb: dei is keinen Gauden, dei kümmt mit dei Raud' Lu Ludwigslust@ConowCon; denn is hei keinen Gauden ist schlechter Laune LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch; dee is sick alleen nich got soviel wie dee is de Welt gramm Wa; erfohren, wo gaud dat dei Herr is 1. Petr. 2, 3; Rda.: hei lett Gott 'n gauden Mann sin lebt sorglos hin; in der Anrede: min gaud' Mann; 'Sů guden Dach, naber Gorries, gude Man' Schlue 67; daraus wohl der Sinn vertraut, genau bekannt abgeleitet: ick bün 'n guter Mann von N. (1889) SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; ferner hierher: mit goden Willen kann ick dat nich begripen so gern ich es auch möchte Ro; mit goden Willen heff ick 't nich vergäten absichtlich Wa; einen gaud' Würd' gäben gut zureden, begütigen: un gaw em de besten gauden Würd Derb. 1, 27; bitte: wäs' so got un swig' allgem.; obj. gewendet: lat em in gaud' Rauh Beileidsformel (1887) RoRostock@RibnitzRibn; in gauden Freden Reut. 4, 324; denn müßten ok de Herrschaften ehr god' Hand gäben den Leuten bei der Ernte ein Geschenk geben RoRostock@WarnemündeWarn; angenehm: dat wir gaut Deinen in dat Gaut Wa; is gaut Fohrent wääst bi em unter dem Kapitän haben die Seeleute gern gedient RoRostock@WustrowWustr; friedlich, bekömmlich: nu is 't kein gaud' Tit mihr, süs gifft 't weck uppe Lüs' einer Prügelei ausweichend (1887) HaHagenow@RedefinRed; gaut weist auf eine Person, Sache oder Zeit, die man im Sinn hat, aber nicht eigens benennen oder genau angeben mag: kümmt ein gaud' Minsch (d. h. ein gewisser) in ein gaud' Nacht antaugahn WiWismar@WarinWar; dat (Reh) hett sick 'n Gaud' (ein gewisser) utmarkt (gemerkt) LuLudwigslust@EldenaEld; een god' Nacht kümmt wat bi em Wa; eens god's Nachts Sta@Welk; eenen goden Dag eines Tages Wa; der Ungeschickte kümmt bi gauden Tiden mit 'n Noors in 'n Rönnstein tau sitten Schö Schönberg@SchlagsdorfSchlagsd. c. religiös-magische Sphäre: nu sünd de Goden (die Engel) hinner 'n Düwel beim Gewitter (1887) SchöSchönberg@KlützKlütz; nich gaut nicht geheuer: dor is 't nich gaut da spukt es (1927) WiWismar@WangernWang; dor ward em dor nich gaut bi de Hunn' HaHagenow@DöbbersenDöbb; dat wir keen God' eine Hexe WaWaren@MalchowMalch; von dee würd' nich got spraken wurde für eine Hexe gehalten Wi; weitere Fälle s. 4 b; soans hadd' jo nu ok Achim gaud' Glück Bri. 3, 70; iron.: ick hadd' gaud' Glück, mi bleben twei Käuh dot WiWismar@KartlowKartl; 'alle de ghoden werk, de to deme olter schen' (Ro 1348) UB. 10, 223. 3. bes. Verbindungen und Konstruktionen a. verbale, wie gaut daun hegen, pflegen, gehorchen: den jungen Eheleuten wird die Tür ihres Hauses erst geöffnet, wenn sie geloben, daß sie got don, d. h. gut gegen ihre Eltern sein wollen Mecklenburg Heimatbuch 216; Bartsch 2, 65; von einer schlechten Tänzerin heißt es: dei süll man nah Hus gahn un daun ehr Mudder gaut WaWaren@Klein LuckowKLuck; ebenso wird jem. abgefertigt: gah af, do Mudder got RoRostock@RibnitzRibn; se hebben em (dem Hund) woll keen goot dan ihn geschlagen ebda; up de Horkers ward nicks gaut dan werden verachtet HaHagenow@RedefinRed; gehorchen: de Hund will nich got don RoRostock@RibnitzRibn; weitere Fälle s. 4 b; gaut maken verdienen: dat ierst Geld, dat ick gaut maakt heff RoRostock@RetschowRetsch; WiWismar@GoldebeeGold; ick will dor nicks bi gaut maken Wa; gut ausführen: sin Sak gaut maken allgem.; etwas an jem. wieder gut machen, vergelten, ausgleichen: sei ... kœnen 't jo nich wedder an di gaud maken Luk. 14, 14; gaut nähmen: dat künnen em de Franzosen man gaud nemen (ihm zu gute halten) Reut. 3, 363; gaut seggen för bürgen: Reut. 6, 156; gaut gahn, stahn, laten: 't geiht mi gaut; dat (Kleid, Schmuck) steiht di gaut; so lett 't di gaut; hei hett dat gaut gahn laten sich gefallen lassen RoRostock@VölkshagenVölksh; Gustav wähld sick ene Fru, de dat ook goot laten Babst Kön. 16; hei hett gaut lachen er kann wohl lachen HaHagenow@RedefinRed; mit dem Nebensinn des Erfolglosen: de Herr Entspecter hadd gaut raupen œwer sinen Fixköter ... man wen nich kamm, dat was min leiw Ponto Bri. 5, 116; auch mit sin: buten Busch is got räden Schö. b. mit Präpos.: gaut för heilsam, helfend, z. B.: dat is gaut för Tähnweihdag'; bürgend: 'des wi ... iuw ... gud darvor sin' (SchwSchwerin@GadebuschGad 1400) UB. 24, 46; dor bün ick got för dafür stehe ich ein Ro; gaut mit freundlich: dor wir he sick nich got mit mit dem stand er auf schlechtem Fuße RoRostock@Poppendorf bei MarlowPoppM; dgl. gaut tau: tau di ... is Gott gaud Röm. 11, 22. Adv.: gaut an sin gut, günstig dran sein, vgl.: gaud an sünd dei Deiners, dei waken daun Luk. 12, 37; hei is gaut an bi em gut angeschrieben vielf. c. abhängig von Präpos.: för gaut endgültig: mak em fast för got Kommando beim Vertäugen, d. h. dem endgültigen Befestigen des Schiffes am Bollwerk Wi Wismar@KirchdorfKirchd; för got fastmaken, dat is mit 'n Wackenslagg (duwwelt Slagg) un 'n halben Slagg Wi; unweigerlich, gewiß, wahrlich: sei hahr'n (hätten) em för gaud bunn'n un dahn L. Reinh. Gött. 22; de drei Kierls sœlen mi för gaut an den Distel ranne Bri. 5, 72; hei müßt för gaut hengahn ob er wollte oder nicht MaMalchin@BrudersdorfBrud; Starwt Fritz, so frig' ick Fik för gaud Gild. Bolt 171; dat will ick em för gaut (wohlweislich) up 't Bodderbrot gäben SchwSchwerin@PampowPamp; dat is för gaut (wahrlich, gewiß) nich uttauhollen Schw Bül; mit gaud' mit Güte: ick will mit god' mit em utkamen WaWaren@PieverstorfPiev; mit god' is manchmal mihr to maken as mit Gewalt Wi; he is em mit god' er behandelt ihn gütig Wa; in guter Laune: wenn he mit god' wir RoRostock@RibnitzRibn; verneint auf teuflisches Wesen, Hexenwerk deutend: dat wir doch woll gor nich mit god', dat se so väl Geld hadd' war ein Werk des Teufels Wa; dat möt nich mit god' sin hier muß Hexerei im Spiel sein WaWaren@SpeckSpeck; dei sünd nich mit gaud' das sind Gespenster Lev; to gode zu gute, zu Dank, nur a. Spr.: 'de boredinghe schole wi em tu gude dun unde bereden' (Gü 1375) UB. 18, 590; 'to ghude komen' (1398) 23, 421; 'alle ding to ghude keren' (1380) 19, 529; dafür modern tau 'n Gauden, überwiegend in gekürzter Form tau Gauden: hei hett dat Geld tau 'n Gauden anwennt es verschwendet (1885) GüGüstrow@GülzowGülz; dei hett em (dem Acker) bannig wat tau Gauden dan stark gedüngt (1885) ebda; Reut. 3, 7; Stillfr. Köst. 1, 114; schließlich noch mit Gäud' Güte gemischt: ick wull em wat tau Gäuden daun Ro; Ehr ok mal dauhn en beten wat tau Gäuden Reut. 5, 146; ebenso geläufig tau gauden kamen: Reut. 4, 297; 6, 35; dat is ehr tau Gauden kamen RoRostock@DoberanDob; sonst noch andere Verbindungen: he sall dat (Geld) man to Goden (nützlich) anwennen RoRostock@RibnitzRibn; tau Gauden hollen: Reut. 6, 352; Denn sleit bi di ein jede Sak taum Gäuden Seem. Bew. 197; in Gauden und in Gäuden im Guten, in Güte: (1887) HaHagenow@RedefinRed; in Göden Mi 25b; im übrigen nur lit. belegt: in Gauden möt 't gahn, mit Gewalt geht 't nich Stillfr. Köst. 1, 224; in Gauden utkamen mit de Lüd' 2, 80; in allen Gäuden Reut. 3, 114; H. Schröd. Buerh. 2, 90; Seem. Hä. 44; schon a. Spr.: 'thů besittende an ghůden unde an vrede' (Ro 1372) UB. 18, 159; mit Gauden und mit Gäuden im Guten, in Güte: mit Gauden lett Dörchläuchten mi nich gahn Reut. 6, 68; volkstümlich: he füng' an mit Gauden tau snacken LuLudwigslust@KummerKumm; versäuk 't eens mit Gäuden Ro Rostock@DierhagenDierh; auch präd. gebraucht: dat is nich mit Gäuden ist nichts Gutes ebda; mit Goden is dat nich das ist Spuk Wa; vereinzelt: na sin grot Gäuden (aus seiner großen Güte; bibelsprachlich) H. Schröd. Buerh. 3, 65; ick ded' dat ut Gauden halber aus Güte WiWismar@KirchdorfKirchd. d. Gruppe: ick späl kort un gaut, ick slah em an de Brill Wa; dor wir dat kort un gaut vörbi mit einmal LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch; lit. sehr geläufig gaut un giern: Reut. 5, 395; Bri. 5, 127; dei wir äwer ok all gaud un giern sine viertig (Jahre alt) Gad.-Trotsche Frünn' 278; ungewöhnlich gaut oder giern: dat (Wasser aus dem Körper) möt irst rut, gaut oder girn Reut. 5, 140, wo der Sinn ein 'übel' statt giern fordert. e. kein Gaut daun ist verneintes gaut daun: de Anblick deiht di kein Gaut Reut. Unterhbl. 1855, S. 3; dei deit em kein Gaut behandelt ihn schlecht WaWaren@FalkenhagenFalk; sprw.: wenn ut 'n Kœtel 'n Hop ward, denn deit hei kein Gaut RoRostock@BastorfBast; Reut. 5, 134. f. ('t) is gaut u. ä., vgl.: is man got, dat wi Snider sünd bei schlechtem Wetter RoRostock@BartelshagenBart; Wa; gaut, dat wi Bessenbinner sünd, hadd' de Jung' seggt, dor set hei achter 'n Aben WiWismar@PoelPoel; is all recht gaut mit de ellern Bessenris', œwer dei bräken man so dull MaMalchin@GielowGiel; dat is all recht gaut, säd' de Buer, wur krigen wi œwer dat Kind de Köst ut 'n Hals? WaWaren@RöbelRöb; dat is lik gaut, Gegenrede: Likgaut (Leichengut) is Dodentüg Ro Rostock@DierhagenDierh. g. einen Abschnitt in der Erzählung schließt die Formel na, dit wir gaut Wa, na, dit geiht jo got RoRostock@RibnitzRibn, na, dit 's jo gaut Gü Güstrow@GülzowGülz, na, gaut von de Sak RoRostock@MarlowMarl ab. h. Adv.: dei möten sick gaut (tüchtig, angestrengt) bruken, wenn sei farig warden willen (1887) HaHagenow@BelschBelsch; Jungs ..., de wiren gaud (mindestens) so grot as hei sülwen Stillfr. Köst. 2, 80; 'n langen Rock, dei güng' gaut œwer de Wad' WiWismar@HornstorfHornst; drauht hett dat recht gaut das Wetter hat stark mit Regen gedroht Wa; dei hett sick dor gaut œwer lacht herzlich Pa Parchim@DobbertinDobb; dat kunn nu woll gaut jeder seihn Reut. 6, 183; dor kümmt kein Gräwer dörch gaut (1887) HaHagenow@BelschBelsch; bet 't gaut Schummer wir reichlich WaWaren@SolzowSolz; Denn Kräften hett hei gaud för drei Erichs. Läusch. 61; in de gaud acht Dag', de ... Reut. 3, 137; läben kann de Minschheit noch ganz un gaut HaHagenow@RedefinRed; hei wir gaut (recht, sehr) taufräden HaHagenow@WittenburgWitt; gaut naug ganz genau: de hadd allens gaud naug mit anseihn Reut. 6, 185; 219; öft.; dat heff ick mi gaut naug dacht das habe ich doch geahnt SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; so gaud as tau Faut miserabel, ungenügend Mi 25b. Zss.: grund-, hand-, hartens-, kör-, prima-, seelens-, ungaut. 4. subst. a. Neutr.; mit dem bestimmten Artikel: de Minsch kann väl verdragen, bloß nich dat Gaud' (1885) RoRostock@BlankenhagenBlank; dat Gaud' kann ok tau väl warden, säd' de Buer, donn hadd' hei sick 'n Fäuder Meß up 'n Lif räten Ratz. Mitt. 4, 12; dat Gaud' will 'n nich weiten, Un dat Slicht möt 'n geneiten Wo. Rim. 25; ohne Artikel: ick wünsch di ok välmal Gaut übliche Dankformel (1890) RoRostock@AlthagenAHag. b. Gen. Neutr., abhängig von wat: dat sall em wat Gaud's bedüden iron. das soll ihm übel bekommen Wi Wismar@NeuklosterNKlost; gewöhnlich von nicks: dat sall di nicks Gaud's bedüden Wa; beide Belege gehören in die dämonisch-magische Sphäre, sie sind Drohungen einer Hexe; aus diesem Bereich stammen auch die folgenden Fälle: dat sall nich wat God's sin dabei soll Hexerei im Spiele sein StaStargard@KrienkeKrienke; dat is nicks Gaud's wääst ist Hexerei gewesen Schö; he meent, dat is jo woll nicks God's StaStargard@HolldorfHolld; süs regiert em nicks Gauds der Teufel Wa; im Vergleich as nicks Gaud's wird der Teufel gemeint, diese Wendung aber als bloß verstärkender Ausdruck gebraucht: lopen ded' s' as nicks Gaud's sehr schnell WiWismar@PoelPoel; sei bölkten as nicks Gaud's RoRostock@RibnitzRibn; positiv: 'da sie etwas Gutes wüßte' (Sympathiemittel) Bey. Hp. 50; außerhalb der magischen Vorstellungen Vorteil, Nutzen: hei hett sin bäten Gaud's dorbi maakt RoRostock@HeiligendammHDamm; die Gen.-Form auch nach kein: sei ... hadd von 't Frigen ok kein Gauds nich hatt Stillfr. Sl. 15; he deit mi ok keen God's mihr got ehelichen Geschlechtsverkehr RoRostock@RibnitzRibn; noch freier: wenn 't Wäder man Gaud's deit SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; Se dankten Gott un deden Armen goods Babst 2, 98; sogar nach dem bestimmten Artikel: dat God's möt dat Leg's verdriben von magischer Krankheitsbehandlung StaStargard@DalmstorfDalmst; und nach dem poss. Pron.: dei red'ten nu sin Gaudes Joh. 12, 17. c. nach Ausfall des Wortes Dag Tag: Vader hett hüt keinen Gauden ist übler Laune Ha; ji beiden plegt Jug hier woll 'n Gauden Stillfr. Sl. 239. 5. n. Subst., Pl. Gäuder a. Habe, Besitz, Eigentum: 'ok late ik ... er darto al myn gůt' (Ro 1371) UB. 18, 13; he hadd' Geld un Got war wohlhabend GüGüstrow@SchwaanSchwaan; sprw.: Got maakt Mot, ok Oewermot; de Ollen ziert dat Got un de Jungen dat Blot RoRostock@DierhagenDierh; 'an Lyff und gude straffen' Gry. Slüt. Q 3b; hei hett sin Gäuder bestellt hat sein Testament gemacht (1887) HaHagenow@RedefinRed; größerer, bewirtschafteter Landbesitz: 'umme dat gud, dat Hennig Glüde gehath hadde in deme dorpe tu Wale' (StaStargard@NeubrandenburgNBrand 1366) UB. 16, 40; 'disse varscrevene gudere' (Schw 1366) 23; Gaud, Pl. Gäuder Mi 25b; he verspreckt di 'n Got, un krigen deest 'n ollen Hot StaStargard@StrelitzStrel; Plüschow wir jo 'n Diestelsgaut gehörte der Familie Diestel SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; up dei Gäuder ward dei Lohnschäpel sträken StaStargard@KoldenhofKold. Zss.: Arwels-, Eddel-, Eigen-, Grafens-, Herrn-, Hus-, Inspektor-, Kirch-, Kœken-, Kroons-, Land-, Ollendeils-, Öllers-, Ridder-, Schepergaut. b. in verschiedenen technischen Bedeutungen, so ist Gaut der zubereitete Rohstoff, wie das zum Wurststopfen zerkleinerte Schweinefleisch SchwSchwerin@PampowPamp; swart Got ist Töpferware StaStargard@ZiddorfZidd; alles, was zu einem Hausstande gehört, die Mitgift der Braut heißt dat Got Jeppe 65; Gäuder upladen, führen die Haushaltssachen der Tagelöhner am Umziehtage, dem 24. Oktober, aufladen und fahren Gü Güstrow@KobrowKobr; RoRostock@RibnitzRibn; den Wagen mit der Aussteuer der Braut ins neue Heim fahren, s. Gäuderwagen; Frachtgut: ein rank gebautes Schiff muß unten schwere Göder krigen Wo. Seem. 2, 105; dat Got die Ausrüstung der Seeleute RoRostock@WarnemündeWarn; Ribn; an Bord wird dat stahn Got das dicke Tauwerk, die Wanten, Stagen, Pardunen, unterschieden vom lopen Got d. h. allem Tauwerk, welches durch die Blöcke geht WiWismar@KirchdorfKirchd; RoRostock@WarnemündeWarn; Wo. Seem. 1, 229. Zss.: Kätel-, Mank-, Pötter-, Sackgaut; Liken-, See-, Takel-, Tau-, Wad'gaut; Baben-, Marktgaut. c. nur Pl. Vieh: dat (den Abfall) krigen de Gäuder HaHagenow@MoraasMor; KJes; de Gäuder hebben noch nicks hatt sind noch nicht gefüttert Loos; hei hett sin Gäuder verköfft un den Acker verpacht't ebda; die Hexe hat allerwägen nah de Gäuder käken LuLudwigslust@TewswoosTewsW; Glais; am Olljohrsabend buk man ein lütt Brot un gew all sin Gäuder 'n Happen von in Kumm; verstanden werden unter Gäuder in erster Linie die Kühe, sodann das kleinere Vieh, auch Gänse, Hühner Lu; daß aber auch die Pferde darunter fallen, bezeugt der Ausspruch eines Häuslers: wat möten uns' Gäuder sick quälen! HaHagenow@RedefinRed; mit Gaud' kam ick wider, ick kenn min Gäuder (1887) ebda. Zss. mit gaut s. ob. 3 am Ende. — Mnd. gôt. — Br. Wb. 2, 526; Dä. 157b; Kü. 1, 596; Me. 2, 423.
20141 Zeichen · 276 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. modern
    Dialekt
    gautAdv., Pron., n., Subst.

    Mecklenburgisches Wb.

    gaut got, flekt. gaud', gauden, gaud's gut; got ist städtische und lit. Lautform, gilt aber von jeher in Sta, die ländli…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gaut

66 Bildungen · 62 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

gaut‑ als Erstglied (30 von 62)

Gautachten

MeckWB

gau·tachten

Gautachten n. Meinung: denn müßt hei sin Gautachten seggen Ro Carl .

Gautama

Meyers

gau·tama

Gautama ( Gotama ), Eigenname des Stifters der buddhistischen Religion (s. Buddhismus ); G. auch angeblicher Verfasser eines Dharmasûtra (s.…

Gautappes

RhWB

gau·tappes

Gau-tappes -ab- Saarbr-Sulzb m.: Spottn. für den Bauer aus dem Saargau.

Gautdat

MeckWB

Gautdat Pl. -daden f. Wohltat: 'n grot Gautdat is dat jo ok nich Ro Ribn ; hei denkt, Gautdat nimmt kein Enn', aber darin irrt er Graal; Pl.…

Gautel

Idiotikon

gau·tel

Gautel Band 2, Spalte 505 Gautel 2,505

gauter

DWB

gau·ter

gauter , gleich golter, kolter ( s. d. ), in dem Baseler nachdruck von Luthers übers. des N. T., wo teppich erklärt wird mit gautter, golter…

Gautfleisch

MeckWBN

Wossidia Gautfleisch n. das für die Leberwurst bestimmte, gekochte Fleisch Wi Wismar@Poel Poel .

gautgäwsch

MeckWB

gautgäwsch freigebig: eenen gotgäwschen Buern dröppt man alle teihn Mil Pa. Me. 2, 430.

gauthartig

MeckWB

gauthartig gutmütig; Warnung vor zu großer Gutherzigkeit: de gauthartigen Huren hebben de meisten Gören Wa Malch ; Ro Ribn . Dä. 158 a ; Me.…

Gautheit

MeckWB

Gautheit f. Güte: Gaudheit Muss. Spr. 19. 1. real gute Eigenschaft, guter Zustand, so die Schärfe der Sensenschneide Wa. 2. seelisch guter W…

Gautheiten

MeckWB

Gautheiten n. Gutheißen, Genehmigung: mit Kasper-Ohm sin Gotheeten Bri. 2, 116; 46.

Gauthier-Villars

Meyers

Gauthier-Villars (spr. gōtjē-wilār), 1) Jean Albert, franz. Buchhändler, geb. 31. März 1828 in Lons-le-Saunier, besuchte die Pariser Polytec…

gauthor

DWB

gau·thor

gauthor , n. stadtthor nach dem gau zu, rheinisch, z. b. in Mainz, Oppenheim, früher in Bingen ( vgl. gaupforte ).

Gautier

Meyers

gau·tier

Gautier (spr. gōtjé), 1) Théophile , franz. Dichter und Kunstkritiker, geb. 31. Aug. 1811 in Tarbes, gest. 23. Okt. 1872 in Neuilly bei Pari…

Gautier de Coincy

Meyers

Gautier de Coincy (spr. gōtjé dö kŭängßi), s. Contes .

Gautier von Arras

Meyers

Gautier von Arras ( Walther von A.), altfranz. Romanschreiber, s. Französische Literatur , S. 6.

Gautier von Metz

Meyers

Gautier von Metz (spr. gōtjé), altfranz. Schriftsteller, schrieb 1245 die » Image du monde « (eine populäre Physik, Astronomie, Erdkunde) in…

Gauting

Meyers

gau·ting

Gauting , Dorf im bayr. Regbez. Oberbayern, Bezirksamt München I, an der Würm, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien München-Murnau und München-G…

Gautjohr

MeckWB

Gautjohr n., a. Spr. PN. 'Godjar' (Ro 1260) Beitr. Rost. 2, 2, 39 b ; Brockm. 106; UB. 4, 2, 190 b ; 11, 274 a ; 17, 111 a . Me. 2, 430.

gautmaken

MeckWB

gautmaken gutmachen s. gaut 3 a. Kü. 1, 597; Me. 2, 430.

Gautmaker

MeckWB

Gautmaker m. bezogen auf einen guten Wurf beim Kegelspiel Wa Jab .

Gautsbesitter

MeckWBN

Wossidia Gautsbesitter n. Gutsbesitzer: Gootsbesitter S. Neum. Volksm. 291.

Gautsch

ElsWB

gau·tsch

Gautsch I , Gäutsch [Kát Büst ; Kœit Lützelstn. ; Pl. –ə] f. Schaukel. ‘auff die gautschen’ Lotterbank Wickram Roll. 76. — Bayer. 1, 965. …

Gautsch I

Idiotikon

Gautsch I Band 2, Spalte 559 Gautsch I 2,559

Gautsch II

Idiotikon

Gautsch II Band 2, Spalte 561 Gautsch II 2,561

gautschbette

DWB

gautschbette , n. grabatum. Dief. 267 b aus Calepinus ; s. gautsche 2 und gautschenbett.

gautschbret

DWB

gautschbret , n. s. unter gautschen 5.

Gautschbrett

Campe

† Das Gautschbrett , des — es, Mz. die — er , bei den Papiermachern, ein Brett, auf welches sie das von der Form genommene Papier legen, um …

gaut als Zweitglied (2 von 2)

glikgaut

MeckWBN

Wossidia glikgaut gleichviel, einerlei Müll. Reut. 46 a .

Näbengaut

MeckWBN

Wossidia Näbengaut n. Nebengut Müll. Reut. 91 b .

Ableitungen von gaut (2 von 2)

ungaut

MeckWB

ungaut böse: he is so ungot ungefällig Ro; Rda.: dat mücht ick ehr nich för ungaud nehmen (nicht übelnehmen) Lehm. Ith. 52; nich för ungaud!…

Vergautung

Meyers

Vergautung , s. Versteigerung , Konkurs , Gant.

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Cotta, M. (2026). „gaut". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gaut/meckwb
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Cotta, Marcel. „gaut". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gaut/meckwb. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gaut". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gaut/meckwb.
BibTeX
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