lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

tau

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
32 in 21 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
Verweise rein
71
Verweise raus
56

Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

tau Präp., Adv.

Bd. 7, Sp. 40
Wossidia tau to zu; abgeschwächt auch te I. Präp. 1. zur Bezeichnung der Lage oder des Zeitpunktes, in weiterem Sinne zur Bezeichnung einer Zugehörigkeit oder eines Zustandes a. lokal (nur in a. Spr. mit Artikel): 'spreken der stades wort to der Wissemare' (Wi um 1250) UB. 1, 603; 'in den missen, de dar holden werden to deme hoghen oltar' (1397) 23, 160; 'wonachtich tů Stargarde' (1382) 20, 163; to Dörp wir uns' Quartier Wa; die Bauern hebben tau Haw deinen müßt Hofdienste leisten Ma Malchin@RemplinRempl; de Hahn kreiht to Wim StaStargard@KublankKubl; seem.: as ick Wach to Koi hadd' Freiwache RoRostock@WarnemündeWarn; hier legen oft twintig Schäpen to Anker vor Anker Dierh; min Vadder is to See bläben ertrunken Ribn; fischersprl.: 'vischen tu yse' (StaStargard@FürstenbergFürst 1361) UB. 15, 46; dat Hääktpoppen ward to Ies' maakt PaParchim@GoldbergGoldb; Rdaa.: dee liggt einen ümmer to Hals, to Liw (bedrängt einen) Nd. Jb. 20, 50; dee hett 'n Lütten to Busch sitten vom Schwachsinnigen ebda; lokales tau kann auch bei Herkunftsangaben erhalten bleiben: hei kem von tau Hus WaWaren@LiepenLiep; as wi von tau Heu kamen deden von der Heuernte WaWaren@SpeckSpeck; in Hinsicht auf Personen, bei: 'pennynghe up nemen ... to cristenluden eder to ioden' (1396) UB. 23, 143; 'tho syck herbergen' Slagg. 196a; mit stärkerer Betonung der Zugehörigkeit: 'myt allen stukken, dat tů der molen lycht' (zur Mühle gehört; 1363) UB. 15, 310; 'hadde de molemester II tymmerlude to sick' (1451) Jb. 39, 10; 'so schal men ehm .. thom lage (Schonenfahrergelag) uthwisen' (Ro 1576) Jb. 59, 116. b. temporal (auch in bezug auf einen Zeitraum): 'mine lude, de ter tiit op den vorscrevenen ghude sitten' (1375) UB. 18, 608; 'tor weken eynen schepell soltes' (wöchentlich; 1461) Jb. 11, 315; 'des morgens fro to achten' (1512) 44, 46; to Sommer im Sommer WaWaren@PenzlinPenzl; to Winterdag Goss. Was mein 27; to Nacht Loep. 156; tau Johr in diesem Jahr RoRostock@BartelshagenBart; tau donntaumalen damals HaHagenow@RedefinRed; tau dunnmalen Reut. 3, 46; in bestimmten Zusammenhängen und in Anlehnung an andere temporale Verwendungsweisen (s. 2 b; 3) können sich entsprechende Wendungen auch auf einen vergangenen oder vorausliegenden Zeitpunkt beziehen: to Johr im vorigen Jahr Sta@ (mehrf.); Ik harr en sweren Drom to Nacht (in der vergangenen Nacht) H. Schröd. Garw 95; dat kann tau Nacht rägen warden in der kommenden Nacht Wo. Sa. c. im Prädikatsverband tau ... sin zur Bezeichnung eines Zustandes: as sei all' tau Slap sünd schlafen RoRostock@AltheideAHeide; tau Johren sin alt sein MaMalchin@NeukalenNKal. 2. zur Bezeichnung der Richtung, in weiterem Sinne zur Bezeichnung einer Zustandsveränderung a. lokal: 'van der stad beth tor lantwere' (1301) UB. 5, 29; 'pande voren unde brynghen tho Malchin' (1396) 23, 4; toms Herrn gahn (verkürzt aus tom Disch des Herrn gahn zum Abendmahl gehen) Mantz. Ruh. 10, 17; to diss' Gegend kamen woll keen mihr, dee sonne ollen Wüürd' halen Nd. Jb. 20, 50; in best. Wendungen tritt die räumliche Vorstellung zurück: 'Gy hebbet to myner scholen gan' (von mir gelernt) Red. Ost. 1278; 'hebben to den hilligen geswaren' (1400) UB. 24, 45; 'radesperszonen, szo vor mynem affscheyden tho rade gekaren' (1536) Beitr. Rost. 3, 1, 80. Insbes. in festen Verbindungen ohne folgenden Artikel: tau Stadt gahn, führen allgem.; tau Holt führen in den Wald fahren, tau Fell' gahn allgem.; Dat ganze Dörp, dat kümmt tau Dör (zur, vor die Tür) Reut. 5, 116; wenn de Parlbrassen to Leik geiht zur Laichstelle WiWismar@SternbergSternb; de Rogg' kem to Timmer (in die Scheune) Nd. Jb. 20, 50; he is to Pohl follen ertrunken ebda; de Sünn geiht to Sump (geht unter) ebda; tau Wag' kladdern HaHagenow@KloddramKloddr; hei kriggt nicks tau Wagen er lädt zu langsam Schw Damb; dat kümmt jo sin Dag nich to Tun (wird nicht gewaschen und zum Trocknen aufgehängt) Nd. Jb. 20, 50; de Fasanen maken tau Bom baumen auf GüGüstrow@WokrentWokr; se sett dree Eierschalen to Füer Sta; mit Verblassen der räumlichen Vorstellung: 'de do to schepe weren, gyngen to segel' (setzten die Segel; 1519) Beitr. Rost. 3, 2, 15; das Schiff is to Anker gahn untergegangen RoRostock@WarnemündeWarn; ick kann vör teihn nich to Tüg kamen (mich anziehen und fertig werden) Nd. Jb. 20, 50; dat möt ick mi to Uhren wrucken laten vorhalten lassen ebda; se hebben em to Liw drückt sind ihm zu Leibe gerückt HaHagenow@WittenburgWitt; wenn mi een to Hand kümmt in die Hände fällt RoRostock@RibnitzRibn; endlich müßt 't apenbor tau Dag' breken (an den Tag kommen) Reut. 3, 429; hei kümmt vergnäugt to Platz (zum Vorschein) S. Neum. Volksm. 277; dor is nicks von tau Bräd' kamen nichts daraus geworden HaHagenow@BelschBelsch. Oft in Verbindung mit Adverbien, die die Richtung betonen oder näher bestimmen: tau Hus an nach Hause SchöSchönberg@CarlowCarl; tau Holt an in den Wald HaHagenow@DöbbersenDöbb; dat Boot is to Grund an gahn untergegangen RoRostock@WarnemündeWarn; so seilten wi ... to Strann' an Bri. 2, 116; 'de pande dryven, vlotten edder vøren to Rozstock in' (1396) UB. 23, 77; tau Fell' in aufs Feld WaWaren@MarihnMar; to Stormeshaven binnen lopen sien (in einem Hafen Schutz vor dem Sturm gesucht haben) Dolb. Küst. 201; dat ni Swerin geiht wedder to Water ünner versinkt PaParchim@LübzLübz; bet to Enn' ut (bis zum Ende) Nd. Jb. 20, 54. b. temporal; auf einen Zeitpunkt hin, über eine Zeit hin: 'heft ... my ... ghunt eynes wedderkopes ... to dren iaren' (1397) UB. 23, 158; in de Nacht tau Lichtmissen vor Lichtmeß SchöSchönberg@KöchelstorfKöch; mit adverbialer Ergänzung: tau Abend hen gegen Abend WaWaren@Werder bei PenzlinWerdP. c. tau ... kamen, warden, maken u. dgl. zur Bezeichnung einer Zustandsveränderung oder eines Ergebnisses (vgl. 1 c): 'de Vyende ... tho dode slan' Gry. Lb. 2, H 1b; dei hebben sick hier tau Dod' äten PaParchim@Groß PankowGPank; 'de (Glocke) quam to stucken' (zersprang; 1549) Jb. 47, 84; süs kümmt dat Kuurn nich richtig tau Swadd wird beim Mähen nicht gut hingelegt WaWaren@WredenhagenWred; dat is nie to Funn' kamen gefunden worden StaStargard@Hohen ZieritzHZier; tau Blatt kamen Blätter bekommen RoRostock@RibnitzRibn; wo kümmt de Esel tau de langen Uhren? Reut. 3, 277; 'wy sint des to rade worden' (haben den Beschluß gefaßt; 1386) UB. 21, 6; dat is nu to Acker maakt Sta; tau Räuk maken in Ordnung bringen Mi 69b; dat kriggt hei jo to Nutzen gereicht ihm zum Vorteil HaHagenow@LübtheenLübth; wenn dat to 'n Glücken geiht glücklich abläuft Nd. Jb. 20, 50; de Kauhjung' hett tau Schaden hött die Kühe ins Korn gehen lassen Lu; dat will sick nich to Wäder setten beständiges Wetter werden Nd. Jb. 20, 50; zur Bezeichnung eines bevorstehenden oder möglichen Zustandes: hei is tau 'n Starben ist dem Tode nahe LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch; wat to 'n Dod is, dor kœnen de Dokters ok nich helpen Nd. Jb. 20, 50; dat Licht is tau 'm Utgahn dem Erlöschen nahe RoRostock@BartelshagenBart; ähnlich: wi legen to 'n Kentern Ribn. 3. vor einer Größe, der etwas hinzugefügt wird (vgl. II 3); zusätzlich zu: ick heff vier Mark verdeint tau Äten un Drinken SchöSchönberg@CarlowCarl; temporal nach (a. Spr.): 'des sondages to vastelavende' (1396) UB. 23, 34; 'des achteden dages tho twelften' (am 13. Jan.) 170. 4. zum Ausdruck einer bestimmten Beziehung (vgl. II 4); in Hinsicht auf: dat sall to Blot helpen (gegen Bluten) Nd. Jb. 20, 50; woans de Seiß tau Bom stünn wie das Sensenblatt zum Sensenbaum stand GüGüstrow@NiendorfNiend; besonders bei Ausdrücken der Gemütsbewegung und des Denkens: 'sikk to de Hochtied freuen' (1712) Kohf. Hg. 13, 3; allgem.; Stine lacht' tau ehren Mann (über ihn) Gild. Frank 236; wat denken de Lüd' to di! (von dir) Zand. Bill. 72; sick to ne frisch gewöhnen (an eine neue) Nd. Jb. 20, 50; to em hadden se all' Bang' Wa. 5. zur Angabe eines Zweckes, einer Bestimmung: 'eikenholt ... to tunen' (1346) UB. 10,44; 'z scholen beholden vryge weghe ... tho alle ereme behovve' (1389) 21, 352; 'gheven ... twe toppe vlesses tu teghede' 271; 'dem gelage 2 tunnen behr thor straffe geven' (1576) Jb. 59, 116; 'don synt de klocken tho storme slagen' (um die Bürger zusammenzurufen; 1583) 8, 187; he sall dat (Geld) man to Goden anwennen Nd. Jb. 20, 51; to 'n Füeranbötent is dat got Nd. Kbl. 17, 65a; (Lämmer) warden ... to Mast upstellt Loep. 183; sei hebben em tau Rat nahmen um Rat gefragt MaMalchin@DargunDarg; de beste Tit tau 'n Seiden zum Säen Schö; so 'n Acker möt ok mihr to Weir liggen Loep. 159; ick heff dat Pierd to Sadel als Sattelpferd WaWaren@PenzlinPenzl; dat hett hei tau Pand dorlaten GGiev; de Wisch ward ... de Hamel to Pris' geben (überlassen) Loep. 126; in Hinsicht auf eine Stellung und Tätigkeit: ick wir bi minen Vader tau Haw von ihm als Hofgänger gestellt GüGüstrow@KuchelmißKuch. 6. zur Bezeichnung der Art und Weise a. zur näheren Charakterisierung der Art eines Verhaltens, Geschehens: '40 dage to water und brode vasten' Gry. Paw. Uu 4b; de Wind kümmt to Gunsten Wa. b. zur Bezeichnung einer Entsprechung: einen tau Munn' snacken nach dem Munde reden HaHagenow@RedefinRed; dei ... passen ..., as wenn s' uns to Liw makt wieren Quitz. 2, 209; to Waag', to Lot stellen in waagerechte, senkrechte Stellung bringen StaStargard@WoldegkWold; de Piler is nich to Winkel nicht winkelrecht LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch. c. das Mittel bezeichnend, mit dem eine Tätigkeit ausgeübt wird: Flaß würd' tau Hand swungen HaHagenow@DreilützowDreil; tau Faut, tau Pierd, tau Wagen kamen allgem. II. Adv. 1. zur Verstärkung von Orts- und Zeitangaben: de Weg güng buten de Trad' to Nd. Jb. 20, 44; de Schippsklock is hinner de Back to Ro; vör Middag tau (am Vormittag) Bri. 3, 139; vermorrntau Reut. 6, 80 (aus vör Morgen tau, s. Bd. 4, 1256). 2. als Richtungsangabe: 'mid watervlote thů unde af' (1372) UB. 18, 159; die Richtung betonend: de Brun (Pferd) slög' nah Lüd' to Nd. Jb. 20, 51; nah Lübeck hebben se tau wullt SchöSchönberg@CarlowCarl; übertr.: sei kann ok nich tau ahn Sprütten nicht weiter-, zurechtkommen ohne Spritzen SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; wit tau sin in bestimmter Hinsicht verändert sein (vgl. I 2 c): as wi wider to wiren weiter ausgebildet RoRostock@RibnitzRibn; de arme Fru, de all so wid tau is (zermürbt) Reut. 3, 223; se sünd all sihr wit to wäst (stark zugerichtet) Wo. Seem. 2, 226; licht tau sin im Hinblick auf eine mögliche Veränderung: dat is ganz licht tau wäst hätte leicht sein können WiWismar@PoelPoel; oll Mann is licht tau kann bald sterben Schö Schönberg@SchlagsdorfSchlagsd. 3. zur Bezeichnung einer Zugehörigkeit: 'mynen hof ... mit sosz hůven, de dar lichen tho' (1375) UB. 18, 632; einer Hinzufügung, Ergänzung (sich einer Konjunktion nähernd) außerdem, auch (vgl. I 3): 'eikenholt ... to tunen, to wen nott, tor buwede' (1346) 10, 44; nu is 't anner Kind tau dot HaHagenow@RedefinRed; im Sinne einer Hervorhebung: denn wullen se (Mutterschafe) de Lämmer nich annähmen, to de jungen nich HaHagenow@WittenburgWitt; vgl. auch IV 3. 4. eine bestimmte Beziehung ausdrückend (vgl. I 4); sin ... tau als Ausdruck einer Einstellung (zu etw., jem.), eines Verhaltens: dei beiden wiren sick nich gaut tau LuLudwigslust@EldenaEld; sei is de Katten nich gräun tau HaHagenow@LankLank; nicks is mi leger tau as dat Supen Nd. Jb. 20, 50; dat is mi ümmer so komisch tau WiWismar@PoelPoel; elliptisch auch ohne Bezug auf eine Person: hei is wat butt (derb) tau Schmidt Gad. 3, 136. Oft in der Verbindung dor ... tau (vgl. dor, Bd. 2, 384): dor hülp nicks tau dagegen Wa; he hadd' dor to 'n groten Lust to Nd. Jb. 20, 50. 5. einen Zweck, eine Eignung u. dgl. bezeichnend (vgl. I 5, 6): Oll Mann un oll Pierd Sünd nicks wiert, Oll Fru un oll Koh Sünd allerwägen to (für alle Arbeiten da) Latend. Agr. 223. 6. zum Ausdruck einer Beschleunigung (im Anschluß an 3, nur in Aufforderungen, Zurufen); hierher vielleicht schon: 'thø mit drecke' (heran mit dem Dreck! Bürgerspr. Wi) UB. 20, 359; man tau! los! allgem.; tau! Zuruf an die pflügenden Ochsen Schw (vgl. taudi); abgeschwächt: so, nu in Gotts Nam to! beim Beginn einer Arbeit RoRostock@KröpelinKröp. III. Adj. in prädikativer und attributiver Verwendung 1. tau sin geschlossen sein: De Av is warm, dat Schott is äben too Egg. Trems. 183; ihrer dat to wir zugefroren Wi; to Maidag müßt in 'n Goren alles üm un to sin zugepflanzt StaStargard@KratzeburgKratz. 2. attributiv; geschlossen, zugemacht: 'n tau Taschenmetz LuLudwigslust@EldenaEld; 'n tauen Kuffert RoRostock@RibnitzRibn; doppelt flektiert: in 'n tau'nen Wagen HaHagenow@LübtheenLübth; Rda.: dei kickt ut tau Finsterladen sitzt im Gefängnis HaHagenow@RedefinRed. IV. Partikel mit abgeschwächter oder geschwundener Eigenbedeutung in verschiedenen Funktionen 1. vor Adjektiven und Adverbien a. zur Bezeichnung eines Übermaßes, einer Steigerung; allzu: 'articule ..., de dessen bref krenken, breken unde tona wesen' (1454) Jb. 11, 335; he gifft sick to wit raf Nd. Jb. 20, 41; de Hawer is nich to grot nicht sehr hoch Wa; steigernd in Verbindung mit gor: 't wir en gor tau schönen Heiligabend west Stillfr. Hack 16; kontrahiert gor'e: dei Appel sünd gor'e lütt RoRostock@RövershagenRöv; mit Umstellung des Artikels: dei hett tau 'n grot Mul Kühl; elliptisch vor Substantiven, die eine Eigenschaft zum Ausdruck bringen: tau 'n Kierl ein ungewöhnlicher, unanständiger Mensch Mi 41a. b. in fester Verbindung mit dem Artikel vor Superlativen am: 'tom latesten' (zuletzt; 1482) Jb. 53, 165; dat is tom gesunnsten Nd. Jb. 20, 51; tom besten weiten ebda; dat helpt to 'n iersten am ehesten StaStargard@NeubrandenburgNBrand; so säd' hei taum wenigsten (wenigstens) Bri. 3, 73; tom höchsten sünd dat twintig (höchstens) Nd. Jb. 20, 51. c. in fester Verbindung mit Adverbien der Art und Weise (bes. in a. Spr.): 'drutteyn morghen ackers, ... den ik my ... to sunderghen bedinghet unde bevorewordet hadde' (besonders; 1399) UB. 23, 559; tau gewöhnlich kann 'n dat nich krigen LuLudwigslust@Alt JabelAJab. 2. vor Substantiven und Pronomen a. eine Zuwendung betonend (in Anschluß an I 2, 4; in der Funktion einer Kasuspartikel): 'de halve hůve ..., de de heren ... to der kerken ... vorbrevet hebben' (1398) UB. 23, 387; se vertellt dat to ehr Mudder Wa; noch bün ick Vadder to de Diern Schw; Bri. 3, 139; en ... trugen Fründ tau mi Reut. 4, 315. b. eine nähere Erläuterung gebend als: se hadden een Dochter to Kind Wa; hei hadd' dat tau 'n Wuurt gebrauchte oft das Wort LuLudwigslust@Alt JabelAJab; hei will ehr tau Frünn' hollen RoRostock@ToitenwinkelToit. 3. vor der Konjunktion wenn eine Bedingung betonend (im Anschluß an II 4); noch dazu, zumal: tau wenn Snei liggen ded' SchwSchwerin@PeckatelPeck; tau wenn sei 'n Brüjam hadden MaMalchin@DargunDarg. 4. vor Verben im Infinitiv (urspr. mit dem Dativ des sog. Gerundiums, vgl. D. Wb. 16, 228): 'de beschet (bestimmte) he to gevende sines broder dohter' (Wi um 1250) UB. 1, 604; 'ick hebbe nichtes tho donde' (muß nichts tun) Chytr. Coll. C 3b; Ick bün man veer to döpen gahn (um vier Kinder zu taufen) Wilke 68; hei ... wull sick tau wahnen setten (heiraten und ansässig werden) Wagtsm. Dörp. 2, 35; Micheil is Tit, Roggen tau seien allgem.; vör teihn Johr ging dat ook ganz licht tau maken Schwarz 1; de Snuppen is nich ahnig to warden (nicht loszuwerden) Nd. Jb. 20, 41; wenn se bi to fallen sünd Nd. Kbl. 17, 61a; se hadden sick antofaten 61b; dat Sei ... hier ... tau hängen bleben Heim. 5, 11a; wat deest du hier int Dörp to lopen un rümtospölken? Nd. Kbl. 16, 36; dor sitt ne Fru einsam tau spinnen H. Schröd. Buerh. 3, 45; fünn ick Moder ... up mi tau luern 2, 14; dat ward tau dakern es wird neblig LuLudwigslust@GorlosenGorl; kreg (em) bi 'n Arm tau faten Stillfr. Köst. 2, 81; wo oft hett he uns ... to grugen makt! Zand. Bill. 168; Dunn wir Jehann tau wannern kamen (als Handwerksbursche zugewandert) Reut. 5, 426; ick kem bi N. to deinen (wurde Knecht bei ihm) Nd. Kbl. 17, 61a; hei hett mi verspraken to kamen Wa; ohne formales Bezugswort: sonn' kiwigen Bostbengel un to roren (und trotzdem weint er) Nd. Kbl. 16, 36; sonn' Snappenlicker un to frigen ebda. — Zss.: äben-, achter-, baben-, bet-, bi-, buten-, dor-, fuurtwährend-, gegen-, glup-, grad'-, hen-, her-, hier-, hinner-, ierstlich-, knapp-, lik-, neger-, nuurden-, ümmer-, unner-, vör-, wurtau. — Mnd. tô. — Br. Wb. 5, 75; Dä. 487a; Da. 224a; Kü. 3, 429; Me. 5, 73.
15322 Zeichen · 363 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TAUstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    TAU stn. tau, der griechische buchstabe. waʒ in dem stempel stüende? ein Tau mit lambes bluote rôt, dem holze glîch, dar…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    tauN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    tau , N. Vw.: s. touwe

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tau

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Tau , des -es, plur. die -e, ein sehr starkes oder dickes Seil, in welchem Verstande alle ungewöhnlich starke Seile …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tau

    Goethe-Wörterbuch

    Tau [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tau

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Tau , s. Tauwerk .

  6. modern
    Dialekt
    Tau

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Tau Band 3, Spalte 3,1330f.

  7. Sprichwörter
    Tau

    Wander (Sprichwörter)

    Tau 1. Das Tau zu ziehen, liegt dem Schiffer ob. – Burckhardt, 121. Jeder soll sein eigenes Geschäft kennen. 2. Mit gebr…

  8. Spezial
    tau

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +3 Parallelbelege

    tau [tạu] m. (lëtra dl alfabet grech) Tau n.

Verweisungsnetz

112 Knoten, 101 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 13 Wurzel 2 Kompositum 78 Sackgasse 19

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tau

2.214 Bildungen · 2.167 Erstglied · 41 Zweitglied · 6 Ableitungen

tau‑ als Erstglied (30 von 2.167)

Tau I

SHW

Tau I Band 1, Spalte 1415-1416

Tau II

SHW

Tau II Band 1, Spalte 1415-1416

Tau'tragel

DRW

Tau'tragel, m. Person, die ein steifes bzw. lahmes Bein hat vgl. 1Tau si quis autem alium in genuculo placaverit, ita ut claudus permaneat, …

Tau(b)nessleⁿ

Idiotikon

Tau(b)nessleⁿ Band 4, Spalte 806 Tau(b)nessleⁿ 4,806

Tau(w)eⁿ

Idiotikon

Tau(w)eⁿ Band 16, Spalte 17 Tau(w)eⁿ 16,17

Tau(w)mantel

Idiotikon

Tau(w)mantel Band 4, Spalte 343 Tau(w)mantel 4,343

Tau(w)mäder

Idiotikon

Tau(w)mäder N. Band 4, Spalte 75 Tau(w)mäder N. 4,75

Tau(w)ner

Idiotikon

Tau(w)ner Band 16, Spalte 46 Tau(w)ner 16,46

Tau(w)neriⁿ

Idiotikon

Tau(w)neriⁿ Band 16, Spalte 57 Tau(w)neriⁿ 16,57

tau(w)neⁿ

Idiotikon

tau(w)neⁿ Band 16, Spalte 45 tau(w)neⁿ 16,45

Tau(w)rëgeⁿ

Idiotikon

Tau(w)rëgeⁿ Band 6, Spalte 728 Tau(w)rëgeⁿ 6,728

Tau(w)schnëgg(eⁿ)

Idiotikon

Tau(w)schnëgg(eⁿ) Band 9, Spalte 1197 Tau(w)schnëgg(eⁿ) 9,1197

Tau(w)schüssleⁿ

Idiotikon

Tau(w)schüssleⁿ Band 8, Spalte 1484 Tau(w)schüssleⁿ 8,1484

Tau(w)schūm

Idiotikon

Tau(w)schūm Band 8, Spalte 778 Tau(w)schūm 8,778

Tau(w)tropf

Idiotikon

Tau(w)tropf Band 14, Spalte 1273 Tau(w)tropf 14,1273

Tau(w)wëlleⁿ

Idiotikon

Tau(w)wëlleⁿ Band 15, Spalte 1199 Tau(w)wëlleⁿ 15,1199

Tau(w)wëtter

Idiotikon

Tau(w)wëtter Band 16, Spalte 2277 Tau(w)wëtter 16,2277

taueln

SHW

tau-eln Band 1, Spalte 1425-1426

taunaß

SHW

tau-naß Band 1, Spalte 1433-1434

Taunessel

SHW

Tau-nessel Band 1, Spalte 1433-1434

Tautropfen

SHW

Tau-tropfen Band 1, Spalte 1435-1436

Tauwasser

SHW

Tau-wasser Band 1, Spalte 1437-1438

Tauwetter

SHW

Tau-wetter Band 1, Spalte 1437-1438

Tauwind

SHW

Tau-wind Band 1, Spalte 1437-1438

Tauwurzel

SHW

Tau-wurzel Band 1, Spalte 1437-1438

Tauaben

MeckWB

tau·aben

Tauaben m. geschlossener Räucherofen Ro NHagD .

tauägen

MeckWB

tau·aegen

tauägen durch das Eggen zudecken; die beim Lankägen entstandenen Wendeschleifen übereggen Ha Belsch , vgl. ägen 2 a.

tauäten

MeckWB

tauäten 1. dazuessen: bi Appeluntüffel ward Läwerwust tauäten Ro Ribn . 2. sich beim Essen beeilen: ät tau! Ha Witt .

tauarbeiten

MeckWB

tau·arbeiten

tauarbeiten 1. durch Beackern einebnen: de Barg is toarbeit't Sta HZier . 2. zusätzlich arbeiten, verdienen: dei Fru müßt tauarbeiten Ro Rib…

tau als Zweitglied (30 von 41)

ahtau

KöblerGerm

*ahtau , Num. Kard. nhd. acht ne. eight; RB.: got., an., ae., afries., as., ahd. E.: idg. *ok̑tōu, *ok̑tō, *h₃ek̑teh₂, Num. Kard., acht, Pok…

Kotau

RDWB1

Kotau m einen Kotau vor j-m machen idiom. - заискивать перед кем-л.; лебезить перед кем-л.; пресмыкаться перед кем-л.

Rückstau

RDWB1

Rückstau m (kein Bezug zu "назад") пробка (транспортная, дорожная)

Schlepptau

RDWB1

Schlepptau n j-n im Schlepptau haben idiom. привести; притащить с собой; кто-л. следует (по пятам) за кем-л.; кто-л. кого-л. сопровождает Es…

äbentau

MeckWBN

aben·tau

Wossidia MeckWB äbentau 2. ununterbrochen, in einem fort: hei wrœgelt äbentau ist ständig mürrisch Schö @ Schlagsd.

ahtau

KöblerGot

ahtau , athe, krimgot., Num. Kard. nhd. acht ne. eight; lat. octo ÜG.: gr. ὀκτώ; ÜE.: lat. octo Q.: Bi (340-380), BKV E.: germ. *ahtau, Num.…

Ankertau

Adelung

anker·tau

Das Ankertau , des -es, plur. die -e, ein starkes Tau, woran der Anker auf einem Schiffe befestiget ist; das Kabel, und wenn es schwächer is…

Antau

BWB

Antau Band 3, Spalte 3,1331

binnentau

MeckWBN

binnen·tau

Wossidia binnentau nach innen, innen: all des Slichtigkeiten kamen von binnen tau her Mark. 7, 23.

Falltau

Adelung

fall·tau

Das Falltau , des -es, plur. die -e, an den Schiffen, ein mit Knoten versehenes Tau an der Treppe, woran man sich im Auf- und Absteigen hält…

Geytau

Adelung

Das Geytau , des -es, plur. inus. S. Adelung Geyen .

gietau

DWB

gietau , n. , nd. form für geitau, tau am segelwerk eines schiffes, s. unter geien , teil 4, 1, 2, 2559, und bei Kluge seemannsspr. 309 ; gi…

Glattau

Wander

glat·tau

Glattau Sie ist von Glattau. (S. Bredleben, Nachtr.) Von einer weiblichen Person mit flacher Brust.

Gytau

Adelung

Das Gytau , des -es, plur. die -e, in der Schifffahrt, S. Adelung Geyen .

hierhentau

MeckWBN

Wossidia hierhentau hierher; verkürzt: hirent' Müll. Reut. 56 a .

Hönigtau

BWB

Hönigtau Band 3, Spalte 3,1331

Jölltau

MeckWBN

Wossidia Jölltau n. die dünne Leine, welche bei der Bergung der Besatzung eines im Sturm gestrandeten Schiffes zunächst mit einer Rakete übe…

kabeltau

DWB

kabel·tau

kabeltau , n. wie kabel, tau schon allein, doch deutlicher gemacht: man nahm zweiunddreiszig playten ( platte fahrzeuge ) ... und diese fügt…

Mehltau

Pfeifer_etym

mehl·tau

Mehltau m. ein schimmelartiger, von Pilzen hervorgerufener weißer Überzug auf Pflanzenblättern, auch der weißliche (und infolge ähnlichen Au…

Miltau

Idiotikon

mil·tau

Miltau Band 1, Spalte 6 Miltau 1,6 A

nuurdentau

MeckWBN

Wossidia nuurdentau nach Norden: un nurdentau güng de Fohrt W. Neum. Viert 17.

Pfortentau

Adelung

pforten·tau

Das Pfortentau , des -es, plur. die -e, auf den Schiffen, besondere Taue, womit die Stückpforten verschlossen werden.

Raktau

Adelung

rak·tau

Das Raktau , des -es, plur. die -e, S. Adelung Rak .

saumtau

DWB

saum·tau

saumtau , n. taue, womit segel eingefaszt werden, um ihren rand zu verstärken; vergl. erstes saum 3, b. Jacobsson 3, 526 b . Eggers 2, 748 .

schlepptau

DWB

schlepp·tau

schlepptau , n. 1 1) schlepp-tau, bey dem wallfisch-fang, ein seil, womit man den getödeten wallfisch beym schwanz an das schiff zieht, funi…

Ableitungen von tau (6 von 6)

betauen

BWB

betauen Band 3, Spalte 3,1359

getau

DWB

getau , n. , ein sammelwort zu tau ( th. 11, 162), vereinzelt belegt; in der bedeutung berührt es sich mit dem vorigen und scheint auch mit …

Getaue

WWB

Ge-taue f. [Enr] Web-, Bandstuhl. De Getaue aflt’n die Ketten nachlassen, bis die Anker fast die Erde berühren ( Enr Sw ). — Ra.: He heät w…

Taue

WWB

Taue m.f.n. [verstr.] 1.1. Webstuhl. In’t Tau gaohen in den Webstuhl steigen, anfangen zu weben ( Wdf Fr ). He sitt in’t Tau ( Lhs Dr ). — R…

vertauen

RhWB

ver-tauen: ein Boot v., mit Tauen festlegen ebd.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „tau". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/tau/meckwb
MLA
Cotta, Marcel. „tau". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/tau/meckwb. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „tau". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/tau/meckwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_tau_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„tau"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/tau/meckwb},
  urldate      = {2026-05-11},
}