Eintrag · Frühneuhochdeutsches Wb. (FWB)
masse
masse
- ›Maß allgemein, nach Länge, Fläche, Volumen, Gewicht bemessene und je nach zu messender Bezugsgegebenheit gebrauchtsadäquat festgelegte Einheit innerhalb eines Systems größerer oder kleinerer solcher
- ›Längenmaß, Maßeinheit, die nach ihrer Länge bemessen ist‹; als Metonymie: ›gemessene Strecke‹; die Handhabbarkeit der Längenmessung erfolgt relativ, man vgl. folgende Reihen bzw. Vergleichseinheiten
- ›Maßstab, mit dem etw. / j. (hier im ütr. Sinne) gemessen wird‹; an 2 anschließbar.
- ›Flächenmaß (im Bergbau), und zwar diejenige Maßeinheit, in der Grubenfelder vermessen und in einem damit einhergehenden Verfahren zugeteilt werden‹; als Metonymie: ›Grubenfeld‹; die ungefähre Länge u
- ›Hohlmaß für Flüssigkeiten, Flüssigkeitsmaß (von allem für Wein, auch für andere Flüssigkeiten sowie Öle, Fette)‹; als Metonymie: ›konkretes Exemplar eines solchen Maßes‹; darunter: ›amtlich gültiges
- ›Hohlmaß mittlerer Größe für schüttbare Bezugsgegenstände wie Getreide‹; seltener für: ›Mehl, Viehfutter‹; vereinzelt auf den Menschen ütr. (s. u. Mayer).
- ›Silben-, Versmaß, Zeit- und Akzentgliederung poetischer Sprache‹; ütr. auch auf einen Bauchwind.
- ›genau abgemessener Lauf der Himmelskörper; Lage, Welt; Tageslauf‹.
- Maßeinheit für weitere Bezugsgegenstände, z. B. für Färberwaid, Gold, Salz, Erz, Fische, Mist; vereinzelt belegt.
- ›Maß, Ausmaß, Umfang von etw., das zwar als bemeßbar gedacht / geglaubt / gewünscht wird, sich aber der physikalischen Messung entzieht und tendenziell unsagbar ist (vgl. die Fülle von Verbalabstracta
- ›Perspektive, in der eine Bezugsgröße zu einer anderen, den Maßstab bildenden, steht; Verhältnis des Einen zum Anderen‹.
- ›vorgegebene oder gesetzte Beschränkung, Grenze der Existenz, Wirkungsmacht e. P., Grenze des Denkens und Handelns e. S. / P.; Zurückhaltung, Hemmung‹.
- ›Maßhalten als Kardinaltugend, dem Menschen eigene Kraft zur Beherrschung der Triebe, moralisch geleitete Selbstzucht gegen übersteigerte Sinnlichkeit, zur Askese hin offener Vollzug eines beständigen
- ›der Bewältigung von Alltagssituationen jeweils angemessenes Maß, zurückhaltende Verhältnismäßigkeit, Mittelmaß (zwischen Extremen), kluge Bedachtsamkeit, Augenmaß, abwägendes Urteil, Angemessenheit d
- ›gegliederte, gleichsam abgemessene Ordnung der Welt, der Natur, des sozialen Zusammenlebens‹, damit zugleich: ›Gebot zur Beachtung der Ordnung durch regelkonformes Verhalten sowie dieses selbst‹; auc
- ›Art, Weise, wie eine Bezugsgröße gestaltet, ein Sachverhalt beschaffen ist, ein Vorgang verläuft, e. P. handelt‹; hohe Phrasemaffinität, offen zu 17.
- phrasematische Verwendungen in festgewordener Kasuskonstruktion oder mit Präp.; frequenter, teils polysemer Gebrauch.
- steht mit Adjektivattribut oder mit gen. explicativus für die Bezugsqualität bzw. die Bezugsgröße des Adjektivs bzw. des Genitivausdrucks; z. B. erlicher masse(n) ›ehrlich, ehrlicher Weise‹, mit guter