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Hêben

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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25 in 19 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Hêben

Bd. 2, Sp. 1042
Hêben, verb. irreg. act. Imperf. ich hob, (Oberd. hub und hebte;) Conjunct. ich höbe, auch wohl noch hübe; Mittelw. gehoben, (Oberd. gehaben und gehebt;) in die Höhe bewegen, von der Oberfläche der Erde entfernen. 1. Eigentlich. Die Last ist so schwer, ich kann sie nicht heben. Wer den Stein nicht heben kann, der muß ihn fortwälzen. Der Wind hebt den Staub, wenn er ihn aufwärts treibet. Die Wage hebt tausend Pfund. Die Hand gen Himmel, die Augen in die Höhe, das Haupt empor heben. Mein Herz hebt sich mühsam unter einer drückenden Last, Sonnenf. Schmachtende Seufzer hoben die schwellende Brust. Jemanden auf den Tisch, auf das Pferd heben. Jemanden vom Pferde, aus dem Wagen, aus dem Bette heben. Jemanden in den Himmel heben, figürlich, ihm außerordentliche Lobeserhebungen beylegen, S. Erheben. 2. Figürlich. 1) Von verschiedenen Handlungen, welche mit einem eigentlichen Heben oder Aufheben verbunden sind. Einen Schatz heben, ihn ausgraben. So auch, einen Stein heben. Einen Graben heben, d. i. reinigen, ausschlämmen, von neuen aufgraben. Ein Kind aus der Taufe heben, dessen Pathe seyn; im mittlern Lat. Levare de sacro fonte. Bey[] den Jägern hebt der Wolf oder Fuchs die Lockspeise, wenn er sie frißt. Jemanden aus dem Sattel heben, eigentlich, ihn mit der Lanze von dem Pferde stoßen, eine von den ehemahligen Turnieren entlehnte R. A. figürlich, jemanden überlegen seyn, ihn aus dem Besitze eines Gutes oder Vortheiles treiben. Ein Haus heben, in verschiedenen Hoch- und Oberdeutschen Gegenden, das Zimmerwerk aufsetzen und zusammen fügen; im Nieders. richten, S. Hebemahl. 2) * Zur Hebe bringen, d. i. mit Aufhebung darbringen, besonders Gott zum Opfer bringen; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, welche noch in der Deutschen Bibel vorkommt. Desselben Speisopfer heben zum Gedächtniß, 3 Mos. 2, 9. Alles Fett des Sündopfers soll er heben, Kap. 4, 8, 19. Alles Goldes Hebe, das sie dem Herrn huben, 4 Mos. 31, 52. S. Hebe. 3) Einnehmen, in Empfang nehmen, von Einkünften, Abgaben und Geldsummen. Geschoß und Steuern heben. S. Hebung. Im mittlern Lat. levare, elevare, Franz. lever. Geld oder Gelder heben, zu sich nehmen, in Empfang nehmen. Das Geld ist schon von einem andern gehoben, d. i. in Empfang genommen worden. Daher die noch bey den Handwerkern übliche R. A. mit einem Handwerke heben und legen, dessen sämmtliche Gebräuche beobachten, sich gewisser Maßen zu demselben bekennen; eigentlich, gemeinschaftlich einnehmen und ausgeben, seinen Beytrag an Gelde mit demselben geben, und solchen auch gemeinschaftlich mit demselben genießen. Im mittlern Lat. wurden die Eingebornen Unterthanen eines Herren Levantes et cubantes, Franz. Levans et couchans, genannt, zum Unterschiede von den Albanis oder Fremden. 4) * Aufstehen und sich weg begeben, als ein Reciprocum; ein im Hochdeutschen veralteter Gebrauch. Hebet euch aus dieser Gemeine, 4 Mos. 16, 45. Nun hebe dich an deinen Ort, Kap. 24, 11. Hebe dich entweder zur Rechten oder zur Linken, 2 Sam. 2, 21. Hebe dich weg von mir, Satan! Matth. 4, 10. 5) * Entstehen, als ein Reciprocum; eine im Hochdeutschen gleichfalls veraltete Bedeutung, wofür sich erheben üblicher ist. Daselbst hub sich ein groß Freudengeschrey, Ezech. 23, 42. Und hub sich ein groß Ungewitter auf dem Meere, Jon. 1, 4. 6) Wegschaffen, aufhören machen, endigen; nur in einigen Fällen. Einen Streit heben, endigen. Eine Krankheit, einen Anstoß heben, wegschaffen. Eines Furcht, eines Kummer heben. Einen Zweifel heben, auflösen. Einen Einwurf heben, zeigen, daß er ungegründet sey. Keine Irrthümer sind schwerer zu heben, als die ihren Schutz in dem natürlichen Charakter unsers Geistes finden, Gell. Das Lat. levare und elevare, das Franz. lever und Schwed. haefwa werden auf ähnliche Art gebraucht. 7) Hervor stechend machen, machen, daß eine Sache deutlicher, merklicher in die Sinne falle oder lebhafter empfunden werde. Durch starke Schatten um die Figuren, werden diese gehoben. Der Mahler hebt einen Gegenstand, wenn er einige Pinselstöße mit hellen oder glänzenden Farben darauf thut. Plötzlich hob das feinste Roth die Weiße ihrer Haut. Sie hatte keine Schminke gesparet, ihre Gesichtsfarbe zu heben. 8) Ehre, Ansehen, Vermögen ertheilen. Jemanden heben. Sich heben, zu Ansehen, Gewalt oder Vermögen gelangen. S. auch Erheben. Daher die Hebung, S. solches hernach besonders. Anm. Die Oberdeutsche Form, Imperf. hub, Mittelw. gehaben und gehebt, kommt noch in der Deutschen Bibel vor. Das Land darüber ich meine Hand gehaben, 2 Mos. 6, 8, wofür 4 Mos. 14, 30 gehebt stehet. S. Erhaben. Dieses alte Zeitwort lautet bey dem Ulphilas hafjan, bey dem Kero heffan, bey dem Ottfried heffen, und im Imperf. huob, bey[] dem Übersetzer Isidors hepfan, (S. Hupfen,) bey dem Winsbeck haben, im Angels. heavian, im Nieders. heven, im Engl. to heave, im Dän. häve, im Schwed. haefwa, im Wend. hibam und gibam. Es stammet von dem alten ha, hoch, her, von welchem mit veränderten Ableitungslauten auch Haupt, Hübel, Hügel, Giebel, Hefen, Hüpfen und hundert andere herkommen. Das Nieders. Heven, der Himmel, Angels. Heofenan, Engl. Heaven, bestätiget diese Ableitung, so wie das Nieders. hevig, bey dem Ottfried hevig, groß, und figürlich auch schwer, wichtig, S. Heftig und Erheblich. Im Oberdeutschen bedeutet heben nicht nur haben, besitzen, sondern auch halten; von welchen im Hochdeutschen ganz ungewöhnlichen Bedeutungen Frisch sehr weitläuftig handelt. Übrigens ist für heben im Nieders. auch hissen, (Franz. hausser,) tillen, (Lat. tollere, delere, S. Tilgen,) ingleichen lüften und lichten, (Frequentativa von levare,) üblich.
5605 Zeichen · 135 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    heben

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +10 Parallelbelege

    heben s. hebe 2.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hêben

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Hêben , verb. irreg. act. Imperf. ich hob, (Oberd. hub und hebte;) Conjunct. ich höbe, auch wohl noch hübe; Mittelw. geh…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    heben

    Goethe-Wörterbuch

    heben mehrf Prät hub(-) u KonjPrät hübe; oft für (nach neuerem Sprachgebrauch zu erwartende) Präfigierungen wie insbes ‘…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Heben

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Heben , s. Leibesübungen .

  5. modern
    Dialekt
    heben

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    hebe n [hèwə fast allg.; hêwə Mü. M. ; nur W.: hêpə Dehli. ; hèpə Wh. ; Ind. Präs. Sg. iχ hèp, Pl. hèwə; Part. khèpt; jü…

  6. Sprichwörter
    Heben

    Wander (Sprichwörter)

    Heben 1. Gut gehoben, ist halb getragen. – Kellner, 87, 111. 2. Gut gehoben, ist halb getragen, und gut gebunden, ist ha…

  7. Spezial
    hebenv

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    heben , v приподнимать/приподнять , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit heben

91 Bildungen · 20 Erstglied · 64 Zweitglied · 7 Ableitungen

heben‑ als Erstglied (20 von 20)

heben* 6

KöblerAnfrk

heben* 6 , sw. V. (1) nhd. haben, halten ne. have, hold (V.), possess ÜG.: lat. obtinere MNPs, tenere MNPs, MNPsA Vw.: s. ant-, bi-* Hw.: vg…

hebenagel

DWB

heben·agel

hebenagel , m. stift im schlagwerke einer uhr, um den hammer desselben zu heben. Jacobsson 2, 240 b .

hebendic

Lexer

heben·dic

hebendic adj. festhaltend, besitzend Oberl. 631. daʒ man daran veste unde hebendig ist Gr.w. 4,593. Arn. 53 ( 1326 ). die hebendigsten schûl…

hebendig

DWB

heben·dig

hebendig , adj. festhaltend, besitzend, vom partic. hebend gebildet ( vgl. über ähnliche bildungen gramm. 2, 304): waʒ guttes der keiser yn …

hebenen

Lexer

hebe·nen

hebenen swv. BMZ behandeln Gen. ( bei D. 55,19 er behielt in baʒ). — zu haben.

Hebenetz

PfWB

hebe·netz

Hebe-netz n. : = Hebegarn , Hebnetz [ RO-Dielkch ]; vgl. Hamen . Rhein. III 382/83 .

hebeneⁿ

Idiotikon

hebeneⁿ Band 2, Spalte 944 hebeneⁿ 2,944

hebenholz

DWB

heben·holz

hebenholz , n. ebenum, nebenform zu ebenholz (3, 15), rücksichtlich des schwankenden anlauts bereits an dem lat. ebenum und hebenum ein vorb…

hebenstreit

DWB

heben·streit

hebenstreit , m. für heb den streit, fang den streit an, eine imperativische bildung wie oben hauenhelm, hauenschild ( sp. 580). als schelte…

hebenum

MLW

hebenum v. ebenus. Niederer

hebenussede

MWB

hebenussede stFN. ‘Wohnung’ habitatione: hebenusside PsWindb 22,Oratio MWB 2 1236,63; Bearbeiter: Tao

heben als Zweitglied (30 von 64)

anebeheben

KöblerMhd

*anebeheben , st. V. Hw.: s. anebehebunge E.: s. ane, be, heben (2)

geheben?

KöblerMhd

*ge·heben

*geheben? , sw. V. Vw.: s. ane-, ūf- E.: s. ge, heben W.: nhd. DW-

abbeheben

DRW

abbe·heben

abbeheben abgewinnen; regelmäßig in der Verbindung: mit dem rechten a. daz stukke aber im [dem Engelhard v. Weinsberg] die von Winsperg vorm…

abe heben

MWB

abe heben stV. 1 ‘herunter heben’ 2 ‘beginnen’    1 ‘herunter heben’ daz du in [Jesus vom Kreuz] abe huobe unde in so scone begruobe AvaLJ 1…

abe beheben

Lexer

abe·beheben

abe beheben daʒ in der guot deheins mit dem rehten wurden ab behept Mz. 1, 510.

abegeheben

KöblerMhd

abe·geheben

abegeheben , st. V. nhd. abheben Q.: Eracl (13. Jh.) E.: s. abe, ge, heben (2) W.: nhd. DW- L.: MWB (abe geheben)

abentheben

DRW

abent·heben

abentheben weret dat se myd den breven jement an deghedynde dar schon we se ... schadelos af endheven 1376 CalenbergUB. IX 176 (nr. 146)

abheben

DWB

abheben , auferre, hebend entfernen, wegnehmen. den deckel vom topf, vom sarg, den kessel vom feuer abheben. weil ihm ein anderer den raum (…

ane erheben

MWB

ane erheben stV. ‘beginnen’ als die munche hetten / anerhaben den gesanc, / do horte si [...] ir kindes stimme Pass III 491,69 MWB 1 232,16;…

ane heben

MWB

ane heben stV. (mit sw. Prät. BdN 278,31 ) ‘(mit etw.) anfangen; beginnen, etw. zu tun’ (teilw. Bedeutungsüberschneidungen mit ane haben) 1 …

anegeheben

KöblerMhd

ane·geheben

anegeheben , st. V. nhd. anfangen Q.: HvBer (1325-1330) (FB ane geheben) E.: s. ane, geheben W.: nhd. DW2- L.: FB 14b (*ane geheben)

anheben

DWB

anheben , n. initium: furcht ist nicht anders, denn ein anheben des verzweiveln und hofnunge ein anheben des genesen. Luther 3, 22 .

auferheben

DRW

aufer·heben

auferheben I die Hand zum Schwur daz wir gesworn ze den heiligen mit uf erhabener hant 1315 MGConst. V 278 Faksimile 1386 FürstenbUB. II 335…

aufheben

DWB

auf·heben

aufheben , n. denkbar in allen entfalteten lagen des aufhebens, hauptsächlich aber in folgenden: 1 1) aufheben der augen, hände, des steins.…

ausbeheben

DRW

aus·beheben

ausbeheben vorbehalten, ausbedingen sü hânt ûz behebt und ûz genomen 1291 Lexer II 2018 Faksimile oͧch hein wir uns selben ûsbehebt den chil…

ausheben

DWB

aus·heben

ausheben , tollere, loco suo auferre, eximere, nnl. uitheffen. 1 1) den dieb ausheben, aus dem bette nehmen, fangen ( vgl. aufheben 8); er l…

beheben

DWB

beheben , capere, retinere, continere, behaupten. Schmeller 2, 139 . mhd. beheben behuop ( Ben. 1, 644 ): ein brem nit in dem spinnwep klebt…

biheben

KöblerMhd

biheben , sw. V. Vw.: s. behaben (1)

einheben

DWB

ein·heben

einheben , inserere: thüren, fenster einheben; den vom wind herabgeworfnen laden wieder einheben; eine form einheben, bei den buchdruckern, …

enborerheben

KöblerMhd

enbor·erheben

enborerheben , st. V. nhd. „emporerheben“, hochheben, in die Höhe heben Q.: Vät (1275-1300) E.: s. enbore, erheben W.: nhd. emporerheben, st…

enborheben

KöblerMhd

enbor·heben

enborheben , st. V. nhd. emporheben, hochheben, in die Höhe heben Q.: Aneg (um 1173), BDan, Helbl E.: s. enbore, heben (2) W.: nhd. emporheb…

enheben

KöblerMhd

enheben , sw. V., st. V. Vw.: s. entheben

entheben

DWB

ent·heben

entheben , tollere, goth. andhafjan, ahd. intheffan, nnl. ontheffen. 1 1) die goth. bedeutung von antworten, das wort nehmen oder erheben be…

erheben

DWB

erheben , n. was erhebung: 1 1) des tons, der stimme, gegensatz von senken. 2 2) erheben des geldes, der gefälle. 3 3) erheben des geistes, …

geheben

Lexer

gehe·ben

ge-heben stv. I, 4. u. sw. BMZ aufheben Ulr. als man die tische gehuop Dietr. 3067 ; einem geh., sich ihm gleich setzen, ihm das gleichgewic…

Herabheben

Campe

herab·heben

Herabheben , v. trs . unregelm. ( s. Heben ), von einem höhern Orte nach unten zu sich heben; oder überhaupt, von einem höhern Orte heben un…

Ableitungen von heben (7 von 7)

beheben

DWB

beheben , capere, retinere, continere, behaupten. Schmeller 2, 139 . mhd. beheben behuop ( Ben. 1, 644 ): ein brem nit in dem spinnwep klebt…

entheben

DWB

entheben , tollere, goth. andhafjan, ahd. intheffan, nnl. ontheffen. 1 1) die goth. bedeutung von antworten, das wort nehmen oder erheben be…

erheben

DWB

erheben , n. was erhebung: 1 1) des tons, der stimme, gegensatz von senken. 2 2) erheben des geldes, der gefälle. 3 3) erheben des geistes, …

geheben

Lexer

ge-heben stv. I, 4. u. sw. BMZ aufheben Ulr. als man die tische gehuop Dietr. 3067 ; einem geh., sich ihm gleich setzen, ihm das gleichgewic…

hebene

Lexer

hebene stf. anfang. vor des strîtes hebene j.Tit. 4068. — zu heben.

verheben

DWB

verheben , verb. durch heben beseitigen, fortrücken, zurückrücken, mhd. verheben, mnd. vorheven. in älterer zeit hatte das zeitwort mehrfach…

zerheben

DWB

zerheben , verb. , auseinanderheben, sprengen: wie jetzt unsere kriegszleut mit pchsenpulver felsen und maueren zuheben und zusprengen J. M…