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Aufheben

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Aufheben trs., rec.

Bd. 1, Sp. 234b
Aufheben, v. unregelm. (s. Heben), bei den Dichtern, ich hub auf, für hob auf. I) trs. 1) I die Höhe heben. Die Hände aufheben. Den Stab aufheben. Dann, in die Höhe richten. Ruhstatt jenes Gebets, wo unser Mittler sein Antlitz Aufhub. — — Klopstock. — Als sie darauf ihr Auge aufhebt, da erblickt sie Sich an dem Seitenpalaste des Römers. — Ders. Bei den Müllern, die Mühle aufheben, den obern Mühlstein höher stellen, oder auch ihn zum Scharfmachen abnehmen. Uneigentlich, gleichsam in die Höhe heben, sehr bemerklich machen mit Begleitung seines Urtheils darüber, mit Lob oder Tadel; so viel als erheben, rühmen, in welcher Bedeutung nur noch die unbestimmte Form als Grundwort gebraucht, gewöhnlich ist. Ein Aufheben von einer Sache machen. »Man hätte von diesen Fehlern kein solches Aufheben machen sollen.« Lessing. Wenn viel oder ein ähnliches Wort dem Aufheben vorhergeht, so setzt man das Letzte zuweilen im zweiten Fall. Viel Aufhebens von einer Sache machen. Unrichtig sagt Rabener: »Und davon macht man so ein Aufhebens?« I der niedrigen Redart einiger Gegenden sagt man dafür, ≠ das Aufhebels oder Aufhebelse, und bei Logau lautet es † das Aufgehebe. 2) Besonders etwas Liegendes in die Höhe heben. Etwas von der Erde aufheben. Einen Gefallenen aufheben. Eine Last aufheben. Die Anker aufheben; besser lichten. I der Landwirthschaft wird es für sich allein gebraucht und bedeutet, das ausgedroschene Getreide von der Tenne nehmen, messen und auf den Boden oder Speicher tragen. Wir haben heute aufgehoben. Auch sagt man dafür aufmessen. So nennt man auch die Anzahl Garben, die man ausdrischt um dann aufzuheben, und das daraus gedroschene Getreide selbst, ein Aufheben. Das Steinpflaster aufheben, aufbrechen. — Uneigentlich, zum künftigen Gebrauch verwahren. Man hebe das Übrige davon für morgen auf. Man hat ihm seinen Theil aufgehoben. Einem etwas aufzuheben geben. Noch uneigentlicher. Das Schicksal hat dich noch zu andern Erfahrungen aufgehoben. »Sie wird bei ihnen so gut aufgehoben sein, wie bei mir selber.« Gellert. Dann in Verhaft nehmen. Einen Verbrecher, einen Landstreicher aufheben. Ferner, unvermuthet überfallen und gefangen nehmen. 3) Beendigen, in seinem Fortgange unterbrechen, unkräftig machen. Die Tafel aufheben, von vornehmen Personen, von Tische aufstehen. Das Lager aufheben, abbrechen. Die Belagerung aufheben. Eine Versammlung, ein Gesetz, eine Übereinkunft aufheben. Das Freundschaftsbündniß aufheben. Eins hebt das Andere auf, wo das Eine ist, kann das Andre nicht Statt finden. Rechtschaffenheit und Betrügerei sind Begriffe, die einander aufheben. Sprichw. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. 4) Vermindern. I der Rechnenkunst, einen Bruch aufheben, ihn ohne Verringerung des Werthes durch einfachere Zahlen ausdrucken, also nur scheinbar vermindern. I den Bergwerken, einem Bergmanne den Lohn aufheben, ihm, eines Vergehens wegen, etwas vom Lohne abziehen. 5) I den Bergwerken, einen Stollen aufheben, ihn, wenn er liegen geblieben oder verschüttet ist, wieder säubern und aufräumen. 6) ≠ Für einnehmen. O. D. »Die Ärzte bekümmern sich in Ialien mehr um die Praxis (Kundschaft) außerhalb den Spitälern (der Kranken= oder Siechhäuser) indem sie von diesen nur wenig aufzuheben haben.« Jen. Liter. Zeitung. II) rec. Sich aufheben. Seine Richtung in die Höhe nehmen. Ir Thränenblick hob sich zum Äther auf. Collin. 2) Х Sich heben, d. h. sich durch einfachere Zahlen ausdrucken lassen, von Brüchen in der Rechnenkunst. — Das Aufheben. Die Aufhebung.
3494 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Aufhèben

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Aufhèben , verb. irreg. act. S. Adelung Heben . 1. In die Höhe heben. 1) In eigentlicher und weiterer Bedeutung. Die Hän…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    aufheben

    Goethe-Wörterbuch

    aufheben ‘Hub auf’ (‘hübe auf’) und ‘hob auf’ im Verhältnis 3:2, beide Formen auch eigenh, in der Ausgabe B bei Cotta (1…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Aufheben

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Aufheben , in der militärischen Sprache einen Posten, eine Abtheilung oder einen Wagenzug wegnehmen; eine Belagerung ein…

  4. modern
    Dialekt
    Aufhebenn.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Auf-heben , Auf-hebens n. : Ufhewe(s) mache 'rühmen, über Gebühr etwas reden' [verbr.]. Rhein. III 381 ; Lothr. 517 Ufhe…

  5. Sprichwörter
    Aufheben

    Wander (Sprichwörter)

    Aufheben 1. Besser die Taja (eine Erdfrucht) aufheben, als den Menschen. ( Neger in Surinam. ) Um zu sagen: Thue lieber …

  6. Spezial
    aufheben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    auf|he|ben I vb.tr. 1 (in die Höhe heben) alzé sö 2 (vom Boden aufnehmen) cöie sö 3 (aufbewahren) tigní sö, mëte da na p…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aufheben

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Zerlegung von aufheben 2 Komponenten

auf+heben

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