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kriegen

ahd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
29 in 20 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

kriegen

kriegen

Krieg m. ‘bewaffnete Auseinandersetzung’, ahd. krieg ‘Beharrlichkeit, Hartnäckigkeit, Rechthaberei’ (10. Jh.), mhd. kriec, krieg ‘Anstrengung, Bemühen, Streben nach oder gegen etw., Widerstreben, Widerstand, Zwietracht’, auch ‘Streit mit Waffen, Kampf, bewaffnete Auseinandersetzung’, mnd. krīch, mnl. crijch ‘Halsstarrigkeit, Zwietracht, Streit, Kampf’, nl. krijg ‘Krieg’ sowie ahd. widarkriegelīn ‘halsstarrig’ (9. Jh.), einkrieglīh ‘sehr zäh, langausdauernd, -anhaltend, halsstarrig’ (8. Jh.), afries. halskrīga ‘Steifheit des Halses’ sind ihrer Herkunft nach ungeklärt. Besteht Verwandtschaft mit lett. grīns ‘finster, mürrisch’ und möglicherweise griech. brī́thos (βρῖθος) ‘Wucht, Gewicht, Last’, air. brīg ‘Kraft, Macht, Wert’ bei Ansatz von ie. *gu̯erī̌, einer Weiterbildung der unter kirre (s. d.) genannten Wurzel ie. *gu̯er(ə)- ‘schwer’? Oder ist mit Aumann in: PBB 61 (1937) 257 ff. im Hinblick auf ahd. widarkriegī (Hs. 12. Jh.) für lat. contrōversia Anschluß an eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. krumm) möglich? de Vries Nl. 362 denkt angesichts der schwachen Anknüpfungsmöglichkeiten an ein Substratwort im kontinentalen Westeuropa. – kriegen Vb. ‘erhalten, bekommen’. Das vom Substantiv abgeleitete schwache Verb mhd. kriegen, (md.) krīgen ‘sich anstrengen, streben, ringen, trachten (körperlich und geistig), mit Worten streiten, zanken, handgreiflich werden, kämpfen, Krieg führen’, mnd. krīgen ‘streiten, einen Prozeß, Krieg führen’ hat neben sich (bis ins 16. Jh.) ein (in seiner Zugehörigkeit wie das Substantiv nicht geklärtes) starkes Verb mhd. krīgen ‘sich anstrengen, streben, ringen, trachten, streiten, kämpfen mit Worten und Waffen’ und (seit dem 14. Jh.) ‘erhalten, bekommen’, mnd. krīgen ‘bekommen, empfangen, erlangen, erwerben, gewinnen’, mnl. crīghen ‘sich anstrengen, streben, streiten, Krieg führen’, nl. krijgen ‘erhalten, bekommen, Krieg führen’. Ein zum schwachen Verb gebildetes mhd. erkriegen, im Md. ‘erstreben, erlangen, zu erreichen suchen’, mnd. erkrīgen verliert in md. und nd. Gebieten seine Vorsilbe und übernimmt mit dem Untergang des starken Verbs dessen Bedeutung ‘erhalten, bekommen’. Den alten Gebrauch im Sinne von ‘Krieg führen, kämpfen’ bewahren südd. Mundarten; auch die gehobene Literatursprache greift darauf gelegentlich zurück. Krieger m. ‘Kämpfer, Streiter’, mhd. krieger. kriegerisch Adj. ‘kampf-, angriffslustig’ (16. Jh.); vgl. mhd. kriegisch ‘trotzig, streitsüchtig’. Kriegsfuß m., in der Wendung das Heer auf den Kriegsfuß setzen (Campe 1808), vgl. frz. mettre sur pied une armée ‘eine Armee aufstellen’, jünger (Mitte 19. Jh.) auch mettre sur le pied de guerre ‘angriffsbereit machen’; heute mit jmdm. auf (dem) Kriegsfuß stehen ‘mit jmdm. im Streit leben’. Kriegsschauplatz m. (Ende 18. Jh.), zuvor Schauplatz des Krieges (Ende 17. Jh.). Kriegsgefangener m. (17. Jh.). Kriegserklärung f. (18. Jh.).
2898 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kriegênsw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ? kriegên sw. v. — Graff IV,590 s. v. kregên. chrekendi: part. prs. Gl 1,82,2 ( K ); chregenti: dass. ebda. ( Pa ). 136,…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kriegenswv., stv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +8 Parallelbelege

    kriegen swv. BMZ md. krîgen, nicht immer zu unterscheiden vom stv. krîgen: sich anstrengen, streben, ringen, trachten, k…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kriegenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    kriegen , st. V. Vw.: s. krīgen (1)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Kriegen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    2. † Kriegen , verb. reg. act. welches nur im niedrigen Leben üblich ist. 1) Eigentlich, mit der Hand ergreifen. Jemande…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kriegen

    Goethe-Wörterbuch

    kriegen bis Ende der 1770er Jahre öfter Part Prät ohne ge-; Großschr B2,31,14 ; mehrfach apokopiert bzw apostrophiert ‘k…

  6. modern
    Dialekt
    kriegen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    kriege n I [rìèkə S.; krìajə Bisch. ] streiten Fisl. Bisch. ; vom Krieg reden Olti. ‘kriegen’ zanken, schelten Geiler J…

  7. Spezial
    kriegen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    krie|gen vb.tr. 1 (erhalten, bekommen) ciafé (-fa) 2 (erwischen) pié (pëia), abiné (abina) 3 (finden) ciafé (ciafa). ▬ e…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kriegen

41 Bildungen · 5 Erstglied · 31 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von kriegen 2 Komponenten

krie+gen

kriegen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kriegen‑ als Erstglied (5 von 5)

Kriegen (accipere)

Wander

Kriegen (accipere) Kriegen (accipere). 1. Dat wöl wi wull krîgen, sä Snîder Meinert, he mên aber de Krintstûte. ( Süderdithmarschen. ) Das w…

Kriegen (bellare)

Wander

Kriegen (bellare) Kriegen (bellare). 1. Beim Kriegen ist kein Vortheil. – Petri, II, 74. 2. Besser draussen (in der Ferne) kriegen, als dahe…

kriegende

KöblerMhd

krieg·ende

kriegende , (Part. Präs.=)Adv. nhd. „kriegend“ Q.: SGPr (1250-1300) (FB kriegende) E.: s. kriegen W.: nhd. DW-

kriegen II

RhWB

kriegen II das Wort ist allg.; doch Nfrk, Rip u. resthaft WEif auf krîgen zurückgehend (im Gegens. zu kr. I, das auf kriegen zurückgeht); di…

kriegen als Zweitglied (30 von 31)

abe kriegen

MWB

abe kriegen swV. ‘jmdm. etw. durch kriec abgewinnen’ (?): vnrecht gut ist alles daz erwuͦchert vnd gestolen vnd geravbt ist. [...] man nem d…

abekriegen

KöblerMhd

abe·kriegen

abekriegen , sw. V. nhd. „abkriegen“, durch Krieg abgewinnen Hw.: vgl. mnd. afkrīgen Q.: Rechtss (14. Jh.) E.: s. abe, kriegen (1) W.: nhd. …

abkriegen

DWB

abkriegen , herabbringen, nnl. afkrijgen. ich kann die stiefel nicht abkriegen. davon tragen: er kriegt von dem gelde nichts ab; er ruht nic…

ane erkriegen

MWB

ane erkriegen swV. ‘etw. von jmdm. erstreiten’ (mit Dat.d.P.): wil er mir die minne mîn / an erkriegen sunder danc UvLFrd 360,11 MWB 1 232,2…

aneerkriegen

KöblerMhd

ane·erkriegen

aneerkriegen , sw. V. nhd. erstreiten Q.: UvLFrd (1255) E.: s. ane, er, kriegen (1) W.: nhd. DW2- L.: MWB 1, 232 (ane erkriegen)

ankriegen

DWB

ank·riegen

ankriegen , induere, gegensatz von abkriegen : die stiefel sind zu enge, ich kann sie nicht ankriegen, an die füsze ziehen, feiner, nicht an…

aufkriegen

DWB

auf·kriegen

aufkriegen , nnl. opkrijgen, mehrdeutig, immer aber gemein und unedel, 1 1) aperire, aufgewinnen: ich kann die thür, das schlosz, den mund n…

bekriegen

DWB

bekri·egen

bekriegen , in doppeltem sinn, 1 1) arma movere contra aliquem, debellare, nnl. bekrijgen: du solt die Moabiter nicht beleidigen noch bekrie…

Drankriegen

Wander

drank·riegen

Drankriegen A wollt mich drankrigha, onns (und das) Kalb koam äarschlich. ( Oesterr.-Schles. ) – Peter, 444. Er wollte mich betrügen, aber b…

Dúrchkriegen

Campe

durch·kriegen

Х Dúrchkriegen , v. trs. ich kriege durch, durchgekriegt, durchzukriegen, in den gemeinen Sprecharten, so viel als durchbringen; hindurchkri…

dāwiderkriegen

KöblerMhd

dāwider·kriegen

dāwiderkriegen , sw. V. nhd. „widerkriegen (?)“, sich gegen etwas bemühen Q.: Kreuzf (1301) (FB dāwider kriegen) E.: s. dāwider, kriegen W.:…

erkriegen

DWB

erk·riegen

erkriegen , 1 1) nancisci, obtinere, erlangen, bekommen, mhd. erkriegen und erkrîgen, erkreic, wofür zahlreiche belege im mhd. wb. 1, 880. 8…

gekriegen

DWB

gek·riegen

gekriegen , verstärktes kriegen gewinnen ( das selbst erst aus erkriegen gekürzt scheint ), noch im 16., 17. jh.: wiewol auch etliche andere…

herauskriegen

RDWB1

heraus·kriegen

herauskriegen umg. узнавать / узнать, выяснять / выяснить (а не "получать") Kannst du das ~? - Ты можешь это узнать / выяснить?

Hinkriegen

Campe

hin·kriegen

Х Hinkriegen , v. trs . an jenen Ort kriegen, bewirken, daß etwas an jenen Ort sich begebe, gebracht werde  in der anständigern Sprechart h…

Kleinkriegen

Wander

klein·kriegen

Kleinkriegen Es ist nicht zum Kleinkriegen. – Frischbier 2 , 2043. Es ist eine ärgerliche, verwickelte, nicht zu lösende Sache.

nāchkriegen

KöblerMhd

nāchkriegen , st. N. nhd. „Nachkriegen“, Nachstreben Q.: Kreuzf (1301) (FB nāchkriegen) E.: s. nāchkriegen (1) W.: nhd. (ält.) Nachkriegen, …

spitzkriegen

RDWB1

spitz·kriegen

spitzkriegen (kein Bezug zu "острый") прознать, пронюхать разг. , неодобр. , проведать устар. , прослышать устар. , разузнавать / разузнать,…

verkriegen

DWB

verk·riegen

verkriegen , verb. 1 1) durch krieg verlieren. mhd. verkriegen, mnd. vorkrigen. nhd. so soll es auch sein, das grosze herrn zuweilen ein gan…

widerkriegen

Lexer

wider·kriegen

wider-kriegen swv. rebellare, reluctari Dfg. 486 a . 491 c , intr. Pass. K. 270,84, tr. Berth. 532,10 ;

zerkriegen

DWB

zer·kriegen

zerkriegen , verb. , refl., sich mit jem. zanken, in streit gerathen, sich entzweien ; ein bair.-österr. ausdruck: Lexer 3, 1071 ; ob sich z…

zukriegen

DWB

zukriegen , v. , Campe : genug, genug, ich krieg den seidel sonst nicht zu Brentano 4, 86 .

în kriegen

MWB

în kriegen swV. ‘hin(ein)drängen’ ein meister sprichet: got ist etwaz, [...] dâ alliu dinc înkriegent als in ir lestez ende Eckh 1:144,7 MWB…

überkriegen

KöblerMhd

überkriegen , sw. V. nhd. überwinden, übertreffen Q.: JTit (3. Viertel 13. Jh.), LS, Renner E.: s. über (1), kriegen W.: nhd. (ält.) überkri…

īnkriegen

KöblerMhd

īnkriegen , sw. V. nhd. hindrängen, hineindrängen Hw.: vgl. mnl. incrigen, mnd. inkrīgen Q.: EckhI (vor 1326) (FB īn kriegen) E.: s. īn, kri…

ūfkriegen

KöblerMhd

ūfkriegen , sw. V. nhd. „aufkriegen“, aufstieben Hw.: vgl. mnd. upkrīgen Q.: EckhII (vor 1326), Parad (FB ūf kriegen), Kreuzf E.: s. ūf, kri…

ūskriegen

Idiotikon

ūskriegen Band 3, Spalte 798 ūskriegen 3,798

Ableitungen von kriegen (5 von 5)

bekriegen

DWB

bekriegen , in doppeltem sinn, 1 1) arma movere contra aliquem, debellare, nnl. bekrijgen: du solt die Moabiter nicht beleidigen noch bekrie…

erkriegen

DWB

erkriegen , 1 1) nancisci, obtinere, erlangen, bekommen, mhd. erkriegen und erkrîgen, erkreic, wofür zahlreiche belege im mhd. wb. 1, 880. 8…

gekriegen

DWB

gekriegen , verstärktes kriegen gewinnen ( das selbst erst aus erkriegen gekürzt scheint ), noch im 16., 17. jh.: wiewol auch etliche andere…

verkriegen

DWB

verkriegen , verb. 1 1) durch krieg verlieren. mhd. verkriegen, mnd. vorkrigen. nhd. so soll es auch sein, das grosze herrn zuweilen ein gan…

zerkriegen

DWB

zerkriegen , verb. , refl., sich mit jem. zanken, in streit gerathen, sich entzweien ; ein bair.-österr. ausdruck: Lexer 3, 1071 ; ob sich z…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kriegen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kriegen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „kriegen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kriegen/pfeifer_etym. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kriegen". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kriegen/pfeifer_etym.
BibTeX
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