stehlen
Rhfrk
-El-, –Eə-, –ē-, dau
-Eəlst usf.,
Part. gəstūl, –ō-, –- (Saargeb.) [an der untern Nahe ist nur das
Part. selten gebräuchl.; alle andern Formen sind durch
šdrebə (strippen) ersetzt; in Simm ist auch
šdr. geläufiger; dazu gibt es hier eine veraltende u. beinahe ausgestorbene Form
-ū:lə, dau –ū:lst, Part. gəšdū:l]; Mosfrk an der Saar
-e·l.-, dǫu –e·l.st, Part. gəšdol [in Merz, Saarbg auch
-ø·l.ən, gəšdø·l.]; sonst WMosfrk
-ēlən, –ēă-, dou –ē(ă)ls, Part. gəšdōl, –ōă- [Trier ö. Stdt
-Elən, dou –ils, Part. gəšdl]; OMosfrk
-ę·l.ə, dou –ilst, –e-, Part. gəšdǫ·l.ə, –o- [SNeuw
-ēlə, dǫu –ēlst, ər –ilt, Imperat.
-il; OAltk
-Eəln, –Eln, du –ilst, hę –ilt, Prät.
-ō:l, Part. gəšdōăln]; Siegld
-Eln, –ę-. du –ēlst, –e-, Prät.
šdōl, Part. gəšdǫln, Siegen
-ln; Rip
-ę·l.ə, du –ils, –e-, Prät.
-ō:l u.
-:l, Part. jəštǫ·l.ə [kurköln. Neuw, Köln-Stdt
-e·l.ə; in Monsch vielfach
--; Jül, Aach
-Eəl-, jəštələ]; OBerg in Waldbr, Gummb-Homburgisch
-ēələn, du –īəlst, Prät.
-ū:l, –ō:-, Part. jəštōələn; Gummb-Schwarzenbergisch, nfrk. Wippf
-ęlən, –e-, du –ils, Prät.
-ūl, –ou-, Part. jəstǫlən, -o-: NBerg
-ēlən, du –els, Prät.
-ō:l, Part. xəštōlən [Wermelsk
-ę·l.ən, jəštǫ·l.ən]; Eup
-ēələ, du –i·l.s, Prät.
-o·u.l, Part. jəštōələ; SNfrk
-Eələ, -ēə-, –īə-, du –e·l.s, Prät.
-ō:l, Part. jəštələ, –ōə-, –ūə- (WSelfk
-Elə, du –ēls); Klevld
-Elə, ge –ęlt, he –Elt, Prät.
-ūl, Part. jəštlə st.: 1. wie
nhd., bei verbrecherischem St. u. St. von grösseren, wertvollen Beträgen u. dies heimlich oder durch Einbruch; ihm nahe steht
klauen, strippen; bei geringern Beträgen (Dingen)
fimeln, flämmsen, grippen, grippschen, kippen, klemmen, ratzen, schnäuben, schnäuen, schnippen ausspannen, stibitzen, stränzen, stritzen, zoppen u. viele scherzh. Umschreibungen:
der hät lang Fengere; he hät sech vergreffe; en Kläumannsgarde gohn (Felddiebstahl);
der löt alles möt sech gohn; für dem moss mer Dürre on Schränk zohale; bei dem blif alles klevve (Rip) udgl. RA.:
De stillt wie en Bei (Bien, Imm), — en Elster (Ester, Eckster, Atzel), — en Raf Verb.
s. d. W., —
en Fochs Trier-Waldrach, —
en Kroh (Krähe) Rheinb-Dünstekoven, —
ene Reiher ebd., —
en Ull (Eule) Klev, —
en Ratte Siegld, —
en Ratz Köln-Stdt, —
de Schinnerhannes Hunsr, —
so hurdig wie Hinkel Gerscht peckt Bernk-Hottenb.
De lacht üəver et gonze Gesecht wie ene Üəstriker (Österreicher),
de ut st. geht Heinsb-Althaaren.
Ib immer Trei un Redlichkeit bis an dei kihles Grab, un wenn die Luft dann sauwer is, dann stehl wie e Rab! Spruch der Diebe Nahe.
St., dat himmelt net, ävver et säckelt Sieg-ODollend.
St. es ken Schand, ävver et Widdergevve Jül.
Et es besser st. als anzege Dür-Stdt.
St. mat (macht)
lang Keəhle bringt an den Galgen Aach-Stdt, Kref-Osterath.
Woher nemme on net st.! es ist mir unmöglich, diese Forderung zu erfüllen Rip, Allg.
St. darsch (darf)
mer, ävver mer d. sech net kreie losse Sieg, Allg., —
awer sich nit verwitsche losse Saarbr.
Kleine st. en Grote st., marr Gr. et meiste Klev, Geld.
Millere un Bäckere, dat sen Def (Diebe),
de han de grusse Säck esu lef (lieb),
se st. övver de Mosse, un stünd der Galge för der Dür, su könnten se't doch net losse Sieg-NCassel.
Wo de Fuchs leit (liegt),
stillt en net der Dieb stiehlt gewöhnl. nicht in der Nähe seiner Behausung Trier-Mehring.
Kreəgen es gestoəhlə! sagen die Kinder, dem ein anderes etwas wegnimmt Aach, SNfrk, Sol.
Wer lüg, der stillt Rip, Allg.;
wer lüg, der bedrüg, der stellt, der deht alles Dür, Neuw-Kurtschd;
wer l. un stillt, der stecht de Heiser on Neuw-Urb;
wer l., de stellt, on der st., der piss (seck) en't Bett zu Kindern Rheinb-Meckenh, Ahrw-Heimersh;
der liet, der stillt, der sengt, der brennt, der get zeletscht an de Galge gehänkt Merz, Saarbg, Trier.
Vum Futtele küt mer an et Lege, vum L. an et Bedrege, vum B. an et St., vun St. an de Galge Köln-Stdt, MGladb.
Gegewe (geschenkt), geduscht (getauscht)
on werer genomme es gestohln Siegld, Verbr.
Kot (gekauft),
geschinkt, gelingt (geliehen),
gestohlen! Knopforakel Bitb;
gəeddelt, gebeddelt, gestolle, gekauf! Neuw-Ohlenbg.
Gej hät gestohle bej Verhohle in de Kohle; et Blümmke häj (hast du)
afgeplickt en et Stelleke lotte stohn! unter Kindern, um Angst einzujagen Klev-Üdem;
dau has gestohl, dau has gelo (gelogen)
un der Katz am Schwanz gezo (gezogen)! Bernk-Fronhf, — —
on der Motter an der Mämm gesogen! Sieg.
Met dem (Dummkopf)
ging ich och nit met st. Köln.
Den ens (einmal)
stehlt, es alltit (allzeit)
enen Dief (Dieb) Mörs-Xanten.
We st. deht (sich des Stellens getrüs »getröstet«),
moss sich och et Hange gefalle losse (des Hangens getrüste) Jül, Dür, MGladb.
Weə wellt st. en net hange, deə könnt no Oche (Aachen)
on let (lässt)
sich fange beim Aachener Schöffenstuhl wurde eine mildere Auffassung des Diebstahls geübt, —
mott sek en Schöller Mettm-Schöller)
lote f. — Lihr jet, dann kannste j., stell der j., dann häste j., on loss jedem et Sengk (Seinige) Eusk, Köln, Bergh, Klevld.
Wo nicks es, do kann mer och n. st. MGladb.
Et Brut as em och got st. er lebt nicht mehr lange Bitb-Badem.
Du häs gestollen hondert Pongk Kollen, der Deuwel sall dech hollen! Neckr. unter Kindern Wermelsk.
Beəter et Geld gestoəhlen as de Iəhr (Ehre)
verloəren Kemp-SPeter.
De eine stillt de Riser (Reiser)
un de andere de ferdige Besseme KölnStdt.
En hot dem Kaiser de Kriegskass gestohl er hat einen Höcker Bitb-Dudeld, —
dem Pastur de Zeidung gestolle hat das Hemd aus der zerrissenen Hose hängen Sieg-Braschoss.
Der mät e Gesech (so betrübt)
wie wann ener em de Botteramm (Butterbrot)
gestollen hätt Sieg, MülhRh.
Aller Anfang es schwer, hat de Eilespiegel gesot, du hatt en en Amboss gestohl Kobl, Verbr.
Wenn du wess (weisst),
we du dehs, wennsde Röbe st. gehs, on de Weg net wahl w., dann kicks de ens hei, d. k. de ens dar, dann geht et: plöck, pl., pl.! MGladb, Grevbr.
Wat mer verspart för der Mungk (Mund),
stillt mehrschtens de Katz of der Hungk Köln.
Net esu deck wie en Spengel dorf me st., sos as mer e Spitzbof Bitb-Badem. — Mit dem Verschwiegenen
kann mer en Perd st.; mit dem Dummen
k. m. ken P. st. gohn Sol, Verbr.
Wenn et P. gestohl es, dann werd de Stall gespert Ottw-Uchtelfang.
De Foss (Fuchs)
stehlt ken Hennen kört bei't Lok Mörs, Klevld.
Du häs Pastur de Küche (Küken)
gestoəhle! zu dem Kinde, das einen Rotzfaden aus der Nase hängen hat Jül, —
deiner Motter et Kinnche g. hast das Hemd aus der zerrissenen Hose hängen Goar-Weiler.
Ehrlich währt am längschten, sat der Eilenspiegel un do hatt er de Gäss (Ziege)
gestohl Saarl.
De Fromme het ouk es en Kalf gestohlen un het den Strick wiər bracht von einem Scheinheiligen Ess;
Fromm het en Kuh g. en blef doch fr. Rees. —
Gestollen Holz brennt och mancher wird geehrt, der sich mit fremden Federn schmückt Köln-Stdt.
G. Geld (Gut) deht ke gut an dem N. N. Prüm, —
duəht nömmer gut (gedeiht net) Elbf, Allg.
G. G. mutt me glick versuppen, dann hät me ok wat devan Gummb. —
Ech han et Geld och net gestolle! wenn einer zu viel fordert, —
meng Ben och net g.! bei einem Auftrag, einen zweiten Weg zu machen, den man leicht mit dem ersten hätte verbinden können, —
meng Zihe (Zehen)
och net g.! zu dem, der mir auf die Zehen tritt Rip, Allg. —
Der (Träge)
stehlt osem Herrgott de Zeit (eweg), — de Da (Tage) Hunsr, Allg., —
un seim Vadder det Brot Simm, —
on singem Hären et ze Fressen uWupp, —
un sinem H. et Geld Düss-Benr. —
Pinnchen (Steckelche, Stöckske) st. ein Kindersp.; ein Kind muss das Hölzchen hüten u. verwahren, das aufgestellt ist oder auf der Erde liegt; die andern suchen es zu st.;
P. st., dat sall gellen (gelten) OBerg, Mörs-Wardt. — Zu einem ängstlichen Kinde:
dich st. se nit, un wann se dich st., dann brengen se dich, wann et Dag es, widder!; we mech (Hässlichen) naks (nachts)
stellt, es fruh, dat e mech am Dag wedderbrengk! Rip. — 2. mehr oder weniger übertr. a.
met den Awen (Augen)
st. etwas abgucken u. nachahmen Goar-Weiler; nach dem Vorgesetzten unterwürfig schauen, um seine Gunst schmeicheln MGladb. — b.
mer moss alles häm st. sagen die Landleute, wenn sie bei sehr schlechtem Wetter jeden günstigen Augenblick zur Ernte ablauern müssen Saarbr, Verbr.;
den Dummen (Daumen)
st. loten einhalten beim Nähen Sol, Mörs. — c. eine(n) st. α. entführen;
Pitter hät seng Frau gestolle, se hänt sech en Neuwied traue losse Bergh, Allg.
Se es tum St. schüan ausserordentlich schön;
dat Mädche es su schün, mer könnt et rack (fort)st.; e Kengk zom (fort)st. Rip, Allg. — β. in der Wend.:
Du (auch
de Arbet)
kanns mir gestolle werde (sen, blive), — am helle Dag, hondertmol g. w.! dich kann ich nicht leiden, dein Vorschlag ist unannehmbar Rip, Allg. —
d. sich fortst. sich leise aus einer Versammlung entfernen;
sich heranst. sich heimlich an etwas heranmachen Rip, Allg. — Abl.:
die Stehlerei, dat Gestehl(s).