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Stêhlen

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Adelung
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15 in 14 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Stêhlen

Bd. 4, Sp. 328
Stêhlen, verb. irregul. act. ich stehle, du stiehlst, er stiehlt; Imperf. ich stahl, (im gemeinen Leben ich stohl;) Conjunct. ich stähle, (im gemeinen Leben stöhle;) Mittelw. gestohlen: Imperat. stiehl. 1. Im weitesten und allem Ansehen nach ursprünglichen[] Verstande, etwas in der Stille und mit Heimlichkeit thun, ohne daß es von andern bemerkt werde; in welcher Bedeutung es nur noch in einigen Fällen und Zusammensetzungen üblich ist. Sich heimlich aus einer Gesellschaft wegstehlen, sich aus dem Hause stehlen, sich hinaus stehlen, unbemerkt hinaus schleichen. Unfalo der vngetrew man Aus dem schiff sich heimlichen stal, Theurd. Kap. 43. Dieß ist ein Sonnenblick, Der mühsam sich durch eine Wolke stiehlt, Weiße. Daher heißt verstohlen noch sehr häufig so viel als heimlich, unbemerkt. 2. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung ist stehlen, einem andern sein Eingethum heimlich und wider dessen Willen entwenden; durch welche Heimlichkeit es sich von rauben unterscheidet, welches eine offenbare Gewalt voraussetzet. Einem andern etwas stehlen. Geld, Vieh, Menschen stehlen. Es ist mir gestohlen worden. Er stiehlt, wie ein Rabe. Rauben und stehlen. Wer meinen Ruhm berupft, stiehlt zwar sich selbst nicht reich, Mich aber stiehlt er arm, Haged. Ein Buch aus andern zusammen stehlen, zusammen schreiben, ohne die Verfasser zu nennen. In einigen Fällen verlieret sich das Gehässige, welches die Entwendung des Eigenthumes auf dieses Wort wirft. Jemanden seine Zeit stehlen, ihn unvermerkt um dieselbe bringen. Jacob stahl Laban das Herz. 1 Mos. 31, 20, setzte sich unvermerkt in Labans Gunst. So auch das Stehlen. S. auch Diebstahl. Anm. Bey dem Ulphilas stilan, bey dem Notker, Ottfried u. s. f. stelan, im Angels. stelan, im Nieders. stelen, im Engl. to steal, im Ißländ. stela, im Schwed. stjäla. Ihre glaubt, daß es mit vorgesetztem st von hehlen, verbergen, gebildet worden, indem stiäla im Schwedischen ehedem für verbergen, gebraucht wurde, auch in mehrern Sprachen stehlen, ungläugbar von hehlen abstammet, wie in Schwed. fola, von fela, bedecken, im Gothischen Hliftus, ein Dieb, von hlifan, bedecken. Allein, da der Begriff der Heimlichkeit diesem Wort so sichtlich anklebet, so ist es glaublicher, daß es ursprünglich den schleichenden Laut einer heimlichen Bewegung nachgeahmet hat, und zugleich das Stammwort von dem Intensivo still ist, S. dasselbe.
2369 Zeichen · 47 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stêhlen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Stêhlen , verb. irregul. act. ich stehle, du stiehlst, er stiehlt; Imperf. ich stahl, (im gemeinen Leben ich stohl;) Con…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stehlen

    Goethe-Wörterbuch

    stehlen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    stëhlen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    stë h le n [tálə fast allg.; tǽlə Str. Ndrbr. W.; Ind. Pr. tél Dü. U.; tǽl W.; Part. ktôlə Liebsd. U., któlə Co. D…

  4. Sprichwörter
    Stehlen

    Wander (Sprichwörter)

    Stehlen 1. Alles stiehlt ein Dieb, nur nicht die Lieb'. 2. Aenmôl gestohlen ist immer verlôren. ( Waldeck. ) – Curtze, 3…

  5. Spezial
    stehlen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    steh|len (stiehlt, stahl, gestohlen) vb.tr. (klauen, entwenden) arobé (-ba) , se tó. ▬ jdm. die Zeit stehlen ‹fig› ti ar…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stehlen

17 Bildungen · 1 Erstglied · 12 Zweitglied · 4 Ableitungen

stehlen‑ als Erstglied (1 von 1)

stehlenswert

PfWB

stehlen·swert

 stehlens-wert Adj. : nur in der Wend.: Was net frogeswert is, is net schtehleswert [ Beam Penns 97].

stehlen als Zweitglied (12 von 12)

abstehlen

DWB

abstehlen , clam auferre, nnl. afstelen: das er mir tut mein pfrunt abstelen, d. i. ab mir stelen. fastn. sp. 144, 13; abgestolen 180, 8; da…

ausstehlen

DWB

aus·stehlen

ausstehlen , expilare: die groszen gewaltigen erzdiebe, die nicht eine stad oder zwo, sondern ganz Deudschland teglich ausstelen. Luther 4, …

bestehlen

DWB

bestehlen , suppilare aliquem, ags. bestelan, schw. bestjäla, dän. bestiäle, nnl. bestelen: diebe, die den garten bestehlen; einem die kasse…

davonstehlen

RDWB1

davon·stehlen

davonstehlen, sich umg. улизнуть разг. , слинять разг. , смотаться разг. , смыться разг.

durchstehlen

DWB

durch·stehlen

durchstehlen , reflexiv, heimlich, verstohlener weise sich durchschleichen. er hat sich zwischen den wächtern durchgestohlen. sich durch die…

einstehlen

DWB

ein·stehlen

einstehlen sich, irrepere, insinuare se, sich einschleichen: mit einer beredsamkeit, die auf eine unwiderstehliche art sich in die seelen ei…

milchstehlen

DWB

milch·stehlen

milchstehlen , n. das stehlen der milch aus den eutern des nutzviehs durch zauberei ( vergl. milchdieb): wer wunschruten, schatzbeschwerung,…

Mitstehlen

Wander

mit·stehlen

Mitstehlen Mitgestohlen, mitgehenkt; mitgehurt, mitertränkt. – Mayer, I, 79; Pistor., I, 85; Graf, 306, 170. »Das gemeine Sprichwort: Mitges…

Obststehlen

DRW

obst·stehlen

Obststehlen, n. wie Obstdieberei die dieberey mit aushütten, holtz- graß- und obst-stehlen 1664 SchlesKirchSchulO. 378 wirdt daß obs-, ruebe…

verstehlen

DWB

ver·stehlen

verstehlen , verb. , in der älteren periode weit verbreitet, tritt in der neueren zurück und ist heute nur in der form des part. prät. üblic…

Wégstêhlen

Adelung

weg·stehlen

Wégstêhlen , verb. irregul. act. (S. Adelung Stehlen ,) durch einen Diebstahl entwenden. Einem sein Geld wegstehlen. Sich wegstehlen, heimli…

Ableitungen von stehlen (4 von 4)

bestehlen

DWB

bestehlen , suppilare aliquem, ags. bestelan, schw. bestjäla, dän. bestiäle, nnl. bestelen: diebe, die den garten bestehlen; einem die kasse…

entstehlen

DWB

entstehlen , suffurari, entwenden, nnl. ontstelen: andern leuten das ihre entstehlen. Gefken beilage 97 a ; wer ihn da hätt entstolen, wer i…

erstehlen

DWB

erstehlen , furari, surripere: dasz er des volkes herz mit list erstelen kan. Rompler s. 18 ; und unversorgt mit waffen sollt ich durch schl…

verstehlen

DWB

verstehlen , verb. , in der älteren periode weit verbreitet, tritt in der neueren zurück und ist heute nur in der form des part. prät. üblic…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stehlen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stehlen/adelung?formid=S06044
MLA
Cotta, Marcel. „stehlen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stehlen/adelung?formid=S06044. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „stehlen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stehlen/adelung?formid=S06044.
BibTeX
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