verstehlen,
verb. ,
in der älteren periode weit verbreitet, tritt in der neueren zurück und ist heute nur in der form des part. prät. üblich. altengl. forstelan
furari, surripere, privare Bosworth-Toller 319
a;
mengl. forstélen Stratmann-Bradley 242
b;
altsächs. farstelan Gallée
vorstudien 67;
mnd. vorstelen Schiller-Lübben 5, 462
a;
mnl. verstelen Verdam
hdwb. 638
a;
vgl. altnord. fyrirstela Fritzner 522
b.
ahd. farstelan Graff
sprachschatz 6, 668;
mhd. verstëln
wb. 2, 2, 634
f., Lexer
hdwb. 3, 250; verstelen,
absentare Diefenbach
gloss. 5
a; verstellen,
involare, verstill,
invola voc. v. 1424
bei Schmeller
2 2, 749; verstohlener,
cleptus voc. v. 1482 ii 8
b; verstälen,
subducere, subripere, intervertere, suffurari Maaler 431
d; Dentzler 313
b; Frisch 2, 328
a. Kramer
bemerkt zum inf.: verb. inusit. mà non già il supino 2, 953
a;
ähnlich Adelung, Campe; verstehlen
nicht mehr üblich nach Braun (1793) 285
a.
doch führt Fischer 2, 1361
für das schwäb. einen trans. gebrauch als modern an: etwas (nu
r so g
eschwind) verstele
n, '
in aller eile abmachen'.
in lothring. mundarten taucht ein schwaches part. verstehlt
auf Follmann 154
a. AA.
der trans. gebrauch reicht etwa bis 1600. A@11) '
stehlen'
: altsächs. hwand it (
schatz) rotat hir an roste, endi regintheoBos farstelad
Heliand 1644.
ahd. thâr noh rost noh miliwa íʒ ni furmelit noh thiobâ ni grabent noh ni furstelent Tatian 36, 1; der Herculi siniu rinder ferstal Notker 1, 300, 26
Piper. mhd. si sprach 'daʒ golt vil edele daʒ wart mir verstoln'
Nibelungenlied 791, 1; oder wirt sie (varnde habe) ime verstolen oder ab geroubet
Sachsenspiegel 2, 60, 1; in der palmwochen ward den Venedigern ire clainat und edels gestain .. und der gantz schatz verstolen
d. städtechron. 22, 93, 7; nihten wölt euch schetzen schetz in die erde: do in der rost und die milben verwusten: und do in die dieb aus graben und versteln
erste d. bibel 1, 23, 31; das er im den stab nit neme und verstele Keisersberg
bilgerschafft 34; das er nit ander speis haben möcht, dan was die tugetreich frau irem tisch verstall (
entzog) W. v. Schaumburg 62.
mit angabe des ortes: sie sind ihm ausz einer vermaurten mauren in seim abwesen verstolen worden Paracelsus
opera 1, 476 B.
mit persönlichem object: das villeicht sein junger icht kumen und in verstelen
erste d. bibel 1, 114, 31; quam Maria sliumo in wár tho zen júngoron sar, déta si in sar mári, thaʒ er firstolan wari Otfrid 5, 5, 2 (Notker 2, 240, 23
Piper); so forcht ich sere, dasz sie kommen und Jhesum usz dem grabe vorstelen
Alsfeld. pass. 6853; die wolden ir swester dar, die getriuwen Jafiten, holen, die in der tôt hête verstoln Wirnt v. Gravenberg
Wigalois 9213. A@22)
in übertragenem sinne: wie er Justinen êre wolde vurbaʒ mêre versteln duplîch alsô
passional 495, 75
Köpke; war kom dîn sunneclîcher blic? wê wer hât den verstolen dînen wangen? Wolfram
Titurel 112, 4; hie in diser versamnunge wirt ein enzúndunge geborn in dem brande der minne und wirt ein nebel, ein vinsternisse, in dem wirt dir din geist recht verstoln (
entführt, verzückt) licht eins halben ave Marien lang, das du dinen sinnen und diner naturlicher vernunft entnomen wirst Tauler 166, 29
Vetter; ein tag verstälen frölich zesein,
diem surripere; etwas zeyts von seinen geschäfften verstälen oder underlassen,
subripere aliquid spatii Maaler 431
d.
mnd. auch '
durch stehlen verwirken': efft dar en deif stele, so mach de deif vorstelen sinen hals unde al sin ghud
Dithmarscher recht bei Schiller-Lübben 5, 462
a. A@33)
wie das zusammengesetzte die verschiedenen bedeutungen des einfachen verbs zeigt, so bildet auch hier die vorstellung des heimlichen von jeher einen hauptbestandtheil der bedeutung vgl. Paul
wb. 2 523
b.
die vorstellung der bewegung kann dabei ganz ausgeschaltet werden: joh thiu selba dát sin ni móhta tho firhólan sin. joh er tho spráh ubar ál bi frúma thía si thar firstál Otfrid 3, 14, 39; durh zuht solt ich minne heln: nune mag irʒ herze niht versteln Wolfram
Parzival 814, 10; da sie sich schämen müszten und es verhälen und verstälen, wan vileicht eine frucht fürkäme Fischart
ehzuchtbüchlin 179, 24
Hauffen. statt der üblichen bewegung von einem orte weg kann andrerseits die zu einem gegenstande hin eintreten: alsus begunde si versteln (
heimlich beibringen) im eine wunden, als ich las Konrad v. Würzburg
Trojanerkrieg 10758; die wurcz do von man ser geschwal er in die kandel bald verstal (
that die wurzel verstohlen in die kanne), si pot in sant Johannes segen H. Foltz
bei Schmeller 2, 749. BB.
diese eigenheiten sind auch bei dem reflexiven gebrauch zu beobachten. B@11) sich verstälen und heimlich hinwäg schleichen, sich hinwäg verstälen, sich verzucken und schnäll davon machen Maaler 432
a; Dentzler 313
b; Adelung, Campe; der het sich tougen dâ verstoln mit vierzec halspergen Heinrich v.
d. Türlin
krone 11056; wollt eh dasz in der teuffel ritt, eh dasz ich in wolt wider holen, bin fro, dasz er sich hat verstolen Fischart
Eulenspiegel 7352.
übertragen: keiser Hinrik vorstal sik unde wart monik
lüb. chron. 1, 28; under wilen sol der mensche .. sich den als minenklichen und heimlichen verstelen und geben sich zuo heiligem innigem gebette und heiliger betrachtunge und heiligen bilden Tauler 244, 20
Vetter; die .. grauen hund .. jagen auch keyn wild gern, welches sich verschlägt und verstilt Sebiz
feldbau 578.
durch den zusatz weg
verstärkt: und das volck verstal sich weg an dem tage, das nicht in die stad kam, wie sich ein volck verstielet, das zu schanden worden ist, wens im streit geflohen ist
2 Sam. 19, 3 (
vgl. Zürcher bibel v. 1531,
2 kön. 14 a).
mit präpos. von: so er sich von Gabriotto verstelen mocht, an das ort kam, da die roszen stunden Wickram 1, 309; von jenen drin er sich verstal Gottfried
Tristan 9111.
von leblosen dingen, '
unvermerkt wegkommen, verloren gehen': und sattel und bügel waren weg, sammt beiden halftern und pistolen, die sich, wer weisz wohin, verstohlen Soltau
bei Campe. B@22)
ohne hinweis auf eine bewegung, '
sich verbergen, verkappen': alle man, die sich under uns versteln und sich in wîbes bilde heln verborgenlichen wellen Konrad v. Würzburg
Trojanerkrieg 16267; ich wil mich in dem hausz versteln und sehen, was sie machen wöln
Sachs 9, 76, 6
Keller. die bewegung nach einem orte hin wird durch zusätze hervorgehoben: si verstal sich zeinem bache, an di dræte si daʒ chint verlie, heim si trourende gie
exodus 122, 9
Diemer; wan möhte et ich mich hin versteln Gottfried
Tristan 1552; auff dasz sich auch von meiner feinden heer kein irthumb mög in mein gemüht verstehlen Weckherlin
ged. 2, 85, 32; zu nacht verstal er sich wider auff das täffel (
kirchenboden), verhielt sich bisz morgen, da der keyser an seinen gewonlichen ort beten kam Franck
chron. Germ. (1538) 102.
nach dem 16.
jh. ist sich verstehlen
nur ganz vereinzelt nachzuweisen: wer nicht fiel, oder verkauft wurde, verstahl sich in die Alpenthäler Joh. v. Müller 1, 275; du weiszt es wohl, ich habe mich verstohlen und unter fremdem namen hergeschlichen Göthe 11, 205
Weim. (
Claudine 131). B@33)
ein mnd. refl. '
sich zum diebe machen'
steht allein: manych vorstelt syk unde vordevet, de wol blewe eyn bedderwe man, wan he de worpele lete stan Josef
todsünden 2462. CC.
part. prät. C@11)
in passiver verwendung: verstolen, heimlich entfrömbdt,
furtivum, surreptum Maaler 432
d; verstohlne waaren Campe; wa ain lehenman acher oder wise haimlich usz sinem lehen verkouft oder vil jar verlüret, das haiszet verstoln guot
weisthüm. 1, 378, 22
Grimm (
nd. quelle bei Frisch 2, 328
a;
tirol. v. 1526
bei Schöpf 705).
im übertragenen sinne (
vgl.A 2): verstolner zeyt vollbrachte arbeit, arbeit die sich näbend eynhin geschickt hat,
succisivae operae Maaler 432
d. C@22)
in activem sinne dient wie verlogen, versoffen, verspielt
auch verstohlen
zur bezeichnung eines wesens, das eine ausgesprochene neigung zum stehlen hat: verstolen,
v. diebisch, stelhaft; ein verstolener dieb; er hat verstolene klauen Kramer 2, 953
a; Dentzler 313
b;
bair. der (die) ist klaə
~ və'stoln,
dem stehlen sehr ergeben Schmeller 2, 749;
schwäb. verstohlene waaren,
diebspack Fischer 2, 1361;
elsäss. z. b. von der katze Martin-Lienhart 2, 591
a;
auch in Mittel- und Niederdeutschland bekannt; wie offt reisen sie auff die Franckfurter, Straszburger, oder Leiptziger mesz, förchten der straszenräuber verstohlne händ nicht Schupp
schriften 697; dasz ein verstohlner raab brodt gibt, ist ein wunder, und disz ist geschehen dem groszen Elie Abraham a S. Clara
Judas 2, 224; auf dasz sie die verstohlne weiber und naschende knaben hiermit vermeynten abzuschröcken Hohberg
georgica 3, 307
b; verstohlen bin ich nicht, denn wann ich etwas nehme, so thue ichs, dasz mans sieht Stranitzky
Ollapatrida 20
Wien. neudr.; es ist hier zu lande ein sehr verstohlnes volk Freytag 2, 158; hier ist ja alles verstohlenes pack Hauptmann
biberpelz 50. C@33)
am weitesten verbreitet ist es als adverb.: verstolne, verstoln
mhd. wb. 2, 2, 635
b; Lexer 3, 253; ein ding heimlich und verstolen thuon,
furtim rem agere Maaler 432
d; Calepinus 600
a; Frisch 2, 328
a; Adelung;
schwäb. Fischer 2, 1361;
köln. verstolle Hönig 194
b;
ostfries. ferstâlen Doornkaat 1, 467
a.
in die ahd. glosse unfarstolano, unfirstolano,
de furto Steinmeyer-Sievers 1, 106
ist die negation wohl irrthümlich eingedrungen. die bedeutung ist '
heimlich, unbemerkt': wan vor der burcmure, da waren brunnen verholne, die namen si verstolne, da sie sich mit labten
Judith 152, 9
Diemer; er sprach: vüer ich verstolne ze vüegen von hinnen, des müese ich wol gewinnen laster unde unêre Hartm. v. Aue
Iwein 1766; swaʒ der jude koufet anders dinges unverholne und verstolne bi tages lichte
Sachsenspiegel 3, 7, 4; sie saugen dann, wie aller bastart patron Hercules, heymlich und verstolen der Juno milch Fischart
Garg. 36
neudr.; gieng ich mit ihr hinaus und thät gantz verstohlen aus einem kübel einen rechtschaffenen trunck wasser Grimmelshausen 2, 364, 24
Keller; der gab acht gülden mir verstolen Sachs 7, 140, 15
Keller; als ich dich in unsern gassen nur verstohlen angeblickt Günther
ged. 324; nicht mehr verstohlen werd ich zu ihr schleichen, nicht rauben mehr der liebe goldne frucht Schiller 14, 40 (
braut v. Messina 659;
vgl. Tell 1100); sind's die gefangnen, die auf ihre flucht verstohlen sinnen? Göthe 10, 77
Weim. (
Iphigenie 1769); er .. zog dabei mit einer art von stiller wehmut langsam und wie verstohlen den speisezettel aus der brusttasche Gutzkow
ritter 4, 243; ich habe dich gesehn, gestern, aber heimlich, verstohlen, auf dem korso Fontane 5, 154.
unpersönliches subject wird handelnd gedacht: erst that es (
das schwert) an der linken nur ganz verstohlen blinken Körner 1, 144; nur verstohlen durchdringt der zweige laubigtes gitter sparsames licht, und es dringt lachend das blaue herein Schiller 11, 84; der einbildungskraft hält es (
das gemälde des dichters) verstohlen ein unendliches vor, ein zauberbild in den lüften Herder 22, 328; man weisz dasz die ersten jhh. alle bilder verabscheuten, die folgenden fast verstolen wieder dazu ... gelangten J. Grimm
kl. schriften 1, 75.
zu einem adj. gebrauchten part. oder adj. tretend: verstohlen geschriebene briefe,
literae furtivae Frisch 2, 328
a; gleich ernsten vätern, die verstohlen lächelnd dem mutwillen des lieblichen kindes zusehen Heine 3, 71.
ober- und mitteldeutsch ist die nebenform verstohlens
mit adverbialem genetiv-s:
bair. verstolens,
furtim Schmeller 2, 749;
schwäb. einen verstohlens besuchen; etwas verstohlens haben,
heimlich halten, verheimlichen Fischer 2, 1361;
vogtländ. fšdúəln(d)s Gerbet 172;
mansfeld. varstollens Jecht 119
a; die ihre herbstfreuden bereits verstohlens in den rhätischen thälern zu finden wissen Steub
drei sommer in Tirol 1, 8; etliche aber aus ihnen zwackten der mutter heimlich etliche suppenschnitten hinweg und aszen sie so verstohlens, dasz sie auch die lefftzen nicht drüber bewegten Grimmelshausen 2, 410, 5
Keller. mhd. auch verstolnlîche
mhd. wb. 2, 2, 635
b; Lexer 3, 253;
mnl. verstolenlike
neben verstolen Verdam 638
b;
nhd. do blickt er haimlich und verstolenlich Lucreciam an Wyle
translationen 45, 7.
verbreiteter ist die umschreibung verstohlenerweise, verstohlenerweis,
furtim, furtive Dentzler 313
b; etwas verstolener weise
oder verstolen thun, nach hause tragen Kramer 2, 953
a; Kirsch 2, 314
a; Adelung; Campe;
bair. Schmeller 2, 749;
schwäb. Fischer 2, 1361.
im 19.
jh. hat man diese schleppende form wieder fallen lassen: (
der wolf) gibt fleiszig auff die schäflin acht, vor einem stall nach mitternacht, und schleicht herumb verstolner weisz Spreng
Äneis 172
b; Lemnius habe seine sinnschriften verstohlner weise drucken lassen Lessing 5, 51; ich sahe ... den Antiochus .. verstohlenerweise nach seiner stiefmutter .. schielen Wieland
Lucian 1, 217; zu jeder zeit sind frechheit und üppigkeit in gleichem schritt mit einander gegangen, wenn nicht öffentlich, so verstohlener weise Herder 22, 136; man musz es dem zuschauer so verstohlener weise unter den fusz geben, ihm aber nicht so geradezu in den bart werfen Tieck 5, 176. C@44)
das adverb. verstohlen
wird seinerseits wieder zum adj. umgewandelt: verstolen,
surreptivus, clancularius, clandestinus Stieler 2164; verstolene liebe, liebeshändel, küsse, blicke Kramer 2, 953
a; Dentzler 313
b; Frisch 2, 328
a; Adelung; Campe; by welcher er im schnellen zuogon begriffen hatt siner huszfrowen verstolne geburt Grünynger
Terenz deutsch (1499) cl, iii
a; die verstolen wasser sind süsze, und das verborgen brot ist niedlich
sprüche Sal. 9, 17;
vgl. Sachs 19, 260, 30
Götze; doch waren ihnen ihre verstohlne zusammenkünfte desto angenehmer A. U. v. Braunschweig
Octavia 1, 240; von der zeit an wandte ich alle verstohlenen einsamen stunden darauf, mein schauspiel wiederholt zu lesen Göthe 21, 23
Weim.; der mond .. schaute in den garten, ob er wieder das süsze, flüsternde, verstohlene glück erblicke Stifter 2, 48; an einer klippe meine führer halten, und ich mich wende zu verstohlner schau Droste-Hülshoff 2, 95.
halb unterdrückte willens- und gefühlsäuszerungen: ist gleich dein wink verstohlen: so find ich doch mein glücke in jedem deiner blicke Hagedorn 3, 117; noch wendet ihr voll scham euer gesichte weg? noch fallen verstohlne thränen herab? Lessing 6, 184; die verstohlnen blicke, die er noch so gerne in die scenen seiner glücklichen jugend wirft Wieland
Agathon 2, 290; neben ... paketen, die er mit einem verstohlenen seufzer auf den tisch legte, brachte er einige geschenke für Anna mit Keller 2, 34; gönne endlich der eine handvoll verstohlener wollust, die dir die herrschafft der welt zum brautschatze einbringt Lohenstein
Arminius 1, 405
a; die Weistritz, die sich aus den tiefen des plauenschen grundes losringt, wie ein verstohlnes gefühl aus der tiefe der brust Kleist 5, 236; sie genieszen es (
das verbotene naschwerk) mit einer solchen verstohlnen wollüstigen furcht, die einen groszen theil des kindischen glücks ausmacht Göthe 21, 21
Weim.; so unverkennbar von verstohlenem trotz begleitet Storm 6, 194. C@55)
während das zu einem sächlichen subst. tretende attribut in der regel an ein trans. verb. anzuschlieszen ist, deutet das persönliche auf eine reflex. grundform hin: weil die anfangs verstohlnen und furchtsamen Sonter nach und nach immer kühner werden Lohenstein
Arminius 1, 245
a; war es nicht unedel, unzärtlich, dasz du einen verstohlnen zuschauer abgabest, wo du wusztest, dasz Panthea keinen zuschauer verlangte Wieland 3, 65
akad. ausg.; golden in die gemächer scheine dir die sonn' am morgen, silbern in das nächtliche brautgemach dir der mond, der verstohl'ne Rückert 2, 90; dasz mich nicht der mittag senge, winken mir verstohlne schatten Platen 1, 361. C@66)
das part. prät. wird wie ein adj. gesteigert; zu 2:
schwäb. du bist verstohlener als Felixe
n geisz
e, die ist z
u nacht ge
n stehle
n g
egange
n Fischer 2, 1361.
zu 3: dieser mann .. versuchte .. alles mögliche, um seine neigung aufs verstohlenste zu befriedigen Meiszner
Alcibiades 1, 263.
zu 4: dieses grosze vorrecht der dramatischen manier, die seele gleichsam bey ihren verstohlensten operationen zu ertappen Schiller 2, 4. —
ein subst. verstehlung ist ungebräuchlich: verstälung,
subreptio Maaler 432
a;
suppressio, ipse actus supprimendi, verschlahung, verstälung, vertruckung Calepinus 1428
a.
vgl. auch verstohlenheit.