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Stehlen

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
15 in 14 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Stehlen v., trs

Bd. 4, Sp. 613b
Stehlen, v. trs. unregelm. ich stehle, du stiehlst, er stiehlt, wir stehlen ; unl. verg. Z. ich stahl († stohl); geb. F. ich stähle († stöhle); Mittelw. der verg. Z. gestohlen; Befehlw. stiehl, etwas in der Stille und heimlich, so daß es niemand bemerkt, thun. Sich aus dem Hause, aus der Gesellschaft stehlen, sich ohne daß es bemerkt wird daraus entfernen. Unfalo der vngetrew man Aus dem schiff sich heimlichen stal, Theuerdank, K. 43. — ihm bleibt kein andrer Weg zu wählen, Als, sich verschuldet aus Paris zu stehlen. Bürde. Und wer's nie gekonnt, der stehle, Weinend sich aus unserm Bund. Schiller. Eben so, sich von dannen stehlen. Der tiep (Dieb) sich balde dannan stal. Boners Fabeln, 27. »— indem sie — sich — heimlich und unerkannt unter die Zuhörer desselben stahl.« Wieland. Dies ist ein Sonnenblick, Der mühsam sich durch eine Wolke stiehlt. Weiße. »Dann stahl es (das Ziefer) seine Eier in die noch weiche Frucht « d. h. brachte sie, legte sie unbemerkt hinein. Benzel=Sternau. Stehlend den lauschenden Blick durch die halbgeschloßnen Wimper, Baggesen, d. h. verstohlen oder heimlich, unbemerkt den Blick werfend, oder mit zwei Worten, unmerklich blinzend. I engerer und gewöhnlicher Bedeutung ist stehlen, das Eigenthum eines Andern heimlich und ohne seinen Willen nehmen, durch welche Heimlichkeit es sich von dem mit offenbarer Gewalt verbundenen rauben unterscheidet. Einem Andern etwas stehlen. Geld, Waaren, Wäsche  stehlen. Х Stehlen wie ein Rabe, des Stehlens gewohnt sein, und Übung, Fertigkeit darin haben. Sich reich stehlen, sich durch vieles Stehlen reich machen, bereichern. Wer meinen Ruhm berupft, stiehlt zwar sich selbst nicht reich, Mich aber stiehlt er arm, Hagedorn. Etwas aus einem Buche stehlen, es daraus entnehmen, abschreiben und für sein eigenes Machwerk ausgeben. Das hat er von mir gestohlen, das hat er mir heimlich abgesehen, abgelernt. S. Abstehlen. Zuweilen verliert sich der harte und gehässige Begriff der Entwendung des Eigenthumes eines Andern. Einem seine Zeit stehlen, ihn unvermerkt um dieselbe bringen. Die Zeit zu etwas stehlen müssen, sie einem andern Geschäft, dem sie gehört, gewidmet ist, entziehen. Х Dem lieben Gott die Zeit stehlen, die Zeit, welche zu etwas Besserem, Nützlicherem gebraucht werden könnte, gleichsam rauben und unnütz verbringen. »Jacob stahl Laban das Herz,« gewann dasselbe allmählig, er setzte sich unvermerkt in Labans Gunst. 1 Mos. 31, 20. So sagt man auch von liebenswürdigen Frauen und Mädchen daß sie die Herzen der Männer stehlen. S. Herzendieb. I der Schifffahrt stehlen die Segel einander den Wind, wenn sie einander den Wind auffangen. I gemeinen Leben hat man in den verschiedenen Sprecharten eine Menge Ausdrücke für stehlen, mit verschiedenen Nebenbegriffen, z. B. buchsen, mausen, kapsen, stibitzen, mitgehen heißen, im Osnabrückschen niefeln, in Jena und auf andern hohen Schulen schießen, in Helmstädt klemmen  Die Diebe selbst sagen holen dafür; gleichsam als wenn es nur darauf ankomme, etwas ihnen Gehöriges abzuholen. D. Stehlen. D. — ung.
3073 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stêhlen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Stêhlen , verb. irregul. act. ich stehle, du stiehlst, er stiehlt; Imperf. ich stahl, (im gemeinen Leben ich stohl;) Con…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stehlen

    Goethe-Wörterbuch

    stehlen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    stëhlen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    stë h le n [tálə fast allg.; tǽlə Str. Ndrbr. W.; Ind. Pr. tél Dü. U.; tǽl W.; Part. ktôlə Liebsd. U., któlə Co. D…

  4. Sprichwörter
    Stehlen

    Wander (Sprichwörter)

    Stehlen 1. Alles stiehlt ein Dieb, nur nicht die Lieb'. 2. Aenmôl gestohlen ist immer verlôren. ( Waldeck. ) – Curtze, 3…

  5. Spezial
    stehlen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    steh|len (stiehlt, stahl, gestohlen) vb.tr. (klauen, entwenden) arobé (-ba) , se tó. ▬ jdm. die Zeit stehlen ‹fig› ti ar…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stehlen

17 Bildungen · 1 Erstglied · 12 Zweitglied · 4 Ableitungen

stehlen‑ als Erstglied (1 von 1)

stehlenswert

PfWB

stehlen·swert

 stehlens-wert Adj. : nur in der Wend.: Was net frogeswert is, is net schtehleswert [ Beam Penns 97].

stehlen als Zweitglied (12 von 12)

abstehlen

DWB

abstehlen , clam auferre, nnl. afstelen: das er mir tut mein pfrunt abstelen, d. i. ab mir stelen. fastn. sp. 144, 13; abgestolen 180, 8; da…

ausstehlen

DWB

aus·stehlen

ausstehlen , expilare: die groszen gewaltigen erzdiebe, die nicht eine stad oder zwo, sondern ganz Deudschland teglich ausstelen. Luther 4, …

bestehlen

DWB

bestehlen , suppilare aliquem, ags. bestelan, schw. bestjäla, dän. bestiäle, nnl. bestelen: diebe, die den garten bestehlen; einem die kasse…

davonstehlen

RDWB1

davon·stehlen

davonstehlen, sich umg. улизнуть разг. , слинять разг. , смотаться разг. , смыться разг.

durchstehlen

DWB

durch·stehlen

durchstehlen , reflexiv, heimlich, verstohlener weise sich durchschleichen. er hat sich zwischen den wächtern durchgestohlen. sich durch die…

einstehlen

DWB

ein·stehlen

einstehlen sich, irrepere, insinuare se, sich einschleichen: mit einer beredsamkeit, die auf eine unwiderstehliche art sich in die seelen ei…

milchstehlen

DWB

milch·stehlen

milchstehlen , n. das stehlen der milch aus den eutern des nutzviehs durch zauberei ( vergl. milchdieb): wer wunschruten, schatzbeschwerung,…

Mitstehlen

Wander

mit·stehlen

Mitstehlen Mitgestohlen, mitgehenkt; mitgehurt, mitertränkt. – Mayer, I, 79; Pistor., I, 85; Graf, 306, 170. »Das gemeine Sprichwort: Mitges…

Obststehlen

DRW

obst·stehlen

Obststehlen, n. wie Obstdieberei die dieberey mit aushütten, holtz- graß- und obst-stehlen 1664 SchlesKirchSchulO. 378 wirdt daß obs-, ruebe…

verstehlen

DWB

ver·stehlen

verstehlen , verb. , in der älteren periode weit verbreitet, tritt in der neueren zurück und ist heute nur in der form des part. prät. üblic…

Wégstêhlen

Adelung

weg·stehlen

Wégstêhlen , verb. irregul. act. (S. Adelung Stehlen ,) durch einen Diebstahl entwenden. Einem sein Geld wegstehlen. Sich wegstehlen, heimli…

Ableitungen von stehlen (4 von 4)

bestehlen

DWB

bestehlen , suppilare aliquem, ags. bestelan, schw. bestjäla, dän. bestiäle, nnl. bestelen: diebe, die den garten bestehlen; einem die kasse…

entstehlen

DWB

entstehlen , suffurari, entwenden, nnl. ontstelen: andern leuten das ihre entstehlen. Gefken beilage 97 a ; wer ihn da hätt entstolen, wer i…

erstehlen

DWB

erstehlen , furari, surripere: dasz er des volkes herz mit list erstelen kan. Rompler s. 18 ; und unversorgt mit waffen sollt ich durch schl…

verstehlen

DWB

verstehlen , verb. , in der älteren periode weit verbreitet, tritt in der neueren zurück und ist heute nur in der form des part. prät. üblic…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stehlen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stehlen/campe?formid=S17259
MLA
Cotta, Marcel. „stehlen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stehlen/campe?formid=S17259. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stehlen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stehlen/campe?formid=S17259.
BibTeX
@misc{lautwandel_stehlen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  urldate      = {2026-05-09},
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