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Schênken

mhd. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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30 in 23 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schênken

Bd. 3, Sp. 1416
Schênken, verb. reg. act. welches noch in einer doppelten Hauptbedeutung vorkommt. 1. Des Gießens eines flüssigen Körpers aus einer Bouteille, Flasche, Kanne u. s. f. in ein kleineres Gefäß. 1) Eigentlich, wo es doch nur von eigentlichen Getränken gebraucht wird, sie aus einem größern Gefäße in das Trinkgefäß gießen. Wein aus der Kanne in den Becher schenken. Das Glas, den Becher, die Tasse zu voll schenken. Besonders in dem zusammen gesetzten einschenken. Im Schwed. lautet es in dieser Bedeutung gleichfalls skänka, im Franz. chinquer. Es scheinet, daß es ehedem gießen überhaupt bedeutet habe, denn bey dem Notker ist scangan vergießen, und in der Monseeischen Glosse scanchan gießen. 2) In weiterer und figürlicher Bedeutung. (a) Das Getränk darreichen. So schenkte ehedem derjenige, welcher einem andern das Getränk in das Trinkgeschirr goß und es demselben darreichte, S. Schenk. Trinket des Weins, den ich schenke, Sprichw. 9, 5. Der Herr hat einen Becher in der Hand und schenket aus demselben, Ps. 75, 9. Jetzt ist es in dieser Bedeutung nur noch unter dem großen Haufen üblich, wo man einem schenket, oder ihm eines schenket, wenn man ihm zur Bewillkommung oder aus Freundschaft unentgeldlich einen Trunk darreichet. In dem alten Siegesliede auf den König Ludwig schon skankan, im Angels. scencan. Im Nieders. ist daher beschenken und im Dänischen beskiänka berauschen. (b) Das Getränk im Kleinen verkaufen. Wein, Bier, Branntwein, Kaffeh, Chocolate, Meth u. s. f. schenken. Hier schenkt man guten Wein. In einigen Gegenden Obersachsens schenket man auch Salz, wenn man dasselbe in[] kleinen Quantitäten verkaufet. Derjenige, welcher auf solche Art Getränk im Kleinen verkauft, heißt der Schenk, der Ort, wo selbiges geschiehet, die Schenke, und der Verkauf selbst und das Befugniß dazu, der Schank, S. diese Wörter. 2. Unentgeldlich geben, das Eigenthum einer Sache umsonst übertragen, mit der dritten Endung der Person, und der vierten der Sache. 1) Eigentlich. Einem etwas schenken. Ich habe es ihm geschenkt. Es ist mir geschenket worden. Ingleichen in weiterer Bedeutung, jemanden sein Herz, seine Huld schenken. Schenken sie mir einen gütigen Blick. Die Sache, welche geschenket wird, heißt ein Geschenk, in einigen Gegenden auch ein Schank, eine Schenkung oder Schankung, welche aber im Hochdeutschen ungewöhnlich sind. Dahin gehören auch unter den Handwerkern die geschenkten Handwerke, worunter man im weitern Verstande diejenigen Handwerke verstehet, deren Gesellen auf ihren Wanderschaften von ihren Handwerksgenossen ein Geschenk erhalten. Im engsten und gewöhnlichsten Verstande ist ein geschenktes Handwerk ein altes, freyes, im ganzen Römischen Reiche privilegirtes Handwerk, dessen Gesellen aller Orten entweder Arbeit oder doch ein freyes Geschenk erhalten. Beydes im Gegensatze der ungeschenkten. Der Gebrauch des Mittelwortes ist hier freylich hart und ungewöhnlich. 2) Freygebig erlassen. Jemanden das Leben schenken, ihm das Leben, welches man ihm nehmen konnte, aus wahrer oder vorgegebener Großmuth lassen. Jemanden eine Schuld schenken, ihm die Strafe schenken, unentgeldlich erlassen. Er soll dir geschenkt seyn, die Ahndung, die Strafe soll dir erlassen seyn. So auch das Schenken und die Schenkung, besonders in der zweyten Hauptbedeutung. Anm. In einigen gemeinen Sprecharten lautet dieses Zeitwort im Imperf. und im Mittelworte, schonkte, geschonken, in andern schankte, geschankt. Beyde rühren von einer veralteten Form des ganzen Zeitwortes her. Bey den ältesten Oberdeutschen Schriftstellern lautet es beständig schanken für schenken. Wachter bemerket mit Recht, daß die zweyte Hauptbedeutung bey unsern alten Schriftstellern nicht vorkomme, woraus aber noch nicht folgt, daß sie neuern Ursprunges ist, und noch weniger, daß sie eine Figur der ersten ist, wie er, Frisch und andere behaupten, weil eine solche Figur zu hart und ungewöhnlich seyn würde. Schenken kann vielmehr ehedem geben überhaupt bedeutet haben, und da können alle heutige Bedeutungen als besondere Arten derselben angesehen werden. Oder, da alle Zeitwörter eigentlich Onomatopöien sind, und daher ein Wort sehr häufig ganz verschiedene Handlungen bedeutet, wenn nur der Laut, unter welchem sie in das Gehör fallen, einerley oder doch ähnlich ist, so kann in der ersten Bedeutung der Laut des Gießens, und in der zweyten, der mit dem Geben verbundenen Bewegung, zum Grunde liegen. Auch in Ansehung der Form dieses Zeitwortes findet ein doppelter Fall Statt. Das n kann der nicht ungewöhnliche müßige Begleiter der Gaumenlaute seyn, und alsdann würde der Stamm Schach, Schak heißen; oder das -ken kann auch die nicht ungewöhnliche intensive Ableitungssylbe seyn, und alsdann hätte man nur auf die Sylbe Schan, Schen zu sehen. Die älteste Spur von diesem Worte findet sich bey dem Ottfried, wo scancan einschenken ist. Keros skangames, laßt uns fortfahren, ist ohne Zweifel das mit dem Oberdeutschen Zischworte verstärkte gehen, für gangames.
4954 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schenkenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    schenken stn. das einschenken, Parz. 702,9. dô daʒ schenken geschach, dô stuont si ûf Mel. 8701.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schenkenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    schenken , st. V. nhd. schenken, geben, zuwenden, Gaben verteilen, verleihen, gewähren E.: s. schenken (2) W.: s. nhd. s…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schênken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schênken , verb. reg. act. welches noch in einer doppelten Hauptbedeutung vorkommt. 1. Des Gießens eines flüssigen Körpe…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schenken

    Goethe-Wörterbuch

    schenken auch -cken 1 Getränke ausschenken a (in ein Trinkgefäß) eingießen, jdm etw zu trinken geben; einmal in bildl Zs…

  5. modern
    Dialekt
    schënken

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    schënke n [akə Co. U.; ækə Str. W. ] 1. schenken, als Geschenk geben. Schënk m i r's! Co. Henry. Iron. ‘Das ist dir …

  6. Sprichwörter
    Schenken

    Wander (Sprichwörter)

    Schenken 1. Alles schenken, niemals henken, verändert Land und Stand. – Parömiakon, 1983. 2. Besser schenken als borgen.…

  7. Spezial
    schenken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schen|ken I vb.tr. 1 (als Geschenk überreichen) scinché (-ca), dé (dá) 2 (gewähren) dé (dá) , doné (donëia) , conzede (-…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schenken

53 Bildungen · 17 Erstglied · 33 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schenken 2 Komponenten

schen+ken

schenken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schenken‑ als Erstglied (17 von 17)

schenkenambehte

KöblerMhd

schenken·ambehte

schenkenambehte , st. N. nhd. Schenkenamt, Schenkeramt, Amt des Mundschenks Vw.: s. erz-* Hw.: s. schenkambehte Q.: WälGa (1215/1216) E.: s.…

schenkenamt

DWB

schenken·amt

schenkenamt , n. , seltener schenkamt, s. schenk 1: wenn ein weiblein sorgt für das schenkenamt. Voss 5, 85 ; Rudolf, von gottes gnaden römi…

Schenkenböhl

PfWB

Schenken-böhl m. : FlN, Weinlage, amtl. Schenkenböhl, mda. Schenkebehl [ NW-Dürkh Wachh ]; zum Grundw. vgl. Bühl . a. 1496: am Schenckenbohe…

schenkenbuch

DWB

schenken·buch

schenkenbuch , n. : das schenkenbuch als theil des westöstlichen divans. Göthe 5, 201. 6, 148 .

Schenkendorf

Wander

schenken·dorf

Schenkendorf Er stammt nicht aus Schenkendorf, er stammt aus Greifswald. – Sanders, 144.

Schenkenfelden

Wander

Schenkenfelden Er ist nicht von Schenkenfelden. Er gibt oder schenkt nicht gern. Wortspiel mit dem Namen eines Pfarrdorfs im oberösterreichi…

schenkenhand

DWB

schenken·hand

schenkenhand , f. : im frühling, im freundlichen kreise, aus schöner schenkenhand, das glas zu nehmen, ist weise. Rückert poet. werke (1882)…

Schenkenlehen

DRW

schenken·lehen

Schenkenlehen, n. auch Schenklehen I dem ¹Schenk (I) verliehenes Lehensgut, von dem Zins gezahlt wird vgl. Schenkamt (II), Schenkzehnt das s…

schenkenlied

DWB

schenken·lied

schenkenlied , n. lied, das die lust des weines und die schönheit des schenken besingt, wie im westöstlichen divan; vgl. schenkenbuch .

Schenkensaal

GWB

schenken·saal

Schenkensaal Bindestrichschr (als Fest- u Tanzsaal dienender) größter Raum eines (ländlichen) Wirtshauses 3,182 Parabol 11 Vs 3 Juliane Bran…

schenkenstube

DWB

schenken·stube

schenkenstube , f. hier als trinkstube: herein zur burg! die schenkenstub' erschliesz' ich. Immermann 13, 260 Boxberger.

schenkenswert

DWB

schenken·swert

schenkenswert , adj. : es ist schenkenswerth, vor ein saw ein essen würst. Lehmann bei Wander 4, 144 .

schenkenthür

DWB

schenken·thuer

schenkenthür , f. : ich kann wahrhaftig doch nichts dafür, dasz schief mir die nas' im gesichte steht, und dasz sich's leichter zur schenken…

schenkenwange

DWB

schenken·wange

schenkenwange , f. : wie des weines sonn' im osten des pokales aufgegangen, gehen auf mir tausend tulpen aus dem beet der schenkenwangen. Pl…

schenken als Zweitglied (30 von 33)

abschenken

DWB

abschenken , ein bestimmtes masz getränkes austheilen, zumal an das reisegefolge des hofes. s. abschank .

aufschenken

DWB

auf·schenken

aufschenken , aufgieszen, aufschütten, nnl. opschenken. bei Stieler 1750 ist aufschenken potum praebere, einschenken.

ausschenken

DWB

aus·schenken

ausschenken , divendere liquores, cauponam exercere: wein, brantwein, bier ausschenken, maszweise verkaufen, auswirten, in Süddeutschland ve…

beschenken

DWB

beschen·ken

beschenken , 1 1) in der eigentlichen bedeutung von schenken = fundere ist beschenken perfundere, irrigare, und Spee sagt beschenkte wangen …

einschenken

DWB

ein·schenken

einschenken , infundere, nnl. inschenken, schw. inskänka, iskänka, lieber skänka i. 1 1) wasser, wein, bier, milch einschenken, eingieszen. …

geschenken

DWB

geschen·ken

geschenken , verstärktes schenken ( s. d. ). 1 1) zu trinken geben, getränke verabreichen: daʒ volc fuor al gelîche, dô man geschancte, an i…

inschenken

MNWB

insch·enken

° inschenken , swv. , nur übertr. c. D. p. (Unrecht) wedder i. eintränken, wieder vergelten (Rothmann Verb. 78).

Metausschenken

DRW

meta·usschenken

Metausschenken, n. wie Metleitgeben das [dem hoffgesind ua.] so hoch verbottene wein- bier- met- brandwein-leutgeben und außschencken 1667 C…

Metschenken

DRW

metschen·ken

Metschenken, n. das gewerbliche Ausschenken von ¹Met der scherg hat auch ain ambt zu dem metschenkchen und ist der zehenttist 1378 RegensbUB…

nāchschenken

KöblerMhd

nāchschenken , sw. V. nhd. „nachschenken“, ausschenken Q.: Urk (1293) E.: s. nāch, schenken W.: nhd. nachschenken, V., nachschenken, DW- L.:…

ȫverschenken

MNWB

oever·schenken

° ȫverschenken , ōver- , swv. : einen (Willkommens-)Trunk reichen, ein Getränk anbieten , wan de ōlden vü̂rhêren de nînen setten unde ȫ.-et …

Pintenschenken

DRW

pinte·n·schenken

Pintenschenken, n. gewerblicher Alkoholausschank das wein- und pintenschenken [ist] allein den ordentlichen wirten zugelassen 1628 ArchBern …

quîtschenken

MNWB

quitsch·enken

*° quîtschenken , swv. : eine Schuld ohne Gegenleistung erlassen, börgen is nê(i)n qu. (Rosarium 68).

quītschenken

KöblerMnd

quīt·schenken

quītschenken , sw. V. nhd. Schuld ohne Gegenleistung erlassen (V.) E.: s. quīt (3), schenken L.: MndHwb 2, 1826 (quîtschenken) Son.: örtlich…

ümmeschenken

MNWB

uemme·schenken

(ümmeschenken) , um- , umbe- , umb- , swv. : ausschenken, „ Itm mer mothen de frouwen win vmbe schencken ” (Sonderweg 131), „ de schenken mo…

umschenken

KöblerMnd

umschenken , sw. V. Vw.: s. ümmeschenken

verschenken

DWB

versch·enken

verschenken , verb. 1 1) ausschenken, mhd. verschenken. im anschlusse an die bedeutung des einfachen wortes ist die ältere bedeutung ' eingi…

vollschenken

DWB

voll·schenken

vollschenken , trennbar: und so einer das glasz ausgedruncken und wider voll zuschencken darreichet Pape bettel- u. garteteuffel (1586) m 5 …

voreschenken

KöblerMhd

vore·schenken

voreschenken , sw. V. nhd. „vorschenken“ Q.: EvB (1340) (FB vor schenken) E.: s. vore (1), schenken W.: nhd. (ält.) vorschenken, V., „vorsch…

vorschenken

DWB

vorsch·enken

vorschenken , verb. , im schenken, d. h. im trunkdarbieten vorangehen; im voraus, vorher schenken, etwas als gabe: die goldene gabe vom vorg…

vörschenken

KöblerMnd

vörschenken , sw. V. nhd. schenken, ausschenken, geben, zum Geschenk machen, verschenken Hw.: vgl. mhd. verschenken E.: s. vör, schenken (2)…

wegschenken

DWB

weg·schenken

wegschenken , als geschenk weggeben: ( ich will ) alte kleider schaffen in, die man sonst weckhschenckt und wirfft hin. Ayrer 3318, 2 Keller…

Wegzuschenken

Wander

weg·zuschenken

Wegzuschenken 1. A wär' gut wek ze schenken, a roit's nich sîr. ( Schles. ) – Frommann, III, 411, 429. »Er taugte allerdings gut zum wegsche…

weinschenken

DWB

weinschen·ken

weinschenken , n. : lieber son, das weinschencken steht dir wol an Fischart Garg. 146 ndr.; dasz die jungen tannen ... zum zeichen des wein-…

în schenken

MWB

în schenken swV. ‘(jmdm.) etw. einschenken, eingießen’ (auch unter Ersparung des Obj.): so man anderwaid schankt ein, / so stiez der pot daz…

überschenken

KöblerMhd

überschenken , sw. V. nhd. „überbeschenken“, im Schenken übertreffen, durch Großzügigkeit übertreffen Hw.: vgl. mnd. ȫverschenken Q.: Damen …

ümmeschenken

KöblerMnd

ümmeschenken , sw. V. nhd. ausschenken Q.: Strals. Chr. 3, 6 E.: s. ümme (1), schenken (2) L.: MndHwb 3, 2, 70 (ümmeschenken)

īnschenken

KöblerMhd

īnschenken , sw. V. nhd. einschenken, eingießen Hw.: vgl. mnl. inscinken, mnd. inschenken Q.: Frl (1276-1318), GrAlex, Mügeln E.: s. īn, sch…

ōrschenken

KöblerMnd

ōrschenken , sw. V. Vw.: s. ȫverschenken

Ableitungen von schenken (3 von 3)

beschenken

DWB

beschenken , 1 1) in der eigentlichen bedeutung von schenken = fundere ist beschenken perfundere, irrigare, und Spee sagt beschenkte wangen …

geschenken

DWB

geschenken , verstärktes schenken ( s. d. ). 1 1) zu trinken geben, getränke verabreichen: daʒ volc fuor al gelîche, dô man geschancte, an i…

verschenken

DWB

verschenken , verb. 1 1) ausschenken, mhd. verschenken. im anschlusse an die bedeutung des einfachen wortes ist die ältere bedeutung ' eingi…