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Hand

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GWB
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28 in 23 Wb.
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Hand

Bd. 4, Sp. 660
Handvereinzelt (eigenh) Kleinschr in (frühen) Br; Pl auch: Händ(’), in (verfestigten) Vbdgn Dat u Akk auch: Handen (zB ‘jdm an Handen gehen’); gut 5000 Belege in reicher Phraseologie u Metaphorik; als (noch) eigenständiger Bestandteil versch kompositor Bildungen, trotz vereinzelter Zusammenschr (zB ‘anhanden, zuhanden’, ‘linkerhand’), hier behandelt  A Körperteil   1 als funktional vielseitiges Glied, Organ von komplexer Bildung   a in allg Betrachtung, meist anknüpfend an paradigmat Vorgänger (Aristoteles, Galen, d’Alton)  Die heiteren Griechen schrieben der Natur einen allerliebsten Verstand zu. Habe sie doch alles so artig eingerichtet .. Der Mensch .. sei besonders versorgt, durch seine vielthätige H., wodurch er .. sich Schwert und Spieß anzuschaffen wisse GWBN7,201,9 PrincPhilZool II  Den Vorderarm des Menschen, die Verbindung desselben mit der H. und welche Wunder hier geleistet werden, nehmen wir als allgemein bekannt an. Es ist nichts Geistiges, was nicht in diesen Bereich fiele GWBN7,201,19 PrincPhilZool II  Die Alten vergleichen die H. der Vernunft GWBN13,114,4 PrincPhilZool Plp Gespr(He2,772) Falk 25.1.13 GWBN7,366 Morph Plp uö(selten)   b in konkr (alltägl) Situationen u Vollzügen, im frühen Ged einmal ‘mit Händen und Füßen rudern’  Des Herzog[s] H. schmerzte [infolge eines Hundebisses] GWBTgb 23.10.77  Und die Fackel, wie sie glomm, | Ließ man eilig wandern, | Jeder drückte sie geschwind | In die H. des andern GWB1,15 Stirbt der Fuchs 12  Der Domherr (Papiere in der H. haltend) GWB17,169,6 Gr Coph III 1  Philine .. klatschte .. in die Hände GWB23,10,25 Lj VII 1  [lebendes Bild ‘Belisar’] Luciane hatte sich .. das junge Weibchen im Hintergrunde gewählt, das reichliche Almosen aus einem Beutel in die flache H. zählt GWB20,252,28 Wv II 5 GWBN1,212,7 FlD 518 GWBB11,10,5 Meyer 22./25.1.96 GWB12,76,24 Lila III GWB37,25,18 Annette Kunst Spröden zu fangen II einmal (in Berührung mit Punkt 4) zugl in Anspielung auf geheimes Erkennungszeichen unter Illuminaten1)  Wilhelm [bei seiner Initiation in die Geheimnisse der ‘Turm’-Gesellschaft] setzte sich auf einen .. Armstuhl .. ob ihn schon die Morgensonne blendete .. er konnte nur die H. vor die Augen halten GWB23,121,17 Lj VII 9 iZshg des Handlesens  [Zigeunerin zu Adelh:] Gieb mir deine H. .. dass ich dir sage .. die gute Wahrheit GWB39,143,25 Götz1 V im (redensartl inspirierten) Bild u bildh Vergl  H. wird nur von H. gewaschen; | Wenn du nehmen willst, so gib! GWB2,292 Wie du mir, so ich dir 3  wo wir .. das Leukerbad .. zwischen .. hohen .. Gebirgen, gleichsam wie in einer hohlen H. liegen fanden GWB19,268,27 BrSchweiz II  Wer Pech knetet klebt seine eignen Hände zusammen GWBB14,32,10 Schiller 6.3.99 GWBB16,77,3 Schiller 4.5.02   c iZshg mit erot Aktivitäten u Intimitäten, auch als Organ synästhet Begreifens; einmal in personifiz Vorstellung  Und belehr’ ich mich nicht, indem ich des lieblichen Busens | Formen spähe, die H. leite die Hüften hinab? | .. Sehe mit fühlendem Aug’, fühle mit sehender H.? GWB1,239 Vss 100u102 RömEleg V  Zwey Lacerten .. | .. schlürften den Caffee hinein. | Thun wir etwas, so sagte die schönste .. | Und ich fühlte sogleich ihre geschäftige H. GWB52,377 VenEpigr Plp 52,6  Leider dem früheren Reiz [der Masturbation] dienet die schädliche Hand GWB53,8 Vs 4 VenEpigrNachtr 1  die alten Herren [Bekannte von Lilis Eltern] waren ganz unerträglich mit ihren Onkelsmanieren, die ihre Hände nicht im Zaum hielten, und bei widerwärtigem Tätscheln sogar einen Kuß verlangten GWB29,159,1 DuW 19  die H., die reizende Gefährtin | Süßer Schmeicheleien GWB2,102 Der Besuch 36 GWB37,30 Annette Triumph dTugend II 25u28u30   d hinsichtl bes Schönheit (der Bildung), überwiegend bei der (jungen) Frau  Seh’ ich Perlen, so denk’ ich an dich; bei jeglichem Ringe | Kommt mir der länglichen H. schönes Gebild in den Sinn GWB1,270 Elegien II 126  Die Alte .. versicherte, daß ihre Hände immer das Schönste an ihr gewesen wären, und daß sie, ungeachtet der harten Arbeit, diese edlen Glieder weiß und zierlich zu erhalten gewußt habe GWB18,241,3 Märchen  Wilhelm hielt die schönste H. [die der Gräfin] noch in seinen Händen GWB21,324,23 Lj III 12 GWB20,84,1 Wv I 7   e skelettiert u als anatom Studienobjekt  zierlich thät’ge Glieder, | Die H., der Fuß zerstreut aus Lebensfugen GWB3,93 Im ernsten Beinhaus 9  Meine .. Studien der Osteologie .. ich habe gestern die H., als den letzten Theil der mir übrig blieb, absolvirt GWBB8,329,20 CarlAug 25.1.88   f als Bestandteil von Skulpturen, Menschendarstellung auf Gemälden; einmal in galanter Reverenz gegenüber einer in Rom befindl Plastik  Kopf und Hände von weißem Marmor .. so natürlich und gefällig gearbeitet, daß man glaubt, sie müßte .. sich bewegen GWB31,104,7 ItR  antike Statue .. eine lieblich bewegte Gestalt .. die eine H. vollkommen gut erhalten GWB32,329,18 ItR  [betr Stielers Portrait G-s] Er denkt noch eine H. in dem Bilde anzubringen GWBB44,147,7 Soret 21.6.28 GWBB16,175,10 WHumboldt 27.1.03 K   g ‘eiserne Hand’ für Götz von Berlichingens Handprothese2)  [Weisl zu Adelh:] Ganz Deutschland unterhält sich vom Götz, und seine Verstümmelung macht ihn nur merkwürdiger. Die eiserne H. ist ein Wahrzeichen, ein Wunderzeichen GWB131,253,24 Götz3 III 4   h für die Vorderpfote, den Vorderfuß von Tieren  [Reineke in der Meerkatzen-Höhle] Welch ein Nest voll häßlicher Thiere .. | Und die Mutter dabei .. | Weit und groß ihr Maul .. | Lange Nägel an Händen und Füßen [Reinke de Vos: an voeten unde handen] GWBReinF XI 187  [üb Verhältnis von Elle u Speiche] Sobald das Thier auf seinen Vorderfüßen (Händen) steht wird der Radius das Fulcrum .. stark und mächtig, reißt die Ulna an sich GWBN8,342,31 Morph Plp  Bey Thieren deren Hände zum Arbeiten (Handeln) eingerichtet sind ist die Ulna stärcker als der Radius. (Vielmehr proportionirt wie beym Menschen) GWBN13,226,6 Morph Plp GWBReinF XII 81u84 GWBN7,202,27 PrincPhilZool II   2 in Prozessen der (phys, geistigen) Aneignung   a als Organ des (Er-)Greifens, Haschens; vielf in bildl Ausdruck, bes mBez auf geistige Aktivität  Kaum hatte er [Erbschatzmeister] sich in Bewegung gesetzt, als er .. Gold- und Silbermünzen freigebig ausstreute .. Tausend Hände zappelten augenblicklich in der Höhe, um die Gaben aufzufangen GWB26,324,7 DuW 5  die Neugierigen strecken schon ihre Hände nach diesem [‘Divan’] aus .. nur um sagen zu können wir haben’s schon gelesen GWBB29,252,18 Ottilie 21.7.18 GWBB1,175,20 FOeser 6.11.68 ‘mit beiden Händen ergreifen, annehmen’ uä: vorbehaltlos (u freudig) akzeptieren  [Thomas zu Jery, üb Bätely:] Und sie will dich nicht? .. Sie soll Gott danken und mit beiden Händen zugreifen! GWB12,13,12 JeryBätely  Wenn die Deutschen .. auf eine häßliche Art dasjenige ablehnen, was sie mit beyden Händen ergreifen sollten GWBB26,337,17 Zelter 14.4.16  [Forderung eines Gutachtens zum Güterrecht unter jüd Eheleuten] wobey jedoch der zu mehrerem Beweiß der Wetzlarischen EheFrau, heimgeschobene Eydt, mit beyden Händen zu acceptiren ist DjG35,212,38 RAnw [27.3.75] GWB52,130,16 ThS V 6 GWBB22,223,1 Voigt 21.12.11   b im Ausdruck wirklichen, konkreten Gegebenseins, unbezweifelbarer Tatsächlichkeit, auch der Sinnfälligkeit, anschaulichen Wahrheit, meist ‘(mit Augen sehen und) mit Händen greifen (können)’ uä; vereinzelt iUz höheren geistigen Aneignungsformen  Phänomene .. die wir mit Händen greifen und doch nicht erklären können GWB18,150,21 Unterhaltungen  Das kann man mit Augen sehen, ja man möchte sagen, mit Händen greifen GWBN2,66,2 FlP 109  wie ich in der Champagne mit Händen greifen konnte, daß Schwefelkiese sich in dem Humus, in der Ackererde erzeugen GWBB23,235,10 Trebra 6.1.13  Einschachtelung und Epigenese sind nur schwache Versuche des Verstandes, der alles mit Händen greifen will GWBN13,166,9 Morph Plp  Doch ist es in den physischen Dingen sehr gut wenn man .. zum Anschauen bringen kann .. um solcher willen die der Idee widerstreben und alles mit Händen greifen wollen GWBB15,22,19 Steinhäuser 31.1.00 GWBN6,315,20 Morph FrühEinl AA11,12 Werth I GWB17,157,14 Gr Coph II 5 im Ausdruck der visuellen Empfindung scheinbarer Nähe  Gestern .. sahe ich .. den Ettersberg als wenn man ihn mit der H. fassen sollte GWBB27,123,5 Meyer 29.7.16 K   c mBez auf Bücher, Abbildungen uä: ‘in die H./zur H. nehmen’; mBez auf Nachschlagewerke auch spezieller iSv konsultieren  Ich gedenke [im Rückblick auf Straßb] .. des ‘Système de la nature’, das wir aus Neugier in die H. nahmen. Wir begriffen nicht, wie ein solches Buch gefährlich sein könnte GWB28,68,14 DuW 11  Übrigens ist das Stück [AWSchlegels ‘Ion’] für gebildete Zuschauer .. völlig klar, und gegen den .. weniger gebildeten Theil erwirbt es sich das pädagogische Verdienst, daß es ihn veranlaßt, zu Hause wieder einmal ein mythologisches Lexikon zur H. zu nehmen GWB40,78,16 WeimHoftheat ‘(ein Buch) aus der H. legen’: das Interesse verlieren, sich nicht länger damit befassen (mögen)  vier Trauerspiele welche Sie mir zugesandt .. wären mir solche Manuscripte zufällig in die Hände gekommen, schon nach den ersten Seiten hätte ich sie aus der H. gelegt GWBB20,214,7 Cotta 14.11.08 K  Ich fing des Manilius Astronomikon zu lesen an, und musste es bald aus der H. legen GWB37,100,19 Ephem   3 als (primäres) Instrument des Tuns; überwiegend hinsichtl hochspezialisierter manueller Tätigkeit; auch pars pro toto für die tätige Person (zT in Berührung mit A11)   a allg als Arbeitsorgan, als leistendes, hervorbringendes, ausführendes, gestaltendes Organ, Werkzeug, mehrf mit bibelsprachl Anklang; pl einmal zugl iSv Schaffenskraft; einmal bezügl Handhabung ‘zu zwei Händen’ für ital ‘a due mani’  den hohen Emigrirten, die sich oft mit musterhafter Ergebung von ihrer Hände Arbeit nährten GWB7,227,12 DivNot  [Gebet eins Fürsten:] O Herr! Großes hast du anvertraut der H. des schwachen Knechtes .. verleihe mir Gerechtigkeit und Billigkeit GWB7,79,21 DivNot  Gegenstände .. welche die bildende H. des Menschen verriethen GWB18,232,15 Märchen  Schaff’, das Tagwerk meiner Hände, | Hohes Glück, daß ich’s vollende GWB1,102 Hoffnung 1  Wenn diese Scene [Begegnung Iphigenies u Elektras] gelingt, so ist nicht leicht etwas Größeres und Rührenderes auf dem Theater gesehen worden. Wo soll man aber Hände und Zeit hernehmen, wenn auch der Geist willig wäre! GWB30,168,14 ItR GWB22,350,6 Lj VI A(JbGG6, 270u271) Votum 31.1.82 K GWBB2,194,10f Jacobi 31.8.[74] GWB43,139,21 Cell I 10   b als Instrument spezieller (berufl) Verrichtungen  α die Künstlerhand, Schöpferhand (auch kosmogon), bes hinsichtl ihres (nach)schaffenden, gestalterischen Vermögens, ihrer techn Fertigkeit; auch ‘malerische, geniale, geübte H.’  Indem wir .. gute Künstler bilden wollen, setzen wir in unsern Schülern .. ein Auge, das die Gegenstände rein sieht [voraus] .. einen mechanischen Trieb der H., dasjenige, das das Auge empfängt, gleichsam unmittelbar in irgend einer Materie wieder hinzugeben GWBB18,67,9 Schiller [8./19.10.94] K  [Meister zum Schüler:] Drum übe dich nur Tag für Tag, | .. Dadurch wird manches Schwere leicht, | Und nach und nach kommt der Verstand | Unmittelbar dir in die H. GWB16,152 Künstlers Apotheose 38  Ich hab’ viel gekrizzelt seit ich hier bin, alles leider nur von Auge zur H., ohne durchs Herz zu gehen GWBB3,89,13 ChStein 22.7.76  der Liebhaber, dessen H. nicht fertig genug ist, allen .. Gegenständen .. anmuthige Nachbildung zu verleihen GWB491,332,10 Schwerdtgeburth,RadierteBll nach G-s Handzeichnungen  [aus Ilmenau] Wir sind auf die hohen Gipfel gestiegen und in die Tiefen der Erde eingekrochen, und mögten gar zu gern der grosen formenden H. nächste Spuren entdecken GWBB4,283,4 ChStein 7.9.[80] GWBB2,17,7 Herder [etwa 10.7.72 Korr DjG2,293] GWB47,349,3 StädelschKabinett GWB412,254,10 u 256,3 Üb:Shakesp,Hamlet GWB24,78,16 Wj I 5 (in sich verselbständigender Bedeutung) für Technik, Kunstfertigkeit, individuelle Manier, Stil; auch iS einer künstlerischen Handschrift (in Berührung mit B)  mein eigentlicher Trieb .. durch Nachbildung von Natur- und Kunstgegenständen H. und Augen möglichst zu steigern GWB32,96,27 ItR  Der Künstler steht entzückt im Schauen, | Entwirft mit Rubens H. und Kraft | Anständ’ge Ritter, hehre Frauen | Und aller Stoffe Farb’ und Saft GWB4,246 Familiengemälde 28  Die Gegenstände der .. Bilder .. unglücklich. Der gute Künstler [Guercino] hat .. Erfindung und Pinsel, Geist und H. verschwendet GWB30,159,22 ItR  Zeichnungen Kobels .. Die eine die dem Geiste nach geringer ist, lässt doch an H. und Talent nichts zu wünschen übrig GWBB6,403,5 Jacobi 3.12.84  für die Radirungen danke zum schönsten! Ihre H. wird sich immer gleich bleiben GWBB45,283,14 Reutern 3.6.29 GWBB1,229,19 Reich 20.2.70 GWB35,97,13 TuJ 1801 ‘aus freier H. (zeichnen, nachbilden)’  Wenn der Hauptbegriff gegeben war, so arbeitete der [antike] Künstler wohl auch aus dem Stegreife, wie denn auch jetzt .. auf grundirter Leinwand .. aus freyer H. gezeichnet .. wird GWBB29,107,25 Meyer 26.3.18  Bibliothekschreiber Compter .. Geschicklichkeit .. womit er Facsimiles alter Manuscripte aus freyer H. nachzubilden weiß GWBB37,48,13 CarlAug 18.5.23 GWBB13,222,25 Schiller 21.7.98 GWBB32,119,16 Boisserée 16.12.19  β Arbeitshand des Handwerkers od Chirurgen, bes hinsichtl Geschick, Versiertheit  [Odoardo in seinem Vortrag:] Wer sich einer strengen Kunst ergibt muß sich ihr für’s Leben widmen. Bisher nannte man sie Handwerk .. die Bekenner sollten mit der H. wirken, und die H., soll sie das, so muß ein eigenes Leben sie beseelen, sie muß eine Natur für sich sein, ihre eignen Gedanken, ihren eignen Willen haben GWB251,223,9f Wj III 12  [Merkur üb den Lauchstädter Theaterneubau:] Drum Lob den Architekten, deren Sinn und Kraft, | Auch den Gewerken, deren H. es ausgeführt! GWB131,71,28 Was wir bringen [1802]  Die flinken Hände des Schneiders und einer Näherin .. bildeten schnell unseren Freund [Wilh] zum [Bühnen-]Helden um GWB51,278,4 ThS III 14  Der Chirurgus, ein .. wohlgebildeter Mann von leichter und geschickter H. GWB27,202,15 DuW 8 GWBB39,148,7 Schreibers 5.3.25 K  γ Schreibhand, Schreiberhand, auch im Übergang zu den Bedeutungen ‘Person’ (A11) u ‘Handschrift’ (B)  ich fühle mich müd und ausgeschrieben, denn ich habe den ganzen Tag die Feder in der H. GWBT1,203,21 v 16.9.86  Sie erlauben, daß ich mich einer fremden H. bediene; auf diese Weise unterhalte ich mich freier und öfter mit Freunden, da ich der Feder fast ganz entwohnt bin GWBB16,339,9 JMüller 5.11.03  Die H. welche bisher schrieb ist diejenige welche vor soviel Jahren meine Iphigenie zuerst abschrieb GWBB23,409,23 J.O’Donell 24.7.13  Ich kann hoffen daß .. Sie .. durch irgend eine leserliche H. die Abschrift machen .. lassen GWBB24,298,8 Riemer 9.6.14  Dank gegen .. Gellert .. welcher .. uns .. zur heiligen Pflicht machte, unsere H. so sehr, ja mehr als unsern Stil zu üben .. weil .. eine gute Hand einen guten Stil nach sich ziehe GWB27,210,2 DuW 8 ‘von jds (eigener) H. (geschrieben)’; vereinzelt iZshg mit Autographen  Jener Aufsatz [‘Die Natur’] .. ist von einer wohlbekannten H. geschrieben, deren ich mich in den achtziger Jahren .. zu bedienen pflegte GWBN11,10,8 ErläutergNatur 1828  [eigenh Nachschrift zu Br von Schreiberh:] Noch ein Paar Worte von eigner H. um dir zu sagen daß mich herzlich verlangt wieder bey dir zu seyn GWBB19,385,4 Christiane 10.8.07  Ein Brief von Ihrer lieben H., allertheuerste Tante, mußte ein höchst erfreulich [Geburtstags-]Geschenk seyn GWBB32,23,19 JMJMelber 19.9.19 K  Dagegen folgen einige Blätter berüchtigter Xenien von Schillers eigener H., deren einige .. ungedruckt geblieben GWBB26,321,11 Schlitz 26.3.16 K GWBB4,187,24 WHDalbg 2.3.80 GWBB5,55,2 ChStein 19.2.81  δ Täter-, Mörderhand, Werkzeug eines Übergriffs; bes ‘durch jds H. fallen’, ‘von jds H. sterben’, ‘H. an jdn (einmal übertr: eine Sache) legen’  [Orest zu Iph:] Klytämnestra fiel durch ihres Sohnes H. GWB39,361,9 Iph1 III 1  [Egm zu Oran:] Wer sollte wagen H. an uns zu legen? GWB8,225,27 Egm II  Ich habe .. meinen Werther wieder vorgenommen, und denke, ohne die H. an das zu legen was so viel Sensation gemacht hat, ihn noch einige Stufen höher zu schrauben GWBB6,157,13 Kestner 2.5.83 GWB18,243,11 Märchen GWBB5,141,16 Maler Müller 21.6.81 GWB8,251,22 Egm IV uö(selten)   c in Vbdgn u Wdgn zur (näheren) Bezeichnung der Aufnahme, Durchführung, Erledigung einer Arbeit, Tätigkeit, Aktion u der darauf bezügl Modalitäten  α ‘(selbst) H. anlegen’ uä: mitwirken, zupacken, mit etw beginnen; auch: ausbessern, überarbeiten  Wachstuchfabrik .. Ich machte Bekanntschaft mit .. vielen .. arbeitenden .. Männern, und legte auch wohl selbst mitunter H. an GWB26,246,2 DuW 4  Erstaunend schwer ist es [Kunstwerke] sehen zu lernen ohne selbst H. anzulegen und doch habe ich keine Zeit dazu GWBB8,157,19 ChStein 1.2.87  Ich habe doch schon geschrieben, daß Kayser herkommt? .. Sogleich wird H. an eine neue Oper gelegt GWB32,115,21 ItR  [betr Manuskr von AWSchlegels ‘Kampaspe’] Ich will ihm .. rathen nochmals H. daran zu legen GWBB13,227,14 Schiller 25.7.98 GWB31,232,23 ItR GWBB39,68,26 CarlAug 3.1.25 K ‘letzte H. (anlegen)’, auch iSv fertigstellen, vollenden; überwiegend mBez auf die ‘Ausgabe letzter H.’, einmal prägnant im philolog Sinne  Das Stück [‘Des Epimenides Erwachen’] ist so gut wie fertig, aber freylich die letzte H. anzulegen wage ich kaum allein; ich stehe noch zu nahe dran GWBB24,297,20 Riemer 9.6.14  Betreiben Sie doch die letzte H. am Schmettauischen Grabmal, wo es nicht vollendet ist GWBB20,123,23 Meyer [Jul 08]  [betr Malerei u Plastik] Was die letzte H. thun kann, muß die erste Hand schon entschieden aussprechen. Hier muß schon bestimmt sein, was gethan werden soll GWB48,210,19 MuR(1122)  Ertheilung eines unbegränzten Privilegiums für die Ausgabe letzter H. meiner sämmtlichen Werke GWBB40,75,5 MünchBellinghsn [27.]9.25 K  Rechenschaft .. inwiefern man diese Ausgabe .. als vollständig und von der letzten H. ausgegangen zu betrachten habe GWBB40,288,6 Boisserée 5.2.26 uö(häufig)  β ‘eine Sache vor die H. nehmen’: in Angriff nehmen; einmal ‘vor der H. liegen’: zu erledigen sein  Ich las Abends im 3. Bande meines Lebens und nahm die Vorarbeiten zum 4. vor die H. GWBT12,329,12 v 9.11.30  Da bleibt nun weiter nichts übrig als .. immer nur das Nöthigste vor die H. zu nehmen GWBB31,190,14 Boisserée 18.6.19  Immerfort sich häufende Obliegenheiten .. nöthigen mich .. immer mehr auf Zusammengezogenheit zu denken, weil desjenigen, was vor der H. liegt, gar zu viel ist GWBB45,141,12 Zauper 28.1.29 A(Gr5,240) Protokoll 16.2.02  γ ‘aus den Händen/aus Handen legen’: zur Seite legen, unterbrechen  die Arbeit .. von der Art .. daß man sie bald vornehmen, bald wieder aus den Händen legen konnte GWB26,240,26 DuW 4  Ew. Hochwohlgeb. haben mir .. einen großen Beweis Ihres Wohlwollens gegeben, indem Sie Ihre wichtigen Geschäfte aus H-en legend, meinen Wünschen .. entgegen kommen GWBB27,205,11 Diez 23.10.16 K  δ ‘unter jds H./Händen (sein)’, ‘unter der H./(den) Händen haben’: in (jds) Bearbeitung, in Arbeit (mehrf mit der Nuance: unversehens, unabsichtlich, unerwartet); vereinzelt ‘aus jds Händen sein’: fertig, abgeschlossen  das schon unter den Händen des Buchbinders sich befindende .. Heft von Kunst und Alterthum GWBB38,172,15 Zelter 26.6.24  Schon hat er’s [der Künstler das Bild] emsig unter Händen, | Er sieht es wachsend vor sich stehn GWB4,246 Familiengemälde 31  [betr die ‘Berghöhenkarte’] fing .. die Berghöhen einzuzeichnen an, die sich unter meiner H. wie zufällig zu einer Landschaft bildeten GWBB23,308,25 Bertuch 8.4.13  denn was ich berühre, | Wird mir unter der H. gleich ein behendes Gedicht GWB1,330 VenEpigr 442  ich schreibe Ihnen nur summarisch was ich am achten Buche [der ‘Lehrjahre’] noch zu arbeiten denke, und alsdann soll die letzte Abschrift Anfang August aus unsern Händen seyn GWBB11,117,16 Schiller 5.7.96  [für: entre les mains] GWBN4,122,12 FlH VI Fontenelle GWBB42,261,12 Zelter 17.7.27 GWBB27,205,24 Diez 23.10.16 K GWBB10,23,14 AnnaAm 25.9.92  ε ‘frisch, wohl, bequem, nicht sonderlich von der H. gehen’ uä: mit Leichtigkeit, (nicht) ohne Probleme bewältigt, erledigt werden, gelingen  Trägheit, unsere Natur hängt sehr dahin, und doch, wenn wir nur einmal die Kraft haben uns zu ermannen, geht uns die Arbeit frisch von der H. AA35,32 Werth I  Ich hatte eine gute Anzahl .. Anakreontischer Gedichte verfertigt, die mir .. sehr wohl von der H. gingen GWB26,225,13 DuW 4  Die Erndte- und Druschregister würden ihm [dem Pächter] .. tabellarisch dergestalt zu übergeben seyn, daß er sie mit Zahlen nur auszufüllen brauchte indem das Schreiben ihm nicht sonderlich von der H. geht GWBB13,202,11 Osann 5.7.98 GWB24,209,18 Wj I 11  ζ ‘durch jds Hände gehen’, ‘durch eine dritte H. gehen’ uä: bearbeitet, besorgt werden  Alle Dienstangelegenheiten sollen durch die Hände des Directors gehen A(Salomon 193 (13)) Instruktion 6.6.31 [Oberaufs]  Denn die Ilias und Odyssee, und wenn sie durch die Hände von tausend Dichtern und Redacteurs gegangen wären, zeigen die gewaltsame Tendenz .. nach Einheit GWBB12,105,22 Schiller 28.4.97  Vielleicht wäre es gut, wenn er [Druckbogen der ‘Propyläen’] .. nochmals durch eine dritte H. ginge. Herr Registrator Vulpius übernähme vielleicht eine Revision? GWBB14,77,21 Gädicke 4.5.99 GWBB2,224,16 Reich 2.1.75 GWBB3,136,5 Lavater 19.2.77  η ‘alle Hände voll(auf) zu tun haben’  In der Jugend traut man sich zu dass man den Menschen Palläste bauen könne und wenn’s um und an kömmt so hat man alle Hände voll zu thun um ihren Mist beiseite bringen zu können GWBB4,192,9 Lavater 6.3.80  Ich bin vergnügt .. weil ich alle Hände voll zu thun .. habe GWBB6,7,3 ChStein 15.7.82 GWBB26,193,13 Boisserée [21.12.15]  θ ‘die Hände in den Schoß legen’: untätig, passiv, ohne adäquate Beschäftigung sein, bleiben  [Wallensteins Soldaten:] Was steht ihr und legt die Händ’ in Schoß? | Die Kriegsfuria ist an der Donau los GWB40,21,6 EröffnWeimTheat  Glaubt ihr, daß der Feind die Hände in den Schoos gelegt hätte? GWB26,161,20 DuW 3  [Eduard üb den Hauptmann:] was er an sich ausgebildet hat .. zu gebrauchen, ist .. seine Leidenschaft. Und nun die Hände in den Schoos zu legen .. ist eine peinliche Lage GWB20,6,20 Wv I 1 A1,158,22 Votum [16.8.81]  ι ‘jdm in die Hände/die H. arbeiten’ uä: jdm zu-, vorarbeiten, mit jdm kooperieren  Wie schön arbeiten die ernsten und gründlichen Männer immer einander in die Hände GWBB22,368,26 Sickler 28.4.12 K  Tapezier, Architekt und Decorateur .. müßten sich .. in die H. arbeiten GWB492,180,18 Üb:Moller,KölnerDomriß  Ich redigire wieder manches dem Setzer in die Hände GWBB35,192,12 Schultz 28.11.21 GWBN6,298,14 PhysiolPfl GWB412,27,25 ArchivDichtersSchriftst  κ ‘jdm (mit Rat und Tat) an Handen, zu Händen, an (die) H., zur H. gehen’ uä: tätig, hilfreich zur Seite stehen, unterstützen (vereinzelt auch mit abstr Subj); bes im dienstl Schriftverkehr  kann mir nunmehro nichts angelegner .. seyn, als .. als Anwald meinen Mitbürgern in ihren rechtlichen Angelegenheiten anhanden zu gehen DjG32,61,25 Zulassungsgesuch an Frankf Magistrat [28.8. 71]  Herr Artillerie- und Ingenieur-Hauptmann von Castrop wird Ihnen .. mit gutem Rath zu Händen gehen und das Seinige beytragen, die Ausführung des vorhabenden Geschäftes zu erleichtern A(Gr2,454) [30.4.84][nach Jen Aktenaufzeichng]  Wie nun hierbei dem .. Bibliothekar Vulpius zugestanden worden, seinen Sohn zu adhibiren, so wird dieser sich gleichfalls alles Fleißes beeifern, bei dem Geschäft an Händen zu gehen A(GJb110,325) ChAVulpius 13.8.19 [Oberaufs]  Zu den .. Veränderungen .. will ich gern mit Rath und That an die H. gehen GWBB19,311,4 Voigt 20.4.07  Pflege .. des läßlichern [Rechts], wo Klugheit und Gewandtheit dem Ausübenden zur H. geht GWB24,129,28 Wj I 8 GWBB21,358,28 Christiane 22.7.10 GWBN8,118,8 ZwKnoch [1819] GWBB40,62,11 Gentz 16.9.25  λ ‘jds rechte H.’; einmal spielerisch in Berührung mit ‘Schreiberhand’  [Sievers:] Wer ist der Weislingen? [Metzler:] Des Bischofs [vBamberg] rechte H., ein gewaltiger Herr GWB8,5,18 Götz2 I  war es mir äußerst unangenehm und lästig, daß .. meine adoptive rechte H. [John], krank ward GWBB23,417,22 Zelter 27.7.13  μ ‘(s)eine H./Hände (mit) im Spiel haben’ uä: an etw beteiligt sein, bei etw mitmachen, sich einmischen; einmal rückversinnlichend mBez auf Marionettenspiel  Indessen war das Publicum so leicht nicht zu überzeugen, daß Wagner der Verfasser [von ‘Prometheus u seine Rezensenten’] sei, und daß ich keine H. mit im Spiel gehabt habe GWB28,331,20 DuW 15  die böse Holzangelegenheit .. Präsident Hinckeldey, der wohl ehmals selbst die Hände in der Sache gehabt haben mag GWBB51,55 Bechtolsheim 14.9.80 GWB21,19,24 Lj I 4   d in adv Bestimmungen: ‘mit so od so gearteten, beschaffenen Händen’, ‘mit etw in der H./den Händen’  α in Umschreibung der Arbeits-, Empfindungs-, Verhaltensweise, der Haltung, Verfassung, Lage etc einer Person, Instanz od personifiziert vorgestellten Macht (‘die Natur’); je einmal ‘mit fingernder, bequemer H.’, ‘mit Händen der Liebe’ u ‘mit übereinander geschlagenen Händen’ (iSv passiv, ergeben); mehrf ‘mit mächtiger H.’  Hier die Schattenrisse. Sie sind nicht alle gleichgut, doch alle mit fühlender H. geschnitten GWBB2,261,2 Gfin Stolbg 26.4.75  [Tasso:] Doch hält der stille Neid mit kalter H. | Die edelsten Gemüther aus einander Tasso 2523  rührend muß es seyn, daß sein [Voigts] letztes, mit sterbender H. geschriebenes Blatt Ihren Namen noch deutlich bezeichnet GWBB31,104,1 Grotefend 24.3.19 K  Vor Ew. Hochwohlgeb. möchte ich nicht immer mit ganz leeren Händen erscheinen GWBB23,33,15 LLämel 10.6.12  [Ratsherr von Heilbronn zu Götz:] Mit dem Schwert in der H. wollt ihr mit dem Kaiser rechten? GWB8,126,14 Götz2 IV GWB1,239 RömEleg V 108 GWB131,164 Prol 15.10.93 Vs 16 GWBB3,237,14 Merck 5.8.78 GWBB12,360,8 Schiller 24.11.97 GWBB1,82,14 Cornelia 18.10.66 uö(häufig) ‘etw (einen Text) mit dem Bleistift in der H. lesen’ uä: aufmerksam, kritisch durchgehen, korrigieren  Mögen Sie diese Blätter mit dem Bleystift in der H. durchlesen und Ihre Bemerkungen hinzuschreiben GWBB47,54,2 Meyer 8.5.30  so wie ich bitte die beykommende Sendung Cellini mit der Feder in der H. zu lesen, ich habe es nur ein einzigmal durchgehen können GWBB11,95,8 Schiller 14.6.96 GWBB11,279,11 Schiller 7.12.96  β ‘mit vollen Händen, mit reichlicher H.’: großzügig, verschwenderisch  [Tasso üb die Przin:] Du gibst mir viel, | Du gibst, wie Erd’ und Himmel uns Geschenke | Mit vollen Händen übermäßig reichen Tasso 1144  Und wenn sie’s [die Menschen das Gold] dann mit Müh und Fleiß erhascht, | Wird es sogleich vergeudet und vernascht, | Mit vollen Händen wird es ausgestreut | Und niemand häuft den Schatz für künft’ge Zeit GWB4,284 Die ersten Erzeugn dStotternhSaline 15  theile meine Grüße mit vollen Händen aus GWBB10,49,6 Jacobi 1.2.93 GWB2,126 Erkanntes Glück 2  γ ‘mit eigener H./eigenen Händen’: eigenhändig, persönlich; auch in Berührung mit 3bγ  [Hauptmann zu den geschlagenen Reichstruppen:] Ich möcht’ euch alle mit eigner H. umbringen! .. Fortzulaufen, vor Einem Mann! GWB8,103,14 Götz2 III  [Alba zu Ferdinand:] Auch dir raubt das Geschick das große Verdienst, des Königs größten Feind mit eigener H. gefangen zu haben GWB8,262,6 Egm IV  Mit Ihrem Manuscript und Briefen habe ich mich beschäftigt, die letzten sogar mit eigenen Händen [Fingern R] eingeheftet GWBB26,400,10 Schopenhauer 27.1.16 K  Ich bin niemals zerstreuter als wenn ich mit eigner H. schreibe GWBB23,167,18 J.O’Donell 24.11.12  Nun muß ich dir zum Schluß auch noch mit eigener H. sagen: wie sehr ich dich liebe GWBB12,299,11 Christiane 12.9.97 GWBN51,301,25 EntoptFarb 33  δ ‘mit gesamter H.’: formelhaft3) iSv mit vereinter Streitmacht  [Arsir zu den Rittern:] Entschlossen seid ihr, mit gesammter H. | Der Doppeltyrannei .. | .. die Brust zu bieten GWB9,363 Tancred 5   4 im Bereich von (zeichenhafter) Kommunikation u Interaktion, Kooperation od persönl Bindung   a als Mittel gestischer Verständigung, mimischen Ausdrucks, symbolischen u rituellen Handelns  α in (usueller) Zeichen-, Gebärden-, Körpersprache, mehrf krit gegenüber modisch-affektierter Übertreibung (auch bei Schauspielern)  [Reisender:] Die meisten Stimmen, hoffe ich, sind für die Fahrt .. Wer mitgehen will, hebe die H. auf. (Alle heben die H. auf .. ) GWB131,61,24f Was wir bringen [1802]  [Geiz:] Doch weil am überfüllten Orte | Nicht jedem Ohr vernehmlich alle Worte, | Versuch’ ich klug .. | Mich pantomimisch deutlich auszudrücken. | H., Fuß, Gebärde reicht mir da nicht hin GWBFaust II 5779  [Caroline zum eingeschlossenen Baron:] O, wenn du sehen könntest .. wie ich untröstlich meine Hände ringe GWB18,65,10 Aufgeregten IV 5  [Andrason unterweist die Hoffräulein zum Empfang des Prinzen:] Stellt euch vor, ich sei der Prinz .. schmachtend und traurig .. [ihr habt] immer eine H. an der Stirne und eine am Herzen, als wenn’s euch in Stücken springen wollte GWB17,14,14 TriumphEmpfindsamk I GWB21,311,10 Lj III 11=GWB52,162 ThS V 10 GWB30,92,4 ItR GWB40,158,17 Regeln fSchausp im Bettel- u Demutsgestus  Eine Figur, den Hut in der H. .. sprach sie [Eduard u Ottilie] um ein Almosen an GWB20,161,18 Wv I 15 GWBNatT 25 im Andachtsgestus: ‘die Hände falten’  Die [antiken] Grabmäler .. stellen immer das Leben her .. Der Künstler hat .. nur die einfache Gegenwart der Menschen hingestellt .. Sie falten nicht die Hände, schauen nicht in den Himmel, sondern sie sind hieniden GWB30,63,20 ItR GWB11,122,6 Clav V in segnender u heilender Funktion  [LSanvitale zu Antonio:] von Rom, wo feierliche Klugheit | Die Hände segnend hebt, und eine Welt | Zu ihren Füßen sieht, die gern gehorcht Tasso 1971  St. Rochus .. als man ihn zu den Kranken ließ, machte er sie alle durch Berührung mit seiner rechten H. .. gesund GWB341,30,8 Rochusf GWBReinF XI 402 im Akt des Schwurs  [Rufer:] Deß Herz rein ist, dessen Händ rein sind zu schwören auf Strang und Schwert, der klage bei Strang und Schwert! GWB8,163,20 Götz2 V  β im Gestus der Versöhnung, Vergebung: die (aus eigenem emotionalem Antrieb, spontan od infolge einer Bitte) hingestreckte Hand  [Iph zu Thoas:] O reiche mir die H. zum Friedenszeichen GWBIph2 1987  [Julie zu Lucidor:] Ich .. verzeihe mir nur indem ich Ihnen vergebe .. Hier meine H. | Er schlug ein GWB24,172,19 Wj I 9 GWB20,349,4 Wv II 12 GWBB8,136,20 CarlAug [13.].1.[87]  γ im Gestus der Bekräftigung, des Gelöbnisses, Versprechens: die (beiderseits) zum Handschlag hingestreckte Hand  [betr Fouragierungsnöte] Wir .. klagten .. über den .. Mangel. Nach einigem Hin- und Wiederreden verlangten sie [einige Jäger] wir sollten ihnen Verschwiegenheit geloben, worauf wir die H. gaben. Nun eröffneten sie uns .. einen .. wohlbestellten Keller GWB33,64,16 Camp  Wilhelm .. gab hierauf Melina’n die Hand zur Bekräftigung seines Versprechens GWB21,214,7 Lj II 12  Nein liebe Mama Sie haben meine H. darauf ich will brav seyn GWBB2,152,8 Sophie La Roche [März 74] GWB8,44,25 Götz2 I GWB22,54,8u15 Lj IV 8 beim Einschlagen zur verbindl Annahme einer Wette GWBB1,187,14u17 KSchönkopf 31.1.69   b in alltäglich-konventionellen od situativ gesteigerten Gesten des Wohlwollens, der Zuneigung, Ehrerbietung: ‘jds H. fassen, schütteln, halten, küssen’, ‘jdm die H. geben, reichen, drücken’  bei’m Abschiede faßte die schöne Gräfin Wilhelms H., ehe sie noch die H. der Schwester los ließ, drückte alle vier Hände zusammen .. und stieg in den Wagen GWB23,301,15ff Lj VIII 10  Ich erwiderte [dem Kämmerer Ritz] .. verbindliche Worte; er schüttelte mir die H. GWB33,326,4 BelagergMainz  [Götz:] Lebt wohl! (Er reicht ihm die linke H.) [Martin:] Warum reicht ihr mir die Linke? Bin ich die ritterliche Rechte nicht werth? GWB8,16,13 Götz2 I  Ich liege zu deinen Füssen ich küsse deine Hände GWBB3,34,3 ChStein 23.2.76  [Briefschluß] Ich drücke Ihnen die H. und küsse Ihre freundlichen Augen GWBB16,151,16 FUnzelmann 2.12.02 GWBB1,130,21 Behrisch 3.11.67 GWBB2,103,20f Kestner 15.9.[73] GWBFaust I 2701   c im bildh Ausdruck von Partnerschaft, Kooperation, wechselseitiger Ergänzung, Steigerung (auch bezügl unseliger Verbindungen): ‘(einander) die Hände bieten, reichen’ uä; überwiegend von Abstrakta  wo Kunst und Wissenschaft, Erkennen und Bilden sich auf sehr hohem Puncte gemeinsam wirkend, zutraulich die Hände bieten GWBN8,222,7 Tibia Fibula  Das römische As gelangt zum Wort, um anzudeuten, wie Altes und Neues sich einander die H. reichen GWB421,72,24 Willkommen!  von einer .. Erkältung angegriffen .. denn offenbar hatte mir eine zu lebhafte Anstrengung nach meiner Rückkehr aus dem Bade .. geschadet und äußeren Zufälligkeiten die H. gereicht GWBB37,278,28 Boisserée 12./13.12.23 GWBB42,102,6 Zelter 23./29.3.27 GWBB24,175,15 Arnim 22.2.14 K GWB491, 56,20 Neudt relig-patriotKunst ‘eins bietet dem andern die H.’: eins reiht sich ans andere, folgt dem andern  Und so bot immer ein Unglück dem andern die H. A(LA I 1,34, 10) NachrBergbIlmenau 28.8.83 [Eckardt BergwKomm]  [Mme Sommer zu Fernando:] so vergingen die glücklichen Tage der rosenfarbenen Zerstreuungen, wo so ein Tag dem andern freundlich die H. bietet GWB11,165,14 Stella III   d im bildh Ausdruck erwiesener Hilfeleistung, Unterstützung, Ermunterung; einmal ‘dienstliche H.’: Hilfe von Amts wegen  Vergessen Sie ja [die Komposition der] Johanna Sebus nicht und lassen solche nicht wieder untertauchen, da Sie ihr einmal hülfreiche H. gereicht haben GWBB21,159,19 Zelter 4.1.10  besonders blieb Eckermann diesen Winter in Weimar, der mir gar tüchtig die H. reicht .. und den ich daher in die sämmtlichen Papiere .. einleiten kann GWBB38,19,27 Cotta 14.1.24  Läßt sich die Sache wieder in’s Gleiche bringen; so will ich gern dazu die Hände bieten GWBB19,70,2 CKnebel 13.10.05  Wir kommen aus dem Sonnenland, | Mit buntem Kleid und leichtem Band | .. Ein froher Sinn bot uns die H. | Zu dieser Winterreise GWB16,232 Quadrille 4  wobey der Schloßvoigt Trabitius, dem Sie gegenwärtiges vorzeigen werden, dienstliche H. leisten wird GWBB14,3,6 JGLenz 5.1.99 GWB16,567,2 SchillersTotenfeier Schema GWBIph2 841 GWBNatT 1209   e im Verhältnis des Führens, Leitens  α ‘jdn bei der H. nehmen, fassen, an der H. führen’  Der Alte .. nahm mich freundlich bei der H., führte mich in jenen Saal GWB26,97,18 DuW 2 Der neue Paris GWB9,28 LauneVerl Regiebem vor 373 GWBB2,191,9 ChKestner 26.8.[74] ‘eine unsichtbare H. faßt jdn beim Schopf’ GWB51,54,13 ThS I 15  β ‘an jds H. (gehen)’ uä, vielf bezügl Autorität, Kompetenz, auch mBez auf Leitung durch anthropomorph vergegenwärtigte Abstrakta (höhere Gewalten, wissenschaftliche, ethische Orientierungen uä)  [die Schöne zum abreisenden Gatten:] ich [darf] dir versichern, daß .. kein möglicher Eindruck so tief wirken soll, um mich von dem Wege abzuleiten, auf dem ich bisher an der H. der Liebe und Pflicht hinwandelte GWB18,169,5 Unterhaltungen  [Ferd zu Egm:] Du kannst dich fassen, du kannst entsagen, den schweren Schritt an der H. der Nothwendigkeit heldenmäßig gehn GWB8,299,25 Egm V  In das Choralwesen möchte ich mich an deiner H. freilich gern versenken GWBB31,46,2 Zelter 4.1.19  so daß .. Staub und Moder sich über [den eigenen] Präparaten und Papieren aufhäuften, denen ich eine fröhliche Auferstehung an der H. eines jüngeren Freundes zu wünschen nicht unterließ GWBN8,126,8 ZwKnoch [1819] GWBN6,84,3 MetamPfl 107 GWBB16,73,6 Herder 26.4.02 GWBB33,124,16 Nees 23.7.20  γ ‘sich jds H. unterwerfen’: sich jds (wohltuendem) Einfluß anvertrauen  sollt ich mercken daß das Kriegswesen gar zu wilden Einfluß auf mein zartes Herz äussert, so werde ich wohl den Rhein .. hinunter schwimmen müssen um Lehnchens calmirender H. mich zu unterwerfen GWBB10,57,13 Jacobi 2.5.93   f im (bildh) Ausdruck glücklicher Gemeinsamkeit, inniger Verbundenheit, von Vertraulichkeit, Nähe, auch, bes bei Abstrakta, fruchtbringender Gemeinschaft; meist ‘H. in H. gehen’ uä, vereinzelt negiert; einmal (in Br) ‘das H.-in-H.-Gehen’  [Wilh zu Mariane:] unaussprechlich glücklich fühl’ ich mich jetzt, da ich .. vorwärts in das reizende Land schaue, das wir zusammen H. in H. durchwandern können GWB21,16,22 Lj I 3  Uns gaben die Götter | Auf Erden Elysium. | Wie durch heilige Thäler wir | Händ’ in Hände wandelten GWB4,190 Elysium 24  [Leonore, üb Antonio, zu sich:] Für dießmal, lieber Freund, sind wir nicht eins; | Mein Vortheil und der deine gehen heut | Nicht H. in H. Tasso 2187  wir bedenken, welche Schritte Geist und Fleiß H. in H. gethan haben, um aus dem beschränkten hebräisch-rabbinischen Kreise bis zur Tiefe und Weite des Sanscrit zu gelangen GWB7,216,14 DivNot GWBFaust II 8755 GWB36,269,11 BiogrEinzh GWBB2,125,13 Fahlmer 29.11.73   g in redensartl Hyperbolik für bes Zuneigung, Verehrung: ‘jdn auf (den) Händen tragen’  [Soest:] Warum ist alle Welt dem Grafen Egmont so hold? Warum trügen wir ihn alle auf den Händen? Weil man ihm ansieht daß er uns wohl will GWB8,176,19 Egm I  [Fernando zu Stella:] Deinen Onkel, der dich als Vater liebte, der dich auf Händen trug GWB11,176,10 Stella IV GWB8,203,23 Egm II   h in Umschreibung der Brautwerbung, des Eheversprechens, -bündnisses  [Sick zu Götz:] Ja, ich komme eure edle Schwester um ihr Herz und ihre H. zu bitten GWB8,84,4 Götz2 III  Charlotte .. sagt dem Major ihre H. zu, auf den Fall, daß Ottilie sich mit Eduarden verbinden wolle GWB20,393,5 Wv II 17  Der Major .. würde sich immer verletzt fühlen, wenn Hilarie sich wirklich für den Sohn entschiede; entschiede sie sich aber für ihn selbst, so war er eben so überzeugt, daß er ihre H. ausschlagen müsse GWB24,344,26 Wj II 5  [Tancred zu Arsir:] O! laß denn meine blutig starre H. [ma main sanglante], | Mit ihrer [Amenaides] H. [à sa tremblante main], zuletzt, sich noch verbinden! | Laß mich als ihren Gatten sterben GWB9, 450 Tancred 1918f GWB22,78,7 Lj IV 14 GWB22,296,20 u 297,14 Lj VI SchöneSeele GWB251,251,22 Wj III 13   5 im (bildh) Ausdruck von Besitz-, Machtverhältnissen, Verantwortung   a in (geläufigen) Vbdgn zur Bezeichnung von (wechselnden) Eigentumsverhältnissen u Verfügungsmöglichkeiten  α ‘in jds Hände kommen, gelangen’, ‘jdm zu Handen kommen’ uä: in jds Obhut, Besitz über-, eingehen, bei jdm ankommen, jdn erreichen; auch: in jds Gesichtskreis treten, jdm begegnen, zur Kenntnis gelangen  Auch lege einige ältere an dich gerichtete Briefe bey, daß sie mir von der Hand und dir in die Hände kommen GWBB39,213,12 Ottilie 4.6.25  Das Kästchen mit den Siegelabdrücken ist wohl durch die Post schon zu Ihren Händen gelangt? GWBB28,148,27 Rochlitz 26.6.17  Übrigens kann ich niemand übel nehmen wenn er lange gepaßt hat und nun einmal Trümpfe in die Hände kriegt daß er sie auch ausspielt GWBB10,338,20 Schiller 25.11.95  und mir nach und nach bey’m Damenwechsel [eines Tanztees] die meisten hübschen Kinder in die H. kamen GWBB37,201,26 August 27.8.23  Von jeher zählte ich unter die glücklichen Ereignisse meines Lebens, wenn ein bedeutendes Werk gerade zu der Zeit mir in die H. kam, wo es mit meinem gegenwärtigen Bestreben übereinstimmte GWBN11,73,8 Rez:Stiedenroth GWBB19,88,14 Eichstädt 31.12.05 GWBB17,42,17 Rochlitz 30.1.04 GWBB27,347,10 Knebel 19.2.17 GWBB36,200,2 Lößl 7.11.22 K etw ‘zu Handen’ einer Person senden  Da .. das Originaldocument sich nöthig macht, so ersuche solches .. zu H-en des Herrn Geh. Rath Voigts zu übersenden GWBB16,34,21 Herda 14.2.02 K ‘nicht aus jds Händen kommen sollen’: vertraulich behandelt, sorgsam behütet werden  Das mitgetheilte höchst merkwürdige Blatt werde ich wohl verwahren, es soll nicht aus meinen Händen kommen GWBB21,410,11 Grotthuß 28.10.10 GWBB32,89,5 Schottin 27.10.19 K ‘(nicht) aus der H./aus (den) Händen geben, lassen’ uä, von Konkreta u Abstrakta, meist in der Bitte um Diskretion, Abschirmung vor der Neugier Dritter; auch mit Nuancen wie: loslassen, sich entgehen lassen, darauf verzichten  Gib beiliegendes Papier nicht aus der H., damit unsere Dinge nicht überall offenbar werden GWBB6,48,22 Merck 28.8.82  Nur lassen Sie das Gedicht nicht aus Händen, ja, wenn es möglich ist, halten Sie es geheim GWBB16,153,9 Zelter 6.12.02  Die Tante .. war im eigentlichen Sinne geldgeizig, denn es dauerte sie jeder baare Pfennig den sie aus der H. geben sollte GWB251,51,18 Wj II 11  [mit CarlAug in polit Mission unterwegs nach Berlin] wenn die Götter iezt keinen Meisterstreich machen wollen so lassen sie die schönste Gelegenheit aus der H. zu zeigen dass sie ihre alte Rechte nicht aufgegeben haben GWBB3,222,7 ChStein 12.[5.]78  übereilen Sie nichts .. lassen Sie uns .. den Vortheil der reifsten Überlegung nicht leidenschaftlich aus der H. geben GWBB11,299,12 Schiller [27.12.96] GWBB49,171,5 Kanzl Müller 6.12.31 GWBB8,262,27 CarlAug 28.9.87  β ‘in jds Hände bringen, spielen’: zu jdm gelangen lassen, jdm liefern, verschaffen  Gelegenheit .. das Gegenwärtige durch Jenaische Curgäste in Ihre Hände zu bringen GWBB22,125,21 CarlAug 6.7.11  Mein drittes Heft Kunst und Alterthum .. geht nun rasch vor sich, um es euch vor Ostern in die Hände zu bringen GWBB29,19,19 Zelter 20.1.18  [Meph zu Faust:] Der gute Kaiser schwebt in großen Sorgen; | .. Als wir ihn unterhielten, | Ihm falschen Reichthum in die Hände spielten, | Da war die ganze Welt ihm feil GWBFaust II 10245 ‘jdm etw aus den Händen ziehen, reißen’: jdm etw entwinden, (brutal, mit Gewalt, Vehemenz) wegnehmen; in bildh Ausdrucksweise  die Sammlung des Herrn Canonicus Wallraf .. kaum zu lösen wird man die Aufgabe finden, diese Dinge ihm aus den Händen zu ziehen GWBB26,134,4 Schuckmann 4.11.15  die Himmelschreyende Ungerechtigkeit meines Vatters .. der einem eintzigen Sohn die eintzige Art sein Brod zu verdienen aus den Händen reißen .. will DjG32,245,41 RAnw [3.2.72]  Sie .. benachrichtigen mich von Ihren übereilten Schritten und fordern mich unter .. Drohungen auf für Sie .. wircksam zu seyn, in dem Augenblick da Sie mir die Gelegenheit dazu aus den Händen reisen GWBB10,322,4 CHerder 30.10.95  γ ‘(jdm) etw (öfter ‘Mittel’) an/in die H./Hände geben’: jdm etw zur Verfügung stellen, jdn, eine Institution mit etw ausstatten  Verwirrung .. weil Erfahrung und Gewohnheit nichts weiter an die H. gab GWBN8,72,16 Vortr VglAnatomie 2  indem ächte Kunstwerke ihre eigene Theorie mit sich bringen, und uns den Maaßstab in die H. geben, nach dem wir sie messen sollen GWBB20,215,17 Cotta 14.11.08 K  jene Unterbehörde, der eine so große Gewalt in die Hände gegeben ist GWBB25,215,13 Peucer 27.2.15 K  Die deutsche Sprache ist auf einen so hohen Grad der Ausbildung gelangt, daß einem jeden in die H. gegeben ist .. sich dem Gegenstande .. gemäß .. glücklich auszudrücken GWBB49,214,6 Meyr 19.1.32 Beilage GWBB11,174,12 Kirms 28.8.96 GWBB49,226,17 Beuth 4.2.32  δ ‘etw aus jds H./Händen empfangen’ uä, öfter mBez auf personifizierte Abstrakta (einmal ‘der Stunde H.’); auch ‘aus der ersten/zweiten H. (beziehen, empfangen)’  [Allegorie der Wahrheit:] Ich weiß was Gutes in dir lebt und glimmt! | .. Empfange hier was ich dir lang’ bestimmt, | .. Der Dichtung Schleier aus der H. der Wahrheit GWB1,7 Zueignung 96  Ich mögte Ihnen mein Leben, mich ganz hingeben um mich aus Ihren Händen mir selbst wieder zu empfangen GWBB5,81,22 ChStein 13.3.81  daß ein junger frischer Mann, ehe er sich in jene Labyrinthe [der Mathematik u Physik] einläßt, den Faden aus den Händen der liebenswürdigen Natur empfange GWBB45,274,12 Zelter 17.5.29  [Hera zu Athene:] Steige hinab zum Peliden und fülle mit göttlichem Leben | Seinen Busen, damit .. | .. ihm der Stunde H. die Fülle des Ewigen reiche Achilleis 397  Büsch empfing also diesen Irrthum auch aus der zweyten H. und pflanzte ihn durch sein langes und thätiges Leben fort GWBN52,318,7 Fl Plp GWB12,303 LöwenstuhlDrama 67 GWBN1,287,10 FlD 720 GWBB23,13,22 CarlAug 10.5.12  ε ‘eine (konkr od abstr) Sache in der H. haben’, ‘in jds H./Händen (sein)’ uä: in jds Besitz, Gebrauch, Verwahrung, Verantwortung  zweifle ich nicht einen Augenblick Dieselben werden .. die in Händen habenden Schriften mir einhändigen GWBB40,286,11 Engelhardt 3.2.26  Wahrscheinlich findet sich dieses Bild [von AKauffmann] in den Händen irgend eines Liebhabers GWBN4,291,5 FlH VI  uralte Bücher, die .. in der H. der Geistlichkeit verwahrt liegen GWB412,140,14 SerbLieder  er [JChSchmidt] ist ein Haushälter von Haus aus, ohne Ihre Finanzen in seinen Händen zu wissen, könnte ich [in Italien] nicht einen Augenblick ruhig seyn GWBB8,333,16 CarlAug 25.1.88 GWB28,357,16 DuW Plp GWBB14,80,22 Meyer 7.5.99 GWB252,292,22 Wj Plp  ζ ‘durch mehrere, viele Hände gehen’ uä, bes mit dem Nebensinn der Abnutzung  [Dame üb Helena:] Das Kleinod ist durch manche H. gegangen, | Auch die Verguldung ziemlich abgebraucht GWBFaust II 6528  Bitte, bey Vorzeigung, wo die einzelnen [Kupferstich-]Blätter durch mehrere Hände gehen .. Sorgfalt zu beobachten GWBB41,233,1 Bielke [17.11.26?] K  Fideicommisse .. ein Besitzthum .. mag .. durch viele Hände gegangen sein, zuletzt .. behalten die Nachkommen der ersten [Eigentümer-]Familie Recht GWB30,116,17 ItR GWBB14,91,6 Christiane 12.5.99  η ‘unter den Händen (weg)’: im Ausdruck (unvorhersehbaren, unabwendbaren) schmerzl Verlusts  [Werner:] Was beunruhiget die Menschen, als daß .. der Genuß sich ihnen unter den Händen wegstiehlt GWB21,128,19 Lj II 2  [Wilh üb Felix:] Seine Gesundheit ist nur ein Schein, es wird uns unter den Händen wegsterben GWB23,300,3 Lj VIII 10  Es ist ganz eigen, daß man deutlich sehen und wissen kann, was gut und besser ist; will man sich’s aber zueignen, so schwindet’s gleichsam unter den Händen, und wir greifen nicht nach dem Rechten, sondern nach dem, was wir zu fassen gewohnt sind GWB30,273,8 ItR   b in (geläufigen) Vbdgn u Wdgn zur Bezeichnung von Macht-, Organisationsverhältnissen, besonderer Befugnis, Verantwortung  α ‘das Heft in Händen haben’, ‘die Zügel mit der Einen H. fassen’  Actuarius Salzmann .. hatte .. wie der perpetuirliche Secretär einer Akademie, eigentlich das Heft in Händen GWB27,246,1 DuW 9  Wer faßt nach ihm, voll Kühnheit und Verstand, | Die vielen Zügel mit der Einen H.? | Hier [Weim Bühne] .. | Wo ein Factotum unentbehrlich bleibt GWB16,136 MiedingsTod 100 uö(selten)  β ‘(wieder) in best Händen sein’ mBez auf (milit) Herrschaft, (Rück-)Eroberung  Frankfurt war wieder in deutschen Händen, die .. Vorbereitungen Mainz wieder zu erobern wurden eifrigst besorgt GWB33,270,5 Camp GWBB10,97,13 Jacobi 24.7.93  γ ‘jdn jds Händen übergeben’, ‘jdn jdm in die Hände liefern’, ‘sich in jds Hände ergeben’, ‘jdn in Händen haben’ uä: jdm Gewalt üb jdn/sich einräumen, Gewalt üb jdn haben  [Thoas zu Iph:] Die Göttin [Diana] übergab dich meinen Händen; | Weil du ihr heilig warst, so warst du’s mir GWBIph2 290  [Nichte zu sich selbst:] Es ist gewiß was ich fürchtete. Sie [die Marquise] will mich dem Domherrn auf eine oder die andere Weise in die Hände liefern GWB17,211,22 GrCoph IV 5  [Paläophron zu seinen Begleitern:] So wollen wir sie [Neoterpe] doch belagern, daß sie sich | Von ihrem Schutzort nicht entfernen darf, wofern | Sie nicht in unsre Hände sich ergeben will GWB131,6 Paläophron Neoterpe 39  Schauspiel-Directoren .. haben von jeher .. Vorschüsse aus Politik gegeben, weil sie den Schauspieler .. dadurch in Händen haben GWBB27,201,4 TheaterIntend 20.10.16 ‘jdn aus jds H. retten, befreien’, ‘jdm aus den Händen kommen’  [Pylad zu Orest:] Bringst du die Schwester zu Apollen hin .. so wird für diese That Apoll dir .. gnädig sein, dich aus der H. der alten Unterirdischen retten GWB39,350,6 Iph1 II 1  [aus Karlsbad] ferner gewöhnt man sich wie ein Einheimischer zu leben und sucht auf alle Weise den Kleinhändlern aus den Händen zu kommen GWBB23,12,7 CarlAug 10.5.12 K GWBN3,241,1 FlH IV  δ ‘jdm, einer Gewalt in die Hände fallen, geraten, laufen’ uä, auch iSv Opfer werden; vereinzelt (hyperbol) in positiver Verwendung, einmal mBez auf die Ausführung durch eine Fachkapazität  Ödipus .. der durch dämonische Constitution .. den ewig unerforschlichen, unbegreiflich folgerechten Gewalten in die Hände rennt, sich .. und die Seinigen in das tiefste .. Elend stürzt GWB412,249,18 Zu Aristot,Poetik  [Geheimrat:] die alte Erfahrung .. daß es besser sei, den Türken als den Renegaten in die Hände zu fallen GWB18,109,6 Unterhaltungen  wie die Sachen jetzt stehn, können jene unglücklichen [Rhein- u Main-]Gegenden noch mehrmals aus einer H. in die andere fallen GWBB11,193,15 Voigt 11.9.96  Wer die Mitwirkung der Mathematik [bei der Erforschung von Licht u Farben] ablehnt, muß sich hüten der Metaphysik in die Hände zu fallen GWBN52,403,30 Fl Plp  beyliegendes .. Titelkupfer .. das .. in die Hände eines sehr guten Kupferstechers fallen sollte GWBB12,42,8 Schiller 18.2.97 GWB17,205,4 GrCoph IV 1  ε ‘etw (sein Schicksal, eine Entscheidung, bedeutende Angelegenheit) in jds H./Hände legen, liefern’ uä: jdm anvertrauen, anheimstellen, überlassen, auch (auf Gedeih und Verderb) ausliefern  [Iph zu Orest:] mein kindlich Herz | Hat unser ganz Geschick in seine [Thoas’] H. | Gelegt GWBIph2 2006  so aber will ich’s ganz in Ihre Hände legen, sehen Sie’s unbefangen an und sagen Sie mir ob ich soll oder nicht GWBB5,48,15 ChStein 8.2.81  Dies alles müssen wir also in die Hände der waltenden Götter legen, wenn wir nicht besser thun für uns selbst zu handeln, da jene ohnehin genug zu thun haben GWBB26,44,7 ABrentano 18.7.15  indeß bleibt es immer eine gefährliche Sache sich ganz fremden Menschen in die Hände zu liefern GWBB8,327,3 CarlAug 25.1.88  wenn wir durch .. Verpachtung einem Manne, den wir noch nicht kennen .. das [botan] Institut auf drey Jahre gleichsam völlig in die Hände lieferten GWBB10,151,10 Batsch 14.4.94 K GWBB8,226,7 CarlAug [29?].5.87 GWBB24,291,6 Maria Paulowna 24.5.14 GWBN9,300,3 Üb:AHumboldt ‘in Eine H. gegeben’ uä: einheitlicher Leitung, Durchführung unterstellt  Auch ist die Conservation der Kunstschätze und die Direction der Kunstschulen selten in Eine H. gegeben GWBB22,5,21 Voigt 10.1.11  ich war genötigt mich nach einem andern Verleger umzusehen .. Ich kann Ihnen aufrichtig versichern daß ich sehr gewünscht hätte alles in Einer H. zu sehen GWBB9,276,21 Göschen 4.7.91 uö(selten)  ζ ‘in treuen, guten, den besten Händen’ uä: hinsichtl sorgfältiger Obhut, Aufsicht, Fürsorge (üb Sachen od Personen)  Reise nach Baden .. Haushaltung und Geschäfte laß ich in seinen [Augusts] und andern treuen Händen und kann .. ganz beruhigt wandern GWBB27,107,9 Seebeck 19.7.16 K  in voller Beruhigung, diese bedeutende Angelegenheit in den besten Händen zu wissen GWBB25,325,24 Münchow 13.5.15  [Lothario zu Wilh, üb Mignon:] Das wunderliche Mädchen übergeben wir Theresen, sie kann unmöglich in bessere Hände gerathen GWB23,80,26 Lj VII 7 GWB22,152,28 Lj V 3 GWBB10,51,12 Jacobi 17.4.93 GWBB37,41,22 Sternbg 14.5.23  η ‘in jds H./Händen liegen, stehen, sein’ uä, öfter zum Ausdruck von Schicksalsergebenheit  [Regentin zu Machiavell:] Wer zu herrschen gewohnt ist, wer’s hergebracht hat, daß jeden Tag das Schicksal von Tausenden in seiner H. liegt, steigt vom Throne wie in’s Grab GWB8,236,6 Egm III  ich konnte ihm [dem Vater] nicht ganz verzeihen, daß er, bei .. meiner Krankheit .. sich oft auf eine grausame Weise über das was in keines Menschen H. lag, geäußert, als wenn es nur vom Willen abhinge GWB27,227,25 DuW 9  Was weiter wird? Steht in der Götter H. | Goethe GWBB2,180,13 EJacobi 21.7.74  Gottes ist der Orient! | Gottes ist der Occident! | Nord- und südliches Gelände | Ruht im Frieden seiner Hände GWB6,10 Div Talismane 4 GWB51,140 ZXen IX 792 GWB7,93,25 DivNot GWB2,91 Lilis Park 130 GWBB2,15,18 Herder [etw 10.7.72]  θ ‘die H. über etw haben’, ‘seine H. von jdm/einer Sache abziehen’: Herrschaft ausüben u Schutz, Beistand (nicht mehr) leisten  [Ruysum üb Karl V:] Das war ein Herr! Er hatte die H. über den ganzen Erdboden GWB8,175,25 Egm I  [Satyros zum aufbegehrenden Volk:] Von euch Schurken keinen Spott! | .. Ich zieh’ meine Hand von euch ab, | Lasse zu edlern Sterblichen mich herab GWB16,104 Satyros 481 GWBB10,34,12 Voigt 15.10.92  ι ‘die Hände gebunden’ uä: nicht frei in der Entscheidung, Vorgehensweise  In diesen wunderlichen Tagen sind einem auf mehr als eine Weise die Hände gebunden, und auf alles liberale Verfahren, das sonst so natürlich war, muß man Verzicht thun GWBB23,172,19 CGKörner 26.11.12  dem vortrefflichen Künstler [ist] ein würdiges Substrat [Sujet] gewissermaßen im Wege, weil es ihm die Hände bindet GWBB23,243,23 Zelter 15.1.13 GWBB17,264,17 Kirms 7.3.05  κ ‘freie H.’ uä: unbeschränkte Vollmacht (im Sinne eines anderen zu handeln), Handlungsspielraum (auch im konkr Sinne)  [Carlos zu Clav:] Und somit lässest du mir freie H.; du brauchst nichts zu thun, nichts zu schreiben GWB11,106,23 Clav IV  man .. hielte sich .. in dieser Sache völlig freie Hände .. ehe man sich zu etwas engagiert A(Tümmler 100,7) Votum [3.5.95]  Sie [Eduard u Charlotte] .. kommen überein, man wolle die .. Arbeiten .. beschleunigen, zu dem Ende Gelder aufnehmen .. man hatte freiere H. GWB20,144,1 Wv I 13  der Hauptmann .. trieb sogleich die Menge von dem Damm herunter .. um den Hülfreichen freie H. zu geben, welche die Versinkenden herauszuziehen suchten GWB20,158,15 Wv I 15 GWBB29,239,21 Boisserée 16.7.18 ‘(Verkauf) aus freier H., aus der H.’: von privat, ohne enge Vorgaben bezügl Procedere, Abnehmerkreis u Preisgestaltung, mehrf iUz Versteigerung  Sollten .. Majolika, entweder aus freyer H. oder in Auctionen verkäuflich werden, so belieben Sie mich darauf aufmerksam zu machen GWBB42,45,6 Schmidmer 6.2.27 K  Sowohl Decorationen als Garderobe waren an einige Handelsleute versetzt, und ein Notarius hatte den Auftrag .. unter gewissen Bedingungen .. in den Verkauf aus freier H. zu willigen GWB21,170,8 Lj II 6 GWBB29,248,20 ABrentano 20.7.18 GWBB31,130,17 CarlAug 19.4.19   c in der Umschreibung von transzendenten wie auch innerweltl, polit Mächten u ihrem (schicksalhaften) Wirken; auch ‘H. der Zeit, der Not, des Krieges’  Tanröder Brand = Schwere H. der Götter GWBTgb 6.4.77  das farbige Blatt fühlet die göttliche H. | Und zusammen zieht es sich schnell GWB1,291 MetamPfl 50  weil .. wir den Geringsten mit Achtung anzusehen haben, wenn wir in seiner einfachen Geschichte bemerken, daß eine höhere H. sich vorbehalten hat, unsichtbar einzugreifen GWB421,92,2 Einl:DtGilBlas  [Apotheker:] Leib und Gebein ist nicht zum besten verwahret, | Wenn die geistliche H. der weltlichen Zügel sich anmaßt GWBHermDor VI 301  wenn auch die H. der Zeit fast jede Spur damaliger Herrlichkeit ausgelöscht hat GWBB35,223,4 CarlAug 3.1.22 K GWB8,167,18 Götz2 V GWBIph2 1680 GWB27,130,4 DuW 7 GWB3,207 5. Mai 88 mBez auf die Vaterhand  [Ritter, Worte des ‘Grafen’ wiedergebend:] Seid mir gesegnet, die ihr die strafende H. eines Vaters erkennt und gehorcht. Dafür .. sollt ihr heute noch den Groß-Cophta erkennen GWB17,153,16 GrCoph II 4   d mBez auf ein Artefakt als traditionelles Herrschaftssymbol: ‘H. des Rechts’ als Übs von ‘main de la justice’, dem zweiten Zepter der frz Könige GWB491,393,1 Üb:Gérard,Collect des portraits hist   e ‘feste H.’: lokale Bezeichnung für die Art des wirtschaftl Zusammenschlusses u der koordinierten Leitung sächs ‘Blaufarbenwerke’4) (sd)  Die Einrichtung der Hütten .. wird feste H. genannt N(LA I 1,117,34) BergbGeologieSchneeberg   6 im (bildh) Ausdruck von (geistiger) Verfügbarkeit, Präsenz, Einsatzbereitschaft   a ‘zur H., bei der H./bei Handen/zu Handen (sein, haben)’ uä, meist für griffbereit sein, (sogleich, unverzüglich) zu Gebote stehen; einmal ‘zur H. bringen’ iSv zusammenbringen, in seinen Besitz bringen Wäre ein Kaminfeuer zur H. gewesen, ich hätte das Werk sogleich hineingeworfen GWB28,226,25 DuW 13  bin ich .. so frey einiges dieser Art beyzulegen, wie ich es eben bey H-en habe GWBB21,86,19 Sturm 27.9.09 K  Wie man getrunken hat, | Weiß man das Rechte; | Nur ist das Übermaß | Auch gleich zu H-en; | Hafis, o lehre mich, | Wie du’s verstanden! GWB6,205 Vs 6 DivSchenke  mir stellte sich, sobald die Gefahr groß ward, der blindeste Fatalismus zur H. GWB33,123,7 Camp  so fand ich bequem und erfreulich diese politische Bibliothek [nach Karlsbad] mit mir zu führen, und .. auch Freunde, welche diese Bände bei mir gewahr wurden, ersuchten mich .. darum, so daß ich sie am Ende gar nicht wieder zur H. bringen konnte GWB36,34,5 TuJ 1808 GWBN51,346,6 Fl Nachtr GWBN51,330,11 Fl ÄltEinl GWBB28,287,23 Cotta 25.10.17 GWBB48,81,15 Soret 10.1.31 uö(häufig) mBez auf Gewußtes, Erinnertes: gegenwärtig, parat  [Mitteilungen des Gehilfen üb Ottilie:] in der Geschichte waren ihr Namen und Jahrzahlen nicht gleich bei der H. GWB20,59,24 Wv I 5  Doctor Kapp .. immer ein lustiges Geschichtchen bei der H. GWBN10,106,3 AusTeplitz ‘(jdm) zur H., bei/an der H. liegen’: (für jdn) naheliegend, wesenskonform sein, sich anbieten, auch: jdm (intellektuell) zugänglich sein, offenstehen  hätte ich .. solche [literar] Stoffe, die mir so nahe zur H. lagen, ergriffen .. so wären meine ersten Arbeiten heiterer und brauchbarer gewesen GWB27,116,9 DuW 7  Schiller hatte sich noch an das Edle gehalten; um ihn zu überbieten mußte man nach dem Heiligen greifen, das in der ideellen Philosophie gleich bey der H. lag GWBB20,27,6 Jacobi 7.3.08  Alle Erfordernisse .. der Färberei .. lagen ihm zur H. GWBN4,248,2 FlH VI Gülich GWBB43,264,19 Gf Brühl 26.1.28   b ‘(gleich) bei der H. sein (mit Rat und Tat)’: einsatzbereit, zur Stelle, dabei, mit von der Partie sein; auch: an jds Seite sein; einmal ‘jdm zur H. treten’: zu Diensten sein  Rom! Rom! — Ich ziehe mich gar nicht mehr aus um früh gleich bey der H. zu seyn GWBT1,328,16 v 27.10.86  Ottilie immer leidend .. wie sie sich aber auf ihre Füßchen stellt, ist sie gleich wieder bey der H. GWBB48,267,19 Adele Schopenhauer 30.6.31  Als guter Geselle tritt er auf .. und ist ungeachtet unbequemer Rheumatismen und Migränen rüstig bei der H. GWB421,56,13 Üb:Pückler,BrVerstorb  Nun geh ich [vom Gartenhaus] in die Stadt zurück, um Herrn Grafen Sternberg .. immer bey der H. zu seyn, wenn er von Hof- und Weltpflichten sich frey machen konnte GWBB42,215,2 Zelter 9.6.27  [Meph als Aufseher:] Herbei, herbei! Herein, herein! | Ihr schlotternden Lemuren, | .. [Lemuren:] Wir treten dir sogleich zur H., | .. Es gilt wohl gar ein weites Land GWBFaust II 11515 GWB24,22,21 Wj I 2 GWBB33,205,22 August 7.9.20 ‘jd ist zu Handen’: steht zur Verfügung, leistet seinen Beitrag  künftige Gestalt meines Verhältnisses zum Theater .. In allem was eigentlich die Kunst betrifft .. werde nach wie vor eifrig mitwircken .. Will man meine Meinung, meinen Rath vernehmen; auch da werde ich aufrichtig zu H-en seyn GWBB28,36,14 Voigt? 26.3.17   7 in festen, (bildh-)redensartl Wdgn (zT ohne deutl Bezug zu konkr Vorstellungen)   a ‘nicht H. und Fuß mehr wenden können’ iSv keine Bewegungsfreiheit in der Entscheidung, keine Alternativen mehr zur Verfügung haben  Wie wünscht ich Ihnen .. den Plan der neuen Oper [‘Die ungleichen Hausgenossen’] vorlegen zu können, im Model kann man noch rucken und drucken, wenn der Stein zugehauen ist nicht H. und Fus mehr wenden GWBB7,166,24 Kayser 23.1.86   b ‘aus der H. in (den) Mund (leben)’ uä, auch iSv ohne Umstände, Umschweife, ohne weitere Vorkehrungen theoret od prakt Art  [üb die Strumpfwirker von Apolda] Armer Anfang solcher Leute leben aus der H. in Mund GWBT1,82,12 v 5.3.79  Für das größte Unheil unserer Zeit, die nichts reif werden läßt, muß ich halten, daß man .. den Tag im Tage verthut und so immer aus der H. in den Mund lebt, ohne irgend etwas vor sich zu bringen GWB422,171,16 MuR(479)  Ein jeder der die Naturgegenstände nur nicht gerade aus der H. zum Mund, wie etwa der Koch, behandelte .. hatte schon ein gewisses Recht zu jenem Ehrennamen [Experimentalphilosoph] GWBN4,75,27 FlH VI  [Hanswurst:] Ich will nun hin und Hochzeit halten. [Kilian Brustfleck:] Ich bitt euch, nur Gedult genommen! | Als wenn das so von H. zu Munde ging GWB38,49 HanswurstsHochz 71 GWBB33,100,21 Schubarth 9.7.20   c ‘(nicht) von der H. weisen’: ablehnen, zurückweisen, übergehen  da der Fall immerfort eintritt, daß die mit größern Arbeiten beschäftigten Künstler gewisse Kleinigkeiten entweder verzögern oder gar von der H. weisen GWBB33,180,11 CarlAug 31.8.20 K  Es steht .. manches entgegen, es läßt sich aber auch viel dafür sagen, welches bei einem so wichtigen Geschäft nicht von der H. zu weisen ist GWBB39,358,18 Brockhaus dJ 11.6.25 K uö(selten)   d ‘auf (seine) eigene H.’: selbständig, auf sich gestellt, auf eigene Faust, Verantwortung, ohne Vorbild, Präzedenz; auch: ohne Rücksprache, Genehmigung  Ich bin ein Narr auf eigne H. GWB2,276 Den Originalen 6  Wer Jesum einen Herrn heißt, der sei uns willkommen, können die andre auf ihre eigene H. leben und sterben, wohl bekomme es ihnen GWB37,170,12 BriefPastors  Dietrich hat sich von seiner [Voigts] Leitung völlig los gesagt .. er studirt Medicin auf seine eigene H. und Verantwortung GWBB34,118,14 CarlAug 28.1.21 K  vorzüglich aber würd ich rathen, ehe man [mit einer neuen Zeitung] hervortritt, sich mit den höhern Behörden .. in Rapport zu setzen: denn von nun an sollte kein Deutscher etwas auf eigene H. unternehmen GWBB24,32,3 Knebel 13.11.13 GWB21,157,11 Lj II 4 GWB27,157,9 DuW 8   e ‘H. der Venus’ als Verursacherin von Schwangerschaft GWB1,330 VenEpigr 446   f ‘die kalte H. des Todes/des Vorwurfs’ mBez auf plötzliche Anwandlungen von Angst, Gewissenspein  [Clav üb Marie:] Als ich sie wieder sah .. es war, als wenn mir in der Fülle der Freuden die kalte H. des Todes über’n Nacken führe GWB11,100,11 Clav IV  Auch Mariane konnte sich eine Zeitlang täuschen .. Ach! wenn nur nicht manchmal die kalte H. des Vorwurfs ihr über das Herz gefahren wäre! GWB21,44,21 Lj I 9~GWB51,67 ThS I 18   g ‘wie man eine H. umwendet’: im Handumdrehen, plötzlich, auf einmal  Wie man eine H. umwendet, ist’s anders mit mir AA92,12 Werth1 II~Werth2 GWBB26,100,2 Städel 10.10.15   h ‘unter der H.’: diskret, unauffällig, (wie) nebenbei  Mögen Sie sich unter der H. erkundigen, was man für einen Preis auf die benannten Häuser setzt? GWBB24,307,14 Döbereiner 2.7.14  Weise Männer lassen den Knaben unter der H. dasjenige finden was ihm gemäß ist GWB24,227,12 Wj I 12 GWBB30,29,5 JFFritsch 26.6.83 uö(selten)   i ‘mit der H. in die Kohlen schlagen’: sich unbesonnen, waghalsig, draufgängerisch verhalten, ein unangemessenes Risiko eingehen GWB39,92,23 Götz1 III   j ‘linker/rechter H.’ uä, öfter übergehend zur Bed ‘Seite’  Rechter H. der Tiber .. Lincker H. Sabiner Land GWB342,155,4u6 VorbereitgItal 1795/96  Man hat einen vortrefflichen Anblick: unten das Dorf, ein wenig rechter H. die Kirche GWB20,3,18 Wv I 1  Fichten .. linkerhand von der Chaussee A(JbGG20,127,19) Promem [10.7.14]  Schaffhausen .. liegt in der Tiefe .. man fährt rechts und hat auf derselben H. Gartenhäuser und Weinberge neben sich. Links ist der Abhang .. steil GWB341,354,14 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm] GWBB11,44,14 Christiane 7.3.96 GWBN51,52,5 BeitrOpt VI uö(häufig)   k ‘nach der Hand’: später, im Lauf der Zeit GWBN8,110,3 ZwKnoch 1819 [Blumenbach]   8 für Handfläche, flache Hand; meist in Vbdgn u Wdgn wie ‘auf der H. tragen’, ‘aus der H. speisen’ (mBez auf Imbiß im Freien, improvisierte Mahlzeit)  Ehepaar .. Er .. groß, derb und plump, sie niedlich und zierlich genug, daß er sie wohl auf der H. tragen könnte GWB28,6,26 DuW 11  [Olimpia zu Elmire:] Wir durften wild sein .. Wir spielten, sprangen, lärmten .. [Die heutigen Mädchen] sitzen im Kreis, wie die Damen; trinken ihren Kaffee aus der H., wie die Damen GWB38,75,5 ErwElm1  [Götz zu Knechten u Knappen:] Nur zu, Kinder! Wir .. müssen oft genug aus der H. speisen, daß jeder gedeckte Tisch uns festlich erscheint GWB131,297,2 Götz3 IV 13 GWBB2,241,13 Gfin Stolbg [7.]3.[75] GWBB11,75,5 Meyer 20./22.5.96 ‘sein Herz in der H. tragen’: offenherzig, mitteilsam sein  so ist es der Sinn des Dichters .. uns .. zu Vertrauten zu machen. Der lasterhafte Mächtige .. der leidenschaftlich Hingerissene .. alle tragen ihr Herz in der H., oft gegen alle Wahrscheinlichkeit; jedermann ist redsam und redselig GWB411,55,25 Shakesp u kein Ende   9 für Händedruck, Handschlag  die Meyern .. Ich hoffe sie wird aus dem Bade wieder durch gehen, und da geb ich ihr eine H. und Grus für dich mit GWBB2,168,12 ChKestner 16.6.74 GWB8,25,24 Götz2 I  10 für Grußhand od Kußhand  [Therese üb Lothario:] Er warf sich auf sein Pferd, ich .. rief ihm nach; er kehrte sich um, warf mir eine H. zu GWB23,63,17 Lj VII 6  11 metonym (als pars pro toto) für eine Person  habe | Stets vor Augen, wie sich kleiner Gabe | Dürft’ge H. so hübsch entgegen dränget, | Zierlich dankbar was du reichst empfänget. | Welch ein Blick! GWB6,70 DivBetrachtg 7  daß mehrere schöne .. Monumente an ihren edlern Theilen durch rohe Hände beschädigt und also durchaus entstellt worden GWBB51,219 Sartorius 24.5.07  Ich könnte Ihnen für das Morgenblatt einen kleinen Aufsatz über Carlsbad .. schicken, wenn Sie nicht von der allzeit fertigen H. [Böttiger], welche auch .. hier den Sprudelbecher angefaßt hat, schon damit versehen worden GWBB19,405,26 Cotta 30.8.07  Nun erhalt ich im Augenblick von hoher H. den Auftrag Beyliegendes zu übersenden GWBB47,66,23 Varnhagen 16.5.30 GWB28,204,3 DuW 13 GWBB43,11,14 Kronprinz FriedrWilh vPreuss 14.8.27 K GWBB48,77,23 Adele Schopenhauer 10.1.31 für Ausführende, Tätige, Arbeitskräfte  [Gottfr zu Weisl:] Der Kayser bessert viel und bessert gern .. Und weil der Herr .. nur reden darf um tausend Händ in Bewegung zu setzen, so meynt er es wär auch alles so geschwind und leicht ausgeführt GWB39,30,14 Götz1 I  Alterthümer .. durch gelohnte Hände oft zerstreut und .. zerstört GWBB32,40,10 Fst Solms [5.10.19] K GWBNatT 1578 GWB23,147,1 Lj VIII 2 für Geber, Wohltäter  Fromme H. wird Nahrung reichen GWB2,117 Gedichte aus WilhMeister 3  [Götz zu Sick:] Ich hab’ ihn [Weisl] losgelassen, den Vogel, und er verachtet die gütige H., die ihm in der Noth Futter reichte GWB8,84,9 Götz2 III ‘von guter H.’: von zuverlässiger, vertrauenswürdiger Seite  Der König hört von guter H., | Man sei voll Kampfes-Lust GWB1,136 Kriegsglück 49  einem Manne der von so guter H. empfohlen ist A1,361,16 Promem 24.2.85 ‘durch die erste H.’: durch die ersten Siedler vor Ort, in deren (handwerkl) Eigenleistung  Hierbei kann er [Lenardo] seine Hauptneigung, ganz von vorne anzufangen .. entwickeln .. unbebautes und unbewohntes Land .. dort mögen Spinnerinnen und Weberinnen sich ansiedeln, Maurer, Zimmerleute und Schmiede sich .. Werkstätten bestellen; alles mag durch die erste H. verrichtet werden GWB24,377,7 Wj II 7 ‘durch die zweite/dritte/ vierte H.’: durch dazwischentretende, eingeschaltete Person(en), Instanz(en), Vermittlungsschritte  Geister und Gemüther [sind] schon vorbereitet, dasjenige aus der Quelle selbst aufzunehmen, was ihnen bisher durch die zweyte H. überliefert worden GWBB19,298,14 AHumboldt 3.4.07  Schriftlich und durch die dritte H. kommt man nicht zum Zweck GWBB19,465,4 Voigt 1.12.07  Ich habe mir ausgebeten daß Ew. Wohlgeb. sich unmittelbar an ihn wenden dürfen weil man durch die dritte vierte H. niemals weiß woran es manchmal hie und da nicht fort will GWBB10,58,11 Kirms 15.5.93 GWBB1,89,16 Cornelia 11./15.5.67  12 als Flächen-, Mengen-, Längenmaß; auch in bildl Ausdruck  ein flach Stück .. Thon mit einigen Figuren .. nicht gar eine H. groß .. scheint von einem Rande einer großen Schüßel zu seyn GWBB8,185,2 ChStein 13.2.87  Franz .. machte einen Ziegel heiß, streute eine gute H. [una buona menata] Wermuth darauf GWB43,103,16 Cell I 7  [betr Aufführung von ‘Iphigenie’] Wenn du dich bereden kanst mit mir auch noch dieses Abenteuer zu bestehen .. und einige Hände Salz ins Publikum zu werfen, so will ich muthig ans Werck gehen GWBB4,22,14 Knebel [14.3.79]  In dem Actenschranke .. liegt ein Paket in Folio, einer starken H. hoch, mit Bindfaden zusammengebunden GWBB21,14,13 Christiane 28.7.09  wenn Sie das Alles gelesen .. haben, so wissen Sie mehr von der Sache [Napoleon in Erfurt u Weimar 1808] als ich, der ich nur zwey Hände breit davon entfernt war und selbst .. mitgespielt habe GWBB20,233,24 Eybenbg 4.12.08   B Handschrift  [Egm zum Sekretär:] Du machst meine H. ja so gut nach, schreib’ in meinem Namen GWB8,217,16 Egm II  Ich bitte Sie mir nicht mehr zu antworten .. Ich mag Ihre H. nicht mehr sehen, so wenig als ich Ihre Stimme hören mögte GWBB1,221,13 KSchönkopf 12.12.69  Da .. Secretair Schmidt eine so hübsche leserliche H. schreibt, so könnte dieser den Catalog schreiben GWBB51,152 Voigt 14.1.00  Bodmers H. zu entziffern möchte wohl die größte Schwierigkeit seyn GWBB31,157,16 Rochlitz 27.5.19  So wäre denn auch die Correctur und Revision aufs genauste zu besorgen, da ohngeachtet der scharfen H., doch manche Buchstaben ein Versehen möglich machen GWBB22,285,25 Cotta 21.2.12 GWB31,129,17 ItR GWBB46,159,24 Zelter 20.11.29 GWBB9,21,18 Jacobi 9.9.88 GWBB14,178,12 WHumboldt [16.9.99] K uö(häufig) wertend iSv ordentliche Handschrift, Schönschrift  Wenn ich nun aber .. überall nur dreingeguckt habe .. Ich kann schreiben, aber keine Federn schneiden, drum krieg’ ich keine H. GWBB2,17,28 Herder [etwa 10.7.72 Korr DjG2,293] zugl metonym für die schreibende Person, bes in herzl Reaktion auf erhaltene Schreiben u damit verbundene Bekundungen der Zuneigung, Wertschätzung  Indessen hatte ich ihr [Friederike] .. geschrieben. Ich erhielt sogleich Antwort und erfreute mich ihrer leichten, hübschen, herzlichen H. GWB28,18,28 DuW 11  als ich die Züge Ihrer verehrten H. in einem Briefe .. erkannte GWBB16,391,19 FAWolf 26.12.03  Sie [die alte Barbara] nahm ein Blatt aus der Brieftasche, Wilhelm erkannte jene verhaßte H. [Norbergs], er nahm sich zusammen und las GWB23,109,20 Lj VII 8 spezieller für Unterschrift (?)  weil er seine H. anerkannte DjG34,302,35 Ranw [24.9.74]   GWBAdvokatenhand °Barbaren- GWBEngelshand GWBFeindeshand GWBFeuerhand GWBFlachhand GWBFrauenhand GWBFrauenzimmerhand GWBFreundeshand GWBFührerhand GWBGärtnershand GWBGeisterhand GWBGnadenhand GWBGötterhand GWBHenkershand GWBKinderhand GWBKindshand GWBKlauenhand GWBKnabenhand GWBKünstlerhand GWBKußhand GWBMädchenhand GWBMeister- GWBMenschen- GWBMutter- GWBNarren- GWBOber- GWBOberrichter- GWBPatsch- GWBPflege- GWBPrivat- GWBRäuber- GWBReliquien- GWBRosen- GWBSchatten- Schlocker- GWBSchreckens- GWBSetzers- GWBToten- GWBVater- GWBVatermörder- GWBVerräter- GWBVor- GWBWeiber- GWBWunder- GWBallerhand GWBvorder- GWBabhanden GWBüberhandnehmen GWBvonhanden GWBvorhanden GWBbeidhändig GWBeigenhändig GWBaushändigen GWBbehändigen GWBeinhändigen GWBzuhändigen GWBEinhändigung 1) s dazu: H-JSchings, Wilh Meister u das Erbe der Illuminaten, in: JbDSG 43, 1999,123—147, dort 132f 2) zum Symbolgehalt s IGraham, Götz von Berlichingen’s dead hand, in: dies., Goethe and Lessing, 1973,30—47 3) vgl Fischer 319 u DWb4.2,360 4) s SSieber, Geschichte des Blaufarbenwerks Niederpfannenstiel [ .. .] im Erzgebirge, 1935,13: “den weitgehenden Abmachungen [ .. .] die 1659 von sämtlichen Kontrahenten getroffen wurden und die den Beginn gemeinsamer Wirtschaft der sogenannten Festen Hand bedeuteten. Es ist erstaunlich, wie geschickt hierbei in der Mitte des 17. Jahrhunderts die Form eines Konzerns ausgebildet worden ist.” Für den Hinweis auf diese Quelle danke ich Herrn Andreas Haeßler, Schneeberg. Rüdiger WelterR.W.
69493 Zeichen · 1413 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    handst. F. (u)

    Köbler Anfrk. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    hand , st. F. (u) nhd. Hand ne. hand (N.) ÜG.: lat. (dextera) LW, manus MNPs, LW Vw.: s. -repus* Hw.: vgl. as. hand, ahd…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hand

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    hand- s. hant-.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hand

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Hand , plur. die Hände, Diminut. das Händchen, Oberd. Händlein. 1. Eigentlich. Dasjenige Gliedmaß der Menschen und T…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hand

    Goethe-Wörterbuch

    Hand vereinzelt (eigenh) Kleinschr in (frühen) Br; Pl auch: Händ(’), in (verfestigten) Vbdgn Dat u Akk auch: Handen (zB …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hand

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Hand (manus) , der unterste Theil der obern Extremität, mit einer gewölbten äußern Fläche, Rückenfläche, und einer conca…

  6. modern
    Dialekt
    Hand

    Elsässisches Wb. · +10 Parallelbelege

    Hand [Hànt Banzenh. Steinb. Su. Co. Katzent. Dü. Bf. Str. Z. Han. Betschd. Dehli. ; Hà Liebsd. Pfetterhsn. ; Ha Mb. ( …

  7. Sprichwörter
    Hand

    Wander (Sprichwörter)

    Hand 1. Alle Händ' voll to dohne, seggt de ol Zahlmann 1 , on heft man êne. ( Insterburg. ) – Frischbier 2 , 1469. 1 ) D…

  8. Spezial
    Hand

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hand f. (-, Hände) 1 ‹anat› (Körperteil) man (-s) f. 2 (Handvoll) man (-s) f. , jomela (-les) f. 3 (Maßangabe) man (-s) …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hand

2.290 Bildungen · 2.172 Erstglied · 108 Zweitglied · 10 Ableitungen

hand‑ als Erstglied (30 von 2.172)

hand · 150+ Belege

KöblerAfries

hand 150 und häufiger , st. F. (u) nhd. Hand, Schutz, Obhut, Gewalt, Macht, Besitzer, Eideshelfer, Täter, Mensch, Erbe (M.) ne. hand (N.), p…

Handball

SHW

Hand-ball Band 3, Spalte 89-90

Handbauf

SHW

Hand-bauf Band 3, Spalte 89-90

Handbeil

SHW

Hand-beil Band 3, Spalte 89-90

Handbesem

SHW

Hand-besem Band 3, Spalte 89-90

Handbesen

SHW

Hand-besen Band 3, Spalte 89-90

handbreit

SHW

hand-breit Band 3, Spalte 89-90

handfest

SHW

hand-fest Band 3, Spalte 93-94

Handfett

SHW

Hand-fett Band 3, Spalte 93-94

handfromm

SHW

hand-fromm Band 3, Spalte 93-94

Handgaul

SHW

Hand-gaul Band 3, Spalte 93-94

Handgeld

SHW

Hand-geld Band 3, Spalte 93-94

hand als Zweitglied (30 von 108)

līthand

KöblerAs

*līthand , (Part. Präs.=)st. M. (nd) nhd. Fahrer, Fahrender ne. driver (M.) Vw.: s. lagu-*, sêo-*, wâg-* Hw.: vgl. ahd. *līdant? (nt?, a?) S…

Kusshand

RDWB1

Kusshand f (kein Bezug zu "рука") воздушный поцелуй

Oberhand

RDWB1

Oberhand f die Oberhand gewinnen idiom. - одержать верх идиом. , победить, одержать победу устойч. , возобладать

Treuhand

RDWB1

Treuhand f управление чужим имуществом по поручению доверителя, опека

allerderhand

Idiotikon

allerderhand Band 2, Spalte 1392 allerderhand 2,1392 u.

allerhand

DWB

aller·hand

allerhand , omnis generis, mhd. aller hende, aller hande ( Ben. 1, 630 ), aus dem zusammenrücken dieser genitive entsprungen, daher unveränd…

altohand

MNWB

alto·hand

altohand ” (Voc. Strals. ed. Damme 467), „ So gah vnd hael edt vpper stundt ” (Schausp. 123); — up dat/upt êrste fürs erste, zuerst, „ et sa…

Amtshand

DRW

amts·hand

Amtshand amtliche Unterschrift vgl. Amtshandschrift unter beglaubigter amtshand 1775 KurhessSonderR. 175

Chind(s)hand

Idiotikon

Chind(s)hand Band 2, Spalte 1394 Chind(s)hand 2,1394

Chinde(n)hand

Idiotikon

Chinde(n)hand Band 2, Spalte 1394 Chinde(n)hand 2,1394

Chirsig(e)schand

Idiotikon

Chirsig(e)schand Band 8, Spalte 881 Chirsig(e)schand 8,881

Dalphand

Idiotikon

Dalphand Band 2, Spalte 1395 Dalphand 2,1395

diebshand

DWB

dieb·s·hand

diebshand , f. 1 1. manus furax. diebshand harpyia, uncae manus Stieler 752 . dän. tyvehaand. s. diebsfinger. diebsnägel. das hat eine diebs…

Drëckhand

Idiotikon

Drëckhand Band 2, Spalte 1395 Drëckhand 2,1395

Eideshand

Wander

eide·s·hand

Eideshand Eideshand muss Eideshand lösen. – Graf, 468, 578; Michelsen, Der ehemalige Oberhof zu Lübeck, 336, 251.

Einshand

Wander

eins·hand

Einshand Einshand löst Einshand. – Graf, 468, 579; Normann, Rugianischer Landbrauch, 38. Im altdeutschen Recht, wo der Eid als Gottesurtheil…

Erbhand

Idiotikon

erb·hand

Erbhand Band 2, Spalte 1394 Erbhand 2,1394

frauenhand

DWB

frau·n·hand

frauenhand , f. manus feminae, die link frawenhand. chiromanzei durch Joannem Indagine. Straszb. 1523 fol. bl. 2. frauenhand, feine, weiblic…

g(e)hand

Idiotikon

g(e)hand Band 2, Spalte 1396 g(e)hand 2,1396

G(e)schand

Idiotikon

G(e)schand Band 8, Spalte 881 G(e)schand 8,881

gesammthand

DWB

gesammt·hand

gesammthand , f. wie gesammte hand 2, b, β . γ : gesammthand erbt einer auf den andern, aber nicht auf die erben. Graf-Dietherr rechtssprich…

Gibhand

Wander

Gibhand 1. Die Gibhand hat vier, die Nimmhand sechs Finger. 2. Wo sich eine Gibhand aufthut, bewegen sich zehn Nimmhände. »Niemand wird müde…

Gottsërdeⁿschand

Idiotikon

Gottsërdeⁿschand Band 8, Spalte 875 Gottsërdeⁿschand 8,875

Herrenhand

Campe

herren·hand

Х Die Herrenhand , d. Mz . ungew. die Hand d. h. die Macht, Gewalt eines Herren. Herrenhand geht durchs ganze Land.

Ableitungen von hand (10 von 10)

behande

MNWB

behande s. behende, bei der Hand, gegenwärtig , vorhanden, sogleich; geschickt, fein.

behanden

DWB

behanden , behänden , einhändigen, zur hand stellen: euer lieb schreiben, des datum stehet zu Augsburg am 25 tag oct., und uns am 19 nov. du…

behandung

DWB

behandung , f. was behändigung. Möser patr. ph. 4, 332 .

enthanden

MNWB

enthanden , swv. , abhanden bringen, entreißen .

gehand

DWB

gehand , adv. ein schweiz. wort von wert und alter. 1 1) ghand 16. jh.: wie da selbst ( act. 8) stat, es hat ouch Simon ggloubt, muosz doch …

HANDE

BMZ

HANDE swv. schneide, haue. vgl. Stalder 2,19. hande in ente füeʒe Hadl. 20, 2,7 und Ettmüller.

unhand

DWB

unhand , f.; nhd. nur in der verbindung zu unhanden werden ' verloren gehen ' ( niederöst. weist. 1, 102, 4) bezeugt. vgl. Graff 4, 971 ; H.…

unhandlich

DWB

unhandlich , adj. adv. , gth. v. handlich. unhantlîh Graff 4, 971 , unhandeliche Diefenbach gl. 305 c , mnl. onhandelijc wb. 5, 765, alle fü…

verhanden

DWB

verhanden , zusammengeschoben in ähnlicher weise wie oben vergut aus vor (vür) handen ( dat. plur. zu hand). mhd. doch nur im ausgehenden mi…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „hand". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/hand/gwb?formid=H00584
MLA
Cotta, Marcel. „hand". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/hand/gwb?formid=H00584. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „hand". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/hand/gwb?formid=H00584.
BibTeX
@misc{lautwandel_hand_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  year         = {2026},
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  urldate      = {2026-05-12},
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