Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
schaft
schaft
-schaft Die in ahd. scaf (um 1000), aengl. gesceap, anord. skap ‘Beschaffenheit, Form’ und (mit ti-Suffix) in ahd. (gi)scaft ‘Erschaffung, Geschöpf’ (8. Jh.), mhd. schaft ‘Geschöpf, Gestalt, Bildung, Beschaffenheit, Eigenschaft’, aengl. (ge)sceaft, got. gaskafts ‘Erschaffung’ belegten Substantive sind Abstraktbildungen zu dem unter schaffen (s. d.) abgehandelten starken Verbum. Jene Formen (die auf germ. *skafti- zurückgeführt werden können) bilden zunächst Komposita, deren zweites Glied sich bereits in früher Zeit zum Kompositionssuffix entwickelt. Sie treten neben Abstrakta (auf germ. *-skapi-), die nur als Suffixbildungen bezeugt sind, im Ahd. mit fem., sonst mit mask. oder neutr. Genus. In Verbindung mit (persönlichen und unpersönlichen) Substantiven und (speziell im Dt.) mit Adjektiven, Präteritalpartizipien und (seltener) Infinitiven bilden diese Suffixe Abstrakta, die eine Tätigkeit, einen Zustand oder ein Verhalten ausdrücken, sowie Kollektivbegriffe; vgl. (mit germ. *-skapi-) asächs. bodskepi, aengl. bodscipe, anord. boðskapr, ahd. botascaf ‘Botschaft, Kunde, Sendung’ und (nur westgerm. mit germ. *-skafti-) asächs. hugiskaft, aengl. hygesceaft ‘Sinn’, ahd. botascaft. Im Ahd. sind die Bildungen auf -scaf die älteren und werden in der Regel nach dem 9. Jh. von den Bildungen auf -scaft abgelöst; vgl. fīantscaf ‘Feindschaft’ (8. Jh.), -scaft (um 1000), friuntscaf ‘Freundschaft’ (8. Jh.), -scaft (11. Jh.), lantscaf ‘Land, Landschaft’ (8. Jh.), -scaft (um 1000). Schon früh beginnt sich kollektive Bedeutung zu entwickeln, vgl. ahd. heriscaf (9. Jh.), -scaft (um 1000) ‘Heer, Schar, Menge’, kunniscaft ‘Geschlecht, Sippe’ (11. Jh.). Seit dem 18. Jh. etwa überwiegen gegenständlich-konkrete und kollektive Bedeutungen: Errungenschaft, Gerätschaft, Hinterlassenschaft; Bürgerschaft, Dienerschaft, Kaufmannschaft, Kundschaft, Lehrerschaft ‘Gesamtheit der Lehrer’. Vgl. ferner (zu Adjektiven) mhd. bereitschaft, (zu Partizipien) mhd. gevangenschaft, (zu Infinitiven) spätmhd. wiʒʒen(t)schaft.