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Pêter

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MNWB
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23 in 22 Wb.
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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

Pêter m.

Bd. 2-2, Sp. 1499
Pêter pêter, +Pêtrus, pîter (Lüb. Vogt a. Schonen 94), nom. pr., m. (Gen. Sg. -[e]s °[kontr.:] Pês [Pees; Johansen Keg. Kirchenv. 9] +Pêtrî; Pl. -s pîteren [Lüb. Vogt a. Schonen 94]): 1. (Personennamen). — 1.1. der Apostel Simon Petrus, sünte/sente/sante/sancte P., drîe sprak Jesus tô sünte P. māke dî berê(i)t hefstû mî lêf sô wêide mîne kristenhê(i)t (Lüb. Tot. 32, V. 391), (als Begründer der christl. Kirche:) ô êrste pâwes sünte P. (Lübben Ged. 40), sünte P.s stēde Funktion des Kirchenoberhaupts der röm.-kath. Kirche, der Hlg. Stuhl (ebd. 22); s. P.s penninc eine Abgabe an den Hlg. Stuhl in Rom, wat untellich gelt und s. P.s penninge der antikristische pâwest ût dem kȫnincrîke Engelant gesamlet (Nic. Gryse Spegel O 1r), vgl. pêterspenninc, pêtrîniken; — sünte P.s lȫgenplatte []Petritonsur, s. platte. — 1.1.1. (Datumsangaben in ihrer jährlichen Abfolge; — für den Tag Cathedra Petri, 22. Februar:) sünte P.s dach, s. P.s stôl, sünte P.s dach als dê uppe den stôl gebracht wart/geset wart/quam, am dāge sünte P.s tôm stôle; sünte P.s dach alse hê vorhö̂get wart/(ge)hö̂get wart, am dāge sancti Petri in der verhö̂ginge, up sünte P.s dach sîner vorhö̂ginge, an dēme hilgen dāge sünte P.s alse hê uppe den stôl wart gehö̂get; sünte P.s hö̂ge hōlden den Tag Cathedra Petri mit einem Fest begehen (Staatsb. Mag. 9, 467); sünte P.s dach vȫr der vasten/dat an der vasten bewîlen kōmet/dê ümme de vasten kümpt/dî kümpt vȫr sünte Mathias dāge/dê bî sünte Matthies dāge kümpt; vgl. pêtersdach; °Pêtrum hōlden die Verteilung der Ratsämter vornehmen, (mit Verallgemeinerung der ursprüngl. Terminbenennung nach Cathedra Petri, 22. Februar, für den Verwaltungsakt, hier am 28. April 1454:) sondāges nâ pāschen hêlt de rât Pêtrum (Schomaker 67); — (für den Tag Natale Petri, 29. Juni:) sünte P.s dach, Petrî, sünte P.s und Pâwels dach, an sente P.s und Pâwels dāge der hilgen apostelen, in sünte P.es dāge vȫr dēme ārne (vgl. u. sünte P. in der ārne usw.), in sünte P.s âvende wan dem roggen de wortele stervet (Grotefend 1, 155: Staatsarch. Hannover, Kloster Oldenstadt), Julius beginnet des anderen dāges nâ Pêtrî und Pâwlî (Nd. Jb. 4, 23), (als Termin der Ratswahl:) tô sünte P.s dāge alsô men de râtmanne kêsen schal (Hamb. StR ed. Lappenberg 2); — (für den Tag Vincula Petri, 1. August:) sünte P.s dach alsô hê in den kerkenêre wart gesat, an den hilgen âvende sünte P.s tô den benden und is an dem herveste, in dem êrsten ouwestdāge alse me begeyt sünte P.e den vörsten der apostele alse hê was gevangen (Sudendorf 6, 245), in sünte P.s dāge alse ēme de bande afsprungen des hilgen apostels/alsô hê van den banden gelö̂st wart; wîndach sünte P.s, Julius beginnet in dēme wîndāge sünte Johannis ind endet sich in dēme wîndāge sünte P.s (Stockh. Arzneib. 97); sünte P.(es dach) in der ārne, Pêtrî in der ērne, an sünte P.s âvende in der höüwede, an sünte P.s dāge dê an dem ouwste komt, Augustus beginnet in sünte P.s dāge in der ērne (Nd. Jb. 4, 24), Augustus beginnet in sünte P.s âvende ind endiget sich in sünte Egidius âvende (Stockh. Arzneib. 97); vgl. pêtersdach; — (Rda.:) sünte P.s schü̂ne steyt ōpen und wî balde up di ērnte lôpen die Erntezeit steht bevor (mit Bezug auf die Tage Natale Petri, 29. Juni, u. Vincula Petri, 1. August; LW). — 1.1.2. (als Namenstifter für geistl. und weltl. Institutionen:) sünte P./sünte P.s kerke tô Hamborch St. Petri-Kirche, St. Petri- Kirchengemeinde, brö̂derschop unser lêven []vrouwen tô sünte P.n (Schlüter Verl.-Recht 215), sünte P.s māget die Kirchenmagd zu St. Petri (Hamb. KR 3, CXXVII, Anm. 1); sünte P.s altâr Altar der dem Hlg. Petrus geweiht ist (Nd. Jb. 86, 73); (in Duisburg:) dat konvent sent P.s dāl genant (Wassenberch 21); — °sünte P.s hof der Petershof, der hansische Kaufmannshof in Nowgorod, (meist verkürzt:) sünte/sente/sante P., sünte P.s kerke die Petrikirche im abgegrenzten Bezirk des Petershofes, (als Lager für wertvolle Waren und als Handelsraum genutzt:) nê(i)n man ne schal kôpen in sünte P.s kerken mit jê(i)negēme rûssen (Nowg. Schra 64), (Aufbewahrungsort für Wertgegenstände und Dokumente:) de besēgelden schrâ ne schal nêman ût sünte P.s kerken nicht drēgen (ebd. 119); sünte P.s schap/kiste verschließbares Möbel, Truhe in der von den Älterleuten des Petershofes Schriftstücke und Bargeld verwahrt wurden, sô sal men de schrift dan leggen in sünte P.s schap (ebd. 121); sünte P.s schrâ Rechtssatzung, Statut des Petershofes; sünte P.s recht das im Petershof geltende Eigenrecht, nâ sünte P.s recht richten, in sünte P.s recht wēsen sich dem Eigenrecht des Petershofes unterwerfen und zugleich an dessen Privilegien teilhaben, sünte P.s ōlderman gewählter Ältermann der im Petershof anwesenden Kaufleute, wê sünte P.s ōlderman gekōren wert dēme sal men dat bôk vȫre lēsen lâten êr men ēm de slȫtele antwōrde uppe dat hê wēten mȫge warnâ hê sik richten mȫge (ebd. 129), sünte P.s sēgele Siegel des Petershofes (bes. zur Markierung von im Petershof gehandelten Partien Wachs), dat was ... dat dat nêman mit sante P.s sēgele besēgelen sal den sante P.s ōlderlü̂de silven (ebd. 156); (metonym.:) sünte P. das Gemeinwesen, die Organisation der hansischen Kaufleute im Petershof und deren Verwaltung, up sünte P.s kost, tô sünte P.s behôf, (auch als persönl. Subj.:) hĩrvȫr sal sünte P. gēven dem hāvesknechte 16 dennige (ebd. 191); tõbrēke jēman sante P.s dinc in dēme brûhûse dê schal dat wedder kôpen Eigentum des Petershofes (ebd. 138), sünte P.s gût/holt/hunt/kētel/tunne usw. — 1.2. (verbreiteter Eigenname:) Petrus, Peter, „Peter is en name petrus” (Voc. Strals. ed. Damme); — (allg.:) eine beliebige Person, in ênem exempele ... P. dê lê(e)nt Pâwele ê(i)ne mark (SL: N. Russ.); °(Rda.:) P. vȫr Pâwel nēmen mit fremden Mitteln eigene Verpflichtungen begleichen (Hanserec. II 3, 423); — in P. Mafferts bôk studêren Karten spielen (Lauremberg 59; vgl. dazu Lauremberg ed. Lappenberg 238 f. u. bes. Nd. Kbl. 25, 11: „Pieter Mefferdt war ein wohlbekannter Spielkartenfabrikant in Amsterdam und ein Zeitgenosse Laurembergs”). []2. (in Pflanzennamen:) °Bez. einer Pflanze, „beuenellen vnde ruden vnde peter” (SL: Goth. Arzneib.); — (in Mehrwortbenennungen:) °sünte P.s slȫtel Schlüsselblume, Primula spec., „Hemmelsche slotel batkele sunte peters slotel is krud celidium clauis celi clauis sancti petri herba sancti petri herba paralisis herba paralitica herba britanica lingwa bubule premila veris paralisis paralitica trudella etc.” (Voc. Strals. ed. Damme); — (sünte) P.s wort Teufelsabbiß, Succisa pratensis, „Sunte Peters word i.
6555 Zeichen · 194 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    PÊTERnom. propr.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    PÊTER nom. propr. der apostel. saget ir uns daʒ er sant Pêters slüʒʒel habe Walth. 33,3. Pêter, des himels portenoys W. …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    peterM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    peter , M. Vw.: s. petter

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pēter

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Pēter , Genit. Peters, ein eigenthümlicher Taufnahme des männlichen Geschlechtes, welcher aus dem Griechischen πετρος ei…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Peter

    Goethe-Wörterbuch

    Peter 1 der Apostel Petrus a in religionsgeschichtl Zshg P. thate schon Sachen die Paulen nicht gefielen, und ich möchte…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Peter

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Peter , 1) Karl Ludwig , Geschichtschreiber und Pädagog, geb. 6. April 1808 in Freyburg a. U., gest. 11. Aug. 1893 in Je…

  6. modern
    Dialekt
    Peter

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Peter Band 2, Spalte 2,356–360

  7. Sprichwörter
    Peter

    Wander (Sprichwörter)

    Peter Peter (s. Petrus). 1. Als S. Peter nur den Herrn Hof erschmeckt (gekostet) vnd sich da wermet, hat er sich alsbald…

  8. Spezial
    Peter

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pe|ter nom. propr. m. Pire.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit peter

349 Bildungen · 270 Erstglied · 78 Zweitglied · 1 Ableitungen

peter‑ als Erstglied (30 von 270)

Peterling

SHW

Peter-ling Band 1, Spalte 733-734

Peter, Ant

DWBQVZ

pete·rant

--- volksthümliches aus Österreichisch-Schlesien ges. u. hg. (1: kinderlieder und kinderspiele, volkslieder und volksschauspiele, sprichwort…

Peterberg

RhWB

peter·berg

Peter-berg pitəšbęrəχ  m.: Berg im Siebengebirge. RA.: De ös su schef (schief) bie der Weg nom P. Sieg-Ägid . En de Mäərzbiste (-schauern…

peterbeto

AWB

peterbeto Gl 2,237,39 s. bitherbida.

Peterbeweistum

DRW

peter·beweistum

Peterbeweistum, n. Ordnung des Petergerichts vgl. Beweistum (I) voigtheica iurisdictio committitur vt plurimum iudicio petrino, petergericht…

Peterblume

RhWB

peter·blume

Peter-blume -təš- (s. S.) f.: 1. Massliebchen, bellis perennis Daun-Gerolst Pelm , Aden-Kempenich . — 2. Bartnelke, dianthus barbatus Trier-…

Peterborough

Meyers

peter·borough

Peterborough (spr. pīterböro), 1) Stadt ( city ) in Northamptonshire (England), am Neu, Bischofssitz (seit 1541), bildet mit Umgebung einen …

Peterchen

Wander

peter·chen

Peterchen Én krank Peterken. – Dähnert, 347 b . Für: kranker Knabe.

Peter, Christoph

DWBQVZ

peter·christoph

--- andachts-zymbeln oder andächtige und geistreiche ... gesänge ... in vier und fünf stimmen. Freiberg 1655 . ---

Peterdag

WWB

peter·dag

Peter-dag m. [ Det Wbg Bri Wal Olp] Gedenktag des Hl. Petrus: 22. Februar. — Wetterregel: Wat de Liärche vüär Peitersdag singet, dät schwieg…

Peter der Grausame

Herder

Peter der Grausame , 1350—69 König von Castilien u. Leon, ein furchtbarer Tyrann gegen seine Familie und seine Unterthanen, hielt sich gegen…

Peter des Großen Bai

Meyers

Peter des Großen Bai , Busen des Japanischen Meeres an der Südspitze der russisch-sibir. Küstenprovinz (s. Karte »Japan und Korea«), der sic…

Peterfähne

MeckWB

Peterfähne kinderspr. im Tupfreim, das Stirnhaar bezeichnend: Ogenträne, Peterfähne Wo. V. 3, 319.

Peterfütz

MeckWB

Peterfütz Weinkanne, Inventar der Kapelle zu Gü Kuhs ; aus Petersimen und fustule für Pedro Ximenes einen Malagawein und fustule, gleich fra…

Peter Funk

Wander

peter·funk

Peter Funk Es war Peter Funk. Auch: das hat Peter Funk gethan, Peter Funk hat gefehlt u.s.w. – Peter Funk ist keine wirkliche Person. In Nor…

Petergericht

DRW

peter·gericht

Petergericht, n. (bäuerliches, geistliches) Gericht an einem der Gedenktage des hl. Petrus (vgl. Grotefend,Taschenb. 87f.) weist man zu rech…

peter als Zweitglied (30 von 78)

Miesepeter

RDWB1

Miesepeter m scherzh. ворчун, брюзга, мизантроп, постоянно чем-то недовольный человек

Wackelpeter

RDWB1

Wackelpeter m auch Götterspeise фруктовое желе

Achelpeter

Wander

achel·peter

Achelpeter Das is e Achel-Peter. – Tendlau, 530. Jüd.-deutsch : Ein Fresspeter, ein Fresser, ein Nimmersatt, vom hebräischen achal = essen. …

Arschpeter

Wander

arsch·peter

Arschpeter Er ist ein Arschpeter. – Frischbier, I, 153. Ein unsauberer Mensch.

Blēysalpēter

Adelung

bley·salpeter

Der Blēysalpēter , des -s, plur. inus. in der Chymie, in Salpetersäure aufgelösetes und behuthsam abgerauchtes Bley.

drehpeter

DWB

dreh·peter

drehpeter , m. nennt man im gemeinen leben einen im handeln und in der bewegung langsamen mensch, bei dem nichts einen rechten fortgang hat;…

Drönpeter

Wander

droen·peter

Drönpeter Er ist ein Drönpeter. – Frommann, III, 1. Ein langweiliger, verdrossener Mensch. (S. Bummelhermann.)

Duselpeter

Wander

dusel·peter

Duselpeter Er ist ein rechter Duselpeter. Ein träumerischer Mensch.

Flöhpeter

Wander

floh·peter

Flöhpeter Er hat Flöhpeter getrunken. »Mit dem Namen Flöhpoter bezeichnet man den wilden charakterlosen Wein, den Philister unter den Weinen…

Hollepeter

Wander

holle·peter

Hollepeter Es ist ein Hollepeter. D.i. ein phantastischer, zu praktischen Dingen nicht zu gebrauchender Mensch. Die germanische Göttin Holda…

Ableitungen von peter (1 von 1)

pêtere

BMZ

pêtere swv. folge dem heiligen Petrus nach, führt Ziemann an aus Ottocar 453.