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Neben

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
28 in 17 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Neben

Bd. 3, Sp. 467a
Neben, ein Wort, womit man überhaupt den Begriff der Nähe bezeichnet. 1. Als Verhältnißwort, wo es sowol mit dem dritten als vierten Falle gefüget wird; 1) mit dem dritten Falle, einen Zustand der Ruhe dicht zur Seite eines andern Dinges zu bezeichnen, wodurch es von bei verschieden ist, welches ein Nahesein bezeichnet, aber ohne zu bestimmen ob zur Seite, vor oder hinter einem Dinge. Neben einer Person sitzen, stehen, liegen  Neben einander wohnen. Neben ihm will ich sitzen. Neben einem vorbeigehen, wo derjenige, vor dem man vorbeigehet im Zustande der Ruhe sich befindet und neben bloß die Nähe bezeichnet, dicht vor ihm vorbeigehen, Х Neben der Wahrheit vorbeigehen, nicht die Wahrheit sagen. Sich neben einem setzen, indem man sich schon dicht bei ihm, zur Seite befindet. »Neben ihm soll sich lagern der Stamm Iaschar.« 4 Mos. 2, 5. »Neben mir,« in meiner Gegenwart. 1 Sam. 21, 15. Uneigentlich bezeichnet neben einen Zusatz zu einem Dinge mit Beibehaltung desselben, wie auch ein Sein und Geschehen zu gleicher Zeit mit einem andern Dinge, welches als das Vorzüglichere und Wichtigere betrachtet wird. »Du sollst keine andere Götter haben neben mir.« 2 Mos. 20, 3. »Du sollst deines Weibes Schwester nicht nehmen neben ihr.« 3 Mos. 18, 18. »Denn wenn die zwei Elemente der Poesie, das Ieale und Sinnliche nicht innig verbunden zusammenwirken, so müsseu sie neben einander wirken, oder die Poesie ist aufgehoben.« Schiller. (R.). I dieser Bedeutung kömmt es am gewöhnlichsten in den vielen damit gebildeten Zusamsetzungen vor, wo es in allgemeinen ein Ding bezeichnet, welches sich nahe, zur Seite bei andern Dingen derselben Art befindet und in vielen Fällen den Nebenbegriff hat, daß dieses Ding dem andern nachstehe und geringer und unwichtiger sei, und wo es den mit Haupt zusammengesetzten Wörtern entgegengesetzt wird, z. B. die Nebenabsicht, eine Absicht, welche man noch neben oder außer einer andern wichtigern, der Hauptabsicht, hat und nach oder zugleich mit derselben zu erreichen sucht; der Nebenaltar, ein Altar in einer Kirche neben einem andern, zur Seite, der nicht so wichtig geachtet und weniger gebraucht wird, auch gewöhnlich kleiner und weniger kostbar ist als der Hauptaltar; der Nebenanführer, ein Anführer neben einem andern, dem Hauptanführer, dem er zur Seite gesetzt, oder untergeordnet ist. Auf dieselbe oder ähnliche Art sind alle mit neben zusammengesetzten Wörter zu erklären, daher im Folgenden nur die vorzüglichsten erklärt, andere aber hieher verwiesen worden sind. 2) Mit dem vierten Falle, eine Bewegung dicht, bei oder zu einem Dinge, ihm an die Seite, zu bezeichnen. »Daß er ihn setze neben die Fürsten, seines Volkes.« Ps. 113, 7. 8. »Begrabe sie neben mich.« Tob. 4. 5. Unrichtig wird oft der dritte Fall gesetzt, wo der vierte stehen sollte, und umgekehrt. »Seinen Kopf mit den Federn soll nan neben dem (den) Altar werfen.« 5 Mos. 1, 16. 3) Ehemahls auch mit dem zweiten Falle, in gleicher Bedeutung. Da warst du je beneben mein (meiner). d. Klage, V. 1905. 2. Als Umstandwort, dicht bei oder an einem andern Dinge, ihm zur Seite, in den Zusammensetzungen nebenher, nebenbei, daneben. S. auch Nebst. I O. D. hängt man unnützer Weise ein d an und sagt nebend, im N. D. neffen, neven.
3250 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    NEBEN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    NEBEN s. EBENE.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nêben

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Nêben , eine Partikel, welche überhaupt eine Nähe ausdruckt, und auf eine doppelte Art gebraucht wird. I. Als ein Vorwor…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    2neben

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    2 neben lautspielerisch u alliterierend für „leben” in der Redensart „leben und leben lassen”; wohl in Nachahmung des Sp…

  4. modern
    Dialekt
    neben

    Elsässisches Wb. · +10 Parallelbelege

    nebe n dra n Osenb. , newe n ds dron K. Ingenh. daneben.

  5. Sprichwörter
    Neben

    Wander (Sprichwörter)

    Neben 1. Er hat einen neben sich. ( Daun. ) Von Personen, die sich viel einbilden, sich Grosses dünken. Die Redensart wi…

  6. Spezial
    Neben

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Neben- побочный , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit neben

904 Bildungen · 885 Erstglied · 17 Zweitglied · 2 Ableitungen

neben‑ als Erstglied (30 von 885)

Nebenaltar

SHW

Neben-altar Band 4, Spalte 943-944

nebenan

SHW

neben-an Band 4, Spalte 943-944

Nebenauge

SHW

Neben-auge Band 4, Spalte 943-944

Nebenbach

SHW

Neben-bach Band 4, Spalte 943-944

Nebenbahn

SHW

Neben-bahn Band 4, Spalte 943-944

Nebenbau

SHW

Neben-bau Band 4, Spalte 943-944

nebenbei

SHW

neben-bei Band 4, Spalte 943-944

nebendaran

SHW

neben-daran Band 4, Spalte 943-944

Nebending

SHW

Neben-ding Band 4, Spalte 945-946

Nebendorf

SHW

Neben-dorf Band 4, Spalte 945-946

Nebenfluß

SHW

Neben-fluß Band 4, Spalte 945-946

Nebengang

SHW

Neben-gang Band 4, Spalte 945-946

Nebengasse

SHW

Neben-gasse Band 4, Spalte 945-946

Nebengaul

SHW

Neben-gaul Band 4, Spalte 945-946

neben als Zweitglied (17 von 17)

beneben

DWB

bene·ben

beneben , nnl. beneven, wie beineben ( sp. 1385). vgl. anbeneben . 1 1) praep. mit dem dat.: darvor sie ihm auch, beneben schenkung etlicher…

besnaben, besneben

MWB

besnaben, besneben swV. intr. ‘straucheln, stolpern, zu Fall kommen’, eigentl. und übertr.: mit dem steine her dô warf / Ênêam den Troiân, /…

besneben

Lexer

bes·neben

be-snaben , besneben swv. BMZ straucheln, stolpernd fallen eigentl. u. bildl. Trist. En. Herb. Pass. (350,60. 376,90). swer daʒ bestrûchet, …

bīneben

KöblerMhd

bīneben , Adv., Präp. nhd. beineben Q.: Lanc (1240-1250) E.: s. bī, neben W.: nhd. beineben, Präp., Adv., beineben, DW 1, 1385, DW2 4, 788 L…

daneben

DWB

dane·ben

daneben , adv. neben ist aus eneben und dieses aus in eben entstanden. Luther schreibt daneben, Keisersberg , Henisch 566 und Stieler 1320 d…

dar eneben

KöblerMhd

dar eneben , Adv. Vw.: s. dāneben

derneben

KöblerMhd

derne·ben

derneben , Adv. nhd. nebenher, außerdem E.: s. der, neben W.: nhd. DW2- L.: Hennig (derneben)

dāneben

KöblerMhd

dāneben , Adv. nhd. daneben, außerdem, andererseits, zugegen Q.: Ot (FB dāneben), Kchr (um 1150), Lanc, Parz, Teichn, Urk E.: s. dā, neben W…

herneben

KöblerMhd

hern·eben

herneben , Adv. nhd. daneben in dieselbe Richtung, nebenher Q.: ErzIII (1233-1267) E.: s. her (1), neben (1) W.: nhd. DW- L.: MWB 2, 1404 (h…

hierneben

DWB

hier·neben

hierneben , adv. , wie hieneben sp. 1312, örtlich: hierneben lag ein keller so voll von köstlichem wein. Göthe 1, 103 ; und es brannten die …

hinbeneben

KöblerMhd

hin·beneben

hinbeneben , Adv. nhd. beiseite, zur Seite hin, seitwärts, weg, fort, abseits Hw.: s. hinneben Q.: PassI/II (Ende 13. Jh.), PassIII (Ende 13…

hinneben

KöblerMhd

hinn·eben

hinneben , Adv. nhd. beiseite, zur Seite hin, seitwärts, weg, fort, abseits Hw.: s. hinbeneben Q.: En (1187/1189), Helbl, Minneb, PassI/II, …

Ableitungen von neben (2 von 2)

beneben

DWB

beneben , nnl. beneven, wie beineben ( sp. 1385). vgl. anbeneben . 1 1) praep. mit dem dat.: darvor sie ihm auch, beneben schenkung etlicher…

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Cotta, M. (2026). „neben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/neben/campe
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Cotta, Marcel. „neben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/neben/campe. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „neben". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/neben/campe.
BibTeX
@misc{lautwandel_neben_2026,
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