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knīpen

mnd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
Anchors
8 in 7 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
3
Verweise raus
9

Eintrag · Westfälisches Wb.

knīpen V.

Bd. 3, Sp. 789
knīpen V. [allg.] 1.1. jmdm. ein Stückchen Haut und Fleisch so zusammenpressen, dass es schmerzt. De Krïefte hïet mi knïep’m (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). In’n Arm knīpen (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe). Int Auer knuiben (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@OerlinghausenÖr). He hätt mi in’n Äs knïepen (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@WarendorfWd). Knīp mi maol in’n Arm, of ’ke würklick wack bin (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — 1.2. durch Kneifen erzeugen. En Loak knīp’m (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 2.1. (bes. von zu engen Kleidungsstücken) sich schmerzhaft in die Haut eindrücken. De Bückse knīpet mi (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 2.2. schmerzen, wehtun. De Finger kneïpet meï (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@DelbrückDb). De Buuk knipp (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). — Et knippt mi in’n Liwe (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). — 2.3. zusetzen, bedrängen. De Grippe häff mi füör düsse Kär doch hellske knïepen (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Met Frogen kneypen eindringlich befragen (KkWb). — 2.4. schädigen; betrügen [verstr. SWestf]. Diän weffe orntleck kneypen (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). — 3. In festen Verbindungen: He is an’t Kniepen stirbt (WmWb). Et kömmt tom Knïep’m zur Entscheidung (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 4. stark frieren; reifen. Et hiät kniep’m vannacht (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@ElseyEl). — 5. zusammenpressen, -drücken, zukneifen. De Ejegen knüpen schläfrig sein (Kr. BrilonBri Ef). He knipt mit de Oogen sieht schlecht (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@UlfkotteAd). — 6. sich jmdm. oder einer Sache nicht stellen; sich (vor etwas) drücken [verstr.]. Hä hïet knïep’m (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 7. geizen, knausern, sparen [WMünsterl]. An’t Ääten häbbt se nich an kneppen (WmWb). De häff an nix kneppen ist großzügig (WmWb). — Sprichw.: Kniepen und Krassen, daor kann wat Slimmes ut wassen (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt || mehrf. WMünsterl). — 8. (in einer Kneipe sitzen und) Alkohol trinken (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). — 9. „(Gebinde) hebeln“: ’n Gebundspost kniepen (WmWb). ⟨Präs.: 3. Pers. Sg.: ›knīpet‹ [Kr. PaderbornPad Kr. SoestSos Kr. IserlohnIsl Kr. MeschedeMes Kr. BrilonBri Olp],›knīpt‹ [Enr], knippet [Kr. DetmoldDet Kr. HöxterHöx Kr. LippstadtLst Kr. BürenBür Bri], knippt [Kr. MindenMin Kr. SteinfurtStf Lippe Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Wie], knipp [Kr. LübbeckeLüb Kr. AhausAhs Kr. SteinfurtStf Kr. TecklenburgTek Kr. HerfordHfd Kr. WarendorfWdf Bek]. Prät.: 1./3. Pers. Sg.: ›knē²p‹ [verbr.], ›knē²ᵇp‹ (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe), knēp [WMünsterl Bek], knepp [Rek], ›kniᵉp‹ (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh); Pl.: ›kniᵉpen‹ [Kr. MindenMin Kr. LemgoLem Kr. HöxterHöx Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Isl], ›knē²ᵇpen‹ (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe), knēpen [WMünsterl Kr. SteinfurtStf Bek]; Part.: -›kniᵉpen‹ [verbr.]⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 4,915: kneipen IV; WWB-Source:207:NdsWbNdsWb 7,527: knīpen¹.
2068 Zeichen · 77 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    knipen

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    knipen, st. v. kneifen; dat knipent, Bauchgrimmen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    knipen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    knipen , s. kneipen.

  3. modern
    Dialekt
    knipen

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    knipen flekt. knip, knippst, knippt; knep; knäpen kneifen Mi 44 a ; in Rdaa. wie den Kater in 'n Düüstern knipen Heimlic…

  4. Sprichwörter
    Knipen

    Wander (Sprichwörter)

    Knipen Dar is nicks to knîpen edder to biten. – Dähnert, 343 a . Da ist nicht das liebe Brot im Hause.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knipen

9 Bildungen · 5 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

knipen‑ als Erstglied (5 von 5)

Knipendiert

MeckWB

Knipendiert n. im Hausstandsreim: Knipendiert Heit min Pierd Schw Wars .

Knipendörp

MeckWB

Knipendörp Scherzname des Forsthofes bei Wa Diemitz.

Knipendus

MeckWB

knipen·dus

Knipendus im Hausstandsreim: Knipendus Heit min Hus Schw Wars .

knipen als Zweitglied (2 von 2)

afknîpen

MNWB

afknîpen , stv. , abkneifen, erpressen von, abzwacken.

Ableitungen von knipen (2 von 2)

beknîpen

MNWB

beknîpen , stv. , kneifen; peinigen.

verknipen

MeckWB

verknipen refl. unterdrücken: se verknippt sick ok de Weihdag' S. Neum. Märchenfrau 118. Hd. beeinflußt.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „knipen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/knipen/wwb
MLA
Cotta, Marcel. „knipen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/knipen/wwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „knipen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/knipen/wwb.
BibTeX
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