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Vater

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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22 in 21 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Vater

Bd. 4, Sp. 976
Der Vater, des -s, plur. die Väter, Diminut. das Väterchen, Oberd. Väterlein, ein Wesen männlichen Geschlechtes, welches durch die Befruchtung eines weiblichen ein anderes Wesen seiner Art zeuget, zum Unterschiede von der Mutter und im Gegensatze des Kindes, wo es sowohl von Thieren, als auch, und zwar am häufigsten, von Menschen gebraucht wird. I. Eigentlich. (1) Absolute. Vater werden, ein anderes Wesen seiner Art zeugen. Vater von vier Kindern seyn. Ein glücklicher Vater, welcher Freude an seinen Kindern erlebet. (2) In näherer Beziehung auf das Kind oder auf die Kinder. Nicht Vater von dem Kinde oder des Kindes seyn. Lebt sein Vater noch? Ein Kind hat keinen Vater mehr, wenn derselbe gestorben ist. In einem andern Verstande sagt man, ein Kind habe keinen Vater, wenn derselbe unbekannt ist. Von der Gewohnheit der Kinder, ihren Vater mit diesem Worte anzureden, S. Papa. In weiterer Bedeutung beziehet sich dieses Wort auch auf die entfernten Nachkommen, so fern sie ihrem Wesen nach in jemanden gegründet sind. Abraham war ein Vater vieler Völker, 1 Mos. 17, 4. Daher der Stammvater, derjenige, von welchem ein Geschlecht, ein Volk seinen Ursprung hat. Auch die[] Vorfahren männlichen Geschlechtes werden um deßwillen Väter genannt, besonders in der edlern und höhern Schreibart. 2. Figürlich. (1) Eine bejahrte Person männlichen Geschlechtes pflegt man im gemeinen Leben häufig mit Vater, guter Vater, alter Vater anzureden, so wie man eine solche hoch bejahrte Person in der vertraulichen Sprechart auch wohl ein altes Väterchen zu nennen pflegt. (2) Eine Person männlichen Geschlechtes, welche die Stelle eines Vaters bey einer andern vertritt, den Grund ihres Unterhaltes, ihres Glückes enthält. So wird der Landesherr oder Regent der Landesvater, der Vater des Volkes genannt, so wie auch Stadtobrigkeiten Väter der Stadt genannt werden. In der Deutschen Bibel kommt es von der Obrigkeit mehrmahls vor. Diese Benennung gründet sich theils auf die zärtliche, väterliche Vorsorge, welche Obrigkeiten für ihre Untergebene zu tragen verbunden sind, theils auch auf die ehemahlige Gewohnheit, nur bejahrte und erfahrne Personen zu Obrigkeiten zu ernennen. Mit der Seelsorge versehene Geistliche werden daher auch geistliche Väter genannt. Siehe auch Beichtvater. Ferner gehören hierher die Zusammensetzungen Hausvater, Pflegevater, Schwiegervater, Stiefvater, Waisenvater u. s. f. (3) Eine Person, ein Ding, eine Sache, welche den Grund des Daseyns und der Fortdauer eines andern enthält, wenn diese Person oder Sache männlichen Geschlechtes ist. So heißt Gott der Vater der Menschen, der Welt, so fern er den Grund aller zufälligen Dinge und ihrer Erhaltung enthält. Von der veralteten Stellung des Fürwortes in dem Vater Unser, S. Unser. In einer andern Bedeutung, welche sich der ersten eigentlichen nähert, heißt die erste Person in der Gottheit der Vater, wegen ihres innern Verhältnisses gegen die beyden übrigen, besonders gegen die zweyte oder den Sohn. Opitz heißt der Vater der Dichtkunst, Leibnitz der Vater der Philosophie, weil beyde ihnen nicht sowohl die Entstehung, als vielmehr ihre Wiederherstellung, Verbesserung zu danken haben. Der Teufel ist ein Vater der Lügen, Joh. 8, 44. Anm. Schon in den ältesten Denkmählern unserer Sprache, als dem Isidor, Kero u. s. f. Fater, im Nieders. Vader, und mit der dieser Mundart gewöhnlichen Ausstoßung des d, Vahr, im Dän. Fader, im Angels. Faeder, im Engl. Father, im Schwed. Fader, im Pers. Pader, im Lat. Pater, im Griech. πάτηρ. Es ist eine seltsame Pedanterey, dieses Wort unmittelbar aus dem Lateinischen, so wie Mutter von Mater, abzuleiten, gerade, als wenn die alten Deutschen die Urheber ihres Daseyns erst von den Römern hätten müssen nennen lernen. Diese Ableitung erscheinet desto ungereimter, wenn man erwäget, daß dieses Wort schon in so frühen Zeiten vorkommt, da die Deutsche Sprache durch die Lehrer der Religion noch nicht mit so vielen Lateinischen Wörtern und Begriffen bereichert war, als in den folgenden Zeiten geschehen. Vater ist eines der ältesten Stammwörter, welches alle Europäische und Nordasiatische Sprachen und Mundarten aus einer ältern gemeinschaftlichen Sprache beybehalten haben. Die letzte Sylbe ist die den Deutschen, Lateinern, Griechen u. s. f. gemeinschaftliche Ableitungssylbe er, ein Subject zu bezeichnen, daher es nur noch auf die Stammsylbe Vat oder Fad ankommt. Schon ältere Wortforscher haben diese Sylbe von einem alten Zeitworte fodan, föden, abgeleitet, welches noch im Niedersächsischen vorkommt, wo es ernähren bedeutet, und das Stammwort von unserm futtern ist. Allein, es bedeutet nicht allein ernähren, sondern auch zeugen, welche Bedeutung das Schwedische föda, Griech. φυτευειν noch hat, so wie fode im Dänischen gebähren bedeutet. Diese Ableitung ist noch jetzt die wahrscheinlichste, so daß Vater eigentlich einen Zeuger bedeutet, Genitor von gignere. Da föden aber auch gebähren bedeutete, so sind Fodrein bey dem Ulphilas die Ältern überhaupt, daher Vater auch in Gevatter von beyden Geschlechtern[] gebraucht wird. Das Zeitwort hatte ehedem den niedrig-schmutzigen Nebenbegriff nicht, welchen das Lat. futuere, das Franz. foutter u. s. f. angenommen haben. Es erhellet daraus zugleich, daß Vater keines von denjenigen Wörtern ist, welche ihr Entstehen dem ersten Stammeln der Kinder zu verdanken haben, wie Abba, Atta, Tatta, Papa, Mamma, Amma, das Fries. Haita, u. s. f. Siehe auch Vetter, Gevatter und Pathe. Einige Provinzen sprechen das a kurz, Vatter, und man kann es ihnen nicht wehren, wenn sie es auch so schreiben wollen; seltsam aber ist es, wenn einige Sprachlehrer diese provinzielle Aussprache den Hochdeutschen aufdringen und Vatter geschrieben wissen wollen, obgleich kein reiner Hochdeutscher so spricht. Gevatter gründet sich freylich auf eine solche Aussprache, aber in diesem Worte ist dieselbe auch im Hochdeutschen allgemein. Im Oberdeutschen declinirt man dieses Wort im Singular mit einem u, des Vatern, dem Vatern, welche Form aber im Hochdeutschen gleichfalls unbekannt ist.
6043 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    VATERs. anom.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    VATER s. anom. vater. gr. πατήρ , lat. pater , goth. fadar , ahd. vatar ; zu einem verlorenen stv. vate, vuot ernähre, w…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    vāterm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    -vāter , m. , s. blîvāter.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vater

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Vater , des -s, plur. die Väter, Diminut. das Väterchen, Oberd. Väterlein, ein Wesen männlichen Geschlechtes, welche…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Vater

    Goethe-Wörterbuch

    Vater [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Vater

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Vater , Joh. Severin, prot. Theolog u. Orientalist, geb. 1771 zu Altenburg, gest. 1826 als Professor der Theologie u. mo…

  6. modern
    Dialekt
    Vater

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Vater [Fàtər allg., nur Fâtər K. bis Z. ; Pl. Fatər; Demin. Fatərlə Ruf. Obhergh. ] m. Vater, der leibliche Vater, syn. …

  7. Sprichwörter
    Vater

    Wander (Sprichwörter)

    Vater 1. Am Vater erkennt man den Sohn, an der Mutter die Tochter. 2. Am Vater kennt man gemeiniglich die Kinder. – Petr…

  8. Spezial
    Vater

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Vater- родной , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vater

640 Bildungen · 319 Erstglied · 314 Zweitglied · 7 Ableitungen

vater‑ als Erstglied (30 von 319)

Vaterhaus

SHW

Vater-haus Band 2, Spalte 377-378

Vaterherz

SHW

Vater-herz Band 2, Spalte 377-378

Vaterkind

SHW

Vater-kind Band 2, Spalte 377-378

Vaterland

SHW

Vater-land Band 2, Spalte 377-378

Vaterrecht

SHW

Vater-recht Band 2, Spalte 377-378

Vaterseite

SHW

Vater-seite Band 2, Spalte 379-380

vaterseits

SHW

vater-seits Band 2, Spalte 379-380

Vaterstadt

SHW

Vater-stadt Band 2, Spalte 379-380

Vaterunser

SHW

Vater-unser Band 2, Spalte 379-380

vaterähnlich

DWB

vater·aehnlich

vaterähnlich , adj. dem vater gleichend: die erste hat unter allen weibern, welche Hercules erkannt, den vaterähnlichsten sohn geboren. Göth…

Vaterähre

RhWB

vater·aehre

Vater-ähre fadərE:r MülhRuhr-Saarn f.: Getreidehalm mit zwei Ähren.

vateramt

DWB

vater·amt

vateramt , n. stellung und gewalt eines vaters gegenüber den kindern und dem hause: dennoch bin ich dein vater, und du mein sohn und solt mi…

vaterane

AWB

vater·ane

vaterane mhd. sw. m. fad s -ane: nom. sg. Gl 5,39,2 ( Glasgow S. 2. 17, 13. Jh. ). Urgroßvater: proavus.

vaterangst

DWB

vater·angst

vaterangst , f. besorgnis vor bestrafung seitens des vaters: botz tausend, wir reden von bösen weibern und dort kommt herr Esau. wenn er uns…

vateransehen

DWB

vater·ansehen

vateransehen , n. hochschätzung, die man dem vater zollt: hier wurzelte also alles so tief, religion, vateransehen, despotismus. Herder (182…

vaterapfel

DWB

vater·apfel

vaterapfel , m. , ' ein mittelgroszer, runder, gelber, an der sonnenseite rother calvilapfel '. Weber allg. termin. öcon. lexicon 2, 610 ; v…

vaterarm

DWB

vater·arm

vaterarm , m. , ' der arm eines vaters, sofern er ihn gebraucht zu äuszerungen und beweisen väterlicher liebe '. Campe 5, 255 .

vaterauge

DWB

vater·auge

vaterauge , n. 1 1) auge des vaters: o du entkommst mir nicht, sagte der liebliche knabe immer zärtlicher und dem vater so treu ins auge bli…

vaterbeschwerung

DWB

vater·beschwerung

vaterbeschwerung , f. unannehmlichkeit, die man als vater zu erdulden hat; scherzhaft gebildetes wort im gegensatze zu mutterbeschwerung, s.…

vaterbild

DWB

vater·bild

vaterbild , n. abbild, ebenbild des vaters: für Hilarien freilich blieb die ähnlichkeit des jugendlichen vaterbildes mit der frischen lebens…

vater als Zweitglied (30 von 314)

Ältervater

Campe

Der Ältervater , des — s, Mz. die — väter, der Vater des Großvaters oder der Großmutter.

ADOPTIVVATER

DWB2

adoptiv·vater

DWB2 ADOPTIVVATER m. DWB2 zunächst auch adoptiver vater ( s. adoptiv ): DWB2 ⟨1789⟩ sie erlaubten mir, sie zum adoptivvater meiner federgebu…

ältervater

DWB

aelter·vater

ältervater , m. proavus: sein glorwürdiger ältervater. Wieland 6, 28 ; Philipp der zweite zwang ihren ältervater von dem thron zu steigen. S…

Ahnelvater

DRW

Ahnelvater Großvater Unger,SteirWsch. 14 Faksimile

Ahnichbestevater

RhWB

Ahnich-bestevater RhWBN -bęstəvadər, –vā·ə.r ebd. m.: Urgrossvater.

Ahnvater

Campe

ahn·vater

† Der Ahnvater , des — s, Mz. die — väter, O. D. für Großvater.

allvater

DWB

all·vater

allvater , m. altn. alfaðir, was ahd. alafatar lauten würde: denn mir gebot allvater, zur priesterin an dem orakel seiner natur sie zu weihe…

altervater

KöblerMhd

alter·vater

altervater , st. M. nhd. Großvater ÜG.: lat. tritavus Gl Hw.: s. eltervater; vgl. mnl. oudervader, mnd. ōldervāder Q.: Gl, Herb (1190-1200),…

altervater, eltervater

MWB

altervater, eltervater stM. (nur md. belegt, meist mit der umgelauteten Form) ‘Großvater’ zv Troyge was ein kvnic rich, / min alder fater La…

Altgroßvater

DRW

Altgroßvater Urahn Diefenb.-Wülcker 49 Faksimile

altvater

DWB

alt·vater

altvater , avus, patriarcha, häufig von alten geistlichen, dann von allen andern altehrwürdigen leuten gebraucht. also hat ein altvater in d…

Arme(n)vater

Idiotikon

Arme(n)vater Band 1, Spalte 1127 Arme(n)vater 1,1127

Auszugsvater

DRW

auszug·s·vater

Auszugsvater Leibzucht-Verpflichteter wenn der auszugsvater sich mit dem auszugsmanne nicht vertragen kann 1800 Hommel,TFlav. 75

bärvater

DWB

baer·vater

bärvater , m. gegenstück zu bärmutter: (die frau ist des mannes) teckelwärmerin zu seim nabel, wann in der bärvater plaget. Garg. 69 b .

bauchvater

DWB

bauch·vater

bauchvater , m. kundschafterische beichtvätter, busenvätter oder bauchvätter. Fischart bienenk. 160 b .

beichtvater

DWB

beicht·vater

beichtvater , m. ob eeleut, die sich ungeschicklichen mit einander hielten, anders weder sie solten, auch beide einem beichtvatter mügen bei…

Ableitungen von vater (7 von 7)

gevater

KöblerMhd

gevater , sw. M. Vw.: s. gevatere (1)

gevatere

Lexer

ge-vatere , ge-vater swmf. BMZ stf. Wolfd. 254,2 : geistl. mitvater, gevatter, gevatterin Berth. Reinh. (178. 492). Mai , Renn. Priesterl. 6…

gevateren

Lexer

ge-vateren swv. refl. sich gevater nennen, als g. behandeln; bildl. unsamfte si sich gefaderten ( im kampfe ) Kirchb. 679,9 ;

gevaterlich

Lexer

ge-vater-lich adj. wie es gevattern ziemt Elis. 2367. Ga. 2. 183,306. geväterlich Strick. 6, 25 ;

unvater

DWB

unvater , m. , unväterlich fühlender vater: der liebe kleine junge kroch im finstern ... zu seinen füszen. 'was da für ein hund?' rief der u…

unvaterlich

BMZ

unvaterlich adj. unväterlich. dîn unväterlîchiu drô Barl. 212,40 Pf.

urvater

DWB

urvater , m. , urgroszvater, stammvater, vorfahr. seit dem 16. jh. schriftsprachlich vorkommend. vgl. ururur-, DWB ururvater . obwohl erzvat…