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Schrecken

mhd. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
48 in 24 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schrecken v., intrs, trs, ntr, intrs, trs

Bd. 4, Sp. 268b
Schrecken, v. intrs. u. trs. ein Wort, welches einen gewissen Laut nachahmt und von mancherlei Veränderungen und Handlungen gebraucht wird, welche mit einem solchen Laute verbunden sind. I) ntr. regelm. u. unregelm. wo es umgewandelt wird, ich schrecke, du schrickst, er schrickt; unl. verg. Z. ich schrak; Mittelw. d. verg. Z. geschrocken. 1) Mit haben, als ein Verstärkungswort von schreien, ein lautes plötzliches Schreien zu bezeichnen. I dieser Bedeutung gebrauchen es die Jäger von dem Wildbrete, besonders vom Rehbocke, wenn er etwas Ungewöhnliches erblickt und einen plötzlichen Laut von sich giebt. Der Rehock schreckt oder schrickt. 2) Mit sein, mit einem hellen Laute einen Sprung, Riß bekommen; auch schricken. Das Glas schrickt, ist geschrocken. 3) Ebenfalls mit sein, in eine plötzliche und heftige Bewegung gerathen, wie auch als intrs. eine solche Bewegung machen, und, den mit einer solchen Bewegung gewöhnlich verbundenen Laut von sich geben. So gebrauchte man es ehemahls häufig für springen, welche Bedeutung sich noch in Heuschrecke erhalten hat, und in weiterer Bedeutung auch überhaupt für, sich plötzlich und schnell bewegen. Jetzt bedeutet es aber nur noch, durch den plötzlichen unerwarteten Anblick einer Sache in heftige Bewegung, besonders des Gemüths gerathen, zusammenfahren, wo es gewöhnlich nur von den Bewegungen dieser Art gebraucht wird, welche der plötzliche Anblick, das unvermuthete Erscheinen eines Übels hervorbringt. Doch kömmt es allein für sich in dieser Bedeutung selten vor, meist nur in dem zusammengesetzten erschrecken. Aufblickend schrak der tapfre Diomed. Bürger. (R.) II) trs. regelm. 1) * * Springen machen, wie auch, plötzlich fallen machen, zu Boden stürzen. »Screche sie nieder.« Notker. 2) Plötzlich in eine heftige Bewegung versetzen. So schreckt man in den Küchen Speisen, wenn man sie schnell mit etwas Flüssigem begießt, eine aufkochende Flüssigkeit, wenn man eine kalte hinzugießt, wodurch sie sogleich zurückfällt  I den Glashütten schreckt man die Glasmasse zum weißen Glase, wenn man sie, nachdem sie zwei Tage lang geschmolzen hat, mit eisernen Löffeln in kaltes Wasser gießt, um sie von dem überflüssigen Salze zu reinigen. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung, durch Vorhaltung oder Androhung eines Übels in eine heftige unangenehme Bewegung des Gemüthes versetzen. »Ih will Friede geben, daß ihr schlafet, und euch niemand schrecke.« 5 Mos. 26, 6. »Angst und Noth schrecken ihn.« Hiob 15, 24. Gewöhnlich gebraucht man jetzt dafür erschrecken und schrecken wird gewöhnlich nur gebraucht, wenn man jemand durch Versetzen in jene Gemüthsbewegung zu etwas zu bewegen oder von etwas abzuhalten sucht. Einen mit Gespenstern schrecken. Die Kinder mit dem schwarzen Manne schrecken. Einen zu etwas schrecken, ihn durch Schrecken etwas zu thun bewegen. — — und der donnerfrohe Kronion Schreckte zu schändlicher Flucht die Unsrigen. Voß. I weiterer Bedeutung auch wol von den Vögeln, für scheuchen. Die Vögel schrecken, durch Schießen  — D. Schrecken, besonders in der überleitenden Bedeutung. Das Schrecken der Kinder durch den Popanz  ist oft von übeln Folgen. »Das Schrecken des Königs ist wie das Brüllen eines jungen Löwen.« Sprichw. 20, 2. D. — ung.
3246 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schreckenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +13 Parallelbelege

    schrecken stn. si chund ouch nieman derwekchen mit rueffen noch mit schrekchen Suchenw. 30,32.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schreckensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    schrecken , sw. V. nhd. springen, tanzen Hw.: s. schricken (1); vgl. mhd. schrecken (2) E.: s. ahd. skrekken* 6, screcke…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schrêcken

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Der Schrêcken , des -s, plur. ut nom. sing. von der figürlichen Bedeutung des vorigen Zeitwortes. 1) Von dem veralteten …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schrecken

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    schrecken insbesondere beim jungen Goethe auch -ö- 1 eine plötzlich eintretende (seelisch-emotionale) Erschütterung veru…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schrecken

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Schrecken , lat. pavor , durch plötzliche Wahrnehmung bewirkte Nervenaffection, körperlich oft mit Lähmung, Ohnmacht, se…

  6. modern
    Dialekt
    schrecken

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    schrecke n , s. strecke n 1.

  7. Sprichwörter
    Schrecken

    Wander (Sprichwörter)

    Schrecken 1. Das schrecken des Küniges ist wie das brüllen aines jungen Löwen; wer jn erzürnt, der sündiget wider sein l…

  8. Spezial
    schrecken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    schre|cken I vb.tr. 1 (erschrecken) sprigoré (-ra) 2 (ängstigen) fá tëma, fá pora 3 stremí (-mësc), spaurí (-rësc) II vb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schrecken

156 Bildungen · 117 Erstglied · 31 Zweitglied · 8 Ableitungen

Zerlegung von schrecken 2 Komponenten

sch+recken

schrecken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schrecken‑ als Erstglied (30 von 117)

schreckenahnung

DWB

schrecken·ahnung

schreckenahnung , f. : wie wird mir? was ist das, Moor? sey ein mann! — todesschauer — schreckenahndung. Schiller räuber schauspiel 4, 1 .

schreckenberger

DWB

schrecken·berger

schreckenberger , m. 1 1) bezeichnung einer ehemaligen chursächsischen münze, die besonders unter Friedrich dem weisen geprägt wurde und nac…

schreckenbergære

KöblerMnd

schreckenbergære , M. nhd. „Schreckenberger”, eine Münze E.: s. schrecken (1), berg L.: MndHwb 3, 141 (schreckenberger) Son.: Bezeichnung ei…

schreckenblasz

DWB

schrecken·blasz

schreckenblasz , adj. : als der knecht, schreckenblasz, wenige momente bevor der schuppen hinter ihm zusammenstürzte, daraus hervortrat. H. …

schreckenbrüllend

DWB

schreckenbrüllend , adj. : ach, das furchtbarste gericht hängt schreckenbrüllend über mir. Schubart 2 (1829) , 62 .

Schreckenbutzen

PfWB

schrecken·butzen

Schrecken-butzen m. : Neckname für ein Kaiserslauterer Original, Schreckebutze [ Damm Schoggelgaul 18, Gretl Wagner in: Kaiserslautern 1276-…

schreckenfroh

DWB

schrecken·froh

schreckenfroh , adj. : da verstummte selbst meine schreckenfrohe seele. Dya-Na-Sore 1, 25. adverbial: schreckenfroh sah ich den schein. Tiec…

schreckengang

DWB

schrecken·gang

schreckengang , m. : mich nicht zu halten im schreckengang der vollendung. Sonnenberg bei Campe.

schreckengast

DWB

schrecken·gast

schreckengast , m. landschaftliche, besonders bair.-östr. bezeichnung des letzten ganges einer mahlzeit, der den gast gleichsam vom essen ab…

schreckengehege

DWB

schrecken·gehege

schreckengehege , n. : lauter, als rief von dem berge des schreckengeheges, Sina, der donner, der Cherubim schaar, die posaun'. Klopstock 6,…

schreckengestalt

DWB

schrecken·gestalt

schreckengestalt , f. : der ( Frankreich unter dem bilde eines drachen ) war schon riese, als er des berges ströme noch sog. als ihm vollend…

schreckenhorn

DWB

schrecken·horn

schreckenhorn , n. , so nennt Voss in komischem zorn das posthorn: so oft des schreckenhornes taratantara tönt; kömmt ode, volkslied, epigra…

schrecken II

RhWB

schrecken II das schw. Zeitw. -ęg-, –ęk- [ Prüm -E- ], Part. gəšręk(t) ist Rhfrk, Mosfrk in Prüm , Siegld , Rip, Berg verbr. ( Heinsb-Karken…

schreckenlos

DWB

schrecken·los

schreckenlos , adj. 1 1) keinen schrecken empfindend: willst du, ein schreckenloser hüter meiner tugend, mich kräftig fassen, meinen genius …

schreckenmeer

DWB

schrecken·meer

schreckenmeer , n. : aus diesem schrecken - meer ( dem zweifel ), worin ich hülff-losz triebe, risz mich, da ich schon sanck, allein die lie…

schreckenreich

DWB

schrecken·reich

schreckenreich , adj. : die schrecken-reiche schwärtze der kalten schatten weicht ( am morgen ). Brockes 1 (1739) , 139 .

schrecken als Zweitglied (30 von 31)

Mordsschrecken

RDWB1

Mordsschrecken n ужас, дикий ужас, леденящий душу ужас

abe schrecken

MWB

abe schrecken swV. ‘jmdm. etw. durch Erschrecken wegnehmen’, bildl.: mich hilft kein segen niht ein ey / [...], / mir wolle der mynne ungetu…

abe schrecken

Lexer

abe·schrecken

abe schrecken einem etw., durch drohung u. eingeflösste furcht abnehmen Chr. 5. 17, 9. 140, 2.

abezuoschrecken

KöblerMhd

abezuoschrecken , st. V. nhd. abzuschrecken Q.: Rosenplüt (1431-1460) E.: s. abe, zuo, schrecken W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (abzuschrecken)

abschrecken

DWB

abschrecken , absterrere, deterrere, fugare, eigentlich abspringen machen, absprengen, transitiv des alten schricken, springen, daher weidmä…

abzuschrecken

KöblerMhd

abzuschrecken , st. V. Vw.: s. abezuoschrecken*

afschrecken

MNWB

afschrecken , -schricken , swv. , schrecken, abschrecken.

anschrecken

DWB

anschrecken , excitare, erschrecken. weidmännisch, ein laufendes wild anschrecken, zum stehen bringen, wie durch pfeifen und rufen geschieht…

aufschrecken

DWB

auf·schrecken

aufschrecken , excitare, erschrecken, aufjagen, machen dasz einer aufspringt: das wild aufschrecken; und würdest dich legen und niemand würd…

durchschrecken

Lexer

durch·schrecken

durch-schrecken swv. durch u. durch in bewegung bringen. die sich die winde lâʒen sô durchschrecken, sich die kleider vom winde so durchwüle…

einschrecken

DWB

ein·schrecken

einschrecken , terrere, 1 1) weidmännisch, das wild, die vögel einschrecken, durch schreck ins garn, in den herd treiben, buchstäblich, eins…

enschrecken

KöblerMnd

enschrecken , st. V. Vw.: s. entschrecken

erschrecken

DWB

ersch·recken

erschrecken , n. terror: inwendig unruge und erschrecken des gewissens und aller krefte der seelen. Luther 3, 8 b ; sie aber voller erschrec…

geschrecken

Lexer

ge-schrecken swv. BMZ in schrecken setzen Gen. Otn. p. 18.

hantschrecken

KöblerMhd

hant·schrecken

hantschrecken , sw. V. nhd. Beifall klatschen Q.: Cranc (1347-1359) (FB hantschrecken) E.: s. hant, schrecken W.: nhd. DW-

hochschrecken

RDWB1

hoch·schrecken

hochschrecken (kein Bezug zu "высокий") вздрагивать / вздрогнуть от неожиданности; вскакивать / вскочить от неожиданности; вскакивать / вско…

Verfieren (dialektisch = erschrecken)

Wander

Verfieren (dialektisch = erschrecken) Verfieren (dialektisch = erschrecken). Verfîr di ne, söä' de Voss, doa sprang 'r up 'n Hoahn los. – Sc…

verschrecken

DWB

versch·recken

verschrecken , verb. erschrecken, verscheuchen, besonders in der älteren sprache und mundartlich: mhd. verschrecken Lexer handwb. 3, 218 , m…

voreschrecken

KöblerMhd

vore·schrecken

voreschrecken , sw. V. nhd. „vorschrecken“, hervorspringen machen Q.: Apk (vor 1312) (FB vor schrecken) E.: s. vore (1), schrecken W.: nhd. …

vörschrecken

KöblerMnd

vörschrecken , sw. V. nhd. „verschrecken“, in Schrecken (M.) versetzen, erschrecken, in Schrecken (M.) geraten (V.), zusammenschrecken, hoch…

zerschrecken

DWB

zer·schrecken

zerschrecken , verb. , 1) zerspringen, a) mhd. zerschrëcken, z. b. schädel: Herbort v. Fritzlar 12498 ; th. 5, 1054 unt.; zerschrocken glAes…

zurückschrecken

DWB

zurueck·schrecken

-schrecken , v. trans.: den feind z. Kramer 2, 651 a ; die kleinste bewegung schreckte ihn ( den fuchs ) sogleich zurück Moltke 6, 284 ; ich…

zuschrecken

KöblerMhd

zuschrecken , st. V. Vw.: s. zerschrecken

ūferschrecken

KöblerMhd

ūferschrecken , sw. V. nhd. aufschrecken Hw.: s. ūferschrecken (2) Q.: Flore (1220) E.: s. ūf, erschrecken W.: nhd. DW- L.: Lexer 458a (ūfer…

Ableitungen von schrecken (8 von 8)

beschrecken

DWB

beschrecken , invadere, terrere, von schrecken, das eigentlich springen, sprengen heiszt: wie solt er im anders thun, denn mit fluchen, male…

erschrecken

DWB

erschrecken , n. terror: inwendig unruge und erschrecken des gewissens und aller krefte der seelen. Luther 3, 8 b ; sie aber voller erschrec…

erschreckenlich

DWB

erschreckenlich , terribiliter: und schrei so gar erschröckenlich. H. Sachs I, 103 c .

geschrecken

Lexer

ge-schrecken swv. BMZ in schrecken setzen Gen. Otn. p. 18.

urschrecken

DWB

urschrecken , m. , schrecken 3 mit ur- C 4 a und c: die u. der wildnis Watzlik phönix 209 . —

verschrecken

DWB

verschrecken , verb. erschrecken, verscheuchen, besonders in der älteren sprache und mundartlich: mhd. verschrecken Lexer handwb. 3, 218 , m…

zerschrecken

DWB

zerschrecken , verb. , 1) zerspringen, a) mhd. zerschrëcken, z. b. schädel: Herbort v. Fritzlar 12498 ; th. 5, 1054 unt.; zerschrocken glAes…