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Schrêcken

mhd. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
48 in 24 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
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144
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181

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schrêcken

Bd. 3, Sp. 1648
Der Schrêcken, des -s, plur. ut nom. sing. von der figürlichen Bedeutung des vorigen Zeitwortes. 1) Von dem veralteten Neutro schrecken. Die heftige Erschütterung, und in weiterer Bedeutung, die heftige unangenehme Empfindung bey dem plötzlichen Anblicke einer unerwarteten Sache, besonders bey dem plötzlichen Anblicke eines unvermutheten Übels. In Schrecken gerathen, erschrecken. Von einem Schrecken befallen oder überfallen werden, plötzlich erschrecken. Jemanden einen Schrecken machen, verursachen, ihn in Schrecken setzen; im gemeinen Leben, ihm einen Schrecken einjagen. Vor Schrecken zusammen fahren. Sich von seinem Schrecken wieder erhohlen. Der Schrecken ist mir in die Glieder gefahren, geschlagen, sagt man, wenn der Schrecken üble Folgen auf den Körper zurück läßt. Dem Tode ohne Schrecken entgegen gehen. Die biblischen R. A. zu Schrecken kommen, Schrecken kommt sie an u. s. f. sind im Hochdeutschen ungewöhnlich. Am häufigsten wird der Schrecken durch den plötzlichen Anblick eines unvermutheten Übels erregt; allein zuweilen auch durch den plötzlichen Anblick eines unerwarteten großen Gutes. Welch freudig Schrecken nimmt mich ein! Gell. In dem gewöhnlichsten Sprachgebrauche ist der Plural nicht üblich; allein die höhere Schreibart gebraucht ihn sehr häufig. Und Schrecken strömen über, Gell. Lied. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, ebend. 2) Von dem Activo schrecken, diejenige Handlug, da man andern Schrecken verursacht; eine nur zuweilen in der höhern Schreibart übliche Bedeutung. Das Schrecken des Königs ist wie das Brüllen eines jungen Löwen, Sprichw. 20, 2. Dein Schrecken erschreckt mich, Hiob 13, 21. Wo es aber auch der bloße Infinitiv[] des Zeitwortes seyn kann, zumahl wenn es nach Oberdeutscher Art in dem ungewissen Geschlechte gebraucht wird. 3) Der Gegenstand des Schreckens, dasjenige, was uns erschreckt; eigentlich ohne Plural, in der höhern Schreibart aber auch mit demselben. Zum Schrecken will ich dich machen, Ezech. 26, 21; daß andere vor dir erschrecken sollen. Ein Herz, das seiner Sache gewiß ist, fürchtet sich vor keinem Schrecken, Sir. 22, 19. Die Schrecken des Schiffbruchs, Less. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Gell. Lied. Du kennst nicht halb die Schrecken meines Schicksals, Schleg. Daß Albion das Schrecken der beraubten Oceane werde, Ramler. Anm. Die Endsylbe -en ist die Ableitungssylbe, welche ein Subject bezeichnet, und von manchen, aber unrichtig, in der ersten Endung des Singulars verbissen wird, der Schreck, die es doch in den folgenden Endungen nicht entbehren können; wenigstens hat noch niemand Schreck, Schreckes, Schrecke declinirt. Wenn dieses Wort der Infinitiv des Zeitwortes ist, so ist es ohne Ausnahme ungewissen Geschlechtes; das Schrecken der Kinder mit dem Popanz ist unvernünftig. Allein das eigentliche Hauptwort wird bald männlich, bald ungewiß gebraucht. Das ungewisse Geschlecht ist im Oberdeutschen am gangbarsten, kommt in Luthers Deutschen Bibel am häufigsten vor, und wird auch von manchen Hochdeutschen Schriftstellern in der höhern Schreibart gebraucht. Das fürchterliche Schrecken Steht an dem dunkeln Thor, Zach. Indessen ist in der gewöhnlichen Sprechart das männliche Geschlecht das gangbarste, welches auch die meisten übrigen mit der Endsylbe -en gemachten Hauptwörter haben, der Boden, Braten, Faden, Graben, Hopfen, Schaden, Magen, Segen, Nutzen u. s. f.
3364 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schreckenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +13 Parallelbelege

    schrecken stn. si chund ouch nieman derwekchen mit rueffen noch mit schrekchen Suchenw. 30,32.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schreckensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    schrecken , sw. V. nhd. springen, tanzen Hw.: s. schricken (1); vgl. mhd. schrecken (2) E.: s. ahd. skrekken* 6, screcke…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schrêcken

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Der Schrêcken , des -s, plur. ut nom. sing. von der figürlichen Bedeutung des vorigen Zeitwortes. 1) Von dem veralteten …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schrecken

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    schrecken insbesondere beim jungen Goethe auch -ö- 1 eine plötzlich eintretende (seelisch-emotionale) Erschütterung veru…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schrecken

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Schrecken , lat. pavor , durch plötzliche Wahrnehmung bewirkte Nervenaffection, körperlich oft mit Lähmung, Ohnmacht, se…

  6. modern
    Dialekt
    schrecken

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    schrecke n , s. strecke n 1.

  7. Sprichwörter
    Schrecken

    Wander (Sprichwörter)

    Schrecken 1. Das schrecken des Küniges ist wie das brüllen aines jungen Löwen; wer jn erzürnt, der sündiget wider sein l…

  8. Spezial
    schrecken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    schre|cken I vb.tr. 1 (erschrecken) sprigoré (-ra) 2 (ängstigen) fá tëma, fá pora 3 stremí (-mësc), spaurí (-rësc) II vb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schrecken

156 Bildungen · 117 Erstglied · 31 Zweitglied · 8 Ableitungen

Zerlegung von schrecken 2 Komponenten

sch+recken

schrecken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schrecken‑ als Erstglied (30 von 117)

schreckenahnung

DWB

schrecken·ahnung

schreckenahnung , f. : wie wird mir? was ist das, Moor? sey ein mann! — todesschauer — schreckenahndung. Schiller räuber schauspiel 4, 1 .

schreckenberger

DWB

schrecken·berger

schreckenberger , m. 1 1) bezeichnung einer ehemaligen chursächsischen münze, die besonders unter Friedrich dem weisen geprägt wurde und nac…

schreckenbergære

KöblerMnd

schreckenbergære , M. nhd. „Schreckenberger”, eine Münze E.: s. schrecken (1), berg L.: MndHwb 3, 141 (schreckenberger) Son.: Bezeichnung ei…

schreckenblasz

DWB

schrecken·blasz

schreckenblasz , adj. : als der knecht, schreckenblasz, wenige momente bevor der schuppen hinter ihm zusammenstürzte, daraus hervortrat. H. …

schreckenbrüllend

DWB

schreckenbrüllend , adj. : ach, das furchtbarste gericht hängt schreckenbrüllend über mir. Schubart 2 (1829) , 62 .

Schreckenbutzen

PfWB

schrecken·butzen

Schrecken-butzen m. : Neckname für ein Kaiserslauterer Original, Schreckebutze [ Damm Schoggelgaul 18, Gretl Wagner in: Kaiserslautern 1276-…

schreckenfroh

DWB

schrecken·froh

schreckenfroh , adj. : da verstummte selbst meine schreckenfrohe seele. Dya-Na-Sore 1, 25. adverbial: schreckenfroh sah ich den schein. Tiec…

schreckengang

DWB

schrecken·gang

schreckengang , m. : mich nicht zu halten im schreckengang der vollendung. Sonnenberg bei Campe.

schreckengast

DWB

schrecken·gast

schreckengast , m. landschaftliche, besonders bair.-östr. bezeichnung des letzten ganges einer mahlzeit, der den gast gleichsam vom essen ab…

schreckengehege

DWB

schrecken·gehege

schreckengehege , n. : lauter, als rief von dem berge des schreckengeheges, Sina, der donner, der Cherubim schaar, die posaun'. Klopstock 6,…

schreckengestalt

DWB

schrecken·gestalt

schreckengestalt , f. : der ( Frankreich unter dem bilde eines drachen ) war schon riese, als er des berges ströme noch sog. als ihm vollend…

schreckenhorn

DWB

schrecken·horn

schreckenhorn , n. , so nennt Voss in komischem zorn das posthorn: so oft des schreckenhornes taratantara tönt; kömmt ode, volkslied, epigra…

schrecken II

RhWB

schrecken II das schw. Zeitw. -ęg-, –ęk- [ Prüm -E- ], Part. gəšręk(t) ist Rhfrk, Mosfrk in Prüm , Siegld , Rip, Berg verbr. ( Heinsb-Karken…

schreckenlos

DWB

schrecken·los

schreckenlos , adj. 1 1) keinen schrecken empfindend: willst du, ein schreckenloser hüter meiner tugend, mich kräftig fassen, meinen genius …

schreckenmeer

DWB

schrecken·meer

schreckenmeer , n. : aus diesem schrecken - meer ( dem zweifel ), worin ich hülff-losz triebe, risz mich, da ich schon sanck, allein die lie…

schreckenreich

DWB

schrecken·reich

schreckenreich , adj. : die schrecken-reiche schwärtze der kalten schatten weicht ( am morgen ). Brockes 1 (1739) , 139 .

schrecken als Zweitglied (30 von 31)

Mordsschrecken

RDWB1

Mordsschrecken n ужас, дикий ужас, леденящий душу ужас

abe schrecken

MWB

abe schrecken swV. ‘jmdm. etw. durch Erschrecken wegnehmen’, bildl.: mich hilft kein segen niht ein ey / [...], / mir wolle der mynne ungetu…

abe schrecken

Lexer

abe·schrecken

abe schrecken einem etw., durch drohung u. eingeflösste furcht abnehmen Chr. 5. 17, 9. 140, 2.

abezuoschrecken

KöblerMhd

abezuoschrecken , st. V. nhd. abzuschrecken Q.: Rosenplüt (1431-1460) E.: s. abe, zuo, schrecken W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (abzuschrecken)

abschrecken

DWB

abschrecken , absterrere, deterrere, fugare, eigentlich abspringen machen, absprengen, transitiv des alten schricken, springen, daher weidmä…

abzuschrecken

KöblerMhd

abzuschrecken , st. V. Vw.: s. abezuoschrecken*

afschrecken

MNWB

afschrecken , -schricken , swv. , schrecken, abschrecken.

anschrecken

DWB

anschrecken , excitare, erschrecken. weidmännisch, ein laufendes wild anschrecken, zum stehen bringen, wie durch pfeifen und rufen geschieht…

aufschrecken

DWB

auf·schrecken

aufschrecken , excitare, erschrecken, aufjagen, machen dasz einer aufspringt: das wild aufschrecken; und würdest dich legen und niemand würd…

durchschrecken

Lexer

durch·schrecken

durch-schrecken swv. durch u. durch in bewegung bringen. die sich die winde lâʒen sô durchschrecken, sich die kleider vom winde so durchwüle…

einschrecken

DWB

ein·schrecken

einschrecken , terrere, 1 1) weidmännisch, das wild, die vögel einschrecken, durch schreck ins garn, in den herd treiben, buchstäblich, eins…

enschrecken

KöblerMnd

enschrecken , st. V. Vw.: s. entschrecken

erschrecken

DWB

ersch·recken

erschrecken , n. terror: inwendig unruge und erschrecken des gewissens und aller krefte der seelen. Luther 3, 8 b ; sie aber voller erschrec…

geschrecken

Lexer

ge-schrecken swv. BMZ in schrecken setzen Gen. Otn. p. 18.

hantschrecken

KöblerMhd

hant·schrecken

hantschrecken , sw. V. nhd. Beifall klatschen Q.: Cranc (1347-1359) (FB hantschrecken) E.: s. hant, schrecken W.: nhd. DW-

hochschrecken

RDWB1

hoch·schrecken

hochschrecken (kein Bezug zu "высокий") вздрагивать / вздрогнуть от неожиданности; вскакивать / вскочить от неожиданности; вскакивать / вско…

Verfieren (dialektisch = erschrecken)

Wander

Verfieren (dialektisch = erschrecken) Verfieren (dialektisch = erschrecken). Verfîr di ne, söä' de Voss, doa sprang 'r up 'n Hoahn los. – Sc…

verschrecken

DWB

versch·recken

verschrecken , verb. erschrecken, verscheuchen, besonders in der älteren sprache und mundartlich: mhd. verschrecken Lexer handwb. 3, 218 , m…

voreschrecken

KöblerMhd

vore·schrecken

voreschrecken , sw. V. nhd. „vorschrecken“, hervorspringen machen Q.: Apk (vor 1312) (FB vor schrecken) E.: s. vore (1), schrecken W.: nhd. …

vörschrecken

KöblerMnd

vörschrecken , sw. V. nhd. „verschrecken“, in Schrecken (M.) versetzen, erschrecken, in Schrecken (M.) geraten (V.), zusammenschrecken, hoch…

zerschrecken

DWB

zer·schrecken

zerschrecken , verb. , 1) zerspringen, a) mhd. zerschrëcken, z. b. schädel: Herbort v. Fritzlar 12498 ; th. 5, 1054 unt.; zerschrocken glAes…

zurückschrecken

DWB

zurueck·schrecken

-schrecken , v. trans.: den feind z. Kramer 2, 651 a ; die kleinste bewegung schreckte ihn ( den fuchs ) sogleich zurück Moltke 6, 284 ; ich…

zuschrecken

KöblerMhd

zuschrecken , st. V. Vw.: s. zerschrecken

ūferschrecken

KöblerMhd

ūferschrecken , sw. V. nhd. aufschrecken Hw.: s. ūferschrecken (2) Q.: Flore (1220) E.: s. ūf, erschrecken W.: nhd. DW- L.: Lexer 458a (ūfer…

Ableitungen von schrecken (8 von 8)

beschrecken

DWB

beschrecken , invadere, terrere, von schrecken, das eigentlich springen, sprengen heiszt: wie solt er im anders thun, denn mit fluchen, male…

erschrecken

DWB

erschrecken , n. terror: inwendig unruge und erschrecken des gewissens und aller krefte der seelen. Luther 3, 8 b ; sie aber voller erschrec…

erschreckenlich

DWB

erschreckenlich , terribiliter: und schrei so gar erschröckenlich. H. Sachs I, 103 c .

geschrecken

Lexer

ge-schrecken swv. BMZ in schrecken setzen Gen. Otn. p. 18.

urschrecken

DWB

urschrecken , m. , schrecken 3 mit ur- C 4 a und c: die u. der wildnis Watzlik phönix 209 . —

verschrecken

DWB

verschrecken , verb. erschrecken, verscheuchen, besonders in der älteren sprache und mundartlich: mhd. verschrecken Lexer handwb. 3, 218 , m…

zerschrecken

DWB

zerschrecken , verb. , 1) zerspringen, a) mhd. zerschrëcken, z. b. schädel: Herbort v. Fritzlar 12498 ; th. 5, 1054 unt.; zerschrocken glAes…