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Eiche

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Eiche

Bd. 2, Sp. 508
Eiche, Quercus (Monoecia Polyandria. Amentaceae). Bei uns 2 wildwachsende Arten, die sog. Stein-E., Winter-E. (Q. Robus) und die Sommer-E., Trauben-E. (Q. pedunculata). Die Stein-E. unterscheidet sich von der Sommer-E. durch sparrigeren ausgebreiteteren Wuchs, auffallend rissige Rinde und zackige im Alter wagrechte Aeste; dazu durch die am unteren Ende nicht herzförmig ausgelappten Blätter und die kürzeren elliptischen Früchte, welche fast immer zu mehreren ungestielt beisammen sitzen. Die Sommer-E. dagegen wächst mehr gerade in die Höhe mit minder ausgebreiteter Krone, ist überhaupt weniger knorrig u. rauh, wächst schneller, blüht um einige Tage früher, die Früchte sind größer u. länglicher u. sitzen auf einem längeren Stiel, und die Blätter laufen am untern Ende in eine herzförmig ausgelappte Basis zu. Von letzterer Art sieht man bisweilen die sog. Rasen-E., Pyramiden-E. u.s.f. als Spielarten. — In forstwirthschaftlicher Hinsicht ist manchmal die Sommer-E. als die häufigere u. brauchbarere eine der wichtigsten Holzarten theils für reine und gemischte Bestände, theils für Mittel- und Niederwälder, wo der Stockausschlag innerhalb 40 Jahren reichlich u. sicher erfolgt und in den ersten 10 Jahren sehr üppig wächst. Reine E.nbestände gedeihen weniger gut, als wenn die E.n mit Buchen und Nadelhölzern untermischt stehen; sie wachsen in ersterem Falle weniger stark und werden frühzeitiger abgängig. Trotz der großen Festigkeit des E.nholzes werden die Bäume mit dem Alter doch leicht hohl. Dieselben sterben nur nach und nach vom Gipfel anfangend ab, und werden erst nach mehreren Jahren ganz dürr. — Die E.n wollen einen tiefgründigen warmen Boden haben, und die sicherste Anzucht geschieht aus dem Samen, der am besten den Winter über in Sand geschichtet und erst im Frühjahr, wenn keine Spätfröste mehr zu fürchten sind, mit sorgfältiger Schonung der Keimspitzen auf die Saatbeete in Reihen gesteckt werden muß. Mit dem 2. oder 3. Jahre werden die Sämlinge in die Pflanzschule versetzt, wo sie alsdann bisweilen bis zum 10. Jahre stehen bleiben. Das Einkürzen der Pfahlwurzel hat mit Vorsicht zu geschehen, und auch später müssen die jungen E.n mit vieler Sorgfalt aus der Pflanzschule ausgehoben u. an Ort u. Stelle versetzt werden, wenn sie nicht viele Jahre lang nachher kümmern sollen. — Das E.nholz ist ein sehr geschätztes Bau-, Werk- und Nutzholz. Frisch wiegt der Cubikfuß 69—70, ausgetrocknet 44—45 Pfd. Als Brennholz steht es dem Buchenholz nach, ist aber immerhin noch gut. — E.n muß man fällen, sobald sie einen nur noch unbedeutenden Zuwachs haben und Anzeichen da sind, daß es mit ihnen abwärts geht, was bei der einen schon mit 50, bei der anderen noch nicht mit 160 Jahren der Fall ist. — Sonstige Benützung 1) die Rinde, namentlich von jungen, zum Gerben wegen ihres Gehaltes an Tamin, welches mit dem thierischen Faserstoff eine Verbindung eingeht u. dadurch die darin enthaltene Gallerte unlöslich macht. Man schält sie im vollen Safte im Mai, und zu 100 Bund Rinde sind ungefähr 6—8 Klafter Holz nöthig; 2) die Früchte zur Mästung der Schweine, die sog. Eichelmast, entweder indem die Thiere in den Wald getrieben werden, oder aber die Eicheln im Walde verfüttert bekommen, welche dazu verschiedenartig vorbereitet werden. Während der Mast müssen die Schweine viel Wasser haben, weil die Eicheln ein sehr erhitzendes Futter sind. Auch anderes Vieh und namentlich Geflügel läßt sich mit Eicheln mästen; 3) die Früchte zum sog. Eichelkasse, ein Getränk für skrophulöse Kinder. Die Eicheln werden zu diesem Zwecke geschält, halbbraun geröstet, zu Pulver gemahlen, u. aus diesem der Kasse auf gewöhnliche Weise bereitet; 4) auch Brod kann aus Eicheln bereitet werden, wenn man ihnen zuvor den Bitterstoff nimmt mittelst Auskochens mit etwas Aschenlauge oder mit Kalkwasser und nachherigem Abspülen mit reinem Wasser, worauf sie einen Geschmack ähnlich dem der Kastanien erhalten. Auf 1 Theil Eichelmehl müssen 2 Theile Getreidemehl kommen, weil ersteres sonst nicht in Gährung gerathen will. — Andere E.narten. Von der Q. tinctoria (Nordamerika) kommt das sog. Quercitronholz, ein Färbestoff (s. d. Art.); von der Q. suber, Kork-E. (Spanien u. das wärmere Europa) das Kork- oder Pantoffelholz (s. Korkholz); von der Q. aegilops u. der lusitanica, Knopper-E. (Ungarn, Griechenland, Levante und Spanien) die Galläpfel u. Knoppern (s. d. Art.); von der Q. coccifera, Kermes- oder Scharlach-E. (in Südeuropa) die Kermesbeeren (s. d. Art.); Q. esculus, Speise-E. (Südeuropa) u. Q. prinus, kastanienblätterige E. (Nordamerika) haben eßbare Früchte, und die Q. cerris, burgundische E. (Südfrankreich, Spanien) liefert die franz. Galläpfel. Die Acclimatisirung verschiedener nordamerikan. E. narten, so namentlich der Q. prinus, rubra, coccinea u.a.m. ist schon mehrfach dringend empfohlen worden, hauptsächlich ihrer Schnellwüchsigkeit wegen; Versuche im Größeren bei der gewöhnlichen Forstcultur haben aber gezeigt, daß dieselben jung zwar etwas schneller wachsen, dagegen in Bezug auf Güte und Dauerhaftigkeit des Holzes unseren einheimischen Arten nachstehen.
5125 Zeichen · 100 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    EICHEswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    EICHE ( ahd. eichôm Graff 1,127 ) swv. 1. ich spreche zu, eigne zu. si wolte sich got eichen widmen unde nam sîn zeichen…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Eiche

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    1. Die Eiche , plur. die -n, oder der Eichbaum, des -es, plur. die -bäume. 1) Ein Baum, welcher eine ansehnliche Höhe un…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Eiche

    Goethe-Wörterbuch

    Eiche a in Größe u Gestalt auffälliger u eindrucksvoller (alter) Baum, meist zugl als Inbegriff von Beharrlichkeit, Daue…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Eiche

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Eiche , Quercus (Monoecia Polyandria. Amentaceae ). Bei uns 2 wildwachsende Arten, die sog. Stein -E., Winter -E. (Q. Ro…

  5. modern
    Dialekt
    Eichef.

    Pfälzisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Eiche 2 f. : 1. 'Eichamt'. a. 1612: in 11 mahlen Zehendt Bütten für die Berg, Faß zu vnd von der Eich ... geführt [Disi…

  6. Sprichwörter
    Eiche

    Wander (Sprichwörter)

    Eiche 1. Aus alten Eichen lässt sich viel Holz schlagen. 2. Die Eichen fangen an zu tanzen (schwärmen, rasen). ( Altgrie…

  7. Spezial
    Eiche

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ei|che (Quercus robur) f. (-,-n) ‹bot› rou (roi) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit eiche

504 Bildungen · 408 Erstglied · 94 Zweitglied · 2 Ableitungen

eiche‑ als Erstglied (30 von 408)

Eiche I

SHW

Eiche I Band 2, Spalte 33-34

Eiche(n)böscheⁿ

Idiotikon

Eiche(n)böscheⁿ Band 4, Spalte 1765 Eiche(n)böscheⁿ 4,1765

Eiche(n)g(e)schwell

Idiotikon

Eiche(n)g(e)schwell Band 9, Spalte 1819 Eiche(n)g(e)schwell 9,1819

Eiche(n)g(e)stüel

Idiotikon

Eiche(n)g(e)stüel Band 11, Spalte 330 Eiche(n)g(e)stüel 11,330

Eiche(n)holz

Idiotikon

Eiche(n)holz Band 2, Spalte 1249 Eiche(n)holz 2,1249

Eiche(n)rindeⁿ

Idiotikon

Eiche(n)rindeⁿ Band 6, Spalte 1036 Eiche(n)rindeⁿ 6,1036 u.

Eiche(n)schleiket

Idiotikon

Eiche(n)schleiket Band 9, Spalte 528 Eiche(n)schleiket 9,528

Eiche(n)stamm

Idiotikon

Eiche(n)stamm Band 11, Spalte 400 Eiche(n)stamm 11,400

Eiche(n)stock

Idiotikon

Eiche(n)stock Band 10, Spalte 1716 Eiche(n)stock 10,1716

Eiche(n)wald

Idiotikon

Eiche(n)wald Band 15, Spalte 1478 Eiche(n)wald 15,1478

Eiche, afrikanische

Meyers

Eiche, afrikanische , s. Oldfieldia ; indische Eiche , s. Tectona ; neuseeländische Eiche , s. Metrosideros .

eicheimer

DWB2

eiche·imer

eicheimer m. : 1288 ulm. urkb. 1,193 P. 1666 württ. ländl. rechtsqu. 1,103.

Eiche Karls II

Meyers

Eiche Karls II. , von Halley eingeführtes, jetzt nicht mehr gebräuchliches Sternbild des südlichen Himmels.

eichel

FWB

1. ›Eichel, Frucht der Eiche‹; vornehmlich als Schweinefutter verwendet; auch als Bestandteil von Arzneimitteln eingesetzt; 2. ›vorderer Tei…

Eichelgut

SHW

Eichel-gut Band 2, Spalte 33-34

eiche als Zweitglied (30 von 94)

reiche

KöblerMhd

*reiche , st. F. nhd. „Reiche“ (F.) Vw.: s. hant-, wīt- E.: s. reichen W.: nhd. DW-

reiche

MWB

-reiche stF. ‘Darreichung der helfenden Hand, Hilfeleistung’ daz wir im [...] ze staten komen [...] nâch unsern staten: mit guote, mit râte,…

Aktenleiche

RDWB1

Aktenleiche f подпоручик Киже идиом.

Bierleiche

RDWB1

Bierleiche f scherzh. , umg. (Lakune) опьяневший от пива до бессознательного состояния

Karteileiche

RDWB1

Karteileiche f scherzh. , umg. подпоручик Киже

Speiche

RDWB1

Speiche f dem Schicksal in die ~n greifen idiom. - дёргать судьбу за усы идиом. ; вмешаться в судьбу; предотвратить что-л.

Abderitenstreiche

Wander

Abderitenstreiche Abderitenstreiche machen. [Zusätze und Ergänzungen] Lat. : Abderitanae pectora plebis. ( Martial. ) ( Binder II, 28. )

bleiche

DWB

bleiche , f. 1 1) pallor: die bleiche seiner wangen verkündigte den nahenden tod; bleiche und magere. Schuppius 704 . 2 2) insolatio, die ku…

blindschleiche

DWB

blind·schleiche

blindschleiche , m. caecilia, eine blinde, giftige schlange, ahd. plintslîcho. Graff 6, 785 : (unrein sind) der igel, der molch, die aidex, …

Brêteiche

Adelung

bret·eiche

Die Brêteiche , plur. die -n, eine Eiche, aus welcher Breter geschnitten werden können.

eselseiche

DWB

esel·seiche

eselseiche , f. lotium est urina asinorum. voc. ex quo 1475. eselsaich, voc. 1482 h 2 b . Diefenbach 336 c .

Feyereiche

Adelung

feyer·eiche

Die Feyereiche , plur. die -n, besonders in Niedersachsen, eine Art Eichen, welche ein längliches, schmales und kleines Blatt, und ein weiße…

fruchteiche

DWB

frucht·eiche

fruchteiche , f. die eiche, welche frucht zur mastung zu tragen bestimmt ist, die masteiche. zum unterschiede von der baueiche, die zu bau-,…

geilseiche

DWB

geil·seiche

geilseiche , f. stranguria: gailsaiche, harmwinde, stanguiria. voc. 1482 t 1 a , neben gelsaich, harnwinde, stranguiria k 7 b . vgl. kaltsei…

geleiche

DWB

gel·eiche

geleiche , gleiche , f. gelenk, wie geleich n.: die clawen ( des hoferfalken ) sind knorret in der glaiche der zeehen inwendig des fuoszes. …

gleiche

DWB

gleiche , m. , pl. die gleichen, als substantivierung des adj., s. gleich I B 4, sp. 7948.

Goldeiche

Adelung

gold·eiche

Die Goldeiche , plur. die -n, bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches, eine Art des Silberbaumes, welche am Vorgebirge der guten …

haarbleiche

DWB

haar·bleiche

haarbleiche , f. 1) das bleichen der haare zu gewerblichen zwecken. 2) ort, wo diesz geschieht.

hageiche

DWB

hag·eiche

hageiche , f. aesculus Frisch 1, 394 c ; aesculus hageich, hat grösser eicheln und blätter als andere. Frischlin nom. 82 b ; bei Stieler 362…

hantreiche

Lexer

hant·reiche

hant-reiche stf. BMZ handreichung, hilfeleistung Myst. hantreich tuon ministrare Dfg. 362 a . Augsb. str. 16 a . Np. 136. weder steuer noch …

haseleiche

DWB

hasel·eiche

haseleiche , f. quercus robur cum longo pediculo. Nemnich 4, 1106 ; aesculus latifolia Steinbach 1, 318 ; sie heiszt bei Dief. 210 b horsele…

hundeseiche

DWB

hundes·eiche

hundeseiche , f. urin vom hund. auch name der pflanze lepidium ruderale, wilde kresse, wegen ihres starken geruchs und scharfen geschmacks; …

Ableitungen von eiche (2 von 2)

Vereiche

Campe

† Die Vereiche , Mz. — n , die Sommereiche (Quercus robur cum pediculo longo ); auch Verkeleiche .

Zereiche

Campe

† Die Zereiche , Mz. — n, s. Serreiche .

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APA
Cotta, M. (2026). „eiche". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/eiche/herder
MLA
Cotta, Marcel. „eiche". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/eiche/herder. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „eiche". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/eiche/herder.
BibTeX
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