Musterbild 1
zu ‘Muster’ A1; Probeexemplar, Musterstück (einer bildkünstlerischen Arbeit, eines druckgraphischen Erzeugnisses); einmal scherzh ‘kaum einige M-er’ mBez auf knapp vorhandene Exemplare von Früchten [
betr Anfänge der Lithographie] Die Duisburger Fabrik, von der ich auch ein
M. erhalten habe
1), ist ein curioses Unternehmen..Es ist ein Kunstgriff diese Arbeiten für mechanisch auszugeben, den die Engländer auch schon einmal mit ihrer Polygraphischen Gesellschaft versucht haben GWBB12,94,26 Schiller 22.4.97 möcht ich Sie jetzt nur um eine mäßige Sendung von Kastanien bitten, von welchen diesen Winter kaum einige M-er zu uns gekommen sind GWBB49,231,6 Marianne 9.2.32 49
1,297,6 Üb:Kupferst nachTizian B34,329 CarlAug 7.1.21 K [〉Muster-Stücke]
uö pl für in einem Maskenzug repräsentierte Hervorbringungen der zeitgenöss Weimarer Literatur2) Haben sie [
die Künste] es unternommen,|Manchen Abend, manche Nacht,|M-er dargebracht GWB16,305 Maskenz 1818 Epil 972
uö(selten) 2
zu ‘Muster’ A2; Inbegriff, repräsentatives Beispiel, Paradebeispiel; zweimal ‘höchstes M.’, einmal mBez auf Christus (in Berührung mit 5) der Studirende [
in Leipzig]..hatte alle Ursache..sich um so mehr schicklicher äußerer Formen zu befleißigen, als die Colonie ein
M. französischer Sitten darstellte GWB27,62,5 DuW 6 Donna Uraka, die Infantin,|Zarter Liebe
M. GWB16,275 Maskenz 1818 Festz 410 daß Ihnen die vortreffliche reisende Dame [
Friederike Brun] aufgestoßen ist und daß Sie durch dieses
M. einen Begriff von dem christlich-moralisch-ästhetischen Jammer bekommen haben, der sich an den Ufern der Ostsee..versammelt GWBB11,248,5 Meyer 30.10.96 Mir ist der Weinstock das höchste
M. [
für die Spiraltendenz] GWBN7,55,22 SpiralTend 15
1,68 Faust II 6185 6,49 Div Musterbilder Titel [Liebesmuster
VarGWB] 27,279,5 DuW 9 10,382 NatT 2945
uö 3
zu ‘Muster’ A3 a
Modell für eine Hohlform; in der Vbdg ‘Grund- und M.’ GWB44,329,4 CellAnh IX 1
s Grundbild b
Prototyp, Richtschnur, Maß; mehrf ‘als M. aufstellen’ oä; auch morphol: Grundform, Urphänomen; einmal ‘allgemeines M.’: Grundtypus Weil die Lehre der Metamorphose..eigentlich nur als
M. aufgestellt werden kann, als Maßstab, woran die organischen Wesen gehalten..werden sollen GWBN6,169,4 MetamPfl Nachtr Wir haben [
im Originalriß des Kölner Doms]..nunmehr ein
M., wie die Einbildungskraft geregelt, ja begründet werden kann, und sind in dem Falle, die willkürlichen Abweichungen derselben..zu beurtheilen GWBB26,143,15 Moller 10.11.15 [
betr rote mineralische Farben] Sollte man aber Morgenroth..ein himmlisches Phänomen zum M-e aufstellen, das in der Natur das tausendfältigst bewegliche ist? GWBN5
2,142,33 Fl Plp zerstörende Kritik..ist sehr leicht, denn man darf sich nur irgend einen Maßstab, irgend ein
M., so bornirt sie auch seien, in Gedanken aufstellen, sodann aber kühnlich versichern: vorliegendes Kunstwerk passe nicht dazu, tauge deßwegen nichts, die Sache sei abgethan, und man dürfe ohne weiteres seine Forderung als unbefriedigt erklären GWB41
1,345,19 Carmagnola 42
1,188,13 Carlyle,Schiller 49
1,154,5 Antik uModern
uö(selten) 4
zu ‘Muster’ A4; Vorlage, Vorbild a
zu Muster A4b; Vorlage für die Reproduktion od weitere Bearbeitung eines bildkünstlerischen Werks; ‘(Berliner) M-er’ (s Muster A4b) Herr Präsident Weyland..wegen der Zeichenlust seiner Tochter um einige M-er ersuchend GWBT10,279,1 v 9.12.26 Die hierher gesendeten M-er, um darnach illuminiren zu können, habe mit Vergnügen gesehen GWBB39,111,9 Martius 8.2.25 Oberbaudirector Coudray, dem ich die Berliner M-er für Maurer vorzeigte GWBT13,41,7 v 4.3.31
uö authentische Vorlage, zu reproduzierendes Original; einmal scherzh: Vorlage einer Postfiguration An der Iphigenie wird gearbeitet..ich wünsche nur daß die M-er von Versen [
der ‘Elektra’ von Sophokles] viele ihres Gleichen mögen hervorgebracht haben GWBB8,24,15 JG u CHerder [18.9.86] daß die Schwierigkeiten der Nachahmung wegen mehr oder minder Vortrefflichkeit der nachzuahmenden M-er, weder geringer noch größer werden GWB49
1,52,17 Neudt relig-patriotKunst [Meyer/G] ein Netz von bunten Schnüren, Flocken und Quasten..zierte den Hals des langohrigen Geschöpfs [
des Esels], das sich nun bald neben seinem M-e an der Wand [
Gemälde des hl Joseph] zeigen durfte GWB24,26,27 Wj I 2 b
zu ‘Muster’ A4c; lebendes Vorbild für eine literar Figur Man wollte behaupten, ich habe ihn [
Architekt Engelhardt aus Kassel]..als
M. seines Kunstgenossen in den Wahlverwandtschaften im Auge gehabt GWB36,70,22 TuJ 1811 27,76,2 DuW 7 5
zu ‘Muster’ A5; (moralisches od ästhet) Leitbild, Ideal; bes Kunstprodukt od Künstlerpersönlichkeit von hohem Rang (auch hinsichtlich der Behandlungsweise u gattungsspezifischen Form); je einmal ‘höchstes/unerreichbares M.’ sowie ‘als M. aufstellen/verehren’; einmal in der Vbdg ‘Lehr- und M.’ Ihre [
der Engländer] persönliche Ruhe, Sicherheit, Thätigkeit..geben beinahe ein unerreichbares
M. von dem was alle Menschen sich wünschen GWBN4,141,21 FlH VI Als
M. dramatischer Beschränkung in Ansehung der Handlung, der Zeit und des Ortes..kann diese Darstellung [
Goethes ‘Mahomet’] wohl gelten GWB16,239,5 Maskenz 1818 Progr [
betr Niebuhrs ‘Römische Geschichte’] so erfreut man sich an einem M-e, das, uns vor das Auge gestellt, zu begreifen gibt, was Kritik denn eigentlich sei GWB42
2,78,16 Üb:Niebuhr,RömGesch [
es ist] erquickend, den Palladio..noch als Polarstern und
M. von seinen Mitbürgern verehrt zu sehen GWB30,84,26 ItR B36,195,6 CarlAug 2.11.22 K 24,255,7 Wj II 2
uö Syn GWB
Muster zu 1
GWB
Exemplar zu 1a
Druckprobe Musterkarte Musterstück Probe Probedruck zu 2 Ausbund Beispiel Beleg Dokument Exempel Flügelmann Inbegriff zu 3b Bild Gestalt Maßstab Plan Richtschnur Typus Urform Urphänomen Urtypus zu 4a Musterblatt Musterexemplar Mustertafel Nachbildung Vorlegeblatt zu 4b Modell Vorbild zu 5 Beispiel Exempel Ideal 1) Goethe bezieht sich hier auf Schillers Brief v 14.4.97, der von einem ihm zugesandten Probeexemplar einer „mechanischen Nachbildung von Mahlereyen” berichtet. Vgl SNA29,63.2) Den Höhepunkt der Maskenzüge zu Ehren der russ Kaiserin Maria Feodorowna 1818 bildete ein ‘Festzug dichterischer Landeserzeugnisse’ (am 18.12.1818), in dem Hofleute Figuren u Szenen der zeitgenössischen Weimarer Literatur verkörperten. Lydia QuaasL.Q.