Nachahmung Kleinschr GWBT1,204,27
; etwa 250 Belege. Schon beim jungen Goethe wird das überkommene imitative Kunstverständnis in Frage gestellt bzw das Prinzip der Poiesis aufgewertet. Bedeutsam bleibt der handwerklich-technische Aspekt (A2b), der insbes im Zshg der Italienreise als genaues Abbilden u Vergegenwärtigen im Medium der bildenden Kunst auch theoretische Bestätigung findet (A2aα). Charakteristische Verschiebungen im Begriffsgebrauch deuten darauf hin, daß die ursprünglich mit der Mimesis verbundene Problematik in Goethes (klassischem) Kunstkonzept kaum noch eine Rolle spielt.1) So wird der Referenzbereich durch abstrakte Objektbestimmungen (‘N. des Schönen, Wahren, Wirklichen’ uä) in Korrespondenz mit dem zeitgenössischen ästhetischen Diskurs (bes mit KPhMoritz) modifiziert (A2aα), während der Bezug zum vorbildhaften Muster wiederholt vage bleibt od auf methodisch-technische Fragen reduziert wird (A2aβ). Vereinzelt verwendet Goethe den Begriff noch für den eigentlichen mimetischen Akt bei der Hervorbringung eines Kunstwerkes iUz künstlerischen Behandlung bzw Ausführung (A2aγ) od synonymisch für Zeichnen nach der Natur. Das Nomen acti kennzeichnet vor allem ein Kunstwerk als Artefakt (B2a) od als Adaption bzw Reproduktion (B2b), während für das Ergebnis der ästhetischen Aneignung u Modellierung von Wirklichkeit in den unterschiedlichen Kunstgattungen die Bezeichnung ‘Nachbildung’ (sd) bevorzugt wird. A
Nomen actionis 1
zu ‘nachahmen’ 1 a
als natürlicher Trieb des Menschen, einmal zugl mBez auf den Affen Dieweil nun Affe, Mensch und Kind|Zur
N. geboren sind,|Erfanden wir, die Zeit zu kürzen,|Ein auserles'nes Pfaffenspiel GWB2,211 In einer Stadt, wo 14 [
im Lehrbrief] Die
N. ist uns angeboren, der Nachzuahmende wird nicht leicht erkannt GWB23,125,1 Lj VII 9 b
als Darstellungsleistung des Schauspielers; auch als szenische Repräsentation (mit dem Effekt der Wiedererkennung); einmal ‘Gabe der N.’ (in Berührung mit A1a) [
mBez auf Iffland] so gelingt es ihm auch sich von seiner eigenen Individualität..zu separiren und sie nur da, wo ihn die
N. verläßt, bey gemüthlichen, herzlichen und würdigen Stellen hervortreten zu lassen GWBB11,53,14 Meyer 18.[4.].96 Ein jeder neuer Acteur, der zur Truppe gekommen wäre, brachte vielleicht wieder einen neuen Einfall, eine auffallende
N. irgend einer Landesart mit GWB51,234,6 ThS III 8 [
Regiebem zur Aufführung von ‘Macbeth’ in Schillers Bearbeitung] Vielleicht gäbe man ihnen [
den Hexen] Kränze die einigermassen putzten, zur
N. der Sybillen GWBB17,125,5 Schiller 16.4.04 47,274,9 FrauenrollenRömTheat 22,84,10 Lj IV 15
uö(selten) c
als Imitation von jds Tun, Eigenart, Leistung; als Nachfolge von jds Beispiel; wiederholt ‘zur N. reizen, aufregen’, ‘in N. von..’; vereinzelt mit qualifizierenden Attributen; auch scherzh-iron konnotiert; je einmal ‘N. Hamlets’, ‘N. des Herrn’, ‘N. der Hexe von Endor’ einige waren selbst in Paris gewesen, hatten die bedeutenden Männer [
Lafayette u Mirabeau] reden hören..und waren, leider nach deutscher Art und Weise, zur
N. aufgeregt worden GWB33,201,28 Camp Kaiser Joseph, nach eignem Antriebe und in
N. Friedrichs, richtete zuerst seine Aufmerksamkeit auf die Waffen und die Justiz GWB28,132,26 DuW 12 [
mBez auf Sizilianerinnen] Ihre Manieren sind..nicht durch die thörichte
N. [
imitation] der Franzosen verderbt, wodurch die Italiäner von Stande so lächerlich werden GWB46,173,23 Hackert TgbKnight Palermo [
Marquise, für sich:] O Graf! du bist ein unnachahmlicher Schelm! Der meisterhafteste Betrüger..täglich lern' ich von dir..Wir wollen sehen ob unsre
N. glückt GWB17,121,23 GrCoph I 1 [
mBez auf den Straßburger Professor JDSchoepflin u dessen Studien zur Kulturgeschichte des Elsaß] der Vorgang von Schöpflin, dessen Verdienst mir freilich unerreichbar schien, sollte zwar nicht zur
N., doch zur Nacheiferung reizen und vielleicht dadurch ein ähnliches Talent zur Ausbildung gelangen GWB28,49,26 DuW 11 B25,109,2 Ch u PServière 22.12.14 K 52,173,14 ThS V 12 27,169,11 DuW 8 B4,229,4 Lavater 5.6.80
uö mit entwicklungspsychologischem Akzent; einmal ‘Trieb jugendlicher N.’, unter Einschluß von A1a u im Übergang zu 2 [
Montan zu Wilhelm:] daß Dir die Wahl übrig bleibt, andere solche Thätigkeiten..für Deinen Felix auszusuchen, die ihm vielleicht angemessener sind, als diese Liebhaberey [Bergbau], die er..wohl nur aus
N., ergriffen hat GWB25
2,10 Wj I 4 [nur 1821] Var 51,112,3 ThS II 2 d
als (Re-)Produktion von etw Mustergültigem, (technologische od experimentelle) Erprobung, Wiederholung; mBez auf Gebrauchsgegenstände, geistige od natürliche Phänomene was die
N. der Lyoner und Florentiner Stoffe [
in Italien]..für Vortheil gebracht GWB30,84,11 ItR [
betr üppige Weingeländer in Dornburg] Die von Kecht empfohlene Methode, den Stock zu behandeln, hatte die dortigen Weinbauenden im Ganzen angeregt und im Einzelnen zur
N. gestimmt GWBB45,221,24 EHFMeyer 30.3.29 ehe man den Boden nach Ockerarten und Kreiden durchsucht und verschiedene Hauptfarben zur
N. der Carnation [
Kolorit zur Wiedergabe der menschlichen Haut] zu mischen gewagt GWBN3,70,15 FlH II Kolorit griechMaler [Meyer] 42
2,495,12 Stud zWeltlit N4,158,10 FlH VI TechnMalerei B49,35,19 Bachmann 12.8.31
uö e
iSv Faksimilieren ein geschätztes Manuscript von der Chronik des Otto von Freisingen..Nun hatte der Bibliothekschreiber Compter ein besonderes Talent zu dergleichen Dingen, es glückte ihm die
N. der alten Schriftzüge ganz besonders GWB36,163,21 TuJ 1820 2
zu ‘nachahmen’ 2 a
als ästhetisches Imitationsprinzip (im Anschluß an die tradierten Postulate von der imitatio naturae bzw imitatio auctoris); wiederholt mit kritischem Akzent α
allg als künstlerische Verfahrensweise (insbes der bildenden Kunst) bzw kategorial; einmal metasprachl, mBez auf Tonmalerei; gelegentlich iUz ‘Erfindung’ bzw ‘Fiktion’; auch ‘Art, Anwendung der N.’; einmal personifiziert ob Erfindung oder
N. den schönen Künsten mehr Vortheil gebracht habe..wenn man die in der Frage liegende Alternative trennt, so läßt sich hundert Jahre hinüber und herüber sprechen GWB30,83,16 ItR daß der grose Geist sich hauptsächlich vom kleinen darin unterscheidet, daß sein Werk selbstständig ist, daß es ohne Rücksicht auf das was andre getahn haben, mit seiner Bestimmung von Ewigkeit her zu coexistiren scheine; da der kleine Kopf durch übelangebrachte
N., seine Armuth und seine Eingeschränktheit auf einmal manifestirt GWBB2,26,1 Röderer 21.9.[71] [Korr DjG
32,321] Wir sehen daß diese Art der
N. [
Manier] am geschicktesten bei Gegenständen angewendet wird, welche in einem großen Ganzen viele kleine subordinirte Gegenstände enthalten GWB47,79,15 Nachahmg,Manier,Stil B21,204,6 Zelter 6.3.10 47,153,14 Samml 4 34
2,193,12 Baukunst 1795 Schema 49
1,51,18 Neudt relig-patriotKunst [Meyer/G]
uö ‘einfache N.’: in der kunsttheoretischen Abhandlung ‘Einfache N., Manier, Stil’ als (lediglich) auf möglichst genaue u detaillierte Wiedergabe natürlicher Gegenstände zielende Kunstweise u zugl eine erste (als unreflektierte Objektivität beschreibbare) Stufe im triadisch konzipierten Entwicklungsgang eines Künstlers kennzeichnend2); einmal in Charakteristik der Darstellungsleistung des Schauspielers den Unterschied zur ‘Kunst’ akzentuierend Die einfache
N. leicht faßlicher Gegenstände..kann schon auf einen hohen Grad gebracht werden GWB47,81,1 Nachahmg,Manier,Stil Der Jüngling..spielt nicht sich selbst, sondern eine dritte und eigentlich fremde Natur. Wir lernen diese dadurch nur desto besser kennen, weil sie jemand beobachtet, jemand überdacht hat, und uns nicht die Sache, sondern das Resultat der Sache vorgestellt wird. Da sich nun alle Kunst hierdurch vorzüglich von der einfachen
N. unterscheidet, so ist natürlich, daß wir bei einer solchen Vorstellung eine eigne Art von Vergnügen empfinden GWB47,272,25 FrauenrollenRömTheat 47,80,10 Nachahmg,Manier,Stil
uö(ebd) speziell mBez auf das Postulat der ‘N. der Natur’; auch in historisierender Betrachtung Die
N. der Natur durch die Kunst sei umso glücklicher, je tiefer das Objekt in den Künstler eingedrungen sei und je größer dessen Individualität..sei. Ehe man andern etwas darstelle, müsse man den Gegenstand erst in sich selbst neu produziert haben GWBGespr(He3
1,674) Kanzl Müller 3.4.24 Er [
Sulzer] will das unbestimmte Principium:
N. der Natur, verdrängen, und gibt uns ein gleich unbedeutendes dafür: Die Verschönerung der Dinge. Er will, nach hergebrachter Weise, von Natur auf Kunst herüberschließen GWB37,208,18 FGA Sulzer,SchöneKünste [G/Merck] Erst hört man von Natur und
N. derselben, dann soll es eine schöne Natur geben. Man soll wählen; doch wohl das Beste! Und woran soll man's erkennen? Nach welcher Norm soll man wählen? Und wo ist denn die Norm? Doch wohl nicht auch in der Natur? GWB48,202,18 MuR(1073) das höchste Ziel ist die
N. der Natur, nach Zwecken der Kunst, und dazu muß man sich durch das Studium der Werke der großen Meister geschickt machen GWB47,253,14 Gutachten übAusbild jgMalers [Meyer] 49
1,203,16 Bossi,LeonardoAbendmahl 45,164,14 RamNeffeAnm Batteaux Gespr(FfA II 12,291,35) Eckermann 20.10.28 34
1,175,18 KuARheinMain Heidelb
uö im Titel u im referierenden Bezug auf KPhMoritz' Abhandlung ‘Über die bildende N. des Schönen’3) (in Berührung mit 3); auch ‘N. des Wirklichen, Wahren’ ua abstrakte Objektbestimmungen Alles einzelne..in der Natur zerstreute Schöne..kann also nie..der wahren
N. des Schönen zum Vorbilde dienen; weil das höchste Schöne im Einzelnen der Natur, immer noch nicht schön genug für die stolze
N. der großen und majestätischen Verhältnisse des allumfassenden Ganzen der Natur ist GWB32,307,7u9 ItR so kann auch der lebendige Begriff von der bildenden
N. des Schönen nur im Gefühl der thätigen Kraft, die es hervorbringt, im ersten Augenblick der Entstehung stattfinden, wo das Werk, als schon vollendet, durch alle Grade seines allmählichen Werdens, in dunkler Ahndung, auf einmal vor die Seele tritt GWB32,305,17 ItR [
mBez auf die niederländische Malerei] wie sich die düstere byzantinische Trockenheit im dreizehnten Jahrhundert in ein frohes Naturgefühl aufgelös't, und zwar nicht etwa als
N. des einzelnen Wirklichen, sondern als behagliche Augenlust, die sich im Allgemeinen über die sinnliche Welt aufthut GWB49
1,15,19 Anz:KuARheinMain Die
N. [
imitation] des Wahren bringt immer größere Wirkungen hervor als übernatürliche Mittel GWB40,214,6 Staël,Dichtgn 42
2,187,15 MuR(647) B5,217,17 Lavater 14.11.81 47,28,2 PropylEinl 41
2,196,12 Anz:Oeuvres dramat de G 53,386,4 DuW Plp
uö in erweitertem Sinne für die (bild-)künstlerische Aneignung, Modellierung von Wirklichkeit; wiederholt speziell für Zeichnen nach der Natur; einmal ‘konzentrierte N.’; auch als Vergegenwärtigung eines Abwesenden [
in Rom] nun dringe ich nur drauf, daß mir nichts Name, nichts Wort bleibe. Was schön, groß, ehrwürdig gehalten wird, will ich mit eignen Augen sehn und erkennen. Ohne
N. ist dieß nicht möglich GWB32,28,11 ItR Daß ich halb unklug vom Zeichnen und aller möglichen
N. der Natur bin GWBB8,261,18 CarlAug 28.9.87 dem einen Dank..der uns Gegenstände der Kunst und Natur, denen wir in der Wirklichkeit nicht begegnen würden, durch
N. vor die Augen bringt GWB48,83,15 Polygnot 24,357,19 Wj II 7 B4,234,7u18 Maler Müller 12.6.80
uö β
mBez auf die Vorbildlichkeit eines Künstlers, eines Kunstwerkes, einer Schule od einzelner künstlerischer Verfahren, Techniken; gelegentlich ‘(als) Muster/Modell zur N. (empfehlen)’; wiederholt als Schulung der Kunstfertigkeit; auch als wirkungsgeschichtliches Faktum; überwiegend mit wertender Nuance Es ist über Shakespeare schon so viel gesagt..Ich werde zu entwickeln suchen, was die
N. seiner Art auf uns gewirkt, und was sie überhaupt wirken kann GWB41
1,52,10 Shakesp u kein Ende Lockung, jene Werke der ältern Zeit und Schule in weiterm Umfang zu studiren, ja sogar deren
N. zu versuchen; weil aber das anziehend Einfache, die rührende Unschuld in den alten Gemählden nicht absichtlicher Kunst und besondern Zwecken, vielmehr der Gesinnung der Meister und der Zeit, worin sie lebten, angehört, so konnte die
N. nicht gelingen GWB49
1,37,13u18 Neudt relig-patriotKunst [Meyer/G] Ich habe..ein halb Dutzend der schönsten antiken Füße, einige schlechte, jene zur
N., diese zur Warnung, und die Natur kann ich auch zu Rathe ziehen GWB32,294,7 ItR Er [
Wilhelm] sah in seinen Arbeiten nichts als eine geistlose
N. einiger hergebrachten Formen, ohne innern Werth; er wollte darin nur steife Schul-Exercitien erkennen, denen es an jedem Funken von Naturell, Wahrheit und Begeisterung fehle GWB21,122,8 Lj II 2 41
2,189,26 Anz:Oeuvres dramat de G 49
2,239,21 RussHeiligenbilder B7,168,21 Kayser 23.1.86
uö γ
differenzierend für den eigentlichen mimetischen Akt bei der Hervorbringung eines Kunstwerkes: die darstellende Erfassung eines Gegenstandes bzw die (möglichst) genaue Wiedergabe eines Objektes; wiederholt neben ‘Ausführung’ [
betr Empfehlung für eine Anstellung des Malers CLieber] da er sich bey der
N. so wie bey der Ausführung der größten Reinlichkeit und Vollendung..befleißigt GWBB30,170,2 CarlAug 6.3.13 [
betr Arbeit des Frankfurter Malers JJuncker an einem Gemälde] Mehr..Naturgegenstände, als Schmetterlinge und Käfer, wurden herbeigeschafft und dargestellt, so daß zuletzt, was
N. und Ausführung betraf, ein höchst schätzbares Bild beisammen war GWB26,243,11 DuW 4 47,340,8 Zusatz zMeyer,ÜbPassion MSchön 26,183,10 DuW 4 47,350,3 StädelschKabinett
uö(selten) b
als imitierende od kopierende Technik, mBez auf künstlerische od kunsthandwerkliche Produkte, Methoden, Materialien ua; wiederholt ‘in N. von etw’; auch mBez auf unterschiedliche graphische Reproduktionsverfahren; vereinzelt in metasprachl Zshg; einmal mBez auf Tonmalerei Die
N. von braunen Zeichnungen durch mehrere Holzstöcke..ist Liebhabern der Kunst genugsam bekannt. Später thut sich die
N. der Mahlerei oder bunter Zeichnungen durch mehrere Platten hervor GWBN4,157,17u21 FlH VI TechnMalerei Die Baukunst ist keine nachahmende Kunst, sondern eine Kunst für sich, aber sie kann auf ihrer höchsten Stufe der
N. nicht entbehren; sie überträgt die Eigenschaften eines Materials zum Schein auf das andere, wie
z.B. bei allen Säulenordnungen die Holzbaukunst nachgeahmt ist GWB47,69,14 Baukunst 1795 Der Fußboden im großen Saal [
des Schlosses] wird..mit eichenen Friesen in
N. der Deckendecoration verziert GWBGespr(Gr5,225) Kruse 16.1.02 31,124,14 ItR B51,233 Cotta 31.3.08 B21,204,6 Zelter 6.3.10
uö c
iSv Kopieren, auch Abzeichnen (als eher handwerklicher Vorgang) Wollten Sie mir einige Abdrücke mit leichter bräunlicher oder bläulicher Farbe machen lassen, um die Blätter allenfalls hier illuminiren zu können, so würde es mir ganz angenehm seyn. Noch angenehmer, wenn Sie zugleich ein Exemplar durch einen Ihrer Dresdener geschickten Künstler illuminiren ließen, so daß ich ein Musterblatt zur
N. erhielte GWBB43,220,23 Skerl 31.12.27 K 3
zu ‘nachahmen’ 3: als bewußt gewählte u gelebte imitatio vitae [
Joseph der Zweite, mBez auf seine Familie:] wir sind stolz darauf, daß unser Wandel von der Art ist, um jenen heiligen Namen und Gestalten, zu deren
N. wir uns bekennen, keine Schande zu machen GWB24,36,6 Wj I 2 Lilienstengel B
Nomen acti 1
Imitation, Kopie a
mBez auf handwerkliche od geistige Hervorbringungen Buchbinder Bauer, seine
N. des beweglichen Heftens und Bindens vorzeigend GWBT12,44,22 v 27.3.29 Unglücklicher Weise habe ich den Pariser Theater Almanac auch hier gefunden, von dem der deutsche eine deutsche
N. ist GWBB7,171,20 ChStein 26.1.86 T1,204,27 v 17.9.86
uö(selten) b
in historisierender bzw resümierender Betrachtung Der Freiheitssinn und die Vaterlandsliebe, die man aus den Alten zu schöpfen meint, wird in den meisten Leuten zur Fratze. Was dort aus dem ganzen Zustand der Nation, ihrer Jugend, ihrer Lage zu andern, ihrer Kultur hervorging, wird bei uns eine ungeschickte
N. GWBGespr(He2,155) Riemer 18.11.06 20,415,13 Wv II 18 2
im ästhetischen Bereich: Abbildung, Nachbildung; wiederholt kategorial a
den von der Wirklichkeit unterschiedenen ontologischen Status als Artefakt hervorhebend Meyer hat bemerkt, daß man alle Arten der bildenden Kunst hat bis zur Mahlerey hinantreiben wollen, indem diese durch Haltung und Farben die
N. als völlig wahr darstellen kann GWBB12,382,8 Schiller 23.12.97 man empfand hier [
auf dem römischen Theater] das Vergnügen, nicht die Sache selbst sondern ihre
N. zu sehen, nicht durch Natur sondern durch Kunst unterhalten zu werden, nicht eine Individualität sondern ein Resultat anzuschauen GWB47,274,13 FrauenrollenRömTheat Die Geschichte meines Herzens in kleinen Gemählden! Wenn je Gedichte nicht unter Batteux Grundsaz [
Nachahmung als gemeinsames Prinzip aller Künste] gegangen sind, so sind's diese, nicht ein Strich
N., alles Natur GWBB51,37 Langer [Mitte Okt 69?] N3,81,18 FlH II Kolorit griechMaler [Meyer] 45,297,26 Diderot,Malerei Farbe 52,189,10 ThS V 15 47,258,17 ÜbWahrh u Wahrscheinlichk dKunstwerke
uö ─
prägnant, in (tradierter) Gattungsbestimmung4) Die Tragödie ist die
N. einer bedeutenden und abgeschlossenen Handlung, die eine gewisse Ausdehnung hat GWB41
2,247,16 Zu Aristot,Poetik [
Rameau:] Der Gesang ist eine
N. durch Töne einer, durch Kunst erfundenen, oder, wenn es Euch beliebt, durch Natur eingegebenen Tonleiter, sie werde nun durch Stimmen oder Instrumente dargestellt, eine
N. physischer Laute oder leidenschaftlicher Töne GWB45,111,10u14 RamNeffe b
als (legitime) Form künstlerischer Adaption bzw Reproduktion (iUz zum Original); wiederholt neben ‘Nachbildung, Kopie, Übersetzung, Reminiszenz, Wiederholung, Fortsetzung’; auch in historisch-differenzierender Sicht; vereinzelt kritisch-wertend, mit Attribuierungen wie ‘barbarisch, knechtisch, jämmerlich’ Die Alten verlangten nicht immer ein anderes, neues, nie gesehenes Gebilde..Man wiederholte das Gelungene..So war es mit Copien und N-en der Statuen, mit Verwendung derselben zu mehr oder weniger erhabenen Arbeiten, mit Benutzung im Kleinsten auf Münzen und geschnittenen Steinen GWB49
2,266,29 Stoschische Gemmensammlg [
betr Kopien von Gemälden] den Liebhabern..die, weil sie sich nicht immer an die ersten Meister wenden konnten, geringere Talente aufriefen und bezahlten, da sie denn, um nicht etwas ganz Ungeschicktes zu erhalten, lieber N-en von anerkannten Werken bestellten GWB49
1,222,10 Bossi,LeonardoAbendmahl [
betr ‘Der Töpfer’, Komische Oper von JAndré] Am meisten schierts ihn dass man seine Producktion unter die N-en gesetzt hat GWBB2,144,12 EJacobi [Anf Feb 74] [
Goethe über Byrons ‘The Deformed Transformed’] Sein Teufel ist aus meinem Mephistopheles hervorgegangen, aber es ist keine
N., es ist alles durchaus originell und neu GWBGespr(FfA II 12,179,10) Eckermann 8.11.26 [
betr Betrachtung geschnittener Steine] bald heißt es eine alte, bald eine moderne Copie, eine Wiederholung, eine
N. GWB49
2,103,18 Hemsterhuis-GalizGemmensammlg 38,357,12 FGA Pyrrhus 41
2,344,12 Anz:Fontan,Warbeck 27,37,25 DuW 6 47,246,8 ÜbFlaxmanWerke 48,242,34 Bem zu Meinecke,MagdebKunstsachen
uö speziell für graphische Reproduktion; einmal zugl für (wiss) Tafelabbildung Die eignen Schicksale einer höheren Kunst zu unserer Zeit sind mir gar wohl bekannt. Der Egoismus fordert sie zum Portrait auf und die Technik zu den wundersamsten Exhibitionen in Kupfer- und Stahlstich oder sonstigen N-en GWBB49,385,1 Haydon 1.12.31 K 47,39,20 PropylAnz N12,140,28 NathistAbbildungen [dAlton]
→ GWB
Holzstock- GWB
Kunst- GWB
Natur- Syn zu A1,
A2aβ,
A2b
und c
, B1a, B2b
GWB
Nachbildung zu A2b u B2a
u B2b Abbildung zu B1a u B2b Kopie zu B2a Abbild Darstellung zu B2b Nachbild Wiederholung 1) zur Begriffsentwicklung bei Goethe u zum zeitgenössischen Kontext vgl NChWolf, Streitbare Ästhetik (2001),206-214; 341-3512) vgl ebd 376 u GHb33,571ff3) zu Goethes Anteil an dieser programmatischen Schrift vgl WA I,32,302f4) zur Übernahme des aristotelischen Begriffs der μίμησις durch Goethe u zur Kritik der Übersetzungstradition vgl JHPetersen, Mimesis - Imitatio - Nachahmung, 2000,203ff Christiane SchulzCh.S.