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kratzen

mhd. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kratzen

Bd. 11, Sp. 2075
kratzen , scabere, scalpere, radere, fricare. II. Formen und verwandtschaft. I@aa) ahd. chrazzôn, mhd. kratzen und kretzen, wie auch nhd. einzeln umlautend, haupts. alem. (mittelrh. Dief. s. v. scabere); entlehnt ital. grattare, franz. gratter (engl. grate), span. prov. gratar, überall alt eingebürgert und weiter entwickelt, auch mlat. cratare, gratare. merkwürdig tirol. gratten von hühnern. I@bb) aber auch nd. mit dem z (ts), schon mnd., z. b.: dâr schole gi krazen unde schaven. Rein. vos 2464, die erde aufscharren, um einen schatz zu finden; de mûsebîter het scharpe klauwen, dârmede scholde he kratsen den lauwen. Liliencron hist. volksl. 2, 217a. so noch nnd., auch wie hd. kratzen geschrieben, z. b. bei Dähnert 254a. ebenso altnrh. im Karlm. 171, 44, nl. kratsen, kretsen schon bei Kilian, fernern. kradse, schwed. kratsa. dasz das alles und so weit hin nur hd. entlehnung sein sollte, will schwer einleuchten. vgl. unter kreis. I@cc) aber auch unserm kratzen regelrecht entsprechend, schwed. kratta kratzen Rietz 350b (gemeinschwed. nur harken, rechen), n. kratte, wovon doch nd. nl. keine spur. eigen schwed. dial. auch karta kratzen (auch klettern). s. Rietz 311a, umgestellt für krata? vgl. altschottisch keyrth to scratch Jamieson 1, 629b. die gleiche umstellung des r in engl. chark neben crack, schon ags., s. krachen I, b, auch hier unter e schott. carke. I@dd) sonst heiszt es nd. krâschen und krassen (Dief. s. v. scalpere, Rein. vos, Claws bûr 752), kraschen wolle, tuch krämpeln brem. wb. (nl. kretsen Kil.), krâschen harken, scharren Schamb., auch nl. krassen kratzen, ritzen, kritzeln, isl. krassa, die mit mhd. kriseln krauen, livl. krâsen kratzen eine selbstständige wurzelbildung darstellen. I@ee) aber merkwürdig tritt auch hier auslautwandel auf. zunächst mit gutturalem auslaut älter mhd.: (daʒ si) mit hegenînen hâken (haken von hagedorn) ... die âdir ouʒ chraken (oder chrâken?). Diemer gen. 65, 26, von den juden, die dem schlachtvieh die muskeln herauszerren, kratzen. und falls das zweifelhaft scheint, zumal die entsprechende stelle fundgr. 2, 48 dafür chracen hat (: hâken), so genügt folg. als beweis: altengl. cracche kratzen Halliwell 276b, Stratmann 122, mit umgesprungnem r (wie schwedisch karta unter c) schott. carke nach carkin, scratching, grating Jamieson suppl. 1, 183b. aus dem cracche wurde cratch kratzen Halliw. 278a, wie scratch auf ein scracche zurückgehn musz. auf deutschem boden erscheint der guttural in nrh. kragen kratzen, ritzen, praet. krôch: mit ener nâlden (nadel) si in krôch. Karlm. 163, 27, Bartsch über Karlm. 300. I@ff) labialen auslaut können krappeln, krabbeln bieten, die in der bed. krauen, jucken mit kratzen zusammentreffen; vgl. besonders krappe kralle, östr. krebbe. deutlicher mit s- vorn nd. nl. schrâpen, schrappen, schrabben kratzen u. ä.,n. skrabe, hd. schrafen, auch engl. scrap und scrab, scrabble, die alle drei bei Halliwell 714a. 713b mit to scratch erklärt werden. auch diesz scratch selbst gehört in diese gestaltung der wurzel mit s- (auch scrank, scranch das. 714a), und mit dentalem auslaut scrat und scrattle to scratch 714a. diese fülle der ausgestaltung weist allein auf höchstes alter hin. I@gg) das vortretende s ist wie in scribere gleich γράφειν, sculpere gleich γλύφειν, nd. scharven gleich karven, die selbst zur sippe gehören werden; s. unter kerben, klieben; so könnte auch hd. schroten her gehören. I@hh) der wurzelauslaut tritt aber, wie bei klauben, auch vocalisch auf in krauen, und mit -s in krasen, krassen und kräuseln krabbeln (vgl. auch kresen kriechen); mit l in kralle, mit m in krimmen u. s. w.; für r auch l in klatte, kralle. I@ii) Diefenbach goth. wb. 1, 241 vergleicht auswärtig kelt. sgrath to scrape, russ. skresty kratzen (vgl. unter krätze scabies), böhm. krtiti scharren, Pott 2, 204 lat. radere (für cradere), wie es mhd. ratzen kratzen gibt. die ganze weitverzweigte sippe ist offenbar bei uns am reichsten entwickelt, sie bleibt nur geschichtlich zu sichten. s. auch kritzeln, und kreis. IIII. Bedeutung und gebrauch. II@11, II@1@aa) im kampfe, feindselig: krazen noch gebîʒen kund eʒ niht den man (der gebundne bär). Nib. 891, 1; nu bîʒâ bîʒ! nu limmâ lim! nu kratzâ kratz! nu krimmâ krim! sie biʒʒen unde lummen, sie kratzten und krummen einander alsô grimmiclich. schretel und wasserbär Haupt 6, 161. oft sprichw. katzen, die vorn lecken und hinten kratzen, z. b.: ein fein ketzlin, das forn lecken und hinden kratzen kan. Luther 6, 158b von einem verleumder, noch im 18. jh. so bildlich: (ich) sah schmunzeln ins gesicht, und hinterm rücken kratzen. Gotter 1, 302. trans.: dieweil er nichts hatt, damit er ihm auch die haut kratzen möcht. Amadis 290; die katze hat mich blutig gekratzt, mir eine schramme gekratzt. ungewöhnlich: über die ich Wieland hätte die augen kratzen mögen. Herder in Mercks briefs. 1, 15. II@1@bb) daher sich kratzen, kratzend kämpfen (die nägel sind ja die ältesten waffen): swer sich kratzet mit dem bern, dem muoʒ sîn hant vil dicke swern. Freidank 139, 7; wer iez mit dir kretzen well, ist not dasz er die negel spitz. dein pauren im land die schweigen still und stecken (doch) voller hitz, si kratzten lieber heut dann morn. Uhland volksl. 485, v. j. 1516; (die schwarzen und die grauen mönche), die mit den dapen und den klawen wie schwarz und grawe ramlecht katzen nun lange zeit einander kratzen. Fischart S. Domin. B 2a; ich musz mich auf allen seiten mit dem teufel kratzen und schlagen. J. Böhme aurora (Stuttg. 835) 87; weil wir in dieser welt also in groszer gefahr zwischen himmel und hölle leben und uns stäts müssen mit dem teufel kratzen. drei princip. 8. vgl.krauen 1, a so. II@1@cc) der hund kratzt an der thüre, um einlasz, die hühner am boden, im sande (auch scharren); ich (der eingesargte alte Moor) kratzte an dem deckel der bahre, er ward aufgethan. Schiller 136a; du wirst noch an der decke kratzen, conscientiae morsus non effugies. Aler 1236b; drink (das ei) nit bisz du kumst zu dem end, kratz nit am boden (des eis) mit der hend. S. Brant tischzucht 310 (Zarncke s. 149b). seltener trans. so: der rapp (rabe) kratzet das ärdrich. Maaler 251d; das tolle thier (bär) erblickt es kaum, so stutzt es, brummt und kratzt den baum (auf den sich der jäger geflüchtet). Lessing 1, 124; meine hände prickelten mir, ich kratzte die tische (vor ungeduld). Göthe 40, 323. II@1@dd) wens juckt, der kratze (kratzt) sich (frz. qui se sent galeux, se gratte, ital. grattar dov' è la rogna Dante par. 17, 129): also ist es auch mit denen die schebig sind und sich kratzen, so fil sie sich me kratzen, so fil sie me biszet. Keisersb. hell. löw d 8b; (Gargantua) kratzt sich wa ihn nicht bisz. Garg. 129b. II@1@ee) vor verlegenheit u. ä. (caput scabere Horat. sat. 1, 10, 71): do der jüngling das wort hort, do kratzt er sich hinder den oren und gieng trurig hinweg. Keisersb. post. 1, 29b; er kratzt sich über dem nabel vor armte (den magen zu stillen). Uhland volksl. 719; er grimmt sich ser und straft sich auch, vast kratzt er sich über den pauch: 'ach ich armer tummer man, das ich mein hab verloren han (im spiel)!' Suchenwirt bei der Hätzl. 204a; er gewint 'das kratzen hinter den ohren' (wie eine krankheit). Agricolä spr. no. 330, von einem der im spiel verliert, als spielerredensart bei Wesenigk böse spielsieben (1702) 65, vgl.krauen 1, d; hierauf verstummet er und kratzet sich im kopf. A. Gryphius 1, 732 (Squenz); da schlich er sich fort und kratzte sich hinter den ohren. Wieland 8, 268; und kratzt' am ohr, als wenn beim amtsetat ein minus sich statt plus geäuszert hätte. Gökingk 2, 201. II@1@ff) ebenso trans.: der ein kratzt uf dem kopf, der ander kratzt den nacken (weil sie sich betrogen sehen, keiner wagt zuerst zu reden). Eulensp. hist. 87 s. 127; mit heulen und klagen kratzet der auf dem wagen sein haupt. Kirchhof mil. disc. 219; Philip krazte seine borsten (haare). Soph. reise 6, 209; ich kratz den kopf, reib an den händen. Göthe 12, 141. II@1@gg) zur reinigung: rüspel (räuspere) ser und wasch dich drat, strail dirs haubt und chrecz die pain, dar zuo mach die oren rain. ring 27c, 28; und das man dem grind kratz gar lind (verkehrte welt). Garg. 143a, den grind Scheible 263, der dativ ist aber ebenso richtig nach damaligem gebrauch (vgl.kämmen 3); underdes er (früh beim aufstehn) sich ... kämmet und mit eim hölzinen reisbürstlin das haubt kratzet und rib. 173a (317). das gehörte auch zum geschäft des baders: ein bader, der in dem bad köpflet, zwacht (wäscht) auch die leute, kratzet und ausweschet. Thurneisser alch. 2, 139; ein bader kratzt, wäscht und butzt dich (nur) umb seines lohns willen, gleichwol aber wirstu sauber darvon. Zinkgref 1653 1, 158. noch den bart kratzen, derb für rasieren (vgl. bartkratzer): tritt her, bartputzer, aufgeschaut! du sollst den bart mir kratzen. Chamisso ged. 195. II@1@hh) intrans. es kratzt, z. b. ein kind klagt beim kämmen, dasz 'es kratzt': das unverständige volk spricht viel von bartkratzern und bedenkt nicht, wie viel dazu gehört, jemanden zu barbiren, eben dasz es nicht kratze. Göthe 15, 59 (aufger. 4, 2). II@1@ii) der dorn u. dgl. kratzet, vgl.kratzdorn und krauen 1: dér dorn (die sünde) siu niht mê kretzit, den hie der tiefil wetzit. Martina 4, 30; hahnebutten .... kratzen mich im hintern. Göthe 47, 264 (s. arschkitzel). schlechter taback, schlechter wein, schlechtes fett kratzen im halse, mit inf. ein kratzen im halse haben. II@22) gelinder für krauen, jucken (Maaler), kitzeln (vergleiche krätzelen): si schmuckt mich zu ir schone ain rippeln, kratzen das ward mir von der lieben ze lone. Hätzl. 45a; da schwetz man mit einander, da kratzen sie einander in den henden. Keisersb. narrensch. 127a, vgl. unter kitzeln II, 1, b, krauen 2; ein esel cratzet den andern. Henisch 617, 32; und kratz du mich, so kratz ich dich, und schwig du mir, so schwig ich dir. Brant 33, 8; ich habe dir lange genug den rücken gekratzet, bin aber von dir niemals wieder gekratzt worden. Olearius pers. reise 320; wenn du Paul den Peter rühmen hörst, so wirst du finden rühmt Peter den Paul wieder, und das heiszen sie denn freunde, und ist oft zwischen ihnen weiter nichts als dasz einer den andern kratzt, damit er ihn wieder kratze. Claudius 4, 11 (7), vgl. das frz. sprichw. deux ânes qui se grattent (vgl.krauen 1, b a. e.); zu eener (jener) süszigkeit des kratzens und kitzlens thut das thier (vor wolbehagen) sein mund auf so weit es mag. Brant bei Steinhöwel 164. auch bildlich, wie kitzeln: andre, die am gröbern witz, der etwas kratzt, vergnügen finden. Lichtenberg 8, 245, ein gröberes kitzeln. II@33) stärker für scharren. II@3@aa) mehr eigentlich: behandelst mich, dasz ich wie jene katze dir die kastanien aus den gluthen kratze. Göthe 41, 75, scharrend hole; den straszenkot u. dgl. zusammen kratzen, auf einen haufen kratzen. II@3@bb) besonders bildlich von geldgierigen, wie scharren, schinden, schaben (vgl.Kratzhart): das man allein alles was man kan zu sich kratzet. Luther 4, 108b; viel sind, die rüren kein gelt an, aber wenn mans inen .. haufenweis gibt, das .. reiszens und kratzens zu inen. Aventinus chr. 370b; ja sie kratzen noch gelt und schaben auch aus den todten schon begraben. Fischart S. Domin. F 3a; der münchwolf samt der klosterkatzen des nährstands güter zu sich kratzen. Opel u. Cohn 30jähr. kr. 5. daher das zornige witzwort: ich musz mir geld schaffen, und wenn ichs aus einem steine kratzen sollte. Hoffmann Eviana 117. II@3@cc) auch bloszes kratzen, ohne ausgesprochnes object, schon mhd.: swer sîn arme liute (unterthanen) beschatzet und hin und her zesamen kratzet. Renner 18813; mit wûchere zû en (sich) kratzin. Rothe rittersp. 1188; darum scharren und kratzen wir so viel, auf das wir je nicht dürfen gleuben. Luther 4, 14b; das er nicht so geize und kratze. 5, 350b; so bist du doch geizig und karg ... du kratzt und wilt noch me gewinnen. H. Sachs 1, 101 Göz; wer kan hie das kratzen lassen? die rosnobeln und ducaten sehen uns allzu lieblich an. Stricker schlemmer 1584 O 4a; ein jeder kratzt und scharrt und sammelt und unsre cassen bleiben leer. Göthe 41, 13. II@3@dd) kratzen um ..., in einem liede vom schlaraffenlande: im land ist geld zu gwinnen gut, sonderlich der viel schlafen thut, hat von der stund ein batzen, der mag sein geld schlafend gewinnen, hie musz er hart drum kratzen. altd. bl. 1, 172, Haupt 2, 568, oder für hart arbeiten, die hände rühren? II@44) gewerblich, wolle kratzen mit kardätschen, carminare (vgl.krätzkamm). Frisch 1, 546a. kratzen, wie die goldschmiede das silber, scabendo polire. das., metallarbeiter kratzen ihre arbeiten, reiben sie mit der kratzbürste Adelung; allg. 'reiben, glat machen' schon Maaler 251c. vgl. aufkratzen. II@55) auf der laute kratzen, greifen, spielen, auf einer chitarre, zitter Frisch: des nachtes uf der luten kratzen. fastn. 895, 33; indessen hörte ich ein gethöns von zittern und geigen, welche etliche passamezos, passacailles und sarrabandes daher kratzten und fiedelten. Philander ges. (1642) 139. vgl. bei Keisersberg: wann etwan einer nur auf eim brotspiesz (bratspiesz) kratzet, das ist inen genug zu eim tanz. brös. 1, 18b. noch jetzt geringschätzig vom geigenspiel u. ä.: orchester ... das nicht aufhört zu kratzen. Göthe 36, 198; ich will im lande herumziehen .. und dem volk stückchen auf meiner geige kratzen. Klinger S. Grisaldo 84. II@66) geistig, peinigen, schmerzen, von reue: wenn ain junkfraw ir junkfrawschaft verleürt ... so hat si dann ain nagen und kratzen und ain beiszen in irem herzen. Keisersberg geistl. spinn. (granatapf.) M 5c. heute nicht mehr, höchstens so: 'zärtliche freundin', die beiden R in diesen wörtern kratzen mir durch die seele. Möser phant. 4, 105. aber bair. lasz dichs nicht kratzen, kümmern. II@77) prägnant, II@7@aa) kratzend machen u. ä.: ein loch ins papier kratzen; sie kratzte mit blutigen nägeln ein grab. Bürger 2, 37; durch die steinerne mauern gelang es Isegrim endlich eine spalte zu kratzen. Göthe 40, 50. geringschätzig von kupferstecherei: landschaften in kupfer kratzen. Keller grüner Heinr. 2, 153. II@7@bb) kratzend entfernen, weg kratzen: ein alten langverehrten heiligen ausz mustern und seinen namen ausz dem calender kratzen. Fischart bien. 1588 133a; trutz der ihn darausz kratze (s. Longinum aus dem kalender). 158b. II@7@cc) aber auch derb für schlecht schreiben ( Adelung): wann er mit solchen litern, die man nicht recht lesen konnte, nach hoffärtiger herrn manier etwas darunter kratzte. Schuppius 247; die hand die diesz gekratzt. Wieland 11, 215 (vgl. krähenfusz); darfst du dein leberreimchen kratzen ins grosze buch, den weltenplan? Immermann ged. (1822) 161, wie eine schlechte feder kratzt; vgl. kratzerei. Dazu abkratzen, aufkratzen, auskratzen, bekratzen, durchkratzen, einkratzen, erkratzen, umkratzen, verkratzen, zerkratzen, zukratzen.
15063 Zeichen · 387 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kratzenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    kratzen stn. das kratzen. Reinh. s. 298. 299.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kratzensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    kratzen , sw. V. Vw.: s. krassen (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kratzen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Kratzen , verb. reg. act. mit einem scharfen oder spitzigen Werkzeuge hart über die Oberfläche eines Dinges fahren. Die …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kratzen

    Goethe-Wörterbuch

    kratzen 3.SgPräs ‘krazt’ 14,259 u 39,230 ; 1.SgPräs (im Vers) ‘kratz’’ 14,135 u ‘kraz’ 39, 259 1 mit einem scharfen od s…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kratzen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Kratzen , s. Spinnen .

  6. modern
    Dialekt
    kratzen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    kratze n [ràtsə S.; krâtsə Banzenh. ; kràtsə Felleri. Hlkr. M. Str. Brum. Hf. ] 1. kratzen (an leblosen Gegenständen), …

  7. Sprichwörter
    Kratzen

    Wander (Sprichwörter)

    Kratzen 1. Bô hei nit kratzen konnte, do hâkelde hei. ( Waldeck. ) – Curtze, 359. 2. Es kratzt sich keiner, wenn's den N…

  8. Spezial
    kratzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    krat|zen I vb.tr. 1 (einen Kratzer zufügen) fá n craz, sgrafedé (sgrefeda) 2 (gegen Jucken) ruscé (rüscia), crazé (craza…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kratzen

40 Bildungen · 18 Erstglied · 17 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von kratzen 2 Komponenten

krat+zen

kratzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kratzen‑ als Erstglied (18 von 18)

kratzenberger

DWB

kratzen·berger

kratzenberger , m. scherzname für schlechten wein: eae quidem vineae, quae circa Cassilium sunt, vinum haud proferunt, sed merum acetum, atq…

Kratzenbeslagg

MeckWB

Kratzenbeslagg m. Beschlag der großen Hauptwalze, des Tambours ( s. d. ), der Kratzmaschine ( s. Driwwel 2 ) des Tuchmachers aus feinem Eise…

Kratzenbrot

PfWB

kratzen·brot

Kratzen ✝ -brot n. : 'Brot aus zusammengekratzten Teigresten', Kratzebrot [ Gal-Josbg ]; vgl. Kratzkuchen . —

kratzengen

DWB

kratz·engen

kratzengen , tausendgulde, centauria, lepton herba Frisius 764 a , Maaler 251 d . 399 b , bei Frisius 209 a aber kratzenien, im voc. opt. Wa…

Kratzenklee

PfWB

kratzen·klee

Kratzen-klee m. : 'Ackerklee (Trifolium arvense)', Kratzeklee [GH-Freckf ( Wilde Notizen)].

Kratzenkrüll

RhWB

Kratzen-krüll -tsəkrl Mörs-Binsh Rheinbg : ein Klickersp., wobei fünf Klicker in einem Kreise eingesetzt sind, einer im Mittelpunkt, vier a…

Kratzenstoff

Meyers

kratzen·stoff

Kratzenstoff , siebenfach übereinander geklebtes Baumwollgewebe als Ersatz für Leder, in das mittels Maschinen seine Drahthäkchen eingestoch…

kratzen als Zweitglied (17 von 17)

abe kratzen

MWB

abe kratzen swV. ‘etw. wegkratzen, -schaben, -zerren, -reißen’ dar nach hiez er im mit isininen creulen [Hakengabeln] das fleisch abe cracen…

abekratzen

KöblerMhd

abe·kratzen

abekratzen , sw. V. nhd. abreißen, abkratzen, wegkratzen, wegschaben, wegreißen, wegzerren Q.: Pilgerf (FB abe kratzen), Kchr (um 1150), Kon…

abkratzen

DWB

abkratzen , abradere, davon kratzen, nnl. afkrassen. kratzen alle stäubchen mehl vom brote ab. Weise kl. leute 339 ; die farbe von der wand …

Arschkratzen

Wander

arsch·kratzen

Arschkratzen Arschkratz'n it a nit g'feiert. ( Franken. ) Eine unbedeutende Thätigkeit ist immerhin eine Thätigkeit.

aufkratzen

DWB

auf·kratzen

aufkratzen , perfricare, suffricare, scalpere, nnl. opkrassen: die haut, die blattern aufkratzen; die hüner kratzen die erde auf; eine alte …

auskratzen

DWB

aus·kratzen

auskratzen , eradere, exsculpere: da Saul aber von gott und der warheit wider abfellt, wird er auskratzt ( aus der lebenden buche ) und in d…

bekratzen

DWB

bek·ratzen

bekratzen , radere, circumradere, reprehendere: die wand bekratzen; nachdem als der herr dise ding hat geredt, sie gestraft und bekratzet ha…

dörchkratzen

MeckWBN

doerch·kratzen

Wossidia MeckWB dörchkratzen 2. ohne Aufhören kratzen, Kartoffeln ernten: nah Macheile (s. Micheil, 29. 9.) würd' von Middag bet Abend in ei…

durchkratzen

DWB

durch·kratzen

durchkratzen , mit kratzen durchlöchern Henisch 773 . Rädlein 207 a . Frisch 1, 546. 1 . untrennbar. die mäuse haben das leder durchbissen u…

erkratzen

DWB

erk·ratzen

erkratzen , corradere, erscharren, zusammen scharren: was wir und all unser vorfordern mit unserm bluotigen schwaisz lang her hertiglich erk…

underkratzen

KöblerMhd

under·kratzen

underkratzen , sw. V. nhd. zerkratzen E.: s. under, kratzen W.: nhd. DW- L.: Hennig (underkratzen)

widerkratzen

KöblerMhd

wider·kratzen

widerkratzen , sw. V. nhd. sich mit Kratzen wehren Q.: Reinfr (nach 1291) E.: s. ahd. widarkrazzōn* 1, sw. V. (2), aufkratzen, wieder aufkra…

zekratzen

KöblerMhd

zekratzen , sw. V. Vw.: s. zerkratzen

zerkratzen

DWB

zer·kratzen

zerkratzen , verb. , durch kratzen mit krallen, nägeln, dornen, einem kamm oder spitzen gegenstande die haut oder eine andere glatte fläche …

ūzkratzen

KöblerMhd

ūzkratzen , sw. V. nhd. „auskratzen“, herauskratzen, herauszerren Hw.: vgl. mnl. ūtecratsen, V., auskratzen Q.: Gen (1060-1080) E.: s. ūz, k…

Ableitungen von kratzen (5 von 5)

bekratzen

DWB

bekratzen , radere, circumradere, reprehendere: die wand bekratzen; nachdem als der herr dise ding hat geredt, sie gestraft und bekratzet ha…

erkratzen

DWB

erkratzen , corradere, erscharren, zusammen scharren: was wir und all unser vorfordern mit unserm bluotigen schwaisz lang her hertiglich erk…

gekratzen

Lexer

ge-kratzen swv. Berth. 18,22.

verkratzen

DWB

verkratzen , verb. 1 1) durch kratzen beschädigen, mhd. ( selten ) verkretzen: kein glied an ihr verkrümmet und verkratzt. Hippel lebensl. 2…

zerkratzen

DWB

zerkratzen , verb. , durch kratzen mit krallen, nägeln, dornen, einem kamm oder spitzen gegenstande die haut oder eine andere glatte fläche …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kratzen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kratzen/dwb?formid=K12592
MLA
Cotta, Marcel. „kratzen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kratzen/dwb?formid=K12592. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kratzen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kratzen/dwb?formid=K12592.
BibTeX
@misc{lautwandel_kratzen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kratzen"},
  year         = {2026},
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  urldate      = {2026-05-18},
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