Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
katze swF.
1.1 allg.
1.2 in Vergleichen
1.3 in Sprichwörtern, Wendungen u. ä. (vgl. Friedrich, PhrasWB 241 sowie TPMA 6,441-465)
2 eine Belagerungsvorrichtung, die vor allem dem Schutz der Belagerer diente (vgl. Schultz, Höf. Leben 2,406f.)
1 das Tier (zur Bed. der Katze in Volks- und Aberglauben vgl. Hwb. dt. Abergl. 4,1107-1124) 1.1 allg.: cattus: katze VocOpt 45.068; musio oder murilegus oder cattus haizt ain katz. daz ist gar ain listik tier BdN 151,24; diu katze mint unreine, entreint daz reine RvZw 165,7 u. ö.; er muoste loufen unde gân / ûf manigen hôhen rûhen berc, / dâ weder katze, noch getwerc / möht über sîn geklummen KvWTroj 6190; ein alsô armez hûs, / dâ diu katze noch diu mûs / sich niender inne moht ernern Georg 1896; Barth 139,29; ReinFu K,313; RvEBarl 10551. – eine → merkatze (?): dâ [auf dem Schild] lûhte in swarzem schîne von / ein wildiu katze von dem mer KvWTroj 33071. – das Niesen einer Katze in Verbindung mit magischen Fähigkeiten (?): dir het diu katze niht genorn [geniest] , / frumer kneht; und wær ez wâr! [vgl. Anm.z.St.] Helbl 1,1393 1.2 in Vergleichen: – Aussehen betreffend: ir [Flatas] antlitz ist fraßlich. / geleich ainer wilden katzen HvNstAp 4380; verwâze von mir den Satân, / der [...] als ein eber ist gezan / und hât alsam ein katze gran [Schnurrhaare] MarGr 18 61; Herb 7691. – Verhalten betreffend: si [die merker ] sehent umb sam diu katze nâch der mûs SM:Had 3: 5,5; als die katze mit der mûs / spilten die Oselêre LivlChr 1230; er [der Löwe] îlte ûz sîme neste / zuo dem pherde wünneclich / und hete sam ein katze sich / gestrûbet und gesmücket, / diu sich zesamne drücket, / sô si der miuse lâgen muoz KvWPart 10526; HvNstAp 4618; Bez. ketzer abgeleitet von katze bei PrBerth (vgl. auch die weiteren Ausführungen von 1:402,21 bis 1:403,21): er hiez in einen ketzer. daz tet er dar umbe, daz er sich gar wol heimelîchen gemachen kan, swâ man in niht wol erkennet, als ouch diu katze PrBerth 1:402,23 u. ö. 1.3 in Sprichwörtern, Wendungen u. ä. (vgl. Friedrich, PhrasWB 241 sowie TPMA 6,441-465): als diu katze ûz kumet, sô rîchsent die miuse: als ir [der Dienerschaft] hêrschaft ûz kumet, sô hebet sich grôz unzuht PrBerth 1:85,6; sô diu katze gevrizzet vil, / zehant sô hebet sî ir spil [als Anspielung auf Iweins Übermütigkeit während eines Gelages] Iw 823; diu mûs ungerne ziuhet kint, / swâ si weiz, dâ katzen sint Freid 141,14 u. ö.; man streichet eine katzen schon, / um daz sie miuse jaget Frl 9:10,13; duͤ kaz den vischen ist gefaͤr / vnd wa si by dem wazzer waͤr / si woͤlt dar in komen nicht MinneR 53 77; dû [ werlt ] ziuhest mir den halm alsô einer jungen katzen vor WernhSpr (Z) 64,3; RvMunre 1257. – diu ~ belîbet jmdm. ûf dem rücken etwa i.S.v. ‘etwas Unangenehmes/ eine Last (er-)tragen müssen’ (?) (vgl. DWB 5,285): daz mir belibe hie / ûf dem ruck diu katze, / daz Niuhûs [eine Burg] , ze tratze Ottok 54835. – in der Fabel ‘Rat der Mäuse gegen die Katze’ (vgl. Dicke/ Grubmüller Nr. 483; zur aus dieser Fabel erst später erwachsenen Wendung einer katze die schellen anehengen/-binden u.ä. vgl. DWB 5,283, FWB 1,1238 sowie TPMA 6,461): da sollen wir [die Mäuse] henken an / der katzen eine schellen [s. Anm.z.St.] KgvOdenw 8,27; Boner 70,27 2 eine Belagerungsvorrichtung, die vor allem dem Schutz der Belagerer diente (vgl. Schultz, Höf. Leben 2,406f.): testudo: katze VocOpt 29.051; der kunic het mit im genomen / antwerc und einez, heizet katze Ottok 9106 u. ö.; czu hulfe desir eynunge so sullen wir furin eyne blidin, eyne kaczin und czwenczig schiczin mit rucarmbrustin UrkErf 2,191 (a. 1343); Kreuzf 6452; KLD:BvH 16: 2,8. – im bildhaften Vergleich: hie wurt rehte die katze an die mure getrungen; schiere so der mensche in kummet in daz riche daz in uns ist, die muren súllent schiere gevellet werden Tauler 419,37
MWB 3,1 173,47; Bearbeiter: Luxner