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strebkatze

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strebkatze f.

Bd. 19, Sp. 1081
strebkatze, strebekatze, f. 11) meist in der wendung die strebkatze ziehen; scherzhafte benennung eines verbreiteten wettspiels, bei dem zwei personen einander mit einem um den nacken geschlungenen oder mit den zähnen gehaltenen seil oder handtuch hin- und herzuziehen versuchen. zur entstehung dieser benennung vgl.: strebkatzen ... ziehen ein spiel der kinder, da ein teil zog, der andere mit den füszen widerstrebte Frisch (1741) 2, 344c; mögliche anknüpfungspunkte sind auch 2streben II B 1 d 'von etwas fortzukommen trachten' und 2streben II A 2 'sich abmühen, kämpfen'. ich bede dy trotz, hestu lust, so wil ick itzundes alhie vmmesust de streuekatte mit dy theen ... nu, wollan, ick legge my hyr nedder, vorgit myner nicht, ick hale dy wedder. düsse dwele (handtuch) wille wy daran wagen, vnd slepen vns wol by vnserm kragen; wy willen vns so redlich theen, dat wy morgen könen now vth den ogen sehn. — o Barthelmeues, lat by lyue nicht snappen, hold yo in dem munde faste den tappen (zapfen, knebel) Omichius (1578) bei Schiller-Lübben 4, 432; ein bub sich an den andern hieng, mit dem einen der hies herr Matz, must ich ziehen die strebekatz so stehet einander gegen vber, vnd macht euch die quel (handtuch) vmb den hals nemet den knotten beyd gleichszfalls vnd fasset mit den zänen fest, ein jeder sein knotten aufs best. darnach kniet nieder auff die erd, vnd zieht, last sehen wer gewinnen werd Henrici (1595) in: zs. f. dt. wortf. 3, 259; so auch noch jetzt im volksbrauch: ein rick garn, ein seil wird den 2 gegnern, die kopf gegen kopf auf allen vieren sich nähern, um das genick gelegt. die hände stützen sich am boden auf. der oberkörper ist mithin nach vorne gebeugt. jeder der ringer strafft sich und versucht den andern zu sich herüber zu ziehen ... so sträblet jeder, hand und genick versteifend, den widerstand des andern zu brechen (Kempten 1933) bei Fischer schwäb. 6, 3229; vgl. die bildl. darstellungen auf den titelblättern von Murner narrenbeschwörung (1512) und theologia deutsch (Knoblouch 1519). in den mundarten begegnet das wort in mannigfachen lautvarianten bzw. umdeutungen: strewekatt Dähnert plattdt. 468a; strabelkatze Weinhold schles. 42a; stragkotze Berndt schles. 135; strauchkatze, strenge katze Anton Oberlausitz 4, 14; 13, 10; strangkatze Reinwald Henneberg 1, 158; streckkatze (Allgäu) Fischer schwäb. 6, 3229; strebel zücha Tobler Appenzell 414. vgl. ferner das luderziehen (nd.) Wander sprichw. 4, 898, strêwzargke reiszen Frischbier pr. 2, 381, katzenstrebel u. katzenstriegel teil 5, sp. 302; s. auch katze 5 b, ebda 288. auch in den älteren literar. belegen weicht gelegentlich die form ab: strawkatze Luther 34, 2, 198 W. (vgl. dazu straubkatze sp. 962); kräbkatz bei Seb. Brant ist vermutlich druckfehler, vgl.: es züht die kräbkatz mancher man der doch das merteyl noch musz lan Seb. Brant narrenschiff 64, 31 Zarncke (s. auch s. 404), und es zeucht die strebkatz mancher man, der doch den mehrer teyl nach musz lan Agricola 750 teutscher sprichw. (1534) K 1b; bloszes katzen halten Ayrer dramen 4, 2646 lit. ver. lexikalisch seit dem ende des 16. jhs.: ἑλκυστίνδα, σκαπέρδα, scaperda, helcystinda das seylziehen, strebkatzen Frischlin (1586) 278b; helcystinda strebekatzen nomencl. lat.-germ. (1634) 345. literarisch schon im 15. jh. (s. u.) bezeugt; vor allem in kirchenpolit. satiren und volkstümlichen schwänken des 15. bis 17. jhs.; oft in redensartlich bildlicher, noch anschaulicher anwendung, 'sich raufen', 'zanken', 'hadern': da kinder und gesinde sich untereinander haddern, beissen, die strebekatzen ziehen Suevus geistl. wallf. (1573) B 7b; in solckem kampe, wenn man mit dem düuel sick wyl auerwerpen vnd de streuekatte tehen vnde mit em sick röpen Gryse leienbibel (1604) bei Schiller-Lübben 4, 432; und wer dich vast und pis nit faul! ich wil mit dir der strebkatzen ziehen, oder must zu der stuben hinaus fliehen fastnachtsspiele 1, 38 Keller; dem entchrist und in allen zwagen, hat die strebkatz mit in gezogen, das haupt dem babst zuor erden gbogen satiren u. pasquille 2, 203 Schade; das acht ich (Luther) warlich alles klein und stand gerüstet hie allein, das ungezifer nimmer flieh, die strebkatz weidlich mit euch zieh. hui, zeuh nur dapfer; dann es gilt ebda 3, 118; ferner 127; 135; lutherisch strebkatz buchtitel (o. j.) ebda 3, 112. auch weniger bildhaft: die herrn von steten synt alle merglich allhy, vnd vorsehen vns, das wir morne in der obirantwortung die strebekatzen mitteinander zihen werden (1468) urkundl. beitr. z. gesch. Böhmens 556 Palacky; nit sein getempft in sulchem acz, ob man sich nit richt auff den placz, do der gern zewet die streb kacz Hans Folz meisterlieder nr. 2, 73 Mayer; grosc aufrur im volck ... das man der strebkatzen zihen dorumb sich wol frewen mocht (vor 1521) Scheurl geschichtb. 113 Knaake; so will es uns eben ansehen, als müstent wir die strebkatz darum mit andren guten brüder ziehen (1525) polit. corresp. d. st. Straszburg (1882) 1, 108; der ander stundt in groszem leiden, gedacht: 'du kanst jm (dem bären auf dem baum) nit entfliehen, die strebkatz mustu mit jm ziehen Burkard Waldis Esopus 1, 142 Kurz; noch mich der eyd und schwur ermahnt meim vatter thon, bey dem altar das ich also ins sechszehend jahr vorn Römern nie ein stündlein floh, und recht mit ihm die strebkatz zoch Kirchhof wendunmuth 3, 386 Ö.; das geht nit allein über der geringen bursch auss, sonder auch die häupter ziehen die strebkatzen vnderainander Joh. Nas antipap. eins u. hund. (1567) 2, 221a; also sAeet der teuffel offt seinen saamen zwischen den nachbarn, dasz sie immer die strebkatze miteinander ziehen Herberger Jesus Sirach (1698) 404a; allegorisch: da mssen sie mit der kranckheit unnd dem tod die strebkatzen ziehen Huberinus spiegel d. haustzucht (1553) 85a. oft vom ehezwist, bes. bei Hans Sachs: alsdann ziehen wir die strebkatzen hin und herwider in der stubn, gleichwie auff dem feld die roszbubn. so thut sie grummen, krellen, beissen 4, 381 lit. ver.; mich ritt die eyfersucht. mit rauffen, schlagen und kratzen zogen wir (mein weib und ich) die strebkatzen sie stellt mir nach dem leben 7, 226 lit. ver.; hertzlieber mann, durch all mein leben hab ich vorhin verstanden nicht, was vor so offt hat zugericht so vil zancks zwischen mir und dir, dasz die strebkatzen zogen wir ich meynt allmal, die schuld wer dein, erst merck ich, dasz die schuld ist mein 17, 139 lit. ver.; ein bösz unartig weib, die mit ihrem hauszwirt ohn vnderlasz die strebkatzen zohn Kirchhof wendunmuth 1, 409 Ö.; es sind gar viel mehr vngleiche ehen, darinnen man der strebkatzen zeucht, vnd zwietracht mehr stad hat denn die sich freundlich gegen einander verhalten Mathesius Jesus Syrach (1586) 161b; ich habe mich mit niemand gezankt, nur mit meinem manne ziehe ich manchmal die strebekatze; aber solch ein ding gehört zum haushalten Chr. Weise in: zs. f. dt. wortf. 2, 34. auch 'den beischlaf ausüben' Götze frühnhd. gl. (1920) 210. in verbindung mit haben (im reim): wolan, wOeln wirs dann heben an du must mit mir die strebkatz han Gengenbach 299 Gödeke. in dieser bedeutung auch vereinzelte verbalbildungen: vnder den godlosen ehelüden erheuet sick oft grot twyst vnde strydt, in deme se also katten vndt hunde vnder einander leuen dar de ene sprickt 'valle', de ander secht 'sta nummehrmehr vp', kratzebalgen vnd streuekatten sick to hope Gryse (1604) bei Schiller-Lübben 4, 432b; vgl.: strangkatzen, vb. Reinwald Henneberg 158 und bloszes katzen: ... ick sull flux mit ir katzen; sie tut mich aber pei meinem eid kratzen, das idermann ie tat erbarmen. nu erwischt sie mich mit beden armen, und warf mich an ein sterz fastnachtsspiele 1, 48 Keller. 22) in den nd. mundarten gelegentlich auf die streitende person selbst übertragen: strevekatten widersetzliche leute Richey Hamburg (1755) 294; strevekatt widersetzliches frauenzimmer Schütze Holstein 4, 210; 'eine person, die sich sträubet und widersetzlich gebärdet' brem.-nds. wb. 4, 1063. vgl. dazu: strewkater 'steter opponent' Mi Mecklenb. 88. 33) bezeichnung für eine belagerungsmaschine im 15. bis 17. jh. (wohl auch im anschlusz an 1): das der furste sölcher ubeln geturste den andern auch nit ursach geb gweltlich, starck, vest an widerstreb mit wagenburgen, buhssen grosz, strebkatzen, igeln, schirm, geschoss (15. jh.) Beheim reimchron. 40 Hofmann; schantzgräben, bastien, bolwerck, böck, sträbkatzen Ringmann Cäsar (1507) 3a bei Schmidt elsäss. 343a; hürt, leitern und sträbkatzen ebda 63a; der Zeusch berennete hierauff die stad mit grawsamem wten, und liesze darneben die wider, schleudern, böcke, strebkatzen ... zurichten Megiser annales Carinthiae (1612) 987. häufiger ist das simplex katze, vgl. Brinckmeier gl. dipl. 1 (1856) 1085a u. katze 6 teil 5, sp. 290. 44) mecklenburgische u. pommersche münze mit dem wendischen greifen in sträubender stellung (vgl. 2streben II A 3 b α); Jacobsson technol. wb. (1781) 4, 312a; brem.-nds. wb. 4, 1063: kam van sinen muntemeister M. P. her, dat de strevekatten, wo de stede de dubbelschilling nömeden, geschlagen Neocorus Dithmarschen, bei: Schiller-Lübben 4, 432. auch für den kurhessischen groschen mit dem aufgerichteten löwen: da zum letzten ging der recke, einen löwen aufzuspüren; und der löwen fand er viele, prangend über wirtshausthüren, züngelnd auf accise-posten, auf papier mit stempeltatzen, ausgeprägt auf Hessen-groschen, die da heiszen strebekatzen Dingelstedt s. w. (1877) 7, 121.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    strebkatzef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    strebkatze , strebekatze , f. 1 1) meist in der wendung die strebkatze ziehen; scherzhafte benennung eines verbreiteten …

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Cotta, M. (2026). „strebkatze". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/strebkatze/dwb?formid=S51417
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Cotta, Marcel. „strebkatze". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/strebkatze/dwb?formid=S51417. Abgerufen 16. May 2026.
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Cotta, Marcel. „strebkatze". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/strebkatze/dwb?formid=S51417.
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